Mit ‘Strandspaziergang’ getaggte Beiträge

Fast auf den Tag genau vier Monate ist es her, dass ich das letzte Mal an der Ostsee war, wobei … damals war ich sogar auf ihr unterwegs. Ich berichtete hier von der recht stürmischen Fahrt zur Insel Poel und zurück zum Wismarer Hafen. So lange ist das bereits her?
Es wurde also Zeit, der Ostsee wieder einmal in ihr nasses Angesicht zu blicken – am besten vom Strand in Warnemünde aus.
Als ich am Mittwoch vor Ostern endlich einen erneuten kleinen Strandspaziergang in Warnemünde unternahm, ahnte ich noch nicht, dass uns hier an der Küste noch einmal ein Wintereinbruch bevorstehen würde. Gut, es war an jenem Tag nicht gerade frühlingshaft warm, aber die Vorbereitungen, die am Strand liefen, ließen doch eher an die Eröffnung der Badesaison denken als daran, dass man für eine Strandwanderung zu Ostern mit Skiern wesentlich besser ausgerüstet sein könnte als mit Wanderschuhen oder Gummistiefeln.

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Die Strandzugänge wurden nämlich bereits mit den hölzernen Stegen für die Sommersaison ausgestattet. Ich durfte gleich einen der Stege testen, als ich meinen Spaziergang begann.

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Apropos Badesaison … sie wurde an dem Tag in der Tat eröffnet. Es stürzte sich nämlich just zu dem Zeitpunkt, als ich am Strand entlangspazierte, eine mutige Badenixe in die recht bewegten Fluten. Ob sie wohl am schneereichen Osterwochenende auch ihr Seebad genommen hat? Aber einen echten Eisbader hält auch kein Schnee zurück. Und wie ich weiß, badet die Dame den ganzen Winter hindurch in der salzigen See.

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Die Badenixe hatte übrigens reichlich Zuschauer. Ich vermute mal, in Warnemünde waren bereits die ersten Osterurlauber unterwegs. Der kleine Küstenort hat ihnen über die Feiertage auch tatsächlich etwas Besonderes geboten – mit seinem ausnahmsweise einmal etwas anderen weißen Strand. Ein Ostseeurlaub zu Ostern kann halt mitunter, so wie in diesem Jahr, auch in einen kleinen Winterurlaub ausarten. Die See ist eben immer wieder einmal auch für ganz spezielle Überraschungen gut.
Aber es waren nicht nur Urlauber unterwegs, es gab noch zahlreiche andere Strandbesucher zu beobachten.
Neben solchen Einheimischen wie mich, die mit der Kamera Strand, Sand, Muscheln und mehr außer dem Meer einfingen, konnte man noch andere Einheimische entdecken.

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Eine dieser Einheimischen war noch eifriger auf Muscheln bedacht als ich. Sie fischte allerdings nicht mit der Kamera, sie tat’s mit einem viel effektiveren Utensil. Sie hatte einen Schnabel dabei. Und damit war sie recht erfolgreich, wie ich beobachten konnte.

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Aber geknackt wurde die Meeresfrucht nicht von der emsigen Muschelfischerin. Sie wanderte als Ganzes in den Möwenmagen. Das fand zumindest ich recht erstaunlich, dachte ich doch bisher immer, dass die Muscheln vor dem Verzehr geöffnet werden.

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25-Der Leckerbissen wird gleich als Ganzes hinuntergeschlungen

Man kann also sogar von Möwen dazulernen, wenn es um kulinarische Spezialitäten geht 😉

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26-Und schon ist die Miesmuschel in der Silbermöwe verschwunden

So, genug anderen beim Essen zugeschaut. Mir knurrte inzwischen auch der Magen. Außerdem war ich auch ein wenig durchgefroren. Also ging es wieder Richtung Strandzugang. Noch einmal wanderte mein Blick nach Westen zur Stoltera, dann in östliche Richtung zur Warnemünder Westmole.
Genug Seeluft geschnuppert. Ich kehrte der See den Rücken zu und tapste über einen sandigen Strandzugang, der noch auf seinen Holzsteg wartete, zurück zur Promenade.
Dort empfing mich lautes Gezwitscher. Ein Trupp Spatzen saß im noch fast kahlen Sanddorn und plauderte über die neuesten Ereignisse aus dem Spatzenalltag.
Zwischen zwei Sanddornsträuchern war in der Ferne der alte Warnemünder Leuchtturm zu sehen. Sieht er nicht aus, als würde er in den Dünen wachsen?
Noch einmal blickte ich hinunter zur Ostsee, schenkte dem Leuchtturm einen letzten Blick und verabschiedete mich damit bis zum nächsten Mal vom Warnemünder Strand.

