Mit ‘Stoltera’ getaggte Beiträge

Fast auf den Tag genau vier Monate ist es her, dass ich das letzte Mal an der Ostsee war, wobei … damals war ich sogar auf ihr unterwegs. Ich berichtete hier von der recht stürmischen Fahrt zur Insel Poel und zurück zum Wismarer Hafen. So lange ist das bereits her?
Es wurde also Zeit, der Ostsee wieder einmal in ihr nasses Angesicht zu blicken – am besten vom Strand in Warnemünde aus.
Als ich am Mittwoch vor Ostern endlich einen erneuten kleinen Strandspaziergang in Warnemünde unternahm, ahnte ich noch nicht, dass uns hier an der Küste noch einmal ein Wintereinbruch bevorstehen würde. Gut, es war an jenem Tag nicht gerade frühlingshaft warm, aber die Vorbereitungen, die am Strand liefen, ließen doch eher an die Eröffnung der Badesaison denken als daran, dass man für eine Strandwanderung zu Ostern mit Skiern wesentlich besser ausgerüstet sein könnte als mit Wanderschuhen oder Gummistiefeln.

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Die Strandzugänge wurden nämlich bereits mit den hölzernen Stegen für die Sommersaison ausgestattet. Ich durfte gleich einen der Stege testen, als ich meinen Spaziergang begann.

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Apropos Badesaison … sie wurde an dem Tag in der Tat eröffnet. Es stürzte sich nämlich just zu dem Zeitpunkt, als ich am Strand entlangspazierte, eine mutige Badenixe in die recht bewegten Fluten. Ob sie wohl am schneereichen Osterwochenende auch ihr Seebad genommen hat? Aber einen echten Eisbader hält auch kein Schnee zurück. Und wie ich weiß, badet die Dame den ganzen Winter hindurch in der salzigen See.

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Die Badenixe hatte übrigens reichlich Zuschauer. Ich vermute mal, in Warnemünde waren bereits die ersten Osterurlauber unterwegs. Der kleine Küstenort hat ihnen über die Feiertage auch tatsächlich etwas Besonderes geboten – mit seinem ausnahmsweise einmal etwas anderen weißen Strand. Ein Ostseeurlaub zu Ostern kann halt mitunter, so wie in diesem Jahr, auch in einen kleinen Winterurlaub ausarten. Die See ist eben immer wieder einmal auch für ganz spezielle Überraschungen gut.
Aber es waren nicht nur Urlauber unterwegs, es gab noch zahlreiche andere Strandbesucher zu beobachten.
Neben solchen Einheimischen wie mich, die mit der Kamera Strand, Sand, Muscheln und mehr außer dem Meer einfingen, konnte man noch andere Einheimische entdecken.

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Eine dieser Einheimischen war noch eifriger auf Muscheln bedacht als ich. Sie fischte allerdings nicht mit der Kamera, sie tat’s mit einem viel effektiveren Utensil. Sie hatte einen Schnabel dabei. Und damit war sie recht erfolgreich, wie ich beobachten konnte.

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Aber geknackt wurde die Meeresfrucht nicht von der emsigen Muschelfischerin. Sie wanderte als Ganzes in den Möwenmagen. Das fand zumindest ich recht erstaunlich, dachte ich doch bisher immer, dass die Muscheln vor dem Verzehr geöffnet werden.

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25-Der Leckerbissen wird gleich als Ganzes hinuntergeschlungen

Man kann also sogar von Möwen dazulernen, wenn es um kulinarische Spezialitäten geht 😉

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26-Und schon ist die Miesmuschel in der Silbermöwe verschwunden

So, genug anderen beim Essen zugeschaut. Mir knurrte inzwischen auch der Magen. Außerdem war ich auch ein wenig durchgefroren. Also ging es wieder Richtung Strandzugang. Noch einmal wanderte mein Blick nach Westen zur Stoltera, dann in östliche Richtung zur Warnemünder Westmole.
Genug Seeluft geschnuppert. Ich kehrte der See den Rücken zu und tapste über einen sandigen Strandzugang, der noch auf seinen Holzsteg wartete, zurück zur Promenade.
Dort empfing mich lautes Gezwitscher. Ein Trupp Spatzen saß im noch fast kahlen Sanddorn und plauderte über die neuesten Ereignisse aus dem Spatzenalltag.
Zwischen zwei Sanddornsträuchern war in der Ferne der alte Warnemünder Leuchtturm zu sehen. Sieht er nicht aus, als würde er in den Dünen wachsen?
Noch einmal blickte ich hinunter zur Ostsee, schenkte dem Leuchtturm einen letzten Blick und verabschiedete mich damit bis zum nächsten Mal vom Warnemünder Strand.

