Mit ‘Wintervögel’ getaggte Beiträge

… hatten scheinbar die Vögel in meinem Garten, als dieses Mal die „Stunde der Wintervögel“ geschlagen hatte. Für das Wochenende vom 5. bis 7. Januar war von NABU und LBV wieder zur Teilnahme an der bundesweiten Zählung der Federbälle aufgerufen worden.

01-DSC07219

Eine Blaumeise als Gast an einer unserer Futterstellen

Ich hatte mir den sonnigen Sonntag für meine Mitarbeit ausgesucht. Sogar meine versierten pelzigen Vogelkenner, d. h. zwei von ihnen – unsere beiden Katzendamen, die graue Eminenz und Torty – hatten einen Blick aus dem Fenster hinab in unseren Garten geworfen – ganz nach dem Motto: Vier bzw. sechs Augen sehen mehr als nur zwei menschliche, die noch dazu mit Katzenaugen nicht vergleichbar sind. So war ich über die Hilfe recht erfreut.

02-DSC01707

Torty hat vor, mir bei der Zählung der Federbälle Hilfestellung zu leisten

Als Vorbereitung auf die Zählstunde hatte ich mich nicht nur mit Stift, Papier, Bestimmungsbuch, Fernglas und Kamera bewaffnet. Ich hatte auch alle Futterstellen noch einmal gut gefüllt. Wenn das die gefiederten Gäste nicht anlocken würde!

03-DSC07163

Unsere graue Eminenz ist nicht weniger gespannt als ich

Mensch und Tier warteten also voller Spannung auf das, was sich im Garten während der nächsten Stunde tun würde.

04-DSC06970

Zwei Schwanzmeisen sitzen ganz kurz an unserer Knödelstation

Ich hatte mich noch gar nicht richtig auf meinem Beobachtungsplatz eingerichtet, als zwei Schwanzmeisen durch den Garten flatterten. Nur kurz ließen sie sich an unserer Knödelstation nieder. Dann waren sie wieder fort. Das fing so schlecht nicht an. Ich war guter Dinge.

05-DSC06949

Der Zaunkönig ist auch wieder da – das Foto hier ist allerdings bereits am Neujahrstag aufgenommen

Und dann zeterte plötzlich der kleine Zaunkönig, der bereits seit etlichen Tagen immer wieder an den Futterplätzen auftaucht. Aber warum schimpfte er so erbost? Aufgeregt flatterte und hüpfte er von Ast zu Ästchen. Unsere Katzen konnten nicht der Grund dafür sein, hatten sie doch während der Zählstunde Ausgehverbot. War eine andere Katze unterwegs?

06-DSC07101

Nein, keine Katze, ein anderer Vogel war scheinbar zum Störenfried ernannt worden. Dieser Störenfried schien aber auch nicht ganz ohne zu sein. Er war gerade dabei, mit vollem Körpereinsatz eine der Schwanzmeisen von der Futterkette zu vertreiben. Aber was sah ich da? Diese Art von Störenfried müsste doch eigentlich im sonnigen Süden weilen. Oder hatte ich mich jetzt so arg verguckt?

07-DSC07075

Der kämpferische Vogel ist tatsächlich eine Mönchsgrasmücke – normalerwiese ist sie ein Zugvogel

Ein Blick durchs Fernglas bestätigte mir, dass es sich um einen Mönchsgrasmückenmann handelte. Er gehört so gar nicht zu den typischen Wintervögeln unserer Gärten. Gewöhnlich verbringen diese Vögel den Winter im sonnigen und warmen Süden. Aber auch unter dem Vogelvolk scheint nicht mehr alles so zu sein, wie es mal war. Bereits im vergangenen Winter war eine Grasmücke in meinem Garten zu Gast.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Dieser Herr mit der schwarzen Kopfplatte jedenfalls schien sich in meinem Garten völlig zuhause zu fühlen, so sehr zuhause, dass er sogar der Meinung zu sein schien, dass für andere Vögel absolut kein Platz an Futterhaus, Knödelstation oder Futterkette wäre. Er bemühte sich kämpferisch, nicht nur Schwanzmeisen und Zaunkönig zu vertreiben.
Einer Blaumeise erging es wenig später ähnlich wie den beiden anderen vom Futterplatz Vertriebenen. Ständig war Herr Mönchsgrasmücke hinter ihr her.

14-DSC07225

Die flinke Blaumeise ist pfiffig und kommt zu ihrem Leckerbissen

Doch die Blaumeise ließ sich nicht so schnell entmutigen. Sie kam trotz Streiterei zu dem einen oder anderen Leckerbissen.

15-DSC07237

Sie ist wohl doch ein bisschen zu fix für Herrn Grasmücke

Auch das wenig später auftauchende Rotkehlchen wurde von der Kampfgrasmücke nicht gerade freundlich begrüßt.

16-DSC07143

Ein Rotkehlchen taucht auf. Die Mönchsgrasmücke beäugt den Rotbauch misstrauisch

Aber der kleine Vogel mit dem roten Latz ist durchaus ebenso kampferprobt wie die Mönchsgrasmücke. Er ließ sich nicht so schnell abschrecken.

17-DSC07146

Keck blieb der Rotbauch sitzen und wenig später landete er auf dem Boden und pickte dort in aller Ruhe Heruntergefallenes auf.

