Mit ‘Schnee’ getaggte Beiträge

Gerade hat der Winter es hier in meinem Teil des Nordens diesen kleinen Fliegen, den Eintagsfliegen, nachgemacht. Am Mittwoch dieser Woche begann er früh morgens damit, lebendig zu werden – sehr sogar, denn er hatte mächtig Unterstützung von dem stürmischen Dieter, der es zusammen mit Frau Holle da draußen mitunter ganz schön undurchsichtig machte.

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Da wirbelte zeitweise mächtig viel Schnee durch die Gegend. Unsere Katzen schauten sich das lieber vom, wie sie glaubten, schneesicheren Wintergarten aus an.

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Aber wie die zwei Plüschlöwen bald merkten, ist ein Wintergarten eben auch ein Wintergarten, in dem es unter Umständen sogar schneit – allerdings nur, wenn man die Nase zu weit raushält 😉 Aber als Hauskatze hat man es dennoch gut, man kann sich im Bedarfsfall immer mal wieder schnell an der Heizung aufwärmen. Der Bedarfsfall trat bei unserem Keks recht schnell ein. Die Vögel draußen im Garten hatten es so betrachtet weniger gut und das freche Rotkehlchen besetzte auch noch das Futterhaus ganz für sich allein. So hatte es sogar ein Dach über dem Kopf, aber die anderen Federbälle mussten draußen  dumm herumsitzen. Manchmal können scheinbar also auch Rotkehlchen ganz furchtbar gemein sein.

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Unsere Torty hatte sich übrigens auch nicht mehr lange im Wintergarten aufgehalten. Nachdem sich bereits Keks aus dem Staube gemacht hatte, folgte sie mir, kaum dass ich mich zur Tür umdrehte, um ins  Haus zu eilen. Beinahe hätte sie mich noch über den Haufen gerannt, so eilig hatte sie es plötzlich. Wenig später ließ sie sich am Fenster in meinem Zimmer nieder. Vögel im Schneesturm beobachten konnte sie auch von dort aus.

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Trotz des heftigen Sturms war in unserem Garten an diesem Tag erstaunlich viel Betrieb an den Futterstellen für die Federbälle. Aber wer weiß, vielleicht gab es den regen Flugbetrieb auch gerade wegen des Schneegestöbers, denn im Schnee war wohl bei diesem Wetter eher kaum Futter zu finden. Der Feldsperling an der Knödelstation hatte es übrigens gar nicht so leicht, denn die Station flatterte fröhlich im Sturm hin und her. Sich draufsetzen und mitfliegen mochte er scheinbar auch nicht. So wartete er jeweils den Moment ab, wenn die Station vorbeigeflogen kam, um dann schnell einen Schnabel voll Knödel zu erhaschen, was manchmal wohl sogar gelang.

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Meine Birke hatte es an diesem Tag auch schwer. Sie fühlte sich mindestens so gerüttelt und geschüttelt wie die Knödelstation in unserem Garten, wenn nicht mehr. Aber irgendwie, fand ich, sah sie durchaus recht fesch aus mit ihrem vom Schnee leicht ergrauten und im Winde wehenden langen Haar. Aber natürlich wäre sie nicht die stolze Birke, die hier in meinem Blog bereits so oft einen Platz gefunden hat, wenn sie nicht wüsste, wie sie sich auch unter solchen Extrembedingungen noch vorteilhaft ins Bild setzen kann. So machte sie doch glatt aus Dieters stürmischem Gehabe noch eine Tugend.

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Irgendwann im Laufe des späten Nachmittags hatte Frau Holle dann nichts mehr zu bieten. Da reichte sie den Staffelstab einfach an die Regentrude weiter und so kam es, dass wir am Mittwoch einen Eintagswinter hatten, denn Trude wusch allen Schnee hemmungslos wieder fort und ließ so diesen Eintagswinter am Abend einfach still und leise sterben. Naja, ging ja auch nicht anders, sonst wäre er ja kein Eintagswinter gewesen. Aber selbst ein Eintagswinter hat irgendwie was. Wenigstens konnten wir mal wieder kurz sehen, dass auch dem Norden durchaus so ein keckes Schneemützchen ganz gut steht.

