Mit ‘Weißstorch’ getaggte Beiträge

… war der 4. August im Sommer dieses Jahres für die kleine und die etwas größere Silberdistel. Wir beiden Mädchen – Enkelin und Oma – waren an jenem Freitag nämlich wieder einmal im Rostocker Zoo unterwegs.
Der Zoobesuch ein Jahr zuvor, als unsere Enkelin das erste Mal ohne Mama und Papa bei uns einen Teil ihrer Ferien verbrachte, muss ihr wohl gefallen haben, denn der Vorschlag auf einen erneuten Besuch kam von unserem silberdisteligen Ableger.
Aber auch mir macht ein Zoobesuch immer wieder Spaß. Wie bereits 2016 begannen wir unseren Rundgang wieder im „Darwineum“.
Wer mag, kann sich mit dem kleinen Film, den ich mir bei YouTube ausgeliehen habe, auf unseren Besuch und die Bilder, die ich im August eingefangen habe, ein wenig einstimmen.

So, dann wollen wir uns mal gemeinsam auf den Weg machen. Das „Darwineum“ wartet auf uns.
Und es hatte, wir waren noch nicht einmal ganz dort, schon eine Überraschung für uns parat. Bisher dachte ich, diese riesigen elefantenähnlichen Tiere, die Mammute, gelten als ausgestorben.

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Wie man sich doch irren kann. Plötzlich nämlich stand doch tatsächlich ein solches Mammut vor uns. Einfach so, am Wegesrand. Ein wenig erschrocken waren wir da schon. Aber es tat uns nichts, schaute uns nur mit kleinen aufmerksamen Augen an.  Es hatte sicher Mitleid mit uns beiden schreckhaften Mädels, und so blieb es ganz bewegungslos dort stehen, wo es gerade stand. Wir nutzten die Gelegenheit und schlichen auf leisen Sohlen davon – Richtung „Darwineum“.

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Und dort ging es schon vor dem Eingang mit uraltem Getier weiter – mit Galàpagos-Riesenschildkröten. Warum an ihrem Gehege wohl ein Schild angebracht war, auf dem stand, dass man sie nicht füttern solle? Sie könnten beißen. Andererseits konnte man lesen, dass sie reine Pflanzenfresser seien. Ob sie einen menschlichen Finger mit einem dicken Grashalm verwechseln würden?

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Nun ja, uralt und so ganz ohne Brille kann das vielleicht doch schnell mal passieren. Da sollte man die Finger lieber doch von so einer Riesenschildkröte lassen.
Die Riesen mit dem dicken Panzer fühlten sich übrigens nicht nur in der Wärme ihrer großen Halle im „Darwineum“ sehr wohl, ihnen schien auch ihr grünes Freigehege mit Pool und schattigen Felshöhlen zu gefallen.

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Aber auch ich fand ihren Vorgarten ausgesprochen hübsch und sehr wohnlich. Der Rostocker Zoo weiß, wie sich seine Riesenschildkröten ein gemütliches Zuhause vorstellen.

So, dann hinein ins „Darwineum“!

Wir beiden Mädels hatten viel Spaß in der tropischen Hitze. Besonders faszinierend ist für mich immer wieder die fantastische Unterwasserwelt. Aber meiner jungen Begleiterin erging es nicht anders. Sie konnte sich ebenso wenig  wie ich an all den Fischen, Korallen, Quallen und den vielen anderen Unterwasserwesen sattsehen.

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Aber es gibt noch mehr im „Darwineum“ zu sehen – nicht nur Unterwasserwelten. Es gibt auch spannendes Landleben zu beobachten.

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Nach dem „Dawineum“ schauten wir, was der Zoo sonst noch zu bieten hat. Obwohl wir bereits ein wenig pflastermüde waren, sahen wir uns auch noch bei all den anderen Tieren um, die der Zoo beherbergt. Zuvor stärkten wir uns aber ein wenig mit einem kleinen Mittagessen und natürlich einem leckeren Eis zum Dessert. Mit neuen Kräften ging es auf zum zweiten Teil unseres Zoobesuchs. Am Ende waren wir dann wirklich rechtschaffen müde, aber auch zufrieden und dankbar für den interessanten, spannenden und sehr lehrreichen Tag.

