Mit ‘Strandwanderung’ getaggte Beiträge

Fast auf den Tag genau vier Monate ist es her, dass ich das letzte Mal an der Ostsee war, wobei … damals war ich sogar auf ihr unterwegs. Ich berichtete hier von der recht stürmischen Fahrt zur Insel Poel und zurück zum Wismarer Hafen. So lange ist das bereits her?
Es wurde also Zeit, der Ostsee wieder einmal in ihr nasses Angesicht zu blicken – am besten vom Strand in Warnemünde aus.
Als ich am Mittwoch vor Ostern endlich einen erneuten kleinen Strandspaziergang in Warnemünde unternahm, ahnte ich noch nicht, dass uns hier an der Küste noch einmal ein Wintereinbruch bevorstehen würde. Gut, es war an jenem Tag nicht gerade frühlingshaft warm, aber die Vorbereitungen, die am Strand liefen, ließen doch eher an die Eröffnung der Badesaison denken als daran, dass man für eine Strandwanderung zu Ostern mit Skiern wesentlich besser ausgerüstet sein könnte als mit Wanderschuhen oder Gummistiefeln.

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Die Strandzugänge wurden nämlich bereits mit den hölzernen Stegen für die Sommersaison ausgestattet. Ich durfte gleich einen der Stege testen, als ich meinen Spaziergang begann.

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Apropos Badesaison … sie wurde an dem Tag in der Tat eröffnet. Es stürzte sich nämlich just zu dem Zeitpunkt, als ich am Strand entlangspazierte, eine mutige Badenixe in die recht bewegten Fluten. Ob sie wohl am schneereichen Osterwochenende auch ihr Seebad genommen hat? Aber einen echten Eisbader hält auch kein Schnee zurück. Und wie ich weiß, badet die Dame den ganzen Winter hindurch in der salzigen See.

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Die Badenixe hatte übrigens reichlich Zuschauer. Ich vermute mal, in Warnemünde waren bereits die ersten Osterurlauber unterwegs. Der kleine Küstenort hat ihnen über die Feiertage auch tatsächlich etwas Besonderes geboten – mit seinem ausnahmsweise einmal etwas anderen weißen Strand. Ein Ostseeurlaub zu Ostern kann halt mitunter, so wie in diesem Jahr, auch in einen kleinen Winterurlaub ausarten. Die See ist eben immer wieder einmal auch für ganz spezielle Überraschungen gut.
Aber es waren nicht nur Urlauber unterwegs, es gab noch zahlreiche andere Strandbesucher zu beobachten.
Neben solchen Einheimischen wie mich, die mit der Kamera Strand, Sand, Muscheln und mehr außer dem Meer einfingen, konnte man noch andere Einheimische entdecken.

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Eine dieser Einheimischen war noch eifriger auf Muscheln bedacht als ich. Sie fischte allerdings nicht mit der Kamera, sie tat’s mit einem viel effektiveren Utensil. Sie hatte einen Schnabel dabei. Und damit war sie recht erfolgreich, wie ich beobachten konnte.

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Aber geknackt wurde die Meeresfrucht nicht von der emsigen Muschelfischerin. Sie wanderte als Ganzes in den Möwenmagen. Das fand zumindest ich recht erstaunlich, dachte ich doch bisher immer, dass die Muscheln vor dem Verzehr geöffnet werden.

