Mit ‘Zaunkönig’ getaggte Beiträge

… hatten scheinbar die Vögel in meinem Garten, als dieses Mal die „Stunde der Wintervögel“ geschlagen hatte. Für das Wochenende vom 5. bis 7. Januar war von NABU und LBV wieder zur Teilnahme an der bundesweiten Zählung der Federbälle aufgerufen worden.

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Eine Blaumeise als Gast an einer unserer Futterstellen

Ich hatte mir den sonnigen Sonntag für meine Mitarbeit ausgesucht. Sogar meine versierten pelzigen Vogelkenner, d. h. zwei von ihnen – unsere beiden Katzendamen, die graue Eminenz und Torty – hatten einen Blick aus dem Fenster hinab in unseren Garten geworfen – ganz nach dem Motto: Vier bzw. sechs Augen sehen mehr als nur zwei menschliche, die noch dazu mit Katzenaugen nicht vergleichbar sind. So war ich über die Hilfe recht erfreut.

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Torty hat vor, mir bei der Zählung der Federbälle Hilfestellung zu leisten

Als Vorbereitung auf die Zählstunde hatte ich mich nicht nur mit Stift, Papier, Bestimmungsbuch, Fernglas und Kamera bewaffnet. Ich hatte auch alle Futterstellen noch einmal gut gefüllt. Wenn das die gefiederten Gäste nicht anlocken würde!

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Unsere graue Eminenz ist nicht weniger gespannt als ich

Mensch und Tier warteten also voller Spannung auf das, was sich im Garten während der nächsten Stunde tun würde.

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Zwei Schwanzmeisen sitzen ganz kurz an unserer Knödelstation

Ich hatte mich noch gar nicht richtig auf meinem Beobachtungsplatz eingerichtet, als zwei Schwanzmeisen durch den Garten flatterten. Nur kurz ließen sie sich an unserer Knödelstation nieder. Dann waren sie wieder fort. Das fing so schlecht nicht an. Ich war guter Dinge.

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Der Zaunkönig ist auch wieder da – das Foto hier ist allerdings bereits am Neujahrstag aufgenommen

Und dann zeterte plötzlich der kleine Zaunkönig, der bereits seit etlichen Tagen immer wieder an den Futterplätzen auftaucht. Aber warum schimpfte er so erbost? Aufgeregt flatterte und hüpfte er von Ast zu Ästchen. Unsere Katzen konnten nicht der Grund dafür sein, hatten sie doch während der Zählstunde Ausgehverbot. War eine andere Katze unterwegs?

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Nein, keine Katze, ein anderer Vogel war scheinbar zum Störenfried ernannt worden. Dieser Störenfried schien aber auch nicht ganz ohne zu sein. Er war gerade dabei, mit vollem Körpereinsatz eine der Schwanzmeisen von der Futterkette zu vertreiben. Aber was sah ich da? Diese Art von Störenfried müsste doch eigentlich im sonnigen Süden weilen. Oder hatte ich mich jetzt so arg verguckt?

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Der kämpferische Vogel ist tatsächlich eine Mönchsgrasmücke – normalerwiese ist sie ein Zugvogel

Ein Blick durchs Fernglas bestätigte mir, dass es sich um einen Mönchsgrasmückenmann handelte. Er gehört so gar nicht zu den typischen Wintervögeln unserer Gärten. Gewöhnlich verbringen diese Vögel den Winter im sonnigen und warmen Süden. Aber auch unter dem Vogelvolk scheint nicht mehr alles so zu sein, wie es mal war. Bereits im vergangenen Winter war eine Grasmücke in meinem Garten zu Gast.

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Dieser Herr mit der schwarzen Kopfplatte jedenfalls schien sich in meinem Garten völlig zuhause zu fühlen, so sehr zuhause, dass er sogar der Meinung zu sein schien, dass für andere Vögel absolut kein Platz an Futterhaus, Knödelstation oder Futterkette wäre. Er bemühte sich kämpferisch, nicht nur Schwanzmeisen und Zaunkönig zu vertreiben.
Einer Blaumeise erging es wenig später ähnlich wie den beiden anderen vom Futterplatz Vertriebenen. Ständig war Herr Mönchsgrasmücke hinter ihr her.