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Das haben wir am 2. August letzten Jahres erfahren, als wir mit unserer Enkeltochter den Vogelpark Marlow erkundeten. Dort gibt es eine gar nicht mal so kleine Storchenkolonie. Und die Störche waren auch die ersten Vögel, die uns bereits begrüßten, als wir noch nicht einmal die Eintrittskarten für den Marlower Vogelpark gelöst hatten.

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Sie drehten hoch über dem Vogelparkgelände ihre Runden und stimmten uns so auf genau die Lebewesen ein, die wir an diesem Tag besuchen wollten und die Weißstörche waren auch die ersten Vögel, die wir im Park bewundert haben, weil sie ihr Hauptdomizil gleich in der Nähe des Eingangs zum Vogelpark haben. Man stolpert also fast über sie 😉
Neben den vielen Vertretern aus der bunten Vogelwelt kann man in Marlow aber auch Affen, Präriehunde, Alpakas, Kängurus, verschiedene Haustierrassen und mehr bewundern und Menschen, jede Menge Menschen. Für Abwechslung ist also gesorgt – sogar in fast jeder Hinsicht. Es wird nicht nur fürs  Auge gesorgt, auch der Magen wird nicht leer ausgehen und für die kleinen Besucher gibt es noch ein wenig mehr Action, als nur Vögel zu begucken.

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So manches Kinderherz wird sicher bereits höher schlagen, wenn es nur aus der Ferne das tolle Piratenschiff sieht. Unsere Enkelin war dann auch für eine ganze Weile in diesen wundersamen Abenteuerspielplatz abgetaucht. Aber auch sonst gibt es viele fantastische Spielplätze im Marlower Vogelpark. Da kommt kein Kind zu kurz und ich vermute, auch so mancher Erwachsene nicht.
Und wer an kalten Tagen am Ende ganz furchtbar durchgefroren sein sollte, der kann sich im kleinen, aber feinen Tropenhaus wieder aufwärmen und nebenher tropische Pflanzen, Vögel, Fische und Schildkröten anschauen.
Also, nichts wie rein in den Vogelpark Marlow  und damit hinein in meinen zweiten Beitrag gegen das hässliche Wintergrau da draußen.

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… dann muss das nicht zwangsläufig ein loser Dachziegel sein. Unter Umständen hat das Klappern ganz andere Ursachen. Wir Silberdistels konnten uns davon vor einer knappen Woche überzeugen.

An einem heißen Tag Anfang August tuckerten wir Silberdistels im Schatten von Alleestraßen einem interessanten Ziel entgegen

An einem heißen Tag Anfang August tuckerten wir Silberdistels im Schatten von Alleestraßen einem interessanten Ziel entgegen

Wir waren wieder einmal auf Reisen, hatten wir doch gehört, dass es einen Ort geben soll, in dem Klappergeräusche geradezu zum Alltäglichen gehören. Das wollten wir natürlich genau wissen und möglichst noch mit eigenen Ohren hören und sehen wollten wir auch, was da so klapperte. So tuckerten wir ganz schön lange erst auf der Autobahn und dann auf mecklenburgischen Straßen dahin, überquerten eine Landesgrenze, also … naja … eine Bundeslandgrenze, und schon befanden wir uns wieder einmal an der Elbe, an einem Stückchen brandenburgischer Elbe. Neuerdings scheint uns dieses Gewässer irgendwie magisch anzuziehen. Aber genau dort in Elbnähe sollten diese Klappergeräusche vermehrt zu hören sein. Na, wir würden der Sache schon auf die Spur kommen. Windmühlen? Nein, also für eine Windmühle hätten wir nicht so weit reisen müssen. Die hätten wir ebenso in unserem geliebten Meck-Pomm belauschen können. Sicher, vielleicht würden wir fern der Heimat auch andere schöne Windmühlen finden – keine Frage.  Aber wir waren auf ein anderes Klappern aus, ein Klappern, das man gewöhnlich nur in der warmen Jahreszeit bei uns vernehmen kann. In den anderen Monaten, den finsteren und kalten, da hat es Klapperpause.

Interessant - hier klappert es schon mal

Interessant – hier klappert es schon mal

Die Bauern klappern jetzt, wo es warm ist, mit allerlei landwirtschaftlichem Gerät? Okay, da kann ich nur schlecht widersprechen und unterwegs ist uns genau das tatsächlich auch immer wieder aufgefallen. Aber auch dafür hätten wir getrost zuhause bleiben können. Naja, stimmt schon, vielleicht hätten wir auch genau deshalb Grund zum Ausreißen haben können, denn momentan klappert und staubt es in gerade unseren heimatlichen Gefilden fast überall auf Feldern und Straßen. Aber auch hier wieder weit gefehlt, auch dieses Klappern schwebte uns nicht vor. Lasst uns mal einfach weiterfahren. Kommt Zeit, kommt Rat.

