Mit ‘Spatzen’ getaggte Beiträge

So fragten gestern Morgen unsere Jungspunde, als sie sich zu ihrem kleinen Reviergang aufmachen wollten. Die Welt sah so anders aus. Wo kam das plötzlich her, was da so kalt vom Himmel fiel?

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Staunend standen sie im Wintergarten und betrachteten ihre kleine Gartenwelt, die über Nacht den Hauch eines weißen Kleides angezogen hatte. Sonst sind die beiden immer wie der Wind draußen. Gestern stockte ihnen nicht nur der Atem von der kalten Luft, auch die Beine waren plötzlich starr und wollten nicht hinaus in den Garten. Eigentlich kannten sie doch vom letzten Winter her bereits Schnee. Ob sich diese Erinnerung über Sommer ganz einfach in Luft aufgelöst hat und ihren Köpfen wieder entwichen ist? Sie staunten, als würden sie das alles das erste Mal sehen.
Wir Silberdistels staunten aber auch nicht schlecht, als wir früh zum Fenster hinausblickten, das müssen wir der Ehrlichkeit halber schon zugeben. So früh fällt speziell hier an der Küste selten der Winter über uns her. Da darf man dann schon ein bisschen staunen. Also wollen wir es auch unseren Katzen zugestehen, sich ein wenig wundern zu dürfen.

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Trotz aller Wunderei hatte ich es doch tatsächlich noch rechtzeitig geschafft, die üblichen Wintervorbereitungen für unsere gefiederten Gartengäste zu treffen. Vor wenigen Tagen erst hatte das „Gasthaus zur Silberdistel“ gezwungenermaßen die Wintersaison eröffnet und die Körnerbar bestückt. Hatten mich doch Millionen von Spatzen, die schon seit Tagen unseren Garten bevölkerten, regelrecht genötigt, nun endlich Tor und Tür unseres Vogelgasthauses zu öffnen. Ob die Vogelschar da schon wusste, dass der Winter so zeitig über uns herfallen würde? Wie gut, dass ich die Vogelsprache doch irgendwie ein wenig zu deuten wusste. Wie? Ja, okay, ich habe nichts gedeutet, die Federbälle haben mir einfach die Pistole auf die Brust gesetzt und da konnte ich nicht anders. Jaja, ich geb’s ja zu.

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Naja, jedenfalls schien es so, ob gezwungen oder nicht, als wäre ich gut vorbereitet, als gestern Morgen die Körnerbar mit einem weißen Mützchen brillierte. Wer hätte das gedacht? Na gut, die Vögel haben es wohl gedacht. Aber ich? Nein! Es hängt noch viel Laub an Bäumen und Sträuchern und die Cosmeen hatten sich gerade noch auf den Weg zur Blüte gemacht. Ich wollte endlich noch ein bisschen Herbst genießen, bunte Blätter und die Cosmeen, die wollte ich auch noch blühen sehen. Aber zumindest die Cosmeenblüten werde ich nun wohl vergessen können.

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Da stand ich nun und schaute hinaus auf meine eingeschneiten Cosmeen und auf all das, was ich noch im Garten tun wollte – vor dem Wintereinbruch. Vor mir saßen die Katzen, blinzelten hoch in die fallenden Flocken, ansonsten aber schienen sie festgewachsen. Sie überlegten wohl noch immer, ob sie sich hinaus getrauen konnten. Es dauerte eine ganze Weile, bis unsere beiden Jungspunde Mut fassten und hinaus in den kalten und nassen Garten stiefelten.

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Unsere graue Eminenz staunte auch über das kalte Weiß, allerdings hatte sie schneller ihre Fassung zurück. Sie schritt ziemlich schnell und beherzt als erste in die weiße Welt. Da ihr nichts Unangenehmes zu passieren schien, stürzten sich bald auch Torty und Keks ins Schneevergnügen. Es wurden aber immer nur kurze Ausflüge in die neue Gartenwelt. Nasse UND kalte Pfoten waren dann doch nicht so ihr Ding.