18-DSC07255

Ich war also während meiner Zählstunde durchaus beschäftigt, aber viel mehr als der Kampf der kleinen 😉 Titanen tat sich die ganze Zeit über nicht. Eine Amsel tauchte noch kurz auf und in der Nähe waren zwei Elstern, eine Möwe und drei Nebelkrähen zu sehen. Kurz vor Ende meiner Zählstunde flatterten noch zwei Kohlmeisen herbei. Das war’s dann auch schon. Weit und breit kein einziger Sperling, was mich sehr erstaunte. Oft sind so viele von ihnen an den Futterstellen, dass ich Mühe habe, sie zu zählen. Wer weiß, wo sie gerade unterwegs waren.

Später am Abend hörte ich noch Kraniche. Das war ein schöner Tagesabschluss, auch wenn die Kraniche nicht während meiner Zählstunde vorüberzogen. Aber trotz des eher sparsamen Betriebs in meinem Vogelgasthaus habe ich einen interessanten Nachmittag erleben dürfen, konnte ich doch einige eher außergewöhnliche Gäste zählen.
Unser Keks fand das alles allerdings weniger spannend. Vögel vom Fenster aus zu beobachten, ist nicht so sehr sein Ding. Wenn er schon nicht draußen Federbälle zählen darf, dann lieber gar nicht. Da ist eine Mütze voll Schlaf auf der warmen Heizung viel schöner.

19-DSC01714

Glück ist eine warme Heizung

Der NABU hatte für das vergangene Wochenende wieder einmal zur „Stunde der Wintervögel“ aufgerufen. Wer Lust und Spaß dran hatte, konnte wieder einmal zählen, welche Vogelarten und wie viele jeweils davon im, am und über dem eigenen Garten innerhalb einer Stunde zu sehen sein würden. Natürlich hätte man seine Beobachtungen auch irgendwo in der freien Natur machen können. Anschließend konnte man diese Beobachtungen an den NABU melden.
So saß ich mit Zettel, Stift, Fernglas und Kamera bewaffnet jetzt am Sonntag am Fenster und schaute erwartungsvoll in meinen Garten hinunter. Würden mehr oder andere Federbälle kommen als am Freitag? Da hatte ich mir nämlich auch schon eine Stunde Zeit für die gefiederten Gartengäste genommen.
Ich war mächtig gespannt, ob ich am Sonntag außer den üblichen Verdächtigen, die ich bereits am Freitag in meine Liste aufnehmen konnte, noch andere, vielleicht nicht ganz so alltägliche, Gäste würde zählen können.

Es lief recht betulich an und ich überlegte schon, ob ich die Zeit nicht lieber für etwas anderes nutzen sollte, denn meine Liste war im Grunde genommen fertig. Ich könnte also problemlos meine Beobachtungen vom Freitag an den NABU melden. Doch dann kam doch noch Bewegung in mein kleines Gärtchen. Ein Trupp Haussperlinge war gerade eingeflogen, als ich schon fast das Handtuch werfen wollte. Einige der Sperlinge stürzten sich sogleich auf die Futterstellen, doch ein Außenseiter hüpfte erst einmal auf eines der beiden runden Teichlein in unserem Garten zu. Sicher wollte er zunächst seinen Durst stillen, denn in den letzten Tagen war hier alles gefroren – also Mangel an offenen Trinkstellen. Oder aber er hatte wie wir Silberdistels über die Feiertage ein wenig zugenommen und da soll es ja durchaus hilfreich sein, wenn man vor dem Futtereinwurf ein wenig Wasser trinkt, damit der Magen meint, er wäre bereits gut gefüllt und somit passt nicht mehr so viel kalorienreiche Festnahrung hinein 😉 Egal wie, jedenfalls hatte das Tun des kleinen einzelgängerischen Federballs einen Sogeffekt.

Im Laufe der Nacht zum Sonntag hatte hier in meinem Norden wieder Tauwetter eingesetzt und so hatte auch die Eisfläche auf den beiden Teichlein begonnen aufzutauen.
Der kleine Haussperling stillte, wie vermutet, tatsächlich dort zunächst seinen Durst. Doch dann sprang er plötzlich mitten hinein ins nasse Vergnügen. Das blieb nicht ohne Folgen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Die Teichlein waren trotz Tauwetter immer noch von einer dünnen Eisschicht bedeckt, auf der aber inzwischen Wasser stand – wahrscheinlich jetzt genau die richtige Art von Badewanne. Kaum nämlich hatte der eine Spatz lustig zu platschen begonnen, gesellten sich die nächsten hausspätzischen Badegäste hinzu und schließlich sogar Frau Amsel, die sich offensichtlich hatte anstecken lassen vom fröhlichen Badegetummel der Spatzenfamilie.
Das Wasser muss ganz schön kalt gewesen sein, am Rande des Teichleins sieht man sogar noch letzte Eisreste. Aber die Kälte, knapp über 0° C, tat dem Badevergnügen von Familie Spatz und Frau Amsel offensichtlich keinen Abbruch. Sie hatten augenscheinlich viel Spaß dabei und ich ebenso – schon allein vom reinen Zuschauen.

