Mit ‘Winter’ getaggte Beiträge

Wie Wechselduschen kommt es mir vor – das Spiel, das das Wetter hier in meinem Teil des Nordens seit Ostern mit uns treibt. Eben lag noch ein tief verschneiter Garten mit einem von enormer Schneelast gefällten Baum vor unseren Fenstern und noch immer erinnert der große Wacholderastberg an das Geschehen vom Osterwochenende. Inzwischen ist zwar die schneeweiße Umrahmung um die traurigen Überreste verschwunden und auch ein Teil der Zweige ist bereits entsorgt, aber der größere Teil harrt noch seines weiteren Schicksals.
Einige Tage Arbeit werden wohl noch nötig sein, bevor der Garten wieder nach Garten und nicht nach einem Gehölzlagerplatz ausschaut.

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Aber zurück zum Wechselduschen. Der April wollte natürlich hinter den Wetterkapriolen des März nicht zurückstehen und so machte er seinem Namen gleich zu Anfang alle Ehre. Was der März uns in Flockenform präsentierte, brachte der April uns nun als flüssige Variante und zwar reichlich. Das nun wiederum hatte einen „tollen“ Effekt. Der Boden war nämlich bisher nur oberflächlich abgetaut. Weiter unten hielt sich immer noch Väterchen Frost auf, sodass die nachströmende Wasserflut vom Boden nicht vollständig aufgenommen werden konnte. So verwandelte sich mein eben noch weißes Gärtchen überraschend schnell in einen Badesee. Die Arbeit an den Wacholderresten ging dadurch natürlich nur zögerlich voran, wollte ich doch nicht in den Fluten ertrinken.
Und dann, dann brach von einem Tag auf den anderen der Frühling aus, so selbstverständlich, als hätte es diese Schneekatastrophe von eben gar nicht gegeben.
Plötzlich stand ich im dünnen Sommerjäckchen in meinem Garten und hörte hoch über mir die Kraniche singen. Fast hätte ich geglaubt, das alles nur geträumt zu haben, wenn, ja. wenn dieser Wacholderberg vor mir nicht eine andere Sprache sprechen würde.

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Es war erstaunlich, wie schnell das Wetter wechselte und mit welch rasanter Geschwindigkeit sich die Natur den neuen Gegebenheiten anpasste. Die Krokusse, eben noch tief im Schnee verborgen, öffneten ihre Blüten, Bienen summten durch den Garten, eine dicke Hummelkönigin stärkte sich an den Blüten meiner Winterheide und sogar ein Zitronenfalter und ein Tagpfauenauge tänzelten durch die milde Frühlingsluft.

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Die Futterstellen für die Federbälle allerdings erinnern nach wie vor an den heftigen Wintereinbruch am letzten Wochenende. Noch immer muss ich sie fleißig befüllen, denn die Gästeschar ist bisher nur unwesentlich kleiner geworden. Wer will die Federbälle da schon enttäuschen, zumal ich noch über genügend Futtervorräte verfüge.
Während ich meinem Wacholderberg zu Leibe rückte, flogen die Federbälle kaum zwei Meter neben mir an den Futterhäusern ein und aus. Manchmal erntete ich einen misstrauischen Blick, meistens jedoch ließen sich die Futtergäste von meiner Anwesenheit nicht stören. Fotoscheu ist anders 😉

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Und wie von Zauberhand drängten zu den gelben, blauen, lila und weißen Krokussen überall im Garten weitere Frühblüher aus der Erde. Auch wenn die Schneeglöckchen fast verblüht sind, die Ablösung durch Zwergiris, Puschkinie und Blausternchen ist da. Sogar die gelben Mininarzissen sind in Windeseile aus der Erde geschossen und setzen hübsche Leuchtpunkte in den Garten. Natürlich darf auch das kleine Gänseblümchen nicht fehlen und die Haselnuss, auch wenn ich letztere mehr mit einem tränenden Auge betrachte. Aber egal, auch sie bringt Nahrung – nicht nur für Bienen, Hummeln & Co., Nahrung auch für uns Menschen, Nahrung für all unsere Sinne. Wie habe ich all diese Farben, diese Düfte, dieses Summen vermisst. Aber nun, nun ist es endlich wieder da …