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25-Der Leckerbissen wird gleich als Ganzes hinuntergeschlungen

Man kann also sogar von Möwen dazulernen, wenn es um kulinarische Spezialitäten geht 😉

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26-Und schon ist die Miesmuschel in der Silbermöwe verschwunden

So, genug anderen beim Essen zugeschaut. Mir knurrte inzwischen auch der Magen. Außerdem war ich auch ein wenig durchgefroren. Also ging es wieder Richtung Strandzugang. Noch einmal wanderte mein Blick nach Westen zur Stoltera, dann in östliche Richtung zur Warnemünder Westmole.
Genug Seeluft geschnuppert. Ich kehrte der See den Rücken zu und tapste über einen sandigen Strandzugang, der noch auf seinen Holzsteg wartete, zurück zur Promenade.
Dort empfing mich lautes Gezwitscher. Ein Trupp Spatzen saß im noch fast kahlen Sanddorn und plauderte über die neuesten Ereignisse aus dem Spatzenalltag.
Zwischen zwei Sanddornsträuchern war in der Ferne der alte Warnemünder Leuchtturm zu sehen. Sieht er nicht aus, als würde er in den Dünen wachsen?
Noch einmal blickte ich hinunter zur Ostsee, schenkte dem Leuchtturm einen letzten Blick und verabschiedete mich damit bis zum nächsten Mal vom Warnemünder Strand.

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… war das Wetter, als ich Anfang Februar zu einer kleinen Strandwanderung unterwegs war. Ich hatte einige Tage nach meinem Ausflug darüber berichtet und Euch damals bereits ein wenig daran teilhaben lassen. Es gab so viel Schönes und Interessantes zu entdecken. Alles mochte ich Euch nicht auf einmal zumuten. Vielleicht habt Ihr ja jetzt Lust – mit etwas Abstand zu den Bildern aus dem Februar – auf ein kleines Dessert? Ich hoffe, es mundet Euch genauso wie der Hauptgang. Also, dann macht es Euch schön bequem, ich serviere sofort.

Miesmuschel

Miesmuschel

Mögt Ihr Muscheln? Miesmuscheln? Auf heißem Stein gebacken? Ach, die hatten wir letztes Mal bereits? Oh ja, richtig, ich wollte schließlich auch keine Vorspeise servieren, es sollte ein Dessert sein. Dann muss ich schnell mal schauen, was ich Euch sonst noch anbieten kann.

Bunter Salatteller

Bunter Salatteller

Wie wär’s denn mit ein wenig Salat? Soll doch sehr gesund sein. Immer und überall bekommt man ihn als Beilage. Wie bitte? Hier ist nicht immer und überall? Außerdem gab’s den auch schon letztes Mal? Hm, stimmt natürlich auch wieder. Verzeiht meine Vergesslichkeit, das muss das Alter sein 🙄

Zitrone zur Abrundung des bunten Salattellers

Zitrone zur Abrundung des bunten Salattellers

… und wenn wir den bunten Salatteller mit ein paar Spritzern Zitrone aufpeppen? Auch nicht? Ihr wollt keine Beilage, Ihr wollt ein ordentliches Dessert? Okay …

Zutaten für die einzigartige Meeresschaumtorte

Wie wäre es denn dann mit einer Meeresschaumtorte – lieblich gewürzt – mit echtem Meersalz? Punktgenau getroffen? Ich wusste doch, dass bei diesem schaumigen Anblick einige Augen leuchten würden.

Meeresschaum mit würziger Zimtnote

Meeresschaum mit würziger Zimtnote

Wer mag, kann natürlich den Meeresschaum auch pur, also nicht als kalorienreiche Torte, genießen. Vielleicht mit würziger Zimtnote?

Spritziges Eiswasser

Spritziges Eiswasser

Und wer während unserer kleinen Wanderung Durst bekommt, dem kann ich zu einem Glas wundervoll spritzigen Eiswassers raten.

