Mit ‘Sonnenuntergang’ getaggte Beiträge

Kaum zu glauben, es gibt sie noch – die Sonne. Erst Schnee, dann Schneematsch und Nieselregen und nun plötzlich knackiger Frost und tatsächlich strahlend blauer Himmel dazu und abends ein ganz besonderer Farbenzauber.
Doch als ich gestern Abend Richtung Westen schaute und den farbenfrohen Sonnenuntergang betrachtete, kam zu diesem fantastisch gefärbten Himmel noch ein weiterer Zauber hinzu – ein akustischer Zauber, der mir fliegend entgegenschwebte, unser Haus überquerte und wenig später hinter dem nahen Wäldchen verschwand.

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Fliegende Kraniche vergoldeten mir den Abend und den schönen Sonnenuntergang noch ein wenig mehr. Wir haben sie hier immer wieder gehört – den ganzen bisherigen Winter lang. Es war für uns so, als wären sie nie fort gewesen. Für etliche von ihnen trifft das wohl auch zu. Während der Wintervogelzählung sind mehrere Tausend von ihnen gezählt worden. Sie sind scheinbar einfach hier bei uns geblieben, um sich den kräftezehrenden Flug zu sparen. Sie sind nicht die einzigen Zugvögel, die inzwischen die Winter hier bei uns in ihren eigentlichen Brutgebieten verbringen. Sie ziehen jeweils nur soweit, wie es die Witterungsbedingungen erforderlich machen. Und bisher war der Winter auch durchaus auf ihrer Seite.

Hoffentlich macht den Vögeln, die sich für eine Überwinterung bei uns entschieden haben, der momentane knackige Frost nicht zu schaffen. Am Tage lagen hier in meinem Teil des Nordens nahe der Küste die Temperaturen etwa um den Gefrierpunkt herum. Nachts war es jedoch mit bis zu -10° C unangenehm kalt. Ich drücke den Kranichen und auch solchen Vögeln wie meiner Mönchsgrasmücke die Daumen, dass sie die frostige Zeit gut überstehen.
Sollte es doch zu kalt für sie werden, haben sie ja immer noch die Option, sich in etwas wärmere Regionen auf den Weg zu machen. Wenn man selbst Flügel hat, kann man sich, ohne lange vorher einen Flug buchen zu müssen, ganz kurz entschlossen auf den Weg in die Wärme machen.

Aber momentan sind die Kraniche doch ein Lichtblick in Richtung Frühling, für mich zumindest.

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Mein Herr Silberdistel und ich machten am vergangenen Freitag noch einen kleinen fast schon Abendspaziergang. Die Sonne stand bereits sehr tief. Ja, sie war sogar wieder einmal da an dem Tag und wenn es nicht so kalt gewesen wäre, hätte daraus ein herrlicher Frühlingstag werden können. Aber hier an der Küste wirkt sich die kalte Ostsee gerade wie ein Kühlschrank aus, während die Temperaturen andernorts zumindest tagsüber bereits fleißig im zweistelligen Bereich lagen, dümpeln wir hier immer noch im einstelligen Bereich umher. Aber so ist das eben mit dem kleinen Unterschied zwischen See- und Kontinentalklima. Dafür haben wir es dann später, im Herbst, etwas länger warm. Das hat irgendwie auch was.

Aber zurück zu unserem Abendspaziergang. Wir waren schon fast wieder zuhause, als wir vor uns im Dämmerlicht eine recht große Ansammlung von Elstern entdeckten. Eigentlich waren wir gar nicht aufs Fotografieren eingerichtet. Aber Herr Silberdistel hatte zum Glück seine kleine Immer-Dabei-Kamera in der Tasche, sodass ich einen Teil der Szenerie vor uns festhalten konnten – leider nur einen Teil, denn in dem Moment, als wir zum Fotografieren stehen blieben, witterten die Elstern Gefahr und etliche von ihnen erhoben sich von ihrem Sammelplatz unter einigen hohen Bäumen. Ein paar waren zum Glück nicht ganz so fotoscheu, sodass ich sie doch noch in die Kamera sperren konnte. Scharfe Bilder sehen anders aus, aber der gute Wille ist wohl zu erkennen.
Wir Silberdistels hatten nämlich beide bisher noch nie eine solche Massenansammlung von Elstern gesehen. Das war irgendwie schon ein interessantes Bild, das festgehalten werden wollte.