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… ist es wieder ruhig geworden.

Die Urlauber sind bis auf wenige Ausnahmen verschwunden. Die Möwen haben sich den Strand zurückerobert und bald werden auch die letzten Strandkörbe wieder in ihre Winterquartiere einziehen.

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In Warnemünde ist es ruhig geworden, doch hier im Bücherstaub soll nun wieder etwas mehr Leben einkehren.

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Es wurde Zeit, aus unserem Winterschlaf Sommertraum zu erwachen und Zeit, ein wenig über unseren Traumsommer zu berichten.

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Obwohl … traumhaft war der Sommer wohl eher weniger. Was er uns von seiner Wetterseite her zugemutet hat, das war in der Tat eher eine Zumutung. Wir Silberdistels haben uns vom übellaunigen Sommer aber nicht beeindrucken lassen. Wir haben ihn nach unseren eigenen Vorstellungen gestaltet.
Als ich mit meiner Enkeltochter im August in Warnemünde am Strand war, sah es dort nämlich gar nicht so übel aus, ganz anders jedenfalls als auf den Bildern, die ich jetzt Ende September von dort mitgebracht habe. Damals war der Strand voller Menschen. Dicht an dicht drängten sich Strandkörbe, Strandlaken und so mancher Wind- und Sonnenschutz. Es roch genau wie der Sommer am Meer riecht – ein wenig salzig und nach Sonnencreme. Und Kaffeeduft waberte auch durch die Luft – vom nahen Strandkiosk zu uns herüber.
Die Sonne war übrigens ausnahmsweise auch einmal mit von der Partie. Sie sorgte mit ihrer Wärme für einen angenehmen Badetag. Obwohl … das Wasser war ar…kalt. Hätten wir doch bloß unseren Tauchsieder mitgenommen 😉

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Die Steilküste westlich von Warnemünde verschwindet im Dunst

Inzwischen ist es Herbst, und irgendwie habe ich den Verdacht, dass der auch keine Lust auf eine gute Zusammenarbeit mit Frau Sonne hat. Der Bursche meint wohl, sein feuchter Atem tut’s auch. Als ich in der vergangenen Woche in Warnemünde am Strand stand, waberte ganz schön viel vom herbstlichem Atem durch die Luft. Von der Steilküste, westlich von mir, war kaum etwas zu erkennen.

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Auch die Warnemünder Westmole ist nur schemenhaft zu erkennen

Die Mole, in östlicher Richtung, erschien ebenso mehr wie ein Geisterbild.

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Dennoch war es ein angenehmer Tag. Der Strand strahlte Ruhe pur aus – eine besondere Art von Ruhe – Ruhe mit PEP … sprich : Wellenrauschen. Und daneben gab es noch etliche hübsche Strandperlen zu bewundern.

Die Bilder sind übrigens alle mit dem Handy aufgenommen. Als ich zu meinem Strandspaziergang aufbrach, nieselte es noch leicht. Die Feuchtigkeit wollte ich meiner Kamera dann doch nicht zumuten.

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… war das Wetter, als ich Anfang Februar zu einer kleinen Strandwanderung unterwegs war. Ich hatte einige Tage nach meinem Ausflug darüber berichtet und Euch damals bereits ein wenig daran teilhaben lassen. Es gab so viel Schönes und Interessantes zu entdecken. Alles mochte ich Euch nicht auf einmal zumuten. Vielleicht habt Ihr ja jetzt Lust – mit etwas Abstand zu den Bildern aus dem Februar – auf ein kleines Dessert? Ich hoffe, es mundet Euch genauso wie der Hauptgang. Also, dann macht es Euch schön bequem, ich serviere sofort.

Miesmuschel

Miesmuschel

Mögt Ihr Muscheln? Miesmuscheln? Auf heißem Stein gebacken? Ach, die hatten wir letztes Mal bereits? Oh ja, richtig, ich wollte schließlich auch keine Vorspeise servieren, es sollte ein Dessert sein. Dann muss ich schnell mal schauen, was ich Euch sonst noch anbieten kann.

