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Wer mir eine Freude machen möchte, weiß in der Regel, dass das mit einem Buch ganz sicher gelingt. So bekam ich unlängst wieder einmal eins geschenkt. Dieses Mal handelte es sich um ein ganz besonderes Buch – um „Penguin Bloom“, ein Buch, das mich sehr berührt und beeindruckt hat. Nicht nur vom Text her, sondern auch von seinen herrlichen Bildern her hat mich dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite gefangengenommen.
Es erzählt die Geschichte, die wahre Geschichte, einer australischen Familie, einer Familie, die von einem unglaublich harten Schicksalsschlag getroffen wird, einem Schicksalsschlag, an dem sie fast zerbricht.

Doch als die Familie glaubt, an all dem Leid einfach nur noch ersticken zu können, bringt ein weiteres Leid, das Leid eines kleinen Vogels ihnen unverhofft ein wenig Licht in ihr dunkles Dasein.  Ein Vogeljunges fällt quasi vom Himmel und damit in ihr Leben.

Der kleine Federball wird durch Windböen aus seinem Nest hoch oben in einer Tanne geworfen. Trotz der enormen Höhe, in der sich sein Nest befindet, hat er bei seinem Sturz in die Tiefe noch Glück im Unglück. Er überlebt, wenn auch arg zerzaust und an einem Flügel verletzt, den starken Aufprall auf den Boden.

Ohne menschliche Hilfe wäre der Vogel wohl dennoch dem Tode geweiht gewesen. Einer der Söhne der Familie findet den verletzten Vogel und nimmt ihn mit zu sich nach Hause. Gemeinsam beschließt die Familie, sich um das Vogeljunge zu kümmern, bis es wieder gesund und in der Lage sein würde, sich selbst zu versorgen.
Die fünf Menschen kümmern sich von da an unwahrscheinlich liebe- und aufopferungsvoll um das kleine Vögelchen – eine Australische Elster (Australien megpie).
Im Deutschen wird diese Vogelart wegen ihres kunstvollen Gesangs auch Flötenvogel genannt. Im folgenden Video eine kleine Kostprobe eines solchen Sängers. Hat er nicht durchaus Potential, allein schon mit seinem Gesang unser Herz zu betören?

Genau genommen handelt es sich jedoch bei dieser Art Vogel nicht um eine Elster im herkömmlichen Sinne.  Aber als die Geschichte der Familie Bloom um die Welt ging, war immer wieder von einer Elster die Rede. So behielt man auch in der deutschen Übersetzung des vorliegenden Buches diese Bezeichnung bei.
Der Name aber, den die Blooms ihrem gefiederten Findelkind gaben, passt erstaunlich gut. Von der Farbgebung her hat der schwarzweiße Federball durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Pinguin.

Penguin Bloom

Viele wundervolle Bilder illustrieren den zu Herzen gehenden Text des Buches.  Sam, die Mutter der Familie, durch einen tragischen Unfall querschnittsgelähmt, verzweifelt fast an ihrem plötzlich so hilflosen Zustand und mit ihr ihr Mann Cameron und ihre drei Söhne.

Durch die gemeinsame Sorge um den Vogel, der selbst durch seine Verletzung immer wieder gesundheitliche Rückschläge erfährt, wächst die Familie wieder zusammen. Sie begreift, was Liebe und Fürsorge zueinander ausmachen, und dass man einfach nicht aufgeben darf, auch wenn das Leben uns mitunter grausam im Stich zu lassen scheint. Der neue gefiederte Hausgenosse lehrt Sam, wieder zu lachen und neuen Lebensmut zu fassen, und das überträgt sich auch auf ihre Familie.

„Penguin Bloom“ ist ein Buch, das denjenigen Mut machen soll, die möglicherweise in einer ähnlichen Situation sind wie die Familie Bloom. Auch wenn vor allem Sam, aber auch ihre Familie erst durch den Vogel wieder ins Leben und zur Lebensfreude zurückfinden, zeigt das Buch, dass es sich immer lohnt zu kämpfen. Das Buch will Mut machen, auch in völlig aussichtslos erscheinenden Situationen nicht aufzugeben, nicht die Hoffnung zu verlieren. Irgendwo ist möglicherweise auch an unserer Seite ein Engel, der uns dabei, wieder ins Leben zurückzufinden, tatkräftig unterstützt. Mitunter fällt er uns vielleicht sogar, wie im vorliegenden Falle, als freche kleine Elster in den Schoß.

