Mit ‘Vogelfutterhaus’ getaggte Beiträge

Zur „Stunde der Wintervögel“ waren sie noch nicht in unserem Garten zu sehen. Erst jetzt, seit ein paar Tagen, sind sie an unserem Futterhaus zu Gast – die Erlenzeisige.

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Erlenzeisig – Weibchen – träumt es hier schon vom Frühling?

 

Das erste dieser relativ kleinen Vögelchen entdeckte ich vor einer knappen Woche. Da saß es in unserem Birnbaum und schien zu träumen.

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Als es mich bemerkt, ist es aber plötzlich hellwach

 

Doch wenig später war es hellwach, wenn auch immer noch recht aufgeplustert. Aber welches Vögelchen wird nicht hellwach, wenn es merkt, das es beobachtet wird. Doch oben auf dem Baum fühlte es sich dann wohl doch recht sicher. Wahrscheinlich wusste es, dass ich nicht so schnell würde hinaufklettern können wie es wegfliegen konnte. Scheinbar also wurde ich als harmlos eingestuft und so durfte ich es fleißig knipsen. Und seit dem Dienstag vor einer Woche, als ich den ersten Vertreter, oder besser die erste Vertreterin – es war nämlich eine Erlenzeisigdame, dieser hübschen kleinen Finkenvögel sah, ist täglich ein kleiner Trupp von ihnen bei uns im Garten zu Gast. Fast in jedem Jahr ziehen diese Vögel bei uns als Wintergäste durch – mitunter als recht große Schwärme. So suchen sie dann natürlich auch gemeinsam die sich bietenden Futterstellen auf, denn auch Erlenzeisige haben Hunger. Bei uns im Garten hüpfen sie meistens unter dem Futterhaus an der Erde herum und picken fleißig herausgefallene oder von den Spatzen aus dem Häuschen herausgeworfene Körner auf. Körner sind ohnehin ihre Lieblingsspeise, gern auch die Samen von Bäumen wie Erle, Birke, Fichte. Aber auf die Erle deutet ja bereits ihr Name hin.

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Hier ein Erlenzeisigmännchen – gut an der schwarzen Kopfplatte zu erkennen

 

In unserem Garten bedienen sie sich nicht nur unten an der Erde von dem Heruntergefallenen, ebenso gern suchen sie das Futterhaus auf und lassen es sich dort schmecken. Lustig finde ich, dass oft nur einer dieser kleinen Vögel oben in der Körnerbar sitzt, sich fröhlich durch das Futterangebot frisst und rundherum auf Bäumen und Sträuchern lauern die Spatzen.

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Ein Haussperlingsmann wartet darauf, dass er auch mal ins Futterhaus darf

 

Scheinbar lässt dieses winzige Kerlchen keinen Spatzen im Futterhäuschen zu, wenn es sich gerade sein kleines gefiedertes Bäuchlein vollschlägt. Ich habe immer wieder beobachtet, dass die Spatzen das Futterhaus erst anfliegen, wenn das gelbgrüne Vögelchen die Futterquelle verlassen hat.

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Eine Haussperlingsdame hätte auch gern ein Plätzchen in der Körnerbar

 

Klein, aber oho – diesen Eindruck erweckte das kleine Kerlchen auf mich, aber offensichtlich auch auf die Spatzen, die brav rund um das Futterhaus abwarteten, bis sie an der Reihe waren.

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Der Feldsperling hier hat SEINE Futterbar bereits gefunden

 

Aber zumindest einer der beiden Feldsperlinge aus dem Spatzentrupp zeigt sich jeweils recht clever. Er wartet nämlich nicht, bis er endlich einen Platz im Futterhaus bekommt, er bedient sich derweil lieber an der kleinen Alternativfutterstelle – dem Glöckchen mit dem Meisenknödel. Der Teller oberhalb ist in der Regel auch gut mit einer leckeren Körnerauslese gefüllt. Warum also drängeln, wenn man es so viel einfacher haben kann.
In der Diaschau unten gibt es noch ein wenig mehr aus unserem vogelgastlichen Garten zu sehen. Der heutige Beitrag gehört natürlich in erster Linie den frechen kleinen Erlenzeisigen, aber auch ein wenig den Spatzen, die scheinbar in diesem Falle, obwohl sie sich sonst überall vordrängeln, einmal das Nachsehen haben und warten müssen, bis sie an der Reihe sind. Anstehen für Spatzen! Wer hätte gedacht, dass ihnen das ausgerechnet ein so viel kleineres Vögelchen aufdrücken kann?

