Mit ‘Rhön’ getaggte Beiträge

Und weiter geht’s mit meinem persönlichen Jahresrückblick. Nach dem nahezu beschaulichen ersten halben Jahr ging es ab August 2016 etwas lebhafter und vielleicht auch ein wenig interessanter bei uns zu. Der Juli endete mit einer Fahrt Richtung Süden zum bayerischen Zweig unserer Familie. Wir hatten vor, ein Ferienkind mit an unsere Ostsee zu nehmen. Im vorletzten Herbst, also 2015, hatten wir während eines Kurzurlaubs im Altmühltal getestet, wie wir ohne Mama und Papa miteinander zurechtkommen würden. Unserer Meinung nach hatte es recht gut geklappt. Nach dieser Generalprobe sollte nun also die Uraufführung folgen. Wir waren alle recht gespannt auf die vor uns liegenden geplanten zwei Ferienwochen.

August 2016
Unser Aufenthalt in Bayern Ende Juli ist dieses Mal nur kurz, denn wir haben nicht extra einen Katzenersatzpfleger engagieren wollen. So ist nur eine Übernachtung eingeplant und  am anderen Morgen geht es samt eingesammeltem Ferienkind wieder zurück in den Norden. Unsere Katzen sind nicht böse, uns so schnell schon wiederzusehen.

Am ersten Augusttag, der somit auch der erste Ferientag unserer Enkeltochter bei uns ist, machen wir einen kleinen Spaziergang zur Apfelplantage, die fast vor unserer Haustür liegt.
Offensichtlich haben wir damit durchaus einen Nerv bei unserem Feriengast getroffen. Die leuchtenden Augen sagen alles, auch wenn wahrscheinlich das Fernglas viel spannender ist, als die Rehe, die in der Ferne stehen, aber dennoch so nah anzuschauen sind.

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Einen Tag später geht es in den Vogelpark Marlow.

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Sicher sind auch die Vögel irgendwie interessant, aber mit dem großen Piratenschiff kann natürlich keiner der Vögel mithalten. Zumindest ist das aus Sicht unserer Enkeltochter so.
Wir Silberdistels suchen uns, während sich das Kind als Pirat übt, draußen vor dem riesigen Abenteuerspielplatz ein schattiges Plätzchen. Ab und zu winkt uns von hoch droben unsere kleine Piratenbraut zu.

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Die Vorführung der Arbeit eines Hütehundes im Vogelpark und die kletternden Ziegen machen irgendwie auch mehr her als die Vögel. Aber letztendlich haben wir wohl alle drei an diesem Tag unseren Spaß.

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Natürlich darf bei unseren Ausflügen auch der Rostocker Zoo nicht fehlen. Das allerdings artet in eine Mammutveranstaltung aus. Der Zoo an sich gehört schon nicht zu den kleinsten Zoos.
Da ich natürlich endlich einmal das „Darwineum“ anschauen möchte, wird es ein echt anstrengendes Unternehmen, aber eins, das sich gelohnt hat. Dort wird dem Besucher schon Beeindruckendes geboten. Man läuft quasi durch die Entstehungsgeschichte der Erde.

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Schon nach dem Darwineumsbesuch sind wir ziemlich pflastermüde, aber ein paar mehr Tiere als nur Fische und Affen wollen wir dann doch noch sehen.
Aber wie es scheint, sind am Ende die Tiere, die ganz freiwillig im Zoo sind, wie eine recht neugierige Nebelkrähe, wohl doch die interessantesten. Nur … sie sind auch fotoscheuer als die anderen und rennen vor der jungen Fotografin einfach davon.

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Die folgenden Tage sind ausgefüllt mit einem Besuch im Museumsdorf Klockenhagen, einer langen Hundegassigehrunde, einem Ausflug nach Groß Raden zur dortigen Slawenburg und Pferde dürfen wir auch noch besuchen.

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Und damit geht die Ferienzeit fürs Kind mit uns schon fast dem Ende entgegen. Aber ins „Miniland MV“ müssen wir trotzdem noch. Auch dort haben wir alle viel Spaß, nicht nur mit den Minibauten. Man kann auch Schach spielen, sogar ohne Vorkenntnisse, Hochstühle und Piratenschiffe besteigen oder sich optisch täuschen lassen.

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Aber was wären Sommerferien bei uns Silberdistels ohne den berühmten Ententeich? Das ginge doch so gar nicht.
Also müssen wir, wie natürlich auch zu den Rehen, mehrmals dorthin.

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Die Uroma in Wismar haben wir selbstverständlich auch nicht vergessen. Auch dort erleben wir einen sehr schönen Nachmittag, nicht nur zu unserer Freude, denn die Uroma freut sich riesig, ihre Urenkelin wieder einmal bei sich zu haben.
Ganz besonderen Anklang hat aber wohl ein Badetag in der Ostsee bei recht heftigem Wellengang gefunden. Unser Feriengast war fast gar nicht mehr aus dem Wasser zu kriegen.

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Damit ist der August aber noch nicht zu Ende, nur die schöne Ferienzeit mit unserem Ferienkind. In der Mitte des Monats übergeben wir unseren Feriengast wieder an die Eltern und dann packen wir Silberdistels noch einmal unsere Koffer. Wir haben nämlich noch einen kurzen Wanderurlaub in Franken eingeplant.

Ein wenig habe ich hier im Bücherstaub bereits darüber berichtet – über unsere Wanderung rund um die Burg Rabenstein, über unsere Besichtigung der Wehrkirche in Effeltrich und die Bewunderung der prächtigen Tanzlinde des Ortes.
Wir besuchen während unseres Kurzurlaubs aber ebenso unsere geliebte Gügelkirche, wandern hinauf zur Giechburg und zur Burgruine Neideck und auch Schloss Seehof statten wir einen Besuch ab. Alles in allem verleben wir herrliche Tage im schönen Frankenland.

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September 2016
Im September holen wir unseren eigentlich für Mai geplanten Rhönurlaub nach. Über diesen Wanderurlaub hatte ich hier im Blog ausführlich berichtet.

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Auch in der Rhön erleben wir erholsame und entspannte Tage. Ende des Monats sind wir wieder daheim.