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Dass wir hier im Norden in gewisser Weise alle unsere Osterbescherung hatten, ist sicher kein Geheimnis mehr. Der Winter hatte uns noch einmal mächtig zugesetzt. Innerhalb kurzer Zeit hatte Frau Holle mehr als 30 cm Neuschnee aus ihren Betten geschüttelt. Das alles wäre sicher nicht weiter tragisch gewesen, wenn sie denn federleichtes Weiß auf die Erde hätte schweben lassen. Aber nix da, sie kippte klatschnasse schwere Federn aus ihrem Fenster und machte sich keinerlei Gedanken darüber, wie das wohl unten ankommen würde – auf Baum und Strauch, Häusern oder Vogelvolieren. Der Vogelpark Marlow muss die Holle wohl sehr verärgert haben, denn dort gab es riesige Schäden an den Außenvolieren. Wahrscheinlich kann man sich gar nicht vorstellen, wie verzweifelt die Mitarbeiter dort sein müssen. Nicht nur der finanzielle Schaden ist gewaltig, es ist auch viel Arbeit einfach unter den nassen Schneemassen begraben worden und wer weiß, wie viele Vögel oder andere Tiere ernsthaft zu Schaden gekommen sind.

Aber nicht nur der Vogelpark hatte über Ostern sein Schneepäckchen zu tragen, auch wir Silberdistels müssen Frau Holle irgendwie ein Dorn im Auge gewesen sein, hat sie doch mit ihrem übermäßigen Bettenschütteln unseren an die 30 Jahre alten Wacholder zu Fall gebracht.

Bereits einige Tage zuvor hatte es für uns einen kleinen Vorgeschmack auf die Schneemassen von Ostern gegeben.

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Nass und schwer hing die weiße Pracht bereits da auf unserem Wacholder und beutelte ihn arg.

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Immer wieder ging ich hinaus, um den Schnee von ihm abzuschütteln, denn der Baum war bereits durch den Druck der nassen Massen in beachtliche Schieflage geraten. Letztendlich war meine Schüttelei mehr oder weniger erfolgreich. Jedenfalls hatte der Wacholder diese Schneeattacke noch einigermaßen glimpflich überstanden. Er würde sich wieder richten, wenn auch der letzte Schneeklumpen von ihm abgefallen sein würde – so dachte ich.

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Tja, und dann, dann begann es jetzt am Samstag erneut zu schneien. Es schneite ohne Ende – wieder Schnee, der nicht nasser sein konnte. Mein Baum hatte zum wiederholten Mal unter der enormen Last gewaltig zu leiden.

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Ich schaute kurz vor dem Schlafengehen ein letztes Mal in den Garten. Es sah tiefverschneit aus. Ein letztes Baumschütteln und ich ging zu Bett.

Am anderen Morgen hatte ich natürlich nichts Eiligeres zu tun, als nach unserem Wacholder zu sehen. Als ich aus dem Fenster schaute, hatte ich freien Blick auf den Nachbargarten und auf die Häuser dahinter. Beides war sonst von unserem Wacholder verdeckt. Meine schlimmsten Ahnungen waren Wirklichkeit geworden. Es hatte offensichtlich die ganze Nacht durchgeschneit, sodass der Baum der gewaltigen Schneelast nicht mehr gewachsen war. Das übermäßige Gewicht der weißen Pracht hatte ihn regelrecht aus dem Boden gerissen und ihn quer in unseren Garten stürzen lassen.

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Er scheint unrettbar verloren zu sein. Um ihn wieder aufzurichten, hätten wir einen Kran gebraucht und einen Mast, der ihn gestützt hätte, bis er wieder selbst festen Halt im Wurzelbereich gefunden hätte.

Schweren Herzens beschlossen wir, unsere Osterbescherung mit der Säge in Angriff zu nehmen.

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Der Nachbar wird sich freuen, fällt doch nun mehr Licht in seinen Garten und in sein Haus. Auch bei uns sieht es gleich wesentlich heller aus. Dennoch … unsere Freude hält sich in Grenzen.

Aber nicht nur dem Wacholder ist Frau Holles Bettenschüttelei zum Verhängnis geworden, auch mein Mandelbäumchen hat arg gelitten und sieht sehr traurig aus. Es wurde nämlich unter dem Wacholder begraben und hat fast all seine Zweige eingebüßt. Hier habe ich aber die Hoffnung, dass es, wenn es ordentlich verarztet ist, wieder neu austreiben wird.