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Keks ging bald einem anderen Vergnügen nach – einem, das nicht ganz so nass und kalt war. Er nahm auf der weichen Fußmatte im Wintergarten Platz und hatte so zumindest ein trockenes und einigermaßen warmes Popöchen. Dabei hielt er die Nase in die winterliche Luft und konnte so von einem angenehmen und bequemen Sitzplatz aus seine über Sommer gesammelten ornithologischen Grundkenntnisse erweitern.

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Die Blaumeise hatte allerdings nur bedingten Respekt vor dem pelzigen Vogelforscher. Sie getraute sich zwar nicht ins Futterhaus, das stand ihr dann wohl doch zu nah am Beobachtungsplatz des vierbeinigen Ornithologen, aber an der Knödelstation fühlte sich der kleine Federball scheinbar recht sicher und von hier aus hatte Frau Meise den Beobachter mindestens so gut im Blick wie er sie. Und im Falle der Fälle kann sie schließlich fliegen, unser Keks leider nicht, auch wenn er das mitunter denkt.

Das waren unsere ersten Wintererlebnisse dieser Saison. Wir hoffen, Ihr hattet auch welche der eher netten Art.
Zum Glück sind auch unsere vierrädrigen Helferlein bereits winterbereift, sodass wir gestern auch keine Panik haben mussten, als wir bei dem Wetter noch hinaus auf die frühwinterlichen Straßen mussten. Wenn Ihr ebenfalls hinaus musstet, will ich hoffen, dass auch Ihr wieder gut und heil daheim gelandet seid.

Zur „Stunde der Wintervögel“ waren sie noch nicht in unserem Garten zu sehen. Erst jetzt, seit ein paar Tagen, sind sie an unserem Futterhaus zu Gast – die Erlenzeisige.

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Erlenzeisig – Weibchen – träumt es hier schon vom Frühling?

 

Das erste dieser relativ kleinen Vögelchen entdeckte ich vor einer knappen Woche. Da saß es in unserem Birnbaum und schien zu träumen.

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Als es mich bemerkt, ist es aber plötzlich hellwach

 

Doch wenig später war es hellwach, wenn auch immer noch recht aufgeplustert. Aber welches Vögelchen wird nicht hellwach, wenn es merkt, das es beobachtet wird. Doch oben auf dem Baum fühlte es sich dann wohl doch recht sicher. Wahrscheinlich wusste es, dass ich nicht so schnell würde hinaufklettern können wie es wegfliegen konnte. Scheinbar also wurde ich als harmlos eingestuft und so durfte ich es fleißig knipsen. Und seit dem Dienstag vor einer Woche, als ich den ersten Vertreter, oder besser die erste Vertreterin – es war nämlich eine Erlenzeisigdame, dieser hübschen kleinen Finkenvögel sah, ist täglich ein kleiner Trupp von ihnen bei uns im Garten zu Gast. Fast in jedem Jahr ziehen diese Vögel bei uns als Wintergäste durch – mitunter als recht große Schwärme. So suchen sie dann natürlich auch gemeinsam die sich bietenden Futterstellen auf, denn auch Erlenzeisige haben Hunger. Bei uns im Garten hüpfen sie meistens unter dem Futterhaus an der Erde herum und picken fleißig herausgefallene oder von den Spatzen aus dem Häuschen herausgeworfene Körner auf. Körner sind ohnehin ihre Lieblingsspeise, gern auch die Samen von Bäumen wie Erle, Birke, Fichte. Aber auf die Erle deutet ja bereits ihr Name hin.

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Hier ein Erlenzeisigmännchen – gut an der schwarzen Kopfplatte zu erkennen

 

In unserem Garten bedienen sie sich nicht nur unten an der Erde von dem Heruntergefallenen, ebenso gern suchen sie das Futterhaus auf und lassen es sich dort schmecken. Lustig finde ich, dass oft nur einer dieser kleinen Vögel oben in der Körnerbar sitzt, sich fröhlich durch das Futterangebot frisst und rundherum auf Bäumen und Sträuchern lauern die Spatzen.

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Ein Haussperlingsmann wartet darauf, dass er auch mal ins Futterhaus darf

 

Scheinbar lässt dieses winzige Kerlchen keinen Spatzen im Futterhäuschen zu, wenn es sich gerade sein kleines gefiedertes Bäuchlein vollschlägt. Ich habe immer wieder beobachtet, dass die Spatzen das Futterhaus erst anfliegen, wenn das gelbgrüne Vögelchen die Futterquelle verlassen hat.

