Mit ‘See’ getaggte Beiträge

Wenn es um Wind geht, untertreiben wir Nordlichter es ja gern einmal. An der Küste geht es höchst selten ganz windstill zu. So empfinden wir das, was andere bereits als stürmisch betrachten würden, höchsten als büschen windiger als sonst. Las ich nicht unlängst, für uns Küstenbewohner gilt, dass Sturm erst dann ist, wenn die Schafe keine Locken mehr haben?

01-Dsc_0037Am vergangenen Sonntag waren einige von uns Silberdistels wieder einmal gemeinsam mit anderen Hinterbliebenen Seebestatteter zu einer Gedenkfahrt mit dem Schiff vom Wismarer Hafen aus zum Urnenfeld vor der Insel Poel unterwegs. Alljährlich zum Volkstrauertag und zum Totensonntag werden den Angehörigen und Freunden solche Fahrten zum Platz der letzten Ruhestätte ihrer Lieben angeboten. Für uns war es bereits die fünfte Reise zu dem Ort, an dem mein Vater einst vom Meer in Empfang genommen wurde. Bisher waren es dem Anlass entsprechend immer recht besinnliche und ruhige Fahrten gewesen. Vom Wetter her haben wir schon fast alle Witterungsvarianten erlebt – von strahlendem Sonnenschein mit silbern glitzerndem Wasser über herrliches Abendrot mit golden leuchtender See bis hin zu einem still vor sich hin weinenden Himmel mit einem in trauriges Grau gekleideten Meer.

Als wir uns dieses Mal auf die Reise zu unseren lieben Verstorbenen machten, formten sich am Himmel in rascher Folge die spannendsten Wolkenbilder. Dann wieder zauberte die Sonne ein betörendes Lächeln an einen strahlend blauen Himmel. Das alles ging in rascher Folge hin und her. Auch so mancher Regenguss fehlte an diesem Tag nicht.

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Der Wettergott durchschritt offensichtlich gerade ein Wechselbad der Gefühle. Und diese Gefühle machten sich auch noch ordentlich Luft. Das büschen Wind, denn mehr war es für uns im ersten Moment nicht, mit dem wir den Wismarer Hafen in Richtung Insel Poel verließen, entwickelte sich bald zu einem recht lungenstarken Burschen.

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Der windige Geselle wurde stürmischer und stürmischer. Die Schafe hätten wohl wirklich um ihre Locken im Pelz fürchten müssen, wären sie mit uns auf See gewesen. Je mehr wir uns dem Urnenfeld näherten, umso mehr spürten wir die recht bewegte See. Die Wellen platschten spritzend gegen den Schiffsbug und donnerten dann brausend gegen die vorderen Scheiben des Fahrgastraumes. Welch imposantes Bild! Die Fahrt war bereits bis dahin schon fast ein kleines Abenteuer.

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Inzwischen sind wir vor der Insel Poel angekommen – wir erleben ein tiefblaues Meer

Nach einer knappen Stunde hatten wir das Urnenfeld erreicht. Doch dieses Mal war alles etwas anders. Der Käpt’n forderte die wenigen, die sich bis dahin auf dem Oberdeck den kalten und stürmischen Wind um die Ohren wehen ließen, dazu auf, sich aus Sicherheitsgründen wieder unter Deck zu begeben. Unser Schiff würde gleich wenden. Wegen des Sturms wäre es leider dieses Mal nicht möglich, das Urnenfeld, wie es sonst jeweils üblich war, für einige Minuten zu umkreisen. Wir sollten uns auf unsere Plätze begeben und uns gut festhalten. Das Schiff würde bei der Wende seitlich von den Wellen getroffen werden und so dem Seegang entsprechend hart ausgeliefert sein.

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Wenig später erfahren wir dann live, was die See alles kann, wenn sie aufgebracht ist. Mir entgleitet bei der Kehrtwendung unseres Schiffes fast meine Knipse, so schräg liegt die „Mecklenburg“ plötzlich in der tosenden Ostsee. Und dann klirrt und scheppert es heftig um uns und an Bord geht einiges an Gläsern und Geschirr zu Bruch.
Als wir uns von unserem Schreck erholt haben und das Schiff wieder vergleichsweise ruhig im Wasser liegt, dürfen wir dennoch dem Meer die Blumengrüße für unsere verstorbenen Angehörigen übergeben. Dieses Mal sind es mehr stürmische denn andächtige Grüße. Unsere Blumen werden uns regelrecht aus der Hand gerissen und fast gierig von der See verschlungen.

