Mit ‘Strand’ getaggte Beiträge

… ist es wieder ruhig geworden.

Die Urlauber sind bis auf wenige Ausnahmen verschwunden. Die Möwen haben sich den Strand zurückerobert und bald werden auch die letzten Strandkörbe wieder in ihre Winterquartiere einziehen.

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In Warnemünde ist es ruhig geworden, doch hier im Bücherstaub soll nun wieder etwas mehr Leben einkehren.

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Es wurde Zeit, aus unserem Winterschlaf Sommertraum zu erwachen und Zeit, ein wenig über unseren Traumsommer zu berichten.

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Obwohl … traumhaft war der Sommer wohl eher weniger. Was er uns von seiner Wetterseite her zugemutet hat, das war in der Tat eher eine Zumutung. Wir Silberdistels haben uns vom übellaunigen Sommer aber nicht beeindrucken lassen. Wir haben ihn nach unseren eigenen Vorstellungen gestaltet.
Als ich mit meiner Enkeltochter im August in Warnemünde am Strand war, sah es dort nämlich gar nicht so übel aus, ganz anders jedenfalls als auf den Bildern, die ich jetzt Ende September von dort mitgebracht habe. Damals war der Strand voller Menschen. Dicht an dicht drängten sich Strandkörbe, Strandlaken und so mancher Wind- und Sonnenschutz. Es roch genau wie der Sommer am Meer riecht – ein wenig salzig und nach Sonnencreme. Und Kaffeeduft waberte auch durch die Luft – vom nahen Strandkiosk zu uns herüber.
Die Sonne war übrigens ausnahmsweise auch einmal mit von der Partie. Sie sorgte mit ihrer Wärme für einen angenehmen Badetag. Obwohl … das Wasser war ar…kalt. Hätten wir doch bloß unseren Tauchsieder mitgenommen 😉

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Die Steilküste westlich von Warnemünde verschwindet im Dunst

Inzwischen ist es Herbst, und irgendwie habe ich den Verdacht, dass der auch keine Lust auf eine gute Zusammenarbeit mit Frau Sonne hat. Der Bursche meint wohl, sein feuchter Atem tut’s auch. Als ich in der vergangenen Woche in Warnemünde am Strand stand, waberte ganz schön viel vom herbstlichem Atem durch die Luft. Von der Steilküste, westlich von mir, war kaum etwas zu erkennen.

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Auch die Warnemünder Westmole ist nur schemenhaft zu erkennen

Die Mole, in östlicher Richtung, erschien ebenso mehr wie ein Geisterbild.

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Dennoch war es ein angenehmer Tag. Der Strand strahlte Ruhe pur aus – eine besondere Art von Ruhe – Ruhe mit PEP … sprich : Wellenrauschen. Und daneben gab es noch etliche hübsche Strandperlen zu bewundern.

Die Bilder sind übrigens alle mit dem Handy aufgenommen. Als ich zu meinem Strandspaziergang aufbrach, nieselte es noch leicht. Die Feuchtigkeit wollte ich meiner Kamera dann doch nicht zumuten.

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… läuft die Vorbereitung auf die nächste Urlaubssaison in vollen Touren. Sand wird von der Mole aus, wo es mehr als genug davon gibt, mit großen Kippern Richtung Westen gefahren, dorthin, wo sich die Ostsee bei schweren Stürmen am ehesten einen Weg ins Landesinnere bahnen würde. Genau von dort wird der Sand nämlich im Laufe der Zeit immer wieder vom Meer Richtung Mole gespült, sodass der Strand hier langsam schmaler und schmaler wird, ganz im Gegensatz zu dem Strandabschnitt an der Mole. Dort  wächst der Strand immer mehr in die Breite.
Damit es nicht irgendwann bei einer Sturmflut doch passiert, dass die Ostsee an diesem schmalen Strandabschnitt durchbricht, denn wenn das passieren würde, würde nicht nur Warnemünde unter Wasser stehen, auch etliche Rostocker Stadtteile könnten davon betroffen sein, muss im westlichen Teil des Strandes immer wieder Sand aufgetragen werden.
Es gab schon einmal eine Sturmflut, die fast das gesamte Seebad unter Wasser gesetzt hat. Das war die Sturmflut vom November 1872, bei dem ein Höchstpegel von 2,43 m erreicht wurde. Auch danach gab es noch etliche schwere Sturmfluten mit Beinahe-Katastrophen. Also werden die Lücken jetzt immer schnell und fein säuberlich geschlossen, bevor es zu spät ist. Und so ähnelte der Warnemünder Strand, als ich ihm in der vergangenen Woche einen Besuch abstattete, mehr einer Hügellandschaft. Spaß gemacht hat der kleine Strandspaziergang trotzdem, auch wenn immer wieder große Traktoren samt Anhängern  an mir vorbeisausten. Andererseits waren nicht nur die Fahrzeuge an sich ungewöhnlich, auch die Kletterpartie, die ich absolvieren musste, bot ein neues Strandgefühl, denn die schweren Traktoren und Hänger haben tiefe Spuren im Sand hinterlassen. Ich musste mich über Berg und Tal zum Wasser vorkämpfen. Es war also einmal ein etwas anderer Strandspaziergang.