Auf der Heimfahrt haben wir noch ein sehr interessantes Erlebnis. Während einer Tankpause wird mein Herr Silberdistel von einem Handwerkswanderburschen angesprochen, der an unserem Nummernschild erkannt hat, dass wir evtl. in Richtung Norden unterwegs sein könnten. Er fragt höflich, ob wir noch einen Platz für einen reisenden Handwerksburschen hätten. Er wolle nach Potsdam und wir würden doch sicher über den Berliner Ring fahren.
In der Regel nehmen wir nicht gern Anhalter mit. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel und so steigt Oliver, schick in seine Handwerkerkluft gekleidet, in unser Auto. Unser Fahrgast ist ein Schreinergeselle, der seit etwa einem halben Jahr wandernd unterwegs ist. Wir hören während der Fahrt allerlei über wandernde Handwerksgesellen, z.B., dass er insgesamt drei Jahre unterwegs sein wird und dass er seine Wanderschaft mit nur 5,- Euro in der Tasche begonnen hätte. Trampen sei erlaubt, öffentliche Verkehrsmittel allerdings seien nicht gern gesehen. Unterkunft und Verpflegung müssen jeweils erarbeitet werden. Wie wir erfahren, gibt es gegenwärtig etwa 400 bis 600 wandernde Handwerker in Deutschland, wobei nicht nur Zimmerleute und Schreiner wandern. Die typische Handwerkskluft ist natürlich ein Muss, auch wie das Reisegepäck mitzuführen ist, hat seine strengen Regeln.

Auf dem letzten größeren Parkplatz vor dem Berliner Ring lassen wir Oliver aussteigen. Vor hier aus wird er sicher eine weitere Mitfahrgelegenheit Richtung Potsdam finden. Uns bleibt nur noch, ihm alles Gute für seine weitere Wanderschaft zu wünschen und dass er natürlich gut in Potsdam landet.
Er war ein sehr angenehmer und überaus freundlicher Fahrgast, von dem zumindest ich viel Neues und Interessantes dazugelernt habe. Mein Herr Silberdistel wusste ein wenig mehr als ich über wandernde Handwerksburschen. Obwohl … diese bisherige Bildungslücke bei mir dürfte nun wohl auch nicht mehr ganz so groß sein.

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Oktober 2016
Im Oktober ist noch einmal intensiv Gartenzeit. Aufräumen und Winterfestmachung sind angesagt und es ist auch wieder Kranichzeit. Der Zug der großen Vögel in den warmen Süden ist in vollem Gange.

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Wir hören und sehen sie fast täglich.  In großen Formationen fliegen sie über unser Haus hinweg. Ich kann mich kaum sattsehen an diesen schönen Vögeln und begeistert lausche ich ihren Rufen.

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November 2016
Im November gibt es hier in meinem Teil des Nordens den ersten Wintereinbruch. Nicht nur ich staune, auch die Katzen schauen verwundert hinaus in den Garten. Zum Glück habe ich einige Tage zuvor die Futterplätze für unsere gefiederten Wintergäste eingerichtet.

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Nach diesem Winterintermezzo kümmere ich mich noch einmal um die letzten Gartenarbeiten und ich bin froh, am Ende doch noch alles geschafft zu haben. Nun darf der Winter kommen.

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Auch in diesem November sind wir wieder zu einer Gedenkfahrt mit dem Schiff zur Insel Poel unterwegs. Während der Autofahrt nach Wismar fällt mir auf, dass der Schnee, den uns der kurze Wintereinfall gebracht hatte, je weiter ich in Richtung Westen fahre, noch fast eine geschlossene Schneedecke bildet. Bei mir zuhause sind dagegen nur noch kümmerliche Reste von der weißen Pracht zu sehen.

Dieses Mal haben wir die Fahrt zum Volkstrauertag gebucht. Die „Mecklenburg“ bringt uns und andere Menschen, die einen lieben Verwandten oder Freund, bei mir ist es mein Vater, einst im Meer haben bestatten lassen, zum Urnenfeld vor der Ostseeinsel Poel. Nach einer kleinen Gedenkrede dürfen wir unsere Blumengrüße dem Meer und somit unseren lieben Verstorbenen übergeben.

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Der November verzaubert uns wenige Tage nach dem ersten Schnee sogar noch mit einigen überaus hübschen Sonnenauf- bzw. Untergängen und  auch mit Kranichen, die durch die Abenddämmerung ziehen, kann er noch aufwarten.

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Vom 1. Advent Ende November bin ich dann allerdings doch ziemlich überrascht. Ich staune, wo die Zeit geblieben ist. Ich bin fast mehr auf den Winter vorbereitet als auf die Weihnachtszeit.

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Dezember 2016
Aber der Winter, der doch laut vieler Vorhersagen so früh über uns herfallen soll, kommt nicht. Diese kurze Eskapade Anfang November bleibt alles, was an den Winter erinnert. Es ist sogar plötzlich wieder erstaunlich warm und im Garten spitzen bereits die ersten Frühblüher.

Recht spät erst in der Adventszeit beginne ich mit der Weihnachtsbäckerei. Trotzdem geht alles recht entspannt über die Bühne und am Ende habe ich allerlei Leckeres in meiner Küche zusammengezaubert, sodass wir Silberdistels noch viele gemütliche Stunden mit ausreichend Kalorien verbringen können. Nicht, dass wir am Ende der Weihnachtszeit gar noch als unangenehm schlank auffallen und uns fragen lassen müssen, ob wir vielleicht krank wären 😉

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Der Dezember hätte eigentlich so schön sein können wie die anderen Monate des Jahre 2016, sehen wir mal vom Jahresbeginn ab. Aber unser Kater Keks sagte sich wohl, dass man das Jahr auch so abschließen soll, wie man es begonnen hat. Nein, nein, er schrottet nicht noch ein zweites PCli, er hebt lieber noch einmal die Pfote, als es um die Verteilung von Krankheiten geht. Plötzlich, fast von einer Sekunde zur anderen, liegt er schlapp und müde da, nichts kann ihn aufmuntern. Im ersten Moment kann ich es kaum glauben. Unser stets aktiver Kater wird doch nicht etwa krank sein? Doch, er ist es, mächtig sogar. Ohne Tierarztbesuch geht da nichts mehr, so sehr sorge ich mich um den pelzigen Tunichtgut.
Ich sehe schon fast den Weihnachtbesuch bei unseren Kindern und Enkelkindern in Bayern ins berühmte Wasser fallen. Aber unser Lieblingstierarzt bringt mit ein paar Spritzen alles wieder ins Lot und so können wir am Heiligabend doch noch ruhigen Gewissens gen Süden reisen.