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Stilles Gedenken ist, wie wir alle wissen, doch ein wenig anders. Aber andererseits wäre unser Vater sicher stolz auf uns, hatten wir uns doch trotz der widrigen Wetterverhältnisse zu ihm auf den Weg gemacht.

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Ich sah ihn regelrecht vor mir, wie er uns grinsend zuzwinkerte und sagte, er habe das Wetter so bestellt. Er wollte einmal sehen, wie seefest seine Familie ist.

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Wir sind bereits wieder auf den Rückweg – vor uns liegt das Panorama der alten Hansestadt Wismar

Ob unser Vater deshalb eine Seebestattung wollte, weil er wusste, dass jeder Besuch bei ihm für uns ein kleines unvergessliches Abenteuer werden könnte?

Übrigens waren scheinbar alle Mitfahrer seefest. Jedenfalls konnte ich nichts Gegenteiliges beobachten. Sogar meine Mutter, die ich schon recht seekrank erlebt habe, hat unsere Sturmfahrt gut überstanden. Hinterher meinte sie nur, es wäre dieses Mal ja recht windig gewesen. Ob man mit zunehmendem Alter einfach seefester wird? Oder wollten wir uns nur nicht vor unseren Lieben dort im Meer blamieren?

Trotz oder vielleicht gerade wegen des Sturms war es eine schöne Fahrt, wenn auch nicht so andächtig wie sonst. Auf jeden Fall wird uns diese Reise wohl immer im Gedächtnis bleiben und mit ihr auch derjenige von uns, der dort im Meer sein letztes Zuhause hat. Das Meer hat uns für die diesjährige aufregende Schaukelei aber reich entschädigt. Es zeigte sich uns in vielen wundervollen Farbschattierungen – von hellem bis zu dunklem Grün, zwischendurch mit silbrigem Glanz und dann wieder in herrlichem Himmelblau und schließlich  in einem fantastisch tief dunklen Meeresblau. Und natürlich fehlte höchst selten das für diesen Tag so bezeichnende weiße Spitzenhäubchen auf den Wellen.

… läuft die Vorbereitung auf die nächste Urlaubssaison in vollen Touren. Sand wird von der Mole aus, wo es mehr als genug davon gibt, mit großen Kippern Richtung Westen gefahren, dorthin, wo sich die Ostsee bei schweren Stürmen am ehesten einen Weg ins Landesinnere bahnen würde. Genau von dort wird der Sand nämlich im Laufe der Zeit immer wieder vom Meer Richtung Mole gespült, sodass der Strand hier langsam schmaler und schmaler wird, ganz im Gegensatz zu dem Strandabschnitt an der Mole. Dort  wächst der Strand immer mehr in die Breite.
Damit es nicht irgendwann bei einer Sturmflut doch passiert, dass die Ostsee an diesem schmalen Strandabschnitt durchbricht, denn wenn das passieren würde, würde nicht nur Warnemünde unter Wasser stehen, auch etliche Rostocker Stadtteile könnten davon betroffen sein, muss im westlichen Teil des Strandes immer wieder Sand aufgetragen werden.
Es gab schon einmal eine Sturmflut, die fast das gesamte Seebad unter Wasser gesetzt hat. Das war die Sturmflut vom November 1872, bei dem ein Höchstpegel von 2,43 m erreicht wurde. Auch danach gab es noch etliche schwere Sturmfluten mit Beinahe-Katastrophen. Also werden die Lücken jetzt immer schnell und fein säuberlich geschlossen, bevor es zu spät ist. Und so ähnelte der Warnemünder Strand, als ich ihm in der vergangenen Woche einen Besuch abstattete, mehr einer Hügellandschaft. Spaß gemacht hat der kleine Strandspaziergang trotzdem, auch wenn immer wieder große Traktoren samt Anhängern  an mir vorbeisausten. Andererseits waren nicht nur die Fahrzeuge an sich ungewöhnlich, auch die Kletterpartie, die ich absolvieren musste, bot ein neues Strandgefühl, denn die schweren Traktoren und Hänger haben tiefe Spuren im Sand hinterlassen. Ich musste mich über Berg und Tal zum Wasser vorkämpfen. Es war also einmal ein etwas anderer Strandspaziergang.