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Was mich betrifft, denke ich bei blauem Meer und Segelbooten unbedingt und immer in erster Linie an Warnemünde. Gerade war wieder die „Warnemünder Woche„, die in erster Linie ein Highlight für die Freunde des Segelsports ist. Gestern war der letzte Tag dieser traditionsreichen Veranstaltung. Immerhin fand sie nun schon zum 79. Mal statt. Vom Wetter her war sie sicher wieder einmal nicht ganz optimal. Es kleckerte sich recht durchwachsen dahin, mitunter goss es sogar recht heftig. Aber im Grunde genommen hätte es auch noch wesentlich schlimmer kommen können. Die Segler allerdings hatten, was sie brauchten – kräftigen Wind. Immerhin gab es schon Warnemünder Wochen, wo vom Wind weit und breit nichts zu merken war, wo sozusagen Flaute herrschte. So betrachtet können wir vielleicht doch ganz zufrieden sein. Und da in dieser Woche der Wassersport im Vordergrund steht, sollte man also nicht so empfindlich sein, wenn der Wettergott auch von oben noch ein bisschen mehr Wasser dazu schüttet. Das sollte man dann ganz einfach mit Humor nehmen.

Am Montag vor einer Woche hatte ich rein zufällig in Warnemünde einen Termin. Und wenn ich schon einmal dort bin, muss ich natürlich auch einen Blick auf die See werfen. Ohne geht das gar nicht. Das könnte ich mir nie verzeihen.

Fototechnisch war ich allerdings nicht optimal ausgerüstet, denn ursprünglich hatte ich gar nicht vor, Bilder zu machen. Wenn Badesaison ist, verkneife ich mir Fotos am Strand gewöhnlich. Aber der Tag war recht kühl und der frische Wind ließ alles noch wesentlich kühler erscheinen. Badegäste waren nur wenige zu sehen und so zückte ich dann doch meine kleine Immer-Dabei-Kamera. Ich dachte mir, ich bringe Euch, wo die Gelegenheit gerade so günstig ist, einfach  ein wenig Urlaubsfeeling mit und sogar viiiiiiel Platz am Strand. Es gab fast freie Auswahl an Strandkörben. Die scheinbare Leere am Strand relativierte sich wieder, wenn man aufs Wasser schaute. Dort war ganz schön viel Getümmel. Ich denke, zumindest die Segler hatten an diesem Tag ihren Spaß – außer mir natürlich. Das Wasser war übrigens angenehm warm. Aber vielleicht erschien es mir auch nur so, weil die Luft so frisch daher wehte.

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Natürlich habe ich das Wasser getestet, denn das gehört ja wohl dazu, wenn ich hier schon Urlaubsfeeling verbreiten will. So, dann also hinein ins Vergnügen – Schuhe aus und wenn auch nicht ins Wasser, dann wenigstens rein in den angenehm warmen Sand, denn warm war er trotz des kühlen Tages. Die Sonne wusste natürlich, dass die Silberdistel kalte Füße so gar nicht mag und dass sie deshalb den Sand für ihren Gast aufwärmen musste. Danke, liebe Sonne, ich mag Fußbodenheizung. Du hast das perfekt hinbekommen 😀

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Sicher erinnert Ihr Euch an meinen Beitrag „Stürmische Grüße“ aus der „Blauen Serie“.

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Die Ostsee – wild und schön

Ich denke schon. Oder? Er ist ja auch gerade erst erschienen – fast könnte man sagen – zwischen zwei Übeln. Gut, ein bisschen Herbstfeeling war auch noch zwischen den Übeln zu sehen. Aber lange ist es noch nicht her, als hier wieder einmal mein Meer zu sehen war.