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Die flinke Blaumeise ist pfiffig und kommt zu ihrem Leckerbissen

Doch die Blaumeise ließ sich nicht so schnell entmutigen. Sie kam trotz Streiterei zu dem einen oder anderen Leckerbissen.

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Sie ist wohl doch ein bisschen zu fix für Herrn Grasmücke

Auch das wenig später auftauchende Rotkehlchen wurde von der Kampfgrasmücke nicht gerade freundlich begrüßt.

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Ein Rotkehlchen taucht auf. Die Mönchsgrasmücke beäugt den Rotbauch misstrauisch

Aber der kleine Vogel mit dem roten Latz ist durchaus ebenso kampferprobt wie die Mönchsgrasmücke. Er ließ sich nicht so schnell abschrecken.

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Keck blieb der Rotbauch sitzen und wenig später landete er auf dem Boden und pickte dort in aller Ruhe Heruntergefallenes auf.

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Ich war also während meiner Zählstunde durchaus beschäftigt, aber viel mehr als der Kampf der kleinen 😉 Titanen tat sich die ganze Zeit über nicht. Eine Amsel tauchte noch kurz auf und in der Nähe waren zwei Elstern, eine Möwe und drei Nebelkrähen zu sehen. Kurz vor Ende meiner Zählstunde flatterten noch zwei Kohlmeisen herbei. Das war’s dann auch schon. Weit und breit kein einziger Sperling, was mich sehr erstaunte. Oft sind so viele von ihnen an den Futterstellen, dass ich Mühe habe, sie zu zählen. Wer weiß, wo sie gerade unterwegs waren.

Später am Abend hörte ich noch Kraniche. Das war ein schöner Tagesabschluss, auch wenn die Kraniche nicht während meiner Zählstunde vorüberzogen. Aber trotz des eher sparsamen Betriebs in meinem Vogelgasthaus habe ich einen interessanten Nachmittag erleben dürfen, konnte ich doch einige eher außergewöhnliche Gäste zählen.
Unser Keks fand das alles allerdings weniger spannend. Vögel vom Fenster aus zu beobachten, ist nicht so sehr sein Ding. Wenn er schon nicht draußen Federbälle zählen darf, dann lieber gar nicht. Da ist eine Mütze voll Schlaf auf der warmen Heizung viel schöner.

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Glück ist eine warme Heizung

… wünschen wir Silberdistels all unseren Lesern für 2018.

Möge es ein interessantes und spannendes, aber auch ein friedliches und vor allem gesundes Jahr werden.

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Wenn wir alle nach dem Rezept von Mutter Goethe handeln, sollte aus 2018 durchaus ein gutes Jahr werden können. Wie wär’s mit einem Test?

Man nehme

Man nehme 12 Monate,
putze sie ganz sauber von Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und Angst,
und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile,
so dass der Vorrat genau für ein Jahr reicht.

Es wird ein jeder Tag einzeln angerichtet aus einem Teil Arbeit
und zwei Teilen Frohsinn und Humor.
Man füge drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu,
einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie und eine Prise Takt.

Dann wird das Ganze sehr reichlich mit Liebe übergossen.
Das fertige Gericht schmücke man
mit einem Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten
und serviere es täglich mit Heiterkeit!

 (Katharina Elisabeth Goethe)

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Wir Silberdistels haben zwar nicht geknallt, dennoch sind die bösen Geister hier auch ohne unser Zutun äußerst lautstark in die Flucht getrieben worden. Sogar unsere graue Eminenz, die bereits etliche Silvester miterlebt hat, hat sich dieses Mal um Mitternacht lieber hinter Herrn Silberdistels Couch zurückgezogen. Es muss wohl nicht nur für mich gefühlt etwas lauter als die Jahre zuvor gewesen sein.
Na, und unsere arme Torty war schon ab dem späten Nachmittag nicht mehr zu sehen. Sie hat sich in weiser Voraussicht gleich den besten Platz, nämlich den unter den Schubkästen meines Schreibtisches, gesichert.