So fragten gestern Morgen unsere Jungspunde, als sie sich zu ihrem kleinen Reviergang aufmachen wollten. Die Welt sah so anders aus. Wo kam das plötzlich her, was da so kalt vom Himmel fiel?

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Staunend standen sie im Wintergarten und betrachteten ihre kleine Gartenwelt, die über Nacht den Hauch eines weißen Kleides angezogen hatte. Sonst sind die beiden immer wie der Wind draußen. Gestern stockte ihnen nicht nur der Atem von der kalten Luft, auch die Beine waren plötzlich starr und wollten nicht hinaus in den Garten. Eigentlich kannten sie doch vom letzten Winter her bereits Schnee. Ob sich diese Erinnerung über Sommer ganz einfach in Luft aufgelöst hat und ihren Köpfen wieder entwichen ist? Sie staunten, als würden sie das alles das erste Mal sehen.
Wir Silberdistels staunten aber auch nicht schlecht, als wir früh zum Fenster hinausblickten, das müssen wir der Ehrlichkeit halber schon zugeben. So früh fällt speziell hier an der Küste selten der Winter über uns her. Da darf man dann schon ein bisschen staunen. Also wollen wir es auch unseren Katzen zugestehen, sich ein wenig wundern zu dürfen.

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Trotz aller Wunderei hatte ich es doch tatsächlich noch rechtzeitig geschafft, die üblichen Wintervorbereitungen für unsere gefiederten Gartengäste zu treffen. Vor wenigen Tagen erst hatte das „Gasthaus zur Silberdistel“ gezwungenermaßen die Wintersaison eröffnet und die Körnerbar bestückt. Hatten mich doch Millionen von Spatzen, die schon seit Tagen unseren Garten bevölkerten, regelrecht genötigt, nun endlich Tor und Tür unseres Vogelgasthauses zu öffnen. Ob die Vogelschar da schon wusste, dass der Winter so zeitig über uns herfallen würde? Wie gut, dass ich die Vogelsprache doch irgendwie ein wenig zu deuten wusste. Wie? Ja, okay, ich habe nichts gedeutet, die Federbälle haben mir einfach die Pistole auf die Brust gesetzt und da konnte ich nicht anders. Jaja, ich geb’s ja zu.

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Naja, jedenfalls schien es so, ob gezwungen oder nicht, als wäre ich gut vorbereitet, als gestern Morgen die Körnerbar mit einem weißen Mützchen brillierte. Wer hätte das gedacht? Na gut, die Vögel haben es wohl gedacht. Aber ich? Nein! Es hängt noch viel Laub an Bäumen und Sträuchern und die Cosmeen hatten sich gerade noch auf den Weg zur Blüte gemacht. Ich wollte endlich noch ein bisschen Herbst genießen, bunte Blätter und die Cosmeen, die wollte ich auch noch blühen sehen. Aber zumindest die Cosmeenblüten werde ich nun wohl vergessen können.

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Da stand ich nun und schaute hinaus auf meine eingeschneiten Cosmeen und auf all das, was ich noch im Garten tun wollte – vor dem Wintereinbruch. Vor mir saßen die Katzen, blinzelten hoch in die fallenden Flocken, ansonsten aber schienen sie festgewachsen. Sie überlegten wohl noch immer, ob sie sich hinaus getrauen konnten. Es dauerte eine ganze Weile, bis unsere beiden Jungspunde Mut fassten und hinaus in den kalten und nassen Garten stiefelten.

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Unsere graue Eminenz staunte auch über das kalte Weiß, allerdings hatte sie schneller ihre Fassung zurück. Sie schritt ziemlich schnell und beherzt als erste in die weiße Welt. Da ihr nichts Unangenehmes zu passieren schien, stürzten sich bald auch Torty und Keks ins Schneevergnügen. Es wurden aber immer nur kurze Ausflüge in die neue Gartenwelt. Nasse UND kalte Pfoten waren dann doch nicht so ihr Ding.

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Keks ging bald einem anderen Vergnügen nach – einem, das nicht ganz so nass und kalt war. Er nahm auf der weichen Fußmatte im Wintergarten Platz und hatte so zumindest ein trockenes und einigermaßen warmes Popöchen. Dabei hielt er die Nase in die winterliche Luft und konnte so von einem angenehmen und bequemen Sitzplatz aus seine über Sommer gesammelten ornithologischen Grundkenntnisse erweitern.