Unterwegs am Strand bei Elmenhorst - westlich von Warnemünde

Unterwegs am Strand bei Elmenhorst – westlich von Warnemünde

So, alle versorgt? Okay, dann machen wir uns mal auf den Weg, d.h. ICH mache mich auf den Weg. Ihr dürft Euch entspannt zurücklehnen, von der Meeresschaumtorte oder dem leckeren Zimtberg naschen und Euch ab und zu mit dem spritzigen Eiswasser erfrischen. Wenn es mir zu warm wird während des kleinen Ausflugs entlang der Ostsee, dann kann ich mir auch ein Becherchen von dem kühlen Nass einfüllen.  Ich hab’s ja hier quasi aus erster Hand. Genug geschwatzt! Los jetzt! Wir gehen noch ein Stückchen in Richtung Westen weiter, in Richtung Nienhagen, von dort aus, wo wir das letzte Mal stehen geblieben sind, d.h. ich gehe, Ihr dagegen braucht nur ganz entspannt mit Eurem Mäuseken auf die Bilder hier unten zu klicken. Wie? Ja, wer mag, der darf natürlich auch mit dem Fingerchen auf dem Bildschirm herumtippen. Egal wie, so oder so hört Ihr gleich wie ich …

Strandwetter - auch für Bello

Strandwetter – für Mensch und Tier

… den Hund dort hinten bellen, dem der Strandspaziergang mindestens genauso viel Freude macht wie uns. Wenn wir nun aber Bellos laute Freudenrufe herausfiltern, dann hören wir nur noch das Meer rauschen, die Steine klappern, vielleicht die Möwen schreien und den Wind pfeifen … und sonst gar nichts mehr … außer Meer …

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Vielleicht erinnern sich diejenigen, die den Bücherstaub schon etwas länger kennen, daran, dass es hier vor einer ganzen Weile einmal in einer zweiteiligen Serie Bilder aus einem Urlaub von Frau Hummel, einer fleißigen Leserin meines Blogs, zu sehen gab. Frau Hummel hatte während eines Kurzurlaubs im Oktober vor knapp 1  1/2 Jahren erlebnisreiche Tage an der Ostsee verbracht. Schon damals wusste ich, dass sie wunderschöne Fotos macht und so hatte ich angefragt, ob sie nicht, da sie selbst kein Blog betreibt, bei mir einige ihrer Bilder zeigen möchte. Frau Hummel hat damals „Ja“ gesagt und uns hier mit wunderschönen Fotos von der Ostsee erfreut. Anfang März haben die Hummels nun wieder einmal Urlaub an der See gemacht. Dieses Mal ging es allerdings an die Nordsee. Wie groß war meine Freude, als Frau Hummel zusagte, auch von ihrem Nordseeaufenthalt einige ihrer Bilder hier im Bücherstaub zu präsentieren. Mich persönlich freut ganz besonders, dass es nun neben den doch schon recht zahlreichen Ostseebildern endlich auch einmal Bilder von der Nordsee zu sehen gibt. Meine “Blaue Serie”  wird so durch eine weitere wunderhübsche Bilderserie bereichert werden. Übrigens war der Titelvorschlag “Blaue Serie” ursprünglich Frau Hummels Idee. Ich hatte ihren Vorschlag damals begeistert aufgegriffen. Wer es noch nicht gemerkt hat, links in der Leiste meines Blogs sind alle bisher in der „Blauen Serie“ erschienenen Beiträge aufgeführt. Wer mag, kann also dort gern noch einmal schauen und sich in die vielen verschiedenen Stimmungen des Meeres vertiefen und gemeinsam mit uns am Strand auf Entdeckungsreise gehen. Mit dem heutigen Beitrag vereinen sich in der „Blauen Serie“ Nord- und Ostsee miteinander. Für die Ostsee ist es ohnehin wichtig, dass sie alle paar Jahre einen ordentlichen Schwung frisches und salzhaltiges Nordseewasser empfängt, um den für die zahlreichen in ihr lebenden Pflanzen und Tiere so wichtigen Salzgehalt wieder etwas aufzufrischen. Ich denke also, da passt eine solche  Zusammenführung doch auch hier recht gut  😉
Wenn Frau Hummel einverstanden ist, könnte es auch dieses Mal eine Fortsetzung geben. Da warten noch weitere wunderhübsche Fotos darauf, sich hier anschauen zu lassen.