So konnte ich nur noch unserem Keks die Pfote halten. Aber er war stark und hat die Knallerei mit mehr oder weniger Fassung getragen. Trotzdem war ihm der dunkle Flur um Mitternacht der liebste Ort.

Mein neues Jahr begann übrigens gleich mit zwei freudigen Ereignissen. Als ich heute Nachmittag zusammen mit der grauen Eminenz einen vorsichtigen Blick in meinen Garten wagte, …

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Unsere graue Eminenz bei einem kurzen Neujahrsspaziergang im Garten

… wurden wir beide lautstark beschimpft. Zum Glück waren es keine Knallgeräusche wie die um Mitternacht. Im Vergleich zu dem mitternächtlichen Lärm waren diese Schimpfkanonaden eher wie Musik für unsere Ohren. Wobei … für die Katze sicher aus anderen Gründen als bei mir 😉
Das Gezeter kam von mehreren Federbällen, die gerade ihren Nachmittagsimbiss an einem unserer Futterhäuser bzw. an der Knödelstation einnehmen wollten.

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Zaunkönig

Ganz standesgemäß saß keck ein winziges Vögelchen auf unserem Gartenzaun und tat lautstark seinen Unmut über unser Erscheinen kund. Der kleine Kerl war ein Zaunkönig. Wahrscheinlich aber schimpfte er mehr mit meiner vierbeinigen Begleiterin als mit mir.

Als die Katzendame kurz zum Nachbarn abtauchte, flatterten plötzlich zwei weitere Vögelchen fast direkt vor meiner Nase herum. Wie gut, dass ich die Kamera dabei hatte.

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Schon öfter waren die beiden Schwanzmeisen in den letzten Tagen an unseren Futterstellen zu Besuch. Aber jedes Mal waren sie schneller wieder fort, als ich die Kamera zur Hand hatte.
Gut, die Qualität der Bilder lässt durchaus zu wünschen übrig. Aber kurz nach 16 Uhr dämmerte es bereits. Ich bin froh, dass die Fotos überhaupt noch erkennen lassen, wer unserem Gärtchen einen Besuch abgestattet hat.

Na, das war doch schon mal ein guter Jahresbeginn, oder? Hoffen wir, dass es so spannend und interessant weitergeht.

***

Hier im Blog wird es aber erst einmal für ein Weilchen etwas ruhiger. Mein alter PC macht mir schon eine Weile Sorgen. Er hat angedeutet, dass er in den Ruhestand möchte. Sein Nachfolger steht nun bereit und wartet auf seinen Einsatz. Gewöhnlich braucht es aber etwas Zeit, bis man alles wieder so eingerichtet hat, wie man es gern hätte. Ich hoffe, mit Herrn Silberdistels Hilfe dauert mein Fernbleiben hier nicht allzu lange. Macht es also vorerst gut und nehmt Euch für den Start ins noch jugendliche Jahr das Rezept von Mama Goethe zu Herzen 😀 😉

Der NABU hatte für das vergangene Wochenende wieder einmal zur „Stunde der Wintervögel“ aufgerufen. Wer Lust und Spaß dran hatte, konnte wieder einmal zählen, welche Vogelarten und wie viele jeweils davon im, am und über dem eigenen Garten innerhalb einer Stunde zu sehen sein würden. Natürlich hätte man seine Beobachtungen auch irgendwo in der freien Natur machen können. Anschließend konnte man diese Beobachtungen an den NABU melden.
So saß ich mit Zettel, Stift, Fernglas und Kamera bewaffnet jetzt am Sonntag am Fenster und schaute erwartungsvoll in meinen Garten hinunter. Würden mehr oder andere Federbälle kommen als am Freitag? Da hatte ich mir nämlich auch schon eine Stunde Zeit für die gefiederten Gartengäste genommen.
Ich war mächtig gespannt, ob ich am Sonntag außer den üblichen Verdächtigen, die ich bereits am Freitag in meine Liste aufnehmen konnte, noch andere, vielleicht nicht ganz so alltägliche, Gäste würde zählen können.