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Eine Haussperlingsdame hätte auch gern ein Plätzchen in der Körnerbar

 

Klein, aber oho – diesen Eindruck erweckte das kleine Kerlchen auf mich, aber offensichtlich auch auf die Spatzen, die brav rund um das Futterhaus abwarteten, bis sie an der Reihe waren.

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Der Feldsperling hier hat SEINE Futterbar bereits gefunden

 

Aber zumindest einer der beiden Feldsperlinge aus dem Spatzentrupp zeigt sich jeweils recht clever. Er wartet nämlich nicht, bis er endlich einen Platz im Futterhaus bekommt, er bedient sich derweil lieber an der kleinen Alternativfutterstelle – dem Glöckchen mit dem Meisenknödel. Der Teller oberhalb ist in der Regel auch gut mit einer leckeren Körnerauslese gefüllt. Warum also drängeln, wenn man es so viel einfacher haben kann.
In der Diaschau unten gibt es noch ein wenig mehr aus unserem vogelgastlichen Garten zu sehen. Der heutige Beitrag gehört natürlich in erster Linie den frechen kleinen Erlenzeisigen, aber auch ein wenig den Spatzen, die scheinbar in diesem Falle, obwohl sie sich sonst überall vordrängeln, einmal das Nachsehen haben und warten müssen, bis sie an der Reihe sind. Anstehen für Spatzen! Wer hätte gedacht, dass ihnen das ausgerechnet ein so viel kleineres Vögelchen aufdrücken kann?

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… und durch den Garten schleicht, dann flattern die Vögel dort trotzdem noch umher – sogar recht unbeeindruckt. Ob der Hunger so drückt oder ob die Federbälle einfach nur wissen, dass es sich bei den beiden neuen Pelzwesen um noch gänzlich unerfahrene Jäger handelt? Andererseits hat das Federvolk auch vor unserer grauen Oberkatze keinerlei Respekt. Oft genug saß sie schon draußen vor unserer Terrassentür und hinter ihr flogen die Vögel fröhlich die Futterstationen an.

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So gab es auch am letzten Sonntag, als unsere Jungspunde ihren ersten richtigen Freigang hatten, regen Flugbetrieb in unserem Garten. Ich konnte das gut beobachten, weil ich dort draußen auf meine beiden Katzenkinder wartete.

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Zunächst tollten meine Pelznasen noch in unserem Garten umher, doch bald mussten sie die Welt außerhalb der bekannten Pfade erkunden.

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So trennten sich ihre Wege dann erst einmal. Keks las Spuren und kurz darauf zog es ihn hinüber in Nachbars Garten.

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Torty beobachtete noch ein Weilchen die Vögel in unserem Garten. Doch als sie bemerkte, dass sich Keks in den Nachbargarten absetzte, musste sie natürlich hinterher. Sie könnte ja irgendetwas Wichtiges verpassen.

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Was trieben die beiden wohl dort drüben im Nachbargarten? Selbst unsere graue Katzendame schaute interessiert hinterher.

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Sie musste sich das sogar noch etwas genauer ansehen. Und dann, dann verschwand auch sie dorthin und ich stand allein herum und grübelte darüber nach, ob und wann sie wohl wieder auftauchen würden. Wenigstens war eine erfahrene Katze bei ihnen. Ob sie den Kleinen erklären würde, wo Gefahr drohte? So stand ich also in meinem kleinen Gartenreich und hatte Zeit, mich dort ein wenig umzusehen und vielleicht lenkte mich das ja auch ein wenig von dummen Gedanken ab. Natürlich schwirrte in meinem Kopf eine Menge von dem herum, was unerfahrenen Katzenkindern so alles passieren könnte. Die Vögel störte meine Anwesenheit so gar nicht und einige schienen mir regelrecht Modell zu sitzen. Was ich, während ich auf meine Pelztiere wartete, alles in meinem winterlich gekleideten Garten entdeckte, ist unten in der Bilderschau zu sehen. Dass unsere beiden Jungspunde problemlos wieder nach Hause gefunden haben, das muss ich hier wohl nicht noch einmal schreiben. Wer möchte, darf das gern noch einmal im Post zuvor nachlesen. Aber nun viel Spaß in meinem winterlichen Garten!