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Schön ist es, die Weihnachtstage mit den Enkelkindern verbringen zu können. Wir haben viel Spaß miteinander und es gibt natürlich auch wieder viel zu erzählen.

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Die Zeit zwischen den Jahren verbringen wir wieder daheim bei und mit unserer Katzenfamilie. Und natürlich gibt es mit dem anderen Teil unserer Familie, der im Norden heimisch ist, auch noch ein schönes Weihnachtsessen und eine kleine nachweihnachtliche Bescherung.

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Silvester gehört dann ganz Herrn Silberdistel, unseren drei Pelzträgern und mir. Unsere Torty ist zwar etwas aufgeregt wegen der Knallerei, aber alles in allem bringen wir letztendlich auch die Vertreibung der bösen Geister um Mitternacht einigermaßen gut über die Bühne. Wir Silberdistels schicken natürlich keine Raketen in die Luft. Wir müssen unsere Pelzträger ja nicht noch wuseliger machen, als sie es ohnehin bereits sind. Unsere graue Eminenz sieht die ganze Sache noch am wenigsten aufgeregt. Aber sie weiß wahrscheinlich aus der Erfahrung vieler Lebensjahre, dass die Knallerei nichts Schlimmes zu bedeuten hat. Sie schüttelt sicher eher den Kopf über dieses sinnlose Treiben von uns Menschen.

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Das war also unser Jahr 2016 – ein insgesamt schönes Jahr, auch wenn einige kleine Tiefen dabei waren. Aber wann eigentlich gibt es die nicht? Schön ist, dass es einmal erstaunlich wenige waren und dafür sind wir sehr dankbar. So packen wir 2017 ebenso voller Zuversicht an, wie wir es vor gut 12 Monaten mit dem gerade vergangenen Jahr getan haben. Was es uns bringen mag? Wer weiß das schon? Und irgendwie ist es auch gut so.
Vielleicht lesen wir uns ja in etwa einem Jahr hier zu einem neuen Jahresrückblick wieder. Schau’n wir mal! Aber vorher geht es hier natürlich in gewohnter Weise weiter, vielleicht nicht ganz so regelmäßig wie bisher, denn ich habe da noch etwas anderes vor, das einiges von meiner Zeit in Anspruch nehmen wird.

Mein Bericht über unseren diesjährigen Wanderurlaub im September in der Rhön war im Grunde genommen mit dem Post über unseren Ausflug zum „Eisenacher Haus“ abgeschlossen. Dennoch schulde ich Euch noch eine Ergänzung. Am Ende meines Beitrags „Zum Herbstbeginn auf zum Fliegerberg“ hatte ich noch von einer weiteren Geschichte gesprochen.

Als wir an jenem Tag von unserer Wanderung zurück waren, haben wir uns den Nachmittag noch mit einem kleinen Sonnenbad auf der Terrasse unseres Ferienhauses versüßt. Später wieder im Haus, ich hatte mich gerade mit meinem PCli häuslich am Tisch eingerichtet und schaute mehr zufällig zum Terrassenfenster, bemerkte ich draußen eine Bewegung.

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Ein hübsches graues Kätzchen geisterte hinten am Terrassenrand umher und schaute vorsichtig zu unserem Fenster. Was mochte in dem kleinen Köpfchen vor sich gehen? Ob sich die Pelznase wohl von den neuen Ferienhausbewohnern eine kleine Futterspende erhoffte? Oder war sie einfach nur neugierig? Egal, wie es war, mein Herz schlägt immer und überall für Katzen und so konnte ich natürlich nicht anders, ich musste später ein paar Wurststückchen auf die Terrasse legen.
Am anderen Morgen schaute ich voller Spannung nach, ob meine milde Gabe einen Liebhaber gefunden hatte. Sie hatte, denn es war alles fein säuberlich weggeputzt. Von da an hatten wir einen pelzigen Mitesser. So dachten wir jedenfalls einen Augenblick lang.

Lächelnd setzte ich mich an diesem Morgen an den Frühstückstisch und befasste mich  mit meinen Frühstücksbrötchen. Ich trank einen Schluck Tee, schaute, mit mir und der Welt zufrieden, zum Fenster hinaus und wollte gerade in mein Brötchen beißen, als draußen auf der Terrasse wieder Bewegung war. Ich vergaß mein Brötchen und schaute interessiert nach draußen. Mist! Warum nur hatte ich nicht gleich auch für unser Kätzchen etwas Wurst auf die Terrasse gelegt? Da war es wieder.
Doch…, doch  was war das? Hatte ich jetzt Sehstörungen? Irgendwie stand der Terrassentisch dort draußen auch noch im Weg und nahm mir die Sicht. Ich musste mich regelrecht verbiegen, weil das Kätzchen genau dort stand, wo mir ein Tischbein mächtig den Blick auf unseren morgendlichen Gast versperrte. Dumm, dass wir ihn abends nicht zur Seite gestellt hatten. Nur, wenn ich dichter ans Fenster gehen würde, würde ich das Kätzchen vielleicht verjagen.
Ich schaute und schaute und machte eine seltsame Entdeckung.

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Entweder hatte unser Gast vom Vorabend mehrere Pelzmäntel im Schrank und trug nun zum Frühstück nicht den einfarbig grauen Mantel wie am Abend zuvor oder aber wir hatten hier einen zweiten pelzigen Mitesser vor uns.

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Dieser trug nämlich einen Mantel im Tigerlook.   Inzwischen war ich mir ziemlich sicher, denn ich hatte die Kamera geschnappt und ihre Technik hatte mir das Kätzchen ein wenig näher herangeholt.

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Es schnupperte und schnupperte immer wieder an der Stelle, an der ich den Abend zuvor meine Wurstspende zurückgelassen hatte.