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12-Arg verwüstetes Mandelbäumchen

Unsere graue Eminenz betritt am Ostermontag ein scheinbar neues Revier. Was ist nur mit ihrem Garten passiert? Verwundert blickt sie sich um. Es sieht alles so anders aus.

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Auch Keks und Torty haut es fast von den Pfoten. Doch die beiden neugierigen Jungspunde fassen sich schnell und verschwinden gleich erst einmal in dem Wirrwarr des großen Wacholderberges im hinteren Teil des Gartens.

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Aber auch unsere Zaubernuss hat dem Druck des „gestrandeten“ Wacholders nicht in Gänze standhalten können. Die Ostereier peppen sie auch nicht gerade auf. Aber als kleines Trostpflaster für etliche fehlende Zweige halten sie vielleicht doch her.

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So, aber nun kommen wir zum angenehmen Teil unser Ostergeschichte. Der gewaltige Wintereinbruch hatte nicht nur schlechte Seiten, es gab auch gute. Nein, nicht nur unsere Haselnusstorte und die Muffins. Natürlich brauchten wir genau die, um nach getaner Arbeit wieder zu Kräften zu kommen – keine Frage also.

Aber es gab noch etwas anderes, das unserer Seele nach all dem Schreck und der anstrengenden Arbeit guttat. Der viele Schnee brachte uns nämlich neben der unvorhergesehener Gartenarbeit auch Schönes mit in den Garten – unzählige gefiederte Gäste. Einen besseren Trost für die traurige Osterbescherung mit unserem Wacholder hätten wir uns nicht vorstellen können.

Ich konnte mich an dem emsigen Volk so gar nicht sattsehen. Ein riesiger Schwarm Erlenzeisige wuselte nur so in unserem Garten umher. Dem Vogelvolk gefiel unser Zweigwirrwar übrigens ausnehmend gut. Wahrscheinlich fanden sie in dem Wacholderberg noch so manche kleine Leckerei.

Neben den Erlenzeisigen waren Spatzen, Meisen, Amseln, Stare und sogar Birkenzeisige bei uns zu Gast.
Aber genug der Worte, freut Euch jetzt einfach mit uns an den vielen flinken und z.T. auch etwas zänkischen Federbällen.

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Ostern kommt, zumindest hier im Norden, dieses Jahr wohl doch in einem weißen Gewand daher, auch wenn wir bis eben noch auf grüne und vor allem sonnige Ostern gehofft hatten.
So schick, wie es hier in den letzten Tagen immer wieder einmal aussah, so schick hätten wir es uns während des Winters gewünscht. Obwohl ich jetzt eigentlich keinen Schnee mehr hätte haben müssen, konnte ich mich der wundervollen Bilder vor unseren Fenstern dann doch nicht erwehren. Sah das toll aus – so herrlich romantisch wie schon lange nicht mehr. Dieser Herr Winter zaubert mit allen möglichen Tricks, um uns zu betören. Und irgendwie hat mich dieser Charmeur tatsächlich rumgekriegt. Ich muss jetzt einfach doch noch einmal diese herrliche weiße Pracht zeigen. Ich könnte es fast mögen, dieses fantastische Weiß, das so gar nicht österlich wirkt. Auch auf die Gefahr hin, dass mich einer dafür haut, muss ich diese weiße Schönheit hier einfach loswerden. Also guckt oder guckt weg. Aber wer weiß, wann wir solche hübschen Winterbilder noch einmal zu sehen bekommen, wo doch alle Welt von Erderwärmung spricht 😉 Schaut lieber schnell noch einmal hin, bevor es zu spät ist 😉

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So, und nun, nun feiern wir Ostern – drinnen am warmen Kamin 😉 Na, und der Kaffee, schön heiß, der macht doch die Schneelandschaft erst so richtig gemütlich und irgendwie sogar ein bisschen erträglich 😉

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Übrigens gibt es bei uns zum Kaffee Haselnusstorte – sehr lecker.  Sie ist rasant schnell gemacht und mit einem Klecks Sahne dazu ist sie eine kleine Köstlichkeit. Also, macht auch Ihr es Euch gemütlich – egal, ob’s schneit, regnet oder stürmt. Im warmen Kämmerlein kann man es doch trotz allem gemütlich haben.