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Am vergangenen Wochenende gab’s hier im Norden Nachschlag – Schnee-Nachschlag. Wie, was? Es gab nicht überall im Norden Schnee? Ich lese gerade vom Katerchen, dass IHR Norden dabei ausgespart wurde. Okay, dann will ich hier keinen Unsinn verbreiten. Aber auf jeden Fall gab es in MEINEM Teil des Nordens, der bereits an dem Wochenende, als wir hier Vögel zählten, mit Schnee beglückt wurde, diesen Schnee-Nachschlag.  Frau Holle hat sich meine Mäkelei, sie würde wohl keine rechte Lust zum Arbeiten haben, offensichtlich noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Scheinbar wollte sie sich meine Kritik nicht gefallen lassen und so hat sie noch einmal in ihre Betten geschaut und doch tatsächlich noch eine ganze Menge watteweiche weiße Schneefederchen darin gefunden und die hat sie über mein Gärtchen und zumindest auch über den Teil des Nordens ausgeschüttelt, der sich um mein kleines Gartenheiligtum herumrankt. Auf jeden Fall sehe ich hier Schnee, soweit mein Auge reicht – selbst das Fernglas-Auge 😉  Die kümmerlichen Schneereste, die noch hier und da zu kleinen Bergen aufgetürmt herumlagen, sind inzwischen wieder gut und warm in eine weiße Decke eingepackt. Sie müssen sich also nicht mehr vor dem Dahinschmelztod gruseln. Im Gegenteil, ihre Abmagerungskur ist vorerst beendet, sie haben wieder zugelegt, sind weißer und natürlich auch wieder höher geworden. Und weil es jetzt fast überall Schneebilder zu sehen gibt, darf der Schnee natürlich hier bei uns Silberdistels auch nicht fehlen. Die beiden Jungspunde unter unseren pelzigen Mitbewohnern haben inzwischen sogar Gefallen an diesem weißen Zeugs gefunden und so sind sie munter durch den Garten getippelt und haben die weiße Welt mit staunenden, aber auch interessierten Augen betrachtet und nebenbei haben sie so manche Schneeflocke gefangen und natürlich haben sie auch probiert, ob Schnee vielleicht sogar schmeckt. Oder ob diese Verkostung mehr versehentlich beim Putzen der kalten und nassen Pfötchen und beim Ordnen der Haare des feinen Pelzmantels geschah?

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Am letzten Wochenende war es wieder einmal soweit. NABU und LBV hatte bereits das 6. Mal zur Stunde der Wintervögel aufgerufen. Natürlich waren wir Silberdistels wieder dabei. Unsere pelzigen Mitbewohner hatten vor der Zählaktion schon ein wenig draußen im Garten nach Federbällen Ausschau gehalten. Einigermaßen aufgeregt, aber auch ein wenig erschöpft von den vielen neuen Eindrücken, die besonders auf unsere beiden Jungspunde eingestürmt waren, schließlich hatte es geschneit, waren sie wieder zurück ins Haus und auf ihre wärmenden Lieblingsplätze geeilt.
Als ich mich dann mit Papier, Stift, Fernglas, Vogelbestimmungsbuch für den Fall aller Fälle und Fotoapparat am Fenster postierte, waren plötzlich auch Torty und unser Keks Bluebär wieder da. Ihr Schlummerstündchen hatte gar nicht so lange gedauert. Aber verständlich dann doch, denn sie wollten ja nichts Wichtiges versäumen. So saßen sie vor mir auf der Fensterbank und warteten auf die ersten gefiederten Gäste in unserem Garten.

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Zumindest Torty schaute recht gespannt zum Fenster hinaus. Keks schien allerdings nicht so ganz bei der Sache zu sein. Träumte er noch? Oder vielleicht schon wieder?

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Doch plötzlich war auch er ganz Auge und Ohr. Tatsächlich hatte er den ersten Gast entdeckt. Ich durfte ihm erklären, dass das ein Amselmann war. Nebenher widmete ich mich nämlich ein wenig der Ausbildung der beiden Nachwuchsornithologen.

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Dann war irgendwie wieder eine Pause, obwohl wir unsere Futterstellen noch einmal frisch aufgefüllt hatten. Aber vielleicht waren die Vögel noch ein wenig vorsichtig, hatten doch gerade noch zwei Katzenjungspunde im Garten über den Schnee gestaunt.

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Der kleine Spaziergang durch den Schnee muss wohl doch ein wenig anstrengend gewesen sein, denn unserem Keks fielen immer wieder die Augen zu. Naja, Schnee und frische Winterluft machen eben auch jugendliche Katzen müde.

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Doch dann stupste Torty die kleine Schlafmütze an, denn sie hatte auch ihren ersten Vogel während unserer Vogelzählstunde entdeckt.

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„Heh, Keks, nicht schlafen! Wir müssen doch Vögel zählen.“

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Wie passend, dass auch Torty als ihren ersten in unserer Liste zu erfassenden Vogel eine Amsel entdeckte. Bei ihr war es FRAU Amsel, die allerdings ein wenig misstrauisch zu unserem Fenster rüber schaute. Wahrscheinlich hatte sie die beiden Katzen entdeckt und traute dem lieben Frieden im Garten nicht so recht.

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„Hallo Oberkatze!“, rief Torty. „Ooooooberkatze! Ich habe eine Amselfrau entdeckt.“

Aber die graue Oberkatze schlief tief und fest und interessierte sich im Moment so gar nicht für unsere Zählaktion. Schließlich war auch sie beim Schneerundgang dabei gewesen und außerdem ist sie schon etwas älter als die beiden Jungspunde und braucht etwas mehr Schlaf.

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Aber was ist das? Irgendwie scheint hier der Wurm drin zu sein. Da sind doch tatsächlich nun auch der Torty die Augen zugefallen. Wenn ich mir nun ein Beispiel an den drei Katzen nehme und ebenfalls ein Nickerchen mache, dann haben wir am Ende nicht viel auf unserer Zählliste zu stehen.

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Naja, irgendwie sieht es draußen aber auch nach Schlafwetter aus. Der Schnee beginnt bereits wieder zu tauen und alles wird nass und unfreundlich. Nur die roten Früchte sind ein kleiner Lichtblick.

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Dabei fällt mir auf, wie weit doch die Blüten der Haselnuss schon sind – kein Wunder also, dass mir schon seit Tagen die Augen tränen. Wer weiß, welche anderen Frühblüher ebenfalls schon ihren Blütenstaub durch den Januar schicken.