Also, genaugenommen waren es Kraniche, die uns ein Konzert aus luftiger Höh‘ gaben und sie spielten nicht Geige, sie hatten ihre Trompeten dabei. Herr Silberdistel und ich waren wieder einmal zu einem kleinen Spaziergang unterwegs, schließlich wollen wir das frühlingshafte Wetter voll auskosten. Man weiß ja nie, wann wieder Schluss damit ist und was man hat, das hat man schließlich und man kann es an grauen Tagen einfach wieder aus der Erinnerung hervorzaubern.
So schlenderten wir also dahin und plötzlich hörten und sahen wir sie. Wieder einmal war nur Herrn Silberdistels kleine Kamera unsere digitale Begleiterin. Für ein paar Eindrücke von dem, was sich hoch über uns am blauen Himmel abspielte, sollten die Fotos aber wohl dennoch reichen.
Was übrigens ganz erstaunlich war, außer uns blieben noch zwei andere Passanten stehen und schauten hinauf zum himmlischen Trompetenkonzert der Kraniche. Und sie zückten, genau wie wir, eine kleine Kamera und nahmen das Schauspiel auf. Selten einmal habe ich es erlebt, dass außer mir und meinem Herrn Silberdistel noch andere Menschen andachtsvoll gen Himmel schauten, wenn sich eine Formation dieser imposanten Vögel näherte. Schön, zu erleben, dass es doch noch einige Menschen mehr gibt, die sich durch ein solch herrliches Schauspiel am Himmel für einige Augenblicke aus ihrem Alltagstrott reißen lassen.
Die Kraniche über uns drehten, sicher wegen des äußerst interessierten Publikums, mehrere Kreise, bevor sie sich auf ihre jeweilige Weiterreise machten. Eine Formation entschied sich für eine nordöstliche Reiseroute und die andere wendete sich nach Südwesten.
Ein paar Möwen kreisten fröhlich mit den Kranichen, wenn auch etwas tiefer. Sie wollten wohl ein paar zusätzliche fröhliche Akzente in meine Bilder setzen. Ich finde, es ist ihnen durchaus gelungen.
Aber jetzt – hochgeschaut und dem klassischen Trompetenkonzert gelauscht!

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Und damit das auch klappt mit dem Konzertfeeling, bitte das nachfolgende Video anklicken. Das ist zwar nicht brandaktuell von diesem Jahr, es stammt aus meinem Archiv und gibt einen Einblick in den Kranichzug vom Herbst 2013, aber die Melodie der Kraniche hat sich nicht verändert, sie klingt nach wie vor unbeschreiblich schön.

Zwei Tage nach diesem schönen Erlebnis während unseres Spaziergangs hörte ich, als ich gerade ein wenig in meinem Garten herumwerkelte, erneut Kranichrufe über mir. Der Tag neigte sich bereits langsam dem Abend entgegen und so stand auch die Sonne bereits entsprechend tief.

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Aber gerade dieses abendliche Licht tauchte die Kraniche wieder einmal in einen wundervollen Goldschimmer. Schade, dass solche Momente immer viel zu schnell wieder vorüber sind.

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Inzwischen dürfte nun wohl die Masse der Kraniche aus ihren Winterquartieren zurück sein.
Wahrscheinlich wird es schon wieder Herbst sein, wenn es hier erneut etwas von den Vögeln des Glücks zu lesen und zu sehen geben wird. Es sei denn, ich entdecke im Laufe des Sommers das eine oder andere Kranichpaar. Dann berichte ich natürlich.

Ich hab’s schon wieder getan. Also diese Sache mit dem Schlachtfest in der Küche. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an das Massaker im letzten Jahr.

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Ich konnte einfach nicht widerstehen. Dieses Mal war aber nicht wie damals der Nachbar daran schuld, dieses Mal hat mich eine ehemalige Kollegin dazu animiert. Es begann damit, dass ich nicht ablehnen konnte, als sie mich dazu einlud, in ihrem Garten eine kleine Klettertour zu unternehmen. Ich war echt begeistert über die Einladung, denn schon als Kind bin ich gern auf Bäume geklettert und daran hat sich bis heute nichts geändert. Ein wenig eigenartig ist allerdings, dass ich zwar völlig problemlos auf Bäume steigen kann, aber an steilen Abhängen kann ich nicht stehen, ohne dass mich die nackte Angst packt. Schon seltsam dieser Widerspruch, oder?

