Mit ‘Wandern’ getaggte Beiträge

Und weiter geht’s mit meinem persönlichen Jahresrückblick. Nach dem nahezu beschaulichen ersten halben Jahr ging es ab August 2016 etwas lebhafter und vielleicht auch ein wenig interessanter bei uns zu. Der Juli endete mit einer Fahrt Richtung Süden zum bayerischen Zweig unserer Familie. Wir hatten vor, ein Ferienkind mit an unsere Ostsee zu nehmen. Im vorletzten Herbst, also 2015, hatten wir während eines Kurzurlaubs im Altmühltal getestet, wie wir ohne Mama und Papa miteinander zurechtkommen würden. Unserer Meinung nach hatte es recht gut geklappt. Nach dieser Generalprobe sollte nun also die Uraufführung folgen. Wir waren alle recht gespannt auf die vor uns liegenden geplanten zwei Ferienwochen.

August 2016
Unser Aufenthalt in Bayern Ende Juli ist dieses Mal nur kurz, denn wir haben nicht extra einen Katzenersatzpfleger engagieren wollen. So ist nur eine Übernachtung eingeplant und  am anderen Morgen geht es samt eingesammeltem Ferienkind wieder zurück in den Norden. Unsere Katzen sind nicht böse, uns so schnell schon wiederzusehen.

Am ersten Augusttag, der somit auch der erste Ferientag unserer Enkeltochter bei uns ist, machen wir einen kleinen Spaziergang zur Apfelplantage, die fast vor unserer Haustür liegt.
Offensichtlich haben wir damit durchaus einen Nerv bei unserem Feriengast getroffen. Die leuchtenden Augen sagen alles, auch wenn wahrscheinlich das Fernglas viel spannender ist, als die Rehe, die in der Ferne stehen, aber dennoch so nah anzuschauen sind.

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Einen Tag später geht es in den Vogelpark Marlow.

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Sicher sind auch die Vögel irgendwie interessant, aber mit dem großen Piratenschiff kann natürlich keiner der Vögel mithalten. Zumindest ist das aus Sicht unserer Enkeltochter so.
Wir Silberdistels suchen uns, während sich das Kind als Pirat übt, draußen vor dem riesigen Abenteuerspielplatz ein schattiges Plätzchen. Ab und zu winkt uns von hoch droben unsere kleine Piratenbraut zu.

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Die Vorführung der Arbeit eines Hütehundes im Vogelpark und die kletternden Ziegen machen irgendwie auch mehr her als die Vögel. Aber letztendlich haben wir wohl alle drei an diesem Tag unseren Spaß.

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Natürlich darf bei unseren Ausflügen auch der Rostocker Zoo nicht fehlen. Das allerdings artet in eine Mammutveranstaltung aus. Der Zoo an sich gehört schon nicht zu den kleinsten Zoos.
Da ich natürlich endlich einmal das „Darwineum“ anschauen möchte, wird es ein echt anstrengendes Unternehmen, aber eins, das sich gelohnt hat. Dort wird dem Besucher schon Beeindruckendes geboten. Man läuft quasi durch die Entstehungsgeschichte der Erde.

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Schon nach dem Darwineumsbesuch sind wir ziemlich pflastermüde, aber ein paar mehr Tiere als nur Fische und Affen wollen wir dann doch noch sehen.
Aber wie es scheint, sind am Ende die Tiere, die ganz freiwillig im Zoo sind, wie eine recht neugierige Nebelkrähe, wohl doch die interessantesten. Nur … sie sind auch fotoscheuer als die anderen und rennen vor der jungen Fotografin einfach davon.

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Die folgenden Tage sind ausgefüllt mit einem Besuch im Museumsdorf Klockenhagen, einer langen Hundegassigehrunde, einem Ausflug nach Groß Raden zur dortigen Slawenburg und Pferde dürfen wir auch noch besuchen.

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Und damit geht die Ferienzeit fürs Kind mit uns schon fast dem Ende entgegen. Aber ins „Miniland MV“ müssen wir trotzdem noch. Auch dort haben wir alle viel Spaß, nicht nur mit den Minibauten. Man kann auch Schach spielen, sogar ohne Vorkenntnisse, Hochstühle und Piratenschiffe besteigen oder sich optisch täuschen lassen.

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Aber was wären Sommerferien bei uns Silberdistels ohne den berühmten Ententeich? Das ginge doch so gar nicht.
Also müssen wir, wie natürlich auch zu den Rehen, mehrmals dorthin.

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Die Uroma in Wismar haben wir selbstverständlich auch nicht vergessen. Auch dort erleben wir einen sehr schönen Nachmittag, nicht nur zu unserer Freude, denn die Uroma freut sich riesig, ihre Urenkelin wieder einmal bei sich zu haben.
Ganz besonderen Anklang hat aber wohl ein Badetag in der Ostsee bei recht heftigem Wellengang gefunden. Unser Feriengast war fast gar nicht mehr aus dem Wasser zu kriegen.

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Damit ist der August aber noch nicht zu Ende, nur die schöne Ferienzeit mit unserem Ferienkind. In der Mitte des Monats übergeben wir unseren Feriengast wieder an die Eltern und dann packen wir Silberdistels noch einmal unsere Koffer. Wir haben nämlich noch einen kurzen Wanderurlaub in Franken eingeplant.

Ein wenig habe ich hier im Bücherstaub bereits darüber berichtet – über unsere Wanderung rund um die Burg Rabenstein, über unsere Besichtigung der Wehrkirche in Effeltrich und die Bewunderung der prächtigen Tanzlinde des Ortes.
Wir besuchen während unseres Kurzurlaubs aber ebenso unsere geliebte Gügelkirche, wandern hinauf zur Giechburg und zur Burgruine Neideck und auch Schloss Seehof statten wir einen Besuch ab. Alles in allem verleben wir herrliche Tage im schönen Frankenland.

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September 2016
Im September holen wir unseren eigentlich für Mai geplanten Rhönurlaub nach. Über diesen Wanderurlaub hatte ich hier im Blog ausführlich berichtet.

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Auch in der Rhön erleben wir erholsame und entspannte Tage. Ende des Monats sind wir wieder daheim.

Auf der Heimfahrt haben wir noch ein sehr interessantes Erlebnis. Während einer Tankpause wird mein Herr Silberdistel von einem Handwerkswanderburschen angesprochen, der an unserem Nummernschild erkannt hat, dass wir evtl. in Richtung Norden unterwegs sein könnten. Er fragt höflich, ob wir noch einen Platz für einen reisenden Handwerksburschen hätten. Er wolle nach Potsdam und wir würden doch sicher über den Berliner Ring fahren.
In der Regel nehmen wir nicht gern Anhalter mit. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel und so steigt Oliver, schick in seine Handwerkerkluft gekleidet, in unser Auto. Unser Fahrgast ist ein Schreinergeselle, der seit etwa einem halben Jahr wandernd unterwegs ist. Wir hören während der Fahrt allerlei über wandernde Handwerksgesellen, z.B., dass er insgesamt drei Jahre unterwegs sein wird und dass er seine Wanderschaft mit nur 5,- Euro in der Tasche begonnen hätte. Trampen sei erlaubt, öffentliche Verkehrsmittel allerdings seien nicht gern gesehen. Unterkunft und Verpflegung müssen jeweils erarbeitet werden. Wie wir erfahren, gibt es gegenwärtig etwa 400 bis 600 wandernde Handwerker in Deutschland, wobei nicht nur Zimmerleute und Schreiner wandern. Die typische Handwerkskluft ist natürlich ein Muss, auch wie das Reisegepäck mitzuführen ist, hat seine strengen Regeln.

Auf dem letzten größeren Parkplatz vor dem Berliner Ring lassen wir Oliver aussteigen. Vor hier aus wird er sicher eine weitere Mitfahrgelegenheit Richtung Potsdam finden. Uns bleibt nur noch, ihm alles Gute für seine weitere Wanderschaft zu wünschen und dass er natürlich gut in Potsdam landet.
Er war ein sehr angenehmer und überaus freundlicher Fahrgast, von dem zumindest ich viel Neues und Interessantes dazugelernt habe. Mein Herr Silberdistel wusste ein wenig mehr als ich über wandernde Handwerksburschen. Obwohl … diese bisherige Bildungslücke bei mir dürfte nun wohl auch nicht mehr ganz so groß sein.

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Oktober 2016
Im Oktober ist noch einmal intensiv Gartenzeit. Aufräumen und Winterfestmachung sind angesagt und es ist auch wieder Kranichzeit. Der Zug der großen Vögel in den warmen Süden ist in vollem Gange.

