Mit ‘Winter’ getaggte Beiträge

Hoffentlich! Nicht, dass er solche Späße jetzt noch öfter vorhat – der Winter. Am letzten Freitag huschte er nämlich bei uns schnell noch einmal vorbei. Erst kam er gar nicht, als es eigentlich für ihn an der Zeit gewesen wäre, und nun krümelt er uns, wo wir bereits voll auf Frühling eingestellt sind, noch eine Handvoll Schneeflocken in den Garten. Nix da, wir wollen das weiße Zeugs nun auch nicht mehr.

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Nun ja, ich will’s mal als Abschiedsgruß ansehen, denn wer hat jetzt schon noch Lust auf Winter. Ich jedenfalls nicht und mein Garten, wenn  ich ihn so anschaue, auch nicht und die Vogelwelt erst recht nicht, die trällert bereits ein Frühlingslied nach dem anderen.

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Na, und den Pflanzen in meinem Wintergarten ist erst recht nach Frühling zumute. Dort stehen Hyazinthen und Alpenveilchen in voller Blüte. Sogar mein Peitschenkaktus hat zahlreiche Knospen angesetzt. Mein Katerchen Keks wollte mich sogar schon zu ersten Gartenarbeiten animieren, aber dazu ein anderes Mal. Jetzt gibt es hier erst einmal noch ein paar nette Wintergarteneinblicke zu sehen.

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… also … fotografiert. Eigentlich aber habe ich auch wieder keine Meise fotografiert, denn genau genommen gehört dieser langschwänzige Federball, obwohl man ihn als Meise bezeichnet und er auch eng mit den eigentlichen Meisen verwandt ist, zu einer eigenen Familie, zur Familie der Schwanzmeisen. Letztes Jahr um diese Zeit habe ich das winzige Vögelchen mit dem überlangen Schwanz das erste Mal überhaupt in meinem Garten entdeckt, d.h., das erste Mal war’s sogar im Nachbargarten. Ihr auffällig langer Schwanz dient den Schwanzmeisen übrigens als Balancehalter, denn sie turnen bei der Nahrungssuche gern auf superdünnen Zweigen umher und da ist so ein Balancehalter sehr sinnvoll. Er macht sogar über die Hälfte ihrer Körperlänge aus, und wer hätte es gedacht, er gab den Vögeln auch ihren Namen. Schwanzmeisen sind sehr sozial lebende Vögel und außerhalb der Brutzeit sind sie oft  und gern in kleinen Trupps unterwegs, was ich auch gerade gut beobachten konnte.

Als ich unlängst unsere Katzen zu einem kurzen Reviergang in den Garten entließ, hörten ich ein Vögelchen  ganz furchtbar schimpfen. Die Schimpflaute hörten sich anders an als die, die sonst von Meise, Spatz und Co. durch mein kleines Gärtchen klingen. Aufmerksam geworden, schaute ich in die Richtung, aus der das Gezeter zu mir drang. Und wen entdeckte ich? Eine Schwanzmeise (Aegithalos caudatus). Leider hatte ich in dem Moment keine Kamera zur Hand und als ich wenig später damit zurück kam, war von dem Vögelchen mit dem langen Schwanz nichts mehr zu sehen und zu hören. Als Vogel hätte ich mich in Anbetracht der drei Katzen wohl auch eher aus dem Staube gemacht. Ich hatte aber die leise Hoffnung, dass mir die kleinen Langschwänze noch eine Chance zum Fotografieren geben würden.
Gestern nun war sie da, die Chance für ein paar Fotos, als ich rein zufällig aus dem Fenster hinab in meinen Garten schaute. Wie freute ich mich, denn ein ganzes Bündel von Schwanzmeisen hing an der Knödelstation und schlug sich die kleinen Vögelmägen voll.

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Dieses Mal hatte ich die Kamera aber sehr schnell zur Hand und wie ich erst später am PC sah, waren mir sogar gleich zwei verschiedene Unterarten der Schwanzmeise vor die Kamera gekommen.