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Während ich so vor mich hin knipste, waren bald fast alle der schwarzweißen Vögel vom Erdboden verschwunden. Die höheren Regionen erschienen ihnen wohl angesichts der beiden Menschen dort hinten wesentlich sicherer und so saßen sie kurz darauf hoch in den Bäumen über uns und beschwerten sich über die abendliche Störung.

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Wie ich später las, finden sich Elstern, wie auch andere Vögel, gern vom Herbst bis ins Frühjahr hinein gegen Abend zu solchen Ansammlungen zusammen. Sie haben richtige Schlafbäume, auf denen sie gemeinsam die Nacht verbringen. Erst zur Brutzeit ändert sich dieses Verhalten wieder.
Die Elstern treffen sich gewöhnlich kurz vor Sonnenuntergang und genau um diese Zeit konnten wir die Elsternversammlung auch beobachten.

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Lange sollte es nicht mehr dauern und der glühende Feuerball würde verschwunden sein.

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Als wir dann links in einen kleinen Waldweg einbogen, waren wir geradezu geblendet von der Dame, die uns fast den ganzen Winter über so sehr im Stich gelassen hatte.

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Die Elstern haben sich einen wundervollen Schlafbaum ausgesucht. Von dort oben konnten sie den Sonnenuntergang sicher in voller Schönheit genießen und vor allem mit den letzten Sonnenstrahlen noch ein wenig Wärme für die Nacht tanken und das war gut so, denn die Nacht zum Samstag wurde noch einmal eine frostige Nacht hier in meinem Teil des Nordens.

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Als wir aus dem kleinen Waldstück wieder herauskamen, lachte uns gegenüber der Sonne ein noch blass am Himmel stehendes Abendlicht an – der Mond. Gut zu erkennen war, dass dem Herrn dort oben noch ein winziges Stück bis zu seiner vollmondigen Schönheit fehlte. Inzwischen ist er aber bereits wieder auf Diät – er nimmt ab. Sein dickster Tag war nämlich der vergangene Sonntag.

Interessant, oder? Was man doch alles auf so einem kleinen Abendspaziergang entdecken kann? Herr Silberdistel, wir sollten das öfter machen!

Diesen Sonnenuntergang von Anfang Januar habe ich gut und warm in meinem Herzen aufgehoben.  Aber sicherheitshalber habe ich ihn noch einmal auf der Festplatte meines PCs gespeichert. Sicher ist sicher! Wer weiß, wann der nächste herzerwärmende  Sonnenuntergang uns unsere schwächelnden Batterien mit einem solch herrlichen Farbenzauber am Himmel auftanken lässt.
Zur Not kann ich diesen zwischendurch noch einmal hervorzaubern und mir Herz und Seele wärmen, denn ein paar Tage bis zum Frühling, wenn es allgemein wieder wärmer und heller wird, werden wohl noch vergehen und irgendwie müssen wir ja schließlich über die Runden kommen.
Also, wärmt Euch mit, wenn Ihr mögt. Vielleicht werden ja auch Euch Sonnenuntergänge nie, aber auch nie, langweilig. Mir jedenfalls geht es so. Ich kann immer wieder neu in ihnen versinken. In diesem Sinne Euch allen ein schönes sonniges Wochenende – so oder so 😉

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Na, ist das nicht das richtige Licht für eine perfekte Adventsstimmung? So und nicht anders hätten wir es gern, oder? Nur leider wird es heute zum 4. Advent damit wohl eher nichts werden. Und weil ich das bereits befürchtet habe, habe ich unseren schönen Sonnenuntergang jetzt vom Freitag noch schnell eingefangen, schließlich brauchte ich für den heutigen Adventsbeitrag etwas Stimmungsvolles.