Welche Wintergäste außer diesen Badegästen noch kamen? Die üblichen Verdächtigen waren da. Die meisten von ihnen waren allerdings eher weniger badefreudig gestimmt. Sie interessierten sich dann doch mehr für die Speisekarte des Vogelgasthauses „Zur Silberdistel“. Ich konnte Blaumeisen, Kohlmeisen, natürlich Großfamilie Haussperling wie oben bereits zu sehen, einen Feldsperling, Amseln, unser Rotkehlchen, Ringeltauben, Saatkrähen und eine Nebelkrähe beobachten und während meiner Zählung überflogen noch etliche Möwen und drei Stockenten unseren Garten.
Das Vogelbild in meinem Garten vom Sonntag glich in etwa dem vom Freitag. Ich war recht zufrieden mit meiner Zählung, auch wenn es keine Überraschungsgäste gab.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Doch dann, ich wollte meinen Platz am Fenster gerade räumen, gab es doch noch eine Überraschung. Mir fiel nämlich plötzlich eine Bewegung an unserem Geräteschuppen auf. Im ersten Moment glaubte ich, unser Rotkehlchen würde dort schon wieder umherhuschen. Es hatte mich mit seinem Anblick an diesem Tag ohnehin schon sehr verwöhnt. Bei genauerer Betrachtung fehlte meinem vermeintlichen Rotkehlchen dann aber der rote Latz. Ich brachte schnell die Kamera in Anschlag und dann war ich mir sicher.
Ich hatte nämlich eine Vermutung. Im vergangenen Herbst mussten sich unsere Katzen recht häufig von einem Zaunkönig beschimpfen lassen. Manchmal bekam selbst ich etwas von den Schimpftiraden ab, einmal sogar mit doppelter Schimpfgewalt – da zeigten sie mir zu zweit, was sie von mir und meinen Katzen hielten.
Leider hatte ich nie eine Kamera parat und wenn ich schnell hinein eilte und sie holte, war nach meinem Wiedererscheinen weit und breit kein kleines keckes braunes Vögelchen mehr zu sehen. Wie schön, dass mir jetzt eins von ihnen doch noch vor die Kamera gekommen ist.

dsc05895

Rechts neben meinem Logo sitzt der kleine Zaunkönig

Leider sind die Bilder, als das winzige Kerlchen am Schuppen herumwuselte, nicht berauschend geworden. Sie eignen sich fast mehr als eine Art von Vogelsuchbild. Ich zeige aber trotzdem eines der Fotos. Man sieht auf jeden Fall sehr schön, wie gut der kleine Bursche durch seine braune Farbe getarnt ist. Und was man noch sieht, das sind die grünen Spitzen der Krokusse. Der Frühling lässt also in gewisser Weise schon ein wenig grüßen 😉

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Aber am Ende hatte der Zaunkönig doch noch Mitleid mit mir. Er setzte sich für einen winzigen Moment an den Rand der Vogeltränke. Auch diese Bilder sind alles andere als perfekt. Ein wenig deutlicher ist der kleine Federball aber doch zu erkennen als auf dem Foto zuvor.

Meine Katzenfamilie hatte dieses Mal übrigens keine Lust, mir bei der Vogelzählung Gesellschaft zu leisten. Sie nahmen lieber ein Mütze voll Schlaf. Ich vermute, sie veranstalten bei etwas wärmeren Außentemperaturen ihre eigene kleine Vogelzählung und die dann in der freien Natur. Vom Fenster aus Vögel zu zählen, das haben sie bereits bei der letzten Vogelzählung, bei der sie mir noch mehr schlecht als recht Gesellschaft geleistet hatten, als reichlich albern eingestuft. So saß ich nun also allein am Fenster. Meinen Spaß hatte ich trotzdem dabei – auch ohne pelzige Unterstützung.

Am letzten Wochenende war es wieder einmal soweit. NABU und LBV hatte bereits das 6. Mal zur Stunde der Wintervögel aufgerufen. Natürlich waren wir Silberdistels wieder dabei. Unsere pelzigen Mitbewohner hatten vor der Zählaktion schon ein wenig draußen im Garten nach Federbällen Ausschau gehalten. Einigermaßen aufgeregt, aber auch ein wenig erschöpft von den vielen neuen Eindrücken, die besonders auf unsere beiden Jungspunde eingestürmt waren, schließlich hatte es geschneit, waren sie wieder zurück ins Haus und auf ihre wärmenden Lieblingsplätze geeilt.
Als ich mich dann mit Papier, Stift, Fernglas, Vogelbestimmungsbuch für den Fall aller Fälle und Fotoapparat am Fenster postierte, waren plötzlich auch Torty und unser Keks Bluebär wieder da. Ihr Schlummerstündchen hatte gar nicht so lange gedauert. Aber verständlich dann doch, denn sie wollten ja nichts Wichtiges versäumen. So saßen sie vor mir auf der Fensterbank und warteten auf die ersten gefiederten Gäste in unserem Garten.

01-DSC01161

Zumindest Torty schaute recht gespannt zum Fenster hinaus. Keks schien allerdings nicht so ganz bei der Sache zu sein. Träumte er noch? Oder vielleicht schon wieder?

02-DSC01175

Doch plötzlich war auch er ganz Auge und Ohr. Tatsächlich hatte er den ersten Gast entdeckt. Ich durfte ihm erklären, dass das ein Amselmann war. Nebenher widmete ich mich nämlich ein wenig der Ausbildung der beiden Nachwuchsornithologen.

03-Dsc01223

Dann war irgendwie wieder eine Pause, obwohl wir unsere Futterstellen noch einmal frisch aufgefüllt hatten. Aber vielleicht waren die Vögel noch ein wenig vorsichtig, hatten doch gerade noch zwei Katzenjungspunde im Garten über den Schnee gestaunt.