Nur der arme Osterhase hat dieses Jahr ein schweres Los, muss er doch unter Umständen auch anderswo noch durch den Schnee hoppeln, um seine Eier loszuwerden.

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Auch Osterhasen haben manchmal erschwerte Arbeitsbedingungen. Unserer ist allerdings schon fertig mit der Arbeit. Er sitzt bereits ebenso im Warmen wie wir. Aber wie man sieht, hat das Winterweiß von draußen ein wenig an ihn abgefärbt 😉 Oder ob unser Hase ein Schneehase ist …?

Hehhhh, da ist ja noch ein Hase, einer, der sich gerade an unseren Muffins vergreifen will. Die soll es doch auch noch zur gemütlichen Osterkaffeerunde geben. Moment, ich muss sie schnell retten, die Muffins, sonst sind sie am Ende schon vorzeitig vernascht …

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Dieser Hase sah doch aus der Nähe unserem Keks verdammt ähnlich. Passt man einen Moment nicht auf, ist Keks gleich dort zur Stelle, wo man ihn gerade absolut nicht haben möchte. Er trägt seinem Namen wohl wirklich zu recht. Wie gut, dass ich die Muffins noch retten konnte. Am Ende hätten wir hier zu Ostern nicht nur Schnee, sondern auch noch einen Kekshasen mit Bauchweh gehabt.

So, damit das hier nicht am Ende noch in einen reinen Winterbeitrag ausartet, gibt es doch noch etwas zu Ostern Passendes zu sehen. Obwohl … irgendwie bin ich schon wieder beim Winter – genauer gesagt bei meinen beiden Weihnachtskakteen. Sie fühlten sich wohl von der winterlichen Landschaft inspiriert – sie blühen gerade ein zweites Mal und machen jedem Osterkaktus alle Ehre. Das ist doch irgendwie ein Trost für all das Weiß da draußen. So kann ich hier also doch noch mit etwas Grünem zu Ostern aufwarten – versehen mit einigen hübschen roten Tupfen.

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Na, das war am Ende doch noch etwas Österliches fürs Auge, oder? Tja, dann bleibt mir jetzt nur noch, Euch ein ganz schönes Osterfest zu wünschen. Ich denke, man kann es sich durchaus auch drinnen äußerst gemütlich machen. Wir Silberdistels jedenfalls haben das vor.

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Also, habt schöne, gemütliche und entspannte Tage. Viel Spaß beim Ostereiersuchen und auch sonst eine schöne Zeit im Kreise Eurer Lieben.

Ob er sich herbeizaubern lässt – der Frühling? Ein Versuch macht sicher klug. So dachte ich gestern, kramte die Deko-Ostereier aus den Tiefen des Schrankes, in dem Sie ihren Winterschlaf gehalten hatten, hervor und machte mich damit auf in den Garten und an die Arbeit.

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Es dauerte gar nicht lange und die Zaubernuss war mit bunten Eiern behängt. Sicher heißt sie nicht umsonst Zaubernuss. Sie würde mich mit meinem Wunsch nach Frühling sicher tatkräftig unterstützen.

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Naja, oder wenn schon nicht tatkräftig, so würde sie doch bestimmt meinen Wunsch verstehen können, hatte sie doch schon längst ihr Fähnlein gehisst, auf dem dick und fett „Frühling“ geschrieben steht, denn etwas anderes können ihre hübschen gelben Blüten, die sie tapfer durch Eis und Schnee gerettet hat, doch nicht bedeuten.
Aber irgendwie hatten die Zaubernuss und ich nicht mit der Gegenwehr des Winters gerechnet. Der hatte doch glatt über Nacht noch einmal eine weiße Zuckerschicht über meinen nach Frühling lechzenden Garten gedeckt.