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Am vergangenen Wochenende gab’s hier im Norden Nachschlag – Schnee-Nachschlag. Wie, was? Es gab nicht überall im Norden Schnee? Ich lese gerade vom Katerchen, dass IHR Norden dabei ausgespart wurde. Okay, dann will ich hier keinen Unsinn verbreiten. Aber auf jeden Fall gab es in MEINEM Teil des Nordens, der bereits an dem Wochenende, als wir hier Vögel zählten, mit Schnee beglückt wurde, diesen Schnee-Nachschlag.  Frau Holle hat sich meine Mäkelei, sie würde wohl keine rechte Lust zum Arbeiten haben, offensichtlich noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Scheinbar wollte sie sich meine Kritik nicht gefallen lassen und so hat sie noch einmal in ihre Betten geschaut und doch tatsächlich noch eine ganze Menge watteweiche weiße Schneefederchen darin gefunden und die hat sie über mein Gärtchen und zumindest auch über den Teil des Nordens ausgeschüttelt, der sich um mein kleines Gartenheiligtum herumrankt. Auf jeden Fall sehe ich hier Schnee, soweit mein Auge reicht – selbst das Fernglas-Auge 😉  Die kümmerlichen Schneereste, die noch hier und da zu kleinen Bergen aufgetürmt herumlagen, sind inzwischen wieder gut und warm in eine weiße Decke eingepackt. Sie müssen sich also nicht mehr vor dem Dahinschmelztod gruseln. Im Gegenteil, ihre Abmagerungskur ist vorerst beendet, sie haben wieder zugelegt, sind weißer und natürlich auch wieder höher geworden. Und weil es jetzt fast überall Schneebilder zu sehen gibt, darf der Schnee natürlich hier bei uns Silberdistels auch nicht fehlen. Die beiden Jungspunde unter unseren pelzigen Mitbewohnern haben inzwischen sogar Gefallen an diesem weißen Zeugs gefunden und so sind sie munter durch den Garten getippelt und haben die weiße Welt mit staunenden, aber auch interessierten Augen betrachtet und nebenbei haben sie so manche Schneeflocke gefangen und natürlich haben sie auch probiert, ob Schnee vielleicht sogar schmeckt. Oder ob diese Verkostung mehr versehentlich beim Putzen der kalten und nassen Pfötchen und beim Ordnen der Haare des feinen Pelzmantels geschah?

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Es war hier im Norden zwar schon eine ganze Weile bitterkalt, z.T. waren es unter -12° C, aber der Schnee, der für unser Empfinden ja eigentlich erst einen richtigen Winter ausmacht, der fehlte bisher noch.

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Eine dünne Schneeschicht bedeckt unsere Geräteschuppen – hinten hat der immergrüne Efeu einen Teil des Daches erobert

Pünktlich zur „Stunde der Wintervögel“ hat sich zu Väterchen Frost aber doch noch Frau Holle dazugesellt und ein wenig die Betten über dem Norden ausgeschüttelt.

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Eine dünne Schneedecke bedeckte am letzten Freitag unseren Garten

Viel Lust auf Arbeit hatte sie aber wohl nicht, denn die Schneedecke blieb recht dünn und Väterchen Frost ließ sich doch tatsächlich von der faulen Holle anstecken und atmete auch nicht mehr so eisig aus. So verkrümelte sich die weiße Schneedecke fast genauso schnell wieder wie sie hingeschüttelt worden war.

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Schnee – eine neue Erfahrung für unsere beiden Jungspunde

Aber immerhin lag sie solange, dass sich unsere beiden jugendlichen pelzigen Mitbewohner mit der weißen Pracht im Garten bekanntmachen konnten.
Unsere Jungspunde durften in den letzten Tagen schon immer mal wieder ihre Pfoten auf den gefrorenen Gartenboden setzen und somit testen, wie lange die Pfötchen diese Eiseskälte aushalten. Na, und ob der Pelzmantel auch wintertauglich ist, das wollten wir natürlich ebenso wissen.