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Was die Bilder ein wenig beeinträchtigt hat, war die Fensterscheibe, die ich leider während des Fotografierens  zwischen mir und den Meisen hatte. Trotzdem kann man gut erkennen, dass zwei unterschiedliche Schwanzmeisen zu sehen waren – einmal die mitteleuropäische Unterart (Aegithalos caudatus europaeus) mit schwarzem Scheitelseitenstreif (Bild oben links) und zum anderen die nordeuropäischen Gäste (Aegithalos caudatus caudatus) mit dem weißen Kopf (Bild oben rechts), die hier sicher nur auf der Durchreise sind.

Richtig schönes Licht zum Fotografieren gibt es momentan ja eher selten. Trotzdem habe ich mich einmal mit der Kamera in meinem Garten umgesehen. Da tut sich schon eine ganze Menge. Grünes sprießt fast überall aus dem Boden. Obwohl wir noch Winter haben, steht der Frühling hier bei uns schon in den Startlöchern. So kam bei dem Rundgang durch mein Minigartenreich doch schon ein bisschen Vorfreude in mir auf all das auf, was in den nächsten Wochen mehr und mehr aus der Erde sprießen wird. Ich kann es kaum erwarten, wieder Farbe in meinem Garten zu sehen. Ein bisschen rot und zartrosa leuchtet es aber bereits, wenn auch bisher nur in meinem Wintergarten. Dort blühen die Alpenveilchen und die erste Hyazinthe zeigt ebenso ihre erste Blüte. Zwei Töpfe mit Tulpen sind in der letzten Woche auch noch dazugekommen. So haben wir vom Wohnzimmer aus sicher bald wieder einen schönen Blick auf ein kleines Vorfrühlingsblütenmeer. Ich freue mich schon drauf.

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Ein, zwei, vielleicht auch drei sonnige Tage gab es hier im Januar dann doch – großartig mehr waren es aber leider nicht. Der eine Tag, der 5. Januar, hat sich hier mit seinem herzerwärmenden Sonnenuntergang im vorangegangenen Beitrag bereits präsentieren dürfen. Ein anderer Tag, an dem die Sonne uns wieder mit einem zauberhaften Farbenspiel verwöhnte, war der Dienstagmorgen in der vergangenen Woche. Der Tag begann besonders hübsch, mit einem märchenhaft rosaroten Morgenhimmel. Wieder waren es nur wenige Momente, die den Himmel so prachtvoll erscheinen ließen.

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Das kräftige Rosarot wurde rasch blasser, je höher die Sonne stieg.

Und als sie dann in der Ferne um eine Hausecke zwinkerte, zerfiel der rosarote Himmelstraum leider viel zu schnell in viele winzige Teilchen. Das Gute daran aber war, dass sie uns daraus einen wunderschönen Sonnentag zauberte. Der war zum Auftanken von Farbe und Licht auch schon wieder bitter nötig – bei mir jedenfalls.
Wie gut, dass ich auch dieses Morgenrot mit der Kamera festgehalten habe. Der Rest der Woche verschwand nämlich wieder in dem leider so gewohnten trüben, ekligen und feuchten Einheitsgrau. Allerdings wurde es auch merklich wärmer. Das bisschen Winter, das hier kurz um die Ecke geschaut hatte, hat sich nämlich ruckzuck  wieder verflüchtigt, so als wäre es nur auf der Durchreise gewesen. War es wohl auch. Ich glaube, es musste eiligst in den Süden  – hatte dort seinen Winterurlaub gebucht.
Und wir? Wir sitzen nun wieder da mit unserem norddeutschen Matsch- und Schmuddelwetter. Nun ja, wenigsten haben wir diesen kleinen tröstenden Lichtblick vom vergangenen Dienstagmorgen, an dem wir uns ein wenig festhalten können.

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Aber etwas anderes ist mir noch aufgefallen, als ich am Freitag so dastand, vom Wintergarten aus in meinen Garten blickte und über den vorbeihastenden Winter nachdachte. Drang da nicht eben lieblicher Meisengesang an mein Ohr? Doch, doch, ich bin mir sicher. Da flötete eine Kohlmeise, genau wie die in dem Filmchen, dass ich mir schnell mal zur Veranschaulichung bei YouTube ausgeliehen habe.

Also, wenn das so ist, dass Meister Kohlmeise bereits vom Frühling träumt, dann träume ich doch glatt mit ihm gemeinsam und lasse den Winter gern davonhasten.