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Aber egal, die Sonne würde es ihm schon zeigen und alles wieder richten, schließlich sollte sie wissen, was wir an einem Tag wie heute – dem Frühlingsanfang – von ihr erwarten.
Wie sich dann im Laufe des Tages immer mehr zeigte, hatte sie meinen Wink mit dem Zaunpfahl den Eiern verstanden. So nahm sie dann ihre Aufgabe, wie nicht anders zu erwarten, sehr ernst. Auch wenn sie noch ordentlich mit den Schneeresten der Tage zuvor und dem nächtlichen Neuzugang zu kämpfen hatte, machte sie ihre Arbeit gut. Sie hatte auch kräftig Unterstützung von den vielen Frühblühern, die sich mit all ihrer zur Verfügung stehenden Kraft durch die winterliche Zudecke kämpften.

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Der Winter kann noch so sehr versuchen, das Grünen und Blühen zu boykottieren, es lässt sich einfach nicht mehr aufhalten, höchstens – wenn überhaupt – ein wenig verzögern. Schneeglöckchen und Krokusse drängen überall ans Licht und bringen wieder Farbe in die Gartenwelt.

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Und die Frühblüher in unserem Wintergarten können es gar nicht mehr erwarten, hinaus ins Freie zu dürfen. Sie blühen um die Wette und machen ihren Kollegen von draußen vor, was wir von einem Frühblüher erwarten – nämlich all unsere Sinne zu erfreuen.
Und so wünsche ich all meinen Besuchern einen wunderschönen Frühlingsanfang. Bestimmt wir es von nun an täglich ein bisschen bunter in der Natur. Ich bin ganz sicher 😉

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… und es interessiert ihn überhaupt nicht, dass ihn keiner mehr haben will, zumal wir gerade erst gespürt haben, wie schön es ohne ihn ist. Aber nun, nun hat er uns noch einmal ganz schön kalt erwischt – der Herr Winter – mit gar nicht mal so wenig Schnee und eklig eisigem Wind.

Wären mit ihm nicht auch die Vögel, die gerade wieder fort aus unserem Garten waren, in ihn zurückgekehrt, hätte es wohl hier auch nicht noch einmal Winterbilder gegeben. Andererseits hatten unsere Katzen plötzlich erstaunlich viel Spaß am Schnee – sogar die beiden Mädels. Und genau das wollte ich Euch nicht vorenthalten. Beim Zuschauen hatte selbst ich fast noch einmal Spaß an dem weißen Flockenwirbel. So, und nun lasse ich einfach mal die Bilder sprechen …

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Ich hoffe, dieser eisige Hase, der plötzlich in einem meiner vor dem Haus stehenden Blumenkästen saß, ist kein schlechtes Omen für Ostern. Wer hat zu Ostern schon Lust auf Winter und derartig Gefrorenes wie diesen Hasen? Auch wenn er irgendwie ganz schick ausschaut.

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Inzwischen hat sich der Bursche zwar wieder verflüchtigt, ihm war es gestern wohl in der Sonne doch etwas zu heiß geworden. Hier zog nämlich ein leichter Hauch von Frühling ein, zwar wirklich nur ein sehr leichter Hauch, aber immerhin ein kleiner Lichtblick in Richtung Wärme und wieder mehr Farbe um uns.
Doch irgendwie gibt mir das Auftauchen dieses Eishasen an sich ein wenig zu denken. Schon seltsam sein Erscheinen, oder? Na, zu Ostern werden wir sicher mehr wissen. Nicht dass er sich dann noch einmal auf seine eisigen Socken macht. Ich hab da mehr Lust auf Schokohasen.
Übrigens hatte der gefrorene Meister Langohr noch andere Gesellschaft. Es wimmelte hier rund um unser Haus nur so von eiskalten Gesellen.

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Hund Pfiffi, mit flotter Stirnlocke ausgestattet, schaute hoch oben auf dem Dach keck zu unserem Schlafzimmerfenster hinein.
Aber auch ihm wurde es im Laufe des gestrigen Tages zu heiß, sodass er langsam immer winziger wurde und sich schließlich dachabwärts verflüssigte.

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Na, und dieser Fisch war am Ende vielleicht gar nicht so unfroh darüber, als es langsam wieder nasser um ihn herum wurde. Ob ihm wohl aufgegangen ist, dass er selbst eine ganze Menge zu dieser Feuchtigkeit beitrug? Inzwischen dürfte er wohl in unseren Garten abgetaucht sein. Wer weiß, vielleicht wohnt er nun in einem unserer Miniteiche.