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Tolles Fotowetter war allerdings nicht. Aber zum Fotografieren war ich eigentlich gar nicht nach Warnemünde aufgebrochen. Ich hatte dort einen Termin, zu dem ich leider vergessen hatte, gutes Wetter zu bestellen.
Eigentlich hätte ich es tun sollen, denn wenn ich schon einmal in Warnemünde bin, muss ich natürlich auch einen Blick auf die See werfen.Tja, nun lag sie recht grau und trist vor mir und meinte, ich wäre selber schuld, hätte ich doch rechtzeitig Bescheid gegeben, dass ich zu Besuch kommen wollte, dann hätte sie sich ein wenig schicker präsentiert. Aber jetzt so auf die Schnelle …
Na, egal, ein paar Bilder musste ich trotzdem mitnehmen, genauso wie eine Nase voll Seeluft, ein paar Sandkörner in den Schuhen und diesen  salzigen Geschmack auf den Lippen, den ich so sehr mag.

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Als ich dann wieder nach Hause aufbrach, lichtete sich doch tatsächlich das Grau etwas, aber da war ich dann auch bockig und ließ mich nicht noch einmal zurück locken. Erst meckern, weil ich mich nicht angemeldet habe und dann verspätet doch noch gastfreundlich tun. Solche Spielchen durfte sie gern ohne mich spielen.
Wenigstens tschilpte mir ein Spatz aus dem Sanddorn noch entschuldigend zu, ich solle es nicht so tragisch nehmen, ich wüsste doch selbst, wie launisch die Dame Ostsee mitunter ist. Er hat ja Recht. Ich weiß es auch und nehm’s ihr nicht übel. Schließlich ist die Ostsee auch nur ein Mensch, der gute und schlechte Tage hat 😉
Ach, übrigens gibt es nicht nur im Wald Baumgeister, es gibt sie auch am Strand. Ich traf nämlich dicht an der Promenade einen solchen Baumgeist, der aber darauf bestand, Strandgeist genannt zu werden.
Wenn auch das Wetter nicht gerade ideal für einen Strandspaziergang war, es war dennoch ganz schön was los am Strand von Warnemünde – Spatzen, Strandgeister, säuselnde Sandkörner, flüsterndes Dünengras … Was will man mehr? Ach ja, schreiende Möwen waren ja auch noch da.

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Der Oktober lässt sich in diesem Jahr wirklich sehr bitten, was den goldenen Herbst betrifft. Wahrscheinlich denkt er, der September hätte in der Hinsicht bereits fleißig für ihn vorgearbeitet. Warum sollte er sich da noch großartig ein Bein ausreißen?  Wir Silberdistels neigen fast dazu, dem Burschen seine Lustlosigkeit nachzusehen, zumal wir das große Glück hatten, nicht nur einen Teil dieser so herrlichen Septembertage, sondern auch den eigentlichen Herbstbeginn beim Wandern in der Rhön zu erleben. Ich berichtete hier bereits in einigen meiner Beiträge zuvor.

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Eine Panoramaaufnahme – von der Wasserkuppe aus aufgenommen

Auch für den ersten Herbsttag war zumindest für die Rhön wieder bestes Wetter versprochen. Einfach perfekt, nicht nur für den eigentlichen Herbstbeginn, auch für unseren Urlaub konnten wir uns nichts Besseres wünschen. Die Fernsicht schien wieder bestens zu sein. Auch wenn später ab und zu ein paar beeindruckend dunkle Wolkenberge am Himmel zu sehen waren, blieb es bei dem fantastischen Spätsommerwetter. Unsere Entscheidung, uns noch einmal auf zur Wasserkuppe zu machen, dieses Mal vom Guckaisee aus, erwies sich als gut und richtig.