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Die Buhnen machten ihrem Wellenbrecherdasein an diesem Tag alle Ehre

Ich möchte mit Euch heute noch einmal dorthin zurückkehren und eine ganz besondere Entdeckung mit Euch teilen. Ich hatte meinen kleinen Spaziergang am Warnemünder Strand schon fast beendet, schaute noch ein wenig den Wellen zu, die über die hölzernen Buhnen spritzten …

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Für den Surfer gab es an diesem Tag ordentlich Wind für sicher exzellenten Spaß

… und natürlich dem wagemutigen Surfer und machte mich dann wieder auf in Richtung Strandzugang, um auf die Promenade am Strandweg zu wechseln.

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Westlich von Warnemünde liegt die Stoltera mit ihren bizarren Steilwänden

Vom Rande der Dünen aus blickte ich noch ein letztes Mal für diesen Tag den Strand entlang und hinüber zur Steilküste, die westlich von Warnemünde in der Ferne zu sehen ist. Ich nahm den schönen Anblick nicht nur in Gedanken mit, sondern auch auf dem Speicherchip meiner Kamera. So kann ich auch zuhause im warmen Kämmerlein meinen Strandspaziergang nach Lust und Laune wiederholen.

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Die Dünen dürfen nicht betreten werden, sind deshalb ein wenig abgezäunt

Wenig später drehte ich mich um und wechselte vom feinen Sanduntergrund auf den Holzsteg über, der noch als eines der letzten Überbleibsel vom Sommer an die Badesaison und die vielen Sommergäste erinnerte. Er führte mich zwischen den Dünen entlang zurück auf die Promenade und somit auch wieder in den Strandweg, in dem mein Auto auf mich wartete.

Sanddorn wächst fast überall in den Dünen

Sanddorn wächst fast überall in den Dünen

Ich freute mich dieses Mal richtig auf meinen fahrbaren Untersatz. Seine Heizung würde mir Wärme spenden und meine kalten Finger sicher schnell wieder auftauen. Es war fast winterlich kalt an diesem Tag und ich war doch ziemlich durchgefroren. In den Sträuchern neben der Promenade tummelten sich laut lärmend zahlreiche Spatzen, die mir mit ihrem munteren Treiben auch das letzte Stück meines Spazierganges noch verschönten.

In den Sträuchern am Rand zwischen Promenade und Dünen ist reger Betrieb

In den Sträuchern am Rand zwischen Promenade und Dünen ist reger Betrieb

Ganze Spatzenfamilien schienen sich hier versammelt zu haben. Auch einige Amseln waren im Sanddorn unterwegs und verkosteten die saftigen Beeren.

Was ist das für ein kleiner Prinz?

Was ist das für ein kleiner Prinz?

Plötzlich vernahm ich ein etwas anderes Piepsen, ein Piepsen, das ganz sicher weder Spatzen noch Amseln zuzuordnen war. Ich blieb stehen und schaute aufmerksam in Richtung der Vogellaute und dann sah ich es – ein winziges Vögelchen. Es hatte, wie mir schien, eine kleine goldene Krone auf dem Kopf. War es etwa ein verwunschener Prinz? Was für ein kleines flinkes Kerlchen da im Gesträuch herumwuselte. Pickte es Insekten oder naschte es wie die Amseln von den so hübsch leuchtenden Sanddornbeeren? Was es letztendlich pickte, konnte ich nicht ausmachen, aber wer sich hinter dem kleinen Prinzen versteckte, das konnte ich dann doch erkennen. Nein, es handelte sich bei dem kleinen Federball nicht um einen Zaunkönig, wobei der ja nicht einmal eine Krone trägt. Der bildet sich höchstens ein, der König auf dem Zaun zu sein. Hier hüpfte vor meinen Silberdistelaugen ein Wintergoldhähnchen durchs Geäst und zwar unwahrscheinlich flink. Ob mir einige Fotos gelingen würden? Es war gar nicht so einfach, das winzige Kerlchen gegen den hellen Hintergrund und im verwirrenden Geäst des Sanddorns auszumachen. Doch ein paar Mal war der kleine Federball so lieb, einen Sekundenbruchteil länger auf einem Ast zu verweilen und mich freundlich anzuschauen, sodass ich am Ende doch einige passable Bilder mit nach Hause nehmen konnte. Sieht es nicht wirklich aus, als trüge der kleine Prinz eine winzige Krone? Dieser flauschige Wicht war ein wundervoller Abschluss für meinen Strandspaziergang und weil ich so stolz darauf bin, dass er mir am Ende doch einige Fotos erlaubte, soll er selbstverständlich einen extra kleinen Beitrag in meiner „Blauen Serie“ bekommen, obwohl er selbst ja alles andere als blau ist. Es sei denn, er hat von den Sanddornbeeren genascht, die mitunter noch am Strauch zu gären beginnen. Aber egal, ob er nüchtern oder leicht beschwipst war, seit dieser Begegnung gehört er für mich nun auch ans Meer und somit in diese mir so liebe Serie.