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Nur leider war davon kein einziges Krümchen mehr übrig, nur dieser herrliche Duft war auf den Steinen zurückgeblieben. So lecker roch es dort.
Das Tigerle machte sich wenig später auf in Richtung unserer Tür. Sicher schnupperte es auch dort noch nach frischen Wurstspuren. Irgendwie tat es mir leid. Sollte ich ganz vorsichtig die Tür öffnen und mit einer Wurstscheibe winken?
Ich war vorsichtig, übervorsichtig sogar, aber das Kätzchen war noch eine Spur vorsichtiger. Als es mich sah, ich muss wohl echt zum Fürchten ausgesehen haben, machte es sich in großen Sprüngen davon.
Da stand ich also mit meiner Wurst und sah nur noch Staub und Katzenhacken. Egal, vielleicht würde das Tigerchen ja zurückkommen. Ich zerteilte die Wurst in kleine Stückchen und legte alles dort nieder, wo das geflohene Kätzchen gerade so hingebungsvoll geschnuppert hatte. Dann ging ich wieder zu meinem Herrn Silberdistel hinein und widmete mich erneut meinem eigenen Frühstück.

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Ich war gerade mit meinem letzten Restchen Tee befasst, als sich draußen auf der Terrasse wieder etwas tat. Unsere graue Schönheit vom Abend zuvor hatte sich nun doch noch eingefunden und sie hatte mehr Glück als das Tigerkätzchen von eben. In rasanter Geschwindigkeit schlang sie dann auch alles, was ich hingelegt hatte, weg.

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Es muss ein kleines Festessen für das Kätzchen gewesen sein, denn es putzte auch noch das aller letzte kleine Wurstfitzelchen weg.

Als wir an diesem Tag von unserer Wanderung zurück waren, mussten wir für uns noch ein wenig neue Verpflegung einkaufen. Dabei wanderten auch ein paar Katzenfutterdosen mit in den Einkaufswagen. Wir wollten unseren beiden pelzigen Mitessern auch an den nächsten Tagen noch Gutes tun.
Die beiden Katzen kamen von nun an allmorgendlich in etwa einer Stunde Abstand zu ihrem neuen Futterplatz. Wir bildeten uns ein, dass beide jeweils das ihnen zugedachte Futter auch bekamen. Schließlich sollte keine der Katzen leer ausgehen. Aber irgendwie lief es dort draußen doch anders, als wir dachten.

Inzwischen war unser letzter Urlaubstag herangerückt. Wir hatten einen wunderschönen Tag verlebt und hatten uns zum Urlaubsabschluss noch ein leckeres Essen im „Eisenacher Haus“ gegönnt. Es war ein rundum schöner Tag gewesen.

Derweil war der Abend herangerückt. Ich war eben fertig mit dem Packen der Koffer und Taschen für die Abreise am nächsten Tag und wollte mich gerade dem Abendessen widmen. Von meinem Platz aus fiel mein Blick wieder einmal zum Terrassenfenster hinüber. Doch was sah ich denn da? Ich glaubte, meinen Augen nicht trauen zu können. Vor dem Fenster spielte sich etwas Erstaunliches ab.

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Dort tummelten sich in trauter Dreisamkeit zwei unserer Mitesser und ein drittes Kätzchen – ein weiteres getigertes Kätzchen.

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Hatte sich der neue Futterplatz in Katzenkreisen schon herumgesprochen oder hatten wir etwa die ganze Zeit bereits drei Katzen gefüttert? Wahrscheinlich war Letzteres der Fall, denn die beiden Tiger sahen sich zum Verwechseln ähnlich. Ich starrte mit offenem Mund auf das Schauspiel dort vor unserem Fenster.

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Die drei Kätzchen schienen sich gut zu verstehen. Sie schmusten miteinander und putzen sich gegenseitig. Irgendwie hatten wir fast den Eindruck, als würde dort draußen extra für uns eine kleine Show abgezogen. Die pfiffigen Pelzbündel legten sich doch so ins Zeug, weil sie hofften, mit ihrer Vorführung der Menschen Herzen dort in dem Haus zu erobern und damit ein kleines Nachtmahl herauszuschlagen. Oder? Also ich bin überzeugt davon.

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Und jetzt sah es nicht mehr so aus, als würde sich auch nur eine der drei Katzen vor uns fürchten. Sie lagen da und schauten immer wieder zum Fenster. Sie wussten also, dass wir jeweils ihren Frühstücks- und Abendbrotstisch gedeckt hatten und sie erhofften sich jetzt offensichtlich noch mehr von uns.

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Dummerweise war das Katzenfutter inzwischen aufgebraucht und unsere eigenen Vorräte sahen auch nicht mehr so umfangreich aus, schließlich würden wir am anderen Tag nach Hause fahren. Wozu da noch Vorräte horten? Wurst hatten wir gar nicht mehr im Angebot, beim Käse sah es noch etwas üppiger aus. Und da ich all das Elend da draußen nicht mehr länger mit ansehen konnte, gab es als kleines Abschiedsessen noch eine ordentliche Portion Käse für die Drillinge. Wenn wir Menschen uns schon ein Abschiedsessen gegönnt hatten, sollten die drei Vierbeiner, die unserem Urlaub doch auf ihre Art etwas Besonderes gegeben haben, auch ihr Abschiedsessen bekommen. Wir vermuteten übrigens, dass es sich bei den drei Katzen um Geschwister handelte, denn sie schienen sich ausgesprochen gut zu verstehen.

Als ich dieses Mal ganz vorsichtig die Tür öffnete, liefen zwei der Katzen zum Ende der Terrasse und drückten sich dort in die am Rande stehenden Büsche. Das dritte Kätzchen, eines der Getigerten, blieb in respektvoller Entfernung sitzen und beobachtete, wie ich drei kleine Käsehäufchen auf die Terrasse schichtete. Als ich mich genauso langsam und vorsichtig, wie ich gekommen war, wieder entfernte, tauchten auch die beiden anderen Kätzchen wieder auf. Der Käse schien ihnen zu schmecken.

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Ich musste sogar noch einmal Nachschlag reichen. An diesem Abend hatten wir noch lange drei pelzige Gäste auf der Terrasse zu Besuch. Wir hatten den Eindruck, sie waren endlich einmal satt und zufrieden.
Es tat mir fast ein wenig leid, dass wir wieder nach Hause mussten. Aber vielleicht würden ja auch unsere Nachfolger im Ferienhaus ein Herz für Katzen haben und ihnen ab und zu ein kleines Zubrot reichen.