Wie? Stimmungsvolles Licht ist gut, aber was ist mit den Keksen? Ja, natürlich, was dachtet Ihr denn? Natürlich habe ich in der letzten Woche Kekse gebacken und wir Silberdistels haben sogar schon fleißig gekostet, denn schließlich musste ich mich davon überzeugen, dass alles gut gelungen ist. Naja, nicht nur ich musste mich von meiner Backkunst überzeugen, mein Herr Silberdistel möchte ebenfalls immer gern überzeugt werden und das geht natürlich nur durch Verkostung.

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Diese leckeren Elisenlebkuchen z. B. haben die Verkostung mit Bravour bestanden. Sie sind aber nicht nur überaus köstlich, sie sind auch unwahrscheinlich schnell gemacht. Das Rezept habe ich vor fast genau drei Jahren hier schon einmal veröffentlicht. Wer also rasch noch welche backen will – nur zu!

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„Hm, was soll das denn? Ich dachte, bei dem heutigen Adventsbeitrag geht es um mich und nicht um irgendwelche anderen Kekse?“

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„Duften tut es ja irgendwie gut, das, was die Silberdistel da außer mir noch als Keks bezeichnet. Meinst Du, Torty, wir bekommen auch etwas davon ab? Ob das so etwas ist, wie es unsere Leckerchen sind?“

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„Wir können ja nachher mal gucken, ob wir welche probieren dürfen, Keks. Bestimmt trinken unsere Silberdistels bald Kaffee und dazu haben sie doch diese Keksdingse immer gegessen.“

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„Ja, Torty, wenn der Stern da oben leuchtet, dann ist immer Kaffeezeit.“

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„Aber noch leuchtet der Stern nicht, da können wir noch weiter Vögel angucken, Torty.“

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„Torty, guck mal, bei der Meise ist es schon Nachmittagsessenszeit.“

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„Ob unsere Silberdistels nicht auch langsam ihren Kaffee trinken und diese so lecker duftenden Kekse essen wollen? Vielleicht ist die Lampe vom Stern kaputt und dann verpassen sie am Ende noch das Nachmittagsessen.“

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„Ich geh‘ jetzt mal gucken, Torty.“

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Und kaum war unser Keks drinnen, fing auch der Stern an zu leuchten …

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… und wir Silberdistels durften es uns endlich bei Kaffee, Elisenlebkuchen und Keksen gemütlich machen.

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Nur unser pelziger Keks war etwas enttäuscht, weil diese Art von Leckerchen, wie wir Silberdistels sie gleich verspeisen würden, so gar nicht für einen Katzenmagen geeignet ist. Aber er bekam statt dessen die kleinen Katzenkekse und seine beiden Mitbewohnerinnen kamen natürlich auch nicht zu kurz. Und so waren am Ende alle zufrieden.

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Und so wünschen wir fünf Silberdistels auch Euch einen gemütlichen 4. Advent, an dem alle mit sich und ihrer kleinen Welt rundum zufrieden sind. Die große Welt blenden wir heute einmal aus, denn mit der kann man wohl nie rundum und ganz zufrieden sein. Schade eigentlich, aber wohl ein Traum, der immer nur ein Traum bleiben wird.

 