Kirschbaum

Übrigens begleitete mich mein Herr Silberdistel auf dieser Klettertour. Er allerdings klettert weniger gern auf Bäume. Um so mutiger war es natürlich, dass er mich überhaupt begleitet hat. So durfte ich für meinen Aufstieg sogar die höhere Leiter benutzen. Herr Silberdistel fand es nämlich weitaus angenehmer, festen Boden unter den Füßen zu behalten oder den Boden zumindest noch in erreichbarer Nähe zu haben. Aber es ist ja auch in Ordnung, wenn wenigstens einer aus der Familie auf dem Boden der Tatsachen bleibt. Ich allerdings wollte gern hoch hinaus, musste sogar hoch hinaus. Schließlich sollte diese Kletterei auch einen bestimmten Zweck erfüllen, wir durften nämlich Kirschen ernten – diese kleinen mecklenburgischen, ähnlich denen, die mir im vergangenen Sommer der Nachbar vorbeibrachte und aus denen ich letztendlich in meiner Küche nach einer recht blutigen Aktion diese wunderbare geistvolle Kerschkonfitüre zauberte. Somit wäre also auch erklärt, was das Schlachtfest in meiner Küche mit der Klettertour in fremden Gärten zu tun hat.

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Na, und wenn wir nicht geerntet hätten, dann hätten es ganz sicher Amsel, Star und Co. getan. Meine Kollegin hatte keine Lust mehr auf Kirschen. Sie hatte bereits so viele Kirschen gepflückt, dass sie am Ende schon glaubte, selbst eine Kirsche zu sein.

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Nach einer aufregend schönen Kletter- und Pflückaktion, die mich sehr an meine Kindheit und den Kirschbaum im Garten meiner Großeltern erinnerte, auf dem ich zur Kirschenzeit liebend gern saß und nur so um mich herum aß, zogen wir mit einem Eimerchen voll kleiner leckerer Sauerkirschen wieder von dannen.
Übrigens gab es damals bei Oma mitunter Ärger, weil mein hübsches Sommerkleidchen nach meiner Kletter- und Naschaktion plötzlich ein rotes Tupfenmuster aufwies. Dieses Mal hatte ich gleich ein lila T-Shirt an. Oma hat das bestimmt von ihrem Himmelsplatz aus wohlwollend zur Kenntnis genommen.

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Ein Haselnussbohrer (ein Dankeschön an Jule für die Identifizierung des kleinen Burschen)

Natürlich ging es auch dieses Mal nicht ohne rote Tupfen im Gefieder ab, aber inzwischen ist das ein Problem, mit dem ich ganz allein fertig werden muss.
Als ich schließlich mit meinem zum T-Shirt passenden Eimerchen in unserer silberdisteligen Küche stand, um mich dieser blutigen Entsteinungsaktion zu widmen, entdeckte ich einen winzigen Gast auf dem Eimerrand, den wir scheinbar aus dem Garten meiner Kollegin mitgebracht hatten. Saß da doch ein kleiner Rüsselkäfer. Unsere Kirschenernte war also nebenher für uns sogar noch eine kleine Bildungsreise gewesen und für das winzige Insekt eine wahre Weltreise, denn ein paar Meterli liegen schon zwischen dem Garten meiner Kollegin und unserer Küche.

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Doch genug der Plauderei. Dieses Mal ging die Trennung der Spreu vom Weizen auch nicht weniger blutig vonstatten als im letzten Jahr. Genau genommen ging es dieses Mal sogar noch einen Tick blutroter zu und das eigentlich nur, weil ich etwas vergesslich war. Die Kerschgeistkonfitüre vom vergangenen Jahr enthielt als geheime Zutat einen halben Liter Orangensaft. Beim diesjährigen Einkauf der Zutaten habe ich mich falsch an mein Rezept erinnert und kaufte Kirschsaft statt Orangensaft ein. Nun bin ich nicht nur vergesslicher, sondern auch fauler geworden. So eilte ich nach dem Bemerken der falschen Zutat, was natürlich erst zuhause geschah, nicht noch einmal zurück in den Supermarkt meines Vertrauens. Gekauft ist gekauft.