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Hier haben wir den Guckaisee (mittig im Bild) bereits weit hinter uns gelassen

Wir schnürten also auch an diesem Tag unser Wanderränzlein und bemühten zunächst erst einmal, wie schon öfter in diesem Urlaub, unser Auto, denn übertreiben wollten wir es mit dem Wandern ja nun auch nicht.
Vom Parkplatz am nahen Guckaisee aus sattelten wir Silberdistels dann aber doch auf unsere je zwei Füße um.
Der Wanderweg führte uns zunächst rechts am Guckaisee vorbei. Für Badegäste war der See wohl schon zu kalt. Es waren nämlich weit und breit keine zu sehen. Wir hatten das schon ganz anders erlebt. Kurz hinter dem See krabbelt der Weg dann langsam, aber stetig in die Höhe. Da er aber einen großen,  fast s-förmigen, Bogen beschreibt, hält sich die körperliche Anstrengung durchaus in Grenzen.

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Immer wieder legen wir eine kleine Pause ein – für solche wundervolle Fernblicke wie diesen

Immer wieder laden herrliche Ausblicke zum Verweilen ein. Man pausiert also fast schon automatisch, um den Blick in die Ferne …

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Hier ein Blick hinauf zum nahen Pferdskopf

… oder auch hinauf zum nahen Pferdskopf schweifen zu lassen. Oft haben wir über diesem Berg schon Gleitschirme schweben sehen. An diesem Tag war über ihm nur blauer Himmel mit einigen wenigen Wolken zu sehen.

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Ist der Anstieg auf dem s-förmiger Weg geschafft, geht es ein ganzes Ende ohne nennenswerte Kletterpartien weiter. Erst kurz vor der Wasserkuppe mit dem großen „Fußball“ auf ihrem Gipfel geht es wieder steil den Berg hinauf. Wir sparten uns diesen letzten schweren Teil allerdings noch ein wenig auf, denn unser Interesse galt an diesem Tag zunächst einmal dem Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe und das befindet sich etwas unterhalb des berühmten „Fußballs“.

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Das Denkmal, eine Arbeit von August Gaul, wurde 1923 in Erinnerung an die im 1. Weltkrieg gefallenen Piloten errichtet. Es ist nicht, oft wird das nämlich fälschlich behauptet, ein Denkmal für alle beim Fliegen tödlich verunglückten Piloten. Heute ist das Fliegerdenkmal mit seinem imposanten Basaltsteinsockel und der bronzenen Adler-Skulptur nicht mehr von der Wasserkuppe wegzudenken. Es gilt inzwischen neben dem Radom, dem großen „Fußball“, als Wahrzeichen des Berges.
Wie man an den vielen, einem ständig vor der Kamera herumlaufenden, Menschen sehen kann, war und ist der stolze Adler auf seinem Steinwall nicht nur bei uns Silberdistels ein beliebtes Fotomotiv. Die großen Basaltbrocken rund um das Denkmal reizen noch dazu, und das nicht nur Kinder, die eine oder andere Kletterrunde darauf einzulegen. Na, und ein Foto, so direkt und fast hautnah unter dem Adler stehend, macht doch so einiges her. Als endlich auch wir Silberdistels unsere Fotos im Kasten hatten, meisterten wir noch das letzte steile Stück des Anstiegs und so standen wir dann, ein bisschen schnaufend, unterhalb des großen Balles am höchsten Punkt der Wasserkuppe und schauten in die nun fast unter uns liegende Rhön.

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Der Blick ganz oben von der Wasserkuppe aus ist durchaus beeindruckend

Von ganz oben war die Aussicht auf die Berge in der Ferne natürlich noch viel spektakulärer. Wie unendlich weit man schauen konnte. Auch wenn wir dieses Mal nicht über den Wolken schwebten wie im vergangenen Jahr, kamen mir beim Anblick der unendlichen Ferne wieder  die Zeilen „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ aus dem Song von Reinhard Mey in den Sinn.