… von der Rhön im September wurde von herrlichem Wetter begleitet und sie führte uns noch einmal in Richtung Thüringen. Da ich bei meinem Alleingang am Tag zuvor einen angenehm kurzen Weg von unserem Ferienhaus hinauf zum Buchschirmberg herausgefunden hatte, fanden wir die Idee nicht schlecht, einmal ein Stückchen über unser Lieblingsziel in Thüringen, das „Thüringer Rhönhaus“, hinauszuwandern und bis zum „Eisenacher Haus“ zu laufen. Was wir vorn an Weg eingespart hatten, konnten wir doch nun einfach einmal hinten anhängen und etwas weiter laufen.

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Das „Eisenacher Haus“

Das „Eisenacher Haus“ wurde 1928 vom Rhönklub erbaut. Es steht auf dem Ellenbogen, einem 813 m ü. NHN hohen Berg in der thüringischen Rhön und es blickt auf eine recht wechselvolle Geschichte zurück.
In den frühen DDR-Jahren wurde es als FDGB-Ferienheim genutzt, später diente es der STASI als Teil einer Abhöranlage, die in der Nähe des „Eisenacher Hauses“ entstand. Das Haus selbst beherbergte die technische Einrichtung dieser Anlage. Zu dieser Zeit, etwa Mitte der 1960er Jahre, entstand auch ein Anbau am Haus, das Gelände wurde eingezäunt und zum Sperrgebiet erklärt. Dieser Horchposten war quasi als Gegengewicht zu der ähnlichen Anlage auf westdeutscher Seite, zu der Anlage auf der Wasserkuppe, gedacht. Im Volksmund wurde dieses Sperrgebiet übrigens „Klein Sibirien“ genannt.
Heute ist das „Eisenacher Haus“ wieder Hotel und Gasthaus. Es wird für Tagungen und als Wanderhotel genutzt. Mit seinem schönen Biergarten bietet es sich aber auch für Tagestouristen als lohnenswertes Ziel an. Und dass man dort ausgezeichnet speisen kann, haben wir Silberdistels an unserem letzten Urlaubstag selbst in Erfahrung bringen können. Wer mehr über das „Eisenacher Haus“ wissen möchte, kann sich gern bei Wikipedia noch etwas genauer informieren. Ich habe mich nämlich genau dort auch gebildet und einiges davon in Kurzfassung hier wiedergegeben.

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Vor einigen Jahren hatten wir uns in einem Urlaub schon einmal zum „Eisenacher Haus“ aufgemacht, waren aber kurz vorm Ziel wieder umgekehrt, da dort gerade ein großes Happening mit Blasmusik und einem enormen Menschenauflauf stattfand. Wir hatten damals eigentlich Ruhe gesucht und hätten sie zu dem Zeitpunkt dort so gar nicht gefunden.

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Der zweite Versuch jetzt endete wesentlich angenehmer. Der Biergarten bot eine entspannte und gemütliche Atmosphäre. Für uns gab es ein richtig schönes Abschiedsessen von der Rhön, denn am folgenden Tag würde es wieder in Richtung Heimat gehen. Mein Herr Silberdistel gönnte sich Pfifferlinge, dazu ein Schnitzel mit Serviettenknödeln und ich machte mich über ein richtig leckeres Würzfleisch mit Toast her. Dazu gab es einen äußerst schmackhaften Salat. Als Dessert leisteten wir uns schließlich noch gebackene Waffeln mit Erdbeeren, Eis und Sahne plus Kaffee bzw. Cappuccino. Satt war danach kein Ausdruck mehr.

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So kam uns auf dem Rückweg die eine oder andere Pause sehr gelegen, denn mit vollem Bauch ist man weniger beweglich und meistens auch ein bisschen fauler. Mikes Weitblickbank, wir waren derweil bereits wieder auf dem Buchschirmberg, lud uns  freundlich ein, einen Moment Platz zu nehmen. Der wirklich außerordentlich schöne Weitblick von dort aus ließ uns wieder Kraft tanken für das nächste Wegstück, das nicht sehr weit von Mikes Bank erneut endete. Wir hatten nämlich noch ein weiteres Bank-Rendezvous.

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Unsere „Deutsche Bank“

Dort, wo der Wanderweg vom Buchschirmberg wieder hinab zum „Thomas-Morus-Haus“, dem katholischen Jugendheim, führt, steht etwas abseits vom Weg unsere Lieblingsbank, die Bank, die wir vor einigen Jahren einmal auf den Namen „Deutsche Bank“ tauften, unsere „Deutsche Bank“. Es gehörte natürlich zu diesem Abschiedstag von der Rhön dazu, dass wir auch noch Abschied von unserer Bank nahmen. Und leider tröpfelte genau dort ein kleiner Wermutstropfen in meinen Tag hinein.

Während wir Silberdistels so auf der Bank saßen und in die Ferne blickten, kam uns die Idee, zur Erinnerung an diesen schönen diesjährigen Abschiedstag von der Rhön noch ein Selfie bzw. ein Selfie der eher alten Art, ein Selbstauslöserfoto mit meiner Kamera, zu schießen. Wir setzten uns also auf unserer geliebten „Deutschen Bank“ in Positur.

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Leider übersah ich in meinem Eifer den Stacheldraht, der den Koppelpfahl (Bildmitte) „schmückte“

Dann eilte ich zum gegenüber stehenden Koppelpfahl und hängte, weil draufstellen wegen der geringen Grundfläche des Pfahls nicht ging, die Kamera an den Pfahl. Leider kollidierte dabei mein Kameradisplay mit einem Stück Stacheldrahtzaun und zerkratzte das Display am oberen Rand. Ärgerlich, aber doch nicht mehr zu ändern. Den ansonsten so herrlichen Tag habe ich mir damit allerdings trotzdem nicht verderben lassen. Ich hab’s mit Fassung getragen und sehe diesen „Unfall“ ganz einfach als bleibende Erinnerung an einen Tag an, der einem wunderschönen spätsommerlichen Urlaub seinen Abschluss gab. Außerdem ist unser Selfie recht nett geworden – also erst recht kein Grund, sich lange über die eigene Dummheit zu ärgern.