Es lief recht betulich an und ich überlegte schon, ob ich die Zeit nicht lieber für etwas anderes nutzen sollte, denn meine Liste war im Grunde genommen fertig. Ich könnte also problemlos meine Beobachtungen vom Freitag an den NABU melden. Doch dann kam doch noch Bewegung in mein kleines Gärtchen. Ein Trupp Haussperlinge war gerade eingeflogen, als ich schon fast das Handtuch werfen wollte. Einige der Sperlinge stürzten sich sogleich auf die Futterstellen, doch ein Außenseiter hüpfte erst einmal auf eines der beiden runden Teichlein in unserem Garten zu. Sicher wollte er zunächst seinen Durst stillen, denn in den letzten Tagen war hier alles gefroren – also Mangel an offenen Trinkstellen. Oder aber er hatte wie wir Silberdistels über die Feiertage ein wenig zugenommen und da soll es ja durchaus hilfreich sein, wenn man vor dem Futtereinwurf ein wenig Wasser trinkt, damit der Magen meint, er wäre bereits gut gefüllt und somit passt nicht mehr so viel kalorienreiche Festnahrung hinein 😉 Egal wie, jedenfalls hatte das Tun des kleinen einzelgängerischen Federballs einen Sogeffekt.

Im Laufe der Nacht zum Sonntag hatte hier in meinem Norden wieder Tauwetter eingesetzt und so hatte auch die Eisfläche auf den beiden Teichlein begonnen aufzutauen.
Der kleine Haussperling stillte, wie vermutet, tatsächlich dort zunächst seinen Durst. Doch dann sprang er plötzlich mitten hinein ins nasse Vergnügen. Das blieb nicht ohne Folgen.

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Die Teichlein waren trotz Tauwetter immer noch von einer dünnen Eisschicht bedeckt, auf der aber inzwischen Wasser stand – wahrscheinlich jetzt genau die richtige Art von Badewanne. Kaum nämlich hatte der eine Spatz lustig zu platschen begonnen, gesellten sich die nächsten hausspätzischen Badegäste hinzu und schließlich sogar Frau Amsel, die sich offensichtlich hatte anstecken lassen vom fröhlichen Badegetummel der Spatzenfamilie.
Das Wasser muss ganz schön kalt gewesen sein, am Rande des Teichleins sieht man sogar noch letzte Eisreste. Aber die Kälte, knapp über 0° C, tat dem Badevergnügen von Familie Spatz und Frau Amsel offensichtlich keinen Abbruch. Sie hatten augenscheinlich viel Spaß dabei und ich ebenso – schon allein vom reinen Zuschauen.

Welche Wintergäste außer diesen Badegästen noch kamen? Die üblichen Verdächtigen waren da. Die meisten von ihnen waren allerdings eher weniger badefreudig gestimmt. Sie interessierten sich dann doch mehr für die Speisekarte des Vogelgasthauses „Zur Silberdistel“. Ich konnte Blaumeisen, Kohlmeisen, natürlich Großfamilie Haussperling wie oben bereits zu sehen, einen Feldsperling, Amseln, unser Rotkehlchen, Ringeltauben, Saatkrähen und eine Nebelkrähe beobachten und während meiner Zählung überflogen noch etliche Möwen und drei Stockenten unseren Garten.
Das Vogelbild in meinem Garten vom Sonntag glich in etwa dem vom Freitag. Ich war recht zufrieden mit meiner Zählung, auch wenn es keine Überraschungsgäste gab.