In der vergangenen Woche werkelten mein pelziger Keks und ich fleißig im Garten, so fleißig, dass wir alle Restarbeiten erledigen und das Gartenjahr damit erfolgreich abschließen konnten. Ich berichtete hier darüber. Und es gab sogar Lohn für unsere fleißige Arbeit – Goldgeschenke. Gut, Keks hatte als Lohn für seine Arbeit eher anderes im Sinn, etwas Greif-, noch besser Fressbares, schwebte ihm vor. Diesen Wunsch habe ich ihm selbstverständlich erfüllt, hatte ich doch noch etwas gutzumachen wegen meiner Meckerei mit der Schnur für den Moorbottich.
Ich aber nahm das Geschenk aus Gold begeistert an,  auch wenn es scheinbar unerreichbar hoch am Himmel hing. Es war nämlich ein Himmelsgeschenk, ein Himmelsgeschenk, das die Sonne am Abend nach unserer Gartenarbeit mit Hilfe der Wolken in einen bezaubernden Abendhimmel gemalt hatte – ähnlich dem Goldrausch-Wochenende, von dem ich hier vor einer Weile ebenfalls berichtet hatte.
Eine gewisse Ähnlichkeit gab es schon mit den Himmelsgemälden vom Goldrausch-Wochenende, aber eher nur in der Farbwahl. Von den Strukturen her war es wieder einmal anders. Ich glaube, ich könnte den Himmel noch viele Tausend Male fotografieren und nie würde ein Bild dem anderen gleichen. Immer wieder wäre es neu, was die Zauberin Natur mit ihrem Malkasten dort oben in Wolkenhausen gestaltet.
Meine Kamera, die natürlich immer Kumpel ist, zwinkerte mir verschwörerisch zu. Auch wenn die Trauben wie in diesem Falle sehr hoch hingen, sie wusste, wie wir all das Gold in meine Schatzkiste zaubern könnten. So stiegen wir beide hinauf zu meinem Kranichausguck und dann begannen wir in bester Teamarbeit, das goldene Himmelgeschenk einzusammeln.

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Und während wir fleißig sammelten, drangen plötzlich wohlbekannte Laute an mein Ohr, Laute, wie ich sie den ganzen Oktober über bis in den November hinein fast täglich gehört hatte. Aber wo kamen sie her?

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Ich lauschte und suchte gespannt den immer dunkler werdenden Himmel ab und dann sah ich sie – schattenhaft, kaum noch in der hereinbrechenden Dunkelheit zu erkennen – eine kleine Formation von Kranichen. Schnell kamen sie näher und zogen schließlich über unser Haus hinweg. Noch lange klangen ihre Rufe durch den frühen Abend.
Ihrer Flugrichtung nach zu urteilen, waren sie Richtung Ostsee, zu ihren Schlafplätzen, unterwegs. Ob ich sie in den nächsten Tagen noch einmal wiedersehen würde? Sicher gehören sie zu den Kranichen, die alljährlich hier bei uns überwintern. Einige Tausend sollen es sein, die den beschwerlichen Flug in die wärmeren Regionen gar nicht erst auf sich nehmen. So können sie im Frühjahr die besten Brutplätze besetzen.

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Mein Blick fiel wieder nach Westen, zum Himmelsgold. Fasziniert schaute ich hinauf zu dem wellenförmigen Wolkenbild schräg über mir. Wenn ich nicht wüsste, dass dort oben kein Meer sein kann, würde ich glauben, es ist an diesem Tag ausgezogen, um den Himmel für sich zu erobern. Die Wolken ähnelten einem im Sturm tosenden Meer. Ich meinte fast, das Wellenrauschen zu hören. Und dann, wenige Augenblicke später ist all dieser Zauber vorbei, die Sonne ist in dem rotgoldenen Meer versunken  …

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Vier Tage später trifft das ein, was ich mir an jenen rotgoldenen Abend erhofft hatte, der Kranichgesang wiederholt sich. Dieses Mal hören wir ein Morgenlied. Als hätte ich es geahnt, habe ich am Abend zuvor meine Kamera mit hinauf in unseren Kranichausguck genommen. Ich fühle mich richtig belohnt, als ich am Morgen die Stimmen dieser herrlichen Vögel vernehme und wie der Wind bin ich mit der Kamera am Fenster. In rasanter Geschwindigkeit sehe ich sie auf mich zukommen und erwische sie gerade noch, bevor sie hinter dem Dachfirst unseres Hauses verschwinden. Zum Staunen bleibt kaum Zeit, obwohl mir während dieser wenigen Sekunden nicht entgeht, wie herrlich die eleganten Vögel aussehen. Vergoldet vom Licht der aufgehenden Sonne fliegen sie dahin, begleitet von ihren melancholisch klingenden Trompetenrufen. Welch unbeschreiblich schöner Anblick, welch herrlicher Gesang.
Später am PC sehe ich, dass die Kamera diesen Goldschimmer tatsächlich gut festgehalten hat und ich erlebe das ganze Spektakel von Neuem und nun bleibt mir auch genug Zeit zum Staunen und Bewundern.