So, aber jetzt los an die Nordsee und viel Spaß dabei! Die Hummels hatten auf jeden Fall sehr viel Spaß. Ich finde, man sieht es jedem einzelnen ihrer Bilder an.

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Die Silberdistel war wieder einmal auf einen Sprung an der Ostsee und hat morgens um kurz nach 9.00 Uhr einen kleinen Strandbesuch gewagt. Baden oder im Strandkorb liegen mochte um diese Zeit noch keiner. Außerdem war es kühl und recht windig, trotzdem wunderschön, denn die Sonne stand noch recht tief und am Himmel waren herrliche Wolkenformationen zu sehen. Beides zusammen gab den Bildern zum Teil eine dramatische Wirkung. Es war einfach nur fantastisch. Das kleine i-Tüpfelchen war, um diese Zeit hat man noch viel Platz am Strand – und diesen vielen Platz, den Sand, das salzige Ostseewasser und die salzige Luft, die tolle Stimmung hat die Distel mitgebracht. Die beiden fliegenden Schwäne und das kleine, noch gelbschnäblige Hausrotschwänzchen, das offensichtlich auch die Ruhe vor dem Sturm genoss, machten den Strandausflug vollkommen. Tief einatmen und dann los, auf zum Strandspaziergang … am Strand von Warnemünde …

Dieses Mal ist die Silberdistel allein am Strand, d.h. natürlich nicht, dass gar keine Menschenseele außer ihr am Strand ist, nein, d.h. lediglich, dass die Silberdistel ganz ohne ihren Gatten dort am Wasser ist. Er hat nämlich an diesem wunderschönen Tag gar andere Dinge im Sinn, er muss arbeiten. Das nutzt die Silberdistel ganz schamlos aus, packt ein paar Kleinigkeiten in ihren Rucksack, falls der kleine Hunger sie überkommen sollte, und macht sich, natürlich nicht ohne ihre Kamera, auf den Weg zum Ostseestrand. Dieses Mal fährt sie bis in den kleinen Ort Elmenhorst, der noch weiter westlich von den Strandabschnitten liegt, die die Silberdistels bisher heimgesucht haben. In der Mitte des kleinen Ortes sucht sich die Silberdistel einen Weg in Richtung Strand. Ihr Auto parkt sie auf einem, nur Insidern bekannten Parkplatz, ganz nahe am Wasser. Dort sind, als die Silberdistel eintrifft, gerade einige Sporttaucher damit beschäftigt, sich auf ihre Tauchgänge in der noch recht kalten Ostsee vorzubereiten. Die Tauchfreunde sind noch am Beginn ihrer Vorbereitungen, schade, gern hätte die Silberdistel zugeschaut, wie die Truppe ins Meer eintaucht. Obwohl, viel mehr hätte sie da auch nicht gesehen, es sei denn, sie wäre mitgetaucht. So geht die Silberdistel an der Tauchergruppe vorbei in Richtung Strand. Gar nicht lange und sie sieht das Wasser, das ihr an diesem Tag so ganz besonders blau erscheint. Auch der Himmel leuchtet heute erstaunlich blau und gibt davon sogar ein wenig an das Meer ab und  das sieht vor so viel strahlendem Blau geradezu umwerfend aus.

Die Silberdistel verlässt den Strandzugang in westlicher Richtung und marschiert auf den Ort Nienhagen zu,  in dessen unmitterbarer Nähe auch der berühmte Gespensterwald liegt. Bis zum Gespensterwald soll es heute allerdings nicht gehen. Wer jetzt der Silberdistel einfach einmal still und heimlich folgt, wird all das entdecken, was auch sie erblickt – die wunderschöne Weite der Meeres, des heute besonders blauen Meeres, Sand, Strand, Steine über Steine am Strand und im Wasser, mit den Wellen spielend, und dann gibt es auch noch weniger hübsche Sehenswürdigkeiten, die uns ahnen lassen, dass nicht jeder Strandbesucher seinen Müll wieder mit nach Hause nimmt.