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Wir hören und sehen sie fast täglich.  In großen Formationen fliegen sie über unser Haus hinweg. Ich kann mich kaum sattsehen an diesen schönen Vögeln und begeistert lausche ich ihren Rufen.

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November 2016
Im November gibt es hier in meinem Teil des Nordens den ersten Wintereinbruch. Nicht nur ich staune, auch die Katzen schauen verwundert hinaus in den Garten. Zum Glück habe ich einige Tage zuvor die Futterplätze für unsere gefiederten Wintergäste eingerichtet.

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Nach diesem Winterintermezzo kümmere ich mich noch einmal um die letzten Gartenarbeiten und ich bin froh, am Ende doch noch alles geschafft zu haben. Nun darf der Winter kommen.

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Auch in diesem November sind wir wieder zu einer Gedenkfahrt mit dem Schiff zur Insel Poel unterwegs. Während der Autofahrt nach Wismar fällt mir auf, dass der Schnee, den uns der kurze Wintereinfall gebracht hatte, je weiter ich in Richtung Westen fahre, noch fast eine geschlossene Schneedecke bildet. Bei mir zuhause sind dagegen nur noch kümmerliche Reste von der weißen Pracht zu sehen.

Dieses Mal haben wir die Fahrt zum Volkstrauertag gebucht. Die „Mecklenburg“ bringt uns und andere Menschen, die einen lieben Verwandten oder Freund, bei mir ist es mein Vater, einst im Meer haben bestatten lassen, zum Urnenfeld vor der Ostseeinsel Poel. Nach einer kleinen Gedenkrede dürfen wir unsere Blumengrüße dem Meer und somit unseren lieben Verstorbenen übergeben.

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Der November verzaubert uns wenige Tage nach dem ersten Schnee sogar noch mit einigen überaus hübschen Sonnenauf- bzw. Untergängen und  auch mit Kranichen, die durch die Abenddämmerung ziehen, kann er noch aufwarten.

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Vom 1. Advent Ende November bin ich dann allerdings doch ziemlich überrascht. Ich staune, wo die Zeit geblieben ist. Ich bin fast mehr auf den Winter vorbereitet als auf die Weihnachtszeit.

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Dezember 2016
Aber der Winter, der doch laut vieler Vorhersagen so früh über uns herfallen soll, kommt nicht. Diese kurze Eskapade Anfang November bleibt alles, was an den Winter erinnert. Es ist sogar plötzlich wieder erstaunlich warm und im Garten spitzen bereits die ersten Frühblüher.

Recht spät erst in der Adventszeit beginne ich mit der Weihnachtsbäckerei. Trotzdem geht alles recht entspannt über die Bühne und am Ende habe ich allerlei Leckeres in meiner Küche zusammengezaubert, sodass wir Silberdistels noch viele gemütliche Stunden mit ausreichend Kalorien verbringen können. Nicht, dass wir am Ende der Weihnachtszeit gar noch als unangenehm schlank auffallen und uns fragen lassen müssen, ob wir vielleicht krank wären 😉

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Der Dezember hätte eigentlich so schön sein können wie die anderen Monate des Jahre 2016, sehen wir mal vom Jahresbeginn ab. Aber unser Kater Keks sagte sich wohl, dass man das Jahr auch so abschließen soll, wie man es begonnen hat. Nein, nein, er schrottet nicht noch ein zweites PCli, er hebt lieber noch einmal die Pfote, als es um die Verteilung von Krankheiten geht. Plötzlich, fast von einer Sekunde zur anderen, liegt er schlapp und müde da, nichts kann ihn aufmuntern. Im ersten Moment kann ich es kaum glauben. Unser stets aktiver Kater wird doch nicht etwa krank sein? Doch, er ist es, mächtig sogar. Ohne Tierarztbesuch geht da nichts mehr, so sehr sorge ich mich um den pelzigen Tunichtgut.
Ich sehe schon fast den Weihnachtbesuch bei unseren Kindern und Enkelkindern in Bayern ins berühmte Wasser fallen. Aber unser Lieblingstierarzt bringt mit ein paar Spritzen alles wieder ins Lot und so können wir am Heiligabend doch noch ruhigen Gewissens gen Süden reisen.

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Schön ist es, die Weihnachtstage mit den Enkelkindern verbringen zu können. Wir haben viel Spaß miteinander und es gibt natürlich auch wieder viel zu erzählen.

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Die Zeit zwischen den Jahren verbringen wir wieder daheim bei und mit unserer Katzenfamilie. Und natürlich gibt es mit dem anderen Teil unserer Familie, der im Norden heimisch ist, auch noch ein schönes Weihnachtsessen und eine kleine nachweihnachtliche Bescherung.

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Silvester gehört dann ganz Herrn Silberdistel, unseren drei Pelzträgern und mir. Unsere Torty ist zwar etwas aufgeregt wegen der Knallerei, aber alles in allem bringen wir letztendlich auch die Vertreibung der bösen Geister um Mitternacht einigermaßen gut über die Bühne. Wir Silberdistels schicken natürlich keine Raketen in die Luft. Wir müssen unsere Pelzträger ja nicht noch wuseliger machen, als sie es ohnehin bereits sind. Unsere graue Eminenz sieht die ganze Sache noch am wenigsten aufgeregt. Aber sie weiß wahrscheinlich aus der Erfahrung vieler Lebensjahre, dass die Knallerei nichts Schlimmes zu bedeuten hat. Sie schüttelt sicher eher den Kopf über dieses sinnlose Treiben von uns Menschen.

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Das war also unser Jahr 2016 – ein insgesamt schönes Jahr, auch wenn einige kleine Tiefen dabei waren. Aber wann eigentlich gibt es die nicht? Schön ist, dass es einmal erstaunlich wenige waren und dafür sind wir sehr dankbar. So packen wir 2017 ebenso voller Zuversicht an, wie wir es vor gut 12 Monaten mit dem gerade vergangenen Jahr getan haben. Was es uns bringen mag? Wer weiß das schon? Und irgendwie ist es auch gut so.
Vielleicht lesen wir uns ja in etwa einem Jahr hier zu einem neuen Jahresrückblick wieder. Schau’n wir mal! Aber vorher geht es hier natürlich in gewohnter Weise weiter, vielleicht nicht ganz so regelmäßig wie bisher, denn ich habe da noch etwas anderes vor, das einiges von meiner Zeit in Anspruch nehmen wird.

Wir Silberdistels hatten im vergangenen Sommer, als hier im „Bücherstaub“ Blogpause herrschte, nicht nur unser Enkelkind zu Besuch, wir hatten im August auch noch einmal wieder Gelegenheit, das schöne Frankenland ein wenig weiter zu erkunden und von einigen ausgewählten Unternehmungen möchte ich hier gern noch berichten.

Ich hatte während dieses Urlaubs eines Morgens nach dem Frühstück noch ein wenig in verschiedenen Prospekten über die Fränkische Schweiz geblättert, um zu schauen, was das Frankenland noch alles für seine Besucher zu bieten hat. Auch wenn es nicht uninteressant ist, Bekanntes wiederholt zu besuchen, stand uns durchaus auch nach neuen Erkundungen der Sinn. So entdeckte ich in einem der Heftchen den Hinweis auf einen recht verlockend wirkenden Wanderweg, den wir Silberdistels bisher noch nicht kannten – den Panoramaweg zur Burg Rabenstein und zur Sophienhöhle. Um dorthin zu kommen, mussten wir  zwar erst einmal relativ weit mit dem Auto fahren, aber wie sich bald herausstellen sollte, war es durchaus eine lohnende Unternehmung.

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Burg Rabenstein

Unser erster Zielpunkt war die Burg Rabenstein im „Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst“. Nun ja, die Burg ist nicht, wie der Titel dieses Beitrags vielleicht vermuten ließe, ein kleines unscheinbares Hüttli, da habe ich wohl doch ein bisschen … ähem  … gemauert ;-), sie ist durchaus, um beim Mauern zu bleiben, ein recht respektables Gemäuer. Im ersten Moment, so man sich von der Parkplatzseite auf sie zubewegt, erahnt man ihre wahre Größe auch noch gar nicht. Das sieht man eigentlich erst bei genauerer Betrachtung oder wie wir viel später aus der Ferne. Die Burg steht nämlich auf einem Felsvorsprung in einer Höhe von 420 m oberhalb des Ailsbachtales – gut 6 km nordwestlich der Stadt Pottenstein in Oberfranken. Und das die Burg auf einem solchen Felsvorsprung erbaut wurde, das fällt dem Besucher zumindest beim ersten Betrachten gar nicht auf. Aber so hoch oben auf ihrem Fels kommt sie natürlich, von der richtigen Seite aus in Augenschein genommen, ganz besonders gut zur Geltung.
Die ältesten Teile der Burg stammen übrigens aus dem 12. Jahrhundert. Erbaut wurde sie vom Rittergeschlecht der Rabensteiner, das einen Raben im Wappen führte. Damit dürfte sich also auch der Name der Burg erklären.
Die recht wechselvolle Geschichte von Burg Rabenstein war geprägt von mehrmaliger, fast totaler, Zerstörung und ihrem jeweiligen Wiederaufbau. Heute dient sie als Veranstaltungs- und Tagungshotel.