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Doch bevor ich mir die Bilder am PC ansehe, schaue ich dankbar in die langsam immer höher steigende Morgensonne. Ohne sie wäre das eben nicht möglich gewesen, ohne sie hätte es diesen goldenen Kranichmoment, dieses fliegende goldene Himmelsgeschenk, nicht gegeben. Kraniche im Dezember! Ist das nicht schön?

Oder doch mehr gemein als schön? Oder gar sowohl als auch? Also, wenn man mich fragt, dann ist sie schön, wunderschön. Aber sie kann auch so gemein sein, ganz schön gemein sogar. Im Moment ist sie eitel, hat sich mehr auf das Schönsein verlegt.
Es ist gerade ein paar Tage her, es war an diesem Wochenende mit den herrlich goldenen Sonnenuntergängen, da ist es mir wieder einmal ganz besonders aufgefallen, wie schön sie ist, meine Lieblingsbirke. Und dass sie Geschmack hat, konnte man an dem besagten Wochenende mehr als deutlich sehen und auch, dass sie sich ihrer natürlichen Schönheit durchaus bewusst ist. So war es also kein Wunder, dass die schlanke Schönheit noch eins draufsetzte und sich die goldenen Zutaten zunutze machte, die Frau Sonne an diesen Tagen in den Abendhimmel gezaubert hatte. Kurzerhand bediente sie sich nämlich an der am Himmelszelt schwebenden eleganten goldenen Abendrobe. Verzückt beobachtete ich ihre allabendliche Verwandlung zur vollkommenen Schönheit.

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Aber nicht nur an den Abenden sah sie betörend aus. Sie versteht es ebenso, sich gekonnt für den bevorstehenden Tag zurechtzumachen.

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Birke im goldenen Morgengewand und Federschmuck im Haar

Wenn ich morgens nach dem Duschen aus dem Badfenster schaue, kann ich zu ihr hinüberblicken und sehen, wie sie sich für den neuen Tag gekleidet hat. Immer wieder lässt sie sich etwas Neues einfallen. Hier und dort ein bisschen Gold in ihrem lang hinunter wallenden Haar und mitunter schmückt sie sich mit einem zusätzlichen Accessoire wie oben auf dem Bild zu sehen, …

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Ein Federschmuck in der Art, wie ihn die Birke gern einmal trägt – Kreation „Nebelkrähe“

… einem grau-schwarz gemusterten Federschmuck, etwa in der Art wie Nebelkrähen ihn zu tragen pflegen.

Mit wissenschaftlichem Namen nennt sich meine Lieblingsbirke übrigens „Bedula pendula“. Wem das zu kompliziert ist, der darf sie auch ganz simpel „Hängebirke“ oder noch treffender „Gemeine Birke“ nennen, denn gemein ist sie neben all ihrer Schönheit nämlich auch, ganz gewaltig sogar. Auch wenn ich sie gerade ganz selbstvergessen bewundert habe, weiß ich doch, dass nicht nur pure Schönheit in ihr steckt. Im Frühjahr kommt, jeder Birkenpollenallergiker wird es wissen, regelmäßig ihre gemeine Ader zum Vorschein, nämlich dann, wenn sie großzügig und erbarmungslos ihren gelben Blütenstaub in alle vier Winde verteilt und mir das Atmen und somit das Leben schwer macht. Wenn sie meint, sie hätte mich da schon wieder einmal mit all ihrer Schönheit zu Tränen gerührt, dann irrt sie in dem Falle ganz gewaltig.
Im Frühjahr hält sich meine Bewunderung für sie doch sehr in Grenzen. Meistens kann ich sie vor lauter Tränen in den Augen eh nicht richtig sehen. Ich weiß gar nicht, warum sie sich da so ins Zeug schmeißt. Naja, vielleicht hat sie zu der Zeit andere Bewunderer als mich. Soll sie, denn dass sie eine Schönheit unter den Bäumen ist, das will ich ihr trotz dieser Frühjahrsgemeinheit ganz neidlos einräumen.