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Anfang Mai hatte einen wichtigen Termin wahrzunehmen – dort, wo andere gern Urlaub machen, dort, wo feiner weicher Sand unseren Füßen schmeichelt, so wir einfach einmal die Schuhe in die Hand nehmen, und wo uns ein ganz unwiderstehlicher Duft von Salz und Meer umweht. Natürlich habe ich die Gelegenheit nicht ungenutzt vorübergehen lassen, Zeit für einen kleinen Strandspaziergang hatte ich ebenfalls noch eingeplant und selbstverständlich hat mich meine Kamera dabei begleitet. Erzählt habe ich schon oft von Warnemünde. Ich denke, Ihr kennt es inzwischen schon ganz gut. So kann ich auch einmal einfach nur die Bilder sprechen lassen. Wer mag, der darf sich gern auch in einen der vielen Strandkörbe setzen. Ordentlich aufgereiht stehen sie bereits wieder am Strand und warten auf ihre Sommergäste. Also hinein ins Vergnügen Strandkorb, Beine hoch, die Nase in den Wind und dann mit allen Sinnen genießen …

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Eigentlich wollten wir Silberdistels am letzten Dienstag wieder einmal die Ivenacker Eichen anschauen. Unlängst waren wir schon fast dorthin unterwegs, als wir dann doch schnell noch vor der Abfahrt unseren Wetterfrosch befragten.

Unser hauseigener Wetterfrosch

Unser hauseigener Wetterfrosch

Der verdrehte nachdenklich die Augen, schaute gen Himmel, dann in sein Teichlein und fragte, ob wir eben das Regentröpfchen beobachtet hätten, das hart auf die Teichoberfläche geknallt und dabei traurig in viele winzige Einzelteile zerplatzt wäre. Wir hatten, oh ja, und wir bemerkten sogar noch weitere Tropfen. So vertagten wir die Idee mit den Eichen vorerst.
Nun standen die Tausendjährigen am Dienstag dieser Woche erneut auf unserem Ausflugsplan. Der Wetterfrosch wurde wieder zu Rate gezogen und wie beim letzten Mal sprach er von Regen und auch sonst recht trüben Aussichten für den Tag. Ivenack selbst, die Eichen oder … oder  … oder vielleicht die Katzen? Ob sie uns andauernd in unsere Ausflugspläne spucken? Befürchten sie etwa, wieder einen ganzen Tag oder gar länger ohne ihr unverzichtbares Personal sein zu müssen? Können Katzen mit Wettergöttern in Verbindung stehen? Obwohl … Katzen und Götter … Habe ich da nicht irgendwo schon einmal etwas darüber gelesen? Eventuell sollten wir der Sache doch etwas näher auf den Grund gehen. Vielleicht könnten wir ja das für uns Naheliegendste tun und die Hühnergötter am Strand nach Zusammenhängen zwischen ihnen und den Katzen befragen. Wer weiß, ob es da nicht tatsächlich irgendeine Kunkelei zwischen Göttlichkeiten und Katzen gibt. Die Katzen hatten sich nämlich bei der Befragung hoheitsvoll in Schweigen gehüllt. Also auf zu den Hühnergöttern! Götter sind schließlich Götter.

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Bereits eine Viertelstunde später parkten wir unser Auto in Strandnähe und wanderten los – durch den Küstenwald zu den Göttern, an die See.

Seeblick

Ihre Befragung gestaltete sich allerdings recht schwierig. Es waren nämlich keine da – also keine Hühnergötter und auch sonst keine Götter. Was? Der Herr auf der Bank – ein Gott? Naja, in meinen Augen schon. Aber das würden die anderen Götter nicht gelten lassen. Also, die anderen Götter, die von Berufs wegen Götter sind, die waren nicht da, jedenfalls nicht da oben auf der Steilküste, wo die Bank steht, obwohl man denken sollte, dass sie wegen des hervorragenden Ausblicks von dort aus besonders gut zu sehen sein sollten. Allerdings war die Fernsicht dieses Mal doch recht eingeschränkt – der Frosch hatte bereits darauf verwiesen – trübe Aussichten eben.

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Aber vielleicht würden wir die Göttlichkeiten unten am Strand treffen. Gewöhnlich treiben sich Hühnergötter ja zwischen all den vielen Steinen herum. Wir schauten und schauten. Nichts! Nur Möwen zu Hauf bevölkerten den Strand und taten sich an Fisch- und Krabbenresten gütlich. Der heftige Wind in den letzten Tagen musste den Tisch für die Seevögel reichlich gedeckt haben. Erstaunt blickten wir in die Ferne. Da waren ja noch mehr Möwen zu sehen. Wow, welche Menge!

Baukunst am Strand – man beachte die Möwen … äh … Türmchen auf den großen Steinen

Wir waren kurz vor Kap Geinitzort, an der Steilküste der Stoltera westlich von Warnemünde. Fast sämtliche großen am Strand liegenden Steine waren mit Möwen besetzt, so dachten wir. Welch hübsches Bild! Wenn schon keine Hühnergötter, so wenigstens dieses göttliche Naturgemälde. Beim Näherkommen verwandelten sich unsere vermeintlichen Möwen langsam aber sicher in kleine Steintürme. Nix da – Möwen. Hier waren Baukünstler am Werk gewesen. Ein Steinturm stand neben dem anderen und einer immer schöner als der andere. Ich war hin und weg, so faszinierte mich dieses Bild von Turmbauten.

Auch hier sind links im Bild die vielen kleinen Steintürme zu sehen

Eigentlich hatte ich dieses Mal keinen Fotoapparat mitgenommen. Wir wollten einfach nur wandern, Seeluft schnuppern, uns den frischen Wind um die Nase wehen lassen und nur genießen. Aber … aber … was wär die Silberdistel ohne Fotoapparat? In letzter Sekunde vor dem Aufbruch Richtung Strand hatte sie noch schnell ihre hübsche kleine niedliche Kompaktkamera in die Tasche rutschen lassen – nur für den Fall der Fälle. Man weiß ja nie … Und siehe da … diese herrliche Baukunst der Küstenregion wäre fast beinahe undokumentiert geblieben, hätte da nicht in letzter Sekunde noch jemand der Silberdistel zugeflüstert: „Nimm wenigstens den ganz winzigen Fotoapparat mit!“ … und so sind wir jetzt in der überaus glücklichen Lage, diese äußerst gelungenen Steinschönheiten gemeinsam anschauen zu können. Vor lauter Begeisterung für diese Turmbauten zu Stoltera vergaß ich ganz die Hühnergötter und diese eventuelle Kunkelei zwischen Göttern und Katzen. Inzwischen denke ich sogar, wir SOLLTEN ganz einfach an den Strand und nicht nach Ivenack. Die 1000jährigen Eichen können auch noch ein oder zwei Tage länger auf uns warten, ob die Steinbauten die nächsten Tage überstehen, das steht auf einem ganz anderen Blatt, wobei … schön wär’s natürlich. Sie sind viel zu hübsch, um an ihnen zu rütteln und zu rühren. Zu gern hätten wir gewusst, ob sie nicht vielleicht doch mit Klebstoff zusammenhingen. Nein, wir haben es nicht gewagt, die kunstvollen Turmbauten zu berühren. Wir wollten diesen wundervollen Zauber, den sie auf uns ausübten, nicht zerstören. Aber was wir tun werden … wir werden irgendwann noch einmal nach ihnen schauen. Ob sie dann verschwunden sind? Oder ob sie gar mehr werden? Was meint Ihr?

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Herr Silberdistel, inspiriert von der Baukunst um uns herum, kreiert selbst ein Werk – hier seine hübsche Kleinkunst

Ach, das muss ich auch noch berichten: Herr Silberdistel ließ sich von der mit so viel Fantasie erschaffenen Steinkunst sogleich inspirieren und wurde selbst künstlerisch tätig. Es war zwar nur Kleinkunst, die er zustande brachte, aber immerhin.  Mich hat sein Werk zutiefst beeindruckt. Wenn er sich noch weiter in dieser Kunst übt, wird er es noch zu Großem bringen. Ich denke, in ihm steckt ein verborgener Künstler.

Übrigens ein Hühnergott lief uns dann doch noch vor die Füße und zwei Steine machten ebenfalls auf sich aufmerksam, wundervoll geformt wie Eier. Gemeinsam mit dem Hühnergott und einem hübschen rotbunten Stein wanderten sie in meinen Rucksack und dann mit mir nach Hause. Ach, und die Sache mit den Katzen und den Göttern, die war plötzlich ganz nebensächlich geworden. Dieser Wandertag hatte seine ganz besondere Bestimmung. Das ist uns inzwischen klar. So, und nun staunt bitte über all die einmalig schönen Kunstwerke, die wir am hübschen Ostseestrand bei Warnemünde gefunden haben.

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Der 1. Mai war hier an der Küste wundervoll sonnig. Er schrie förmlich nach einem Aufenthalt im Freien. Wir Silberdistels konnten und wollten diesen Schrei nicht überhören. Wenn das Wetter auch alle Welt ins GRÜNE zog, wir hörten doch eher etwas BLAUES nach uns rufen – das blaue Meer. Obwohl ich zugeben muss, dass es manchmal stellenweise auch etwas grün aussieht. Aber egal, wir wollten Sand und Steine unter den Füßen spüren, uns Wind um die Ohren wehen lassen und frische Seeluft atmen. Offensichtlich ging es nicht nur uns Silberdistels so. Es war erstaunlich viel los am blauen Meer. Die Angler muss ich vielleicht gar nicht erwähnen, sie nutzten den ersten Maitag im Jahr natürlich wie jeden anderen Tag auch, um die Angel zu schwingen, Seeluft zu schnuppern und dem Seewind zu trotzen. Aber ich vermute mal ganz einfach, für Angler gibt es eh nie schlechtes Wetter. Sie sind eben immer da – am Strand. Sie gehören dort einfach hin. Sicher würden sie mir fehlen, wenn sie plötzlich nicht mehr vorn im Wasser stehen würden.  So war auch dieses Mal auf sie Verlass. Kaum am Strand angekommen, sahen wir bereits die ersten Petrijünger – gut und warm in ihre Watthosen eingepackt. Wir Silberdistels merkten auch recht schnell, dass man trotz der herrlichen Maisonne gut beraten war, wenn man eine möglichst warme und winddichte Jacke dabei hatte. Die Jungs mit der Angel hatten nicht nur an wasserdichte Hosen und warme Jacken, sie hatten sogar an ein warmes Mützchen gedacht. Es ging nämlich ein recht kühler Wind. So waren denn ein Stückchen weiter am FKK-Strand auch noch sämtliche Gäste äußerst sittsam bekleidet. Wenn es nicht so gewesen wäre, hätte ich vor lauter Ehrfurcht sicherlich meinen nicht vorhandenen Hut gezückt.
Die Hunde am Hundestrand waren da wesentlich mutiger als die Freikörperkulturler, sie sprangen nicht nur völlig unbehost am Strand umher, sie getrauten sich auch schon mal ins eiskalte Wasser, um dort nach verborgenen Schätzen zu graben oder in die Wellen zu beißen. Ja, es war schon so allerhand los am blauen Meer. Aber lange wird es nicht mehr dauern, dann wird sich die Zahl der Menschen hier vervielfacht haben, nur so wimmeln wird es von Sonnenhungrigen mit und ohne Hose. Dann haben wir Silberdistels wieder Pause von der Ostsee, es sei denn, wir mischen uns ab und zu unter das badelustige Völkchen hier am Strand. Aber bis dahin ist vielleicht noch ein wenig Zeit. Erst einmal wird noch gelaufen und nicht geschwommen oder in der Sonne gefaulenzt. Ach, wisst Ihr was? Schaut einfach selbst, wie sich der 1. Mai an der Ostseeküste zeigte. Vielleicht bekommt Ihr dann genau wie wir öfter einmal ein wenig Lust auf Meer.