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Unweit der Burg gibt es ein großes Mittelaltergelände, auf dem regelmäßig Mittelaltermärkte stattfinden.

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Aber auch von anderen Veranstaltungen konnten wir lesen – beispielsweise von Burgkonzerten und Dinnershows.

Wir Silberdistels haben die Burg nur von außen bewundert, wir wollten wandern und Natur genießen und so haben wir die eigentlichen Ausmaße der Burg auch, wie oben bereits erwähnt, erst später wahrnehmen können – von unterwegs aus.
Wir machten uns also ohne einen Abstecher ins Innere der Burg gleich auf die Suche nach dem Einstieg in unseren Wanderweg – den Panoramaweg. Ein Wegweiser ließ uns dann erst einmal grübeln. Aber scheinbar hatten wir am Ende die richtige Wahl getroffen. Hoffnungsvoll folgten wir dem unteren Pfeil mit der Aufschrift „Promenadenweg – Rundwanderweg“.

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Da fällt die Wahl fast schwer, aber der untere Wegweiser scheint unserer zu sein

Während der Wanderung müssten lt. Prospekt 90 m Anstieg überwunden werden. Die Tour war als mittelschwer eingestuft und setzte eine gewisse Kondition voraus, die wir uns aber durchaus zutrauten.

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Zunächst bewegten wir uns auf einem schmalen mit vielen Baumwurzeln gespickten Stolperpfad immer am Bergkamm entlang – wie gut, dass wir festes Schuhzeug für die Wanderung gewählt hatten. Ansonsten ging es recht felsig zu mit  z. T. tiefen Einblicken ins steinige Herz der Gegend, aber ohne Taschenlampe wäre es wohl etwas gefährlich gewesen, solche Höhlen erkunden zu wollen. Wir beließen es also lieber beim bloßen Hineinschauen. Andere Wanderer waren da wohl mutiger, vielleicht auch lichttechnisch entsprechend ausgestattet, denn mitunter hörten wir aus solchen Höhlen menschliche Stimmen.

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Nachdem wir genug hochgekrabbelt und -gestolpert waren, ging es wieder bergab und hinab ins Ailsbachtal.

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An einer Brücke – der Bärenbrücke – überquerten wir Bach und Tal und dann ging’s auch schon wieder hinauf. Eine Weile begleitete uns links unten noch das kleine Gewässer. Kaum hatte es uns verlassen, wurde es auch schon wieder felsig.

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So kamen wir vorbei an der Theresienruhe – einem Gedenkstein für Theresia von Bayern und am Schneiderloch, in das wir nun aber doch hineinschauten, denn in dieser Höhle war es auch ohne Lampe hell genug. Ansonsten erhob sich hier eine recht imposante Felsformation vor uns mit vielen Spalten, Löchern und Höhlen, die sicher auch für geübte Kletterer ein kleines Paradies ist.

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Burg Rabenstein – hier ist schön der Fels zu sehen, auf dem sie erbaut wurde

Kurz hinter dem Schneiderloch hatten wir sogar noch einmal einen wundervollen Blick auf Burg Rabenstein. Von unserem Standpunkt aus konnte man, was ich weiter oben bereits andeutete, sehr schön erkennen, dass die Burg hoch oben auf einer Felsnase erbaut wurde. Und von hier aus sah sie durchaus recht imposant aus.

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In der Ludwigshöhle

Weiter ging es zur Ludwigshöhle, in der Ludwig I., König von Bayern, 1830 für hohe Gäste ein Festbankett gegeben haben soll. Die Größe der Höhle überzeugte mich durchaus davon, dass der Platz auch für eine größere Feierlichkeit ausreichen müsste. Aber es sollte schon sommerlich warm sein, ansonsten könnte es wegen diverser Eingänge oder Einblicke in der Höhle durchaus auch recht zugig zugehen.

Nachdem wir nach dem Verlassen der Ludwigshöhle auch die letzten Höhenmeter noch geschafft hatten, führte uns der Wanderweg noch einmal hinunter ins Ailsbachtal – auf z.T. extrem holprigen und schmalen Pfaden.

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Wir waren umgeben von urwüchsiger Natur. Nicht selten führte der Weg durch sehr enge felsige Durchgänge, vorbei an in die Höhe steigenden Felsen, an alten beeindruckend hoch aufragenden Bäumen. Es ging über in den Fels gehauene Steintreppen, vorbei an Baumgeistern und auch hier wieder über dicke malerisch den Weg gestaltende Baumwurzeln.  Riesige Löcher und Höhlen im Fels ließen uns staunen, mitunter auch gruseln ob der Schwärze in der unendlich erscheinenden Tiefe, aber auch die schönen Ausblick zwischendurch waren die reinste Augenweide. Wir durchwanderten eine landschaftlich unwahrscheinlich reizvolle Gegend.

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Erneut im Tal, überqueren wir ein weiteres Mal den Ailsbach

Noch einmal ging es hinunter ins Tal, über Bach und Straße und dann suchten wir fast ein wenig verzweifelt nach weiteren Wegmarkierungen, um unsere Wanderung fortsetzen zu können. Einer Radlerin ging es scheinbar ähnlich. Sie erhoffte sich für ihre Weiterfahrt einen heißen Tipp von uns und schaute uns nicht nur erwartungsfroh an, sondern auch dort hinauf, wo wir gerade hergekommen waren. Doch wir konnten ihr nur davon abraten, den Weg zu nehmen, auf dem wir eben über Felstreppen, Stolperwurzeln und mitunter extrem schmalen Felsdurchgängen hinab ins Tal gestoßen waren, denn der war für einen herkömmlichen Radler nun wirklich  völlig ungeeignet. Wenigstens konnte Herr Silberdistel ihr mit einem Blick in unsere Wanderkarte ein wenig weiterhelfen. Wir verabschiedeten uns von der Radlerin und hielten weiter Ausschau nach dem Weg, der uns wieder zurück zur Burg Rabenstein führen sollte.
Nach einigem Suchen entdeckten wir schließlich auf der gegenüberliegenden Straßenseite den Aufstieg hinauf zur Sophienhöhle und an der Sophienhöhle mussten wir lt. Karte vorbeikommen, wenn wir wieder zur Burg wollten.

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Die Höhle  ist eine von drei großen Schauhöhlen in dieser Gegend. Hineingeschaut haben wir zwar dieses Mal nicht, aber gemerkt haben wir uns die Sophienhöhle schon. Vielleicht sind wir doch noch öfter einmal im Land der Franken unterwegs und dann wird sich sicher auch dafür einmal eine Gelegenheit finden.
Aber einige andere, oberirdische, wunderschöne Aussichten haben wir noch genossen. Dafür mussten wir allerdings erst einmal 45 Stufen hinauf bis zur Sophienhöhle erklimmen und anschließend noch weitere 76, bis wir uns am höchsten Punkt befanden. Danach konnten wir, ziemlich erleichtert darüber, den straffen Anstieg endlich geschafft zu haben, wieder locker bergab wandern.

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Ganz besonders hat uns das letzte Stück Weg unserer Wanderung gefallen, auf dem es auf einem mitunter äußerst schmalen Pfad durch ein uriges Felsenlabyrinth ging.

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Fast hatte man mitunter Angst, durch den schmalen Spalt zwischen den sich gegenüberstehenden Felsen nicht hindurch zu passen. Aber wir hatten Glück, wir blieben nicht stecken und mussten nicht durch ein Feuerwehreinsatzkommando aus dem Fels geschnitten werden. So landeten wir dann auch bald wieder glücklich an der Burg Rabenstein.

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Die örtliche Gastlichkeit an der Burg Rabenstein, die „Gutsschenke“, haben wir nicht getestet. Da wir später ohnehin noch einkaufen mussten und uns leckerer Kuchen für den Nachmittagskaffee auf der Terrasse unserer Ferienunterkunft vorschwebte, haben wir uns vorerst mit einem kleinen Imbiss aus meiner Wanderverpflegung begnügt.