Bunter Salatteller

Bunter Salatteller

Wie wär’s denn mit ein wenig Salat? Soll doch sehr gesund sein. Immer und überall bekommt man ihn als Beilage. Wie bitte? Hier ist nicht immer und überall? Außerdem gab’s den auch schon letztes Mal? Hm, stimmt natürlich auch wieder. Verzeiht meine Vergesslichkeit, das muss das Alter sein 🙄

Zitrone zur Abrundung des bunten Salattellers

Zitrone zur Abrundung des bunten Salattellers

… und wenn wir den bunten Salatteller mit ein paar Spritzern Zitrone aufpeppen? Auch nicht? Ihr wollt keine Beilage, Ihr wollt ein ordentliches Dessert? Okay …

Zutaten für die einzigartige Meeresschaumtorte

Wie wäre es denn dann mit einer Meeresschaumtorte – lieblich gewürzt – mit echtem Meersalz? Punktgenau getroffen? Ich wusste doch, dass bei diesem schaumigen Anblick einige Augen leuchten würden.

Meeresschaum mit würziger Zimtnote

Meeresschaum mit würziger Zimtnote

Wer mag, kann natürlich den Meeresschaum auch pur, also nicht als kalorienreiche Torte, genießen. Vielleicht mit würziger Zimtnote?

Spritziges Eiswasser

Spritziges Eiswasser

Und wer während unserer kleinen Wanderung Durst bekommt, dem kann ich zu einem Glas wundervoll spritzigen Eiswassers raten.

Unterwegs am Strand bei Elmenhorst - westlich von Warnemünde

Unterwegs am Strand bei Elmenhorst – westlich von Warnemünde

So, alle versorgt? Okay, dann machen wir uns mal auf den Weg, d.h. ICH mache mich auf den Weg. Ihr dürft Euch entspannt zurücklehnen, von der Meeresschaumtorte oder dem leckeren Zimtberg naschen und Euch ab und zu mit dem spritzigen Eiswasser erfrischen. Wenn es mir zu warm wird während des kleinen Ausflugs entlang der Ostsee, dann kann ich mir auch ein Becherchen von dem kühlen Nass einfüllen.  Ich hab’s ja hier quasi aus erster Hand. Genug geschwatzt! Los jetzt! Wir gehen noch ein Stückchen in Richtung Westen weiter, in Richtung Nienhagen, von dort aus, wo wir das letzte Mal stehen geblieben sind, d.h. ich gehe, Ihr dagegen braucht nur ganz entspannt mit Eurem Mäuseken auf die Bilder hier unten zu klicken. Wie? Ja, wer mag, der darf natürlich auch mit dem Fingerchen auf dem Bildschirm herumtippen. Egal wie, so oder so hört Ihr gleich wie ich …

Strandwetter - auch für Bello

Strandwetter – für Mensch und Tier

… den Hund dort hinten bellen, dem der Strandspaziergang mindestens genauso viel Freude macht wie uns. Wenn wir nun aber Bellos laute Freudenrufe herausfiltern, dann hören wir nur noch das Meer rauschen, die Steine klappern, vielleicht die Möwen schreien und den Wind pfeifen … und sonst gar nichts mehr … außer Meer …