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Dann gab’s da noch dieses Gesicht. Warum ihm wohl die Züge so zu Eis erstarrt waren? An einigen Stellen schien es bereits fast blaugefroren zu sein. Möglicherweise hatte es schon tagelang verzweifelt geschaut und ich hatte es noch immer nicht entdeckt. Auf die Dauer kann es sicher recht frustrierend sein, wenn man keine Beachtung findet.
Unsere Torty muss das Eisgesicht dann wohl ganz furchtbar erschreckt haben.
Unser Gesicht guckte wie auch Hund Pfiffi zu unserem Schlafzimmerfenster hinein. Vielleicht gehörte der kleine Pfiffi sogar zu diesem eisigen Kerl. Wer weiß?
Jedenfalls wünschte unsere Torty unerwartet aus besagtem Fenster zu schauen. Es klang nämlich so herrliches Vogelgezwitscher von draußen hinein ins Zimmer.
Kaum jedoch erblickte das Eisgesicht Torty mit ihrem wirren Jägerblick, kam Leben in die eisige Erscheinung, ja SchwEisperlen standen auf einmal auf der Stirn des eben noch so eiskalt schauenden Burschen. Langsam tropfend seilte sich Perle um Perle hinab aufs Dach. Am späten Nachmittag war auch unser Stalker, wie schon Hund Pfiffi zuvor, nahezu spurlos verschwunden.

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Beim Blick aus dem Fenster entdeckten Torty und ich übrigens noch eine gläserne Schildkröte. Abenteuerlich, oder? Schon seltsam, was hier für eisige Gestalten herumspukten.
Wie gut, dass gestern die Sonne und etwas mildere Temperaturen für ein wenig Schwund sorgten. All diese kalten Wesen um uns … Ich mag doch Wärme viel, viel lieber als Kälte.
Aber zum Glück hat uns die Sonne gerettet und die eiskalten Gefahren rund um unser Haus mit ihren Strahlen dahinschmelzen lassen. Hier und da hockt zwar noch Eisiges umher. Aber ganz so bedroht wie zuvor fühlen wir uns nun doch nicht mehr.

cof

Die Sonne hat übrigens auch denen geholfen, die viel zu zeitig vorwitzig aus der Erde geschaut haben. Streckt sich dieser kleine Krokus nicht wonniglich der wärmenden Sonne entgegen? Nur weiter so, Sonne, weiter, weiter … Wir wollen mehr von Dir!

… genau das ist bei den derzeitigen Temperaturen hier in meinem Teil des Nordens die Frage. Also ich möchte am liebsten gleich sowohl als auch anziehen, wenn ich denn unbedingt mal nach draußen muss.
So betrachtet haben wir Menschen es gar nicht so schlecht. Windschützend und wollig mollig wärmend sollte es sein. Immerhin können wir Menschen aus dem auswählen, was der Kleiderschrank hergibt und unserer Meinung nach bei eisigen Temperaturen am besten gegen eisige Kälte schützt.

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01-Keks schaut den tanzenden Schneeflocken zu

Vögel oder auch unsere drei vierbeinigen Mitbewohner müssen mit dem zufrieden sein, was ihnen die Natur gegeben hat.

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02-Auch wenn’s eisigkalt ist, muss er immer wieder hinaus

Unsere plüschige* Herrschaft hat es aber im Vergleich zur Vogelschar in unserem Garten noch recht gut, sie muss sich nicht dauerhaft den frostigen Temperaturen aussetzen, …

cof

03-Die weiße Landschaft hinter unserem Haus

… kann sie sich doch nach ihren kurzen Ausflügen durch die weiße Landschaft immer wieder an der warmen Heizung aufwärmen. Keks genießt das auch stets in vollen Zügen. Die Heizung kann ihm dann gar nicht heiß genug sein.

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04-Die Heizung im Bad ist ideal zum Aufwärmen

Die Federbälle dagegen können nur zusehen, dass sie ihre Fettreserven mit ausreichend Futter auf einem möglichst hohen Pegel halten.

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05-Wacholderdrossel in unserem Birnbaum

Wir Silberdistels tun unser Bestes, um ihnen dabei kräftig unter die Flügel zu greifen.

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06-Frisch gestärkt vom leckeren Apfel sitzt die Drossel im Birnbaum

Unsere inzwischen fast schon haus- bzw. garteneigene Wacholderdrossel bewegt sich auch nie weit fort von der Futterquelle des „Gasthauses zur Silberdistel“.