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Die Blaumeisen planen scheinbar ebenfalls bereits zumindest vorbereitend eine neue Familie. Sie begutachten nämlich schon fleißig die im Angebot stehenden Vogelvillen. Ob die Meisen mehr wissen als wir? Haben sie den Frühling etwa schon irgendwo durch eine Zaunlücke blinzeln sehen?
Wenn ich meine in diesem Jahr so besonders früh aus dem Boden spitzenden Hyazinthen anschaue, dann könnte ich natürlich vermuten, dass wohl mehr dahinter steckt, als nur simple Neugierde.
Ich möchte es ja sooo gern glauben, dass wirklich schon der Frühling dahinter steckt, vermute aber, dass sich die Hyazinthen vom eher milden Dezember an der Nase herumführen ließen und Herr Kohlmeise wohl mehr seinem Traum aus der letzten Nacht erlegen war und den nun durch meinen Garten flötet.
Die Blaumeisen, nun ja … frühzeitig nach einem Heim zu schauen, das kann sicher nie schaden. Solche Anwandlungen sollte ich vielleicht doch nicht  zu sehr überbewerten. Aber träumen, träumen kann man ja schon mal.
Auf jeden Fall können wir gespannt sein, wie es weitergeht mit dem Winter, der bisher nur mal kurz auf der Durchreise hier weilte, oder mit dem Frühling, der, wenn auch noch recht verschlafen, ab und zu bereits seinen warmen Atem durch unseren Garten schweben ließ und Meister Meise vielleicht damit sogar zu seinem frühlingshaftem Gesang animierte.

„Heh, Keksilein, ist Dir langweilig? Oder hat Dir Herr Silberdistel gesagt, Du sollst auf seine Tasche aufpassen?“

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„Mir ist langweilig, Silberdistel. Guck doch raus! Die Teichlein sind gefroren, die Vogeltränke ist zu Eis geworden und den Vögeln ist es auch kalt. Komisch, dass dem Rotkehlchen und den Meisen nicht die Füße frieren. Ich mag gar nicht rausgehen, am Ende werden meine Pfoten auch noch zu Eis. Torty und die graue Eminenz schlafen. Keiner mag mit mir spielen und da fragst Du, Silberdistel, ob mir langweilig ist?“

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„Es ist tatsächlich richtig eisig geworden, Keks. Aber trotzdem gibt es im Garten so einiges zu entdecken – nicht nur Eis und nicht nur Federbälle, denen vielleicht auch kalt ist. Da hast Du es natürlich viel besser hier im Warmen, Keks. Aber wie gesagt, draußen im Garten gibt es nicht nur Eisiges zu sehen. Die Pflanzenwelt ist nämlich schon wieder ein wenig lebendig geworden. Sie lässt sich nicht so leicht von ein bisschen Frost beeindrucken. Am zugefrorenen Teichlein sieht man schon die ersten Spitzen der Krokusse. Und gar nicht weit vom neuen Teichlein entfernt, Du weißt, dem Teichlein mit dem Mittelpunkt der Erde 😉  , habe ich sogar schon das Grün von Hyazinthen entdecken können.“

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„Na, und außerdem blüht die rote Winterheide fleißg, der Winterjasmin zeigt seine hübschen leuchtend gelben Blüten und die weiße Christrose fühlt sich scheinbar auch nicht gerade unwohl bei diesen Temperaturen. Auch die Zwergiris hat ihr Grün schon sehr weit aus der Erde geschoben. Du solltest Dir dass alles einmal anschauen, Keks. Dann wäre Dir sicher nicht mehr langweilig. Und vielleicht erwärmt das alles nicht nur mein Herz, sondern auch Dein Katerherz und am Ende sogar noch Deine Füße, denn bei so einem Rundgang bist Du doch in Bewegung und schon das allein wärmt. Falls nicht, müssen wir einmal über Stiefelchen für Dich nachdenken 😉 „

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„Hm, Silberdistel, reicht es nicht, wenn ich mir die Hyazinthen im Wintergarten angucke? Da stehen doch welche in so einem Körbchen. Hast Du nicht neulich gesagt, die heißen Hyazinthen?“