Nach ca. einer Stunde Wanderung kehrt die Silberdistel wieder um, inzwischen mit zahlreichen Fundstücken bepackt – nein, nicht mit leeren Konservendosen, Kaffeebechern oder leeren Sonnensprayflaschen. Die Silberdistel hat wieder einmal Hühnergötter gesammelt und als kleine Zugabe gab es an diesem Tag sogar noch einen Donnerkeil von ganz ordentlichem Ausmaß. Zufrieden und glücklich mit den schönen Fundstücken im Rucksack verlässt die Steinfrau den Strand an dem Zugang, an dem sie ihn vor etwa zwei Stunden betreten hatte, läuft durch den schmalen Küstenwaldstreifen zurück zum Parkplatz, auf dem nun weit und breit kein Tauchsportfreund mehr zu sehen ist (ob sie noch den Meeresgrund bewundern?), und macht sich mit ihrem kleinen ostseeblauen Auto wieder auf den Heimweg.

Weiter geht’s es mit den Silberdistels und ihrer Wanderung am Meer entlang. Herr Silberdistel ist frisch erholt, denn er durfte sich gerade eine kleine Pause auf einer der Bänke an dem Strandzugang gönnen, an dem die Silberdistels nun den Strand verlassen wollen. Die Silberdistel hatte ja ein wenig mehr am Strand zu tun als ihr Gatte, sie musste nach

Silberdistels Hühnergottausbeute

Hühnergöttern suchen, hier ein Foto, dort ein Foto machen, sodass ihr Gatte ausreichend Zeit hatte, wieder zu Kräften zu kommen, denn der Rückweg bis zum Auto der beiden ist nicht unerheblich weit. Da ist es gut, dass Herr Silberdistel ein wenig Ruhe und Geborgenheit auf einer Strandbank finden konnte, bevor dieser unendlich lange Rückweg in Angriff genommen werden soll. Die Silberdistel steuert, kaum bei ihrem Gatten angekommen, auf den Küstenwanderweg oberhalb der Steilküste zu, um sich die blaue Weite gleich einmal aus luftiger Höhe anzuschauen. Bis zum ersten freien Ausblick aufs Meer hinaus ist aber noch ein gutes Stück Weg zu laufen. Aber auch das stört die Silberdistel nicht, hier oben in dem schmalen Waldstreifen gibt es unendlich viel Interessantes zu sehen, denn nicht nur das Meer hat es der Silberdistel angetan, nein, sie fühlt sich auch in Gegenwart von Bäumen unendlich wohl. So ist sie also auch dort oben in dem kleinen Küstenwald voller Begeisterung unterwegs. Nur sammelt sie hier nicht alles Mögliche und Unmögliche ein, hier ist sie mit Fotos zufrieden. Ein überwiegend aufrechter Gang ist ihr natürlich auch jetzt nicht möglich. War sie auf der Suche nach Versteinerungen und Hühnergöttern schon am Strand bereits mehr über die vielen Steine gekrochen als dass sie gegangen wäre, so ist es jetzt hier oben auf dem Weg an der Steilküste entlang nicht viel anders, denn hier entdeckt sie auch auf dem Waldboden kleine Schönheiten, denen sie mit der Kamera gern ein wenig näher kommen möchte. So gestaltet sich also auch der Weg oberhalb des steinigen Strandes für die Silberdistel wieder recht sportlich. Natürlich ist es für den Wanderbegleiter der Naturfotografin so ein Leichtes, ihr immer ein ganzes Stück voraus zu sein. An markanten Aussichtspunkten treffen sich die beiden Distels dann immer wieder zu einem kleinen Zwischenaufenthalt mit Blick auf das weite Meer, das heute besonders schön leuchtet und dem Blau, das man ihm nachsagt, alle Ehre macht.