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Dabei fiel mein Blick auf eine Gruppe am Hang sitzender und stehender Modellflugzeugfans. Ob ihnen auch jedes Mal, wenn sie ihre Modellsegelflugzeuge in den Himmel schicken, dieses Lied in den Ohren klingt?  Aber wenn schon nicht ihnen, dann doch sicher denen, die hoch über uns gerade in den beiden Fliegern saßen. Wie aufregend es dort oben ist, weiß auch ich seit unserem Rhönrundflug im vergangenen Jahr und wie berauschend es ist, den Wolken so nah zu sein.

Aber genug geschwärmt. Wieder mit den Gedanken und beiden Füßen auf der Erde, schlenderten wir weiter in Richtung Rhöner Bauerladen. Oben auf der Wasserkuppe gibt es nämlich einen Ableger des Lädchens am Freilandmuseum in Fladungen. Dort hineinzuschauen war uns schon fast Verpflichtung, auch auf die Gefahr hin, nicht mit leeren Händen wieder rauszukommen. Na, und so war es dann auch, 2 Keramiktassen von unserem Lieblingstöpfer, 4 leckere Rhöner Würste und ein Minigläschen mit Rhöner Fichtenspitzensenf wanderten schließlich wieder mit uns bergab.

Hinunter zum Guckaisee, an dem ja unser Auto auf uns wartete, wählten wir zur Abwechslung mal einen anderen Wanderweg als den, der uns hoch zur Wasserkuppe geführt hatte. Im letzten Jahr hatten wir einen für uns neuen Weg entdeckt.

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Der Pferdskopf – ein beliebter Berg bei den Gleitschirmfliegern

Er führt zunächst wie auch unser Hinweg am Pferdskopf vorbei und ganz kurz dahinter rechter Hand  recht steil hinab über eine Sommerweide bis hin zum Guckaisee. Der Pferdskopf ist übrigens bei den Gleitschirmfliegern sehr beliebt als Startposition hinauf in die luftigen Höhen der Rhön. Seine Hänge scheinen dafür geradezu gemacht.

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Vor dem Betreten von Hunden würde ich natürlich auch warnen. Das könnte unter Umständen gefährlich enden

Unterwegs zum Guckaisee gab es natürlich noch allerlei zu sehen und wenn’s nur das Schild am Einlass zur Sommerweide war, das einer gewissen Komik nicht entbehrte. Wer getraut sich schon, Hunde zu betreten? Na, jedenfalls wird man hier gewarnt, falls man doch so überaus todesmutig sein sollte.

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Aber auch sonst litt meine Kamera durchaus nicht an Futtermangel. Nicht nur Herbstzeitlose erfreuten unser Auge. Die Natur rundum hatte viel Schönes zu bieten. Und dass wir wirklich auf einer Weide waren, das blieb uns ebenfalls nicht verborgen, schauten wir doch immer wieder einmal in hübsche Kuhaugen.

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Der Guckaisee hat auch im Herbst seine Badegäste

Und da lag er schon vor uns, der Guckaisee. Menschliche Badegäste gab es noch immer nicht, aber Zweibeiner waren dennoch im See unterwegs – gefiederte Zweibeiner, die schnatternd miteinander plauderten und beim Wettpaddeln winzige Wellen auf das ansonsten spiegelglatte Wasser zauberten.

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Wir haben einen stillen Beobachter

Vom See bis zu unserem Auto war es dann nicht mehr weit. Wieder am Ferienhaus genossen wir auf der Terrasse noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Ob wir da bereits heimlich beobachtet wurden? Es schien mir fast so, denn kaum waren wir wieder drinnen im Haus, nahm ich vor dem Fenster eine Bewegung wahr. Ein hübsches graues Kätzchen schaute vorsichtig und aus angemessener Entfernung zu unserem Fenster hinein. Was ging da wohl in dem kleinen Köpfchen vor? Egal, ich hatte den Blick auch so verstanden und legte später ein paar Wurststückchen auf die Terrasse. Am anderen Morgen war alles fein säuberlich weggeputzt. Von da an hatten wir einen pelzigen Mitesser. Aber es kam noch ganz anders, als wir dachten. Doch das ist eine andere Geschichte.