Was fliegt denn da über uns hinweg?

Was fliegt denn da über uns hinweg?

Und dann plötzlich war die Elbe nicht mehr fern, wir sahen die ersten Elbdämme und … und … „Oh, Herr Silberdistel, schau mal, was dort über uns kreist. Wie nett, was man hier alles sehen kann“, …

Ist das ein Klapperzentrum? Nein, ein Besucherzentrum

Ist das ein Klapperzentrum? Nein, ein Besucherzentrum

… sprach die Silberdistel, während ihr Gatte das Auto auf einen großen  Parkplatz nahe eines Sportplatzes lenkte. Ach, waren wir etwa schon an Ort und Stelle? Was ist das dort für ein Gebäude? Ein Klapperzentrum? Ach nein, das kommt davon, wenn man nur immerzu ans Klappern denkt, dort steht BESUCHER-Zentrum, was auch immer man dort besuchen soll.

Das Besucherzentrum hat in der Tat Besuch - ganz oben auf seinen Türmen

Das Besucherzentrum hat in der Tat Besuch – ganz oben auf seinen Türmen

Doch wie ich dann sehe, ist die Bezeichnung mit dem Besucherzentrum gar nicht einmal so weit daher geholt. Ganz oben auf den beiden Türmen des schicken Gebäudes halten tatsächlich einige Gäste Ausschau. Scheinbar haben sie sich sogar dort auf der Spitze des Ausgucks ganz häuslich eingerichtet. Ob das Sommerurlaubsgäste sind? Ich könnte mir vorstellen, dass man in so angenehmer Höhe eine gute Sicht auf alles Mögliche hat – vielleicht sogar auch auf diese Klappergeräusche, denen wir auf der Spur sind.
Steigen wir erst einmal aus dem Auto und schauen uns das Besucherzentrum etwas genauer an. Vielleicht erfahren wir dort ein wenig mehr über unsere Klappergeräusche. Wo wir eigentlich sind? Ach ja, beinahe hätte ich vergessen, das fast Wichtigste zu verraten. Wir sind in Rühstädt, einem kleinen Dorf direkt am Elberadweg zwischen Havelberg und Wittenberge und das Besucherzentrum, auf das wir gerade blicken, ist eine Einrichtung des NABU, in der man interessante und wissenswerte  Informationen zur Natur des UNESCO-Biosphärenreservates erhält …