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Die Blaumeise hatte allerdings nur bedingten Respekt vor dem pelzigen Vogelforscher. Sie getraute sich zwar nicht ins Futterhaus, das stand ihr dann wohl doch zu nah am Beobachtungsplatz des vierbeinigen Ornithologen, aber an der Knödelstation fühlte sich der kleine Federball scheinbar recht sicher und von hier aus hatte Frau Meise den Beobachter mindestens so gut im Blick wie er sie. Und im Falle der Fälle kann sie schließlich fliegen, unser Keks leider nicht, auch wenn er das mitunter denkt.

Das waren unsere ersten Wintererlebnisse dieser Saison. Wir hoffen, Ihr hattet auch welche der eher netten Art.
Zum Glück sind auch unsere vierrädrigen Helferlein bereits winterbereift, sodass wir gestern auch keine Panik haben mussten, als wir bei dem Wetter noch hinaus auf die frühwinterlichen Straßen mussten. Wenn Ihr ebenfalls hinaus musstet, will ich hoffen, dass auch Ihr wieder gut und heil daheim gelandet seid.

Eigentlich hatten wir gedacht, wir könnten am Sonntag so richtig schön ausschlafen, d.h., wenn unsere Katzen das zulassen würden. Aber vielleicht hatten sie Mitleid mit ihrem Personal, das ihnen gewöhnlich Tag für Tag fast rund um die Uhr zur Verfügung steht und ihnen jeden noch so kleinen Wunsch von den Augen abzulesen versucht. Ja, wir versuchen es, in den Katzenaugen zu lesen. Ob das immer 100 %ig gelingt, das steht auf einem anderen Blatt. Aber darüber reden wir jetzt nicht. Das wäre, wie sagte doch Fontane schon? Richtig, das wäre ein weites Feld. Aber zurück zu unserem Ausschlafwunsch vom Sonntag. Wir Silberdistels schlummerten, fein bis über die Ohren zugedeckt, damit wir nicht am Ende doch noch ein leises Maunzen zu früher Stunde vernehmen mussten. Ich träumte, dass ich schlief – tief und fest. Und plötzlich setzte in meinem Traum ein wahres Trommelfeuer ein. Irgendwer hämmerte lauter und lauter an unsere Schlafzimmertür. Nein, nein und nochmals nein, ich würde nicht wach werden. Doch das Hämmern ließ nicht nach. Was lärmte hier nur so furchtbar? War irgendetwas passiert? Brannte unser Haus und ein Feuerwehrmann pochte an unsere Schlafzimmertür? Aber warum kam er dann nicht hinein? Wir schließen doch gewöhnlich nicht ab. Oder war es am Ende eine Katze in Not, die wie wahnsinnig an die Tür trommelte? Allmählich dämmerte ich fort aus meinem Traum und das Geräusch verwandelte sich vom Türpochen in ein Fenstertrommeln. Kein Feuerwehrmann weit und breit, kein Brandgeruch stieg mir in die Nase und auch von einer an die Tür hämmernden Katze war nichts zu vernehmen. Kein panisches Maunzen zum Trommeln. Nur dieses eklig laute Geräusch, das, wie mir jetzt schien, von den Dachfenstern zu mir rüber drang. Was war das nur, das da unseren Schlaf so überaus unfreundlich störte? Inzwischen war wohl auch mein Herr Silberdistel aus seinem Schlummer in den frühen Sonntag gerissen worden. Ich hörte neben mir ein schlaftrunkenes: „Was ist das denn?“ Derweil ein wenig wacher konnte ich sogar schon wieder minimal denken und fragte: „Hagelt es oder was ist das?“ Ich kam mir verdammt unausgeschlafen vor, rappelte mich dennoch hoch und wankte zum Fenster, von dem aus es immer noch heftig trommelte.

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Als ich dann aus dem Fenster schaute, hörte ich doch tatsächlich jemanden ganz frech rufen: „April, April …!“, und dann prasselten zu den bereits reichlich vorhandenen weitere viele kleine weiße Kugeln auf das Dachfenster. Was war das für ein Scherzkeks, der da eben gerufen hatte? War das etwa der Herr April persönlich? Träumte ich denn immer noch? Verwundert blickte auf das Dach unterhalb des Fensters.