Der Wanderweg, den die Silbedistels beschreiten, ist ein vielbegangener und vielbefahrener Weg, denn auch die Radfahrer sind hier ebenso fleißig und zahlreich unterwegs wie die Fußgänger. Und so sind unsere beiden Wanderer heute auch hier oben nicht allein. Das wunderschöne Wetter hat zahlreiche andere Wanderlustige hierher an die Ostseeküste getrieben, um die schöne Gegend anzuschauen, Steine zu sammeln, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen, vielleicht auch schon einmal den großen Zeh ins eiskalte Ostseewasser zu tauchen, Fotos für die Ewigkeit zu machen oder, um ganz einfach nur auszuspannen.

Nach vielen schönen Ausblicken auf das Meer und das Ende der Welt sind unsere beide Wanderer wieder an ihrem Ausgangspunkt angekommen. Ein wenig erschöpft und müde, aber irgendwie auch ungeheuer zufrieden und glücklich steigen sie wieder in ihr Auto und fahren nach Hause, um den Rest des Tages bei einem guten Buch, einer Tasse Kaffee und vielleicht einem schönen Stück Kuchen im Garten zu verbringen und so den wunderschönen Wandertag noch ein wenig auf sich wirken zu lassen. Schön war’s, denken beide und schließen erst einmal für einige Minuten lang die Augen, kaum, dass sie sich in ihren Liegestühlen niedergelassen haben und sehen noch einmal das blaue Meer vor sich, hören die Wellen rauschen und dazu die Vögel zwitschern. Diese sitzen allerdings im häuslichen Garten und singen den beiden müden Wanderern ein kleines Schlaflied.

Wie bereits versprochen, geht es nun weiter mit der „Blauen Serie“. Am Karfreitag war Familie Silberdistel wieder einmal zu einer kleinen Strandwanderung aufgebrochen. Die Sonne meinte es gut mit ihnen und den vielen anderen Strandwanderern, die diesen freien Tag genauso genießen wollten wie unsere beiden Disteln … Distels … nun ja, diese beiden eben. Mit Rucksack und Kamera behängt waren viele der anderen Strandgänger genauso ausgerüstet wie auch Frau Silberdistel. Der Herr des Hauses hatte beschlossen, den Strand, das Wasser und die Sonne einfach nur zu genießen, ohne sie mit den Augen des Fotografen betrachten zu müssen, ganz frei von jeglichem Zwang. So war er natürlich innerhalb kürzester Zeit, kaum, dass unsere beiden Wanderer am Strand waren, der Silberdistel wieder weit voraus und erkundete schon einmal die Gegend, die seine bessere Hälfte erst Stunden … nein … wohl höchsten Viertelstunden … später erreichte, denn sie hatte viel zu tun am Strand. Einerseits war sie heute eigentlich aufgebrochen, um Hühnergötter zu sammeln, denn eine neue Kette dieser hübschen gelochten Steine sollte in ihrem Garten ihren Anfang nehmen. Andererseits wollte die Silberdistel auch wieder einige Fotos mit nach Hause nehmen. Sie kann einfach nicht ohne ihre Kamera sein, auch wenn Herr Silberdistel die Kamera seiner Gattin dieses Mal etwas argwöhnisch betrachtete, wusste er doch, wenn dieses Gerät erst einmal mit ist, dann zieht sich diese Strandwanderung bis in die Unendlichkeit hin, allerdings nur von der Zeit her, kilometermäßig würde man allerdings nur sehr mittelmäßig vorankommen. Die Silberdistel hatte zwar behauptet, die Kamera nur sicherheitshalber mitzunehmen, denn man wisse ja nie, wann ein schönes Motiv vorbeiflöge, eigentlich aber sollte die Kamera in ihrem Täschchen bleiben … Eigentlich …