Noch einmal geht es heute gedanklich zurück in unseren Urlaub mit Enkelin vom September letzten Jahres. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an unsere Erlebnisse im und am Kloster Weltenburg. Unser Besuch dieser herrlichen an der Donau gelegenen Klosteranlage bei Kelheim war, obwohl wir erst so unsere Zweifel hatten, dass wir unserem Enkelkind mit einer solch trockenen Veranstaltung eine Freude bereiten könnten, dann letztendlich doch ein gelungener Ferientag. Mein schwarzes I-Pad, die Donau und ein klitzekleines Tierchen, eine Eidechse, hatten uns gerettet. Dieses Dreiergespann aus moderner Technik, Wasser und kleinem Kriechtier hatte genug Action in den Ausflug gebracht. Der darauffolgende Ferientagtag lief dann ganz nach Enkelinnenwunsch ab. Der Opa hatte nämlich in München zu tun und wir Mädels keine Meinung, dort irgendwo auf ihn wartend, die Zeit totschlagen zu müssen. Und dass Großstadt für eine Siebenjährige interessant sein würde, wagte ich dann doch zu bezweifeln.

Entenfüttern war auf jeden Fall ein gutes Programm

Entenfüttern war auf jeden Fall ein gutes Programm

Da blieben wir doch lieber im hübschen Altmühltal und machten unseren eigenen Plan für diesen Tag. Wir konnten also tun und lassen, wonach uns der Sinn stand und noch dazu so ganz ohne männliche Einmischung. So wurde dieser Frauentag ein Entenfütter- und Spielplatztag. Am Ende waren wir beide zufrieden und glücklich und am Abend hatte nicht nur der Opa uns viel zu erzählen, sondern wir auch ihm.

Endlich einmal keine Ente, ein Schwan nähert sich

Endlich einmal keine Ente, ein Schwan nähert sich

Sogar eine traurige Begebenheit, bei der leider auch Tränen rollten, gehörte in unseren Bericht. Da hatte es am See bei unserer Fütterungsaktion nämlich einen Schwan gegeben, den das Kind unbedingt auch noch füttern wollte, denn Enten hatten wir ja schon ausreichend mit Futter versorgt. Wir wollten schließlich Abwechslung im Ferienprogramm. Doch dieser dumme Schwan wollte und wollte nicht kommen.

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Als die sehr zahlreich erschienenen Enten schließlich fast alles, was wir an Brotkrumen mitgebracht hatten, aufgefressen hatten und sich nach dem Festmahl schon fleißig zu putzen begannen, …

… kam die weiße Schönheit plötzlich doch noch angeschwommen und erhoffte sich nun von uns  tatsächlich noch eine kleine Mahlzeit.

In hohem Bogen fliegt das letzte Stück Brot Richtung Wasser

In hohem Bogen fliegt das letzte Stück Brot Richtung Wasser

Das Kind warf in hohem Bogen das letzte Stückchen Brot in Richtung Schwan, doch ….

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Eine Ente ist schneller unterwegs zum Brot als der Schwan

… dumm gelaufen … eine Ente war schneller. So kam es dann, dass auf einmal im Kindergesichtchen die Tränen herunterkullerten, weil … der arme Schwan sollte doch auch noch etwas haben und nun hätte die Ente ihm das aller letzte Stückchen, das wir noch gehabt hatten, weggenommen. Es kostete mich ganz schön Mühe, das Kind zu beruhigen und ihm zu versichern, dass der Schwan ganz sicher auch ohne dieses Brotstückchen nicht verhungern würde.

Der Schwan schwimmt nach dem verpassten Imbiss wieder fort

Der Schwan schwimmt nach dem verpassten Imbiss wieder fort

Der machte sich, um mich nicht Lügen zu strafen, auch bald wieder auf und davon. Und ich versuchte schnell ein Ablenkungsmanöver zu starten.

Es gibt nicht nur Bänke, auch Spielplätze sind am See zu finden

Es gibt nicht nur Bänke, auch Spielplätze sind am See zu finden

Rund um den See herum gab es nämlich nicht nur Bänke für die Erholung der mehr omamäßigen Spaziergänger, dort gab es natürlich auch Gerätschaften für die jüngeren Urlauber – Schaukeln, Karussells, Wippen, Rutschen und mehr.

Als mein Finger in die Richtung eines Spielplatzes zeigte, war der Schwan fast schon wieder vergessen, die Tränen versiegten und der Rest des Tages war gerettet – mit einem Spielplatzmarathon.