Fazit: Wir haben einen schönen sonnigen Tag in einer fantastischen, fast unberührt wirkenden Landschaft, die uns sehr an Rhön und Pfalz erinnerte, erlebt. Das ganz Besondere daran war, dass wir fast gänzlich jenseits von Asphaltwegen und Straßen, sieht man von der zweimaligen Straßenüberquerung unten im Tal einmal ab, zu Fuß unterwegs waren – auf einem Wanderweg, der gerade deshalb unwahrscheinlich  viel Spaß gemacht und der uns wundervolle urige Natur geboten hat. Wer das so sucht, was wir es dort vorgefunden haben, dem kann man diesen Wanderweg nur sehr ans Herz legen. Und wem das alles noch viel zu wenig ist, der kann unterwegs in die Sophienhöhle schauen, sich am Ende auf der Burg Rabenstein ein wenig umschauen oder/und in die sich gegenüber der Burg befindliche Falknerei schauen, in der es über 80 Greifvogelarten zu bewundern geben soll. Wenn man das alles an einem Tag geschafft hat, dann muss man anschließend aber doch noch in die Gutsschenke, um nach einem ordentlichen Essen wieder zu Kräften zu kommen.

… von der Rhön im September wurde von herrlichem Wetter begleitet und sie führte uns noch einmal in Richtung Thüringen. Da ich bei meinem Alleingang am Tag zuvor einen angenehm kurzen Weg von unserem Ferienhaus hinauf zum Buchschirmberg herausgefunden hatte, fanden wir die Idee nicht schlecht, einmal ein Stückchen über unser Lieblingsziel in Thüringen, das „Thüringer Rhönhaus“, hinauszuwandern und bis zum „Eisenacher Haus“ zu laufen. Was wir vorn an Weg eingespart hatten, konnten wir doch nun einfach einmal hinten anhängen und etwas weiter laufen.

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Das „Eisenacher Haus“

Das „Eisenacher Haus“ wurde 1928 vom Rhönklub erbaut. Es steht auf dem Ellenbogen, einem 813 m ü. NHN hohen Berg in der thüringischen Rhön und es blickt auf eine recht wechselvolle Geschichte zurück.
In den frühen DDR-Jahren wurde es als FDGB-Ferienheim genutzt, später diente es der STASI als Teil einer Abhöranlage, die in der Nähe des „Eisenacher Hauses“ entstand. Das Haus selbst beherbergte die technische Einrichtung dieser Anlage. Zu dieser Zeit, etwa Mitte der 1960er Jahre, entstand auch ein Anbau am Haus, das Gelände wurde eingezäunt und zum Sperrgebiet erklärt. Dieser Horchposten war quasi als Gegengewicht zu der ähnlichen Anlage auf westdeutscher Seite, zu der Anlage auf der Wasserkuppe, gedacht. Im Volksmund wurde dieses Sperrgebiet übrigens „Klein Sibirien“ genannt.
Heute ist das „Eisenacher Haus“ wieder Hotel und Gasthaus. Es wird für Tagungen und als Wanderhotel genutzt. Mit seinem schönen Biergarten bietet es sich aber auch für Tagestouristen als lohnenswertes Ziel an. Und dass man dort ausgezeichnet speisen kann, haben wir Silberdistels an unserem letzten Urlaubstag selbst in Erfahrung bringen können. Wer mehr über das „Eisenacher Haus“ wissen möchte, kann sich gern bei Wikipedia noch etwas genauer informieren. Ich habe mich nämlich genau dort auch gebildet und einiges davon in Kurzfassung hier wiedergegeben.

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Vor einigen Jahren hatten wir uns in einem Urlaub schon einmal zum „Eisenacher Haus“ aufgemacht, waren aber kurz vorm Ziel wieder umgekehrt, da dort gerade ein großes Happening mit Blasmusik und einem enormen Menschenauflauf stattfand. Wir hatten damals eigentlich Ruhe gesucht und hätten sie zu dem Zeitpunkt dort so gar nicht gefunden.

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Der zweite Versuch jetzt endete wesentlich angenehmer. Der Biergarten bot eine entspannte und gemütliche Atmosphäre. Für uns gab es ein richtig schönes Abschiedsessen von der Rhön, denn am folgenden Tag würde es wieder in Richtung Heimat gehen. Mein Herr Silberdistel gönnte sich Pfifferlinge, dazu ein Schnitzel mit Serviettenknödeln und ich machte mich über ein richtig leckeres Würzfleisch mit Toast her. Dazu gab es einen äußerst schmackhaften Salat. Als Dessert leisteten wir uns schließlich noch gebackene Waffeln mit Erdbeeren, Eis und Sahne plus Kaffee bzw. Cappuccino. Satt war danach kein Ausdruck mehr.

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So kam uns auf dem Rückweg die eine oder andere Pause sehr gelegen, denn mit vollem Bauch ist man weniger beweglich und meistens auch ein bisschen fauler. Mikes Weitblickbank, wir waren derweil bereits wieder auf dem Buchschirmberg, lud uns  freundlich ein, einen Moment Platz zu nehmen. Der wirklich außerordentlich schöne Weitblick von dort aus ließ uns wieder Kraft tanken für das nächste Wegstück, das nicht sehr weit von Mikes Bank erneut endete. Wir hatten nämlich noch ein weiteres Bank-Rendezvous.

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Unsere „Deutsche Bank“

Dort, wo der Wanderweg vom Buchschirmberg wieder hinab zum „Thomas-Morus-Haus“, dem katholischen Jugendheim, führt, steht etwas abseits vom Weg unsere Lieblingsbank, die Bank, die wir vor einigen Jahren einmal auf den Namen „Deutsche Bank“ tauften, unsere „Deutsche Bank“. Es gehörte natürlich zu diesem Abschiedstag von der Rhön dazu, dass wir auch noch Abschied von unserer Bank nahmen. Und leider tröpfelte genau dort ein kleiner Wermutstropfen in meinen Tag hinein.

Während wir Silberdistels so auf der Bank saßen und in die Ferne blickten, kam uns die Idee, zur Erinnerung an diesen schönen diesjährigen Abschiedstag von der Rhön noch ein Selfie bzw. ein Selfie der eher alten Art, ein Selbstauslöserfoto mit meiner Kamera, zu schießen. Wir setzten uns also auf unserer geliebten „Deutschen Bank“ in Positur.

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Leider übersah ich in meinem Eifer den Stacheldraht, der den Koppelpfahl (Bildmitte) „schmückte“

Dann eilte ich zum gegenüber stehenden Koppelpfahl und hängte, weil draufstellen wegen der geringen Grundfläche des Pfahls nicht ging, die Kamera an den Pfahl. Leider kollidierte dabei mein Kameradisplay mit einem Stück Stacheldrahtzaun und zerkratzte das Display am oberen Rand. Ärgerlich, aber doch nicht mehr zu ändern. Den ansonsten so herrlichen Tag habe ich mir damit allerdings trotzdem nicht verderben lassen. Ich hab’s mit Fassung getragen und sehe diesen „Unfall“ ganz einfach als bleibende Erinnerung an einen Tag an, der einem wunderschönen spätsommerlichen Urlaub seinen Abschluss gab. Außerdem ist unser Selfie recht nett geworden – also erst recht kein Grund, sich lange über die eigene Dummheit zu ärgern.

… ist er oft, der Weg zur Erkenntnis. Unser Urlaub dieses Jahr in der Rhön hat mir das wieder einmal bewiesen.

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Ich stand während dieser einen Woche Feriengenusses, die wir gewissermaßen mitten im Wald verbringen durften, öfter einmal an diesem Fenster und schaute hinaus. Was es da zu sehen gab? Nun ja, eigentlich irgendwie nichts oder besser – viel wohltuendes Grün für die Augen. Aber sonst eben nichts weiter – so auf den ersten Blick. Andererseits alles kein Wunder, befanden wir uns doch am Ende der Welt, also, naja, am Ende der Welt einer kleinen Ferienhaussiedlung, am Ende eines schmalen, mehr schlecht als recht, geschotterten Waldweges, der in einer Art Sackgasse mündete, wenn man denn einen Waldweg überhaupt so bezeichnen kann.  Jedenfalls endete der Holperweg vor einem Geräteschuppen, der wohl zu unserem Ferienhaus zu gehören schien. Von dort aus ging also nichts mehr vorwärts, von dort aus konnte man den Weg nur wieder zurück holpern. So es dunkel war, konnte das mit dem Zurück für Ungeübte oder zur Orientierungslosigkeit Neigende schon ziemlich schwierig werden. Aber auch das Hin war nichts für schwache Nerven. Wir wären einige Male fast in der Unendlichkeit der Rhönwälder verschollen, zumal hier eine ganz andere Dunkelheit herrschte als daheim. Dunkel ist eben doch nicht gleich dunkel und unsere nörgelnde Nora, das Navi in unserem Auto, war da irgendwie auch keine Hilfe. Wenn die Dunkelheit hereinbrach, sah man, wie man so schön sagt, des Nachts die Hand vor Augen nicht mehr, es sei denn Mond und Sterne sorgten für eine gewisse Helligkeit. Übrigens ist diese Gegend wie gemacht für Sternengucker. Die Rhön wirbt sogar in dieser Richtung mit ihrer besonderen Finsternis. Zum Glück bekamen wir selbst abends  und trotz dieser enormen Finsternis jedes Mal gerade noch rechtzeitig die entscheidende Kurve zu fassen und fanden unser Ferienhaus wieder.
Uups, da bin ich doch jetzt irgendwie von der Mücke zum Elefanten gekommen. Also, wo war ich? Ach ja, bei der Mücke, also dem vielen Grün, das da vor dem Fenster waberte.