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Vielleicht erinnern sich diejenigen, die den Bücherstaub schon etwas länger kennen, daran, dass es hier vor einer ganzen Weile einmal in einer zweiteiligen Serie Bilder aus einem Urlaub von Frau Hummel, einer fleißigen Leserin meines Blogs, zu sehen gab. Frau Hummel hatte während eines Kurzurlaubs im Oktober vor knapp 1  1/2 Jahren erlebnisreiche Tage an der Ostsee verbracht. Schon damals wusste ich, dass sie wunderschöne Fotos macht und so hatte ich angefragt, ob sie nicht, da sie selbst kein Blog betreibt, bei mir einige ihrer Bilder zeigen möchte. Frau Hummel hat damals „Ja“ gesagt und uns hier mit wunderschönen Fotos von der Ostsee erfreut. Anfang März haben die Hummels nun wieder einmal Urlaub an der See gemacht. Dieses Mal ging es allerdings an die Nordsee. Wie groß war meine Freude, als Frau Hummel zusagte, auch von ihrem Nordseeaufenthalt einige ihrer Bilder hier im Bücherstaub zu präsentieren. Mich persönlich freut ganz besonders, dass es nun neben den doch schon recht zahlreichen Ostseebildern endlich auch einmal Bilder von der Nordsee zu sehen gibt. Meine “Blaue Serie”  wird so durch eine weitere wunderhübsche Bilderserie bereichert werden. Übrigens war der Titelvorschlag “Blaue Serie” ursprünglich Frau Hummels Idee. Ich hatte ihren Vorschlag damals begeistert aufgegriffen. Wer es noch nicht gemerkt hat, links in der Leiste meines Blogs sind alle bisher in der „Blauen Serie“ erschienenen Beiträge aufgeführt. Wer mag, kann also dort gern noch einmal schauen und sich in die vielen verschiedenen Stimmungen des Meeres vertiefen und gemeinsam mit uns am Strand auf Entdeckungsreise gehen. Mit dem heutigen Beitrag vereinen sich in der „Blauen Serie“ Nord- und Ostsee miteinander. Für die Ostsee ist es ohnehin wichtig, dass sie alle paar Jahre einen ordentlichen Schwung frisches und salzhaltiges Nordseewasser empfängt, um den für die zahlreichen in ihr lebenden Pflanzen und Tiere so wichtigen Salzgehalt wieder etwas aufzufrischen. Ich denke also, da passt eine solche  Zusammenführung doch auch hier recht gut  😉
Wenn Frau Hummel einverstanden ist, könnte es auch dieses Mal eine Fortsetzung geben. Da warten noch weitere wunderhübsche Fotos darauf, sich hier anschauen zu lassen.

So, aber jetzt los an die Nordsee und viel Spaß dabei! Die Hummels hatten auf jeden Fall sehr viel Spaß. Ich finde, man sieht es jedem einzelnen ihrer Bilder an.

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Strandspaziergang im Sand Na, noch einmal Lust drauf – auf einen Strandspaziergang? Manchmal erlebt man dabei nämlich ganz wundersame Dinge. Wenn man aufmerksam lauscht, dann kann man sogar den Strandhafer flüstern hören. Genau heute ist ein solcher Tag, der diese Art von Wunder möglich macht. Es ist fast windstill. Der Xaver mit seinem lauten Getöse und Gebrüll ist längst auf und davon. Der wird uns beim Lauschen nicht stören. Aber dieser grobe Geselle  hat etwas zurückgelassen – seinen kleinen schüchternen Bruder. Still hockt er im Dünensand, einen Grashalm zwischen den Fingern hin- und herdrehend. Manchmal steckt er ihn in den Mund und kaut versunken darauf umher. Genauso versunken stehe ich am Strandzugang in Warnemünde, an dem, der am Ende der Häuser des Strandwegs hinunter zum Strand führt, und schaue aufs Meer hinaus. Weit kann man heute nicht sehen, die Luft hängt voller Dunst. Die Sonne hinter mir hat Mühe, sich durch die grauen Wolken zu kämpfen. Ob sie es heute überhaupt noch schafft, den grauen Nebel fortzuschieben? Dennoch sind für diese Jahreszeit relativ viele Menschen unterwegs. Der Strand hat auch jetzt im Winter seine Liebhaber.
Plötzlich höre ich es leise neben mir kichern, wispern und rascheln. Das Dünengras wippt hin und her, steckt immer wieder seine Köpfe zusammen und scheint sich etwas zuzuzischeln. Der kleine Xaverbruder wird nun ebenso darauf aufmerksam und haucht leise vor sich hingrinsend schnell ein paar kleine Atemzüge ganz flach über das alberne Grasvolk hinweg. Das kichert, vom seichten Wind gekitzelt, nur noch mehr, hüpft und tanzt dabei und zwinkert dem Burschen mit dem Grashalm im Mund schelmisch zu. Der Wind lacht und wiederholt das Spiel mit dem Dünengras erneut, dieses Mal pustet er etwas tiefer, sodass feine Sandkörnchen durch das schaukelnde und sich hin und her wiegende Völkchen sausen und das Rascheln und Wispern damit noch verstärken. Dann ist plötzlich Ruhe. Die wispernden Halme scheinen den jungen Wind nicht mehr zu interessieren. Wie gebannt schaut er in die Ferne. Sieht er dort hinten an der Mole etwas? Er steht auf, wirft den Grashalm fort und klopft sich den Sand aus den Windschößen. „Mädels, ich habe zu tun“, spricht der kleine Bruder des großen Xaver. „Bis demnächst mal wieder!“ … und schon ist er fort und in Richtung Mole unterwegs. Kleine aufgeschreckte und vom Wind hochgewirbelte Sandkörnchen fallen zwischen die aufgeregt raschelnden Grashalme und müssen nun mit einem neuen Platz in den Dünen vorliebnehmen. Das Dünengras, noch etwas durcheinander vom so eiligen Aufbruch des jungen Windes, raschelt leise neben mir, zittert noch einmal kurz vor Verwunderung und schaut  dem Wind dann ganz erstaunt hinterher, wie er auf etwas kleines Zappelndes in luftiger Höh‘, einige Meter über dem Strand, in der Nähe der Mole zusteuert. Ein Drachen hüpft dort nervös am Himmel hin und her, nach links, nach rechts, dann scheint er fast den Boden zu berühren, als würde ihm die nötige Kraft zum Fliegen fehlen. Nun ist uns klar, was den Wind aus den Dünen hin zur Mole trieb. Er hatte einen netten Zeitvertreib entdeckt, er musste dem Drachen ein wenig von seiner windigen Kraft einflößen. Plötzlich war sich der kleine Xaverbruder wohl bewusst geworden, wozu ein Wind gut sein konnte. Nun wollte er seine Kunst erproben. Drachen und Wind würden sicher viel Spaß miteinander haben und vielleicht auch ein wenig der Mensch dort unterhalb des Drachen. Lächelnd schaue ich dem Spiel eine Weile zu.