… und mit ihrer Liebeserklärung an ihn hat sie bei mir genau den richtigen Nerv getroffen. Unlängst bekam ich von einem anderen Nordlicht den Link auf das nachfolgende YouTube-Video zugeschickt. Er wusste, dass ich mögen würde, was ich dort sehen und hören würde.

Frech und zugleich liebevoll kommt Mona Harry mit ihrem Liebesgedicht für unsere feuchte, neblige, oft gnadenlos stürmische und endlos weit und platt erscheinende Gegend daher. Einer Nordländerin wie mir, die bis auf ganz wenige Jahre ihr Leben  dort verbrachte, wo gern Sturm und tobende Meereswellen das Sagen haben, wo im Winter mehr Nebel, Regen und Schneematsch die Welt regieren als eine im wunderweißen Schneekleid idyllisch versunkene Welt, spricht Mona Harry mit ihrem Gedicht  sehr aus dem Herzen. Sicher bin ich auch gern in den Bergen, aber immer wieder hat es mich bisher zurück in den Norden gezogen, in eine Gegend, in der ich mich überaus wohl und zuhause fühle. Und genau darum hat diese wunderhübsche Liebeserklärung hier bei mir heute einen Platz gefunden. Ich könnte es nicht besser sagen. Auch wenn ich meinem Norden mit etlichen Texten und Bildern hier in meinem Blog bereits viele, viele Male meine Liebe zu Füßen gelegt habe, Mona Harrys Gedicht setzt meiner Liebe zu dieser Gegend das berühmte i-Tüpfelchen auf. Bei ihrem Gedicht geht mir ganz einfach das Herz auf. Als Illustration zu Mona Harrys Worten gibt es von MEINEM Norden, der sicher noch ein wenig anders ist als der, den Mona so sehr mag, eine kleine Bilderauswahl – eine Bilderauswahl aus dem östlichen Teil des Nordens.

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Wir Silberdistels haben Anfang September noch einmal für ein paar Tage Urlaub gemacht. Dieses Mal ging’s in das idyllische Altmühltal in Bayern – zusammen mit unserer Enkeltochter – als Test gewissermaßen, wie wir so ganz ohne Mama und Papa miteinander auskommen würden. Ob sich vielleicht wie bei der Mutti in Kindertagen auch ein wenig Heimweh bemerkbar machen würde?

Der nahe See von Kratzmühle lädt zum Baden, Bootfahren und natürlich zum Entenfüttern ein

Der nahe See von Kratzmühle lädt zum Baden, Bootfahren und natürlich zum Entenfüttern ein

Für diesen Test  war der Urlaubsort Kratzmühle, an der Altmühl und an einem hübschen See gelegen, unserer Meinung nach nicht schlecht gewählt, denn hätte unser Ferienkind unter Heimweh gelitten, wären wir innerhalb kurzer Zeit zurück bei Eltern und Bruder gewesen und die Situation hätte sich ganz sicher schnell wieder entspannt und wäre außerdem nicht gleich mit einer ganzen Wochenendreise verbunden gewesen, wie es wohl oder übel hätte sein müssen, wenn unser Ferienkind bei uns Zuhause die letzten schulfreien Tage des Sommers verbracht hätte. Am ersten Abend, als die Schlafenszeit heran war, fehlte die Mutti tatsächlich ein bisschen.

02-Und endlich kommt ein ganzer Trupp Enten angepaddelt

Entenfüttern scheint auch gegen Heimweh zu helfen

Zum Glück ließ sich unser Ferienkind recht gut trösten und am anderen Tag war alle Traurigkeit vergessen. Vielleicht halfen da auch ein wenig die Enten, die wir am nahen See füttern konnten …

Der Spielplatz brachte Kinderaugen zum Leuchten

Der Spielplatz brachte die Kinderaugen zum Leuchten

… und der anschließende Spielplatzbesuch, der von da an fast immer zum Tagesprogramm gehörte. Dabei hatte nicht nur das Kind seinen Spaß, auch ich kam nicht zu kurz.