04-DSC01189

Der kleine Spaziergang durch den Schnee muss wohl doch ein wenig anstrengend gewesen sein, denn unserem Keks fielen immer wieder die Augen zu. Naja, Schnee und frische Winterluft machen eben auch jugendliche Katzen müde.

05-DSC01194

Doch dann stupste Torty die kleine Schlafmütze an, denn sie hatte auch ihren ersten Vogel während unserer Vogelzählstunde entdeckt.

06-Dsc01195

„Heh, Keks, nicht schlafen! Wir müssen doch Vögel zählen.“

07-Dsc01199

Wie passend, dass auch Torty als ihren ersten in unserer Liste zu erfassenden Vogel eine Amsel entdeckte. Bei ihr war es FRAU Amsel, die allerdings ein wenig misstrauisch zu unserem Fenster rüber schaute. Wahrscheinlich hatte sie die beiden Katzen entdeckt und traute dem lieben Frieden im Garten nicht so recht.

08-DSC01182

„Hallo Oberkatze!“, rief Torty. „Ooooooberkatze! Ich habe eine Amselfrau entdeckt.“

Aber die graue Oberkatze schlief tief und fest und interessierte sich im Moment so gar nicht für unsere Zählaktion. Schließlich war auch sie beim Schneerundgang dabei gewesen und außerdem ist sie schon etwas älter als die beiden Jungspunde und braucht etwas mehr Schlaf.

09-DSC01186

Aber was ist das? Irgendwie scheint hier der Wurm drin zu sein. Da sind doch tatsächlich nun auch der Torty die Augen zugefallen. Wenn ich mir nun ein Beispiel an den drei Katzen nehme und ebenfalls ein Nickerchen mache, dann haben wir am Ende nicht viel auf unserer Zählliste zu stehen.

10-Dsc01202

Naja, irgendwie sieht es draußen aber auch nach Schlafwetter aus. Der Schnee beginnt bereits wieder zu tauen und alles wird nass und unfreundlich. Nur die roten Früchte sind ein kleiner Lichtblick.

11-Dsc01204

Dabei fällt mir auf, wie weit doch die Blüten der Haselnuss schon sind – kein Wunder also, dass mir schon seit Tagen die Augen tränen. Wer weiß, welche anderen Frühblüher ebenfalls schon ihren Blütenstaub durch den Januar schicken.

12-DSC01252

Ach, was sehe ich da? Während meine beiden pelzigen Schlafmützen sich auf ihre Lieblingsschlafplätze im Haus zurückgezogen haben und ich über das Wetter sinniere, hat sich Herr Amselmann in unser Futterhaus vorgearbeitet …

13-DSC01330

… und schau an, offensichtlich haben die Jungspunde nun die Vertretung in die Spur geschickt. Ich habe nämlich ganz unerwartet einen anderen Helfer an meiner Seite. Die graue Oberkatze hat ihr Schläfchen beendet und schaut begeistert aus dem Fenster. Na, jetzt wird es hier doch hoffentlich endlich vorangehen mit unserer Zählaktion.

14-Dsc01399

Tatsächlich, ein kleiner Spatzentrupp hat sich an der Knödelstation eingefunden und lässt es sich schmecken.

15-DSC01334

Was gibt es denn jetzt da unten zu gucken? In den Garten schauen ist angesagt. Erst schlafen alle und dann konzentriert sich niemand auf den Garten. Ob wir hier heute noch zu irgendwelchen Zahlen kommen?

16-DSC01335

Ach, hat da etwa schon jemand ausgeschlafen? Der Keks hat wohl geträumt, dass wir heute eigentlich zusammen Vögel zählen wollten und nun ist er wieder hergekommen.

17-DSC01336

„Und? Habt Ihr schon viele Vögel gezählt?“, fragt der Keks die Oberkatze.

18-DSC01338

„Ja, ein paar Spatzen stehen nun auch schon auf der Liste“, lautet die Antwort der Dame im langhaarigen Winterkleid.

19-Dsc01417

So schauen die beiden Katzen in den Garten hinunter und ich ergänze meine Liste um einige Sperlinge mehr.

20-Dsc01096

Derweil hat sich auch das Futterhaus mit gefiederten Gästen gefüllt.

21-DSC01341

Aber irgendwie ist unsere Keks heute doch recht unkonzentriert. Was macht er denn jetzt schon wieder? Der Blumentopf scheint interessanter zu sein als die Federbälle vor dem Fenster.

22-DSC01213

„Guck mal, Silberdistel. Zählen wir die auch, die hier fliegen?“

„Was ist denn da im Blumentopf, Keks?“

„Na, so ganz kleine Flattermänner.“

„Ach, schon wieder diese kleinen lästigen Fruchtfliegen? Nein, Fliegen zählen wir heute nicht, nur Vögel.“

Tja, so war die Hilfe von Keks dann doch nicht so groß. Sein Interesse galt mehr dem, was er direkt vor der Nase hatte, den Fruchtfliegen im Blumentopf neben ihm.

23-DSC01343

Letztendlich zählten nur meine langjährige graue Mitarbeiterin und ich die Vögel in unserem Garten. Torty schlief fernab in den Tiefen unseres Hauses und träumte höchstens vom Vögelzählen und Keks, Keks versuchte sich lieber im Fangen von Minifliegen. Aber im Laufe unserer Zählstunde kamen dann doch noch so allerlei Federbälle angeflogen und wir beiden unermüdlichen Oberornithologen, die graue Oberkatze und ihre Silberdistel, hatten am Ende etliche Spatzen, Amseln, Meisen, selbstverständlich auch unser Rotkehlchen und sogar einen Graureiher, der über unseren Garten hinwegflog, auf der Liste. Natürlich waren ebenfalls Möwen, Krähen und eine Elster dabei, über deren akrobatische Übungen an der Knödelstation wir beiden, Katz und Mensch, uns köstlich amüsierten.

Für Diaschau einer der Bilder anklicken!

Frau Elster musste sich ganz schön strecken, um von ihrem Sitzplatz aus an die Knödel zu kommen. Immer wieder war sie zu heftigen Balanceakten gezwungen. Aber am Ende flog auch sie satt und zufrieden wieder davon. Natürlich habe ich während unserer Zählstunde auch fleißig fotografiert, sodass ich unsere „Stunde der Wintervögel“ auch wieder mit einigen Bildern belegen kann. Viel Spaß beim Schauen!

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Es war hier im Norden zwar schon eine ganze Weile bitterkalt, z.T. waren es unter -12° C, aber der Schnee, der für unser Empfinden ja eigentlich erst einen richtigen Winter ausmacht, der fehlte bisher noch.

01-DSC00970

Eine dünne Schneeschicht bedeckt unsere Geräteschuppen – hinten hat der immergrüne Efeu einen Teil des Daches erobert

Pünktlich zur „Stunde der Wintervögel“ hat sich zu Väterchen Frost aber doch noch Frau Holle dazugesellt und ein wenig die Betten über dem Norden ausgeschüttelt.

02-DSC00974

Eine dünne Schneedecke bedeckte am letzten Freitag unseren Garten

Viel Lust auf Arbeit hatte sie aber wohl nicht, denn die Schneedecke blieb recht dünn und Väterchen Frost ließ sich doch tatsächlich von der faulen Holle anstecken und atmete auch nicht mehr so eisig aus. So verkrümelte sich die weiße Schneedecke fast genauso schnell wieder wie sie hingeschüttelt worden war.

03-DSC00994

Schnee – eine neue Erfahrung für unsere beiden Jungspunde

Aber immerhin lag sie solange, dass sich unsere beiden jugendlichen pelzigen Mitbewohner mit der weißen Pracht im Garten bekanntmachen konnten.
Unsere Jungspunde durften in den letzten Tagen schon immer mal wieder ihre Pfoten auf den gefrorenen Gartenboden setzen und somit testen, wie lange die Pfötchen diese Eiseskälte aushalten. Na, und ob der Pelzmantel auch wintertauglich ist, das wollten wir natürlich ebenso wissen.

04-dsc00985

Schon wieder sieht der Garten anders aus – unser Keks staunt

Mit dem Frost sind die Fellnasen recht gut zurechtgekommen. Aber Schnee, Schnee war ja nun schon wieder etwas Neues in ihrem noch recht kurzen Leben.

05-DSC00990

Och menno, musste das denn sein mit dem Schnee?

Selbst unsere graue Oberkatze, die bereits etliche Winter erlebt hat, steht jedes Mal wieder staunend vor diesem weißen Zeugs und überlegt meistens relativ lange, ob sie sich bei solchem Wetter überhaupt einen Gartenrundgang antun muss. Aber damit das Jungvolk sieht, dass sie keine Frostbeule ist und auch Schnee nicht fürchtet, dreht sie dann doch eine kleine Minirunde durch ihr Gärtchen.

06-DSC01013

Boahhhh, bloß schnell wieder aufwärmen!

Wie gut, dass ihr Gartenreich nicht so groß ist, da fällt es nicht weiter auf, wenn sie sich schnell wieder ins Haus und unter die warme Heizung verzieht.

07-Dsc00999

Wo kommt das nur alles her?

Außerdem waren die jugendlichen Katzenhelden eh mit der neuen Situation sehr beschäftigt. Wahrscheinlich war es ihnen gar nicht aufgefallen, dass die graue Oberkatze schon längst wieder die Annehmlichkeiten einer Hauskatze zu schätzen wusste.

08-Dsc01001

Gestern sah das hier doch noch ganz anders aus

Zu großflächigen Gartenbesichtigungsaktionen hatten aber auch Torty und Keks keine rechte Meinung. Der männliche Held hielt es sogar noch weniger lange aus als seine Schwester. Torty war wenigstens bis zur kleinen Buchsbaumhecke vorgedrungen, während Keks seine Gartenrunde an diesem Tag doch erstaunlich klein hielt und schnell wieder ins Haus wollte.

09-Dsc01002

Ich komme lieber wieder zu Dir, Silberdistel

Aber auch ihr war diese weiße Decke, die sich über Nacht in ihrem Garten ausgebreitet hatte, wohl nicht so ganz geheuer.

10-Dsc01003

Ob das kalte Zeugs da auch so tief ist?

Vorsichtig tastete sie sich zurück in Richtung Wintergarten und vermied möglichst solche Stellen, wo sie ganz besonders tief in den Schnee einsank.

11-Dsc01004

Oh ja, hier ist es noch viel tiefer

Wobei das nicht immer so ganz glückte. Die Silberdistel da hinten hatte gut lachen. Die hatte bisher noch keinen Fuß in das kalte Weiß gesetzt. Die stand da dumm im Wintergarten herum, anstatt der armen Torty aus diesem nassen Zeugs, in das man so erbarmungslos tief einsank, herauszuhelfen. Oh, man, würde das wieder eine Putzerei werden, bis die Füße trocken und vor allem wieder warm wären. Bloß wieder schnell rein ins Warme. Wo mag Keks nur sein? Ob der auch schon wieder im Warmen ist?

13-Dsc01500

Manchmal ist es drinnen doch viel schöner als draußen

Der hatte sich, während Torty noch durch den Schnee stapfte, bereits ein Plätzchen auf der warmen Heizung gesucht. Übrigens sind die Heizkörper neuerdings seine erklärten Lieblingsplätze. So ein Katerchen weiß halt, wo es so richtig schön und gemütlich ist. Obwohl, ein Katerchen ist er eigentlich gar nicht mehr. Inzwischen ist unser ehemaliger Zwerg nämlich schon ein ganz schön großer Tiger geworden – fast so lang wie die Heizung im Bad.

12-Dsc01008

Heute ist es hier viel schöner als draußen, Silberdistel. Findest Du das auch?

Derweil ist nun auch Torty in der Gemütlichkeit angekommen. Hach, ist das schön dort oben – so richtig kuschelig warm und gemütlich, viel schöner als im weißen Garten.

13-Dsc01019

Ach Keks, nun ist aber genug! Ich war doch schon lange trocken!

„Hallo Torty, Du bist ja noch überall ganz nass. Lass mich das mal trockenputzen. Dann wird Dir schnell wieder warm. Ich hab‘ mich schon auf der Heizung getrocknet.“

15-Dsc01032

Hihi, hab ich sie aus meiner Lieblingshängematte rausgeputzt

„Hach nee, der Keks hat mir fast alle Haare vom Pelz geputzt. Ich musste in die andere Hängematte flüchten, damit er endlich aufhört, an mir herumzuzupfen. Ich brauche jetzt ein wenig Erholung vom anstrengenden Gartenrundgang, denn nachher müssen wir noch Vögel zählen, hat die Silberdistel gesagt. Heute ist bei uns nämlich auch Vogelzähltag. Dafür muss ich ausgeruht sein.“

16-Dsc01034

Während die Katzen ruhen und die Wärme im Haus genießen, stürmen die Vögel wieder die Futterplätze im Garten – hier ein Hausspatzenpaar

Während die Katzen sich von ihrem anstrengenden Abenteuer erholten und ein Nickerchen machten, hatten die Vögel draußen im Garten endlich wieder Gelegenheit, sich ihr Bäuchlein mir leckeren Körnern vollzuschlagen.

17-Dsc01041

Hausspatzen in Warteposition in der Nähe der Futterstellen in unserem Garten

Später würden wir Silberdistels noch fleißig zählen wollen, denn das war das Wochenende, an dem der NABU zur Teilnahme an der „Stunde der Wintervögel“ aufgerufen hatte.

18-Dsc01075

Im Futterhäuschen ist reger Betrieb – Hausspatzenbetrieb

Natürlich musste ich zwischendurch schon mal schauen, ob es sich überhaupt lohnen würde mit der Zählerei.

19-Dsc01100

Eine Haussperlingsdame wartet in der Haselnuss auf einen freien Platz im Futterhaus

Aber an den Futterstellen war reichlich Betrieb. Nach einem wärmenden Kaffee würde ich mich mit Papier, Stift, Fernglas und Kamera ans Fenster setzen und eine Stunde lang fleißig die gefiederten Gäste in, um und über unserem Garten zählen. Na, und fotografieren wollte ich natürlich auch. Nicht, dass mir am Ende einmalige Gäste undokumentiert wieder davonflogen. Aber über unsere Stunde der Wintervögel berichten wir dann ein anderes Mal. Ich glaube, die Katzen haben da nämlich auch wieder ein Wörtchen mitzureden.

Jaja, aufs neue Jahr sowieso. Aber auch sonst gab es hier viel zu tun. Nein, nicht zu Weihnachten. Da hatten wir nur zu tun, dem vielen Besuch aus dem Wege zu gehen. Aber der ist ja nun wieder weg und wir können uns anderen Dingen widmen – z. B. der Vogelzählerei. Die Silberdistel hat uns nämlich verraten, dass wir bald Vögel zählen dürfen. Da ist demnächst so etwas wie die Stunde der Wintervögel. Alle Katzen und Menschen sind von so einem Vogelzählverein aufgerufen worden, die Vögel zu zählen, die in und um ihren Garten oder um ihr Haus flattern. Wir Katzen sind nun dabei, die besten Zählplätze zu erkunden. Die Oberkatze hat berichtet, dass sie schon öfter mitgezählt hat, wir aber leider nicht draußen im Garten zählen dürfen. Warum wusste sie auch nicht. Wobei das doch viel spannender wäre. Dabei könnten wir gleich so schön üben, der Silberdistel die Vögel zu bringen. Das wäre auch fürs Zählen viel einfacher. Naja, egal, bis zur Vogelzählerei werden wir wohl die besten Fensterplätze gefunden haben. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr uns jetzt schon mal beim Probelauf Gesellschaft leisten. Ach, dies ist übrigens endlich mein Beitrag, den mir die Silberdistel versprochen hat, meiner ganz allein. Der Keks und die Vögel haben nur kleine Nebenrollen. Also die müsst Ihr nicht so vordergründig beachten. Ich bin hier heute wichtig, die Torty, okay? So, los geht’s!