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Irgendwann während des Urlaubs, als mein Blick wieder einmal zum Fenster und darüber hinaus wanderte, entdeckte ich in all dem Grün ein seltsames Stückchen Zivilisation schräg gegenüber des Fensters – eine Art Schranke. Im Wilden Westen hätte der Cowboy dieses Teil sicher als Einladung zum Parken seines Pferdes verstanden. Ob es hier Cowboys gab – hier im tiefen Rhönwald – mit Pferden gar? Wozu mochte dieses Teil gut sein, wenn nicht dafür, um sein Pferd anzubinden?
Doch dann wanderten meine Gedanken wieder zum Frühstückstisch und das hölzerne Gebilde verschwand nicht nur aus meinen Augen, es verschwand auch wieder aus meinem Sinn – bis mich Herr Silberdistel am letzten Samstag unseres Urlaubs wegen einer Tagung, an der er seine Teilnahme zugesagt hatte, allein ließ. Auch nicht weiter schlimm, so dachte ich, und bald schwebte mir für diesen Tag eine kleine Naturkundesolowanderung vor. Das Wetter sah prächtig aus – wie einem Bilderbuch entsprungen. Sollte ich noch einmal hinauf zum Buchschirmberg wandern?

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Panorama vom Buchschirmberg aus aufgenommen

Ein verlockender Gedanke, hatte ich doch noch immer diesen herrlichen Ausblick dort oben von unserer letzten Wanderung vor Augen.
So schnürte ich nach einem gemütlich im Liegestuhl verbrachten Lesevormittag gegen Mittag mein Ränzlein, packte sicherheitshalber noch eine Wanderkarte der unmittelbaren Umgebung mit ein, schließlich wollte ich nicht doch noch wegen Orientierungslosigkeit in den Tiefen der Rhönwälder spurlos verschwinden, und stiefelte los – bergab zunächst. Aber nur kurz. Auf Höhe der hölzernen Sperre stoppte ich abrupt meine Schritte. Wieder fielen mir die Cowboys und die Pferde ein. Ich schaute den Hang hinauf. Ob es dort oben noch irgendwie weiterging? So richtig Vertrauen erweckend sah das Dickicht nicht aus. Obwohl, wenn man wollte, konnte man den Hauch eines schmalen Trampelpfades erkennen. Man musste allerdings schon sehr wollen. War dieser scheinbare Pfad vielleicht ein Wildwechsel? Oder handelte es sich hier doch um einen alten Weg. Sollte eventuell nur verhindert werden, dass aus unserer scheinbaren Sackgasse eine Durchfahrtsstraße wurde? Sollte dieses schrankenähnliche Gebilde nur einfach eine Wegsperre sein? Jetzt hielt mich nichts mehr, das wollte erkundet werden.

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Irgendwann lichtet sich der grüne Vorhang vor mir

Und siehe da, nach etlichen Metern hangaufwärts lichtete sich das grüne Dickicht und aus dem schmalen Grat, der mich dort hinaufgeführt hatte, wurde Erkenntnis. Dafür musste ich zunächst aber noch unter einem weiteren schrankenähnlichen Konstrukt hindurchtauchen, danach weitete sich mein „Wildwechsel“ zu einem deutlich sichtbaren Pfad, verwandelte sich weiter zu einem gut gangbaren Weg und wurde schließlich zu so etwas wie einer schmalen Schotterstraße, an deren linker Seite sich nun auch wieder Ferienhäuser reihten.

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Aus dem Garten eines Ferienhauses beobachtet mich diese Eule

Wer hätte gedacht, dass sich hier oben eine weitere Ferienhaussiedlung anschloss. Wunderhübsch sahen einige der Häuser aus – mit vielen liebevoll gestalteten Details verziert. Eine hölzerne Eule hatte es mir ganz besonders angetan. Wie gut würde sie auch in meinen Garten passen.

Am Ende der Schotterstraße stieß ich schließlich auf eine weitere, eine asphaltierte, Straße und da ging mir dann endgültig ein Lichtlein auf. Ich wusste plötzlich sehr genau, wo ich mich befand und ich wusste nun auch, dass ich eine Abkürzung von unserem Ferienhaus hinauf zum Buchschirmberg gefunden hatte. Ein paar Tage zuvor, als wir zum Thüringer Rhönhaus über den Buchschirmberg unterwegs waren, hatten wir also einen riesigen Umweg gemacht, weil wir es einfach nicht besser wussten. Wir hätten uns etliche Schweißperlen ersparen können, wenn wir bereits zu dem Zeitpunkt von diesem kurzen Weg Kenntnis gehabt hätten. Ich stand jetzt weit oberhalb der Stelle, an der wir bei unserer ersten Wanderung hoch zum Buchschirm auf diese Straße getroffen waren. Sie führt hinauf bis zum „Thomas-Morus-Haus“, einem katholischen Jugendheim, das seit 1980 als Jugendbildungsstätte existiert. Von dort aus ist es dann auch nicht mehr weit bis zum Gipfel des Buchschirmberges.

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Das „Thomas-Morus-Haus“ am Buchschirmberg – ein katholisches Jugendheim

Auch wenn ich mir durch die Abkürzung ein ganzes Stück besonders schweren Anstiegs erspart hatte, wurde mir dennoch warm, denn einige Höhenmeter gab es trotzdem noch bis zum Jugendheim und weiter bis hinauf auf den höchsten Punkt des Berges zu bewältigen.

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Neugierig halte ich nach dem freilaufenden Bullen Ausschau

Kurz hinter dem „Thomas-Morus-Haus“ sollte ein freilaufender Bulle unterwegs sein. Was einem in der Rhön doch so alles über den Weg laufen kann? Aber so sehr ich auch Ausschau hielt, weit und breit kein Bulle zu sehen.

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In der Nähe des „Thomas-Morus-Hauses“ kann ich einen gefiederten Jäger beobachten

Doch bei meiner Bullensuchaktion stach mir etwas anderes ins Auge, vor dem vielleicht nicht gerade ich, aber doch so manche Maus Respekt haben sollte. Wobei, wenn ich den wilden Jäger jetzt so anschaue, dann scheint es mir fast so, als hätte er mich doch ganz schön fest im Visier gehabt. Nun, vielleicht sollte ich froh sein, dass ich ungeschoren davongekommen bin. Mitunter ahnt man gar nicht, in welcher Gefahr man schwebt.

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Irgendwann erhob sich der gefiederte Jäger und verschwand hinter einer Baumreihe, für mich also das Zeichen zum Weiterwandern. Am Wegesrand entdeckte ich nicht nur trockene Schönheiten, auch ein Baumgeist war dabei, mit roten Beeren geschmückte Büsche säumten meinen Weg und sogar Schmetterlinge waren an diesem Tag noch auf Nahrungssuche unterwegs.

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Und dann tauchte die Aussichtsplattform vom Buchschirmberg vor mir auf. Dieses Mal wollte ich hinauf und noch einmal den Blick in die Weite der Rhön genießen, ihn einfangen mit dem Augen, mit allen Sinnen und natürlich auch mit der Kamera.

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Ich weiß nicht mehr, wie lange ich dort oben zugebracht habe. Der Blick ist so bezaubernd und er begeistert mich immer wieder aufs Neue, dass ich mich jedes Mal nur schwer von ihm trennen kann. Jedes Mal ist er anders – je nach Jahreszeit und Lichteinfall. Ich könnte mich fast in all dieser Schönheit verlieren.

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Aber dann wird es doch Zeit für den Rückweg. Da ruft jemand ganz laut in meinem Innern nach einem Kaffee, einem kleinen Imbiss und irgendwie auch nach ein bisschen Ruhe im Liegestuhl auf der Terrasse unseres Ferienhauses. So geht es dann wieder bergab. Auch jetzt entdecke ich noch viel Interessantes – wie z.B. die Wohnung der Fledermäuse Tonia und Valentin oder einen Baumgeist mit gleich drei Gesichtern.