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Ach, was sehe ich da? Während meine beiden pelzigen Schlafmützen sich auf ihre Lieblingsschlafplätze im Haus zurückgezogen haben und ich über das Wetter sinniere, hat sich Herr Amselmann in unser Futterhaus vorgearbeitet …

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… und schau an, offensichtlich haben die Jungspunde nun die Vertretung in die Spur geschickt. Ich habe nämlich ganz unerwartet einen anderen Helfer an meiner Seite. Die graue Oberkatze hat ihr Schläfchen beendet und schaut begeistert aus dem Fenster. Na, jetzt wird es hier doch hoffentlich endlich vorangehen mit unserer Zählaktion.

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Tatsächlich, ein kleiner Spatzentrupp hat sich an der Knödelstation eingefunden und lässt es sich schmecken.

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Was gibt es denn jetzt da unten zu gucken? In den Garten schauen ist angesagt. Erst schlafen alle und dann konzentriert sich niemand auf den Garten. Ob wir hier heute noch zu irgendwelchen Zahlen kommen?

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Ach, hat da etwa schon jemand ausgeschlafen? Der Keks hat wohl geträumt, dass wir heute eigentlich zusammen Vögel zählen wollten und nun ist er wieder hergekommen.

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„Und? Habt Ihr schon viele Vögel gezählt?“, fragt der Keks die Oberkatze.

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„Ja, ein paar Spatzen stehen nun auch schon auf der Liste“, lautet die Antwort der Dame im langhaarigen Winterkleid.

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So schauen die beiden Katzen in den Garten hinunter und ich ergänze meine Liste um einige Sperlinge mehr.

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Derweil hat sich auch das Futterhaus mit gefiederten Gästen gefüllt.

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Aber irgendwie ist unsere Keks heute doch recht unkonzentriert. Was macht er denn jetzt schon wieder? Der Blumentopf scheint interessanter zu sein als die Federbälle vor dem Fenster.

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„Guck mal, Silberdistel. Zählen wir die auch, die hier fliegen?“

„Was ist denn da im Blumentopf, Keks?“

„Na, so ganz kleine Flattermänner.“

„Ach, schon wieder diese kleinen lästigen Fruchtfliegen? Nein, Fliegen zählen wir heute nicht, nur Vögel.“

Tja, so war die Hilfe von Keks dann doch nicht so groß. Sein Interesse galt mehr dem, was er direkt vor der Nase hatte, den Fruchtfliegen im Blumentopf neben ihm.

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Letztendlich zählten nur meine langjährige graue Mitarbeiterin und ich die Vögel in unserem Garten. Torty schlief fernab in den Tiefen unseres Hauses und träumte höchstens vom Vögelzählen und Keks, Keks versuchte sich lieber im Fangen von Minifliegen. Aber im Laufe unserer Zählstunde kamen dann doch noch so allerlei Federbälle angeflogen und wir beiden unermüdlichen Oberornithologen, die graue Oberkatze und ihre Silberdistel, hatten am Ende etliche Spatzen, Amseln, Meisen, selbstverständlich auch unser Rotkehlchen und sogar einen Graureiher, der über unseren Garten hinwegflog, auf der Liste. Natürlich waren ebenfalls Möwen, Krähen und eine Elster dabei, über deren akrobatische Übungen an der Knödelstation wir beiden, Katz und Mensch, uns köstlich amüsierten.

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Frau Elster musste sich ganz schön strecken, um von ihrem Sitzplatz aus an die Knödel zu kommen. Immer wieder war sie zu heftigen Balanceakten gezwungen. Aber am Ende flog auch sie satt und zufrieden wieder davon. Natürlich habe ich während unserer Zählstunde auch fleißig fotografiert, sodass ich unsere „Stunde der Wintervögel“ auch wieder mit einigen Bildern belegen kann. Viel Spaß beim Schauen!

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Es war hier im Norden zwar schon eine ganze Weile bitterkalt, z.T. waren es unter -12° C, aber der Schnee, der für unser Empfinden ja eigentlich erst einen richtigen Winter ausmacht, der fehlte bisher noch.

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Eine dünne Schneeschicht bedeckt unsere Geräteschuppen – hinten hat der immergrüne Efeu einen Teil des Daches erobert

Pünktlich zur „Stunde der Wintervögel“ hat sich zu Väterchen Frost aber doch noch Frau Holle dazugesellt und ein wenig die Betten über dem Norden ausgeschüttelt.

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Eine dünne Schneedecke bedeckte am letzten Freitag unseren Garten

Viel Lust auf Arbeit hatte sie aber wohl nicht, denn die Schneedecke blieb recht dünn und Väterchen Frost ließ sich doch tatsächlich von der faulen Holle anstecken und atmete auch nicht mehr so eisig aus. So verkrümelte sich die weiße Schneedecke fast genauso schnell wieder wie sie hingeschüttelt worden war.

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Schnee – eine neue Erfahrung für unsere beiden Jungspunde

Aber immerhin lag sie solange, dass sich unsere beiden jugendlichen pelzigen Mitbewohner mit der weißen Pracht im Garten bekanntmachen konnten.
Unsere Jungspunde durften in den letzten Tagen schon immer mal wieder ihre Pfoten auf den gefrorenen Gartenboden setzen und somit testen, wie lange die Pfötchen diese Eiseskälte aushalten. Na, und ob der Pelzmantel auch wintertauglich ist, das wollten wir natürlich ebenso wissen.

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Schon wieder sieht der Garten anders aus – unser Keks staunt

Mit dem Frost sind die Fellnasen recht gut zurechtgekommen. Aber Schnee, Schnee war ja nun schon wieder etwas Neues in ihrem noch recht kurzen Leben.

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Och menno, musste das denn sein mit dem Schnee?

Selbst unsere graue Oberkatze, die bereits etliche Winter erlebt hat, steht jedes Mal wieder staunend vor diesem weißen Zeugs und überlegt meistens relativ lange, ob sie sich bei solchem Wetter überhaupt einen Gartenrundgang antun muss. Aber damit das Jungvolk sieht, dass sie keine Frostbeule ist und auch Schnee nicht fürchtet, dreht sie dann doch eine kleine Minirunde durch ihr Gärtchen.

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Boahhhh, bloß schnell wieder aufwärmen!

Wie gut, dass ihr Gartenreich nicht so groß ist, da fällt es nicht weiter auf, wenn sie sich schnell wieder ins Haus und unter die warme Heizung verzieht.

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Wo kommt das nur alles her?

Außerdem waren die jugendlichen Katzenhelden eh mit der neuen Situation sehr beschäftigt. Wahrscheinlich war es ihnen gar nicht aufgefallen, dass die graue Oberkatze schon längst wieder die Annehmlichkeiten einer Hauskatze zu schätzen wusste.

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Gestern sah das hier doch noch ganz anders aus

Zu großflächigen Gartenbesichtigungsaktionen hatten aber auch Torty und Keks keine rechte Meinung. Der männliche Held hielt es sogar noch weniger lange aus als seine Schwester. Torty war wenigstens bis zur kleinen Buchsbaumhecke vorgedrungen, während Keks seine Gartenrunde an diesem Tag doch erstaunlich klein hielt und schnell wieder ins Haus wollte.

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Ich komme lieber wieder zu Dir, Silberdistel

Aber auch ihr war diese weiße Decke, die sich über Nacht in ihrem Garten ausgebreitet hatte, wohl nicht so ganz geheuer.

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Ob das kalte Zeugs da auch so tief ist?

Vorsichtig tastete sie sich zurück in Richtung Wintergarten und vermied möglichst solche Stellen, wo sie ganz besonders tief in den Schnee einsank.

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Oh ja, hier ist es noch viel tiefer

Wobei das nicht immer so ganz glückte. Die Silberdistel da hinten hatte gut lachen. Die hatte bisher noch keinen Fuß in das kalte Weiß gesetzt. Die stand da dumm im Wintergarten herum, anstatt der armen Torty aus diesem nassen Zeugs, in das man so erbarmungslos tief einsank, herauszuhelfen. Oh, man, würde das wieder eine Putzerei werden, bis die Füße trocken und vor allem wieder warm wären. Bloß wieder schnell rein ins Warme. Wo mag Keks nur sein? Ob der auch schon wieder im Warmen ist?

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Manchmal ist es drinnen doch viel schöner als draußen

Der hatte sich, während Torty noch durch den Schnee stapfte, bereits ein Plätzchen auf der warmen Heizung gesucht. Übrigens sind die Heizkörper neuerdings seine erklärten Lieblingsplätze. So ein Katerchen weiß halt, wo es so richtig schön und gemütlich ist. Obwohl, ein Katerchen ist er eigentlich gar nicht mehr. Inzwischen ist unser ehemaliger Zwerg nämlich schon ein ganz schön großer Tiger geworden – fast so lang wie die Heizung im Bad.

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Heute ist es hier viel schöner als draußen, Silberdistel. Findest Du das auch?

Derweil ist nun auch Torty in der Gemütlichkeit angekommen. Hach, ist das schön dort oben – so richtig kuschelig warm und gemütlich, viel schöner als im weißen Garten.

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Ach Keks, nun ist aber genug! Ich war doch schon lange trocken!

„Hallo Torty, Du bist ja noch überall ganz nass. Lass mich das mal trockenputzen. Dann wird Dir schnell wieder warm. Ich hab‘ mich schon auf der Heizung getrocknet.“

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Hihi, hab ich sie aus meiner Lieblingshängematte rausgeputzt

„Hach nee, der Keks hat mir fast alle Haare vom Pelz geputzt. Ich musste in die andere Hängematte flüchten, damit er endlich aufhört, an mir herumzuzupfen. Ich brauche jetzt ein wenig Erholung vom anstrengenden Gartenrundgang, denn nachher müssen wir noch Vögel zählen, hat die Silberdistel gesagt. Heute ist bei uns nämlich auch Vogelzähltag. Dafür muss ich ausgeruht sein.“

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Während die Katzen ruhen und die Wärme im Haus genießen, stürmen die Vögel wieder die Futterplätze im Garten – hier ein Hausspatzenpaar

Während die Katzen sich von ihrem anstrengenden Abenteuer erholten und ein Nickerchen machten, hatten die Vögel draußen im Garten endlich wieder Gelegenheit, sich ihr Bäuchlein mir leckeren Körnern vollzuschlagen.

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Hausspatzen in Warteposition in der Nähe der Futterstellen in unserem Garten

Später würden wir Silberdistels noch fleißig zählen wollen, denn das war das Wochenende, an dem der NABU zur Teilnahme an der „Stunde der Wintervögel“ aufgerufen hatte.

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Im Futterhäuschen ist reger Betrieb – Hausspatzenbetrieb

Natürlich musste ich zwischendurch schon mal schauen, ob es sich überhaupt lohnen würde mit der Zählerei.

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Eine Haussperlingsdame wartet in der Haselnuss auf einen freien Platz im Futterhaus

Aber an den Futterstellen war reichlich Betrieb. Nach einem wärmenden Kaffee würde ich mich mit Papier, Stift, Fernglas und Kamera ans Fenster setzen und eine Stunde lang fleißig die gefiederten Gäste in, um und über unserem Garten zählen. Na, und fotografieren wollte ich natürlich auch. Nicht, dass mir am Ende einmalige Gäste undokumentiert wieder davonflogen. Aber über unsere Stunde der Wintervögel berichten wir dann ein anderes Mal. Ich glaube, die Katzen haben da nämlich auch wieder ein Wörtchen mitzureden.