Dann gleitet mein Blick zurück über das Dünengras aufs Meer und fällt dabei auf den kleinen Hund, den ich vor einer Weile schon einmal, ganz fern, fast dort hinten beim Drachen, hatte herumtollen sehen, und da kommt auch schon das menschliches Rudel des kleinen Vierbeiners in mein Blickfeld. Stolz trägt Bello den beiden Menschen sein Stöckchen entgegen und macht sich gemeinsam mit ihnen auf den Rückweg – Richtung Drachen und kleinem Xaverbruder. Für mich ist es auch Zeit. Ich verabschiede mich vom flüsternden und kichernden Dünengras, vom Sand und vom Meer. Vom Wind, der gerade sehr beschäftigt ist, muss ich mich nicht veranschieden. Er wird mich finden, wenn er das will.

Ach, fast hätte ich sie vergessen, die beiden Muscheln. Husch, in meine Tasche und dann geht’s ab zu mir nach Hause. Dort warten schon alte Bekannte auf Euch … bunte Steine, Hühnergötter, Donnerkeile und auch Muscheln.

Also dann, Dünen, Sand und Meer,  … bis bald …

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Wie gestern versprochen, gibt es hier heute blauen Himmel und Sonnenschein über blauem Nass zu sehen. Vor einer Woche war ich schon einmal auf dieser Sehbrücke in Wismar. An jenem Tag regnete es, der Wind blies dem Besucher der Brücke unangenehm kalt ins Gesicht, alles war grau und hässlich, kaum Sicht. Egal, ob man in Richtung Meer oder in Richtung Land schaute, die Welt war in ein Einheitsgrau getaucht. Es gab ganz einfach nichts zu sehen auf dieser Sehbrücke. Während ich versuchte, mit meinen Augen den Dunst zu durchdringen, ging mir plötzlich ein winziges Lichtlein auf, das den Tag allerdings auch nicht heller machte, mir aber eine kleine Erkenntnis brachte. Es handelte sich bei dieser Brücke nicht wirklich um eine Sehbrücke, von der aus man die Welt ringsum betrachten konnte. Zu sehen war hier einfach rein gar nichts – nur graue, kalte Feuchtigkeit, die uns der Wind immer wieder heftig um die Ohren schlug. Waren wir tatsächlich auf einer Seebrücke, wie es das Schild am Anfang des langen Holzbohlensteges sagte? Wohl ja, denn die Nässe war überall – unter, vor, hinter und über uns – fast bedrückend. Eine Sehbrücke hatte ich mir anders vorgestellt. Ich wollte mit Hilfe der Brücke mitten im Meer stehen und in die unendliche Ferne schauen können, auf das Ende der Welt. War die Welt wirklich so klein? Sie verschwand unweit der Brücke, nur wenige See(h)meter von uns entfernt, in Regen- und Dunstschwaden. Ob dort schon das Ende der Welt war? An diesem besagten Tag erschien es mir fast so. Die Welt war klein, unsagbar eng und traurig.