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Doch bevor ich mich, wieder zurück am Ferienhaus, dem Kaffee und dem Liegestuhl widme, muss ich noch einen kleinen Rundgang machen und einsammeln, was an der Terrasse noch alles blüht. Hübsch, was hier angepflanzt ist und die Sinne erfreut. Erstaunlich auch, wie viele Insekten an diesem späten Nachmittag noch unterwegs sind. Es summt und brummt wie im Hochsommer und lässt mich an meinen eigenen Garten zuhause denken. Ob da gerade auch auf den Blumen so viel Betrieb ist?

In einem der Kommentare zu meinen früheren Wanderurlaubsbeiträgen von diesem Jahr hatte Charis sich erkundigt, ob wir Silberdistels auch auf dem Kreuzberg waren. Natürlich waren wir auf dem Kreuzberg. Dieser Berg mit dem gleichnamigen Kloster gehört unbedingt immer und immer wieder in unseren Rhönurlaub. Einerseits, weil es meinen männlichen Begleiter schon allein wegen des berühmten Kreuzberg-Bieres hoch auf den Berg zieht und andererseits, weil im Biergarten des Klosters alljährlich ein fast schon traditionsreiches Treffen mit einem guten Bekannten meines Herrn Silberdistel stattfindet. Wir haben dort schon so manche schöne Stunde mit interessanten Gesprächen bei dem überaus leckeren Kreuzbergbier und einem schmackhaften Gericht aus der Klosterküche verbracht.

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Bei dem herrlichen Spätsommerwetter ist im Biergarten des Kloster Kreuzberg viel Betrieb

Auch dieses Mal fanden wir zusammen mit unserer Bekanntschaft im Biergarten wieder einen schönen Sonnenplatz. Für den vollendeten Genuss fehlten nur noch ein kühles Kreuzbergbier und für uns Silberdistels die geliebte Käseplatte.

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Zwei der Flaschen im Vordergrund werden wir gut befüllt mit echtem Kreuzbergbier mit nach Hause nehmen

Gewandert sind wir ausnahmsweise einmal nicht. Wir hatten nämlich vor, uns einige Liter des leckeren Bieres aus der Klosterbrauerei abfüllen zu lassen, um sie als kleine Urlaubserinnerung mit nach Hause zu nehmen. Die überdimensionalen Bierflaschen mochten wir nicht so gern stundenlang im Wanderrucksack mit uns herumtragen. Man muss sich das Leben ja nicht unnötig schwer machen, obwohl es wahrscheinlich für die Figur weitaus besser gewesen wäre, wenn wir das Bier nicht im Auto, sondern im Wandergepäck den Berg hinunter getragen hätten.

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Ein solches „Fläschchen“ hat schon ein nettes Gewicht

So hätten wir einen Teil der Kalorien, die wir später mit dem Bier zu uns nehmen würden, schon im Voraus ein wenig abgearbeitet. Ja, wenn doch nur nicht immer dieses Wörtchen „hätten“ wäre … Aber wer denkt im Urlaub schon über irgendwelche ‚Wenns‘ und ‚Aber‘ oder gar über Kalorien nach? Schließlich ist Urlaub und wenigstens da will man endlich einmal Ruhe vor ihnen haben. Am besten ignoriert man sie einfach und das taten wir.

Während die beiden Herren nach dem Essen weiter begeistert dem Bier zusprachen und dabei spannende Männerprobleme wälzten, besuchten wir beiden Mädels als kleinen Verdauungsspaziergang die Minishoppingmeile am Kloster, wo man all das kaufen kann, was man schon immer haben wollte und nie brauchte. Nun ja, auch an uns ging dieser Kelch nicht vorüber, d.h., dieser Punkt betraf wohl doch mehr nur mich. Meine Begleiterin fand eher etwas, von dem sie wohl bald Gebrauch machen würde – ein himmlisch gut duftendes Stückchen Lavendelseife. Ich musste mich mühsam beherrschen, türmte sich doch zuhause in meinem Schrank ein ganzes Lavendelseifenlager.

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Zuwachs für meine kleine Sammlung

Dafür wanderte eine kleine Figur in meine Tasche – Zuwachs für meine Sammlung von Heiligenfiguren. Und das gehört wohl schon eher in diese Kategorie: „Was Sie schon immer haben wollten …“ Aber was man schon immer haben wollte, braucht man doch auch irgendwie, oder? Und wenn es nur dazu da ist, einem ein Gefühl der Zufriedenheit zu verschaffen und genau das tat sie – die Maria.

Meine Kamera hatten bei dem diesjährigen Kreuzbergausflug ausnahmsweise einmal fast gar nichts zu tun – getreu nach dem Motto: „Wer nicht wandert, der entdeckt auch nichts“.

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Einer der berühmten Bernhardiner vom Kreuzberg

Obwohl … so ganz stimmt das nun auch wieder nicht, denn dem einsamen Bernhardiner vom Kreuzberg habe ich natürlich einen Besuch abgestattet. Wieder, wie auch schon im vergangenen Jahr, lag nur einer der Hunde im Zwinger. Mich hat es natürlich brennend interessiert, was aus dem zweiten Bernhardiner geworden ist und so habe ich ein bisschen recherchiert. In einem Artikel habe ich nun gefunden, dass es wohl nur noch die Hündin Rana (Rana von Wingert) gibt. Das war schon irgendwie eine Überraschung für mich. Endete damit die Bernhardinerzucht auf dem Kreuzberg erneut? Man hatte doch nach einer längeren Pause hoffnungsvoll mit Rana und Hugo wieder mit der Zucht begonnen und 2012 hatte es auch Nachwuchs gegeben. Schade irgendwie. Was mag mit Hugo passiert sein? Leider konnte ich da nichts in Erfahrung bringen.

Bei der Hündin Rana war es recht ruhig. Sie lag schlummernd in ihrem Zwinger und wer weiß, vielleicht träumte sie von ihrem Hugo.

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Ein Grünes Heupferd flaniert durch den Biergarten

Im Biergarten dagegen ging es recht lebhaft zu. Nein, ich meine nicht die Kreuzbergbierliebhaber, die von Bierchen zu Bierchen lauter wurden. Es gab da noch andere Biergartenbesucher, einen, der ganz grün war …, also nicht nur hinter den Ohren, auch sonst war er ganz grün – ein Grünes Heupferd. Ob es sich auch unter den Heupferden herumgesprochen hat, dass das dunkle Bier dort bei den Mönchen auf dem Kreuzberg ganz besonders lecker ist? Vielleicht hätten wir ihm einen Fingerhut voll Bier hinstellen sollen. Dass man an die wichtigsten Sachen auch immer erst zu spät denkt.

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Dieser Buchfink war weniger am Bier, dafür mehr an den heruntergefallenen Brot- und sonstigen Krümeln aus dem Biergarten des Klosters interessiert

Aber den beiden Buchfinken konnten wir helfen. Die schienen eher nicht an dem dunklen Gebräu interessiert zu sein, sie hatten es auf die bunte Krümelsammlung auf der Erde abgesehen, zu der wir noch ein wenig dazu taten, auch wenn es davon bereits reichlich gab.

Inzwischen war aus dem Vormittag Mittag und aus Mittag Nachmittag geworden. Der Gesprächsstoff war uns zwar immer noch nicht ausgegangen, aber unsere beiden Besucher hatten noch einen weiten Heimweg vor sich. Es war an der Zeit, dem Kreuzberg wieder einmal für ein Jahr den Rücken zu kehren. Vielleicht werden wir uns ja auch im kommenden Jahr wieder hier treffen. So verabschiedeten wir uns voneinander und wir Silberdistels, wir freuten uns auf den Liegestuhl und die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf der Terrasse unseres Ferienhauses. Mein Herr Silberdistel hatte es bereits ab dem Moment, als er im Auto saß, gut.

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Gleich würden wir ihn wieder genießen können – den herrlichen Wasserkuppenblick

Er „durfte“ nämlich auf dem Beifahrersitz Platz nehmen und konnte sich schon mal ganz entspannt zurücklehnen und sich gedanklich auf den Liegestuhl und den herrlichen Wasserkuppenblick einstimmen, während ich uns zurück in unser idyllisch liegendes Ferienhaus fuhr.

Der Oktober lässt sich in diesem Jahr wirklich sehr bitten, was den goldenen Herbst betrifft. Wahrscheinlich denkt er, der September hätte in der Hinsicht bereits fleißig für ihn vorgearbeitet. Warum sollte er sich da noch großartig ein Bein ausreißen?  Wir Silberdistels neigen fast dazu, dem Burschen seine Lustlosigkeit nachzusehen, zumal wir das große Glück hatten, nicht nur einen Teil dieser so herrlichen Septembertage, sondern auch den eigentlichen Herbstbeginn beim Wandern in der Rhön zu erleben. Ich berichtete hier bereits in einigen meiner Beiträge zuvor.