... und dann, dann hören wir tatsächlich etwas laut und vernehmlich klappern

… und dann, dann hören wir tatsächlich etwas laut und vernehmlich klappern

 … und es hat uns, wie wir wenig später wissen, auch allerlei zu den Klappergeräuschen zu erzählen, denen wir Silberdistels auf der Spur sind. Rühstädt ist nämlich genau der Ort, den wir gesucht haben, der Ort, in dem das Klappern, das von den  Dächern schallt, zum alltäglichen Leben der Dorfbewohner dazugehört. Und wer für das Klappern nun eigentlich verantwortlich ist, das hören wir wenige Augenblicke später, als es just vor uns von einem Dach aus, auf dem einer der Flieger steht, die kurz zuvor über uns hinweggesegelt waren, zu uns herunterklappert. Laut mit dem langen Schnabel Klappergeräusche fabrizierend bietet er uns eine tolle Lehrvorführung. Der große Vogel platziert Kopf und Hals während der Klapperzeremonie so geschickt auf seinem Rücken, dass er, ohne sich umdrehen zu müssen, hinter sich schauen kann. Dann bewegt er den Kopf auf dem langen Hals, während der Bewegung emsig weiterklappernd, wieder in die Gegenrichtung und schaut so bald wieder nach vorn. Naja, wenn wir es ganz genau nehmen, dann hat so ein Vogel durch die Anordnung seiner Augen eigentlich immer einen 360° Rundumblick, so zeigt also hier im Grunde nur der Schnabel nach hinten bzw. wieder nach vorn. Aber egal, jedenfalls wiederholt sich das Spielchen mehrmals. Fasziniert verfolgen wir Silberdistels dieses interessante Schauspiel. Dass Klappern so schön sein kann und dabei noch so überaus elegant ausschaut, das hatten wir bis eben dann doch nicht gedacht.
Rühstädt, das Dorf, in dem wir gerade stehen, ist ein Storchendorf, Deutschlands einziges „Europäisches Storchendorf“. Seit 1994 wird von der Stiftung Euronatur pro Land jeweils ein Europäisches Storchendorf ausgezeichnet. Als Kandidaten für diese Auszeichnung kommen Dörfer oder Gemeinden in Frage, in denen Störche in Kolonien zusammenleben und in denen sich seine Bewohner außerdem tatkräftig für den Schutz der Störche einsetzen. 1996 wurde Rühstädt als 3. Ort überhaupt zum „Europäischen Storchendorf“ ernannt. Begeistert haben wir Silberdistels die vielen Rühstädter Störche bewundert. Nie haben wir quasi in freier Wildbahn so viele Störche auf einem relativ engen Raum gesehen. Es ist ein beeindruckendes Bild, die vielen Storchennester auf Häusern, Türmen und sonstigen Bauten zu sehen. Manche Häuser beherbergen sogar mehrere der riesigen Nester. Enorm, welche Lasten die Dächer aushalten müssen. Bis zu einer Tonne Last kann pro Nest auf den Untergrund drücken. Gewaltig, oder?
Jetzt im August sind natürlich die Jungstörche schon fast ausgewachsen. Man erkennt sie eigentlich nur an ihren noch mehr grauen Beinen und dem auch eher grau gefärbten Schnabel. Bei den Altstörchen sind Beine und Schnabel leuchtend rot. Der Größenunterschied zu den Altvögeln ist eher unbedeutend. Bald macht sich das Jungvolk auf seine erste große Reise, um fern von Rühstädt den Winter zu verbringen. Auch wenn man jetzt kaum noch Fütterungsaktionen der Altvögel sehen konnte, hat uns doch dieses Storchenparadies an der Elbe sehr begeistert. Wir wissen schon jetzt, wir werden wiederkommen – im nächsten Frühjahr – und zuschauen, wie die Nester neu besetzt werden, wie vielleicht um sie gekämpft wird, wie die Jungvögel gefüttert werden – wie ein neues abenteuerliches Storchenjahr beginnt.
Die Rühstädter tun viel für ihre Störche, jedes einzelne Nest wird im Auge behalten, gepflegt, geputzt, renoviert, sorgsam vom Storchenclub betreut, wie auch die Nestbewohner, wenn es notwendig ist. Aber man muss sich auch einlassen können auf das Zusammenleben mit den Störchen, nicht immer ist es nur schön und romantisch. Störche beschmutzen nicht nur Dächer, auch Gärten, Wege, Straßen oder Passanten sind mitunter in Mitleidenschaft gezogen. Die Vögel belasten mit ihren Nestern die Dächer durch ein enormes Gewicht und fügen so mitunter dem Dach Schaden zu. Die Rühstädter haben echt meine Hochachtung für so viel Toleranz den Störchen gegenüber. Aber ich denke, sie werden durch wundervolle Schauspiele auch reich entschädigt, auch wenn sie sicher nicht immer nur Gutes und Romantisches sehen. Wo Leben ist, dort gibt es halt mitunter auch Tragik, die man auch aushalten muss. Wie es auch ist, schön, dass es solche Orte wie Rühstädt auf dieser Welt noch gibt, Orte, in denen die Welt noch heil zu sein scheint und in denen man sich darum bemüht, dass es auch so bleibt.
Wir Silberdistels haben einen superschönen Tag bei den Störchen verbracht. Auch wenn wir uns den wohl heißesten Tag der vergangenen Woche dafür ausgesucht hatten und bei unserer Fotopirsch fast mehr den Schatten als die Störche suchten, hat uns dieser Ausflug in die Elbgegend unwahrscheinlich viel Spaß gemacht. Was wir an diesem Tag im Dorf der Störche alles gesehen haben, habe ich noch einmal in der nachfolgenden Bilderschau zusammengefasst. Und es gab dabei nicht nur Störche zu sehen … Wer übrigens mehr über die Rühstädter Störche wissen möchte, der kann sich gern hier noch einmal intensiver damit beschäftigen. Bei YouTube ist eine wirklich schöne und hochinteressante Dokumentation zu finden.

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