Nun, eine Woche später stehe ich wieder hier und plötzlich habe ich meine Sehbrücke. Bis ans Ende der Welt kann ich zwar auch jetzt nicht schauen, denn zwischen meiner Sehbrücke und dem Ende der Welt liegen zwei Inseln – der Walfisch und die Insel Poel. Nur erahnen konnte man vor einer Woche die kleine Vogelschutzinsel. Von der Insel Poel war nicht einmal etwas zu erahnen. Trotz dieser beiden Inseln, die mich heute vom Ende der Welt trennen, sehe ich eine ganze Menge – blaue See, blauen Himmel, Schaumkronen, Möwen, weiße Schwäne, ganz in der Ferne den Kirchturm, der dem kleinen Dorf auf der Insel Poel seinen Namen gab, Bäume, Sträucher, das Grün der Inseln. Ich habe einen wunderschönen Blick auf die Wismarer Altstadt mit ihren Kirchen, die letztens kaum aus dem Dunst hervorstach und auf die Wismarer Hafenanlagen. Welch wunderschöne Farbe das Meer heute hat. Es zeigt sich heute von seiner besten Seite, so als hätte es etwas gutzumachen. Wie lustig die kleinen Schaumkronen auf dem dunklen Blau aussehen. Ich kann mich gar nicht sattsehen an dieser Farbenfülle. … und als kleines i-Tüpfelchen entdecke ich wenig später sogar unser Stockentenpaar von der vorigen Woche. Die beiden Wasservögel haben einander offensichtlich immer noch lieb, die graue Welt der letzten Woche scheint vergessen. Heute stehen sie nicht so unbeweglich, aufgeplustert und frierend im Wasser wie bei unserem letzten Treffen. Heute paddeln sie fröhlich durchs flache Wasser, tauchen hier und tauchen dort, ab und zu wechseln sie einen Blick und ein paar kurze Laute miteinander und paddeln vergnügt weiter. Oder scheint es mir nur so, als würden sie miteinander sprechen? Hat der Wind mir das eben etwa vorgegaukelt? Auch heute schlägt der windige Geselle uns kräftig um die Ohren, fast stürmisch, und reißt Worte, die wir sprechen, fort, bläst sie hinaus aufs Meer, wo sie irgendwann und irgendwo ins Wasser fallen, tauchen, als Blubberblasen wieder aus dem kühlen Nass emporsteigen und erneut über den Wellen dahinrasen. Der Wind lässt ihnen keine Ruhe, jagt lachend, tosend und pfeifend hinter ihnen her. Wo mögen sie landen? Im Meer? Irgendwo an einem Strand? Im Schilf, wo der Wind sich öfter ausruht? Auf dem Meeresboden, wo sie sich im dichten Pflanzenwald verfangen oder ganz einfach im feinen weichen Sand liegenbleiben und den Fischen bei ihrem fröhlichen Spiel zuschauen? Vielleicht fliegen sie auch auf ein Schiff, das sie mit in die weite unendliche Ferne nimmt. Wäre das nicht schön? Könnten sie so nicht wundervolle Abenteuer erleben? … und vielleicht treffen wir sie bei einem unserer Strandspaziergänge sogar wieder und dann erzählen sie uns von ihren aufregenden Abenteuern. Möglich, dass sie sogar die Worte der beiden Enten auf ihrer Reise über die Meere getroffen haben. Vielleicht kann ich ja dann erfahren, was die Enten zu beschnattern hatten.

Immer noch schaue ich versonnen auf das glitzernde Wasser und die beiden Enten, als mich ein Schwan aus meinen Träumen reißt. Er fliegt ganz flach über den beiden Enten hinweg, unter meiner Traumbrücke hindurch und landet ein Stückchen weiter hinter zwei anderen Schwänen, die empört mit den Flügeln zu schlagen beginnen, sich aufrichten, aufs Wasser treten, mehr und mehr in Schwung geraten und sich wenig später wie der Schwan eben, in die Lüfte erheben und davonfliegen. Noch lange schaue ich ihnen hinterher. Ich sehe, wie sie wieder an Höhe verlieren und sich in der Ferne auf dem glitzernden Wasserteppich erneut niederlassen.