01-DSC00331

„Also, zu Eurer Orientierung: Ich bin hier im Wintergarten und schaue, von wo aus man die beste Sicht auf Vögel hat. Von diesem Stuhl aus könnte ich das Vogelhäuschen schon mal ganz gut sehen. Ob es noch besser geht?“

02-DSC00268

„Irgendwie ist dieses Bäumchen, das gerade noch im Wohnzimmer mit so buntem Spielzeugs rumstand, etwas im Wege. Aber, naja, zur Not geht es irgendwie mit dem Gucken.“

03-DSC00374

„Ah, leise jetzt! Da sind schon die ersten Vögel zum Zählen.“

04-DSC00267

„Ob ich vom Tischchen aus vielleicht etwas besser sehen kann?“

05-DSC00277

„Probieren geht über studieren.“

06-DSC00278

„Hm, jetzt sehe ich zwar nicht mehr das Vogelhäuschen, aber dafür diese Bälle, die die Silberdistel in den Baum gehängt hat. Boahhhh, und Vögel zum Zählen sind auch da.“

07-Dsc00345

„Schade, dass ich nicht draußen zählen darf. Ich wär bestimmt gut im Draußenzählen.“

08-DSC00281

„Ich muss mal gucken, ob es noch andere gute Vogelzählplätze gibt.“

09-DSC00315

„Oh, da sind schon wieder Vögel zum Zählen.“

10-DSC00375

„Die Silberdistel wär bestimmt stolz auf mich, wenn wir heute schon zählen sollten.“

11-DSC00317

„Ach so,  ich wollte ja noch andere Plätze erkunden. Auf dem Dach wär es bestimmt auch gut. Aber … aber da komme ich wohl nicht rauf. Sieht ziemlich hoch aus. Muss ich später mal erkunden.“

12-DSC00316

„Aber da hinten am Kakteenregal ist bestimmt auch ein guter Beobachtungsplatz. Ich schau das mal aus der Nähe an.“

13-DSC00274

„Oh ja, das könnte ein guter Platz sein.“

14-DSC00376

„Wow, wie toll. Besser, als ich dachte. Hier kann ich all die Vögel sehen, die da in den Sträuchern lauern und sich einbilden, sie wären nicht zu entdecken.“

14-DSC00360

„Doch Katzenaugen sehen alles. Ich glaube, ich werde am Ende die Meistervogelzählerin werden.“

15-DSC00366

„Der Keks hängt da drinnen im Wohnzimmer auf der warmen Heizung rum und bildet sich ein, dass er von dort aus alles im Blick hat. Na, der wird sich noch wundern, wer hier am meisten Vögel zählen wird.“

16-DSC00344

„Ich, die Torty, habe schon 12 Vögel gezählt und der Keks erst diesen einen jämmerlich kleinen, der dort gerade im bunten Strauch hockt.“

18-DSC00330

„So, nun wisst Ihr, wie wir uns aufs Vogelzählen, das in etwas mehr als einer Woche losgeht, vorbereiten. Hm. Da war doch noch was. Was war das bloß? Ach ja, jetzt fällt es mir wieder ein. Ich soll von der Silberdistel noch viele Grüße bestellen und Euch einen guten Rutsch ins nächste Jahr wünschen und Gesundheit und Glück und solche Sachen. Aber vielleicht wollt Ihr ja lieber Reichtum, Schönheit und eine hübsche kleine Katze. Aber ich stehe nicht zur Verfügung. Ich bleibe hier. Hier darf ich Vögel zählen und auch sonst ist es nett bei den Silberdistels. Außerdem bin ich eine Glückskatze und als solche bin ich den Silberdistels zugeteilt. Ich habe also genau hier eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Aber Ihr findet sicher auch noch Eure, Eure ganz eigene, Glückskatze, wenn Ihr das wollt.
So, ich gehe dann jetzt lieber rein. Da draußen ist so ein seltsamer Lärm, der immer mehr wird. Das ist mir nun doch ein wenig unheimlich. Also, bis später dann, macht’s gut bis dahin, wo wir die Vögel zählen wollen.“

19

Torty war so freundlich, mir, der Silberdistel, am Ende ihres Beitrags doch noch einige Worte zu gestatten, obwohl sie ja eigentlich schon alles gesagt hat. Natürlich weiß ich diese Ehre zu schätzen, in ihrem ersten eigenen Post gewissermaßen das letzte Wort haben zu dürfen.

So möchte ich es nicht versäumen, Euch im Namen aller Silberdistels einen guten Rutsch nach 2016 zu wünschen. Kommt gut und gesund hinüber und legt einen guten Start hin – in diesem neuen Jahr, auf dass es für Euch, für uns alle ein gutes 2016 wird. Für uns Silberdistels darf es gern ein besseres als das 2015er werden, denn das hatte zwar auch schöne Seiten für uns, aber der Kummer, den es uns gebracht hat, war dann doch ein wenig zu massiv. Wir mussten uns in diesem vergangenen Jahr schweren Herzens von drei lieben Menschen für immer verabschieden und auch den Abschied von unserem lieben Katerling Bärchen wollen wir nicht vergessen. Der Abschied von ihm fiel uns nicht weniger schwer als der Abschied von den drei Menschen. Hoffen wir also, dass 2016 Besseres mit uns und unseren Lieben im Sinn hat als 2015.