… ist er oft, der Weg zur Erkenntnis. Unser Urlaub dieses Jahr in der Rhön hat mir das wieder einmal bewiesen.

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Ich stand während dieser einen Woche Feriengenusses, die wir gewissermaßen mitten im Wald verbringen durften, öfter einmal an diesem Fenster und schaute hinaus. Was es da zu sehen gab? Nun ja, eigentlich irgendwie nichts oder besser – viel wohltuendes Grün für die Augen. Aber sonst eben nichts weiter – so auf den ersten Blick. Andererseits alles kein Wunder, befanden wir uns doch am Ende der Welt, also, naja, am Ende der Welt einer kleinen Ferienhaussiedlung, am Ende eines schmalen, mehr schlecht als recht, geschotterten Waldweges, der in einer Art Sackgasse mündete, wenn man denn einen Waldweg überhaupt so bezeichnen kann.  Jedenfalls endete der Holperweg vor einem Geräteschuppen, der wohl zu unserem Ferienhaus zu gehören schien. Von dort aus ging also nichts mehr vorwärts, von dort aus konnte man den Weg nur wieder zurück holpern. So es dunkel war, konnte das mit dem Zurück für Ungeübte oder zur Orientierungslosigkeit Neigende schon ziemlich schwierig werden. Aber auch das Hin war nichts für schwache Nerven. Wir wären einige Male fast in der Unendlichkeit der Rhönwälder verschollen, zumal hier eine ganz andere Dunkelheit herrschte als daheim. Dunkel ist eben doch nicht gleich dunkel und unsere nörgelnde Nora, das Navi in unserem Auto, war da irgendwie auch keine Hilfe. Wenn die Dunkelheit hereinbrach, sah man, wie man so schön sagt, des Nachts die Hand vor Augen nicht mehr, es sei denn Mond und Sterne sorgten für eine gewisse Helligkeit. Übrigens ist diese Gegend wie gemacht für Sternengucker. Die Rhön wirbt sogar in dieser Richtung mit ihrer besonderen Finsternis. Zum Glück bekamen wir selbst abends  und trotz dieser enormen Finsternis jedes Mal gerade noch rechtzeitig die entscheidende Kurve zu fassen und fanden unser Ferienhaus wieder.
Uups, da bin ich doch jetzt irgendwie von der Mücke zum Elefanten gekommen. Also, wo war ich? Ach ja, bei der Mücke, also dem vielen Grün, das da vor dem Fenster waberte.

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Irgendwann während des Urlaubs, als mein Blick wieder einmal zum Fenster und darüber hinaus wanderte, entdeckte ich in all dem Grün ein seltsames Stückchen Zivilisation schräg gegenüber des Fensters – eine Art Schranke. Im Wilden Westen hätte der Cowboy dieses Teil sicher als Einladung zum Parken seines Pferdes verstanden. Ob es hier Cowboys gab – hier im tiefen Rhönwald – mit Pferden gar? Wozu mochte dieses Teil gut sein, wenn nicht dafür, um sein Pferd anzubinden?
Doch dann wanderten meine Gedanken wieder zum Frühstückstisch und das hölzerne Gebilde verschwand nicht nur aus meinen Augen, es verschwand auch wieder aus meinem Sinn – bis mich Herr Silberdistel am letzten Samstag unseres Urlaubs wegen einer Tagung, an der er seine Teilnahme zugesagt hatte, allein ließ. Auch nicht weiter schlimm, so dachte ich, und bald schwebte mir für diesen Tag eine kleine Naturkundesolowanderung vor. Das Wetter sah prächtig aus – wie einem Bilderbuch entsprungen. Sollte ich noch einmal hinauf zum Buchschirmberg wandern?

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Panorama vom Buchschirmberg aus aufgenommen

Ein verlockender Gedanke, hatte ich doch noch immer diesen herrlichen Ausblick dort oben von unserer letzten Wanderung vor Augen.
So schnürte ich nach einem gemütlich im Liegestuhl verbrachten Lesevormittag gegen Mittag mein Ränzlein, packte sicherheitshalber noch eine Wanderkarte der unmittelbaren Umgebung mit ein, schließlich wollte ich nicht doch noch wegen Orientierungslosigkeit in den Tiefen der Rhönwälder spurlos verschwinden, und stiefelte los – bergab zunächst. Aber nur kurz. Auf Höhe der hölzernen Sperre stoppte ich abrupt meine Schritte. Wieder fielen mir die Cowboys und die Pferde ein. Ich schaute den Hang hinauf. Ob es dort oben noch irgendwie weiterging? So richtig Vertrauen erweckend sah das Dickicht nicht aus. Obwohl, wenn man wollte, konnte man den Hauch eines schmalen Trampelpfades erkennen. Man musste allerdings schon sehr wollen. War dieser scheinbare Pfad vielleicht ein Wildwechsel? Oder handelte es sich hier doch um einen alten Weg. Sollte eventuell nur verhindert werden, dass aus unserer scheinbaren Sackgasse eine Durchfahrtsstraße wurde? Sollte dieses schrankenähnliche Gebilde nur einfach eine Wegsperre sein? Jetzt hielt mich nichts mehr, das wollte erkundet werden.

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Irgendwann lichtet sich der grüne Vorhang vor mir

Und siehe da, nach etlichen Metern hangaufwärts lichtete sich das grüne Dickicht und aus dem schmalen Grat, der mich dort hinaufgeführt hatte, wurde Erkenntnis. Dafür musste ich zunächst aber noch unter einem weiteren schrankenähnlichen Konstrukt hindurchtauchen, danach weitete sich mein „Wildwechsel“ zu einem deutlich sichtbaren Pfad, verwandelte sich weiter zu einem gut gangbaren Weg und wurde schließlich zu so etwas wie einer schmalen Schotterstraße, an deren linker Seite sich nun auch wieder Ferienhäuser reihten.

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Aus dem Garten eines Ferienhauses beobachtet mich diese Eule

Wer hätte gedacht, dass sich hier oben eine weitere Ferienhaussiedlung anschloss. Wunderhübsch sahen einige der Häuser aus – mit vielen liebevoll gestalteten Details verziert. Eine hölzerne Eule hatte es mir ganz besonders angetan. Wie gut würde sie auch in meinen Garten passen.