Nur ungern trenne mich von dem schönen Naturschauspiel, das die Schwäne eben boten und laufe hinter meiner Begleitung hinterher. In der Ferne schimmert die Gaststätte „Seeblick“, in der wir uns heute allerdings nicht aufwärmen müssen, durch die noch kahlen Bäume. Heute ist uns trotz Wind warm und wohlig und das Grau der letzten Woche gerät ein wenig in den Hintergrund. Wir freuen uns auf den Kuchen, der zuhause auf uns wartet. Es war schön auf der Se(e)hbrücke, einer Brücke, die sogar Geschichten erzählen kann.

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Dieses Mal ist die Silberdistel allein am Strand, d.h. natürlich nicht, dass gar keine Menschenseele außer ihr am Strand ist, nein, d.h. lediglich, dass die Silberdistel ganz ohne ihren Gatten dort am Wasser ist. Er hat nämlich an diesem wunderschönen Tag gar andere Dinge im Sinn, er muss arbeiten. Das nutzt die Silberdistel ganz schamlos aus, packt ein paar Kleinigkeiten in ihren Rucksack, falls der kleine Hunger sie überkommen sollte, und macht sich, natürlich nicht ohne ihre Kamera, auf den Weg zum Ostseestrand. Dieses Mal fährt sie bis in den kleinen Ort Elmenhorst, der noch weiter westlich von den Strandabschnitten liegt, die die Silberdistels bisher heimgesucht haben. In der Mitte des kleinen Ortes sucht sich die Silberdistel einen Weg in Richtung Strand. Ihr Auto parkt sie auf einem, nur Insidern bekannten Parkplatz, ganz nahe am Wasser. Dort sind, als die Silberdistel eintrifft, gerade einige Sporttaucher damit beschäftigt, sich auf ihre Tauchgänge in der noch recht kalten Ostsee vorzubereiten. Die Tauchfreunde sind noch am Beginn ihrer Vorbereitungen, schade, gern hätte die Silberdistel zugeschaut, wie die Truppe ins Meer eintaucht. Obwohl, viel mehr hätte sie da auch nicht gesehen, es sei denn, sie wäre mitgetaucht. So geht die Silberdistel an der Tauchergruppe vorbei in Richtung Strand. Gar nicht lange und sie sieht das Wasser, das ihr an diesem Tag so ganz besonders blau erscheint. Auch der Himmel leuchtet heute erstaunlich blau und gibt davon sogar ein wenig an das Meer ab und  das sieht vor so viel strahlendem Blau geradezu umwerfend aus.

Die Silberdistel verlässt den Strandzugang in westlicher Richtung und marschiert auf den Ort Nienhagen zu,  in dessen unmitterbarer Nähe auch der berühmte Gespensterwald liegt. Bis zum Gespensterwald soll es heute allerdings nicht gehen. Wer jetzt der Silberdistel einfach einmal still und heimlich folgt, wird all das entdecken, was auch sie erblickt – die wunderschöne Weite der Meeres, des heute besonders blauen Meeres, Sand, Strand, Steine über Steine am Strand und im Wasser, mit den Wellen spielend, und dann gibt es auch noch weniger hübsche Sehenswürdigkeiten, die uns ahnen lassen, dass nicht jeder Strandbesucher seinen Müll wieder mit nach Hause nimmt.

Nach ca. einer Stunde Wanderung kehrt die Silberdistel wieder um, inzwischen mit zahlreichen Fundstücken bepackt – nein, nicht mit leeren Konservendosen, Kaffeebechern oder leeren Sonnensprayflaschen. Die Silberdistel hat wieder einmal Hühnergötter gesammelt und als kleine Zugabe gab es an diesem Tag sogar noch einen Donnerkeil von ganz ordentlichem Ausmaß. Zufrieden und glücklich mit den schönen Fundstücken im Rucksack verlässt die Steinfrau den Strand an dem Zugang, an dem sie ihn vor etwa zwei Stunden betreten hatte, läuft durch den schmalen Küstenwaldstreifen zurück zum Parkplatz, auf dem nun weit und breit kein Tauchsportfreund mehr zu sehen ist (ob sie noch den Meeresgrund bewundern?), und macht sich mit ihrem kleinen ostseeblauen Auto wieder auf den Heimweg.