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Fröhlich purzelten die weißen Kugeln vom Fenster aus die Dachschräge hinunter, drängten und schubsten sich gegenseitig und blieben schließlich kichernd als fette weiße Streifen auf den Dachziegeln liegen. Durch den kalten Luftzug am Fenster war ich etwas wacher geworden und mein Gehirn bemühte sich, von der Sparflammenschaltung herunterzukommen. Immerhin konnte es mir in einem lichten Moment mitteilen, dass in der Tasche dort drüben auf dem Stuhl meine kleine Kompaktkamera stecken müsste. So wankte ich also zur Tasche und kramte das Knipsding hervor. Ein Täter- oder/und Tatortfoto konnten sicher nicht schaden. Wer weiß, wozu das noch gut sein könnte. Bloß … hm, wo war er nur, der da eben noch gerufen und säckeweise Gefriergut auf unser Dach geschüttet hatte? Er war verschwunden, als ich erneut am Dachfenster auftauchte. Oder war das alles nur Einbildung oder gar Traum gewesen? Wahrscheinlich aber war er ganz einfach bereits zum nächsten Tatort geeilt, um weitere noch wonniglich in den Federn Ruhende am heiligen Sonntagmorgen um 6.00 Uhr früh aus dem Schlaf zu trommeln. Egal jetzt, mir war noch nach einer Mütze voll Schlaf zumute und meinem Herrn Silberdistel auch, wie ich sehen konnte. Er schlummerte schon wieder tief und fest.
Gut 1  1/2 Stunden später weckten mich leise Kratzgeräusche an der Tür und ein erst vorsichtig klingendes, dann immer energischer werdendes, Mauuuu drang an mein Ohr. Oh, die Herrschaft hatte Hunger. Aber immerhin hatte sie uns nach dem Schreck in der frühen Morgenstunde noch ganz schön lange schlafen lassen. Also, raus aus den Federn!
Bald darauf waren wir Silberdistels frisch geduscht und gekämmt und die Katzen sonntäglich gestriegelt und gebügelt. Wenig später waren auch noch die drei pelzigen Bäuchlein mit einigen leckeren Frühstückshappen gefüllt, der Tag konnte also beginnen – mit dem üblichen Rundgang durch den Garten.

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Doch was lag da auf der Fußmatte? Igitt! Lauter kleine eisige Bällchen hatten es sich dort bequem gemacht. Während die Katzen irritiert in ihren Garten starrten, schaute ich, ob der freche April im Morgengrauen nicht am Ende gar all meine Blumen zunichte gemacht hatte.

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Erleichtert stellte ich fest, dass durch den morgendlichen Trommelwirbel augenscheinlich nichts Blumiges zu Schaden gekommen war.

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Während ich so in die Runde blickte, tat es mir Keks gleich. Er ließ sich zwei Schritte von der Wintergartentür entfernt im Garten nieder und schaute wie ich in die feuchtkalte Natur. Unsere weise graue Katzendame steckte nur kurz die Nase raus und verschwand dann gleich wieder im Haus.

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Torty inspizierte mit spitzen Pfoten den nahen Gartenstuhl und die kleinen kalten, inzwischen schon etwas wässrigen, Kugeln darauf.

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Und dann werkelte plötzlich der Herr April wieder los – dieses Mal hatte er Schnee im Gepäck. Katzen und Silberdistel eilten hinein und verbrachten den Rest des Tages lieber im Haus, denn draußen gaben sich Schnee und Regen im Wechsel die Hand und winterlich kalt war’s auch – mehr die Zeit, um am warmen Öfchen zu sitzen, ein Märchenbuch zu lesen und sich mit einem heißen Kakao warmzuhalten. So verging der Sonntag dann doch noch ganz gemütlich und am Ende waren auch Schnee und Eiskügelchen wieder verschwunden – so, als wäre nichts gewesen.

Am vergangenen Donnerstag legte Frau Holle über unser Gärtchen noch einmal eine hauchzarte Schneedecke. Ob das ihr Abschiedsgeschenk war? Lange hielt dieses durchscheinende Wunder allerdings nicht. Der Schnee auf unserem Dachfenster hatte sich fast in Windeseile in hübsche kleine Wassertropfen verwandelt und auch die feine weiße Decke im Garten war so schnell, wie sie gekommen war, auch schon wieder fort. Eben standen Schneeglöckchen und Co. noch in einer zarten Watteschicht, wenig später war nichts mehr vom Watteteppich übrig. Gleich sah es wieder mehr nach Frühling als nach Winter aus, denn überall schaut es inzwischen farbig aus der Erde und nicht nur wie noch vor einigen Tagen nur in Weiß als Schneeglöckchen. Die Krokusse haben gelbe und lila Farbtöne zu bieten und die Christrosen schieben mehr und mehr ihrer weinroten Knospen ans Licht. Die Zaubernuss über ihnen passt mit ihren gelben Blüten bestens zu dem hübschen Weinrot. Auch sonst schaut’s mehr  nach Frühling denn nach Winter aus und es klingt auch bereits recht verheißungsvoll nach Frühling. Herr Blaumeise trägt sehr zu diesem Frühlingsfeeling bei. Er übt nämlich schon fleißig an seinem neuen Frühlingslied und die erste Runde der Wohnungssuche hat er mit seiner Frau auch bereits hinter sich. Ob  allerdings schon eine der Sommerwohnungen in der engeren Wahl ist, konnte ich nicht feststellen. Aber wer die Wahl hat, hat auch die Qual … Vielleicht muss man aber auch noch nichts überstürzen.

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Hier gibt es kaum einmal einen Tag, ohne dass mir dieses kleine Wuselpeterchen durchs Blickfeld flattert. Das Rotkehlchen ist einer unserer treuesten Gartenbewohner und noch dazu ist unseres ein recht zutraulicher Vogel. Wie oft huschte der kleine Federball mir bei meiner Gartenarbeit schon vor den Füßen herum, fast wie eine kleine graue Maus. Mitunter schreckte ich richtiggehend zusammen, wenn er plötzlich kurz vor mir aufflog, hatte ich ihn doch zuvor gar nicht wahrgenommen. Wenn man nämlich von oben auf ihn draufschaut, ist er kaum zu sehen, so gut tarnt ihn seine olivbraune Oberseite.

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An einem Tag Ende Januar, als ich von meinem Zimmer aus in den Garten hinuntersah und den Katzen zuschaute, wie sie durch den frisch gefallenen Schnee stapften, tauchte das kleine Kerlchen auf einmal wie aus dem Nichts aus der Regenrinne unseres Wintergartens auf. Offensichtlich hatte es dort nach etwas Fressbarem gesucht.

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Huch! Wo ist mein Rotkehlchen geblieben?

Einen kurzen Moment lang ließ mir der Federball mit dem roten Latz Zeit für einige wenige Fotos und dann huschte er wieder davon. Eben gerade hatte ich ihn noch einmal im Sucher, drückte auf den Auslöser und dann … tja … nichts … nur Schnee … also echter Schnee zwar, aber eben nur Schnee auf dem Bild. Weg war er wieder und ließ mich einfach so im Regen Schnee stehen. Was soll’s? Bewundern wir also zur Abwechslung einmal die hübsche weiße und noch völlig unberührte Schneedecke auf dem Dach unseres Wintergartens. Viel Schnee hatte wir diesen Winter ja eh nicht zu bewundern. Und dass da jetzt noch einmal etwas kommt, das kann ich nicht so recht glauben. Obwohl … mitunter mussten wir die Ostereier schon im Schnee suchen. Vielleicht sollte ich lieber den Mund doch nicht so voll nehmen. Am Ende lässt sich der Winter durch mein arrogantes Dahergerede noch provozieren und schmeißt uns noch einmal eine ordentliche Ladung Schnee vor die Füße. Also, lieber die Füße still- und den Mund zuhalten und schnell zurück zu unserem Rotkehlchen!

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Mein kleiner Rotbauch war nun scheinbar wieder woanders unterwegs. Sicher schaute er sich zur Abwechslung in einer anderen Gartenecke nach Futter um. Die Regenrinne war wohl eher wenig ertragreich gewesen. Ach, da saß er ja! Mein Gedankengang mit der Futtersuche war gar nicht so danebengegriffen. Er saß nämlich im Futterhaus – unweit der Katzen. Ganz schön frech – dieser kleine Federball mit dem roten Latz. Manchmal wüsste ich nur zu gern, ob unser Wintergast auch derjenige ist, der bei uns den Sommer verbringt. Wenn ich von seiner Zutraulichkeit ausgehe, dann sollte es sich wohl um ein und denselben Vogel handeln. Aber wer weiß, denn Rotkehlchen gehören zu den sogenannten Teil- oder Kurzstreckenziehern. Das Rotkehlchen, das uns mit seinem Besuch am Futterhaus beehrt, muss also nicht zwingend der Vogel sein, der im Frühjahr sein Nest in unserem Garten baut und seine Vogelkinder bei uns großzieht.

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Torty macht sich zu einem kurzen Gartenrundgang auf

Dieser kleine Kerl jedenfalls tobte ungeniert in unserem Garten umher, obwohl die Katzen gerade Ausgang hatten.

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Wo mag Keks nur sein?

Es war an einem der Tage, als wir hier im Januar noch einmal Schneenachschlag von Frau Holle vor die Tür und in den Garten geschüttet bekamen.

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Die Oberkatze hockt im Kräuterbeet, als Torty vorbeikommt

 Naja, in dem weißen Garten waren die Katzen ja so gar nicht zu übersehen.

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Wo geht Torty nur hin?

 Da müsste das Vögelchen schon völlig blind sein.

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Egal, wo Torty hingeht, ich hab‘ kalte Füße …

 Außerdem war der Ausflug der Pelzträger durch die frische weiße Landschaft eh nur kurz.

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… ich geh‘ lieber wieder rein und leg‘ mich an die warme Heizung

An der warmen Heizung ist es an solchen Tagen viel schöner. Da haben das Rotkehlchen und die anderen Federbälle den Garten immer schnell wieder für sich. Unsere graue Oberkatze jedenfalls weiß die Vorzüge einer Heizung sehr zu schätzen und hält ihre Reviergänge zu solchen pfotenunfreundlichen Zeiten lieber nur so kurz wie unbedingt nötig.

Die Schneedecke in meinem Garten wurde am vergangenen Wochenende rasant dünner und inzwischen sind nur noch, wenn überhaupt, an schattigen und solchen Stellen, wo hohe Schneeberge aufgetürmt lagen, kümmerliche Reste von dem einst so hübschen Weiß zu sehen.

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Der Frühling schaut durch die Schneedecke in meinem Garten – hier das Laub der Krokusse

Frau Holles Federbett war noch nicht einmal ganz aus unserem Garten verschwunden, da lugten an einigen Stellen schon vorwitzig kleine grüne Spitzen hervor, die mich doch sehr an den Frühling erinnerten.

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Auch das Grün der Narzissen will bereits ans Licht

Das Laub der Krokusse mit seinen weißen Streifen ist unverkennbar, aber auch die ersten Narzissen haben sich auf den Weg ans Licht gemacht.

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Bei den Schneeglöckchen sieht man bereits die ersten Knospen – ein wenig wärmende Sonne und sie erfreuen uns mit ihren weißen Blüten

Natürlich sind auch die Schneeglöckchen schon da. Die allerdings habe ich erst entdeckt, als der Schnee schon ganz fort war aus unserem Gärtchen und es überall nur hässlich und matschig auszusehen schien. In all diesem braunen Matsch und dem Grau des Tages blitzte es mich doch tatsächlich nach genauerem Hinschauen an einigen Stellen freundlich und mit einem leichten weißlichen Schimmer im Grün an. Ein wenig wärmende Sonne und die hübschen kleinen Frühblüher werden uns mit ihren strahlendweißen Glöckchen erfreuen. Ist es schon ein winziges Licht am Ende des Tunnels Winters? Ich will’s jetzt einfach mal glauben, hoffen …

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Im Wintergärten blühen die Geranien – sie hatten nicht mal Lust auf eine Winterpause

In unserem Wintergarten ließen sich die Pflanzen schon gar nicht mehr zurückhalten. Sie lassen ihren Gefühlen ungehindert freien Lauf, obwohl an ihrem momentanen Standort in den letzten Wochen nicht gerade sommerliche Temperaturen herrschten. Das Thermometer zeigte dort in der Regel eher Temperaturen zwischen 1°C und 4°C an, es sei denn, es war ausnahmsweise draußen einmal wärmer. Aber dort war es seit Jahresbeginn eher grimmig kalt. Die Geranien ließen sich trotzdem nicht verbieten, einfach weiterzublühen, obwohl sie mit Wassergaben so gar nicht verwöhnt wurden.

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Eine meiner fleischfressenden Pflanzen – ein Fettkraut (Pinguicula) – zeigt ebenfalls Frühlingsgefühle und blüht

Auch eine meiner fleischfressenden Pflanzen – ein Fettkraut (Pinguicula), das die kalte Jahreszeit in unserem Wintergarten verbringen darf, ließ es sich nicht nehmen, seine hübschen kleinen fliederfarbenen Blüten zu zeigen.

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Peitschen- oder Rutenkaktus (Rhipsalis capilliformis)

Zwei Kakteen – Rhipsalisarten – tragen erste Blütenknospen. Auch sie mögen jetzt den kühlen Standort im Wintergarten, obwohl sie im Grunde recht wärmeliebende Pflanzen sind. Aber die Wärme genießen sie dann im Sommer. Für ihren Blühbeginn mögen sie es eher etwas frischer.

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Peitschen- oder Rutenkaktus (Rhipsalis pilocarpa)

Lange wird es sicher auch bei ihnen nicht mehr dauern, dann werden die ersten kleinen Blüten zu sehen sein.

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Die Alpenveilchen scheinen gerade diese kühlen Temperaturen ganz besonders zu mögen

Meine Alpenveilchen fühlen sich scheinbar ebenso gerade jetzt und dort im kühlen Wintergarten sehr wohl. Sie blühen und blühen und blühen …

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Tulpenzwiebeln, die uns schon ein wenig früher den Frühling ins Haus bringen sollen

Um den Frühling zumindest an unserem Sommerlieblingsplatz, dem Wintergarten, schon ein wenig eher begrüßen zu können, habe ich zusätzlich zu dem, was jetzt bereits dort blüht, in den letzten Tagen einige Blumenzwiebeln im Topf hinzugestellt.

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Zumindest in unserem Wintergarten wird’s ganz bald so richtig Frühling sein

Bald wird es dort also noch viel bunter werden, denn Hyazinthen, Narzissen und Tulpen haben sich auf dem Tisch versammelt und werden uns sicher bald mit ihrer bunten Blütenpracht erfreuen.

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Der Frühling ist, wie es scheint, auf dem Vormarsch. Auch wenn ihm vielleicht der Winter noch den einen oder anderen Strich durch die Rechnung machen wird, er hat sich auf jeden Fall schon zu Wort gemeldet – drinnen wie draußen. Die Haselnuss zeigt bereits eine ganze Weile schon ihre hübschen Kätzchen und die Christrosenknospen haben sich durch den Schnee kein bisschen beeindrucken lassen. Es tut sich also rundum in der Natur etwas und das sicher nicht nur hier bei uns.

Bevor der ganze Zauber wieder vorbei ist, gibt es heute noch einmal einige Winterbilder aus meinem Garten zu sehen. Am vergangenen Freitag hatte Väterchen Frost hier ganz besonders gezaubert. Sein eisiger Atem hatte alles mit hübschen kleinen Eiskristallen bedeckt. Für mich ist das mit das Schönste am Winter, wenn sich die Natur in einem blinkenden und glitzernden Raureifmantel präsentiert. Dank der Kamera kann man diese so zauberhaften Augenblicke zum Glück festhalten, denn gewöhnlich sind es leider nur Momente, in denen sich die Natur von dieser so überaus hübschen Seite zeigt. Die Sonne bereitet diesem Zauber oft schnell ein Ende, aber sie sorgt auch dafür, dass die kleinen Eiskristalle für einen kurzen Moment zur Höchstform auflaufen und sich von ihrer besten Seite zeigen können. Sie lässt sie glänzen und funkeln wie unzählige winzige Diamanten und das bringt sicher nicht nur mich zum Staunen.

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