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07-Nur immer aufpassen, dass kein anderer Vogel von ihrem Apfel nascht

Die beiden anderen Wacholderdrosseln, die immer mal wieder auftauchen, haben meistens schlechte Karten, denn „unsere“ Drossel verteidigt „ihre“ Futterquelle mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Nur den frechen gelbgrünen Erlenzeisigen erlaubt sie es manchmal, das eine oder andere Körnchen an ihrer Seite vom verschneiten Boden aufzupicken.

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08-Wacholderdrossel (Mitte) und Familie Erlenzeisig (links die Dame und rechts der Herr)

Aber vielleicht sind es auch nur viel zu viele dieser flinken kleinen Vögel, die noch dazu auch selbst ganz schön kampfbegeistert jedes kleine Körnchen verteidigen.

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09-Auch ein Erlenzeisig gönnt dem anderen nichts

Sicher weiß die Wacholderdrossel, dass sie gegen die zahlreichen Finkenvögel machtlos ist und der Kampf gegen die wesentlich kleineren Federbälle nur unnötig Kalorien verbrauchen würde.

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Unsere gefiederten Freunde haben es gerade wirklich nicht leicht. Es liegt nicht nur eine feste Schneedecke, es ist auch eisig im Norden. Selbst wenn die Sonne scheint, fühlt es sich nicht so richtig warm an. Zwar taut an den besonnten Stellen der Schnee weg und es bildet sich hier und da so mancher hübsche Eiszapfen, aber wenig später schneit es schon wieder und füllt die Schneedecke erneut auf.

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Der kalte Wind macht das alles nicht besser. Herr Silberdistel las mir gerade heute Morgen am Frühstückstisch vor, dass es hier im Norden noch bis Ende des Monats recht kalt bleiben soll. Na, da bin ich echt gespannt, ob mein persönlicher Wettermann mit seiner morgendlichen Teelese recht hat.
Vorerst bleibt uns aber wohl nichts anderes übrig, als sich mit dem Winter ein wenig anzufreunden. Unsere Katzen jedenfalls tun das, indem sie immer mal wieder schauen, was die Temperaturen dort draußen vor der Tür machen.

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„Komm schon, Torty!“

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„Mir ist aber sooo kalt, graue Eminenz.“

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Wenig später hat Torty vergessen, dass ihr kalt ist, …

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… denn von dort oben auf dem Apfelbaum ist lautes Gezwitscher zu hören. Warum nur haben Katzen keine Flügel? Die Welt ist eben doch nicht vollkommen.

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Und der besonders fette Braten hat sich auch feige auf den Baum zurückgezogen.

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Frustriert – gewissermaßen rundum und auf der ganzen Linie – zieht es Torty dann doch bald wieder ins Warme.
Die Vögel schauen Torty noch ein wenig misstrauisch hinterher, …

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… doch dann ist die Störung durch die Katzen abgehakt und die Aufmerksamkeit gilt wieder dem Futter.

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Das Rotkehlchen ist bereits auf dem Sprung zum Futterhaus, in dem gerade eine Blaumeise nach einem fetten Nussstückchen Ausschau hält.

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Derweil hat Torty die Hängematte ganz oben im Kratzbaum geentert und es sich in der weichen Mulde bequem gemacht.

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Noch einmal ordentlich gereckt und gestreckt …

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… und dann ist von dort oben nur noch ein leises Schnarcheln zu hören.

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Auch Keks ist bereits wieder im Warmen – natürlich auf seinem neuen Lieblingsplatz, auf der Heizung im Bad.

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Die graue Eminenz? Ja, wo ist denn die? Ahhh ja, wer hätte es gedacht? Natürlich liegt auch sie auf ihrem Lieblingsplatz – meinem Schreibtischsessel … mit der warmen Sonne im Nackenhaar.

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Tja, da werde ich wohl die Winterabenteuer unserer Herrschaft wieder einmal im Stehen eintippen müssen …

Anm.: *Torty hat gerade Korrektur gelesen. Daraufhin musste ich das mit Stern (*) gekennzeichnete Wort streichen 😦  Wer hätte gedacht, dass meine Beiträge neuerdings auch noch zensiert werden 😦