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Ihr erinnert Euch an den 19. Januar? Nicht? Na gut, ich verrat’s Euch. Das war der Tag, an dem die Wetterfrösche für Nord- und Ostsee eine Sturmflutwarnung herausgegeben hatten. Bis zu einem Meter über dem normalen Wasserstand sollte die Ostsee an die Strände schwappen. Ich war an diesem Tag mit der Kamera dabei. Ich musste ganz einfach dem Ruf der tobenden See folgen. Sie rief so laut nach mir, ich konnte einfach nicht widerstehen. Wenn Ihr Euch schon nicht an diesen Sonntag erinnert, dann vielleicht an das Video, das ich von meinem stürmischen Ausflug mitgebracht hatte. Heute möchte ich noch einige Eindrücke mehr von denen, die ich an jenem Tag mit der Kamera eingesammelt habe, mit Euch teilen.
Wer schon einmal die See so wild und ungestüm erlebt hat wie ich, der wird vielleicht verstehen können, dass ich sie einfach anschauen musste, dabei sein musste, als sie zeigte, was in ihr steckt, als sie uns wieder einmal bewies, um wie viel stärker sie  ist als wir Menschen, die wir uns oft für die Größten überhaupt halten.
Mich erstaunt es inzwischen nicht mehr, dass man bei derartigem Wetter nicht allein am Strand ist. Es gibt gerade an solchen Tagen noch andere Meerbegeisterte, die am Strand stehen und diese stürmische Begegnung mit der See begeistert in sich aufnehmen. Jeder tut es auf seine Art. Da sind die Angler, die in der tobenden See stehen und auf einen reichen Fang hoffen, die Steinsüchtigen, die nach schönen Versteinerungen Ausschau halten, die die See genau jetzt bei Sturm freispülen könnte. Da sind die Jogger, die bei jedem Wetter ihre Strandkilometer abarbeiten müssen und schließlich gibt es da noch die Neugierigen und Sensationssüchtigen, die auf gestrandete Wale oder Schiffe hoffen, oder ganz einfach diejenigen, die nur dastehen, staunen, genießen und dabei glücklich sind, einen solchen Moment miterleben zu dürfen.
Nicht weit von mir entfernt stand so ein einzelner Genießer in einem langen schwarzen Mantel. Er erinnerte mich fast ein wenig  an eine Figur aus Patricia Koelles Roman „Das Meer in Deinem Namen“ – an den Sturmflut-Claas, einer etwas unwirklichen Gestalt, die immer mal wieder in einigen Szenen am Meer auftaucht.  Meine Gestalt hier aus der Wirklichkeit muss manchmal schon fast im Wasser gestanden haben, so gewaltig peitschte die See mitunter ihre Wellen Richtung Steilküste. Trotzdem stand der Mann ganz still und eisern wie ein Fels in der Brandung an der tobenden See und blickte aufs Meer hinaus. In seinen Ohren trug er kleine Ohrhörer. Ich fragte mich die ganze Zeit, was er wohl gehört haben mag. Es interessierte mich unbändig, aber ich mochte ihn nicht stören. Er stand so weltentrückt an der Steilküste, er muss dieses aufgewühlte, tobende, wütende Meer unwahrscheinlich genossen haben. Da wäre jede Störung fehl am Platze gewesen. Er schien die Welt um sich herum vergessen zu haben.
Irgendwie fühlte ich mich mit dieser einsamen dunklen Gestalt dort an der Steilküste auf seltsame Weise verbunden. Starrte ich nicht fast genauso verzückt auf die peitschenden Wellen und bemerkte dabei weder meine vom eisigen Wind steifen Finger noch die nassen und kalten Füße? Nur die Musik, die der einsame „Fels in der Brandung“ scheinbar hörte, die brauchte ich nicht, um glücklich zu sein. Für meine Ohren war der Gesang des Meeres Musik genug. MEIN Glück wäre nahezu vollkommen, wenn ich von einem solchen Ausflug eine kleine versteinerte Schönheit mit nach Hause nehmen könnte. … und tatsächlich ließ das Glück an diesem Tag voller Sturm und Kälte nicht auf sich warten. Es lenkte meinen Blick urplötzlich auf ein kleines gelbliches Etwas ähnlich einer Zigarettenkippe inmitten eines Meeres voller von Wasser und Sand glattgeschliffener Steine – auf einen Donnerkeil. Begeistert ob so vielen Glücks hob ich meine versteinerte Kippe auf, betrachtete sie eine Weile ganz in Bewunderung versunken und ließ sie schließlich in meine Tasche gleiten. Ziel erreicht! Welch schöne Erinnerung diese kleine steinerne Schönheit doch für einen wunderbaren Tag am Meer sein wird.

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