Die Schaukel - nicht nur von den kleinen Spielplatzbesuchern getestet

Die Schaukel – nicht nur von den kleinen Spielplatzbesuchern getestet

Mitunter durfte ich sogar wie die Kleinen schaukeln oder auf einer Hängebrücke Balanceübungen machen. Dann wieder musste durfte ich mit fremden Vätern über ihre Sprösslinge und Gott und die Welt plaudern. Nein, langweilig war der Spielplatz auch für die Erwachsenen nicht.

Selbst die Babyrutsche ist eine Herausforderung - allerdings von der falschen Seite her

Selbst die Babyrutsche ist eine Herausforderung – allerdings von der falschen Seite her

Ab und zu erlaubte mir unser Spielplatzkind sogar, es bei seinen Turnübungen zu knipsen. Das war allerdings eine große Ehre, wenn ich es denn überhaupt durfte. So ganz stieß diese Knipserei nämlich beim Kind nicht auf Gegenliebe. Ich sollte lieber anderes fotografieren, was ich natürlich auch tat. Das ließ ich mir doch nicht zweimal sagen.

Märchenhaft - allerdings nicht zertanzt, wohl nur vergessen

Märchenhaft – allerdings nicht zertanzt, wohl nur vergessen

Auf so einem Spielplatz gibt es durchaus vielerlei interessante Objekte und nicht nur Ferienkinder. Da kann man vergessene Schuhe sehen, verlassene Schaukeln und sogar die ortsansässige Spielplatzmaus gab sich die Ehre und begrüßte mich.

Die ortsansässige Spielplatzmaus

Die ortsansässige Spielplatzmaus

Sie wohnte ganz in der Nähe der Bank, von der aus ich meinem Ferienkind bei seinen sportlichen Übungen zuschaute. Gleich neben der Schaukel hatte das Mäuschen sein winziges unterirdisches Mäuseschloss gebaut, aus dem es immer wieder einmal herausschaute und mir so sehr angenehm die Zeit vertrieb. Der Opa Silberdistel hatte den Spielplatzbesuch übrigens ausgespart, er spielte derweil lieber ein wenig in unserem Ferienquartier mit seinem PCli. Uns Mädels war das recht, zumal uns später ein fertig gedeckter Kaffeetisch erwartete.
So, aber jetzt noch einige Bilder mehr von unserem ersten gemeinsamen Oma-Opa-Enkeltochter-Urlaubstag in Kratzmühle, einem Ferienort, den wir Silberdistels bereits 2014 entdeckt hatten und der uns für den diesjährigen Zweck genau richtig zu sein schien.

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00Am gestrigen Sonntag war ich zusammen mit lieben Angehörigen und anderen Menschen mit dem Schiff zu einer Gedenkfahrt auf der Ostsee unterwegs. Wieder war ein Jahr ins Land gegangen seit unserer letzten Fahrt vor die Insel Poel, wo mein Vater 2013 seine letzte Ruhestätte in der See fand. Die Schifffahrtsgesellschaft, die ihn an den Ort seiner letzten Ruhe brachte, führt alljährlich für die Angehörigen und Freunde von Seebestatteten eine solche Gedenkfahrt durch. Unser stiller Ausflug begann auch in diesem Jahr wieder im Wismarer Hafen und führte uns bis vor Timmendorf auf der Insel Poel, wo wir unseren Blumengruß in stillem Gedenken an unsere Lieben der See übergeben durften. Der Moment, in dem die See die Blumen in Empfang nimmt und das Schiff das Urnenfeld umkreist, ist für jeden einzelnen immer wieder ein bewegendes und ergreifendes Erlebnis. In diesen Augenblicken fühlt man sich dem lieben Verstorbenen wieder ganz nah. Sogar der Himmel trauerte noch einmal mit uns gemeinsam – es regnete die ganze Fahrt über, es war dunkel und ungemütlich. Trotzdem war es auch dieses Mal ungeheuer tröstend, wieder einmal an dem Ort sein zu dürfen, wo unser lieber Vater, Opa und Ehemann seinen Weg ins Meer fand. Wir wissen ihn dort gut aufgehoben – im Meer, das er selbst so sehr liebte und das er sich als letzte Ruhestätte wünschte.

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