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Eine Panoramaaufnahme – von der Wasserkuppe aus aufgenommen

Auch für den ersten Herbsttag war zumindest für die Rhön wieder bestes Wetter versprochen. Einfach perfekt, nicht nur für den eigentlichen Herbstbeginn, auch für unseren Urlaub konnten wir uns nichts Besseres wünschen. Die Fernsicht schien wieder bestens zu sein. Auch wenn später ab und zu ein paar beeindruckend dunkle Wolkenberge am Himmel zu sehen waren, blieb es bei dem fantastischen Spätsommerwetter. Unsere Entscheidung, uns noch einmal auf zur Wasserkuppe zu machen, dieses Mal vom Guckaisee aus, erwies sich als gut und richtig.

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Hier haben wir den Guckaisee (mittig im Bild) bereits weit hinter uns gelassen

Wir schnürten also auch an diesem Tag unser Wanderränzlein und bemühten zunächst erst einmal, wie schon öfter in diesem Urlaub, unser Auto, denn übertreiben wollten wir es mit dem Wandern ja nun auch nicht.
Vom Parkplatz am nahen Guckaisee aus sattelten wir Silberdistels dann aber doch auf unsere je zwei Füße um.
Der Wanderweg führte uns zunächst rechts am Guckaisee vorbei. Für Badegäste war der See wohl schon zu kalt. Es waren nämlich weit und breit keine zu sehen. Wir hatten das schon ganz anders erlebt. Kurz hinter dem See krabbelt der Weg dann langsam, aber stetig in die Höhe. Da er aber einen großen,  fast s-förmigen, Bogen beschreibt, hält sich die körperliche Anstrengung durchaus in Grenzen.

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Immer wieder legen wir eine kleine Pause ein – für solche wundervolle Fernblicke wie diesen

Immer wieder laden herrliche Ausblicke zum Verweilen ein. Man pausiert also fast schon automatisch, um den Blick in die Ferne …

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Hier ein Blick hinauf zum nahen Pferdskopf

… oder auch hinauf zum nahen Pferdskopf schweifen zu lassen. Oft haben wir über diesem Berg schon Gleitschirme schweben sehen. An diesem Tag war über ihm nur blauer Himmel mit einigen wenigen Wolken zu sehen.

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Ist der Anstieg auf dem s-förmiger Weg geschafft, geht es ein ganzes Ende ohne nennenswerte Kletterpartien weiter. Erst kurz vor der Wasserkuppe mit dem großen „Fußball“ auf ihrem Gipfel geht es wieder steil den Berg hinauf. Wir sparten uns diesen letzten schweren Teil allerdings noch ein wenig auf, denn unser Interesse galt an diesem Tag zunächst einmal dem Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe und das befindet sich etwas unterhalb des berühmten „Fußballs“.

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Das Denkmal, eine Arbeit von August Gaul, wurde 1923 in Erinnerung an die im 1. Weltkrieg gefallenen Piloten errichtet. Es ist nicht, oft wird das nämlich fälschlich behauptet, ein Denkmal für alle beim Fliegen tödlich verunglückten Piloten. Heute ist das Fliegerdenkmal mit seinem imposanten Basaltsteinsockel und der bronzenen Adler-Skulptur nicht mehr von der Wasserkuppe wegzudenken. Es gilt inzwischen neben dem Radom, dem großen „Fußball“, als Wahrzeichen des Berges.
Wie man an den vielen, einem ständig vor der Kamera herumlaufenden, Menschen sehen kann, war und ist der stolze Adler auf seinem Steinwall nicht nur bei uns Silberdistels ein beliebtes Fotomotiv. Die großen Basaltbrocken rund um das Denkmal reizen noch dazu, und das nicht nur Kinder, die eine oder andere Kletterrunde darauf einzulegen. Na, und ein Foto, so direkt und fast hautnah unter dem Adler stehend, macht doch so einiges her. Als endlich auch wir Silberdistels unsere Fotos im Kasten hatten, meisterten wir noch das letzte steile Stück des Anstiegs und so standen wir dann, ein bisschen schnaufend, unterhalb des großen Balles am höchsten Punkt der Wasserkuppe und schauten in die nun fast unter uns liegende Rhön.

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Der Blick ganz oben von der Wasserkuppe aus ist durchaus beeindruckend

Von ganz oben war die Aussicht auf die Berge in der Ferne natürlich noch viel spektakulärer. Wie unendlich weit man schauen konnte. Auch wenn wir dieses Mal nicht über den Wolken schwebten wie im vergangenen Jahr, kamen mir beim Anblick der unendlichen Ferne wieder  die Zeilen „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ aus dem Song von Reinhard Mey in den Sinn.

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Dabei fiel mein Blick auf eine Gruppe am Hang sitzender und stehender Modellflugzeugfans. Ob ihnen auch jedes Mal, wenn sie ihre Modellsegelflugzeuge in den Himmel schicken, dieses Lied in den Ohren klingt?  Aber wenn schon nicht ihnen, dann doch sicher denen, die hoch über uns gerade in den beiden Fliegern saßen. Wie aufregend es dort oben ist, weiß auch ich seit unserem Rhönrundflug im vergangenen Jahr und wie berauschend es ist, den Wolken so nah zu sein.

Aber genug geschwärmt. Wieder mit den Gedanken und beiden Füßen auf der Erde, schlenderten wir weiter in Richtung Rhöner Bauerladen. Oben auf der Wasserkuppe gibt es nämlich einen Ableger des Lädchens am Freilandmuseum in Fladungen. Dort hineinzuschauen war uns schon fast Verpflichtung, auch auf die Gefahr hin, nicht mit leeren Händen wieder rauszukommen. Na, und so war es dann auch, 2 Keramiktassen von unserem Lieblingstöpfer, 4 leckere Rhöner Würste und ein Minigläschen mit Rhöner Fichtenspitzensenf wanderten schließlich wieder mit uns bergab.

Hinunter zum Guckaisee, an dem ja unser Auto auf uns wartete, wählten wir zur Abwechslung mal einen anderen Wanderweg als den, der uns hoch zur Wasserkuppe geführt hatte. Im letzten Jahr hatten wir einen für uns neuen Weg entdeckt.

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Der Pferdskopf – ein beliebter Berg bei den Gleitschirmfliegern

Er führt zunächst wie auch unser Hinweg am Pferdskopf vorbei und ganz kurz dahinter rechter Hand  recht steil hinab über eine Sommerweide bis hin zum Guckaisee. Der Pferdskopf ist übrigens bei den Gleitschirmfliegern sehr beliebt als Startposition hinauf in die luftigen Höhen der Rhön. Seine Hänge scheinen dafür geradezu gemacht.

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Vor dem Betreten von Hunden würde ich natürlich auch warnen. Das könnte unter Umständen gefährlich enden

Unterwegs zum Guckaisee gab es natürlich noch allerlei zu sehen und wenn’s nur das Schild am Einlass zur Sommerweide war, das einer gewissen Komik nicht entbehrte. Wer getraut sich schon, Hunde zu betreten? Na, jedenfalls wird man hier gewarnt, falls man doch so überaus todesmutig sein sollte.

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Aber auch sonst litt meine Kamera durchaus nicht an Futtermangel. Nicht nur Herbstzeitlose erfreuten unser Auge. Die Natur rundum hatte viel Schönes zu bieten. Und dass wir wirklich auf einer Weide waren, das blieb uns ebenfalls nicht verborgen, schauten wir doch immer wieder einmal in hübsche Kuhaugen.

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Der Guckaisee hat auch im Herbst seine Badegäste

Und da lag er schon vor uns, der Guckaisee. Menschliche Badegäste gab es noch immer nicht, aber Zweibeiner waren dennoch im See unterwegs – gefiederte Zweibeiner, die schnatternd miteinander plauderten und beim Wettpaddeln winzige Wellen auf das ansonsten spiegelglatte Wasser zauberten.

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Wir haben einen stillen Beobachter

Vom See bis zu unserem Auto war es dann nicht mehr weit. Wieder am Ferienhaus genossen wir auf der Terrasse noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Ob wir da bereits heimlich beobachtet wurden? Es schien mir fast so, denn kaum waren wir wieder drinnen im Haus, nahm ich vor dem Fenster eine Bewegung wahr. Ein hübsches graues Kätzchen schaute vorsichtig und aus angemessener Entfernung zu unserem Fenster hinein. Was ging da wohl in dem kleinen Köpfchen vor? Egal, ich hatte den Blick auch so verstanden und legte später ein paar Wurststückchen auf die Terrasse. Am anderen Morgen war alles fein säuberlich weggeputzt. Von da an hatten wir einen pelzigen Mitesser. Aber es kam noch ganz anders, als wir dachten. Doch das ist eine andere Geschichte.

Es ist bereits einige Jahre her, als ich hier etwas ausführlicher über die „Poppenhausener Kunstmeile“ berichtete. Bei unseren Wanderungen in der Rhön, die uns zum Grabhügel des Riesen Mils, der Milseburg, führten, wurden wir jeweils alljährlich ein Stück des Wegs von dieser Kunst am Wegesrand begleitet.

Als wir jetzt im September wieder einmal wandernd in der Rhön unterwegs waren, trafen wir auf, zumindest für uns, neue dieser Kunstwerke. Wir verdanken diesen Neuzugang in unserer innerlichen Kunstsammlung genau genommen den Straßenbauarbeiten, die uns überall den Weg zum Grab des Riesen Mils versperren wollten. Ich berichtete in meinem vorigen Beitrag von dieser Irrfahrt über Rhöner Landstraßen.
Am Ende dieser Irrfahrt standen wir, zwar ein wenig entnervt, aber immerhin am Südhang der Maulkuppe mit dem sehr interessanten Rundbau „Fuldaer Haus“. Gesehen hatten wir das „Fuldaer Haus“ bei unseren Wanderungen in den Jahren zuvor schon oft – allerdings immer nur aus der Ferne. Im Grunde genommen wurde es also Zeit, dass wir es endlich auch einmal aus der Nähe betrachteten. Wahrscheinlich waren die gesperrten Straßen ganz einfach nur so etwas wie ein Wink mit dem Zaunpfahl frei nach dem „Erlkönig: „Und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“ Wobei in unserem Falle wohl weniger der Erlkönig, sondern mehr der Riese Mils seine Hand im Spiel hatte, denn genau auf den trafen wir nämlich, kaum dass wir uns vom „Fuldaer Haus“ auf den Weg zur Milseburg gemacht hatten.

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Die Milseburg, von der ich bisher immer annahm, dass dort wirklich der Riese Mils begraben liegt

Bis zu diesem denkwürdigen Tag jetzt im September hatte ich immer angenommen, der Riese würde wirklich, wie die Sage zu berichten weiß, unter dem gewaltigen Milseburghügel vergraben sein.

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Aber da unterlag ich wohl einem Irrtum, denn plötzlich und unerwartet stand der Kerl weitab von seinem Grabhügel groß und mächtig auf einem dicken Baumstamm vor uns und schaute grimmig auf uns herab, so, als wären wir der Heilige Gangolf, der ihn bezwingen wollte. Als uns klar wurde, wer da vor uns stand, machten wir schnell, dass wir weiterkamen, bevor er vielleicht noch den mächtigen Felsbrocken, den er bei sich trug, nach uns warf.

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Aber, so ging mir durch den Kopf, wenn der Riese hier, immerhin ein ganzes Ende von der Milseburg entfernt herumstand, dann konnte er doch nicht auch noch auf der Milseburg liegen. Oder? Beschwingten Schrittes eilten wir mit diesem Wissen weiter und hielten zügig auf die Milseburg zu, mussten wir doch nun nicht mehr befürchten, dass sich der Riese Mils, während wir auf seinem Grabhügel die Aussicht genossen, plötzlich erheben würde und wir mit den Felsen, die er zur Seite stieß, in die Tiefe stürzten. So saßen wir dann eine ganze Weile später auch völlig ruhig und entspannt auf dem Gipfel der Milseburg und ließen uns die Nase von den warmen spätsommerlichen Sonnenstrahlen bescheinen.

Okay, wir mussten nach diesem sorglosen Nichtstun oben auf dem Berg später noch einmal an dem Riesen dort in der Nähe des „Fuldaer Hauses“ vorbei. Schließlich wollten wir irgendwie wieder zu unserem Auto. Aber wir hatten Glück. Neben dem Riesen Mils steht nämlich eine Bank und auf der hatte sich just in dem Augenblick, als wir am Riesen vorbei mussten, ein Radler niedergelassen. Seine lässige und dominante Sitzhaltung musste den Riesen geradezu provoziert haben und so galt seine ganze Aufmerksamkeit diesem Radler. An uns verschwendete er in diesem Moment keinen einzigen Blick.

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Der Riese schaut grimmig auf den Radler auf der Bank neben ihm (Der Vater des „Riesen Mils“ ist übrigens Elmar Baumgarten)

Mils schien in meinen Augen eben damit beschäftigt, die Flugbahn des Felsens in seinem Arm bis hinüber zum frechen Radler zu berechnen. Unser Riese hatte wohl gerade seinen Heiligen Gangolf in dem Radler gefunden. Wir nutzten die Gelegenheit und huschten hurtig an beiden vorbei.

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„Nebelzeit – Schattenzeit“ von Klaus Urban

Obwohl der Riese mit uns scheinbar momentan so gar nichts im Sinn hatte, schaute ich mich sicherheitshalber noch einmal nach ihm um. Man weiß ja nie. Und während ich so nach hinten schaute und weiter vorwärts ging, hätte ich fast zwei Koppelpfähle umgerannt. Uups, das waren aber riesige Koppelpfähle. Erstaunt blickte ich nach oben. Und so hübsch verziert waren sie. Äh, Moment mal, das, das waren gar keine Koppelpfähle. Ein Schild neben diesem hölzernen Duo klärte mich dann auch auf. Obwohl, eigentlich verwirrte es mich fast noch mehr, denn wie ich las, stand ich vor Nebligem, Schattenzeitigem. Für Nebel und Schatten schienen mir meine beiden Stolperhölzer doch ganz schön handfest zu sein und für Zeit waren sie erst recht sehr greifbar. Und dann begriff ich, dass ich mich hier nicht nur auf einem ganz normalen Wanderweg befand, ich war zugleich auf der „Poppenhausener Kunstmeile“ unterwegs. Also stand ich hier vor Kunst und schaute die Teile gleich mit ganz anderen Augen an. Dennoch … Nebelzeit und/oder Schattenzeit … Aber vielleicht bin ich nur zu fantasielos. Aber eins hatte der Künstler erreicht, ich dachte nach über das, was da vor mir stand.

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Und dann ging es Schlag auf Schlag mit der Kunst. Aber seht selbst, was da noch alles so am Wegesrand auf uns lauerte. Auf jeden Fall gab es viel zu sehen und darüber nachzudenken.

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Und während ich schaute, bewunderte oder mich mitunter auch über das eine oder andere wunderte und nachdachte, stand schon wieder das „Fuldaer Haus“ vor mir, was aber noch nicht hieß, dass es hier auch mit der Kunst am Wegesrand zu Ende war.

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Ich schlenderte am „Fuldaer Haus vorbei …

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Maulkuppenborn – etwas für den vierbeinigen Wanderer (?)

… entdeckte dabei nicht nur hölzerne Kunst, sondern auch noch diesen netten kleinen Brunnen.

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„Links oben – Jugendheim an der Maulkuppe, rechts hinten – „Fuldaer Haus“ und mittig – hier nur recht schemenhaft zu sehen – „Der Mensch im Aufwind“ von Klaus-Dieter Locke

Ach ja, und dann war da doch noch dieser „Mensch im Aufwind“ mit seinen ihm zu Berge stehenden Haaren vor dem Jugendheim an der Maulkuppe. Diesen Burschen gab es ja bereits als kleinen Vorgeschmack auf die „Poppenhausener Kunstmeile“ im vorigen Beitrag zu sehen.

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Und damit dieser Mensch nicht nur eine schemenhafte Erscheinung bleibt, gibt es ihn nun auch noch einmal in voller Schönheit zu sehen.

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Apropos volle Schönheit, hier ebenso noch einmal in voller Pracht das Jugendheim, vor dem „Der Mensch im Aufwind“ seinen Standort gefunden hat. Das Jugendheim entstand gewissermaßen als Ergänzung zum „Fuldaer Haus“ in den Jahren 1955/56. Damit sollte wandernden Jugendgruppen noch zusätzlich Unterkunft geboten werden. Allerdings ist hier Selbstverpflegung angesagt.

Und wer nun glaubt, dass das alles war, was an Kunst auf der „Poppenhausener Kunstmeile“ zu sehen ist, der irrt. Wir Silberdistels haben nämlich noch immer nicht alles bis zum bitteren Ende angeschaut, aber wir wollen ja auch in den kommenden Jahren noch einiges zu bewundern haben.