Mit ‘Schuhe’ getaggte Beiträge

„Los, Silberdistel, hol‘ sie her!“
„Was? Schuhe? Wessen Schuhe, Torty?“

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„Na, Deine Schuhe, Silberdistel! Ich muss gucken, ob was drin steckt. Heute ist doch Nikolaustag.“

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„Nikolaustag, aha, Torty. Aber denkst Du, der Nikolaus bringt auch etwas für Katzen? Ihr Katzen habt doch gewöhnlich keine Schuhe, in die er Euch etwas stecken könnte.“

„Darum will ich ja in Deine Schuhe gucken, Silberdistel. Vielleicht, vielleicht hat der Nikolaus, gerade weil wir keine Schuhe haben, einfach etwas für uns mit in Deine Schuhe gesteckt.“

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„Na, wenn Du meinst, Torty … Und? Hast Du was gefunden?“

„Ma a a a aauuu …“

„Wie? Ich hab‘ kein Wort verstanden, Torty.“

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„Da steckt was drin, Silberdistel, genau wie ich dachte. Warte, gleich hab ich’s.“

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„Hmmmm, Silberdistel, lecker  … meine Lieblingssorte.“

„DEINE Lieblingssorte? Aber, aber Torty, vielleicht war das ja eher was für mich. Außerdem, Torty, das ist mein Schuh und dann gehört mir auch, was drin steckt.“

„Nee, Silberdistel, so was magst Du nicht. Oder doch? Na, ich guck mal, ob noch mehr drin ist. Dann geb‘ ich Dir eins ab. Ich weiß, Du bist auch eine Käsematze und gibst mir manchmal was ab von Deinen Leckerlis.“

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„Boahhh, ich komm‘ nicht an, Silberdistel.“

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„Warte, warte … Silberdistel, gleich, gleich hab‘ ich’s!“

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„Da, Silberdistel, für Dich.“

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„Mampf, mmmm, mmmmm …“

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„Hmmmm, meine Lieblingssorte!“

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„Die Mädels sammeln die Leckerlis aus den Schuhen der Silberdistel. So was Dummes, wo doch der Nikolausbär sein ganzes Rucksäckchen voll mit unseren Lieblingsleckerlis hat. Wir haben sie ganz einfach aus dem Beutelchen geschüttelt und brüderlich geteilt – der Nikolausbär und ich.“  😉

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Wir Silberdistels wünschen Euch allen einen schönen, gemütlichen und kalorienreichen Nikolausnachmittag – egal ob mit Käse-, Schoko- oder keksigen  Leckerlis 😉

 

Wenn sie auch sonst vielleicht nicht immer so ganz lupenrein sind, heute sollten die Schuhe schon mal vorzeigbar, also geputzt, sein. Wer das vergessen hat, der muss sich nicht wundern, wenn so gar nichts drinsteckt im Schuh, außer vielleicht der Einlegesohle, die dort schon immer ihr Dasein fristete und ständig auf sich herumtrampeln lassen muss.

Warum die Schuhe heute vorzeigbar sein sollten? Na, der Nikolaus hat doch in der Nacht eine Schuh- bzw. Stiefelinspektion durchgeführt und wer bei dieser Inspektion bewiesen hat, dass er mit Schuhcreme und Bürste oder dergleichen kleine glanzvolle Wunderwerke vollbringen kann, der hat zur Belohnung für diese nicht mehr überall bekannte Kunstfertigkeit viele kleine süße Dickmacher bekommen.
Okay, wer sich ganz, ganz intensiv etwas anderes als Dickmacher gewünscht hat, der hat eventuell auch Glück gehabt und das bekommen, was er schon immer haben wollte und nie brauchte.

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Unsere pelzigen Vierbeiner wollten nichts Süßes, sie wollten lieber wie dieser Kater aus dem Märchen, kleine, die Pfoten wärmende, Stiefelchen für die kalten Wintertage, ähnlich den Stiefeln hier in der Abbildung.
Keks meinte, sie könnten gern ohne diesen dickbäuchigen Mann darauf sein, aber die Farbe an sich wäre gut. Dann würde ich ihn wenigstens wiederfinden, sollte er einmal im Schnee steckenbleiben, denn alle Welt wüsste ja, dass wir einen strengen und schneereichen Winter bekommen werden und dafür muss ein jeder Katz vorbereitet sein. Den beiden Mädels gefiel das Rot auch.

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Sie aber wünschten sich jeweils noch ein Mützchen in eben dieser Farbgebung dazu. Auch das haben wir hinbekommen. Unsere graue Eminenz hat sich gern als Model zur Verfügung gestellt, damit Ihr wisst, wovon wir hier sprechen.

 So, aber genug gelabert, kommen wir endlich zum Punkt:

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Wir fünf Silberdistels wünschen Euch allen, besonders natürlich den Kindern, auch Katzenkindern, einen schönen Nikolaustag mit oder ohne Dickmacher, die Hauptsache ist, er wird schön.

P.S.: Unsere Torty wollte dann doch noch einen Dickmacher, falls am Ende überhaupt kein Winter kommt und sie Stiefelchen und Mützchen gar nicht braucht. Und schon sind wir wieder bei dem, was man schon immer haben wollte und nie brauchte. So dachte also Torty clever voraus und erklärte mir, dass sie bei einer solch winterlosen Konstellation doch irgendwie um ihr Nikolausgeschenk kommen würde.

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Diesem Argument konnte ich nicht so recht etwas entgegenhalten. Sicher, ich hätte sagen können, sie hätte gar keine Stiefel geputzt. Aber Torty ist nicht dumm, wie sie gerade bewiesen hat. Sie hätte das sofort als Ausrede erkannt und mir sicher geantwortet, dass, wer noch gar keine Stiefel hat, diese auch nicht putzen kann. Wo sie recht hat, hat sie recht.

Wer lässt uns nicht los? Na, dieser Fußball. FußballEs begann ja mit meinem so überaus verführerischen Süd-Amerikaner, der mich mit seinem süßen Zwinkern und seinem hinreißenden Aussehen total begeistert hat. Süd-AmerikanerAber wer denkt, dass das mein einziger Ausrutscher in Sachen Fußball war, der irrt. Obwohl, was heißt hier eigentlich ICH und MEIN Ausrutscher? Herr Silberdistel, der einer der wenigen Männer in meinem Leben ist, der mit Fußball bisher so gar nichts am Hut hatte, blieb tatsächlich ebensowenig verschont vom Fußballwahn wie seine Gattin. Da ließ ich ihn doch während unseres Urlaubs einmal gänzlich allein einen Einkaufsbummel machen – ja, auch Männer brauchen das – und schon kam er mit einem grüngelben Geschenk zurück in unsere Ferienwohnung – einem Paar Schuhe. Okay, etwas Weiß ist an den Schuhen auch noch zu sehen, aber das ist wohl mehr nebensächlich und dient eher Dekozwecken.

Schuhe

Angeblich bekam Herr Silberdistel dieses Wunder an Schuhmacherkunst bei einem Einkauf ganz anderer Dinge denn Schuhen als kostenlose Zugabe. Hm, ob er nun demnächst mit diesen Schuhen durchs Leben tänzeln wird?

Letztendlich reisten wir Silberdistels also schwer fußballgeschädigt aus unserem Urlaub ab. Herr Silberdistel hatte seine schicken Schuhe im Gepäck und ich meinen Süd-Amerikaner für einen letzten süßen zauberhaften Moment. Zurück im Heim unserer kätzischen Herrschaft ergoss sich sofort ein Schwall schlimmster Vorwürfe wegen unseres langes Fernbleibens von Haus und Hof über uns, ich berichtete bereits, sodass die Sache mit dem Fußball scheinbar ganz schnell hinten irgendwo im Nichts verschwand. Wir waren glücklich, wieder Personal sein zu dürfen. Ich beschäftigte mich mit meinem Süd-Amerikaner wegen der lautstarken Beschwerden der Katzen eher geistesabwesend denn verzückt und fast unbemerkt war er schließlich verschwunden, der hübsche Süd-Amerikaner. Herrn Silberdistels Schuhe landeten schnell und ohne großes Testlaufen irgendwo in den Tiefen des Schuhschrankes. Wir schienen dem Fußballwahn entkommen. Schienen … Bis wir Besuch bekamen … der zur Begrüßung eine kleine Überraschung bei sich trug  …

Fußball-Kuchen

Wir meisterten diese Herausforderung unendlich tapfer und verschlangen schnell das deutsch beflaggte Kuchenwunder – in der Hoffnung, dem Fußball damit ein Schnippchen zu schlagen und nie wieder etwas von ihm sehen und hören zu müssen.

Deutsch beflaggt
Das Wochenende kam. Der Wochenendeinkauf führte uns, wie schon so oft, auch vor das Brötchenangebot unseres hiesigen Supermarktes.

Fußballbrötchen

… und da waren sie, die wir schon während unseres Urlaubs so liebgewonnen hatten, die wunderschönen und so unendlich schmackhaften Fußballbrötchen. Willenlos nahmen wir ein Tütchen und legten verliebt eine der kleinen Köstlichkeiten nach der anderen hinein. Wir kommen einfach nicht mehr los von diesem Fußball, er ist wie eine Sucht.

Ja, wie eine Sucht, denn einige Tage später besuchte ich mein Mütterchen. Es wurde Zeit, meine alte Dame wieder einmal ein wenig aufzumuntern und ihr bei einigen Tätigkeiten im Haushalt etwas unter die Arme zu greifen. … und was gab es dort zum Kaffee?

 

WM-Schnitten – herrlich fruchtig und überaus lecker. Wer könnte einem solchen Angebot schon widerstehen? Also ich, ich konnte es nicht 😉 Meine alte Dame ist übrigens auch ohne diesen Kuchen begeisterter Fußball-Fan – oder sagt man „Fannin“? 🙄

In meinem Haus nicht, aber in meinem Elternhaus wurde „FUSSBALL“ übrigens riesengroß geschrieben. Ich musste durfte als kleines Mädchen bei jeder noch so kleinen Gelegenheit mit meinem Vater auf den Fußballplatz, wo er begeistert seiner Lieblingsmannschaft zujubelte. Während die Männer jubelten, schimpften und stöhnten sprang ich auf dem Rasen hinter den Zuschauerplätzen umher, pflückte Kleeblumen, Gänseblümchen und Butterblumen und beobachtete dabei Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und so manchen Spatzen. Manchmal sammelte ich auf den Schotterwegen auch hübsche bunte oder interessante Steinchen. Meine Fußballtage waren halt auf andere Art schön. Übrigens habe ich immer noch die vielen Männerbeine in Erinnerung, zu denen ich manchmal von meiner Blumenwiese aus hinüberschaute, wenn es dort am Spielfeldrand plötzlich laut wurde. Dann zappelten die Beine aufgeregt hin und her, als würden sie am liebsten selbst in das Spielgeschehen eingreifen.
Die Liebe zum Fußball konnten weder mein Vater noch meine Mutter jemals in mir wecken, aber irgendwie haben sie scheinbar indirekt mit diesen Fußballtagen in meiner Kindheit den Grundstein für meine Liebe zur Pflanzen- und Tierwelt gelegt und vielleicht auch die Begeisterung für Steine geweckt, die ich noch immer gern am Strand und auch anderswo suche.

 

Na? Schuhe schon geputzt? Falls nicht, gibt es morgen nichts vom Nikolaus! Sicher ist das besser für die Figur, andererseits sollte man es um die Weihnachtszeit herum lieber sein lassen, an der schlanken Linie zu arbeiten. Das gelingt jetzt ohnehin nicht. Darauf können wir uns später immer noch konzentrieren. Der Handel wird uns gleich nach Weihnachten mit seinem Überangebot an Sportgeräten und diätischen Lebensmitteln daran erinnern, dass wir irgendwie wieder von unserem Winter… äh Weihnachtsspeck herunterkommen müssen. Aber bis dahin haben wir noch VIEL Zeit, um hemmungslos zu essen – vor allem diese glücklich machende Schokolade, womit wir wieder beim Thema wären – dem Schuheputzen.

In unserer Familie wurden nie gern Schuhe geputzt. Ich schließe mich da durchaus mit ein.

Unsere Kinder liebten das Schuheputzen ebensowenig wie ihre Eltern. Ich will nicht ausschließen, dass es da an einer gewissen Vorbildwirkung mangelte bzw.,  was sage ich da, diese Vorbildwirkung fehlte im Grunde ja absolut gar nicht, sie war wohl eher besonders ausgeprägt vorhanden. Nun, egal, wie auch immer, wenn Nikolasi zu kommen drohte, änderte sich das Schuhputzverhalten in unserer Familie stets dramatisch. Sogar den Sohnemann, der quasi gar nicht putzte, verlangte es am 5. Dezember alljährlich nach Schuhcreme und Schuhputzbürste, weil in unserer Familie die Mär ging, wenn die Schuhe nicht geputzt sind, wird da auch frühmorgens am 6. Dezember nichts, aber auch rein gar nichts, drin zu finden sein. Nie, wirklich niemals, hat jemand ausprobieren wollen, ob diese Geschichte Wirklichkeit geworden wäre, die da mit dem inhaltslosen Schuh am Nikolausmorgen.

Inzwischen sind unsere Kindlein erwachsene Menschen und ich befürchte, sie putzen immer noch nicht gern Schuhe. Ob sie diese Geschichte derweil weitergegeben haben, dass der Nikolaus nur in sauberen Schuhen kleine Herrlichkeiten hinterlässt, weiß ich nicht, aber ich muss das demnächst einmal hinterfragen. Ein ganz klein wenig neugierig bin ich doch. Vielleicht sind aus ihnen inzwischen auch große Schuhputzteufel geworden. Man soll ja die Hoffnung nie aufgeben. Irgendwo schlummert immer etwas Gutes im Menschen 😉