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Tolles Fotowetter war allerdings nicht. Aber zum Fotografieren war ich eigentlich gar nicht nach Warnemünde aufgebrochen. Ich hatte dort einen Termin, zu dem ich leider vergessen hatte, gutes Wetter zu bestellen.
Eigentlich hätte ich es tun sollen, denn wenn ich schon einmal in Warnemünde bin, muss ich natürlich auch einen Blick auf die See werfen.Tja, nun lag sie recht grau und trist vor mir und meinte, ich wäre selber schuld, hätte ich doch rechtzeitig Bescheid gegeben, dass ich zu Besuch kommen wollte, dann hätte sie sich ein wenig schicker präsentiert. Aber jetzt so auf die Schnelle …
Na, egal, ein paar Bilder musste ich trotzdem mitnehmen, genauso wie eine Nase voll Seeluft, ein paar Sandkörner in den Schuhen und diesen  salzigen Geschmack auf den Lippen, den ich so sehr mag.

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Als ich dann wieder nach Hause aufbrach, lichtete sich doch tatsächlich das Grau etwas, aber da war ich dann auch bockig und ließ mich nicht noch einmal zurück locken. Erst meckern, weil ich mich nicht angemeldet habe und dann verspätet doch noch gastfreundlich tun. Solche Spielchen durfte sie gern ohne mich spielen.
Wenigstens tschilpte mir ein Spatz aus dem Sanddorn noch entschuldigend zu, ich solle es nicht so tragisch nehmen, ich wüsste doch selbst, wie launisch die Dame Ostsee mitunter ist. Er hat ja Recht. Ich weiß es auch und nehm’s ihr nicht übel. Schließlich ist die Ostsee auch nur ein Mensch, der gute und schlechte Tage hat 😉
Ach, übrigens gibt es nicht nur im Wald Baumgeister, es gibt sie auch am Strand. Ich traf nämlich dicht an der Promenade einen solchen Baumgeist, der aber darauf bestand, Strandgeist genannt zu werden.
Wenn auch das Wetter nicht gerade ideal für einen Strandspaziergang war, es war dennoch ganz schön was los am Strand von Warnemünde – Spatzen, Strandgeister, säuselnde Sandkörner, flüsterndes Dünengras … Was will man mehr? Ach ja, schreiende Möwen waren ja auch noch da.

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Erstaunlich – nun schreibe ich bereits das 5. Mal an einem Rückblick auf ein vergangenes Jahr aus meinem Leben. Mein Blog geht also auch bereits in sein 5. Jahr, wurde mir inzwischen sogar zu einem lieben Begleiter in guten wie in schlechten Zeiten. Was aber brachte nun das Jahr 2015 für meine Familie und mich? Es war in vielerlei Hinsicht wieder einmal ein Jahr mit Höhen und Tiefen, wobei gefühlt die Tiefen überwogen. Nach einem schönen Jahr 2014, das mit einem gelungenen Weihnachtsfest  und einem gemütlichen Jahreswechsel zu zweit, d.h. zu viert, wie konnte ich die Katzen vergessen, nach 2015 endete, waren wir noch guter Hoffnung, dass es so angenehm weitergehen könnte. Ich hatte vom Weihnachtsmann ein neues Helferchen in die Küche gestellt bekommen, das mir mein hausfrauliches Dasein wieder einmal ein wenig mehr erleichtern würde und so war ich rundum guter Dinge, denn es versprach mir neben Hilfe noch angenehme Genüsse. Wie sich aber bald herausstellte, beschäftigte mich dieses neue Helferchen mehr als das Teil, das es ablösen sollte. Wir hatten unsere gute alte Kaffeemaschine in Rente geschickt und uns dafür zu Weihnachten einen hochmodernen Kaffeevollautomaten gewünscht. Vollautomat hieß für mich, er bringt mir sogar morgens den Kaffee ans Bett. Naja, gut, nicht ganz, aber eben doch fast. Was aber machte dieses neue Teil? Es beschäftigte mich mehr als die alte nun ihren Lebensabend genießende Kaffeemaschine, die nur noch bei familiären Großveranstaltungen würde arbeiten müssen, wenn überhaupt.

Dieser sogenannte Vollautomat forderte mich andauernd zu irgendwelchen Taten auf. Das hatte das alte Teil nie getan, das war geduldig mit mir und erteilte keine Befehle. Hatte ich doch angenommen, der neue Helfer in Kaffeefragen würde das Leben und vor allem das Kaffeezubereiten leichter und angenehmer machen, aber nein, er hatte Chef-Allüren  und beschäftigte mich nahezu pausenlos. Wie sollte mir da am Ende mein heißgeliebter Cappuccino noch schmecken? Okay, Cappuccino kann er wirklich einmalig gut, auch wenn ich ihm immer wieder dabei unter seine Vollautomatenarme greifen muss. Aber Arbeit verteilen kann er mindestens ebenso gut, ich glaube, fast besser als meine ehemalige Chefin. Nun gut, unser neuer Kaffee- und Cappuccinomeister war trotz seiner Eigenheiten noch einer der angenehmen Teile des vergangenen Jahres für uns und er half uns sogar ein wenig über den ersten Schreck der Horrornachricht hinweg, die uns noch am Neujahrstag 2015 erreichte. Herrn Silberdistels Mutter war, wahrscheinlich noch am Silvestertag, schwer gestürzt und hatte sich einen Oberschenkel gebrochen. Eine OP folgte, der Bruch verheilte relativ gut. Doch die Beinverletzung war das geringere Übel, wie sich recht bald im Krankenhaus herausstellte. Der Sturz war offensichtlich die Folge eines Schlaganfalls gewesen. Wir begannen zu begreifen, dass Herrn Silberdistels Mutter wahrscheinlich zukünftig kaum noch in der Lage sein würde, das tägliche Leben ohne Hilfe zu meistern. So verging der Januar zwischen Bangen und Hoffen und vielen Telefonaten mit Herrn Silberdistels Bruder.

Aber trotz des tragischen Beginns brachte uns der Januar auch den einen oder anderen schönen Moment, der wenigstens für kurze Zeit von den Sorgen ablenkte. Die „Stunde der Wintervögel“, zu der der NABU wie alljährlich aufgerufen hatte, war ein solches kleines Highlight für mich und unsere beiden pelzigen Mitbewohner, denn sie waren natürlich auch dabei. Der Winter ließ sich, sicher sehr zur Freude der gefiederten Gartengäste, Zeit. Erst am 24. Januar bedeckten die ersten Schneekrümelchen hauchzart unseren Garten. Einen Tag später war dieser Winterhauch schon fast wieder verschwunden.

Anfang Februar schauten bereits die ersten Krokusse aus der Erde und ließen mit ihrer Farbe fast schon Frühlingsgefühle aufkommen. Das milde Wetter lockte mich auch wieder einmal an die Ostsee, die mir Ruhe, Entspannung und ein wenig Ablenkung von den familiären Problemen schenkte. Aber schon einen Tag nach meinem Besuch am Meer wurde es doch noch Winter im Norden und die Blüten, die bereits an vielen Stellen den Garten zierten, bekamen kleine Schneemützchen. Doch der Wintereinbruch war nur von kurzer Dauer. Der Februar wollte ganz einfach auch einmal ein Frühlingsmonat sein und so setzte er mehr und mehr bunte Farbtupfer in die Landschaft.

Der März lockte die ersten Marienkäfer hervor und in unserem Garten blühte es rundum prächtig. Herrn Silberdistels Mutter machte uns derweil nicht weniger Sorgen. Nach ihrem Krankenhausaufenthalt musste sie, wie wir es bereits befürchtet hatten, in ein Pflegeheim umziehen. Bei unseren Besuchen trafen wir jeweils auf ein erschreckendes Häufchen Unglück. Zum Guten wenden konnten wir leider nichts. Immer wieder gab es für unser Sorgenkind Krankenhausaufenthalte wegen verschiedener Probleme, die aber keine Besserung ihres Zustandes brachten.

Der April zog ins Land und in der Natur tobte das Leben, die Welt draußen wurde von Tag zu Tag farbiger. Unser Leben jedoch wurde nach wie vor von der Sorge um Herrn Silberdistels Mutter bestimmt. Bei Spaziergängen in der Natur suchten wir Entspannung und Ablenkung – so auch zu Ostern, als wir bei herrlichstem Wetter wieder einmal unserem Enten- und dem Mühlenteich einen Besuch abstatteten. Auch bei meiner Mutter war ich wieder zu Besuch. Das Wetter war so schön, dass wir uns zu einem Spaziergang an der Ostsee, im Seebad Wendorf, aufmachen konnten. Das letzte Mal waren wir Ende Januar gemeinsam dort. Ich bin unendlich froh darüber, dass es meiner Mutter so gut geht, dass wir trotz ihres hohen Alters immer noch solche kleinen Ausflüge unternehmen können.

Anfang Mai waren bei den Enkelkindern zu Besuch. Wir genossen die wenigen Tage in Franken sehr, kamen wir doch auch dadurch auf andere Gedanken. Ein Ausflug hinauf auf’s Walberla ließ uns für einen Moment alles andere vergessen – schön war’s dort, in der Gegend mit den vielen Kirschbäumen.
Im Mai war ich nach langer Zeit auch wieder am Strand von Warnemünde. Der Wind, die Seeluft, der Sand, das Meer taten mir gut und machten den Kopf frei. Wenig später war ich auch in Wismar mit meiner Mutter noch einmal an der Ostsee.
Die „Stunde der Gartenvögel“ gehörte im sogenannten Wonnemonat ebenfalls zu den Tagen, die ich ein wenig genießen konnte. Ich tat das, was mir mit am meisten Spaß macht, ich schaute den Vögeln in unserem Garten zu und staunte wieder einmal über die Artenvielfalt auf diesem kleinen Stückchen Erde.
Doch der Wonnemonat endete mit einer schlechten Nachricht für uns. Herrn Silberdistels Mutter war während eines weiteren Krankenhausaufenthaltes für immer eingeschlafen.

Nach einem langen Gespräch mit Herrn Silberdistels Bruder fuhren wir trotz dieser schlimmen Nachricht in unseren geplanten Rhönurlaub. Wir konnten vorerst ohnehin nichts tun und so könnten wir vielleicht Kraft für das schöpfen, was noch vor uns lag. Der Urlaub in der Rhön war schön und tatsächlich ein wenig entspannend für uns beide.

29-Wir müssen Abschied nehmen

Der Juni ist der Monat des endgültigen Abschieds von Herrn Silberdistels Mutter und irgendwie auch ein Abschied für Herrn Silberdistel von seiner alten Heimatstadt Magdeburg. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass wir wenige Wochen später erneut in diese Richtung fahren würden, um uns in der Nähe von Hannover von einer Tante von Herrn Silberdistel für immer zu verabschieden.

30-Unser Bärchen feiert seinen 12. Geburtstag

Im Juli wurde unser Kater 12 Jahre alt. Auch hier ahnten wir noch nicht, dass wir uns auch von ihm bald würden verabschieden müssen.

Zum Glück ahnten wir nichts, denn wahrscheinlich hätten wir sonst unseren Ausflug an die Elbe, zur Festung Dömitz und zu lieben Bekannten, die in der Nähe leben, nicht wirklich genießen können.

33-Geburtstagskind Nr. 2 im Juli

Aber auch unsere Katzendame beging im Juli ihren 12. Geburtstag. Ob sie damals schon mehr wusste als wir, ob sie spürte, dass ihr langjähriger Begleiter sehr krank war?

Im August war unser Ausflug zum Storchendorf Rühstädt der Höhepunkt des Monats. Nach all den Schrecken der letzten Wochen und Monate tat er uns richtig gut, auch wenn wir für diese Fahrt einen recht heißen Augusttag ausgesucht hatten, der uns bei unserem Rundgang durchs Storchendorf ganz schön schwitzen ließ. Zu dieser hochinteressanten Tagestour ins Brandenburgische gehörte auch der kleine Bahnhof Mesendorf mit seiner Kleinbahn Pollo, der wir ebenfalls einen Besuch abstatteten.

Und was richtig guttat nach dem vielen Kummer in den letzten Monaten, war das neue Leben, das wir Silberdistels uns wieder einmal auf dem kleinen Hühnerhof anschauen durfte, auf dem einst Frau Müllers Patenhühner vom Herrundfraumueller-Blog zur Welt kamen.
Leider trübte den August eine böse Magen-Darm-Grippe, die Herr Silberdistel von einem kurzen Männerwanderurlaub mitbrachte. Besonders ich hatte arg daran zu beißen.
In der zweiten Augusthälfte begann ich, mir bereits hin und wieder Sorgen um unseren Kater zu machen. Er fraß schlecht, mäkelte viel am Futter herum. Doch dann schien wieder alles in Ordnung zu sein. Er nahm wieder seine gewohnten kleinen Reviergänge auf, war viel in seinem Garten und genoss die wärmenden Sonnenstrahlen.

Unser Bärchen schien wieder in Ordnung zu sein, sodass wir den geplanten Urlaub mit unserer Enkeltochter Anfang September antreten konnten. Allerdings fragte ich immer wieder unseren Katzenpfleger, ob auch alles mit dem Kater in Ordnung wäre. Die Antwort lautete stets, dass alles gut wäre, er würde gut fressen und auch immer beim Erscheinen des Ersatzpflegers zur Stelle sein, während er nach der Katzendame öfter erst im Hause suchen müsste. Der Urlaub mit Enkelin war wunderschön und machte beiden Seiten, Großeltern und Kind, viel Spaß.
Nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub fraß der Kater von Tag zu Tag schlechter. Ich machte mir ernsthaft Sorgen um ihn und hielt schließlich einen Tierarztbesuch für unumgänglich. Der Tierarzt untersuchte meinen pelzigen Freund sehr gründlich und vermutete eine Nierenangelegenheit, evtl. auch ein Zahnproblem, was auf die eine oder andere Art sicher zu kurieren wäre. Er verordnete ein Antibiotikum und eine Woche später sollten die Nierenwerte untersucht und eine eventuelle Zahnbehandlung durchgeführt werden. Das Medikament schien jedoch für meine Begriffe überhaupt nicht anzuschlagen, der Kater fraß nur noch auf meine dringliche Bitte hin und magerte mehr und mehr ab.

Einen Tag vor dem nächsten Untersuchungstermin machten mein Herr Silberdistel und ich einen Ausflug zu den Ivenacker Eichen. Es war unser Hochzeitstag. Wir erlebten wunderschöne Stunden in herrlicher Natur, dennoch saß mir beim Rundgang durch den Ivenacker Tierpark der Tierarzttermin wie eine unheilvolle Drohung im Nacken.

Der nächste Tag wurde einer der schwersten für mich in diesem unheilvollen Jahr 2015, ich musste mich von unserem langjährigen Freund verabschieden. Der Tierarzt legte mir sehr nahe, unser Bärchen zu erlösen. Die Untersuchungen hatten ein schlimmes Ergebnis zutage gefördert. Die Nieren hatten ihre Funktion quasi aufgegeben und das Maul unseres Bärchens war voller Entzündungen, die letztendlich auf das Nierenversagen zurückzuführen waren. So musste ich eine Entscheidung fällen, die mir unsagbar schwerfiel. Aber ich hoffe, für unser Bärchen das Richtige getan zu haben. Gegen meinen Schmerz hilft dieser Gedanke wenig. Ich bin immer noch unendlich traurig, wenn ich an diesen Tag und unseren lieben Kater denke.

Der Oktober kam und mit ihm ein Vorschlag von Herrn Silberdistel, wieder ein Kätzchen in unser Haus zu holen – zur Gesellschaft für unsere Katzendame und, wie er mir erst viel später verriet, als Trost und Ablenkung für mich. Und so kam das kleine Übel über uns, von dem hier neuerdings schon recht oft die Rede war. Aber die alteingesessene Katzendame und der kleine Kater hatten zunächst so ihre Probleme miteinander. Wir beobachteten das Gezanke eine Weile und entschlossen uns dann, dem kleinen Kater ein Wurfgeschwisterchen dazuzugesellen. Damit hätte er einen Spielgefährten und unsere Katzendame hätte vielleicht ihre Ruhe vor dem spielwütigen kleinen Kerl. So hatten wir bald darauf eine 3. Katze im Hause und wie sich zeigte, ging unsere Rechnung offensichtlich auf.

Inzwischen gibt es hier unter den drei Katzen ein gutes Miteinander und auch mir tun die beiden Jungspunde mit ihrem überschäumenden Temperament gut. Sie haben sich als heilende Therapie gegen den Verlustschmerz erwiesen, auch wenn er immer noch irgendwo in mir schlummert.

Der November stand wieder im Zeichen des Gedenkens an meinen Vater. Zusammen mit meiner Mutter und drei weiteren lieben Familienangehörigen nahm ich auch an der diesjährigen Gedenkfahrt auf der Ostsee teil, die für meinen Vater und andere Menschen, die ihre letzte Ruhestätte in der Ostsee gefunden haben, stattfand. Ansonsten haben wir den recht warmen November genossen und an den beiden neuen Mitbewohnern viel Freude gehabt. Leider erreichte uns zu Ende des Monats noch eine weitere Hiobsbotschaft. Ein lieber Freund hatte einen tödlichen Unfall erlitten.

50-Noch einmal müssen wir Abschied nehmen

So waren unsere Gedanken im Laufe des Jahres fast ständig mit eher schlimmen und tragischen Ereignissen beschäftigt, kein Wunder also, dass wir uns von der Adventszeit fast ein wenig überrumpelt fühlten. Irgendwie war im Jahr 2015 kaum Zeit gewesen für Ruhe, geschweige denn für Besinnlichkeit. Mitte Dezember nahmen wir auf einer Trauerfeier Abschied von unserem Freund, der im November Opfer eines tragischen Unfalls wurde. Das Jahr hatte tragisch begonnen und so endete es auch für uns. 2015 brachte uns den Verlust von drei uns nahestehenden Menschen und den Abschied von unserem langjährigen pelzigen Freund, unserem Bärchen. Unter dem Strich war das vergangene Jahr für uns kein schönes Jahr. Umso dankbarer sind wir für die kleinen Lichtblicke, die es uns zwischendurch dann doch immer wieder bescherte. Zwei davon laufen seit Oktober fröhlich und unbeschwert durch unser Haus – zwei mit tröstender und heilender Wirkung.

Ein kleines Adventsgeschenk für unsere beiden neuen pelzigen Mitbewohner war ihr erster Ausgang in unserem Garten. Mit großen staunenden Augen saßen sie da und bewunderten eine Welt, die sie bisher nur vom Fenster aus kannten. Auch für uns war dieser Augenblick des Staunens und der sichtbaren Begeisterung ein schöner Moment.

Etwa von da ab, Mitte Dezember, verlief der Rest der Vorweihnachtszeit dann endlich auch bei uns etwas entspannter, für mich auch gelegentlich in der Küche beim Plätzchenbacken. Das Weihnachtsfest verlebten wir mit Kindern und Enkelkindern. Wir hatten schöne gemeinsame Tage. Ruhig und entspannt und nur im Kreise unserer Katzen-Mensch-Familie ging das Jahr 2015 für uns zu Ende – mit der Hoffnung im Herzen, dass das neue Jahr Besseres für uns bereithält.

Hoffen wir also auf ein gutes 2016

Hoffen wir also auf ein gutes 2016

 

… und mit ihrer Liebeserklärung an ihn hat sie bei mir genau den richtigen Nerv getroffen. Unlängst bekam ich von einem anderen Nordlicht den Link auf das nachfolgende YouTube-Video zugeschickt. Er wusste, dass ich mögen würde, was ich dort sehen und hören würde.

Frech und zugleich liebevoll kommt Mona Harry mit ihrem Liebesgedicht für unsere feuchte, neblige, oft gnadenlos stürmische und endlos weit und platt erscheinende Gegend daher. Einer Nordländerin wie mir, die bis auf ganz wenige Jahre ihr Leben  dort verbrachte, wo gern Sturm und tobende Meereswellen das Sagen haben, wo im Winter mehr Nebel, Regen und Schneematsch die Welt regieren als eine im wunderweißen Schneekleid idyllisch versunkene Welt, spricht Mona Harry mit ihrem Gedicht  sehr aus dem Herzen. Sicher bin ich auch gern in den Bergen, aber immer wieder hat es mich bisher zurück in den Norden gezogen, in eine Gegend, in der ich mich überaus wohl und zuhause fühle. Und genau darum hat diese wunderhübsche Liebeserklärung hier bei mir heute einen Platz gefunden. Ich könnte es nicht besser sagen. Auch wenn ich meinem Norden mit etlichen Texten und Bildern hier in meinem Blog bereits viele, viele Male meine Liebe zu Füßen gelegt habe, Mona Harrys Gedicht setzt meiner Liebe zu dieser Gegend das berühmte i-Tüpfelchen auf. Bei ihrem Gedicht geht mir ganz einfach das Herz auf. Als Illustration zu Mona Harrys Worten gibt es von MEINEM Norden, der sicher noch ein wenig anders ist als der, den Mona so sehr mag, eine kleine Bilderauswahl – eine Bilderauswahl aus dem östlichen Teil des Nordens.

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Erst lassen mich die Prinzen nicht los und dann habe ich es pausenlos mit den Gespenstern. Schlimm,  diese Silberdistel, oder? Aber ich stehe auf dem Standpunkt, was man tut, das sollte man schließlich auch mit Hingabe und möglichst intensiv tun. Also lasst uns noch einmal über Gespenster reden oder besser noch über den Wald, in dem sie leben. Im Grunde genommen sieht dieser Gespensterwald, über den ich mit Euch ein wenig plaudern möchte, ja eigentlich nur irgendwie gespenstisch aus und daher hat er auch seinen Name, so denkt man.

Gibt es hier tatsächlich Gespenster?

Gibt es hier tatsächlich Gespenster?

Ob aber wirklich Gespenster in ihm leben? Als moderner und aufgeklärter Mensch kann man das ja wohl eher nicht glauben. Obwohl … Also, wenn man das Bild hier oben betrachtet, dann könnte es vielleicht doch sein …

Baumgeister halte ich dann doch nicht für ganz ausgeschlossen

Baumgeister halte ich dann doch nicht für ganz ausgeschlossen

Oder dieses Foto hier oben … gespenstisch, oder? Wenn da mal nicht ein Baumgeist versucht, sich zumindest tagsüber in dieser etwas starren Haltung zu verstecken. Wer weiß, was er des Nachts oder wenn’s nebelt, alles treibt?

Oh, oh, ein wenig spukt es wohl tatsächlich - sogar am helllichten Tag

Oh, oh, ein wenig spukt es wohl tatsächlich – sogar am helllichten Tag

Aber bevor wir uns jetzt ganz im oder an den Wald der Gespenster verlieren, will ich noch ein wenig über ihn, und wie wir überhaupt auf ihn kamen, erzählen. Es handelt sich um ein Stückchen Küstenwald hier ganz in meiner Nähe, das ich, ich schäme mich auch ein wenig, vor gerade mal 1  1/2 Wochen das erste Mal überhaupt angeschaut habe. Die Rede ist vom Nienhäger Gespensterwald.

Nienhagen - das Ostseebad mit dem berühmten Gespensterwald

Nienhagen – das Ostseebad mit dem berühmten Gespensterwald

In Nienhagen selbst, einem Ostseebad westlich von Warnemünde, war ich bereits recht oft, schließlich wohne ich hier oben an der Küste schon fast mein ganzes Leben lang, aber bis zum Gespensterwald hatte ich es bisher noch nie geschafft. Warum? Fragt mich lieber, wie spät es gerade ist. Die Frage könnte ich sofort, und ohne lange in den Tiefen meines Hirns zu graben, beantworten. Vielleicht dachte ich bisher auch, Wald ist gleich Wald. Was sollte an dem in Nienhagen schon so Besonderes sein? Und andererseits, was man in seiner Nähe hat, das kennt man oft genug eh nicht so genau. Dafür hat man später immer noch Zeit. Es läuft schon nicht weg. Da schweift man lieber erst einmal in die weite Ferne, als sich zunächst vor der eigenen Haustür etwas intensiver umzuschauen. Dabei gibt es mitunter genau dort vor der eigenen Tür das zauberhafteste Stückchen Natur überhaupt. Nun ja, wäre da nicht meine liebe Leserin, Frau Hummel, gewesen, die unlängst genau dort für ein paar Tage Urlaub gemacht hat, wo ihr der Gespensterwald quasi zu Füßen lag, dann würde ich dieses herrliche Stückchen Natur an unserer Ostseeküste, an der Küstenstraße zwischen Warnemünde und Dad Doberan gelegen, vielleicht immer noch nicht kennen. Inzwischen weiß ich nun, was ich beinahe versäumt hätte.
In einem Teil des Nienhäger Holzes, so nennt sich dieses ca. 180 ha große Waldgebiet eigentlich, war ich bereits öfter einmal unterwegs, die skurrilen Bäume jedoch, die in einem etwa 100 m breiten Streifen entlang der bis zu 12 m hohen Steilküste dem Seewind trotzen, hatte ich bisher allerdings noch nicht gesehen. Dem Aussehen dieser Bäume mit ihren kahlen vom Seewind glattgeschliffenen Stämmen ist es wahrscheinlich zu verdanken, dass der Volksmund hier vom Gespensterwald spricht. Besonders bei Nebel und Dunkelheit gaukelt der seltsam verdrehte, an Schlagen erinnernde, Wuchs der Bäume dem Betrachter gern einmal gespenstige Wesen vor. Ein rufendes Käuzchen dazu und  die gruslige Atmosphäre ist perfekt.

Da, wo der Wind das Gras mäht

Da, wo der Wind das Gras mäht

Übrigens sprechen die Einheimischen, wenn vom Gespensterwald die Rede ist, auch gern von „da, wo der Wind das Gras mäht“. Die Gräser des Waldes, dem ständig wehenden Seewind ausgesetzt, scheinen immer die gleiche Länge zu behalten. Auch ein wenig gespenstisch, oder? Vor allem sah man es sicher in früheren Zeiten so, als man viele unerklärliche Dinge gern einmal Gespenstern oder anderen übernatürlichen Wesen  zuschrieb. Da muss doch einfach jemand Geheimnisvolles umhergehen und stets und ständig die Sense schwingen. Wir Silberdistels waren an einem wunderschön sonnigen Herbsttag im Gespensterwald und natürlich auch am Meer, auf das man von der Steilküste aus weit, weit hinausschauen kann. Im Sonnenschein sah es rundum eher weniger gespenstisch aus, obwohl wir dann doch mitunter nicht so ganz sicher waren, als wir durch den Wald liefen und die doch irgendwie eigenartig geformten Bäume, übrigens vorrangig Buchen und Eichen, etwas genauer anschauten …

Die Ostsee vor Nienhagen

Die Ostsee vor Nienhagen

Aber genug von den Gespenstern! Werfen wir lieber noch einen Blick an den Strand vor Nienhagen mit seiner imposanten Steilküste. Der Blick hinunter aufs Wasser lohnt sich nämlich auch. Was soll ich sonst noch sagen? Natürlich! Danke, Frau Hummel! Danke für diese Inspiration! Wir hatten einen wundervollen Tag und wir waren ganz sicher nicht das letzte Mal dort – im Nienhäger Holz und seinem Gespensterwald. Wir haben ein wunderschönes Stückchen Natur für uns hinzugewonnen, wofür wir sehr, sehr dankbar sind. Doch jetzt möchte ich Euch zu einem kleinen Spaziergang einladen, einem Spaziergang an einem einmal etwas anderen Stück Ostseeküste. Viel Spaß dabei!

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Sicher erinnert Ihr Euch an meinen Beitrag „Stürmische Grüße“ aus der „Blauen Serie“.

01

Die Ostsee – wild und schön

Ich denke schon. Oder? Er ist ja auch gerade erst erschienen – fast könnte man sagen – zwischen zwei Übeln. Gut, ein bisschen Herbstfeeling war auch noch zwischen den Übeln zu sehen. Aber lange ist es noch nicht her, als hier wieder einmal mein Meer zu sehen war.

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Die Buhnen machten ihrem Wellenbrecherdasein an diesem Tag alle Ehre

Ich möchte mit Euch heute noch einmal dorthin zurückkehren und eine ganz besondere Entdeckung mit Euch teilen. Ich hatte meinen kleinen Spaziergang am Warnemünder Strand schon fast beendet, schaute noch ein wenig den Wellen zu, die über die hölzernen Buhnen spritzten …

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Für den Surfer gab es an diesem Tag ordentlich Wind für sicher exzellenten Spaß

… und natürlich dem wagemutigen Surfer und machte mich dann wieder auf in Richtung Strandzugang, um auf die Promenade am Strandweg zu wechseln.

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Westlich von Warnemünde liegt die Stoltera mit ihren bizarren Steilwänden

Vom Rande der Dünen aus blickte ich noch ein letztes Mal für diesen Tag den Strand entlang und hinüber zur Steilküste, die westlich von Warnemünde in der Ferne zu sehen ist. Ich nahm den schönen Anblick nicht nur in Gedanken mit, sondern auch auf dem Speicherchip meiner Kamera. So kann ich auch zuhause im warmen Kämmerlein meinen Strandspaziergang nach Lust und Laune wiederholen.

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Die Dünen dürfen nicht betreten werden, sind deshalb ein wenig abgezäunt

Wenig später drehte ich mich um und wechselte vom feinen Sanduntergrund auf den Holzsteg über, der noch als eines der letzten Überbleibsel vom Sommer an die Badesaison und die vielen Sommergäste erinnerte. Er führte mich zwischen den Dünen entlang zurück auf die Promenade und somit auch wieder in den Strandweg, in dem mein Auto auf mich wartete.

Sanddorn wächst fast überall in den Dünen

Sanddorn wächst fast überall in den Dünen

Ich freute mich dieses Mal richtig auf meinen fahrbaren Untersatz. Seine Heizung würde mir Wärme spenden und meine kalten Finger sicher schnell wieder auftauen. Es war fast winterlich kalt an diesem Tag und ich war doch ziemlich durchgefroren. In den Sträuchern neben der Promenade tummelten sich laut lärmend zahlreiche Spatzen, die mir mit ihrem munteren Treiben auch das letzte Stück meines Spazierganges noch verschönten.

In den Sträuchern am Rand zwischen Promenade und Dünen ist reger Betrieb

In den Sträuchern am Rand zwischen Promenade und Dünen ist reger Betrieb

Ganze Spatzenfamilien schienen sich hier versammelt zu haben. Auch einige Amseln waren im Sanddorn unterwegs und verkosteten die saftigen Beeren.

Was ist das für ein kleiner Prinz?

Was ist das für ein kleiner Prinz?