Und nun noch ein paar Worte an Dich, Du kleine Glückskatze: Du und Dein Bruder, das keksige kleine Übel, der Bluebär, Ihr seid etwas von dem Guten, das uns in diesem Jahr passierte. Leider musste zuvor etwas sehr Schmerzvolles geschehen. Ohne das allerdings wären wir Euch nie begegnet. So hoffen wir sehr, dass mit Dir und dem Bluebär an unserer Seite 2016 ein wenig besser werden wird als das Jahr, das wir jetzt gleich hinter uns lassen werden. Danke dafür, dass wir Euch finden durften und dass Ihr unseren Schmerz zumindest um unser Bärchen ein wenig erträglicher gemacht habt.

Für das vergangene Wochenende (9. bis 11. Januar 2015) hatten NABU und LBV zur „fünften Stunde der Wintervögel“ aufgerufen. Wieder einmal waren alle interessierten Vogelfreunde dazu aufgefordert, an einer bundesweiten Vogelzählung teilzunehmen. Natürlich waren auch wir Silberdistels dabei. Schließlich leben in unserem Haushalt ganz schön viele Vogelfreunde. So eine Vogelzählung sollte uns nicht nur Verpflichtung, sie würde für uns auch das reinste Vergnügen sein. Einige Vogelzähler aus unserer Familie waren allerdings ganz schön aufgeregt. Naja, endlich bekamen sie nun einen zahlenmäßigen Überblick über das, was so in unserem Garten los war. Wer weiß, wozu so ein Wissen noch nützlich sein könnte.
Allerdings hatten sich NABU und LBV ein ganz schön stürmisches und überaus nasses Wochenende für diese Aktion ausgesucht. Aber egal, wir würden sehen, welche Federbälle trotz der unangenehmen Witterungsbedingungen unseren Garten besuchen würden. Es war schon irgendwie Spannung pur.

01

„Was sagst Du, Silberdistel? Wir sollen Vögel zählen? Oh, ist das spannend! Ich bin ganz aufgeregt. Lass mich mal gucken! Soll ich sie Dir bringen, damit Du sie besser zählen kannst?“

02

„Also Katze, sooo ist das mit dem Zählen nicht gemeint. Wir sollen schon die herumflatternden Vögel zählen und vom Fangen ist eher nicht die Rede. … und außerdem … wenn Du draußen umherspringst, dann brauchen wir mit dem Zählen ohnehin nicht zu beginnen. Dann kommt eh kein Vogel in unseren Garten.“

02a

„Ach, Silberdistel, lass mich mal machen, lass mich einfach raus. Ich zeige Dir, wie Vogelzählung geht.“

03

„Na gut Katze, dann schwimm mal los!“

04

„Oh, Silberdistel, was ist das denn?“

05

„Da … da macht aber Vogelzählung keinen Spaß, wenn alles so nass ist, Silberdistel.“

06

„Ich, ich geh doch lieber von oben zählen, von meinem Vogelbeobachtungsplatz aus.“

07

„Guck, Silberdistel, hier haben wir alles gut im Blick.“

„Okay, Katze, Du guckst und ich schreibe auf, welche Vögel Du gesehen hast. Das ist doch echte Teamarbeit, oder? … und nachher hilfst Du mir, alles in das Formular einzutippen.“

„Jaja, pass lieber auf, Silberdistel … da eine freche Blaumeise und da … noch eine … und der Spatz mit dem weißen Wintermantel ist auch wieder da.“

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

„Katze? Wo willst Du denn auf einmal hin? Ist es Dir schon langweilig geworden?“

20

„Brrrrr … puhhhh … brrrrr … puhhhh … brrrr … puhhh …..“

„Oh, pssssst, gaaaaaaaaanz leise. Vogelzählung ist wohl doch ein ziemlich anstrengender Job. … und ich dachte immer, Vogelzählung ist Entspannung pur … Hm, naja, nun muss ich unsere Zählergebnisse wohl doch ohne Katzenhilfe eintippen.“

Fazit unserer Beobachtungen: Obwohl Sturm und Regen unseren Garten doch recht gewaltig heimsuchten, haben wir fleißig Federbälle zählen können. Die Vögel waren also nicht so wasserscheu wie die Katze. Naja, okay, die Silberdistel saß auch lieber drinnen im trockenen und warmen Kämmerlein. Sie hat wohl doch mehr Ähnlichkeit mit einer Katze, als sie wahrhaben will. Aber von Hunden und ihren Besitzern sagt man ja auch, sie würden sich mit der Zeit des Zusammenlebens immer ähnlicher werden. Was Katzen und ihr Personal betrifft, warum sollte es da eigentlich anders sein?
Übrigens waren die Spatzen natürlich wie immer in der Überzahl – weit voran die Haussperlinge – zeitweilig waren es über dreißig auf einmal. Die drei Feldspatzen, die sich unter sie gemischt hatten, waren da eher bescheiden vertreten. Beim Zählen dieser kleinen Spatzenkolonie hatten wir ganz schön zu tun, um nicht durcheinander zu kommen. Aber wir haben es dennoch gepackt. Schließlich hatte ich kompetente Hilfe. Den Spatzen folgten dann zahlenmäßig die kleinen flinken Blaumeisen, mehrere Amseln, Kohlmeisen und Grünfinken. Das Rotkehlchen war ebenfalls so freundlich, während unserer Zählstunde vorbeizuschauen und Elster, Ringeltaube und eine Silbermöwe ließen sich auch noch kurz sehen. Außergewöhnliche Gäste waren aber dieses Mal nicht dabei – halt nur die üblichen Verdächtigen, aber die waren uns treu wie immer.