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Schon wieder sieht der Garten anders aus – unser Keks staunt

Mit dem Frost sind die Fellnasen recht gut zurechtgekommen. Aber Schnee, Schnee war ja nun schon wieder etwas Neues in ihrem noch recht kurzen Leben.

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Och menno, musste das denn sein mit dem Schnee?

Selbst unsere graue Oberkatze, die bereits etliche Winter erlebt hat, steht jedes Mal wieder staunend vor diesem weißen Zeugs und überlegt meistens relativ lange, ob sie sich bei solchem Wetter überhaupt einen Gartenrundgang antun muss. Aber damit das Jungvolk sieht, dass sie keine Frostbeule ist und auch Schnee nicht fürchtet, dreht sie dann doch eine kleine Minirunde durch ihr Gärtchen.

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Boahhhh, bloß schnell wieder aufwärmen!

Wie gut, dass ihr Gartenreich nicht so groß ist, da fällt es nicht weiter auf, wenn sie sich schnell wieder ins Haus und unter die warme Heizung verzieht.

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Wo kommt das nur alles her?

Außerdem waren die jugendlichen Katzenhelden eh mit der neuen Situation sehr beschäftigt. Wahrscheinlich war es ihnen gar nicht aufgefallen, dass die graue Oberkatze schon längst wieder die Annehmlichkeiten einer Hauskatze zu schätzen wusste.

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Gestern sah das hier doch noch ganz anders aus

Zu großflächigen Gartenbesichtigungsaktionen hatten aber auch Torty und Keks keine rechte Meinung. Der männliche Held hielt es sogar noch weniger lange aus als seine Schwester. Torty war wenigstens bis zur kleinen Buchsbaumhecke vorgedrungen, während Keks seine Gartenrunde an diesem Tag doch erstaunlich klein hielt und schnell wieder ins Haus wollte.

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Ich komme lieber wieder zu Dir, Silberdistel

Aber auch ihr war diese weiße Decke, die sich über Nacht in ihrem Garten ausgebreitet hatte, wohl nicht so ganz geheuer.

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Ob das kalte Zeugs da auch so tief ist?

Vorsichtig tastete sie sich zurück in Richtung Wintergarten und vermied möglichst solche Stellen, wo sie ganz besonders tief in den Schnee einsank.

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Oh ja, hier ist es noch viel tiefer

Wobei das nicht immer so ganz glückte. Die Silberdistel da hinten hatte gut lachen. Die hatte bisher noch keinen Fuß in das kalte Weiß gesetzt. Die stand da dumm im Wintergarten herum, anstatt der armen Torty aus diesem nassen Zeugs, in das man so erbarmungslos tief einsank, herauszuhelfen. Oh, man, würde das wieder eine Putzerei werden, bis die Füße trocken und vor allem wieder warm wären. Bloß wieder schnell rein ins Warme. Wo mag Keks nur sein? Ob der auch schon wieder im Warmen ist?

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Manchmal ist es drinnen doch viel schöner als draußen

Der hatte sich, während Torty noch durch den Schnee stapfte, bereits ein Plätzchen auf der warmen Heizung gesucht. Übrigens sind die Heizkörper neuerdings seine erklärten Lieblingsplätze. So ein Katerchen weiß halt, wo es so richtig schön und gemütlich ist. Obwohl, ein Katerchen ist er eigentlich gar nicht mehr. Inzwischen ist unser ehemaliger Zwerg nämlich schon ein ganz schön großer Tiger geworden – fast so lang wie die Heizung im Bad.

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Heute ist es hier viel schöner als draußen, Silberdistel. Findest Du das auch?

Derweil ist nun auch Torty in der Gemütlichkeit angekommen. Hach, ist das schön dort oben – so richtig kuschelig warm und gemütlich, viel schöner als im weißen Garten.

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Ach Keks, nun ist aber genug! Ich war doch schon lange trocken!