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Da musste halt der Kirschsaft als Ersatz herhalten. Unter uns, ich glaube, im letzten Jahr war der Orangensaft eine Verlegenheitslösung, weil zufällig im Hause Silberdistel vorhanden. Meiner Kerschgeistkonfitüre der zweiten Generation ist nun der Kirschsaft auch gar nicht so schlecht bekommen. Naja, eigentlich sollte zu Kirschen ja auch Kirschsaft gehören. So ist die diesjährige Konfitüre sogar ein wenig blutroter geworden und auch vom Geschmack her ist sie leicht anders – noch ein bisschen kerschiger. Wir Silberdistels lieben auch diese Variante, wobei auch die andere was fürs Leckermäulchen ist. Aber schließlich will man auch ab und zu etwas Abwechslung auf dem Frühstückstisch haben. Ich werde in Zukunft keine der beiden vernachlässigen.
So, aber nun endlich zum Eigentlichen, zum Rezept meiner diesjährigen Kerschgeistkonfitüre!

Zutaten:

1000 g Sauerkirschen
500 ml Kirschsaft
2 Päckchen Gelierzucker zu je 500 g (2:1)
1 Esslöffel voll Zimt
1 Päckchen Zitronensäure
1 Päckchen Orangenschalen-Aroma oder abgeriebene Orangenschale
Saft von einer Zitrone oder 1 Fläschchen Zitronen-Aroma
1 Fläschchen Rum-Aroma (wer es nicht mag, darf es gern weglassen, weil wir eh noch Rum hinzufügen)
1 Fläschchen Butter-Vanille
120 ml brauner Rum
130 ml Kirschwasser

Zubereitung:

Die Kirschen waschen und von eventuell noch vorhandenen Stielen befreien. Anschließend geht es an diese blutige Angelegenheit – ans Entsteinen der Kirschen.

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Wenn das endlich geschafft ist, ist man auch selbst ziemlich geschafft, dennoch war das erst der Anfang auf dem Weg zur leckersten Kerschgeistkonfitüre der Welt.

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Aber immerhin sind wir bereits soweit, dass wir die Kirschen in einen Topf geben, den Kirschsaft hinzufügen und Zimt, Orangenschalen-Aroma, Zitronensaft, Rum-Aroma und Butter-Vanille ebenfalls dazugeben können.

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Alles etwa 5 Minuten kochen. Wer möchte, kann nach diesem kurzen Kochvorgang die Kirschen mit einem Pürierstab noch ein wenig mehr zerkleinern.

Nun geben wir Zitronensäure, Rum, Kirschwasser und den Gelierzucker hinzu und kochen das Ganze noch einmal nach der Kochanweisung auf der Gelierzuckerpackung auf. In der Regel sind das 3 bis 4 Minuten.

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Und damit haben wir unsere diesjährige Kerschgeistkonfitüre mit großer Kochkunst und viel Geist fertiggestellt.

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Na? Muss man sie nicht zum Fressen gern haben, wie sie dort so steht in ihrer bunt zusammengewürfelten Marmeladenglasversammlung – die überaus leckere Kerschgeistkonfitüre?

Ach übrigens gibt es doch da den Herrn Sommer, der uns neuerdings mit klitzekleinen hübschen Videos die Welt der Literatur zu Füßen legt. Ich hatte bereits bei meiner Vorjahreskerschgeistkonfitürenaktion darauf verwiesen, dass und warum man immer ein Fläschchen Kerschgeist im Hause haben sollte.

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Herr Sommer hat jetzt, sicher extra für mich und meine Kerschgeistkonfitüre, ein Video erschaffen, das in wenigen Minuten die ganze Geschichte mit dem Sensenmann, dem Brandner Kasper und warum man immer einen Kerschgeist im Hause haben sollte, erklärt.
Wer’s schauen mag – so als Vorbereitung für den Fall der Fälle – hier ist sie „Die Gschicht vom Brandner Kasper“ aus „Sommers Weltliteratur to go“ – in nur kleinen 2 Minuten erzählt.

… und mit ihrer Liebeserklärung an ihn hat sie bei mir genau den richtigen Nerv getroffen. Unlängst bekam ich von einem anderen Nordlicht den Link auf das nachfolgende YouTube-Video zugeschickt. Er wusste, dass ich mögen würde, was ich dort sehen und hören würde.