Trotz dieser unterschiedlichen Sichtweisen der Silberdistels wurde aus der Strandwanderung ein wunderschönes Unternehmen. Herr Silberdistel schritt fröhlich aus, genoss die Gegend und trainierte seinen Kreislauf für den bevorstehenden Urlaub, denn auch da soll gewandert werden. Seine Gattin kam auch zu ihrem Recht, sammelte fleißig die herumliegenden Hühnergötter ein und bemühte sich, wenigstens einigermaßen Schritt mit ihrem Angetrauten zu halten. Hier und da konnte sie nicht widerstehen, wenn ein hübsches Motiv ihren steinigen Wanderweg querte. Da zog sie wie hypnotisiert die Kamera aus der Tasche und hielt, was immer ihr da so vor die Linse kam, für die Ewigkeit fest. Erstaunt schaute sie auf die Kamera in ihrer Hand, die sie doch gar nicht auspacken wollte, aber was machte schon dieses eine Foto oder das nächste oder übernächste. Schnell eilte sie hinter Herrn Silberdistel her, entdeckte dort drüben noch einen Hühnergott, den sie einsammeln musste und, oh … diese Muscheln … die müssen mit der Kamera … und mitnehmen … ja, das auch. Diese Muscheln gehören ja eigentlich ins Meer. Sie mussten nun ihr Leben hier am Strand beenden. Dass der Strand nicht nur Schönheit und brausendes Leben zu bieten hat, wie z.B. die Schwäne im Wasser, die in der eiskalten Ostsee badenden Hunde oder diese zwitschernde Uferschwalbe, die die Silberdistel unterwegs entdeckte und die leider viel zu schnell wieder in einem der Löcher an der Steilwand verschwand, als dass die Silberdistel sie mit der Kamera erwischen konnte, sondern der Strand zeigt auch, dass das Leben im und am Meer vielfältige Gefahren in sich birgt. Die Silberdistel entdeckte leider auch solche anderen, weniger schönen, Dinge am Strand – einen toten Fisch, die Überreste einer Möwe. Wie mögen sie hierhergekommen sein? Das sind die unangenehmen Geschichten, die das Meer zu erzählen hat und die wir auch eher weniger hören wollen. Trotzdem sind sie immer da. Nachdenklich steht die Silberdistel am Strand und schaut aufs Meer hinaus.

Mit ihren Gedanken wieder in die Gegenwart zurückgekehrt, vermisst die Silberdistel ihren Wanderbegleiter. Oh, wo ist Herr Silberdistel geblieben? Ach dort! Er ist wohl von seinem schnellen Marsch bereits k.o., obwohl er behauptete, nur auf der Bank zu sitzen, weil er auf seine Gattin warten würde. Na, wer’s glaubt … Seine Gattin schaut ihn skeptisch an. Die Silberdistel ist natürlich noch gut in Form und braucht keinen Bankaufenthalt. Weiter geht es nun oben auf der Steilküste entlang und zwar in Gegenrichtung – Richtung Heimat bzw. Auto. Was den beiden Wanderern dort oben alles so begegnete, ja das, das ist eine andere Geschichte, die dann demnächst hier zu lesen und zu sehen sein wird.

Ach ja, die Hühnergottausbeute … vier neue wunderhübsche Steine für die Kette – ein netter neuer Anfang . Bilder, ja, das waren einige wenige mehr als vier, aber sie wogen ja auch nicht so schwer wie die Steine. Da durften es dann durchaus ein paar mehr sein. Diesen einen roten Hühnergott, den die Silberdistel noch entdeckte, ließ sie jedoch lieber am Strand zurück. Sie hatte den Eindruck, als wäre das ein Hühnergott, der extra für die Touristen gefertigt wurde. Die heimischen Strandgänger nehmen nur die einzig echten Hühnergötter mit. Sie fallen nicht auf diese bunten neumodischen industriell gefertigten Steine herein. Das überlassen sie den Touristen.