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Doch dann, ich wollte meinen Platz am Fenster gerade räumen, gab es doch noch eine Überraschung. Mir fiel nämlich plötzlich eine Bewegung an unserem Geräteschuppen auf. Im ersten Moment glaubte ich, unser Rotkehlchen würde dort schon wieder umherhuschen. Es hatte mich mit seinem Anblick an diesem Tag ohnehin schon sehr verwöhnt. Bei genauerer Betrachtung fehlte meinem vermeintlichen Rotkehlchen dann aber der rote Latz. Ich brachte schnell die Kamera in Anschlag und dann war ich mir sicher.
Ich hatte nämlich eine Vermutung. Im vergangenen Herbst mussten sich unsere Katzen recht häufig von einem Zaunkönig beschimpfen lassen. Manchmal bekam selbst ich etwas von den Schimpftiraden ab, einmal sogar mit doppelter Schimpfgewalt – da zeigten sie mir zu zweit, was sie von mir und meinen Katzen hielten.
Leider hatte ich nie eine Kamera parat und wenn ich schnell hinein eilte und sie holte, war nach meinem Wiedererscheinen weit und breit kein kleines keckes braunes Vögelchen mehr zu sehen. Wie schön, dass mir jetzt eins von ihnen doch noch vor die Kamera gekommen ist.

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Rechts neben meinem Logo sitzt der kleine Zaunkönig

Leider sind die Bilder, als das winzige Kerlchen am Schuppen herumwuselte, nicht berauschend geworden. Sie eignen sich fast mehr als eine Art von Vogelsuchbild. Ich zeige aber trotzdem eines der Fotos. Man sieht auf jeden Fall sehr schön, wie gut der kleine Bursche durch seine braune Farbe getarnt ist. Und was man noch sieht, das sind die grünen Spitzen der Krokusse. Der Frühling lässt also in gewisser Weise schon ein wenig grüßen 😉

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Aber am Ende hatte der Zaunkönig doch noch Mitleid mit mir. Er setzte sich für einen winzigen Moment an den Rand der Vogeltränke. Auch diese Bilder sind alles andere als perfekt. Ein wenig deutlicher ist der kleine Federball aber doch zu erkennen als auf dem Foto zuvor.

Meine Katzenfamilie hatte dieses Mal übrigens keine Lust, mir bei der Vogelzählung Gesellschaft zu leisten. Sie nahmen lieber ein Mütze voll Schlaf. Ich vermute, sie veranstalten bei etwas wärmeren Außentemperaturen ihre eigene kleine Vogelzählung und die dann in der freien Natur. Vom Fenster aus Vögel zu zählen, das haben sie bereits bei der letzten Vogelzählung, bei der sie mir noch mehr schlecht als recht Gesellschaft geleistet hatten, als reichlich albern eingestuft. So saß ich nun also allein am Fenster. Meinen Spaß hatte ich trotzdem dabei – auch ohne pelzige Unterstützung.

Vor gut fünf Wochen war ich schon einmal dort – in meinem kleinen Märchenwald. Da aber schien er noch tief und fest zu schlafen.

Mitte März scheint mein Märchenwald noch tief und fest zu schlafen

Mitte März scheint mein Märchenwald noch tief und fest zu schlafen

Ich kam mir wie ein Störenfried vor. Fast hatte ich Angst, das Knacken der Zweige unter meinen Füßen und das bei jedem Schritt raschelnde Laub könne nicht nur den schlafenden Wald an sich, sondern obendrein auch noch seinen Unmut über mein Eindringen in sein Traumland wecken. Ganz leise habe ich mich damals wieder fortgeschlichen, denn es war ohnehin kaum Leben zu entdecken.

Nur hier und da schaukelt ein trockenes Blatt im Wind

Nur hier und da schaukelt ein trockenes Blatt im Wind

Der Waldboden war noch überall mit den Blättern vom letzten Herbst warm zugedeckt. Kein bisschen Frühlingsgrün war zu sehen. Nur hier und dort schaukelte ein trockenes braunes Blatt im Wind und flüsterte mir ein leises „Psssst“ zu.

Auch die beiden Lärchenzapfen träumen noch süß

Auch die beiden Lärchenzapfen träumen noch osüß

Die beiden eng aneinander gekuscheltoen Lärchenzapfen schienen ebenso, wie fast alles im Wald, noch ganz tief zu schlafen. Was mochten sie träumen?

Auch der Horst der Bussarde ist noch nicht bewohnt

Der Horst der Bussarde scheint noch verwaist zu sein

Selbst hoch droben in den Baumkronen im Horst der Familie Mäusebussard war es noch erstaunlich still.

