Mit ‘Storch’ getaggte Beiträge

In meinem Beitrag über unsere Torty, die sich unlängst bei unserem Nachbarn versehentlich eine kleine Auszeit von uns nahm, erwähnte ich es bereits – wir Silberdistels haben endlich das Kloster Jerichow besucht.
Wie oft in unserem Leben sind wir schon an diesem beeindruckenden Bauwerk vorbeigefahren, wenn wir unterwegs zu einem Besuch bei Herrn Silberdistels Eltern oder von dort wieder auf dem Weg zu uns nach Hause waren? Der Ort Jerichow, nicht weit von Tangermünde entfernt (vielleicht ist ja Tangermünde etwas bekannter), liegt praktisch auf der Strecke, die wir immer gern benutzt haben, wenn wir uns zu einem Besuch Richtung Magdeburg auf den Weg gemacht haben.

00-DSC01729

Kloster Jerichow

Nun endlich haben wir uns Kloster Jerichow auch ganz aus der Nähe angeschaut. Dieses Mal war unser Ziel direkt das ehemalige Kloster unweit der Elbe, denn seit Schwiegermutters Tod vor zwei Jahren zieht es uns eher selten noch in diese Richtung. Der Ausflug jedoch hat sich durchaus gelohnt. Kloster Jerichow hat uns nicht enttäuscht.

Es wurde übrigens 1144 als Prämonstratenserstift gegründet und vier Jahre nach seiner Gründung an seinen heutigen Standort verlegt. Um den Zeitpunkt seiner Verlegung wurde auch mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Fertiggestellt wurde das gewaltige Bauwerk aber erst 1250.
Interessant ist vielleicht noch, dass Kloster Jerichow, auch wenn das gesamte Gebäude-Ensemble klösterlichen Charakter trägt, nie im eigentlichen Sinne ein Kloster war.  Die Prämonstratenser lebten und wohnten nicht ausschließlich im Kloster. Sie hatten sich vor allem der Mission und der Seelsorge verschrieben, waren also zum großen Teil außerhalb des Klosters tätig.

Während des 30jährigen Krieges hatte der Klosterbau arg zu leiden, z.T. wurde er regelrecht verwüstet. Auch während des 2. Weltkrieges erlitt der Bau erneut starke Beschädigungen.
Ab Mitte der 50er Jahre bis etwa 1960 begann man, erstaunlicherweise also bereits zu DDR-Zeiten, mit einer Instandsetzung der Kirche. Doch letztendlich waren die Schäden so gewaltig, dass man sich 1998 gezwungen sah, die Anlage vorerst baupolizeilich zu sperren.
In den Folgejahren wurden dann vom Land Sachsen-Anhalt nicht unerhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, um das Kloster wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Und dieser neue Glanz steht dem gesamten Kloster-Ensemble ausgezeichnet.
Gefunden habe ich diese geschichtlichen Eckpunkte über Kloster Jerichow übrigens hier. Wer also gern noch ein wenig mehr darüber lesen möchte, der kann gern auch dort noch einmal schauen.

Wir Silberdistels waren sehr angenehm überrascht von dem, was wir vorfanden. Aus Klosterkirche, dazugehörigen Gebäuden und dem Klostergarten ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Es lohnt sich, dort einmal reinzuschauen und sich mit eigenen Augen zu überzeugen.

Aber nun genug der Vorrede, ab ins Kloster! Wobei … erst einmal mussten wir natürlich einen kleinen Obolus löhnen, bevor wir wirklich hinein durften. Nebenher kam ich natürlich genau dort an der Kasse auch wieder einmal nicht an den angebotenen Büchern vorbei. So wanderte, wer hätte es gedacht, ein Kochbuch mit alten Rezepten in meinen Rucksack. Ich habe ja bisher auch kaum Kochbücher 😉

Aber nun wirklich los und auf ins Kloster!

02-DSC01621

Was wandelt denn dort hoch oben auf einem der Hausdächer?

Auf einem der Dächer der Häuserreihe links von uns fallen mir unterwegs zum Eingangsbereich der Klosteranlage zwei witzige Figuren auf. Es ist zwar helllichter Tag, aber wahrscheinlich wandeln sie immer – unabhängig von Tages- oder Nachtzeit.
Wenig später stehen wir vor dem Eingang zum Klosterbereich – kein Kartenabreißer weit und breit, kein Chipkontrolleur. Selbst sind hier Mann und Frau und müssen Avtomat bedienen können.

01-DSC01894

Dann also los – auf ins Kloster!

Herr Silberdistel hat zunächst ein kleines Problem mit dieser Automaten-Hürde, denn ohne die richtige Brille ist hier der Tastsinn gefragt. Man muss nämlich einen Chip, den wir an der Kasse bekamen und der mit mehreren Rillen versehen ist, in die richtige Position bringen, erst dann passt er in den Automaten, der schließlich die Eingangsschleuse zum Klosterbereich öffnet. Doch wir packen das Problem noch recht schnell, zumal von der anderen Schleusenseite hilfreiche Tipps kommen. Aber ich bin sicher, wir hätten es auch früher oder später allein geschafft 😉

Bevor wir uns nun zur allgemeinen Klostereinstimmung erst einmal ins Museum aufmachen, muss mein Gärtnerauge den hübschen Steingarten im Innenhof an der Geist-Brennerei bewundern. Aber dann geht’s hinein ins Museum. Dort gibt es allerlei Interessantes rund ums Kloster zu sehen – nicht nur Kirchenglocken und diverse Tonscherben. Vielleicht schaut Ihr ja irgendwann einmal selbst hinein. In der Bilderschau gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die Museumsluft.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Nach dem Museumsrundgang locken uns unsere Mägen mit unwiderstehlicher Gewalt in den Klostergarten. Ein Wegweiser sagt nämlich, dass es dort nicht nur Garten, sondern auch ein Café geben soll. Scheinbar können Mägen lesen und vor allem dulden sie keinen Widerspruch 😉

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Letztendlich sind wir rundum zufrieden. Kaffee, Cappuccino und Torte haben gehalten, was sie zu versprechen schienen. Sie waren äußerst lecker und der Klostergarten gab zu Speis und Trank mit dem buntem Vogelgezwitscher rundum aus all dem Grün und dem Blick aufs Storchennest hoch über uns auf dem Schornstein unseres urigen Cafés eine wunderbare Atmosphäre.  So ist Entspannung pur.
Und als ich im Gemüse- und Kräutergarten ein wenig später auch noch für meinen Garten zuhause fündig werde, könnte ich den Tag bereits als nahezu perfekt gelungen einordnen.
Aber wie es so ist, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber erst einmal war ich des Lobes voll und bereits wieder voller Tatendrang, denn dort hinten harrte unserer noch ein Backsteinmuseum.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Nach dem Backsteinmuseum fehlt uns nun nur noch der Blick ins eigentliche Heiligtum – in die Klosterkirche. Mich interessiert zuvor natürlich noch einmal der Steingarten, den ich gleich zu Anfang unseres Rundgangs bewundert habe. Und während ich dort die Pflanzen anschaue, bemerke ich plötzlich gegenüber an der Hauswand einen Spatzen und ein Loch in der Wand, in dem Vater Haussperling kurz darauf verschwindet. Ich sehe gerade noch sein fedriges Hinterteil weghuschen und schon klingt lautes Babyvogelgeschrei von der Wand zu mir herüber. Da habe ich also eben den Eingang zu einer Spatzenkinderstube entdeckt. Wenig später taucht auch Mama Haussperling auf, um die Kinder zu versorgen. Was für eine nette Begebenheit nebenbei. Klosterleben kann doch so vielseitig sein.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Zeit für den Kirchgang! Ich bin gespannt, was uns dort erwartet. Herr Silberdistel ist mir wieder einmal etwas voraus und wandelt bereits unter Gewölben dahin. Nur schnell hinterher, damit wir nichts verpassen!

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Beeindruckend, was wir zu sehen bekommen! Gewaltig, diese Höhe. Wie unscheinbar klein man sich doch vorkommt angesichts solcher unendlich erscheinender Höhe und wie spannend muss es gewesen sein, so etwas entstehen zu lassen.
Die Klosterkirche Jerichow gehört übrigens zu einem der ältesten Backsteinbauten Norddeutschlands. Wie schön, dass man ihr mit viel Geld, Mühe und Liebe wieder zu ihrer alten Pracht verholfen hat.

Nicht nur uns hat es in Jerichow gefallen. Auch die Störche scheinen sich dort wohlzufühlen. Wir entdecken auf einem Gebäude noch eine weiteres Storchennest und das, so finden wir, ist ein guter Abschluss für unseren Klosterbesuch.

Glücklich und zufrieden mit den gelungenen Tag machen wir uns wieder auf den Heimweg und dort spuckt uns dann unsere Torty in die Suppe dieses ansonsten so schönen Tages. Unser pelziges Dreigestirn will nämlich noch einmal hinaus in den Garten, als wir wieder daheim aufschlagen. Natürlich gönnen wir ihnen das, mussten sie doch bis dahin den ganzen Tag im Haus ausharren.
Ja, und dann, dann, dann verschwindet Torty spurlos

Das haben wir am 2. August letzten Jahres erfahren, als wir mit unserer Enkeltochter den Vogelpark Marlow erkundeten. Dort gibt es eine gar nicht mal so kleine Storchenkolonie. Und die Störche waren auch die ersten Vögel, die uns bereits begrüßten, als wir noch nicht einmal die Eintrittskarten für den Marlower Vogelpark gelöst hatten.

00-pic_4983

Sie drehten hoch über dem Vogelparkgelände ihre Runden und stimmten uns so auf genau die Lebewesen ein, die wir an diesem Tag besuchen wollten und die Weißstörche waren auch die ersten Vögel, die wir im Park bewundert haben, weil sie ihr Hauptdomizil gleich in der Nähe des Eingangs zum Vogelpark haben. Man stolpert also fast über sie 😉
Neben den vielen Vertretern aus der bunten Vogelwelt kann man in Marlow aber auch Affen, Präriehunde, Alpakas, Kängurus, verschiedene Haustierrassen und mehr bewundern und Menschen, jede Menge Menschen. Für Abwechslung ist also gesorgt – sogar in fast jeder Hinsicht. Es wird nicht nur fürs  Auge gesorgt, auch der Magen wird nicht leer ausgehen und für die kleinen Besucher gibt es noch ein wenig mehr Action, als nur Vögel zu begucken.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

So manches Kinderherz wird sicher bereits höher schlagen, wenn es nur aus der Ferne das tolle Piratenschiff sieht. Unsere Enkelin war dann auch für eine ganze Weile in diesen wundersamen Abenteuerspielplatz abgetaucht. Aber auch sonst gibt es viele fantastische Spielplätze im Marlower Vogelpark. Da kommt kein Kind zu kurz und ich vermute, auch so mancher Erwachsene nicht.
Und wer an kalten Tagen am Ende ganz furchtbar durchgefroren sein sollte, der kann sich im kleinen, aber feinen Tropenhaus wieder aufwärmen und nebenher tropische Pflanzen, Vögel, Fische und Schildkröten anschauen.
Also, nichts wie rein in den Vogelpark Marlow  und damit hinein in meinen zweiten Beitrag gegen das hässliche Wintergrau da draußen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

… ob das dann so, wie unten auf den Fotos zu sehen, die richtige Variante ist? Ich bin mir da nicht ganz so sicher. Der Storch jedoch, den Familie Hummel während ihres Nordseeurlaubs beobachten konnte, war wohl fest der Meinung, einen guten Standort für seine Sommerlaube gefunden zu haben. Sicher befand er sich in dem guten Glauben, eine superhübsche Störchin damit beeindrucken zu können. Unermüdlich stapelte er Stöckchen für Stöckchen auf den Kranausleger, und damit es im Nest später nicht so zugig ist und natürlich auch gemütlich weich sein wird, schaffte er fleißig weiteres Material zum Auspolstern hinauf in sein neues Zuhause. Nur, ob Meister Adebar bei seinen Baumaßnahmen bedacht hatte, dass sein Storchenhaus auf einem Kran steht und dass ein Kran eigentlich ganz andere Aufgaben hat, als ausgerechnet einem Storchennest als Baugrund zu dienen? Ein storchenbegeisterter Kranführer könnte doch ganz sicher dafür Sorge tragen, dass dem verirrten Adebar ein Ersatzturm für ein richtig schönes Storchenheim neben den Kran gestellt wird. Wäre das nicht eine echt edle Tat?

Als ich diese mich irgendwie berührenden Fotos von Familie Hummel sah, schlug mein Herz sofort für den armen Storch und mir kam spontan die Idee mit einem Ersatzturm für den Adebar. Natürlich gäbe es neben einem Ersatzstorchenturm noch die Variante, den Kran erst nach dem Storchensommer wieder zu benutzen, wenn Familie Storch gemeinsam gen Süden gezogen ist. Wir Silberdistels haben vor einigen Jahren bereits ähnliche Opfer gebracht. Nun gut, wir mussten nicht gerade einen Sommer lang einen Kran stilllegen, aber immerhin konnte ein Boot nicht pünktlich zur Paddelsaison zu Wasser gelassen werden. Eine Amselfamilie war nämlich in das Paddelboot unserer Tochter, das sein Winterlager in unserem Garten hatte, eingezogen. Wir Silberdistels fühlten uns von den Amseln zwar ein wenig erpresst, sahen es gar als Hausbootbesetzung an, ließen dennoch der Familie Amsel den gewählten Nistplatz. Hier der Beweis – „Amseln im Hausboot“.  Also, was Silberdistels für eine Amselfamilie taten, könnten Kranführer doch ebenso für eine Storchenfamilie tun 😉

Mein herzlicher Dank geht noch einmal an Frau Hummel für die Bilder, die sie mir für meinen heutigen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Für Diashow eines der Bilder anklicken!

Sie ist wieder da – die Zeit der Störche. Am letzten Dienstag war ich auf der B 105 mit dem Auto in Richtung Wismar unterwegs. In dem kleinen mecklenburgischen Ort Neubukow machte ich einen kleinen Zwischenstopp. Ich brauchte für einen Besuch ein kleines Mitbringsel und hatte dabei an einen Blumenstrauß gedacht. In dem an der Hauptstraße gelegenen Blumenladen hatte ich schon öfter einmal ein nettes kleines Sträußchen gekauft. Sicher würde ich auch dieses Mal etwas meinen Wünschen Entsprechendes bekommen. Natürlich wurde ich nicht enttäuscht. Als ich gerade wieder mit meinen Blumen in der Hand ins Auto steigen wollte, nahm ich am Himmel schräg über mir eine Bewegung wahr. Dort kreiste ein relativ großer Vogel. Ein Kranich gar? Größe und Flugbild deuteten beim ersten flüchtigen Hinsehen tatsächlich auf einen Kranich hin. Die Vögel waren schon eine ganze Weile wieder aus ihren Winterquartieren zurück und in letzter Zeit öfter einmal am Himmel zu sehen. Also war die Vermutung, einen Kranich am Himmel über sich zu haben, nicht so sehr unwahrscheinlich. Bei genauerem Hinschauen erkannte ich dann jedoch einen Storch, der kreisend über dem kleinen Ort dahinsegelte. Ob er auf der Suche nach einem geeigneten Nistplatz war oder gar auf Partnersuche? Wie meistens, wenn ich unterwegs bin, hatte ich auch dieses Mal eine Kamera dabei. Es war zwar nur die Notfallkamera, aber immerhin eine Kamera, die gute Bilder macht und die mir lange Zeit treu und zuverlässig gedient hatte. Schnell holte ich sie hervor und richtete sie auf den über mir kreisenden Storch. Einige wenige Bilder waren gerade noch so möglich, dann zog der Storch in südlicher Richtung davon und verschwand schließlich ganz aus meinem Blickfeld. Wenig später fuhr ich durch Nantrow, ein kleines Dorf, das vielleicht zumindest den Mecklenburgern durch seine Windmühle bekannt sein dürfte. Es liegt kurz vor Wismar, aus Rostock kommend, linkerseits der B 105. Die Mühle ist von der Straße aus keineswegs zu übersehen, und ich freue mich jedes Mal, wenn ich an ihr vorbeifahre darüber, dass es dieses wunderschöne Schmuckstück immer noch gibt. Als mein Blick nun, als ich durch Nantrow fuhr, wie schon so viele Male wieder in Richtung Mühle fiel, sah ich meinen zweiten Storch an diesem Tag am Himmel kreisen – ein Zeichen für mich, dass nun wohl auch hier oben an der Küste die Zeit der Störche angebrochen ist. Ist es nicht schön, dass diese hübschen Vögel wieder bei uns sind, um Hochzeit zu machen, Junge aufzuziehen und den Sommer mit uns zu verbringen?

Meine Fahrt am späten Nachmittag zurück nach Hause wurde zusätzlich zu meiner großen Freude über die beiden Störche von einem weiteren schönen Erlebnis, einem wundervollen Abendrot, gekrönt und machte so das Erlebnis vom Vormittag vollkommen. Ich konnte nicht anders, als mich im Seitenspiegel meines Autos ein herrlich roter Himmel anleuchtete, ich musste meine Fahrt ganz einfach unterbrechen, um den fantastischen Himmel ganz in Ruhe betrachten zu können. Ein paar Fotos sind dabei natürlich auch entstanden. Viele Minuten stand ich im Halbdunkel am Straßenrand und bewunderte die sich von Minute zu Minute ändernden herrlichen Rottöne der untergehenden Sonne. Wie schnell mitunter Schönes vergeht, merkte ich wenige Augenblicke später, als es zu regnen begann und ein unangenehm böiger Wind aufkam, der die letzten Kilometer auf der Landstraße nicht gerade angenehm machte. Aber die Erinnerung an die beiden Störche vom Morgen und das herrliche Rot vom Abend ließen den Regen fast nebensächlich erscheinen und irgendwie ist auch er ein Stückchen Natur, das mit zu unserem Leben gehört. Was wären wir letztendlich ohne dieses belebendes Nass?

Für Diashow eines der Bilder anklicken!

Auch wenn die Vorstellung von einem Urlaub, der nur im Bett stattfindet, sich im ersten Moment gar nicht einmal so übel ausnimmt, mussten die Silberdistels feststellen, dass es Erstrebenswerteres im Leben gibt. Da war doch, kaum dass die Silberdistels ihren diesjährigen Wanderurlaub begonnen hatten, völlig unerwartet dieser Herr Virus bei ihnen aufgetaucht, ein ganz fieser und hinterhältiger Geselle. Er hatte die Silberdistels mit Fieber, Husten und Schnupfen hinterrücks überfallen und sie kurz und bündig ans Bett gefesselt. Dann setzte er sich entspannt auf den Bettrand und beobachtete das Werk des Fiebers und das der beiden Herren Schnupfen und Husten. Zwar bemühten sich die Silberdistels, tapfer gegen ihre Peiniger anzukämpfen, berauschende Ergebnisse erzielten sie jedoch nicht. Herr Virus stellte sich nämlich als ganz schön hartnäckiger Gegner heraus, der sein Handwerk beherrschte. Er ließ nichts unversucht, um seine Opfer im Bett zu halten. Immer wieder feuerte er Fieber, Schnupfen und Husten zu neuen Taten an und wies sie auf die Schwachstellen der Silberdistels hin. Je fleißiger die Nasen der beiden Kranken liefen, je krächzender sich der Husten äußerte und je fleißiger das Fieber in die Höhe kletterte, umso mehr war der Virus des Lobes voll. Da konnten die Silberdistels noch so viele Fieber senkende, Husten und Schnupfen vertreibende Mittelchen in sich hineinschütten, dieser überhebliche Virus hatte stets die besseren Karten parat und ließ die Kranken weiter leiden. Nach fast einer Woche bösen Spiels schienen die Silberdistels mit ihren Verbündeten aus der Apotheke etwas Boden gutzumachen. Dem Fieber schien durch die ständige Gegenwehr langsam der Atem auszugehen. Andererseits war es ihm offensichtlich auch irgendwie zu langweilig im Bett der Silberdistels geworden. Hier gab es nicht Neues mehr, keinerlei Action, nur Schnupfen und Husten und die gingen dem Fieber mit ihrer Eintönigkeit inzwischen auch auf den Keks. Dieses Schniefen und Prusten und Husten nervte ganz einfach nur noch. So verabschiedete es sich kurz und bündig, um sich irgendwo ein neues Opfer zu suchen. Egal, ob der Virus da hinter ihm herrief, es solle gefälligst bleiben. Auch ein Fieber will irgendwann einmal ein selbstbestimmtes Leben führen. Jawoll!  … und weg war’s. Husten und Schnupfen allerdings schienen im Wettstreit miteinander zu stehen. Einer war immer eifriger als der andere, sie liefen zu wahrer Hochform auf und ließen sich so gar nicht vertreiben. Der Husten bemühte sich doch tatsächlich ganz ernsthaft darum, sich zu einer bösen Bronchitis zu steigern und der Schnupfen grübelte darüber nach, wie er am besten von den Neben- und Stirnhöhlen der Silberdistels Besitz ergreifen könnte. Als den beiden Leidtragenden klar wurde, was Virus und Konsorten im Schilde führten, warfen sie am Sonntagmorgen kurzerhand das Urlaubshandtuch, packten die Koffer und fuhren in Richtung Heimat davon, natürlich das Nerv tötende Krankengesindel mit an Bord. Das ließ sich einfach nicht abschütteln. Die Silberdistels hatten beschlossen, dem Pack jetzt mit fachärztlicher Hilfe zu Leibe zu rücken. Sie selbst waren mit ihrem Latein am Ende. Jetzt musste ein Arzt her, der Arzt ihres Vertrauens, und den gab es nur zuhause, in der geliebten heilenden Heimat mit dem salzigen Meerduft, der sicher schon allein wahre Wunder bewirken würde, so die Hoffnung der Silberdistels.

Erschöpft, ermattet und ermüdet, hustend und schniefend und irgendwie auch ein bisschen traurig wegen des abgebrochenen Urlaubs trafen die kranken Silberdistels am späten Nachmittag in ihrem Zuhause ein. Zwei Katzen umschwärmten liebevoll schnurrend ihr so unendlich vermisstes Personal und zwinkerten verschmitzt Herrn Virus zu. Als die Silberdistel diesen Blickwechsel beobachtete, kam ein seltsamer Verdacht in ihr auf. Steckten die Katzen etwa mit diesem Krankengesindel unter einer Decke? Hatten sie den Silberdistels den Virus samt Husten und Schnupfen auf den Hals gehetzt, damit das Personal möglichst schnell wieder nach Hause käme? Als die Silberdistel ihre Herrschaft danach befragen wollte, spazierten die Pelzträger hocherhobenen Schwanzes in den Garten davon und taten so, als hätten sie nichts gehört. Verwirrt schaute die Silberdistel ihnen hinterher, beschloss dann aber, nicht weiter darüber nachzudenken, lieber die Beine hochzulegen und den eben gekochten Erkältungstee auf sich und die Herren Schnupfen und Husten wirken zu lassen und sich von diesem schrecklichen und anstrengenden Wanderurlaub zu erholen.

Trotz gewisser Schwäche konnte die Silberdistel ihre Kamera halten und während der Fahrt um sich knipsen. Ganz gelb war die Welt, die sie entdeckte. Mit diesen Bildern endet ein außergewöhnlicher Urlaub, der bei den Silberdistels sicher nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird.

Für Diashow eines der Bilder anklicken!

Hier sind sie, wie versprochen, die Störche, die wir in dem kleinen Ort Mesendorf entdeckten, als wir Silberdistels uns am Dienstag der vorigen Woche von einem Kurzbesuch in Magdeburg wieder auf den Heimweg in den Norden machten. Mesendorf liegt an der B 107 im Bundesland Brandenburg. Ganz in der Nähe gibt es das Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg. Vielleicht haben Eisenbahnfans davon schon einmal gehört. Aber zurück zu den Störchen. Die Mesendorfer sind sicher ganz stolz auf ihre Störche, denn lässt sich ein Storchenpaar auf einem Haus nieder, ist dort auch das Glück zuhause, so sagt der Volksmund. Die Anwesenheit eines Storches soll das Haus vor Blitzschlag schützen. Störche würden sich nie an einem Ort niederlassen, an dem ein Blitz einschlagen könnte. Wer also würde da nicht voller Stolz zu seinen neuen Mitbewohnern aufsehen und ihnen den Platz auf dem eigenen Haus von Herzen gönnen, einmal ganz abgesehen davon, dass man die Möglichkeit hat, die Aufzucht der Storchenkinder quasi von einem Logenplatz aus beobachten zu können? Von etwa Anfang April bis Ende August beehren uns die großen Schreitvögel mit ihrer Anwesenheit. In dieser Zeit ziehen sie in der Regel drei bis vier Storchenkinder groß. Die schönste Musik für einen Storchenliebhaber ist wohl das weithin hallende Schnabelklappern. Nicht umsonst heißen die Weißstörche im Volksmund auch Klapperstörche. Sie klappern zur Balz, zur Begrüßung des Partners, aber auch zur Verteidigung von Horst und Futter. Auf ihrem Speiseplan stehen neben Regenwürmern Fische, Reptilien, Amphibien und sogar kleine Mäuse. Wir haben es also hier nicht mit einem Pflanzenfresser zu tun. Um den Nachwuchs großzuziehen, müssen die beiden Adebars eine ganze Menge an Würmern, Fröschen, Mäusen oder anderem Kleingetier fangen. Erst nach acht langen Wochen sind die kleinen Störche flügge und Ende August wird schon wieder für die Afrikareise gerüstet. Das Jungvolk sammelt sich zum Ende des Sommers auf den Feldern zu Trupps zusammen und zieht noch vor den Altvögeln in Richtung Süden davon. Eine gute Woche später folgen die Alten den Jungen auf ihre lange Reise bis hin nach Südafrika. In der Regel beziehen die Altvögel ihren einmal besetzten Horst immer wieder. Man kann also im darauffolgenden Jahr fast sicher sein, wenn man einmal einen bewohnten Horst auf seinem Haus hatte, alte Bekannte begrüßen zu dürfen, und es ist doch bestimmt ein schönes Gefühl, wenn man sagen kann: „MEINE Störche sind wieder da!“

Für Diashow eines der Bilder anklicken!

Nicht nur Amsterdam ist ein Tulpenparadies, ich habe jetzt kürzlich eins in Magdeburg entdeckt – auf dem Mittelstreifen einer vielbefahrenen Hauptstraße. Die kleinen Bäume, gerade eben neu in Form geschnitten, sahen hübsch und frisch frisiert aus, und unter ihnen waren jeweils diese herrlichen Tulpen versammelt. Der blühende Löwenzahn, der die ganze Rasenfläche drum herum bevölkerte, tat sein Übriges, um mitten hinein in eine Großstadt ein herrliches Fleckchen Natur zu zaubern. Ringsum toste der Verkehrslärm, rasten Autos, rasten Motorräder und eine Silberdistel schaute mit leuchtenden Augen auf diese Insel voller Schönheit. Ich musste ihn mitbringen, diesen Augentrost inmitten von Asphalt und Blechlawinen. Ist er nicht wunderhübsch?

Später, auf dem Heimweg in den Norden, entdeckte ich noch einiges mehr am Wegesrand, was vielleicht nicht nur MEINE Sinne verzauberte – einen Storch, eine Katze, eine blühende Magnolie und noch einmal Störche. Aber die, die präsentieren sich hier erst am Montag. Sie sind derweil noch mit der Schönheitspflege beschäftigt. Es dauert halt ein wenig.  Da sind wichtige Fragen zu klären. Was zieht man an, wie kämmt man das Gefieder? Schließlich zeigt man sich der Öffentlichkeit, auch Störche sind ein wenig eitel 😉

Für Diashow eines der Bilder anklicken!