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Birke im nur noch recht dünnen Herbstgewand im November-Abendlicht

Für mich müsste sie nicht so angeberisch mit Blütenstaub um sich werfen. So bewundere ich sie lieber und mit klarem Blick etwas später im Jahr, dann, wenn sie nicht mehr so verschwenderisch mit Pollen um sich wirft, dann, wenn sie ganz fesch in sommerliches Grün gekleidet ist oder noch ein wenig später, wenn sich ihr grünes Gewand langsam herbstlich vergoldet. Selbst dann, wenn nach und nach ihr wallendes Haar dünner und dünner wird, wenn der Herbst es licht macht und sogar im Winter, wenn sie ganz nackt und kahl vor uns steht, ist sie eine tolle Erscheinung.
Warum nur, muss sie im Frühjahr nur so gemein sein? Sie hat es doch gar nicht nötig, auf so gemeine Art auf sich aufmerksam zu machen. Man kann doch gar nicht anders, man muss sie einfach bewundern und ohne diese Gemeinheit im Frühjahr hätte sie bestimmt noch etliche Bewunderer mehr.

Wenn auch der diesjährige Herbst uns nicht in einen Goldrausch versetzen konnte, wenigstens die Sonne hat endlich eingesehen, dass das eine echt schwache Kür war. Irgendwie war sie ja auch mitverantwortlich für so viel herbstliche Trostlosigkeit. Was heißt hier eigentlich mitverantwortlich? Vielleicht war sie sogar die Hauptverantwortliche für diese ganzen Herbstmisere, denn hätte sie sich nicht permanent hinter einem grauen Wolkenvorhang versteckt, wäre der Herbst vielleicht gar nicht erst in den vorzeitigen Winterschlaf gefallen.  Hätte sie ihn öfter einmal mit ihren warmen Strahlen an der Nase gekitzelt, wär er bestimmt ganz schnell hellwach gewesen und hätte sogar Lust darauf verspürt, zu seinem Malkasten zu greifen und uns die Welt mit ein paar Pinselstrichen herbstlich bunt zu zaubern.

Am vergangenen Wochenende nun hat sich Frau Sonne bei uns mit einem Trostpflaster für das bisher fehlende Herbstgold entschuldigt. Am Freitagabend schon hat sie uns in einen wahren Goldrausch versetzt und uns mit einem zauberhaften Abendhimmel verwöhnt.

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Und weil’s so wunderschön war und wir uns gar nicht sattsehen konnten an dem vielen Gold, hat sie am Samstag noch einmal nachgelegt – natürlich mit kleinen und größeren Abwandlungen im Wolkenbild.

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Der Sonntag begann zwar sonnig, aber am späten Nachmittag schwächelte Frau Sonne dann doch gewaltig. Sie ließ sogar dunklen Wolken den Vortritt, die sich noch dazu ihrer feuchten Last entledigen mussten. Ich weiß nicht, was sich die Sonne dabei gedacht hatte. Meinte sie etwa, uns mit diesen beiden herrlichen Sonnenuntergängen der vorangegangenen Tage schon wieder zu viel zugemutet zu haben oder war ihr bereits wieder die Lust daran vergangen, uns mit Licht und warmem Gold zu beschenken?
Aber irgendwie muss sie gemerkt haben, dass sie sich ganz schön unfair verhielt. Am Ende des Tages hat sie dann doch noch einmal die Kurve gekriegt und sich mit einem goldenen Himmel verabschiedet, der fast die beiden Abende zuvor in die Tasche stecken konnte. Das wird doch wohl hoffentlich bedeuten, dass die neue Woche ebenso goldig beginnt, wie das Wochenende endete. Also Sonne, enttäusche uns nicht!

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