Am Ende der Schotterstraße stieß ich schließlich auf eine weitere, eine asphaltierte, Straße und da ging mir dann endgültig ein Lichtlein auf. Ich wusste plötzlich sehr genau, wo ich mich befand und ich wusste nun auch, dass ich eine Abkürzung von unserem Ferienhaus hinauf zum Buchschirmberg gefunden hatte. Ein paar Tage zuvor, als wir zum Thüringer Rhönhaus über den Buchschirmberg unterwegs waren, hatten wir also einen riesigen Umweg gemacht, weil wir es einfach nicht besser wussten. Wir hätten uns etliche Schweißperlen ersparen können, wenn wir bereits zu dem Zeitpunkt von diesem kurzen Weg Kenntnis gehabt hätten. Ich stand jetzt weit oberhalb der Stelle, an der wir bei unserer ersten Wanderung hoch zum Buchschirm auf diese Straße getroffen waren. Sie führt hinauf bis zum „Thomas-Morus-Haus“, einem katholischen Jugendheim, das seit 1980 als Jugendbildungsstätte existiert. Von dort aus ist es dann auch nicht mehr weit bis zum Gipfel des Buchschirmberges.

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Das „Thomas-Morus-Haus“ am Buchschirmberg – ein katholisches Jugendheim

Auch wenn ich mir durch die Abkürzung ein ganzes Stück besonders schweren Anstiegs erspart hatte, wurde mir dennoch warm, denn einige Höhenmeter gab es trotzdem noch bis zum Jugendheim und weiter bis hinauf auf den höchsten Punkt des Berges zu bewältigen.

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Neugierig halte ich nach dem freilaufenden Bullen Ausschau

Kurz hinter dem „Thomas-Morus-Haus“ sollte ein freilaufender Bulle unterwegs sein. Was einem in der Rhön doch so alles über den Weg laufen kann? Aber so sehr ich auch Ausschau hielt, weit und breit kein Bulle zu sehen.

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In der Nähe des „Thomas-Morus-Hauses“ kann ich einen gefiederten Jäger beobachten

Doch bei meiner Bullensuchaktion stach mir etwas anderes ins Auge, vor dem vielleicht nicht gerade ich, aber doch so manche Maus Respekt haben sollte. Wobei, wenn ich den wilden Jäger jetzt so anschaue, dann scheint es mir fast so, als hätte er mich doch ganz schön fest im Visier gehabt. Nun, vielleicht sollte ich froh sein, dass ich ungeschoren davongekommen bin. Mitunter ahnt man gar nicht, in welcher Gefahr man schwebt.

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Irgendwann erhob sich der gefiederte Jäger und verschwand hinter einer Baumreihe, für mich also das Zeichen zum Weiterwandern. Am Wegesrand entdeckte ich nicht nur trockene Schönheiten, auch ein Baumgeist war dabei, mit roten Beeren geschmückte Büsche säumten meinen Weg und sogar Schmetterlinge waren an diesem Tag noch auf Nahrungssuche unterwegs.

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Und dann tauchte die Aussichtsplattform vom Buchschirmberg vor mir auf. Dieses Mal wollte ich hinauf und noch einmal den Blick in die Weite der Rhön genießen, ihn einfangen mit dem Augen, mit allen Sinnen und natürlich auch mit der Kamera.

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Ich weiß nicht mehr, wie lange ich dort oben zugebracht habe. Der Blick ist so bezaubernd und er begeistert mich immer wieder aufs Neue, dass ich mich jedes Mal nur schwer von ihm trennen kann. Jedes Mal ist er anders – je nach Jahreszeit und Lichteinfall. Ich könnte mich fast in all dieser Schönheit verlieren.

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Aber dann wird es doch Zeit für den Rückweg. Da ruft jemand ganz laut in meinem Innern nach einem Kaffee, einem kleinen Imbiss und irgendwie auch nach ein bisschen Ruhe im Liegestuhl auf der Terrasse unseres Ferienhauses. So geht es dann wieder bergab. Auch jetzt entdecke ich noch viel Interessantes – wie z.B. die Wohnung der Fledermäuse Tonia und Valentin oder einen Baumgeist mit gleich drei Gesichtern.

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Doch bevor ich mich, wieder zurück am Ferienhaus, dem Kaffee und dem Liegestuhl widme, muss ich noch einen kleinen Rundgang machen und einsammeln, was an der Terrasse noch alles blüht. Hübsch, was hier angepflanzt ist und die Sinne erfreut. Erstaunlich auch, wie viele Insekten an diesem späten Nachmittag noch unterwegs sind. Es summt und brummt wie im Hochsommer und lässt mich an meinen eigenen Garten zuhause denken. Ob da gerade auch auf den Blumen so viel Betrieb ist?

Nach unserem Besuch des Kreuzberges in der bayerischen Rhön, ich berichtete im Beitrag zuvor darüber, sahen wir Silberdistels noch einem ruhigen und gemütlichen Nachmittag entgegen – versüßt mit etwas Kuchen, den wir uns bei einem kurzen Zwischenstopp schnell noch beim örtlichen Bäcker geholt hatten. Herr Silberdistel baute, kaum, dass wir wieder  am Ferienhaus waren, die Liegestühle auf, ich eilte in die Küche und kümmerte mich derweil um den Kaffee. Die Sonne schien immer noch herrlich und Kuchen und Kaffee waren das kleine i-Tüpfelchen und die Abrundung für einen schönen und gelungenen Tag. Wie angenehm entspannend und erholsam doch ein paar warme Sonnenstrahlen, etwas Gutes für den Magen und etwas Ruhe sein können.

Ruhe? Ja, genau! Rein theoretisch sollte es in unserem kleinen Waldferienhaus auch fantastisch ruhig sein. Weit und breit kein Autoverkehr und auch sonst keinerlei Zivilisationslärm. Wo sollte, fernab der Straße, hier mitten im Wald auch Lärm herkommen? So zumindest hatten wir gedacht.