„Hallo Torty, Du bist ja noch überall ganz nass. Lass mich das mal trockenputzen. Dann wird Dir schnell wieder warm. Ich hab‘ mich schon auf der Heizung getrocknet.“

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Hihi, hab ich sie aus meiner Lieblingshängematte rausgeputzt

„Hach nee, der Keks hat mir fast alle Haare vom Pelz geputzt. Ich musste in die andere Hängematte flüchten, damit er endlich aufhört, an mir herumzuzupfen. Ich brauche jetzt ein wenig Erholung vom anstrengenden Gartenrundgang, denn nachher müssen wir noch Vögel zählen, hat die Silberdistel gesagt. Heute ist bei uns nämlich auch Vogelzähltag. Dafür muss ich ausgeruht sein.“

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Während die Katzen ruhen und die Wärme im Haus genießen, stürmen die Vögel wieder die Futterplätze im Garten – hier ein Hausspatzenpaar

Während die Katzen sich von ihrem anstrengenden Abenteuer erholten und ein Nickerchen machten, hatten die Vögel draußen im Garten endlich wieder Gelegenheit, sich ihr Bäuchlein mir leckeren Körnern vollzuschlagen.

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Hausspatzen in Warteposition in der Nähe der Futterstellen in unserem Garten

Später würden wir Silberdistels noch fleißig zählen wollen, denn das war das Wochenende, an dem der NABU zur Teilnahme an der „Stunde der Wintervögel“ aufgerufen hatte.

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Im Futterhäuschen ist reger Betrieb – Hausspatzenbetrieb

Natürlich musste ich zwischendurch schon mal schauen, ob es sich überhaupt lohnen würde mit der Zählerei.

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Eine Haussperlingsdame wartet in der Haselnuss auf einen freien Platz im Futterhaus

Aber an den Futterstellen war reichlich Betrieb. Nach einem wärmenden Kaffee würde ich mich mit Papier, Stift, Fernglas und Kamera ans Fenster setzen und eine Stunde lang fleißig die gefiederten Gäste in, um und über unserem Garten zählen. Na, und fotografieren wollte ich natürlich auch. Nicht, dass mir am Ende einmalige Gäste undokumentiert wieder davonflogen. Aber über unsere Stunde der Wintervögel berichten wir dann ein anderes Mal. Ich glaube, die Katzen haben da nämlich auch wieder ein Wörtchen mitzureden.

MEINE Zeit fürs Meer ist wieder gekommen, eine Zeit, in der es vergleichsweise ruhig an meinem Warnemünder Strand zugeht – so dachte ich zumindest. Sicher würden sich an diesem Tag kaum Menschen an der See herumtreiben. Der Himmel war wolkenverhangen, die See tobte einigermaßen wild. Ein kleiner Fast-Sturm hatte sich aufgemacht, schließlich gehörte seine Art zum Herbst und musste nun langsam einmal zeigen, was sie konnte. Er war noch ein ziemlich jugendlicher Sturm – noch in der Lernphase – in seiner Sturm- und Drangzeit gewissermaßen. Aber auch ein großer Sturm hat einmal klein angefangen und Übung macht schließlich den Meister. Ich jedenfalls bewunderte den jugendlichen Helden durchaus ein wenig. Für den Anfang machte er seine Sache gar nicht mal so schlecht, zumal er Unterstützung von der Familie, die gewöhnlich im eher eisigen Bereich der Wetterwelt zuhause ist, bekommen hatte. Die Mischung tat’s, denn es war, zumindest gefühlt,  auch empfindlich kalt geworden – doch hoffentlich nicht schon die Vorhut eines frühen Winteranfangs. Jedoch einen Vorteil hatte das Ganze für mich. Wer außer mir sollte da schon Lust auf einen Strandspaziergang haben? Fröhlich machte ich mich also an diesem 15. Oktober auf den Weg, um einen einsamen und von Touristen verlassenen Strand zu genießen. Ganz für mich allein würde ich ihn wieder haben. Gut, vielleicht würden ein, zwei Einheimische wie ich Wind, Sand und Meer auch bei diesem oder gerade bei diesem Wetter erleben wollen, aber die paar Gleichgesinnten würden mich ganz sicher nicht stören.