Frech und zugleich liebevoll kommt Mona Harry mit ihrem Liebesgedicht für unsere feuchte, neblige, oft gnadenlos stürmische und endlos weit und platt erscheinende Gegend daher. Einer Nordländerin wie mir, die bis auf ganz wenige Jahre ihr Leben  dort verbrachte, wo gern Sturm und tobende Meereswellen das Sagen haben, wo im Winter mehr Nebel, Regen und Schneematsch die Welt regieren als eine im wunderweißen Schneekleid idyllisch versunkene Welt, spricht Mona Harry mit ihrem Gedicht  sehr aus dem Herzen. Sicher bin ich auch gern in den Bergen, aber immer wieder hat es mich bisher zurück in den Norden gezogen, in eine Gegend, in der ich mich überaus wohl und zuhause fühle. Und genau darum hat diese wunderhübsche Liebeserklärung hier bei mir heute einen Platz gefunden. Ich könnte es nicht besser sagen. Auch wenn ich meinem Norden mit etlichen Texten und Bildern hier in meinem Blog bereits viele, viele Male meine Liebe zu Füßen gelegt habe, Mona Harrys Gedicht setzt meiner Liebe zu dieser Gegend das berühmte i-Tüpfelchen auf. Bei ihrem Gedicht geht mir ganz einfach das Herz auf. Als Illustration zu Mona Harrys Worten gibt es von MEINEM Norden, der sicher noch ein wenig anders ist als der, den Mona so sehr mag, eine kleine Bilderauswahl – eine Bilderauswahl aus dem östlichen Teil des Nordens.

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Könnt Ihr Euch noch an die Knödelschlacht im „Gasthaus zur Silberdistel“ erinnern? Ende März war dort zur letzten Knödelmahlzeit der Saison eingeladen worden. Die Zahl der Gäste an jenem Tag war enorm und es wurde um jedes kleine Knödelkrümelchen mächtig gekämpft. Am vergangenen Freitag hat nun auch das letzte Körnchen aus den Vorräten der Silberdistel noch seinen Weg ins Futterhaus gefunden. Wiederum waren der Einladung, dieses Mal zum abschließenden Frühstücksmüsli, zahlreiche gefiederte Gäste gefolgt und es ging noch einmal ganz hoch her im Gastgebergarten. Wer unter den Dauergästen des berühmten Gasthauses im Norden wollte sich schon dieses Ereignis entgehen lassen?

Herr Haussperling schaut gespannt zur Tür des Gasthauses hinüber

Herr Haussperling schaut gespannt zur Tür des Gasthauses hinüber

Die Stammkundschaft war natürlich wie immer frühzeitig erschienen und hatte es sich rundum im Garten auf Baum und Strauch gemütlich gemacht. Lange bevor die Silberdistel erschien und den Gästen ein fröhliches Hallo zurief, gab es bereits ein aufgeregtes und fröhliches Gezwitscher.

Auch die Kohlmeise wartet gespannt auf das Frühstücksmüsli

Auch die Kohlmeise wartet gespannt auf das Frühstücksmüsli

Man war ganz gespannt darauf, was die Silberdistel als Abschlusskörneressen servieren würde. So rätselte das versammelte Vogelvolk hin und her und her und hin. Dann endlich öffnete sich die Tür des Gasthauses und die Silberdistel trat heraus in den Garten – in der Hand ein Schüsselchen voller Leckereien. Zur Feier des Tages hatte die Distel natürlich noch einmal ein ganz besonders schmackhaftes Frühstücksmüsli zusammengemixt, damit auch jeder Gast vor der großen Sommerpause noch einmal zu seinem Lieblingskörnchen kam. Gespannt verfolgte die gefiederte Gästeschar das Auffüllen der kleinen Körnerbar und wie bereits beim Knödelkampfessen nahm man auch dieses Mal das Verschwinden der Silberdistel im Gasthaus als symbolischen Startschuss, um auf das letzte Frühstücksmahl der Saison loszustürzen.

Hin und her geht es zwischen Baum, Strauch und Frühstückshäuschen

Hin und her geht es zwischen Baum, Strauch und Frühstückshäuschen

Geschwind begann ein aufgeregtes Hin- und Hergeflattere zwischen Baum und Strauch und Körnerbar. Wieder gab es so manchen Kampf auszufechten, denn nicht jeder Gast hielt sich an die gestrenge unausgesprochene Rangfolge am Futtertrog. Irgendwann aber gab es nichts mehr zu erkämpfen. Letztendlich war der Augenblick der Wahrheit gekommen – das Futterhäuschen war leer, …

Die einst so leckeren und gefragten Nussbeutelchen haben auch nichts mehr zu bieten

Die einst so leckeren und gefragten Nussbeutelchen haben auch nichts mehr zu bieten

… so leer wie auch die kleinen Nussbeutelchen nebenan am Rosenbogen, die nun abgemagert, lustlos und schlaff in der Kletterrose baumelten. Ebenso wie sie hatte nun auch das Futterhäuschen seine Aufgabe vorerst erfüllt.