Wie sagte es Elke vom damals noch Eifeltussi-Blog einmal so treffend? „Die Körnerbar ist eröffnet.“ Bei uns ist es nun auch soweit, unser „Gasthaus zur Silberdistel“ hat wie alljährlich um diese Zeit die Wintersaison eröffnet. Eigentlich sind wir in diesem Jahr sogar recht spät dran, aber bei den fast frühlingshaften Temperaturen, die hier unlängst noch herrschten, sah die Wirtin des Gasthauses noch keinerlei Veranlassung, das Futterhaus mit Leckereien zu füllen. Da gab es noch genug Frischkost im Garten zu finden und es war durchaus in unserem Sinne, dass diese Frischkost noch so lange wie möglich genascht werden würde. Nun aber steht endlich die Körnerbar bereit und gut befüllt ist sie auch. Zu der einen Knödelstation, die sich bereits im letzten Winter großer Beliebtheit erfreute, ist eine weitere, sogar eine sehr schicke, hinzugekommen. Es hat sich herumgesprochen, dass ich ein Gasthaus für gefiederte Gäste führe und da war doch zu meinem letzten Geburtstag unter all den schönen Geschenken ein ganz besonderes dabei, eins, das nicht nur mir viel Freude bereitete, sondern eins, dass jetzt hoffentlich auch den vielen Federbällen nicht nur Vergnügen bereiten wird, es soll eigentlich auch ihren kleinen Vogelbauch ordentlich füllen helfen. Eingeweiht ist es bereits. Einer unserer pelzigen Mitbewohner hat der Einweihung sogar höchstpersönlich beigewohnt. Aber ich sollte jetzt aufhören mit meiner langen Vorrede. Hier wartet nämlich jemand schon ganz ungeduldig neben mir, der auch so einiges zu erzählen hat. Unter uns gesagt, es handelt sich bei diesem Jemand um ganz frisch gebackenen Ornithologennachwuchs 😉

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„Bist Du jetzt endlich fertig mit Deiner Tipperei, Silberdistel? Das hat ja gedauert. Dabei hast Du gesagt, Du willst nur ein ganz kurzes Vorwort schreiben und dann darf ich weitererzählen.“

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„Aber Kek …. äh … Bluebär, Du siehst doch selbst, wie ich hier wieder einmal beim Schreiben behindert werde. Mal ist die Tastatur belegt und dann wieder …

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… kann ich den Bildschirm nicht sehen. Das ist doch kein Wunder, wenn ich hier nicht fertig werde. Aber jetzt habe ich es endlich geschafft, auch wenn es enorm anstrengend und irgendwie auch nervend war, immer rechts und links an Torty vorbeischauen zu müssen. Also, jetzt bist Du endlich dran, Katerchen.“

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„Was? Bloß weil der Keks … äh … Blubär hier irgendwas angeblich unendlich Wichtiges zu berichten hat, soll ich hier weg? Du weißt doch, Silberdistel, welch große Hilfe ich Dir gewöhnlich bin und nun werde ich einfach so von meinem Arbeitsplatz vertrieben? Ich bin jetzt beleidigt. Du wirst schon noch sehen, was Du davon hast.“

„Entschuldige, Torty, Du bekommst dann demnächst einen Blogbeitrag ganz für Dich allein. Wäre das okay für Dich?“

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„Hm, darüber muss ich noch nachdenken. Der Keks tippelt ja eh schon auf der Tastatur umher. Ich werde hier total unterdrückt. Aber wenn ich jetzt gehe, dann will ich einen ordentlichen Blogbeitrag, Silberdistel, nur von mir allein – ohne Einmischung anderer. So, ich werde jetzt über meinen Blogbeitrag nachdenken und wehe mich stört einer dabei.“

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„Na endlich kann ich, der Bluebär,  erzählen. Also, die Silberdistel hat neulich wieder einmal im Garten herumgewerkelt. Manchmal hat sie uns Katzenkinder jetzt schon mitgenommen, damit wir ihr bei der Gartenarbeit behilflich sind. Aber dieses Mal durften wir nicht mit. Wir sollten vom Fenster aus zuschauen. Sie meinte, sie würde etwas vorbereiten, das uns in den nächsten Tagen sicher viel Spaß bereiten würde.“

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„Was sollte das schon sein? Hier am Fenster Spaß? Draußen wär es viel schöner gewesen.“

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„Naja, so guckte ich zu, wie die Silberdistel lauter kleine Bälle in den Garten hängte und ein Holzhäuschen aufstellte, in das sie etwas hineinschüttete. Wozu mochte das gut sein? Torty hatte voll und ganz mit ihrer Schönheitspflege zu tun und hatte keine Lust zu gucken, was die Silberdistel da machte.“

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„Hm, seltsam. Für wen war das Häuschen und für wen waren die Bälle?“

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„Oh, was war das plötzlich? Da kam etwas durch die Luft geflogen und husch, saß es an den Bällen, die die Silberdistel in den Baum gehängt hatte, an dem ich neulich, als wir unseren Gartenspaziergang gemacht haben, meine Krallen nicht schärfen durfte. Die Silberdistel meinte, das wäre ihre Lieblingsbirne und da würde nicht dran gekratzt.“

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„Ah, ich hab’s wiedererkannt, das fliegende Etwas. Es ist genau das, das bei unserem Gartenrundgang mit uns geschimpft hat, als würde der Garten ihm ganz allein gehören und wir hätten dort nichts zu suchen. Die Silberdistel nannte es Kohlmeise.“

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„Oh, und was war das? In dem Häuschen saß auf einmal auch solch ein flauschiges zappeliges Wesen. Solche sitzen  immer vor unserem anderen Fenster und lärmen oft so furchtbar, dass man nicht einmal in Ruhe schlafen kann. Da sagte die Silberdistel, das wären Vögel und diese da gehörten zu unserer Hausspatzenfamilie.“

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„Der da guckt ganz schön frech. Denkt er etwa auch, der Garten gehört ihm allein?“

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„Da, noch einer von diesen Hausspatzen. Hat die Silberdistel ihnen etwa Futter in das Häuschen getan? Sicher, damit sie kommen und uns Katzen unterhalten, falls uns mal langweilig ist. Jetzt weiß ich endlich, was die Silberdistel mit dem Spaß meinte, den wir Katzen jetzt bald haben würden.“

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„Torty, guck mal, was da in dem Häuschen los ist, das die Silberdistel in den Garten gestellt hat und an den Bällen erst. Das ist vielleicht spannend. Torty, da sind gaaaaanz viele Vögel.“

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„Was lärmst Du so, Keks … äh … Bluebär? Lass mich schlafen.“

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„Jetzt verpasst Du aber echt etwas, Torty. Da draußen turnen ganz viele von diesen Hausspatzen herum.“

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„Guck doch mal, Tooooooorty, wir könnten uns eins davon fangen, wenn wir wieder im Garten sind. Das ist bestimmt viel lustiger als das, was uns die Silberdistel immer zum Spielen gibt.“

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„Oh, und dort hinten, wo die anderen Bälle hängen, toben jetzt noch mehr von diesen Schreihälsen von neulich herum, die uns aus dem Garten vertreiben wollten. Schau doch mal, Torty.“

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„Ist das aufregend! Erst hab ich gedacht, die Silberdistel hat uns Unsinn erzählt, als sie sagte, es würde im Garten gleich ganz furchtbar spannend für uns werden.“

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„Aber jetzt … sie hat recht. Schau doch mal Torty! Jetzt sind sie auch an den anderen Bällen, an diesem Teil, das die Silberdistel immer so ganz besonders stolz anschaut.“

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„Lass mich in Ruhe, Bluebär. Du kannst einem wirklich manchmal gewaltig auf den Keks gehen. Ich weiß gar nicht, wieso die Silberdistel darauf gekommen war, dass Du Bluebär heißen könntest. Keks passt viel besser auf Dich. So, aber jetzt Ruhe, ich bin … müüüüüde und die blöden Schreihälse und die Bälle interessieren mich überhaupt nicht.“

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„Aber das ist doch so spannend, Torty! Guck doch nur mal ganz kurz aus dem Fenster, ganz kurz nur.“

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„Da ist schon wieder einer an den Bällen, jetzt an denen, wo oben noch ein Futternapf drauf steht. Ich glaube, er will gleich auf dem Napf landen. Er mag wohl keine Bälle.“

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„Das wird immer aufregender hier, Torty, So guck doch endlich mal!“

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„Brrr … puhhhh … brrr … puhhhh … puhhh …“

Tja, so ist das, was für den einen spannend ist, lockt den anderen so gar nicht aus der Reserve. Unsere Torty verschlief ganz einfach die Eröffnung der Wintersaison unseres „Gasthauses zur Silberdistel“ und der kleine Keks … ähem … Bluebär hätte am Ende gern mitgemischt bei den Vögeln im Garten. Jedenfalls schnatterte er immer aufgeregter, je größer der Andrang an der Körnerbar wurde. Ich glaube, er hat noch einen aufregenden Winter vor sich. Und Torty, ob sie in den Winterschlaf fallen wird? Ach nein, sie träumt sich wohl eher ihren höchsteigenen Blogbeitrag zusammen.

Könnt Ihr Euch noch an die Knödelschlacht im „Gasthaus zur Silberdistel“ erinnern? Ende März war dort zur letzten Knödelmahlzeit der Saison eingeladen worden. Die Zahl der Gäste an jenem Tag war enorm und es wurde um jedes kleine Knödelkrümelchen mächtig gekämpft. Am vergangenen Freitag hat nun auch das letzte Körnchen aus den Vorräten der Silberdistel noch seinen Weg ins Futterhaus gefunden. Wiederum waren der Einladung, dieses Mal zum abschließenden Frühstücksmüsli, zahlreiche gefiederte Gäste gefolgt und es ging noch einmal ganz hoch her im Gastgebergarten. Wer unter den Dauergästen des berühmten Gasthauses im Norden wollte sich schon dieses Ereignis entgehen lassen?

Herr Haussperling schaut gespannt zur Tür des Gasthauses hinüber

Herr Haussperling schaut gespannt zur Tür des Gasthauses hinüber

Die Stammkundschaft war natürlich wie immer frühzeitig erschienen und hatte es sich rundum im Garten auf Baum und Strauch gemütlich gemacht. Lange bevor die Silberdistel erschien und den Gästen ein fröhliches Hallo zurief, gab es bereits ein aufgeregtes und fröhliches Gezwitscher.

Auch die Kohlmeise wartet gespannt auf das Frühstücksmüsli

Auch die Kohlmeise wartet gespannt auf das Frühstücksmüsli

Man war ganz gespannt darauf, was die Silberdistel als Abschlusskörneressen servieren würde. So rätselte das versammelte Vogelvolk hin und her und her und hin. Dann endlich öffnete sich die Tür des Gasthauses und die Silberdistel trat heraus in den Garten – in der Hand ein Schüsselchen voller Leckereien. Zur Feier des Tages hatte die Distel natürlich noch einmal ein ganz besonders schmackhaftes Frühstücksmüsli zusammengemixt, damit auch jeder Gast vor der großen Sommerpause noch einmal zu seinem Lieblingskörnchen kam. Gespannt verfolgte die gefiederte Gästeschar das Auffüllen der kleinen Körnerbar und wie bereits beim Knödelkampfessen nahm man auch dieses Mal das Verschwinden der Silberdistel im Gasthaus als symbolischen Startschuss, um auf das letzte Frühstücksmahl der Saison loszustürzen.

Hin und her geht es zwischen Baum, Strauch und Frühstückshäuschen

Hin und her geht es zwischen Baum, Strauch und Frühstückshäuschen

Geschwind begann ein aufgeregtes Hin- und Hergeflattere zwischen Baum und Strauch und Körnerbar. Wieder gab es so manchen Kampf auszufechten, denn nicht jeder Gast hielt sich an die gestrenge unausgesprochene Rangfolge am Futtertrog. Irgendwann aber gab es nichts mehr zu erkämpfen. Letztendlich war der Augenblick der Wahrheit gekommen – das Futterhäuschen war leer, …

Die einst so leckeren und gefragten Nussbeutelchen haben auch nichts mehr zu bieten

Die einst so leckeren und gefragten Nussbeutelchen haben auch nichts mehr zu bieten

… so leer wie auch die kleinen Nussbeutelchen nebenan am Rosenbogen, die nun abgemagert, lustlos und schlaff in der Kletterrose baumelten. Ebenso wie sie hatte nun auch das Futterhäuschen seine Aufgabe vorerst erfüllt.

Weggeputzt ist auch das letzte Körnchen noch

Weggeputzt ist auch das letzte Körnchen noch

Es würde nun in sein Sommerquartier, den kleinen Geräteschuppen im Garten des Gasthauses, einziehen und sich von den Strapazen der letzten Monate erholen können. Vielleicht würde es sogar einen kleinen Sommerschlaf halten und vom nächsten aufregenden Winter mit der bunten Vogelschar träumen.

Herr Oberfeldspatz hält unter dem Beifall seiner Kollegen aus der Hausspatzengilde eine kleine Dankesrede

Herr Oberfeldspatz (Mitte) hält unter dem Beifall seiner Kollegen aus der Feld- und Hausspatzengilde eine kleine Dankesrede für die liebevolle Versorgung mit leckerem Futter während der vergangenen Wintersaison

Als die Silberdistel später noch einmal kurz in den Garten schaute, um hier und da ein wenig aufzuräumen, staunte sie nicht schlecht, denn die Vogelschar hatte noch eine kleine Überraschung für sie parat. Eine Dreier-Spatzengruppe hatte sich im Futterhäuschen in Positur gesetzt und  schaute ganz feierlich drein. Als sich der Oberspatz der Aufmerksamkeit der Silberdistel sicher war, tschilpte er voller Inbrunst eine bezaubernde Dankesrede für die fürsorgliche Betreuung während der grauen, nassen und kalten Jahreszeit durch die Gasthausbesitzer. Er lobte die überaus freundliche und stets pünktliche Bewirtung der Gäste mit den leckersten Köstlichkeiten und vor allem die liebevolle Zubereitung der täglichen Mahlzeiten.

Zum guten Schluss zwitschert Herr Grünfink zwitschert ein entzückendes Dankesliedchen

Zum guten Schluss zwitschert Herr Grünfink ein entzückendes Dankesliedchen

Den krönenden Schlusspunkt jedoch setzte Herr Grünfink mit seinem großen Auftritt. Der im festlichen Grün und Gelb gewandete Tenor trällerte ein zu Herzen gehendes Dankeslied in den Morgen. Ganz gerührt wischte sich die Silberdistel eine kleine Träne aus dem Auge 😉

Übrigens fand ich das Video hier oben bei YouTube. Der kleine Filmheld singt mindestens ebenso schön wie mein Held aus dem Garten. Nur habe ich während des Gesangs vor lauter Rührung ganz vergessen, den Videoaufnahmeknopf meiner Kamera zu drücken. Dank YouTube und diesem Video kann ich Euch dennoch eine kleine Kostprobe vom Gesang eines solchen Sängers wie dem in meinem Garten geben.

So, und wer noch mehr vom letzten Körneressen der Saison sehen möchte, der darf sich gern durch die Bildergalerie hier unten klicken.

… zumindest für uns Silberdistels.

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Vor einigen Tagen haben wir unseren Frühstücksplatz wieder in den Wintergarten verlegt.

Unser Blick vom Frühstückstisch aus in den Garten

Unser Blick vom Frühstückstisch aus in den Garten

Dort können wir während des Frühstücks nicht nur die Morgensonne genießen, wir können auch die Fortschritte des täglich grüner und bunter werdenden Gartens miterleben, …

Herr Amsel im Garten unterwegs

Herr Amsel im Garten unterwegs

… die Vögel bei ihrer Suche nach Käfern, Würmern und Körnern beobachten, Herrn Amsel beim Singen seines Frühlingsliedchens zuhören und dem fröhlichen Gezwitscher der Spatzen lauschen.

Grünfinken am Futterhaus

Grünfinken am Futterhaus

Noch steht das Futterhäuschen an seinem Platz und ein paar Körnchen werden auch allmorgendlich noch nachgefüllt. Neben den Spatzen und Amseln sind auch Grünfinken, Meisen, Rotkehlchen, Buchfinken und immer wieder einige seltenere Gäste zu beobachten. Die Futterreserven in der Vorratskammer der Silberdistel sind allerdings fast aufgebraucht.

Auch das Rotkehlchen holt sich noch jeden Morgen sein Frühstück ab

Auch das Rotkehlchen holt sich noch jeden Morgen sein Frühstück ab

Dem Vertilgen der letzten kleinen Leckerbissen durch die flauschigen Federbälle werden wir während unseres Frühstücks auf jeden Fall begeistert beiwohnen und uns andererseits über die lustigen kleinen Zwistigkeiten unter den gefiederten Gartengästen amüsieren.

Der Kater beim allmorgendlichen Gartenrundgang

Der Kater beim allmorgendlichen Gartenrundgang

Unsere beiden Pelzträger leisten uns natürlich jeden Morgen Gesellschaft und schauen mindestens ebenso gern den durch den Garten flatternden Vögeln zu wie wir Menschen. Manchmal müssen sie aber auch etwas genauer schauen und sich direkt an den Ort des Geschehens begeben.

Vom sicheren Platz im Baum aus wird auf die Katzen geschimpft

Vom sicheren Platz im Baum aus wird auf die Katzen geschimpft

Dann bricht in der Regel eine gewaltige Schimpftirade unter der bunten Vogelschar los und das Federvolk spritzt in alle Himmelsrichtungen davon, um aus sicherer Höhe von Baum und Strauch aus weiter erbost auf die pelzigen Störenfriede  zu schimpfen. Gewöhnlich nervt das die Katzen, aber sie tun natürlich so, als würden sie über den Dingen stehen und die Schimpferei überhaupt nicht bemerken.

Was interessieren uns Katzen schon die dummen Vögel dort im Garten. Das haben wir gar nicht nötig!

Was interessieren uns Katzen schon die dummen Vögel dort im Garten. Das haben wir gar nicht nötig!

Mit betont gelangweiltem Blick kommen sie dann zu uns, um sich lässig und an der Vogelschar scheinbar völlig desinteressiert in unserer Nähe niederzulassen. So können die siegreichen und stolz vor sich hinblickenden Federbälle wieder ihrer magenfüllenden Beschäftigung nachgehen.
Natürlich flattern nicht nur Vögel in unserem kleinen Gärtchen umher, mitunter verirrt sich auch jetzt, obwohl es doch immer noch recht frisch war, ein Käferchen in unser Frühstückszimmer. Solch einen Gast kann die Silberdistel natürlich nicht ungeschoren davonkommen lassen. Verwundert schaut Herr Silberdistel eines Morgens seiner Gattin hinterher, als diese plötzlich und scheinbar völlig unmotiviert hurtig im Haus verschwindet. „Wo will sie nur hin?“, staunt der Herr des Hauses. Wenig später steht die Silberdistel wieder im kleinen Gartenzimmer, ihr Lieblingsspielzeug, die Kamera, in der Hand und schaut suchend über den Tisch.

Fotografiert die Silberdistel die Tischdecke?

Fotografiert die Silberdistel die Tischdecke?

Dann hockt sie sich hin und fotografiert die Tischdecke … Oder was gibt es dort zu sehen? Erst als Herr Silberdistel ganz intensiv den Bereich vor der Kamera absucht, entdeckt er das kleine gelbe Käferchen. „Aha“, denkt er, „jetzt bricht nicht nur eine schöne Zeit an, jetzt bricht auch wieder eine aufregende Zeit an. Die Zeit der Makrofotografie hat begonnen.“ Lächelnd schaut er auf das kleine Käferchen, das über den Fototermin so ganz anders denkt als Herrn Silberdistels Gattin.

Ungewollt liegt das kleine Krabbeltier plötzlich auf dem Rücken

Ungewollt liegt das kleine Krabbeltier plötzlich auf dem Rücken

Uuups, als das kleine Krabbeltier sanft von der aufregend gefärbten Tischdecke auf das helle Platzdeckchen zurück komplimentiert wird, landet es überraschend auf dem Rücken und strampelt aufgeregt mit den kleinen Beinchen. Vorsichtig verhilf ihm die Silberdistel wieder auf die sechs winzigen Füßchen und schon rennt der gelbe Winzling in einem Affenzahn erneut auf das rotkarierte Fusselteil zu. Lernfähig scheint der Kleine so gar nicht zu sein, denn auf der Stoffdecke kommt er viel schlechter voran, als auf dem glatten Plastikdeckchen.

Das rotkarierte Tuch scheint sehr anziehend auf das winzige Krabbeltier zu sein

Das rotkarierte Tuch scheint sehr anziehend auf das winzige Krabbeltier zu sein

Na gut, die Silberdistel lässt ihm seinem Willen und versucht trotzdem Bild auf Bild. … und dann hat er genug von dem ihm aufgezwungenen Fotoshooting und will nun unter Benutzung seiner Flügel entfliehen. Aber irgendwie ist die fusselige Decke ein echtes Ärgernis und er bleibt beim ersten Versuch einfach an einem Fädchen hängen. Aber beim nächsten Start glückt endlich die Flucht vor der Kamera und dann hat die Silberdistel plötzlich nur noch ein rotkariertes Bild im Sucher.

...und fort ist der winzige Frühstücksgast

…und fort ist der winzige Frühstücksgast

Sie hofft, dass trotz der hektischen Krabbelei des Mini-Models das eine oder andere passable Foto dabei ist. Der kleine Krabbelmann nennt sich übrigens Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer und er ist wirklich winzig, auch wenn er hier ganz groß rauskommt. Die kleinen Karos der Tischdecke sind nur 3×3 mm groß. Ich denke, das gibt eine ganz gute Vorstellung von der eigentlichen Größe des Käferchens. Dieser Zwerg unter den Marienkäfern wird nämlich nur 3 bis 4,5 mm lang. Wir Gärtner sollten ihn übrigens ganz besonders gern haben. Er ernährt sich nämlich von echtem Mehltau, der unseren Lieblingsgartenblumen oft das Leben ganz gewaltig schwermacht. Da ist doch so ein kleines postgelbes Helferchen im Garten gar nicht so übel, oder?

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