Plötzlich vernahm ich ein etwas anderes Piepsen, ein Piepsen, das ganz sicher weder Spatzen noch Amseln zuzuordnen war. Ich blieb stehen und schaute aufmerksam in Richtung der Vogellaute und dann sah ich es – ein winziges Vögelchen. Es hatte, wie mir schien, eine kleine goldene Krone auf dem Kopf. War es etwa ein verwunschener Prinz? Was für ein kleines flinkes Kerlchen da im Gesträuch herumwuselte. Pickte es Insekten oder naschte es wie die Amseln von den so hübsch leuchtenden Sanddornbeeren? Was es letztendlich pickte, konnte ich nicht ausmachen, aber wer sich hinter dem kleinen Prinzen versteckte, das konnte ich dann doch erkennen. Nein, es handelte sich bei dem kleinen Federball nicht um einen Zaunkönig, wobei der ja nicht einmal eine Krone trägt. Der bildet sich höchstens ein, der König auf dem Zaun zu sein. Hier hüpfte vor meinen Silberdistelaugen ein Wintergoldhähnchen durchs Geäst und zwar unwahrscheinlich flink. Ob mir einige Fotos gelingen würden? Es war gar nicht so einfach, das winzige Kerlchen gegen den hellen Hintergrund und im verwirrenden Geäst des Sanddorns auszumachen. Doch ein paar Mal war der kleine Federball so lieb, einen Sekundenbruchteil länger auf einem Ast zu verweilen und mich freundlich anzuschauen, sodass ich am Ende doch einige passable Bilder mit nach Hause nehmen konnte. Sieht es nicht wirklich aus, als trüge der kleine Prinz eine winzige Krone? Dieser flauschige Wicht war ein wundervoller Abschluss für meinen Strandspaziergang und weil ich so stolz darauf bin, dass er mir am Ende doch einige Fotos erlaubte, soll er selbstverständlich einen extra kleinen Beitrag in meiner „Blauen Serie“ bekommen, obwohl er selbst ja alles andere als blau ist. Es sei denn, er hat von den Sanddornbeeren genascht, die mitunter noch am Strauch zu gären beginnen. Aber egal, ob er nüchtern oder leicht beschwipst war, seit dieser Begegnung gehört er für mich nun auch ans Meer und somit in diese mir so liebe Serie.

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MEINE Zeit fürs Meer ist wieder gekommen, eine Zeit, in der es vergleichsweise ruhig an meinem Warnemünder Strand zugeht – so dachte ich zumindest. Sicher würden sich an diesem Tag kaum Menschen an der See herumtreiben. Der Himmel war wolkenverhangen, die See tobte einigermaßen wild. Ein kleiner Fast-Sturm hatte sich aufgemacht, schließlich gehörte seine Art zum Herbst und musste nun langsam einmal zeigen, was sie konnte. Er war noch ein ziemlich jugendlicher Sturm – noch in der Lernphase – in seiner Sturm- und Drangzeit gewissermaßen. Aber auch ein großer Sturm hat einmal klein angefangen und Übung macht schließlich den Meister. Ich jedenfalls bewunderte den jugendlichen Helden durchaus ein wenig. Für den Anfang machte er seine Sache gar nicht mal so schlecht, zumal er Unterstützung von der Familie, die gewöhnlich im eher eisigen Bereich der Wetterwelt zuhause ist, bekommen hatte. Die Mischung tat’s, denn es war, zumindest gefühlt,  auch empfindlich kalt geworden – doch hoffentlich nicht schon die Vorhut eines frühen Winteranfangs. Jedoch einen Vorteil hatte das Ganze für mich. Wer außer mir sollte da schon Lust auf einen Strandspaziergang haben? Fröhlich machte ich mich also an diesem 15. Oktober auf den Weg, um einen einsamen und von Touristen verlassenen Strand zu genießen. Ganz für mich allein würde ich ihn wieder haben. Gut, vielleicht würden ein, zwei Einheimische wie ich Wind, Sand und Meer auch bei diesem oder gerade bei diesem Wetter erleben wollen, aber die paar Gleichgesinnten würden mich ganz sicher nicht stören.

Ganz schön was los an meinem Strand

Ganz schön was los an meinem Strand – und das hier war nur die Vorhut

Doch dann … Was war das? Was machten die vielen Menschen an meinem Strand? Bei diesem Wetter? Wer hatte ihnen verraten, dass Strand und Meer gerade bei solchem Wetter besonders sehens- und liebenswert sind? Einzeln, in Grüppchen, Gruppen und ganzen Wandergesellschaften schlenderten wahre Menschenmassen an meinem Meer entlang. Staunend stand ich am Strandaufgang. Ach, was soll’s, auch wenn ich meine, es ist MEIN Meer, warum sollten nicht auch andere entdeckt haben, wie liebenswert die See auch außerhalb des Sommers ist und ihren wahren Charakter lernt man ohnehin erst kennen, wenn die Strandkörbe wieder in ihrem Winterlager stehen und sich der Duft der Sonnencreme in alle vier Winde verflüchtigt hat. Warum sollte ich das, was ich gewöhnlich in meinem Blog teile, nicht auch einmal in der Wirklichkeit teilen? Einen Vorteil hatten die vielen Strandbesucher auf jeden Fall, sie könnten meinen Blogbeitrag sehr schön illustrieren – zeigen, wie kalt es an dem Tag war, als es alle Welt an den Strand getrieben hatte. Ich selbst dachte nämlich nach relativ kurzer Zeit bereits sehnsuchtsvoll an meine zuhause tief im Schrank vergrabenen wärmenden Handschuhe. Wenigstens hatte ich eine sturmerprobte Jacke  mit Kapuze angezogen, als ich zu meinem Meer aufbrach. Das war auch gut so, denn so hatten es wenigstens meine Ohren warm. Also, wenn Ihr jetzt mitwollt, dann zieht Euch warm an 😉

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