Weggeputzt ist auch das letzte Körnchen noch

Weggeputzt ist auch das letzte Körnchen noch

Es würde nun in sein Sommerquartier, den kleinen Geräteschuppen im Garten des Gasthauses, einziehen und sich von den Strapazen der letzten Monate erholen können. Vielleicht würde es sogar einen kleinen Sommerschlaf halten und vom nächsten aufregenden Winter mit der bunten Vogelschar träumen.

Herr Oberfeldspatz hält unter dem Beifall seiner Kollegen aus der Hausspatzengilde eine kleine Dankesrede

Herr Oberfeldspatz (Mitte) hält unter dem Beifall seiner Kollegen aus der Feld- und Hausspatzengilde eine kleine Dankesrede für die liebevolle Versorgung mit leckerem Futter während der vergangenen Wintersaison

Als die Silberdistel später noch einmal kurz in den Garten schaute, um hier und da ein wenig aufzuräumen, staunte sie nicht schlecht, denn die Vogelschar hatte noch eine kleine Überraschung für sie parat. Eine Dreier-Spatzengruppe hatte sich im Futterhäuschen in Positur gesetzt und  schaute ganz feierlich drein. Als sich der Oberspatz der Aufmerksamkeit der Silberdistel sicher war, tschilpte er voller Inbrunst eine bezaubernde Dankesrede für die fürsorgliche Betreuung während der grauen, nassen und kalten Jahreszeit durch die Gasthausbesitzer. Er lobte die überaus freundliche und stets pünktliche Bewirtung der Gäste mit den leckersten Köstlichkeiten und vor allem die liebevolle Zubereitung der täglichen Mahlzeiten.

Zum guten Schluss zwitschert Herr Grünfink zwitschert ein entzückendes Dankesliedchen

Zum guten Schluss zwitschert Herr Grünfink ein entzückendes Dankesliedchen

Den krönenden Schlusspunkt jedoch setzte Herr Grünfink mit seinem großen Auftritt. Der im festlichen Grün und Gelb gewandete Tenor trällerte ein zu Herzen gehendes Dankeslied in den Morgen. Ganz gerührt wischte sich die Silberdistel eine kleine Träne aus dem Auge 😉

Übrigens fand ich das Video hier oben bei YouTube. Der kleine Filmheld singt mindestens ebenso schön wie mein Held aus dem Garten. Nur habe ich während des Gesangs vor lauter Rührung ganz vergessen, den Videoaufnahmeknopf meiner Kamera zu drücken. Dank YouTube und diesem Video kann ich Euch dennoch eine kleine Kostprobe vom Gesang eines solchen Sängers wie dem in meinem Garten geben.

So, und wer noch mehr vom letzten Körneressen der Saison sehen möchte, der darf sich gern durch die Bildergalerie hier unten klicken.

Vor einer ganzen Weile hatte ich schon einmal darüber berichtet, dass es in unserer silberdistelschen Familie zwei Yoga-Liebhaber gibt – mich selbst und den Kater des Hauses. Im Laufe der Zeit ist aus meiner Solo-Übung ein gemeinschaftliches Entspannungs-Training geworden. Eines Tages nämlich gesellte sich der Kater während meiner Übungen zu mir, schaute mir eine Weile interessiert zu, vielleicht nicht wenig erstaunt oder verwundert darüber zu sehen, dass ich versuchte, mich einigermaßen annähernd wie eine Katze zu verbiegen und zu verrenken. Offensichtlich meinte er nach ausgiebiger Begutachtung meiner Bemühungen, mir zeigen zu müssen, wie es richtig geht.

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Als ich mich gerade anschickte, mich auf eine meiner stehenden Übungen vorzubereiten, besetzte der Kater den vorderen Teil meiner Yogamatte.

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Kurz darauf bewies mir mein tierischer Yoga-Meister, wie elastisch und beweglich eine Katze wirklich ist und wie weit ich von dieser Hohen Kunst mit meinen lächerlichen Yogaübungen noch entfernt war.

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Wenig später nach dieser kleinen Lehrvorführung gab mein Yogalehrer die blaue Matte wieder frei, legte sich auf den Teppich neben mich und forderte mich auf, ihm nachzueifern. Im Laufe vieler weiterer Übungsstunden schaute ich meinem Meister so einiges ab und bildete mir bereits ein, gar nicht so schlecht zu sein. Doch dann erhielt ich einen enormen Tiefschlag. Zufällig las ich bei Kastanies-Leseecke und staunte nicht schlecht. Nicht nur für mich, auch für meinen Kater gibt es noch viel zu lernen. Inzwischen arbeiten wir beide intensiv an der Vervollkommnung unserer gemeinsamen Yogaübungen. Wie das geht, konnten wir genau dort bei Kastanie lernen, nämlich in ihrem Beitrag „Katzen und Yoga“.

Ein kleines Video vervollständigte den interessanten Post, der zugleich auch auf ein Buch von Susanne Fröhlich „Der Hund die Krähe, das Om … und ich“ verweist. Wer mag, kann sich also auch gleich noch lesetechnisch mit der Kunst des Yoga befassen. Was jedoch für meinen Kater und mich am wichtigsten war, endlich wissen wir nun, wie wir zu einem außerordentlich harmonischen Kater-Mensch-Yoga-Team zusammenwachsen können. Das Video aus Kastanies Beitrag gab uns Aufschluss darüber, wie es geht.

Yoga mit Kater

Tagtäglich eifern wir seit jenem Tag, als dieses kleine Video in unser Leben trat, dem Yoga-Paar aus dem Lehr-Film mit seiner Schritt-für-Schritt-Anleitung nach und üben und üben und üben. Übung macht schließlich den Meister. Inzwischen sind wir, wie man sieht, uns und der Hohen Yoga-Kunst, die das Video in überaus hohem Maße veranschaulicht, bereits ein ganz klein wenig nähergekommen 😉

In der vorigen Woche zog es mich wieder einmal nach Warnemünde. Eigentlich hatte ich dort einen Termin, aber ich wäre nicht die Silberdistel, wenn ich eine solche Gelegenheit nicht auch gleich für einen kurzen Strandspaziergang nutzen würde. So lief ich, nachdem alles andere erledigt war, eiligen Schrittes  Richtung rauschender Ostsee. Wie schon so oft stand ich verzückt am Wasser und schaute hinaus auf die See. Es dauerte gar nicht lange, da gesellten sich einige Möwen zu mir, sicher in der Hoffnung, ich hätte ein Tütchen mit Leckerbissen für arme verhungerte Seevögel dabei. Als sie dann jedoch merkten, dass bei diesem Menschen wohl doch nichts zu holen war, gingen sie bald wieder zu ihrem gewohnten Tagesgeschäft über. Einige pickten hier und dort eine angespülte Muscheln auf, andere wühlten das angeschwemmte Seegras durch, sicher in der Hoffnung, wie auch die Nachbarin mit den Muscheln, zu einem leckeren Frühstück zu kommen. Während ich den Möwen zuschaute, zogen plötzlich zwei lustige Lachmöwen meine Aufmerksamkeit auf sich. Sie tänzelten voreinander hin und her und immer wieder sprachen sie auch laut miteinander. Bei genauerer Betrachtung schien es mir gar, als würden sie sich in seltsamen Tanzschritten vor- und miteinander über den glatten feinen Sand bewegen. Nach einigen Fotos drückte ich dann doch die Taste für die Videoaufnahme. Das wollte ich nicht nur im einfachen Bild, das wollte ich auch in der Bewegung festhalten. Die beiden Tänzer schienen viel Spaß miteinander zu haben, der sich rasch auch auf mich übertrug, so sehr, dass sogar mein eigenes Tanzbein zu zucken begann. Hätte ich nicht befürchten müssen, die beiden gut gelaunten Möwen mit meinen menschlichen Tanzbewegungen zu vertreiben, hätte ich sicher einen noch viel lustigeren Vormittag erleben können. Andererseits hätte das für Außenstehende sicher ein seltsames Bild ergeben – zwei Lachmöwen, denen wahrscheinlich der Schnabel vor lauter Staunen oder lauter Lachen offen gestanden hätte, und eine über den Strand tanzende Fotografin …

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