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„Wow, Keks, da hast Du aber gut aufgepasst! Ja, bei denen sind sogar schon die ersten Blütenknospen zu sehen. Sicher werden wir bald die hübschen rosa Blüten bewundern können.
Na gut, mein Katerchen, wenn Dir so furchtbar langweilig ist und Du Dir so gar nicht draußen die Füße vertreten willst, dann hätte ich da eine Idee. Komm mal mit ins Wohnzimmer! Wenn die beiden pelzigen Mitbewohnerinnen schlafen, dann können doch wir beide miteinander spielen, oder?“

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„Ist das spaßig, Silberdistel! Darauf hättest Du viel eher kommen können. Da hätte ich mich nicht so ewig lange auf Herrn Silberdistels Tasche langweilen müssen.“

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„Heh, Silberdistel, Du sagst ja gar nichts mehr. Du siehst so k.o. aus. Du magst wohl nicht mehr spielen?“

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„Dann geh‘ ich jetzt Torty wecken, Silberdistel. Die kann weiter mit mir Spielen. Zu viel Schlaf ist nämlich auch ungesund.“

 

Gerade hat der Winter es hier in meinem Teil des Nordens diesen kleinen Fliegen, den Eintagsfliegen, nachgemacht. Am Mittwoch dieser Woche begann er früh morgens damit, lebendig zu werden – sehr sogar, denn er hatte mächtig Unterstützung von dem stürmischen Dieter, der es zusammen mit Frau Holle da draußen mitunter ganz schön undurchsichtig machte.

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Da wirbelte zeitweise mächtig viel Schnee durch die Gegend. Unsere Katzen schauten sich das lieber vom, wie sie glaubten, schneesicheren Wintergarten aus an.

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Aber wie die zwei Plüschlöwen bald merkten, ist ein Wintergarten eben auch ein Wintergarten, in dem es unter Umständen sogar schneit – allerdings nur, wenn man die Nase zu weit raushält 😉 Aber als Hauskatze hat man es dennoch gut, man kann sich im Bedarfsfall immer mal wieder schnell an der Heizung aufwärmen. Der Bedarfsfall trat bei unserem Keks recht schnell ein. Die Vögel draußen im Garten hatten es so betrachtet weniger gut und das freche Rotkehlchen besetzte auch noch das Futterhaus ganz für sich allein. So hatte es sogar ein Dach über dem Kopf, aber die anderen Federbälle mussten draußen  dumm herumsitzen. Manchmal können scheinbar also auch Rotkehlchen ganz furchtbar gemein sein.

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Unsere Torty hatte sich übrigens auch nicht mehr lange im Wintergarten aufgehalten. Nachdem sich bereits Keks aus dem Staube gemacht hatte, folgte sie mir, kaum dass ich mich zur Tür umdrehte, um ins  Haus zu eilen. Beinahe hätte sie mich noch über den Haufen gerannt, so eilig hatte sie es plötzlich. Wenig später ließ sie sich am Fenster in meinem Zimmer nieder. Vögel im Schneesturm beobachten konnte sie auch von dort aus.

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Trotz des heftigen Sturms war in unserem Garten an diesem Tag erstaunlich viel Betrieb an den Futterstellen für die Federbälle. Aber wer weiß, vielleicht gab es den regen Flugbetrieb auch gerade wegen des Schneegestöbers, denn im Schnee war wohl bei diesem Wetter eher kaum Futter zu finden. Der Feldsperling an der Knödelstation hatte es übrigens gar nicht so leicht, denn die Station flatterte fröhlich im Sturm hin und her. Sich draufsetzen und mitfliegen mochte er scheinbar auch nicht. So wartete er jeweils den Moment ab, wenn die Station vorbeigeflogen kam, um dann schnell einen Schnabel voll Knödel zu erhaschen, was manchmal wohl sogar gelang.

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Meine Birke hatte es an diesem Tag auch schwer. Sie fühlte sich mindestens so gerüttelt und geschüttelt wie die Knödelstation in unserem Garten, wenn nicht mehr. Aber irgendwie, fand ich, sah sie durchaus recht fesch aus mit ihrem vom Schnee leicht ergrauten und im Winde wehenden langen Haar. Aber natürlich wäre sie nicht die stolze Birke, die hier in meinem Blog bereits so oft einen Platz gefunden hat, wenn sie nicht wüsste, wie sie sich auch unter solchen Extrembedingungen noch vorteilhaft ins Bild setzen kann. So machte sie doch glatt aus Dieters stürmischem Gehabe noch eine Tugend.

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Irgendwann im Laufe des späten Nachmittags hatte Frau Holle dann nichts mehr zu bieten. Da reichte sie den Staffelstab einfach an die Regentrude weiter und so kam es, dass wir am Mittwoch einen Eintagswinter hatten, denn Trude wusch allen Schnee hemmungslos wieder fort und ließ so diesen Eintagswinter am Abend einfach still und leise sterben. Naja, ging ja auch nicht anders, sonst wäre er ja kein Eintagswinter gewesen. Aber selbst ein Eintagswinter hat irgendwie was. Wenigstens konnten wir mal wieder kurz sehen, dass auch dem Norden durchaus so ein keckes Schneemützchen ganz gut steht.

Der NABU hatte für das vergangene Wochenende wieder einmal zur „Stunde der Wintervögel“ aufgerufen. Wer Lust und Spaß dran hatte, konnte wieder einmal zählen, welche Vogelarten und wie viele jeweils davon im, am und über dem eigenen Garten innerhalb einer Stunde zu sehen sein würden. Natürlich hätte man seine Beobachtungen auch irgendwo in der freien Natur machen können. Anschließend konnte man diese Beobachtungen an den NABU melden.
So saß ich mit Zettel, Stift, Fernglas und Kamera bewaffnet jetzt am Sonntag am Fenster und schaute erwartungsvoll in meinen Garten hinunter. Würden mehr oder andere Federbälle kommen als am Freitag? Da hatte ich mir nämlich auch schon eine Stunde Zeit für die gefiederten Gartengäste genommen.
Ich war mächtig gespannt, ob ich am Sonntag außer den üblichen Verdächtigen, die ich bereits am Freitag in meine Liste aufnehmen konnte, noch andere, vielleicht nicht ganz so alltägliche, Gäste würde zählen können.

Es lief recht betulich an und ich überlegte schon, ob ich die Zeit nicht lieber für etwas anderes nutzen sollte, denn meine Liste war im Grunde genommen fertig. Ich könnte also problemlos meine Beobachtungen vom Freitag an den NABU melden. Doch dann kam doch noch Bewegung in mein kleines Gärtchen. Ein Trupp Haussperlinge war gerade eingeflogen, als ich schon fast das Handtuch werfen wollte. Einige der Sperlinge stürzten sich sogleich auf die Futterstellen, doch ein Außenseiter hüpfte erst einmal auf eines der beiden runden Teichlein in unserem Garten zu. Sicher wollte er zunächst seinen Durst stillen, denn in den letzten Tagen war hier alles gefroren – also Mangel an offenen Trinkstellen. Oder aber er hatte wie wir Silberdistels über die Feiertage ein wenig zugenommen und da soll es ja durchaus hilfreich sein, wenn man vor dem Futtereinwurf ein wenig Wasser trinkt, damit der Magen meint, er wäre bereits gut gefüllt und somit passt nicht mehr so viel kalorienreiche Festnahrung hinein 😉 Egal wie, jedenfalls hatte das Tun des kleinen einzelgängerischen Federballs einen Sogeffekt.

Im Laufe der Nacht zum Sonntag hatte hier in meinem Norden wieder Tauwetter eingesetzt und so hatte auch die Eisfläche auf den beiden Teichlein begonnen aufzutauen.
Der kleine Haussperling stillte, wie vermutet, tatsächlich dort zunächst seinen Durst. Doch dann sprang er plötzlich mitten hinein ins nasse Vergnügen. Das blieb nicht ohne Folgen.

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Die Teichlein waren trotz Tauwetter immer noch von einer dünnen Eisschicht bedeckt, auf der aber inzwischen Wasser stand – wahrscheinlich jetzt genau die richtige Art von Badewanne. Kaum nämlich hatte der eine Spatz lustig zu platschen begonnen, gesellten sich die nächsten hausspätzischen Badegäste hinzu und schließlich sogar Frau Amsel, die sich offensichtlich hatte anstecken lassen vom fröhlichen Badegetummel der Spatzenfamilie.
Das Wasser muss ganz schön kalt gewesen sein, am Rande des Teichleins sieht man sogar noch letzte Eisreste. Aber die Kälte, knapp über 0° C, tat dem Badevergnügen von Familie Spatz und Frau Amsel offensichtlich keinen Abbruch. Sie hatten augenscheinlich viel Spaß dabei und ich ebenso – schon allein vom reinen Zuschauen.

Welche Wintergäste außer diesen Badegästen noch kamen? Die üblichen Verdächtigen waren da. Die meisten von ihnen waren allerdings eher weniger badefreudig gestimmt. Sie interessierten sich dann doch mehr für die Speisekarte des Vogelgasthauses „Zur Silberdistel“. Ich konnte Blaumeisen, Kohlmeisen, natürlich Großfamilie Haussperling wie oben bereits zu sehen, einen Feldsperling, Amseln, unser Rotkehlchen, Ringeltauben, Saatkrähen und eine Nebelkrähe beobachten und während meiner Zählung überflogen noch etliche Möwen und drei Stockenten unseren Garten.
Das Vogelbild in meinem Garten vom Sonntag glich in etwa dem vom Freitag. Ich war recht zufrieden mit meiner Zählung, auch wenn es keine Überraschungsgäste gab.

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Doch dann, ich wollte meinen Platz am Fenster gerade räumen, gab es doch noch eine Überraschung. Mir fiel nämlich plötzlich eine Bewegung an unserem Geräteschuppen auf. Im ersten Moment glaubte ich, unser Rotkehlchen würde dort schon wieder umherhuschen. Es hatte mich mit seinem Anblick an diesem Tag ohnehin schon sehr verwöhnt. Bei genauerer Betrachtung fehlte meinem vermeintlichen Rotkehlchen dann aber der rote Latz. Ich brachte schnell die Kamera in Anschlag und dann war ich mir sicher.
Ich hatte nämlich eine Vermutung. Im vergangenen Herbst mussten sich unsere Katzen recht häufig von einem Zaunkönig beschimpfen lassen. Manchmal bekam selbst ich etwas von den Schimpftiraden ab, einmal sogar mit doppelter Schimpfgewalt – da zeigten sie mir zu zweit, was sie von mir und meinen Katzen hielten.
Leider hatte ich nie eine Kamera parat und wenn ich schnell hinein eilte und sie holte, war nach meinem Wiedererscheinen weit und breit kein kleines keckes braunes Vögelchen mehr zu sehen. Wie schön, dass mir jetzt eins von ihnen doch noch vor die Kamera gekommen ist.

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Rechts neben meinem Logo sitzt der kleine Zaunkönig

Leider sind die Bilder, als das winzige Kerlchen am Schuppen herumwuselte, nicht berauschend geworden. Sie eignen sich fast mehr als eine Art von Vogelsuchbild. Ich zeige aber trotzdem eines der Fotos. Man sieht auf jeden Fall sehr schön, wie gut der kleine Bursche durch seine braune Farbe getarnt ist. Und was man noch sieht, das sind die grünen Spitzen der Krokusse. Der Frühling lässt also in gewisser Weise schon ein wenig grüßen 😉

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Aber am Ende hatte der Zaunkönig doch noch Mitleid mit mir. Er setzte sich für einen winzigen Moment an den Rand der Vogeltränke. Auch diese Bilder sind alles andere als perfekt. Ein wenig deutlicher ist der kleine Federball aber doch zu erkennen als auf dem Foto zuvor.

Meine Katzenfamilie hatte dieses Mal übrigens keine Lust, mir bei der Vogelzählung Gesellschaft zu leisten. Sie nahmen lieber ein Mütze voll Schlaf. Ich vermute, sie veranstalten bei etwas wärmeren Außentemperaturen ihre eigene kleine Vogelzählung und die dann in der freien Natur. Vom Fenster aus Vögel zu zählen, das haben sie bereits bei der letzten Vogelzählung, bei der sie mir noch mehr schlecht als recht Gesellschaft geleistet hatten, als reichlich albern eingestuft. So saß ich nun also allein am Fenster. Meinen Spaß hatte ich trotzdem dabei – auch ohne pelzige Unterstützung.