Bald wird der Horst hoch droben im Wald sicher wieder besetzt sein

Ob die Bussarde auch in diesem Jahr dort oben wieder einziehen werden?

Aber nicht mehr lange, dann wird sich sicher dort wieder der Nachwuchs tummeln. Noch aber herrscht auch oben in den Baumkronen Winterruhe.

Aber die Schneeglöckchen sind bereits erwacht und künden vom Frühling

Aber die Schneeglöckchen sind bereits erwacht und künden vom Frühling

Nur das kleine Schneeglöckchen am Waldesrand verbreitete einen ersten kleinen Hauch von Lebensfreude und Frühling und bimmelte mir fröhlich hinterher, als ich den Wald nach dieser kurzen Stippvisite auf leisen Sohlen wieder verließ.

Immer noch träumt der Wald mehr als er wach ist

Immer noch träumt der Wald – aber die wärmende Sonne wird ihn sicher bald wecken

Jetzt, fünf Wochen später, macht mein Märchenwald zwar immer noch einen ziemlich verschlafenen Eindruck, er muss aber ab und zu schon mal ein Auge geöffnet haben, um zu schauen, ob es sich eventuell doch schon lohnt, ganz wach zu werden oder ob er noch einen winzigen Augenblick weiterträumen darf. So richtig Lust zum Aufstehen scheint er jedoch immer noch nicht zu haben, denn nur winzig sind die Anzeichen des Frühlings in ihm. Verständlich allerdings, trieben sich in den letzten Nächten doch sogar noch einmal wieder einige frostige Kerle mit ihrem eisigen Atem hier in unserer Gegend herum.

Waldsauerklee - erste kleine Frühlingszeichen im Märchenwald

Waldsauerklee – erste kleine Frühlingszeichen im Märchenwald

Aber minimale Anzeichen des Frühlings gibt es in meinem Märchenwald dann doch. Zu ihnen gehört der hübsche Waldsauerklee mit seinen rotweiß gestreiften Blüten. Freundliche grüne Teppiche haben sich an einigen Stellen im Wald gebildet, die sich mehr und mehr mit den hübschen Blütenköpfen schmücken. Ein grünes Blättchen und Blümchen nach dem anderen werden sich in den kommenden Tagen und Wochen durch die braune Blätterdecke auf dem Waldboden arbeiten.

Die ersten Farne kämpfen sich durch das Laub am Boden

Die ersten Farne kämpfen sich durch das Laub am Boden

Die ersten Farne habe ich bereits aus dem Blätterboden schauen sehen. Ganz vorsichtig rollen sie sich durch das trockene Laub ans Licht. Sie schauen noch ein wenig schlaftrunken, aber die Sonne wird sie sicher bald ganz aus dem Untergrund locken und sie werden sich in wundervolle Farnwedel verwandeln.

Am Waldesrand hat der Frühling bereits Einzug gehalten

Am Waldesrand hat der Frühling bereits Einzug gehalten

Am Waldesrand jedoch sieht es schon ganz anders aus, dort ist der Frühling bereits in vollem Gange. Dort blüht es und summt es, dass es eine Freude ist. Sicher wird sich dieser duftende und singende Frühlingshauch ganz langsam ins Innere des Waldes vorarbeiten und auch bald das hinterste und dunkelste Fleckchen erreicht haben. Ich denke, der Wald steht kurz vor seinem Erwachen. Aber lassen wir ihn schnell noch zu Ende träumen – es ist ohnehin der Traum vom Frühling. Mit einem Lächeln im Gesicht wird mein Märchenwald gleich, ganz gleich, seine Augen öffnen und sehen, dass das Wunder Frühling bereits begonnen hat und es nun auch für ihn viel zu tun gibt.

Wer schauen möchte, was ich noch alles in meinem kleinen Märchenwald entdeckt habe, darf gern auf eines der Bilder in der Bilderschau hier unten klicken und schon gehen wir noch einmal gemeinsam durch den Märchenwunderwald.