Doch irgendwie hatte da jemand nicht mit meinem sensiblen Gehör gerechnet. Ich war gerade ein wenig eingeschlummert, als etwas über uns zu rumpeln und pumpeln begann und mich aus meiner nachmittäglichen Ruhe riss. Gut, es war nicht schallend laut, aber doch deutlich hörbar, so hörbar, dass mich interessierte, was das war. Lärmte ganz in der Nähe ein Vogel? Pochte da eine Amsel Morsesignale aufs Dach? Oder machte sich gar ein Specht an unserem Dach zu schaffen? Ein Buntspecht vielleicht? Je wacher ich wurde, um so mehr regte sich auch die Neugierde in mir. Und da das Klopfen, Pochen und Rumpeln kein Ende nahm, hielt es mich dann doch nicht länger auf meinem Liegestuhl. Ich musste wissen, wer der Verursacher dieser Geräusche war.

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Was mochte da nur auf dem Dach sein?

Wie dumm nur, ich konnte nicht aufs Dach schauen. Ob ein Hüpfer helfen würde? Versuch macht kluch! So sprang ich wie ein Stehaufmännchen vor dem Haus auf und nieder, konnte aber immer noch keinen Blick aufs Dach des Ferienhauses werfen. In der Regel war ich bisher immer mit meiner Größe zufrieden gewesen. Dieses Mal hätten ein paar Zentimeter mehr vielleicht hilfreich sein können. Aber wer nicht gerade als Riese durch die Welt geht, der ist auch erfinderisch. Man muss sich halt nur zu helfen wissen. Nein, nein, mein Herr Silberdistel durfte weiterschlummern, er musste weder eine Räuberleiter machen, noch mich irgendwie anders aufs Dach heben. Ich hatte eine andere Idee, ich holte mir ganz einfach einen Stuhl aus dem Ferienhaus, stellte ihn in angemessener Entfernung vors Haus und kletterte drauf – also auf den Stuhl, nicht aufs Haus. Und jawohl, in angemessener Entfernung! Wer weiß, wer mich da sonst vielleicht angesprungen hätte, wenn ich nahe der Dachkante gestanden und den Lärmpegel dort oben mit meinem plötzlichen Auftauchen erschreckt hätte.
Aber ich hätte ruhig ganz dicht an der Dachkante stehen können, da war nichts, aber auch gar nichts auf dem Dach. Obwohl ich nichts sah, pochte und rumpelte es immer fort. Und es kam irgendwie vom Dach. Da biss die Maus nun wirklich keinen Faden ab. Hm, also wieder dichter ans Haus. Ich lauschte nun ganz aufmerksam, um das Geräusch genauer zu orten.

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Uups, was rieselt mir denn da von oben ins Auge?

War da vielleicht etwas in der Zwischendecke? Jetzt pochte es direkt über mir und fast wäre mir beim Hochschauen zur Dachunterkante feiner Staub ins Auge gerieselt.

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Was machen dort oben Grashalme und Blätterreste?

Bei genauerer  Betrachtung sah ich nun an der Unterkante des Daches eine kleine Ritze, aus der Reste von Laub und Gräsern heraushingen. Und genau von dort kamen auch diese rumpelnden Geräusche. Wer mochte dort oben wohnen? Das musste ich doch gleich etwas genauer beobachten. Nichts wie rein ins Ferienhaus und die Kamera geholt! Ich platzierte meinen Liegestuhl nun schräg unter der Stelle mit dem schmalen Spalt zwischen den Brettern vom Vordach des Hauses.

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In dem Spalt war deutlich eine Bewegung auszumachen

Dann hob ich die Kamera und schaute durch den Sucher. Mein Objektiv brachte mir den kleinen Spalt wie ein Fernglas noch ein ganzes Ende näher. Und genau in dem Moment, als ich durch den Sucher blickte, bemerkte ich in der Ritze dort oben eine Bewegung.

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Wenig später waren helle Krallen zu sehen, …

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Eindeutig – dort oben wohnt jemand – ein grauweißer Pelz ist zu sehen

… dann helles weißliches bis graues Fell …

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Plötzlich ist ein grauer wuschelig behaarter Schwanz zu sehen

… und Bruchteile von Sekunden später rutschte ein wuscheliger grauer Schwanz nach unten durch den schmalen Schlitz. Boah, begeistert starrte ich nach oben und versuchte, meinen Herrn Silberdistel darauf aufmerksam zu machen. Doch so schnell, wie das Schwänzchen erschienen war, war es auch wieder verschwunden. Irgendwann im Leben habe ich genau so ein Schwänzchen schon einmal gesehen. Wir waren damals wandernd in der Pfalz unterwegs und entdeckten bei einem unserer Ausflüge einen toten Siebenschläfer am Wegesrand im Wald.

Wahrscheinlich wohnt genau so ein Siebenschläfer in dem Ferienhaus in der Rhön als Untermieter. Herr Silberdistel bestätigte später, als er die Fotos am PC sah, meine Annahme. Mehr als die Krallen, ein wenig eines grau-weißen Pelzes und dieses wuschelige Schwänzchen gab es allerdings nicht zu sehen – weder an diesem Tag noch an den folgenden Tagen.
Der Siebenschläfer ist eigentlich ein nachtaktiver Geselle. Daher war es schon erstaunlich, dass wir überhaupt etwas von ihm zu Gesicht bekamen. Des Nachts haben wir allerdings kaum einmal etwas von ihm gehört. Sicher war er da mehr außerhäusig unterwegs.

Ein Siebenschläfer kann bis etwa 19 cm lang werden. Sein Fell ist graubraun bis silbrig gefärbt. An der Unterseite ist es weiß, der buschig behaarte Schwanz kann bis zu 15 cm lang sein. Das Tierchen wiegt je nach Jahreszeit zwischen 200 und 700 g. Der Siebschläfer ist ein guter und geschickter Kletterer. So sucht er seine Nahrung durchaus auch hoch in den Bäumen, wo er Knospen, Früchte und mehr frisst. Er nimmt aber gern auch tierische Nahrung zu sich und bedient sich nicht nur an Insekten, sondern ebenso an Vogeleiern oder Jungvögeln. Den Winter über verbringt der kleine Kerl schlafend und wie sein Name es eigentlich schon sagt, schläft er unter Umständen von September/Oktober bis zum Siebenschläfertag im Juni (27. