Mit ‘Wald’ getaggte Beiträge

Wir Silberdistels hatten im vergangenen Sommer, als hier im „Bücherstaub“ Blogpause herrschte, nicht nur unser Enkelkind zu Besuch, wir hatten im August auch noch einmal wieder Gelegenheit, das schöne Frankenland ein wenig weiter zu erkunden und von einigen ausgewählten Unternehmungen möchte ich hier gern noch berichten.

Ich hatte während dieses Urlaubs eines Morgens nach dem Frühstück noch ein wenig in verschiedenen Prospekten über die Fränkische Schweiz geblättert, um zu schauen, was das Frankenland noch alles für seine Besucher zu bieten hat. Auch wenn es nicht uninteressant ist, Bekanntes wiederholt zu besuchen, stand uns durchaus auch nach neuen Erkundungen der Sinn. So entdeckte ich in einem der Heftchen den Hinweis auf einen recht verlockend wirkenden Wanderweg, den wir Silberdistels bisher noch nicht kannten – den Panoramaweg zur Burg Rabenstein und zur Sophienhöhle. Um dorthin zu kommen, mussten wir  zwar erst einmal relativ weit mit dem Auto fahren, aber wie sich bald herausstellen sollte, war es durchaus eine lohnende Unternehmung.

dsc01138

Burg Rabenstein

Unser erster Zielpunkt war die Burg Rabenstein im „Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst“. Nun ja, die Burg ist nicht, wie der Titel dieses Beitrags vielleicht vermuten ließe, ein kleines unscheinbares Hüttli, da habe ich wohl doch ein bisschen … ähem  … gemauert ;-), sie ist durchaus, um beim Mauern zu bleiben, ein recht respektables Gemäuer. Im ersten Moment, so man sich von der Parkplatzseite auf sie zubewegt, erahnt man ihre wahre Größe auch noch gar nicht. Das sieht man eigentlich erst bei genauerer Betrachtung oder wie wir viel später aus der Ferne. Die Burg steht nämlich auf einem Felsvorsprung in einer Höhe von 420 m oberhalb des Ailsbachtales – gut 6 km nordwestlich der Stadt Pottenstein in Oberfranken. Und das die Burg auf einem solchen Felsvorsprung erbaut wurde, das fällt dem Besucher zumindest beim ersten Betrachten gar nicht auf. Aber so hoch oben auf ihrem Fels kommt sie natürlich, von der richtigen Seite aus in Augenschein genommen, ganz besonders gut zur Geltung.
Die ältesten Teile der Burg stammen übrigens aus dem 12. Jahrhundert. Erbaut wurde sie vom Rittergeschlecht der Rabensteiner, das einen Raben im Wappen führte. Damit dürfte sich also auch der Name der Burg erklären.
Die recht wechselvolle Geschichte von Burg Rabenstein war geprägt von mehrmaliger, fast totaler, Zerstörung und ihrem jeweiligen Wiederaufbau. Heute dient sie als Veranstaltungs- und Tagungshotel.

pic_5104

Unweit der Burg gibt es ein großes Mittelaltergelände, auf dem regelmäßig Mittelaltermärkte stattfinden.

pic_5103

Aber auch von anderen Veranstaltungen konnten wir lesen – beispielsweise von Burgkonzerten und Dinnershows.

Wir Silberdistels haben die Burg nur von außen bewundert, wir wollten wandern und Natur genießen und so haben wir die eigentlichen Ausmaße der Burg auch, wie oben bereits erwähnt, erst später wahrnehmen können – von unterwegs aus.
Wir machten uns also ohne einen Abstecher ins Innere der Burg gleich auf die Suche nach dem Einstieg in unseren Wanderweg – den Panoramaweg. Ein Wegweiser ließ uns dann erst einmal grübeln. Aber scheinbar hatten wir am Ende die richtige Wahl getroffen. Hoffnungsvoll folgten wir dem unteren Pfeil mit der Aufschrift „Promenadenweg – Rundwanderweg“.

dsc01139

Da fällt die Wahl fast schwer, aber der untere Wegweiser scheint unserer zu sein

Während der Wanderung müssten lt. Prospekt 90 m Anstieg überwunden werden. Die Tour war als mittelschwer eingestuft und setzte eine gewisse Kondition voraus, die wir uns aber durchaus zutrauten.

dsc01140

Zunächst bewegten wir uns auf einem schmalen mit vielen Baumwurzeln gespickten Stolperpfad immer am Bergkamm entlang – wie gut, dass wir festes Schuhzeug für die Wanderung gewählt hatten. Ansonsten ging es recht felsig zu mit  z. T. tiefen Einblicken ins steinige Herz der Gegend, aber ohne Taschenlampe wäre es wohl etwas gefährlich gewesen, solche Höhlen erkunden zu wollen. Wir beließen es also lieber beim bloßen Hineinschauen. Andere Wanderer waren da wohl mutiger, vielleicht auch lichttechnisch entsprechend ausgestattet, denn mitunter hörten wir aus solchen Höhlen menschliche Stimmen.

dsc01143

Nachdem wir genug hochgekrabbelt und -gestolpert waren, ging es wieder bergab und hinab ins Ailsbachtal.

dsc01147

An einer Brücke – der Bärenbrücke – überquerten wir Bach und Tal und dann ging’s auch schon wieder hinauf. Eine Weile begleitete uns links unten noch das kleine Gewässer. Kaum hatte es uns verlassen, wurde es auch schon wieder felsig.

Für Diaschau einer der Bilder anklicken!

So kamen wir vorbei an der Theresienruhe – einem Gedenkstein für Theresia von Bayern und am Schneiderloch, in das wir nun aber doch hineinschauten, denn in dieser Höhle war es auch ohne Lampe hell genug. Ansonsten erhob sich hier eine recht imposante Felsformation vor uns mit vielen Spalten, Löchern und Höhlen, die sicher auch für geübte Kletterer ein kleines Paradies ist.

dsc01158

Burg Rabenstein – hier ist schön der Fels zu sehen, auf dem sie erbaut wurde

Kurz hinter dem Schneiderloch hatten wir sogar noch einmal einen wundervollen Blick auf Burg Rabenstein. Von unserem Standpunkt aus konnte man, was ich weiter oben bereits andeutete, sehr schön erkennen, dass die Burg hoch oben auf einer Felsnase erbaut wurde. Und von hier aus sah sie durchaus recht imposant aus.

pic_5094

In der Ludwigshöhle

Weiter ging es zur Ludwigshöhle, in der Ludwig I., König von Bayern, 1830 für hohe Gäste ein Festbankett gegeben haben soll. Die Größe der Höhle überzeugte mich durchaus davon, dass der Platz auch für eine größere Feierlichkeit ausreichen müsste. Aber es sollte schon sommerlich warm sein, ansonsten könnte es wegen diverser Eingänge oder Einblicke in der Höhle durchaus auch recht zugig zugehen.

Nachdem wir nach dem Verlassen der Ludwigshöhle auch die letzten Höhenmeter noch geschafft hatten, führte uns der Wanderweg noch einmal hinunter ins Ailsbachtal – auf z.T. extrem holprigen und schmalen Pfaden.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Wir waren umgeben von urwüchsiger Natur. Nicht selten führte der Weg durch sehr enge felsige Durchgänge, vorbei an in die Höhe steigenden Felsen, an alten beeindruckend hoch aufragenden Bäumen. Es ging über in den Fels gehauene Steintreppen, vorbei an Baumgeistern und auch hier wieder über dicke malerisch den Weg gestaltende Baumwurzeln.  Riesige Löcher und Höhlen im Fels ließen uns staunen, mitunter auch gruseln ob der Schwärze in der unendlich erscheinenden Tiefe, aber auch die schönen Ausblick zwischendurch waren die reinste Augenweide. Wir durchwanderten eine landschaftlich unwahrscheinlich reizvolle Gegend.

dsc01206

Erneut im Tal, überqueren wir ein weiteres Mal den Ailsbach

Noch einmal ging es hinunter ins Tal, über Bach und Straße und dann suchten wir fast ein wenig verzweifelt nach weiteren Wegmarkierungen, um unsere Wanderung fortsetzen zu können. Einer Radlerin ging es scheinbar ähnlich. Sie erhoffte sich für ihre Weiterfahrt einen heißen Tipp von uns und schaute uns nicht nur erwartungsfroh an, sondern auch dort hinauf, wo wir gerade hergekommen waren. Doch wir konnten ihr nur davon abraten, den Weg zu nehmen, auf dem wir eben über Felstreppen, Stolperwurzeln und mitunter extrem schmalen Felsdurchgängen hinab ins Tal gestoßen waren, denn der war für einen herkömmlichen Radler nun wirklich  völlig ungeeignet. Wenigstens konnte Herr Silberdistel ihr mit einem Blick in unsere Wanderkarte ein wenig weiterhelfen. Wir verabschiedeten uns von der Radlerin und hielten weiter Ausschau nach dem Weg, der uns wieder zurück zur Burg Rabenstein führen sollte.
Nach einigem Suchen entdeckten wir schließlich auf der gegenüberliegenden Straßenseite den Aufstieg hinauf zur Sophienhöhle und an der Sophienhöhle mussten wir lt. Karte vorbeikommen, wenn wir wieder zur Burg wollten.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Die Höhle  ist eine von drei großen Schauhöhlen in dieser Gegend. Hineingeschaut haben wir zwar dieses Mal nicht, aber gemerkt haben wir uns die Sophienhöhle schon. Vielleicht sind wir doch noch öfter einmal im Land der Franken unterwegs und dann wird sich sicher auch dafür einmal eine Gelegenheit finden.
Aber einige andere, oberirdische, wunderschöne Aussichten haben wir noch genossen. Dafür mussten wir allerdings erst einmal 45 Stufen hinauf bis zur Sophienhöhle erklimmen und anschließend noch weitere 76, bis wir uns am höchsten Punkt befanden. Danach konnten wir, ziemlich erleichtert darüber, den straffen Anstieg endlich geschafft zu haben, wieder locker bergab wandern.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Ganz besonders hat uns das letzte Stück Weg unserer Wanderung gefallen, auf dem es auf einem mitunter äußerst schmalen Pfad durch ein uriges Felsenlabyrinth ging.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Fast hatte man mitunter Angst, durch den schmalen Spalt zwischen den sich gegenüberstehenden Felsen nicht hindurch zu passen. Aber wir hatten Glück, wir blieben nicht stecken und mussten nicht durch ein Feuerwehreinsatzkommando aus dem Fels geschnitten werden. So landeten wir dann auch bald wieder glücklich an der Burg Rabenstein.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Die örtliche Gastlichkeit an der Burg Rabenstein, die „Gutsschenke“, haben wir nicht getestet. Da wir später ohnehin noch einkaufen mussten und uns leckerer Kuchen für den Nachmittagskaffee auf der Terrasse unserer Ferienunterkunft vorschwebte, haben wir uns vorerst mit einem kleinen Imbiss aus meiner Wanderverpflegung begnügt.

Fazit: Wir haben einen schönen sonnigen Tag in einer fantastischen, fast unberührt wirkenden Landschaft, die uns sehr an Rhön und Pfalz erinnerte, erlebt. Das ganz Besondere daran war, dass wir fast gänzlich jenseits von Asphaltwegen und Straßen, sieht man von der zweimaligen Straßenüberquerung unten im Tal einmal ab, zu Fuß unterwegs waren – auf einem Wanderweg, der gerade deshalb unwahrscheinlich  viel Spaß gemacht und der uns wundervolle urige Natur geboten hat. Wer das so sucht, was wir es dort vorgefunden haben, dem kann man diesen Wanderweg nur sehr ans Herz legen. Und wem das alles noch viel zu wenig ist, der kann unterwegs in die Sophienhöhle schauen, sich am Ende auf der Burg Rabenstein ein wenig umschauen oder/und in die sich gegenüber der Burg befindliche Falknerei schauen, in der es über 80 Greifvogelarten zu bewundern geben soll. Wenn man das alles an einem Tag geschafft hat, dann muss man anschließend aber doch noch in die Gutsschenke, um nach einem ordentlichen Essen wieder zu Kräften zu kommen.

Nach unserem Besuch des Kreuzberges in der bayerischen Rhön, ich berichtete im Beitrag zuvor darüber, sahen wir Silberdistels noch einem ruhigen und gemütlichen Nachmittag entgegen – versüßt mit etwas Kuchen, den wir uns bei einem kurzen Zwischenstopp schnell noch beim örtlichen Bäcker geholt hatten. Herr Silberdistel baute, kaum, dass wir wieder  am Ferienhaus waren, die Liegestühle auf, ich eilte in die Küche und kümmerte mich derweil um den Kaffee. Die Sonne schien immer noch herrlich und Kuchen und Kaffee waren das kleine i-Tüpfelchen und die Abrundung für einen schönen und gelungenen Tag. Wie angenehm entspannend und erholsam doch ein paar warme Sonnenstrahlen, etwas Gutes für den Magen und etwas Ruhe sein können.

Ruhe? Ja, genau! Rein theoretisch sollte es in unserem kleinen Waldferienhaus auch fantastisch ruhig sein. Weit und breit kein Autoverkehr und auch sonst keinerlei Zivilisationslärm. Wo sollte, fernab der Straße, hier mitten im Wald auch Lärm herkommen? So zumindest hatten wir gedacht.

Doch irgendwie hatte da jemand nicht mit meinem sensiblen Gehör gerechnet. Ich war gerade ein wenig eingeschlummert, als etwas über uns zu rumpeln und pumpeln begann und mich aus meiner nachmittäglichen Ruhe riss. Gut, es war nicht schallend laut, aber doch deutlich hörbar, so hörbar, dass mich interessierte, was das war. Lärmte ganz in der Nähe ein Vogel? Pochte da eine Amsel Morsesignale aufs Dach? Oder machte sich gar ein Specht an unserem Dach zu schaffen? Ein Buntspecht vielleicht? Je wacher ich wurde, um so mehr regte sich auch die Neugierde in mir. Und da das Klopfen, Pochen und Rumpeln kein Ende nahm, hielt es mich dann doch nicht länger auf meinem Liegestuhl. Ich musste wissen, wer der Verursacher dieser Geräusche war.

dsc02582

Was mochte da nur auf dem Dach sein?

Wie dumm nur, ich konnte nicht aufs Dach schauen. Ob ein Hüpfer helfen würde? Versuch macht kluch! So sprang ich wie ein Stehaufmännchen vor dem Haus auf und nieder, konnte aber immer noch keinen Blick aufs Dach des Ferienhauses werfen. In der Regel war ich bisher immer mit meiner Größe zufrieden gewesen. Dieses Mal hätten ein paar Zentimeter mehr vielleicht hilfreich sein können. Aber wer nicht gerade als Riese durch die Welt geht, der ist auch erfinderisch. Man muss sich halt nur zu helfen wissen. Nein, nein, mein Herr Silberdistel durfte weiterschlummern, er musste weder eine Räuberleiter machen, noch mich irgendwie anders aufs Dach heben. Ich hatte eine andere Idee, ich holte mir ganz einfach einen Stuhl aus dem Ferienhaus, stellte ihn in angemessener Entfernung vors Haus und kletterte drauf – also auf den Stuhl, nicht aufs Haus. Und jawohl, in angemessener Entfernung! Wer weiß, wer mich da sonst vielleicht angesprungen hätte, wenn ich nahe der Dachkante gestanden und den Lärmpegel dort oben mit meinem plötzlichen Auftauchen erschreckt hätte.
Aber ich hätte ruhig ganz dicht an der Dachkante stehen können, da war nichts, aber auch gar nichts auf dem Dach. Obwohl ich nichts sah, pochte und rumpelte es immer fort. Und es kam irgendwie vom Dach. Da biss die Maus nun wirklich keinen Faden ab. Hm, also wieder dichter ans Haus. Ich lauschte nun ganz aufmerksam, um das Geräusch genauer zu orten.

dsc02581

Uups, was rieselt mir denn da von oben ins Auge?

War da vielleicht etwas in der Zwischendecke? Jetzt pochte es direkt über mir und fast wäre mir beim Hochschauen zur Dachunterkante feiner Staub ins Auge gerieselt.

dsc02580

Was machen dort oben Grashalme und Blätterreste?

Bei genauerer  Betrachtung sah ich nun an der Unterkante des Daches eine kleine Ritze, aus der Reste von Laub und Gräsern heraushingen. Und genau von dort kamen auch diese rumpelnden Geräusche. Wer mochte dort oben wohnen? Das musste ich doch gleich etwas genauer beobachten. Nichts wie rein ins Ferienhaus und die Kamera geholt! Ich platzierte meinen Liegestuhl nun schräg unter der Stelle mit dem schmalen Spalt zwischen den Brettern vom Vordach des Hauses.

dsc02326

In dem Spalt war deutlich eine Bewegung auszumachen

Dann hob ich die Kamera und schaute durch den Sucher. Mein Objektiv brachte mir den kleinen Spalt wie ein Fernglas noch ein ganzes Ende näher. Und genau in dem Moment, als ich durch den Sucher blickte, bemerkte ich in der Ritze dort oben eine Bewegung.

dsc02328

Wenig später waren helle Krallen zu sehen, …

dsc02334

Eindeutig – dort oben wohnt jemand – ein grauweißer Pelz ist zu sehen

… dann helles weißliches bis graues Fell …

dsc02336

Plötzlich ist ein grauer wuschelig behaarter Schwanz zu sehen

… und Bruchteile von Sekunden später rutschte ein wuscheliger grauer Schwanz nach unten durch den schmalen Schlitz. Boah, begeistert starrte ich nach oben und versuchte, meinen Herrn Silberdistel darauf aufmerksam zu machen. Doch so schnell, wie das Schwänzchen erschienen war, war es auch wieder verschwunden. Irgendwann im Leben habe ich genau so ein Schwänzchen schon einmal gesehen. Wir waren damals wandernd in der Pfalz unterwegs und entdeckten bei einem unserer Ausflüge einen toten Siebenschläfer am Wegesrand im Wald.

Wahrscheinlich wohnt genau so ein Siebenschläfer in dem Ferienhaus in der Rhön als Untermieter. Herr Silberdistel bestätigte später, als er die Fotos am PC sah, meine Annahme. Mehr als die Krallen, ein wenig eines grau-weißen Pelzes und dieses wuschelige Schwänzchen gab es allerdings nicht zu sehen – weder an diesem Tag noch an den folgenden Tagen.
Der Siebenschläfer ist eigentlich ein nachtaktiver Geselle. Daher war es schon erstaunlich, dass wir überhaupt etwas von ihm zu Gesicht bekamen. Des Nachts haben wir allerdings kaum einmal etwas von ihm gehört. Sicher war er da mehr außerhäusig unterwegs.

Ein Siebenschläfer kann bis etwa 19 cm lang werden. Sein Fell ist graubraun bis silbrig gefärbt. An der Unterseite ist es weiß, der buschig behaarte Schwanz kann bis zu 15 cm lang sein. Das Tierchen wiegt je nach Jahreszeit zwischen 200 und 700 g. Der Siebschläfer ist ein guter und geschickter Kletterer. So sucht er seine Nahrung durchaus auch hoch in den Bäumen, wo er Knospen, Früchte und mehr frisst. Er nimmt aber gern auch tierische Nahrung zu sich und bedient sich nicht nur an Insekten, sondern ebenso an Vogeleiern oder Jungvögeln. Den Winter über verbringt der kleine Kerl schlafend und wie sein Name es eigentlich schon sagt, schläft er unter Umständen von September/Oktober bis zum Siebenschläfertag im Juni (27. Juni) durch.

Ist es nicht interessant, was man im Urlaub so alles erleben kann, wenn man nur ein wenig aufmerksam oder zumindest ein bisschen neugierig ist? Na, und der Zufall hatte wohl auch irgendwie die Hand im Spiel.
Ich habe nach diesem Erlebnis immer wieder den Spalt zwischen den Brettern am Dach beobachtet, gehört habe ich unseren Untermieter noch öfter. Er aber hat es leider von da ab immer nur bei diesen kleinen Klopfsignalen belassen. Sicher war er der Meinung, sich ohnehin bereits genug geoutet zu haben.

Fast ein Jahr ist der letzte Besuch in meinem kleinen Märchenwald nun schon her. Es wurde wirklich Zeit, wieder einmal nach ihm zu schauen. Wie mochte es ihm gehen? Ob er noch selig schlummerte oder ob ihn die inzwischen mächtig auf Frühling eingestellte Vogelwelt bereits aus seinen Träumen gerissen hat? Als ich dann schließlich vor ihm stehe und ehrfurchtsvoll durch die Märchenwaldtür eintrete, ist nichts Aufregendes zu sehen und zu hören. Nur ganz in der Ferne klingt der Ruf eines Greifvogels zu mir rüber. Ansonsten Stille. Konnte ich nicht hier an genau dieser Stelle im letzten Jahr die Schneeglöckchen fröhlich bimmeln hören? Mein kleines mir im Laufe der Jahre so lieb gewordenes Wäldchen sieht doch noch sehr nach Tiefschlaf aus. Kein Schneeglöckchen, kein sonstiges Blümchen.

Dsc05173

Mein kleiner Märchenwald

Rundum erscheint mir alles grau und düster. Würden nicht die ersten zarten Strahlen der Sonne, die sich inzwischen durch die Wolken gekämpft haben, die an den letzten Herbst erinnernden braunen Blätter eines kleinen Bäumchens beleuchten, würde der Wald wirklich nur Graues zu bieten haben. Und die kryptischen roten Zeichen dort rechts an der Waldestür bringen auch nicht gerade Licht ins Dunkel. Was mögen sie überhaupt bedeuten? Soll ich mich hier rechts halten? Oder beschreibt das „R“ einfach nur die Farbe, mit der es an den Baum gemalt wurde. Vielleicht wartet hier Robert immer auf seine Angebetete? Oder soll ich am Ende „R“ wie raten, wo es hier hingeht? Schau’n wir doch einfach einmal nach, wohin uns unsere Schritte führen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Zumindest die allgegenwärtigen Lärchenzapfen scheinen wirklich noch zu schlafen, starr und bewegungslos hängen sie an ihren Zweigen. Ob sie wenigstens schon ihre Samen verstreut haben, damit für ausreichend Lärchennachwuchs im Wald gesorgt ist?

Dsc05178

Der Waldschrat – ebenso erschrocken wie ich?

Plötzlich knackt es hinter mir. Erschrocken schaue ich zurück in die Richtung des Knackgeräusches und blicke direkt in ein Gesicht. Ist das der Oberwaldschrat, den meine Anwesenheit hier stört? Es war mir doch gleich so, als hätte mich bei meinem Eintritt in den Wald jemand beobachtet. Allerdings schaut der Baumgeist mindestens so erschrocken drein wie ich. Ob er vielleicht gar nicht für das Knacken verantwortlich war und sich nun sogar selbst fürchtet? Aber sonst ist doch weit und breit nichts Aufregendes zu sehen. Vielleicht war es ein Vogel oder ein Mäuschen im Unterholz, das ein Zweiglein knacken ließ? Während ich noch einmal grübelnd in das erschrocken wirkende Baumgesicht schaue, gehe ich langsam weiter.

DSC05183

Was stellt sich mir da in den Weg?

Uups, das kommt davon, wenn man nach hinten schaut und vorwärts geht. Da wäre ich doch fast in diese Schlingpflanze gerannt, eines dieser Dinger, die mir so gar nicht geheuer sind, habe ich doch schon so manchen Film gesehen, in dem diese Schlingdingse plötzlich lebendig wurden und sich blitzschnell um ihr Opfer schlangen. Bloß weg hier, man kann nie wissen, schließlich bin ich in einem Märchenwald.

Dsc05204

Plötzlich und unerwartet – Schlingpflanzenarme überall um mich herum

Huch! Jetzt hab ich mich aber erst erschrocken! Da springe ich von dem einen unheimlichen Teil weg und lande Knall und Fall in einem ganzen Wirrwarr von Schlingpflanzenarmen. Geht’s eigentlich noch schlimmer?
Dsc05203

Gefährliches Wirrwarr in meinem Märchenwald

Mein Märchenwald hat dieses Mal höchst seltsame Überraschungen für mich bereit. Ist er sauer, weil ich so lange nicht hier war? Oder will er mich nur liebevoll umarmen, weil ich mich endlich, endlich wieder einmal sehen lasse? Naja, wenigstens halten mich die Pflanzenarme nicht fest und dann, dann fällt mein Blick auf etwas Leuchtendes – ganz nah vor meinen Augen – in all diesem Geschlingel und Geschlängel. Wollte der Wald meine Aufmerksamkeit nur darauf lenken? Hielt er mich deshalb an diesem Schlingwirrwarr auf, weil ich sonst, ohne auch nur ein Auge für die leuchtende Schönheit übrig zu haben, ganz einfach  an ihr vorbeigelaufen wäre?

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Und dann sehe ich nicht nur die in der Sonne strahlenden zartgrünen fein geäderten Blättchen des Geißblatts mit ihrem leisen Hauch von Rot, auf einmal verzaubert die Sonne auch die eben noch so schläfrig dreinblickenden Lärchenzapfen, die schräg vor mir hängen. Der rosa Lichtschein im Hintergrund steht ihnen herrlich zu Gesicht. Solche Bilder wollte ich sehen – zartes Grün, von der Wärme und vom Licht der Sonne hervorgelockt, vom Frühlingslicht verzauberte Lärchenzapfen und  dort, den hübschen grünen in der Sonne ganz wundervoll glänzenden Efeu-Blattschmuck am Baumstamm gegenüber. Auf einmal wird der Wald doch noch bunt für mich.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

DSC05192

Ein alter Bekannter hockt plötzlich vor mir

Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten. Als ich weitergehe, scheint auch die Sonne wieder zu verschwinden. Der Wald wird dichter und wieder dunkler. Eben freue ich mich noch über leuchtendes Grün, die freundlichen Sonnenstrahlen und das erwachende Waldleben und nun, nun wieder dieses Dunkle, fast Unheimliche des Waldes. Wenn da mal nicht gleich wieder etwas auf mich lauert. Und dann ist es tatsächlich auch da, hinter der nächsten Baumgruppe. Obwohl … ganz so sehr erschrocken bin ich nun doch nicht, denn der Bursche, der da gerade vor mir  fast auf den Knien liegt, den kenne ich bereits von früheren Besuchen in meinem Märchenwald. Gebrechlicher scheint mein alter Bekannter, das Dreihorn, geworden zu sein. Auch an Waldgeistern gehen die Jahre wohl nicht ganz, ohne ihre Spuren zu hinterlassen, vorüber. Leise schleiche ich an meinem Freund vorbei, er scheint noch zu schlafen. Lassen wir ihm noch ein wenig seine Ruhe. Schließlich ist er nicht mehr so ganz jugendlich, da darf es ruhig mal eine etwas längere Winterpause geben.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Ein Stückchen weiter treffe ich einen weiteren Bekannten – eine Moosmaus. Auch ihr bin ich hier im Märchenwald bereits öfter über den Weg gelaufen. Oder ob sie doch, wie ich schon früher vermutete, ein Bär ist – ein Bär im Mäusepelz? Denn für eine Maus ist sie erstaunlich groß. In so einem Märchenwald ist schließlich alles möglich. Und wenn es einen Wolf im Schafspelz gibt, warum nicht auch einen Bären in einem Mäusepelz? Während ich noch über Maus und Bär sinniere, bemerke ich schräg über mir an einem dicken Ast zwei Gesichter mit weit aufgerissenen Mäulern. Die beiden fallen mir allerdings heute zum ersten Mal auf. Sicherheitshalber lege ich einen Schritt zu, nicht, dass sie am Ende noch auf mich herabspringen. Sie machen einen recht hungrigen Eindruck auf mich.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Ach, übrigens Wolf und Schafspelz … Ich traf doch während meines kleinen Waldbesuches tatsächlich auch noch auf ein weiteres solches Ding, dass mir wie ein Doppelwesen erschien. Einerseits dachte ich, da winkt mir ein Maulwurf von einem Baum aus mit einem Stöckchen in der Pfote zu und andererseits glaubte ich, als ich fast an ihm vorbei war, einen Schweinekopf zu erkennen. Tja, und was der letzte schlangenähnliche Waldgeist darstellte, also darüber grübele ich immer noch nach. Oder waren es sogar zwei, sich gegenseitig jagende, Schlangengeister? Es ist doch immer wieder spannend, wenn man durch einen Märchenwald läuft. Da sollte man sich wohl auch nicht über die märchenhaften Wesen wundern, die einem dort begegnen können.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Aber für heute genug von Geistern, Monstern und Fangarmen! Schauen wir lieber zum Abschied noch einmal hinauf ins Dach des Waldes. Noch können wir sogar den blauen Himmel über uns erkennen und gleich kommt mir mein Märchenwald auch gar nicht mehr so dunkel und grau vor wie zu Beginn meines kleinen Erkundungsganges. Hätte ich nur gleich nach oben geschaut. Da wären mir auch die Lärchenzapfen gleich etwas freundlicher erschienen und die leuchtend gelben und orangefarbenen Flechten hätten gar nicht erst düstere Gedanken aufkommen lassen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Und schon sind wir wieder am Waldesrand, wo das Leben fast schon ein wenig boomt. Was hier bereits so lebendig wirkt, das wird sicher auch bald in den Wald überschwappen. Den ersten Blättchen des Märchenwald-Geißblattes werden die nächsten folgen und ihnen wiederum die kleinen lindgrünen Nadelbüschel der Lärchen und zum Summen und geschäftigen Treiben der Insekten wird sich lautes Vogelgezwitscher hinzugesellen und zu den kleinen Gelbsternen, die ich ebenfalls noch am Waldesrand entdeckte, werden weitere bunte Farben hinzukommen.

DSC05277

Für heute fällt der Vorhang zum Märchenwald wieder einmal

Für heute lassen wir den Vorhang zu meinem kleinen Märchenwald wieder einmal fallen. Schau’n wir mal, wann wir wieder hindurchschlüpfen mögen, um Neues, Interessantes und Märchenhaftes zu entdecken. Wie mag der Vorhang dann aussehen? Dicht und grün beblättert, gelb herbstlich oder gar kahl und vielleicht sogar mit glitzerndem und leuchtend weißem Schneebehang?

 

 

 

Der Frühlingsauftakt ist zumindest hier bei uns ein durchaus gelungener Tag geworden. Die Sonne kam zwar spät, aber sie kam. Sie musste sich erst durch eine Menge zähen Dunst kämpfen, aber gegen Mittag hatte sie es geschafft.

DSC04550

Unser kleiner Ententeich

So wurde es doch noch ein schöner Frühlingsbeginn, den wir Silberdistels für einen kleinen Spaziergang zu unserem Ententeich genutzt haben. Viel Farbiges hat die Natur allerdings noch nicht zu bieten. Aber wie auch, wir hatten in den letzten Nächten immer noch recht eisige Temperaturen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Am Ententeich war allerdings bereits reges Leben. Nicht nur, dass es auch andere Spaziergänger außer uns in den kleinen Park gezogen hatte, auch die Teichbewohner waren in Frühlingslaune. Ein Schwan machte sich hübsch für die Dame seines Herzens und die Entendamen hatten jeweils gleich mehrere Kavaliere im Schlepptau.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Buntes entdeckten wir erst auf unserem Rückweg, der uns durch ein kleines Wäldchen führte. Dort leuchteten kleine Krokusinseln aus dem Laub am Waldboden. Die urigen Kopfweiden, auf die wir ein wenig später an einer alten Straße trafen, hatten zwar noch kein Grün vorzuweisen, aber interessant sahen sie dennoch aus, je knorriger umso urtümlicher. Manches wird halt im Alter immer schöner.

Dsc04571

Eine Erle mit reichlich Kätzchenbehang

Dass aber außer den kleinen Zwiebelblumen, die wir unterwegs entdeckt hatten, noch mehr blühen musste, das sagten mir recht deutlich meine tränenden Augen. Und dann entdeckte ich auch die Übertäter, die mich zu Tränen rührten – die Blüten der Erlen. In langen Kätzchen baumelten sie hoch über unseren Köpfen und der recht steife Wind übte sich als Helfer beim Verteilen der vielen staubfeinen Allergene. Trotz dieses Wermutstropfens, der eigentlich schon wesentlich mehr als nur ein Tropfen war, hatten wir Silberdistels einen schönen ersten Frühlingstag.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Und die Farbe, von der es am und um den Ententeich herum nur wenig zu sehen gab, die aber doch auch irgendwie zum Frühling dazu gehört, die sammelte ich am Ende unseres schönen Spazierganges dann auch noch ein. In unserem Garten konnte ich da regelrecht aus dem Vollen schöpfen. Nur die Bienchen hatten nicht die rechte Lust für einen Ausflug. Sie hatten sich zum Frühlingsauftakt wohl doch weniger Wind und etwas mehr Wärme erhofft. Aber zu Ostern soll das ja wohl alles schon bestellt sein. Lassen wir uns also überraschen und für die Bienen hoffen, dass es auch für sie wieder ein schöner und ertragreicher Ausflugstag wird.

… dann würden wir sicher spannende, interessante, lustige, aber auch so manche traurige Geschichte zu hören bekommen. Für uns Silberdistels ist neuerdings auch Trauriges dabei, Trauriges, wenn wir an ganz bestimmte Bäume denken – an die uralten Ivenacker Eichen.

Wieder einmal dort, dort wo die Uralt-Eichen stehen - in Ivenack

Wieder einmal dort, dort wo die Uralt-Eichen stehen – in Ivenack

Drei Jahre lag unser letzter Besuch bei den Tausendjährigen schon zurück. Es kam mir gar nicht so lange vor, als ich in diesem Jahr am 22. September erneut vor ihnen stand. Hatte ich diese prachtvollen Eichen doch noch in so guter Erinnerung, als wären wir erst gestern bei ihnen gewesen. Aber gemessen an ihrem so unwahrscheinlich langen Leben sind natürlich drei Jahre rein gar nichts, gemessen an einem Menschenleben sind 3 x 365 Tage schon ein nicht unbeträchtlicher Teil gelebte Zeit. Gemessen am Leben unseres Katers Bärchen waren 3 Jahre ein Viertel seines Lebens. Die Ivenacker Eichen und unser lieber Kater werden wohl für mich jetzt immer ein wenig zusammengehören. Der 22. September war für uns nicht nur ein Tag in Ivenack schlechthin, er war auch ein Tag voller Ruhe, ein Tag zum Ausspannen und Abschalten, ein Tag, der auch ein wenig nur uns beiden Silberdistels gehörte. Wie sich später herausstellte, war dieser Tag aber auch die Ruhe vor dem Sturm. Für einen kurzen Moment waren meine Sorgen um unseren damals schon sehr kranken Kater, unser Bärchen, dort in Ivenack ein ganz klein wenig in den Hintergrund getreten. Ich wollte auch einfach für einen kurzen Moment Abstand gewinnen, Kraft für das schöpfen, was da vielleicht allzu bald noch auf uns zukommen würde. Mir war so gar nicht wohl bei dem Gedanken an den nachfolgenden Tag. Vor mir lag ein Besuch beim Tierarzt mit unserem Kater. Das Antibiotikum, das ich unserem pelzigen Freund seit einigen Tagen verabreichen sollte, hatte für meine Begriffe so gar nichts zum Positiven bewirkt.  Wie würde die Diagnose des Tiermediziners lauten?
Dennoch war dieser Tag bei den Ivenacker Eichen  wieder erlebnisreich und entspannend zugleich. Es waren außer uns kaum andere Besucher unterwegs, fast hätte man glauben können, Ivenack und seine Eichen würden nur uns allein gehören. Die Bäume, in denen man so viele interessante und urige Gestalten entdecken konnte, schienen in der Tat Geschichten aus ihrem Leben erzählen zu wollen. Der leise durchs Geäst der Riesen flüsternde Wind tat sein Übriges, um die märchenhaft wirkenden Baumgestalten fast lebendig werden zu lassen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Überall wird man von Baumgeistern beobachtet

Überall wird man von Baumgeistern beobachtet

Neben den vielen Baumgeistern, die fast überall im Ivenacker Tiergarten auf den Besucher herabblicken, wird man auch aus anderen, recht lebendigen Augen beobachtet. Der Wald mit seinen Tausendjährigen Eichen wurde während des Mittelalter als Hudewald genutzt, damals eine der vorwiegenden Landnutzungsformen. Man trieb das Vieh zur Futtersuche in den Wald hinein, nutzte den Wald quasi als eine Art Weide.

Damwild ist überall in dem großen Park mit den uralten Eichen zu finden

Damwild ist überall in dem großen Park mit den uralten Eichen zu finden

Durch die Einrichtung eines Damwildgatters, bereits im 18. Jahrhundert errichtet, konnte dieser ganz bestimmte Charakter des Hudewaldes bis heute erhalten werden. Im Moment leben im Ivenacker Tierpark über 100 Stücke Damwild, Muffelwild und etliche Turopolje-Schweine – eine alte Haustierrasse.

Was übrigens noch ganz lustig war, man konnte mit Hilfe einer Pumpe den Schweinen zu neuem Matsch verhelfen. Herr Silberdistel betätigte sich nicht nur fleißig, sondern auch begeistert am Pumpenschwengel, sicher sehr zur Freude des im knietiefen Schlamm stehenden gefleckten Turopolje-Schweines.

Einer der alten Riesen im Tierpark Ivenack - dicht am kleinen Café

Einer der alten Riesen im Tierpark Ivenack – dicht am kleinen Café

Natur und frische Luft machen gewöhnlich auch hungrig. So landeten wir natürlich bald in dem kleinen Café, von dem aus man nicht nur auf eine der uralten Eichen schauen kann, …

Vom Café aus kann man in aller Ruhe Damwild beobachten

Vom Café aus kann man aber auch in aller Ruhe Damwild beobachten

… man kann auch das Damwild von dort aus in aller Ruhe beobachten und sich nebenher Kaffee und Kuchen schmecken lassen.

Die Reuter-Torte - nicht nur was fürs Auge

Die Reuter-Torte – nicht nur was fürs Auge

Übrigens haben wir uns die recht originell anzusehende Reuter-Torte schmecken lassen – natürlich mit Eichenblatt und Eichel verziert, wie es sich für eine zünftige Torte im Wald der Tausendjährigen gehört. Das süße Teil mit Baumkuchenstückchen sieht nicht nur gut aus, es schmeckte auch ausgesprochen lecker.

Auf dem Rückweg geht es noch einmal an der ältesten Dame unter Eichen vorbei - 1000 Jahre soll sie sein

Auf dem Rückweg geht es noch einmal an der ältesten Dame unter den Eichen vorbei

Satt und zufrieden machten wir uns auf den Rückweg. Noch einmal ging es an der ältesten der Eichen vorbei. Beeindruckend nicht nur ihr Stammumfang, auch ihr gesamtes Erscheinungsbild.

1000 Jahre soll sie bereits zählen

1000 Jahre soll sie bereits zählen

Ehrfürchtig schauten wir noch einmal zu dem beeindruckenden Baumriesen auf. Wie lange mochte er hier noch stehen? Sicher würde er auch uns noch um viele, viele Jahrzehnte oder sogar mehr überleben. Ein schöner und interessanter Tag ging für uns zu Ende, ein Tag, der mich ein wenig neue Kraft und Stärke hatte tanken lassen, Kraft und Stärke, die ich am darauffolgenden Tag, als unser langjähriger treuer pelziger Begleiter für immer die Augen schloss, bitter nötig hatte. So werde ich mit den Eichen von Ivenack nicht nur Schönes, sondern nun auch Trauriges verbinden. Dennoch wird da auch immer eine liebe Erinnerung an einen langjährigen Freund bleiben, wenn ich an Ivenack denke.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Erst lassen mich die Prinzen nicht los und dann habe ich es pausenlos mit den Gespenstern. Schlimm,  diese Silberdistel, oder? Aber ich stehe auf dem Standpunkt, was man tut, das sollte man schließlich auch mit Hingabe und möglichst intensiv tun. Also lasst uns noch einmal über Gespenster reden oder besser noch über den Wald, in dem sie leben. Im Grunde genommen sieht dieser Gespensterwald, über den ich mit Euch ein wenig plaudern möchte, ja eigentlich nur irgendwie gespenstisch aus und daher hat er auch seinen Name, so denkt man.

Gibt es hier tatsächlich Gespenster?

Gibt es hier tatsächlich Gespenster?

Ob aber wirklich Gespenster in ihm leben? Als moderner und aufgeklärter Mensch kann man das ja wohl eher nicht glauben. Obwohl … Also, wenn man das Bild hier oben betrachtet, dann könnte es vielleicht doch sein …

Baumgeister halte ich dann doch nicht für ganz ausgeschlossen

Baumgeister halte ich dann doch nicht für ganz ausgeschlossen

Oder dieses Foto hier oben … gespenstisch, oder? Wenn da mal nicht ein Baumgeist versucht, sich zumindest tagsüber in dieser etwas starren Haltung zu verstecken. Wer weiß, was er des Nachts oder wenn’s nebelt, alles treibt?

Oh, oh, ein wenig spukt es wohl tatsächlich - sogar am helllichten Tag

Oh, oh, ein wenig spukt es wohl tatsächlich – sogar am helllichten Tag

Aber bevor wir uns jetzt ganz im oder an den Wald der Gespenster verlieren, will ich noch ein wenig über ihn, und wie wir überhaupt auf ihn kamen, erzählen. Es handelt sich um ein Stückchen Küstenwald hier ganz in meiner Nähe, das ich, ich schäme mich auch ein wenig, vor gerade mal 1  1/2 Wochen das erste Mal überhaupt angeschaut habe. Die Rede ist vom Nienhäger Gespensterwald.

Nienhagen - das Ostseebad mit dem berühmten Gespensterwald

Nienhagen – das Ostseebad mit dem berühmten Gespensterwald

In Nienhagen selbst, einem Ostseebad westlich von Warnemünde, war ich bereits recht oft, schließlich wohne ich hier oben an der Küste schon fast mein ganzes Leben lang, aber bis zum Gespensterwald hatte ich es bisher noch nie geschafft. Warum? Fragt mich lieber, wie spät es gerade ist. Die Frage könnte ich sofort, und ohne lange in den Tiefen meines Hirns zu graben, beantworten. Vielleicht dachte ich bisher auch, Wald ist gleich Wald. Was sollte an dem in Nienhagen schon so Besonderes sein? Und andererseits, was man in seiner Nähe hat, das kennt man oft genug eh nicht so genau. Dafür hat man später immer noch Zeit. Es läuft schon nicht weg. Da schweift man lieber erst einmal in die weite Ferne, als sich zunächst vor der eigenen Haustür etwas intensiver umzuschauen. Dabei gibt es mitunter genau dort vor der eigenen Tür das zauberhafteste Stückchen Natur überhaupt. Nun ja, wäre da nicht meine liebe Leserin, Frau Hummel, gewesen, die unlängst genau dort für ein paar Tage Urlaub gemacht hat, wo ihr der Gespensterwald quasi zu Füßen lag, dann würde ich dieses herrliche Stückchen Natur an unserer Ostseeküste, an der Küstenstraße zwischen Warnemünde und Dad Doberan gelegen, vielleicht immer noch nicht kennen. Inzwischen weiß ich nun, was ich beinahe versäumt hätte.
In einem Teil des Nienhäger Holzes, so nennt sich dieses ca. 180 ha große Waldgebiet eigentlich, war ich bereits öfter einmal unterwegs, die skurrilen Bäume jedoch, die in einem etwa 100 m breiten Streifen entlang der bis zu 12 m hohen Steilküste dem Seewind trotzen, hatte ich bisher allerdings noch nicht gesehen. Dem Aussehen dieser Bäume mit ihren kahlen vom Seewind glattgeschliffenen Stämmen ist es wahrscheinlich zu verdanken, dass der Volksmund hier vom Gespensterwald spricht. Besonders bei Nebel und Dunkelheit gaukelt der seltsam verdrehte, an Schlagen erinnernde, Wuchs der Bäume dem Betrachter gern einmal gespenstige Wesen vor. Ein rufendes Käuzchen dazu und  die gruslige Atmosphäre ist perfekt.

Da, wo der Wind das Gras mäht

Da, wo der Wind das Gras mäht

Übrigens sprechen die Einheimischen, wenn vom Gespensterwald die Rede ist, auch gern von „da, wo der Wind das Gras mäht“. Die Gräser des Waldes, dem ständig wehenden Seewind ausgesetzt, scheinen immer die gleiche Länge zu behalten. Auch ein wenig gespenstisch, oder? Vor allem sah man es sicher in früheren Zeiten so, als man viele unerklärliche Dinge gern einmal Gespenstern oder anderen übernatürlichen Wesen  zuschrieb. Da muss doch einfach jemand Geheimnisvolles umhergehen und stets und ständig die Sense schwingen. Wir Silberdistels waren an einem wunderschön sonnigen Herbsttag im Gespensterwald und natürlich auch am Meer, auf das man von der Steilküste aus weit, weit hinausschauen kann. Im Sonnenschein sah es rundum eher weniger gespenstisch aus, obwohl wir dann doch mitunter nicht so ganz sicher waren, als wir durch den Wald liefen und die doch irgendwie eigenartig geformten Bäume, übrigens vorrangig Buchen und Eichen, etwas genauer anschauten …

Die Ostsee vor Nienhagen

Die Ostsee vor Nienhagen

Aber genug von den Gespenstern! Werfen wir lieber noch einen Blick an den Strand vor Nienhagen mit seiner imposanten Steilküste. Der Blick hinunter aufs Wasser lohnt sich nämlich auch. Was soll ich sonst noch sagen? Natürlich! Danke, Frau Hummel! Danke für diese Inspiration! Wir hatten einen wundervollen Tag und wir waren ganz sicher nicht das letzte Mal dort – im Nienhäger Holz und seinem Gespensterwald. Wir haben ein wunderschönes Stückchen Natur für uns hinzugewonnen, wofür wir sehr, sehr dankbar sind. Doch jetzt möchte ich Euch zu einem kleinen Spaziergang einladen, einem Spaziergang an einem einmal etwas anderen Stück Ostseeküste. Viel Spaß dabei!

Für Diaschau eines meiner Bilder anklicken!

Donnerstag, der 4. Juni, war in Hessen ein Feiertag – Fronleichnam. Er fiel in diesem Jahr in unseren Frühjahrsurlaub. Als Einkaufstag war er damit also ohnehin nicht zu gebrauchen, so war er natürlich für einen Wandertag wie geschaffen. Allerdings sollten wir uns gut überlegen, wohin wir unsere Schritte lenken würden. Am besten wäre ein Ziel, an dem man sich trotz vieler Menschen, weil vielleicht alle die gleiche Idee haben, nicht bedrängt fühlt. Da herrliches Wetter angesagt war, würden mit Sicherheit nicht nur wir Silberdistels unterwegs sein.

Panorama - von der Wasserkuppe aus aufgenommen

Panorama – von der Wasserkuppe aus aufgenommen

Die Wasserkuppe könnte durchaus eine gute Wahl sein, auch wenn wir sie gerade erst besucht hatten. Aber wie heißt es so schön? Viele Wege führen nach Rom, so auch hinauf zum Berg der Flieger.

Bis hoch zur Wasserkuppe gibt es, nutzt man den Wanderweg über den Guckaisee, immer wieder hübsche Aussichtspunkte

Bis hoch zur Wasserkuppe gibt es, nutzt man den Wanderweg über den Guckaisee, immer wieder hübsche Aussichtspunkte

Vom Guckaisee aus gibt es einen sehr schönen Wanderweg, der unterwegs herrliche Aussichtspunkte zu bieten hat. Ausgangspunkt für unsere Wanderung könnte der Parkplatz am Guckaisee sein. Als wir dort schließlich um kurz nach 12.00 Uhr eintrafen, herrschte schon fast Parkplatzknappheit und wie wir wenig später sahen, hatten sich am Guckaisee, dem einzigen natürlich entstandenen See der Rhön, bereits viele Sonnenhungrige niedergelassen.

Ein Teil des Guckaisees ist unterwegs noch einmal gut vom Wanderweg aus zu sehen

Ein Teil des Guckaisees ist unterwegs noch einmal gut vom Wanderweg aus zu sehen

Aber für uns war kein Badetag, wir wollten hoch zur Wasserkuppe und noch einmal die wundervolle Fernsicht dort oben genießen. So ließen wir den See links liegen und wanderten bergauf.

Wiesen und Viehweiden prägen die Landschaft um uns

Wiesen und Viehweiden prägen die Landschaft um uns

Die Landschaft unterwegs ist geprägt durch zahlreiche Wiesen und Viehweiden und war gerade jetzt ausgesprochen hübsch anzusehen, da alles in voller Blüte stand.

Die Kälbchen sind im hohen Gras und zwischen den bunten Wiesenblumen oft kaum zu sehen

Die Kälbchen sind im hohen Gras und zwischen den bunten Wiesenblumen oft kaum zu sehen

Die Rinder, die in so mancher Wiese versteckt in der Sonne lagerten, zauberten die schönsten Postkartenblicke in die Landschaft. Meine Fotografenaugen haben natürlich wieder viel Schönes entdeckt, was sich mitzunehmen lohnte. Nicht nur bunte Blumenvielfalt und hübsche Kuhaugen, sogar kleine Kälbchen waren zu sehen. Man musste allerdings schon sehr genau hinschauen, um die Minirinder zu entdecken. Oft verschwanden sie fast ganz im hohen Gras.

Von nun an ist der große Fußball - das Radom - auf der Wasserkuppe nicht mehr zu übersehen

Von nun an ist der große Fußball – das Radom – auf der Wasserkuppe nicht mehr zu übersehen

Nachdem das letzte Stückchen Anstieg geschafft war, konnten wir die Wasserkuppe nun wirklich nicht mehr verfehlen, selbst wenn wir diesen Weg noch nie gegangen wären. Der Riesenfußball, das Radom, ein Überbleibsel aus der militärischen Zeit des Berges, war als guter Zielpunkt einfach nicht mehr zu übersehen.

Ein paar Meter Anstrengung braucht es noch, bis wir den Fußball erreicht haben

Ein paar Meter Anstrengung braucht es noch, bis wir den Fußball erreicht haben

Aber bevor man endlich vor dem Ball steht, muss man sich noch ganz schön oft die Schweißperlen aus dem Gesicht wischen, denn der Anstieg bis dort oben ist nicht ohne. Wir sahen übrigens schon aus der Ferne, dass auf der Wasserkuppe wirklich viel Betrieb war. Aber wir hatten es ja bereits vermutet.

An diesem Tag schaut es wieder wie ein Bikertreffen auf der Wasserkuppe aus

An diesem Tag schaut es wieder wie ein Bikertreffen auf der Wasserkuppe aus

Natürlich hatten nicht nur Wanderer wie wir, Radler und Autotouristen diesen freien und herrlich sonnigen Tag für einen Ausflug auf den Berg genutzt, auch Motorräder gab es wieder sehr zahlreich zu sehen. Mein Herr Silberdistel umrundete unter anderem begeistert ein schickes Beiwagengespann.

Auch die Modellflieger haben bei diesem schönen Wetter Flugtag

Auch die Modellflieger haben bei diesem schönen Wetter Flugtag

Nach einem kleinen Imbiss mit einem Eis als Dessert schlenderten wir zurück zum höchsten Punkt der Wasserkuppe und bewunderten unterwegs noch einige gar nicht so kleine Segelflugmodelle.

Sogar eine lebensecht aussehende Besatzung sitzt in den Modellfliegern

Sogar eine lebensecht aussehende Besatzung sitzt in den Modellfliegern

Erstaunt sah ich, dass so ein Modellflugzeug sogar mit einer lebensecht ausschauenden eigenen Besatzung fliegt. Ich fand, die Burschen in dem Modellflieger sahen verdammt gut aus.

Ganz schön riesig, dieser Fußball

Ganz schön riesig, dieser Fußball

Schließlich umrundeten wir noch einmal den aus der Nähe nahezu überwältigend großen Fußball, …

Den Gleitschirmfliegern zuzuschauen, macht immer wieder Spaß

Den Gleitschirmfliegern zuzuschauen, macht immer wieder Spaß

… schauten den Gleitschirmfliegern noch ein Weilchen zu …

Einfach fantastisch, wie weit man von der Wasserkuppe aus bei klarem Wetter schauen kann

Einfach fantastisch, wie weit man von der Wasserkuppe aus bei klarem Wetter schauen kann

… und bewunderten nicht das erste Mal den fantastischen Ausblick, den der Berg von hier oben bietet.  Genug geschaut. Wir hoffen sehr, dass wir diesen schönen Blick noch oft im Leben werden genießen können. Aber für dieses Mal nahmen wir Abschied von der Wasserkuppe und ihrer wundervollen Landschaft. Unser nächstes Ziel war nun wieder der Guckaisee, dieses Mal auf einer Wanderroute, die wir bisher noch nicht kannten und die uns recht steil wieder ins Tal hinabführte. Auf dem letzten Stück landeten wir leider auf einer Straße, die sich mit ihrem geschotterten Belag nicht gerade als wandererfreundlich auszeichnete. Trotz guten Schuhwerks leisteten wir uns immer wieder kleine Ausrutscher. Aber was soll’s, letztendlich kamen wir gut und heil unten an.
Am Guckaisee war inzwischen Hochbetrieb und wahrscheinlich würde es am Abend viele sonnenverbrannte Körper geben. Einige der Sonnananbeter sahen schon jetzt einem gekochten Krebs recht ähnlich.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!