Ganz schön was los an meinem Strand

Ganz schön was los an meinem Strand – und das hier war nur die Vorhut

Doch dann … Was war das? Was machten die vielen Menschen an meinem Strand? Bei diesem Wetter? Wer hatte ihnen verraten, dass Strand und Meer gerade bei solchem Wetter besonders sehens- und liebenswert sind? Einzeln, in Grüppchen, Gruppen und ganzen Wandergesellschaften schlenderten wahre Menschenmassen an meinem Meer entlang. Staunend stand ich am Strandaufgang. Ach, was soll’s, auch wenn ich meine, es ist MEIN Meer, warum sollten nicht auch andere entdeckt haben, wie liebenswert die See auch außerhalb des Sommers ist und ihren wahren Charakter lernt man ohnehin erst kennen, wenn die Strandkörbe wieder in ihrem Winterlager stehen und sich der Duft der Sonnencreme in alle vier Winde verflüchtigt hat. Warum sollte ich das, was ich gewöhnlich in meinem Blog teile, nicht auch einmal in der Wirklichkeit teilen? Einen Vorteil hatten die vielen Strandbesucher auf jeden Fall, sie könnten meinen Blogbeitrag sehr schön illustrieren – zeigen, wie kalt es an dem Tag war, als es alle Welt an den Strand getrieben hatte. Ich selbst dachte nämlich nach relativ kurzer Zeit bereits sehnsuchtsvoll an meine zuhause tief im Schrank vergrabenen wärmenden Handschuhe. Wenigstens hatte ich eine sturmerprobte Jacke  mit Kapuze angezogen, als ich zu meinem Meer aufbrach. Das war auch gut so, denn so hatten es wenigstens meine Ohren warm. Also, wenn Ihr jetzt mitwollt, dann zieht Euch warm an 😉

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Wir haben ja vor gar nicht so langer Zeit Herrn und Frau Sperling bei interessanten Turnübungen beobachten können. Sie balancierten gekonnt am Rande des Abgrunds auf der Kante einer Dachrinne. Ein Absturz in die Tiefe ist den beiden unermüdlichen Sportlern zum Glück nicht passiert.

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Ob aber dieser Balanceakt zu irgendwelchen Spätfolgen geführt hat, das wollte ich aufmerksam beobachten und so fiel mir vor einigen Tagen doch tatsächlich auf, dass Herr und Frau Sperling neuerdings wieder mit vollem Schnabel zu ihrer Dachrinnenkante flogen. Nach Nistmaterial sahen ihre Mitbringsel aber eher nicht aus. Trotzdem verschwanden die Vögel damit immer wieder unter genau der Dachpfanne, unter der nach den damaligen Turnübungen Frau Sperling mit dem kleinen weißen Federchen verschwunden war. Vielleicht sollte ich das Ganze einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen.

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Als die beiden gerade zu einem beratenden Gespräch vor eben jener Dachpfanne saßen, nahm ich den Fotoapparat zur Hand. Da ahnte ich ja noch so gar nicht, was ich später am PC entdecken sollte.

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So knipste ich jedes Mal, wenn einer der beiden Federbälle mit einer Ladung Insekten im Schnabel auftauchte, fröhlich vor mich hin. Später am Abend schob ich die Fotos auf meinen PC, sortierte hin, sortierte her, verwarf auch etliche Bilder wieder und dann, dann staunte ich. Was hatte ich denn da aufgenommen? Ich hatte nicht nur Herrn und Frau Sperling mit ihren kleinen Mitbringseln auf den Bildern. Da war doch im Hintergrund noch etwas ganz anderes zu sehen. Waren das nicht … ?

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Doch, doch, es waren kleine aufgerissene Vogelschnäbel zu sehen. Ich war hin und weg vor Begeisterung und vor allem darüber erstaunt, was meine Kamera für Wunder bewirken konnte. Nie hätte ich gedacht, dass ich auf diese Weise würde in ein Spatzennest schauen können.
So waren die akrobatischen Übungen des Spatzenpaares also doch nicht ohne Folgen geblieben. Aber es sind überaus nette Folgen, wie ich finde. In den nächsten Tagen beobachtete ich noch oft die frischgebackenen Vogeleltern beim Füttern ihres Nachwuchses und hatte viel Spaß dabei. Ich hoffe, auch Ihr habt viel Freude, wenn Ihr die nachfolgenden Fotos anschaut. Auch wenn sie nicht immer ganz scharf sind, sie zeigen einen wundervollen, wenn auch arbeitsreichen, Teil aus dem Leben zweier Haussperlinge.

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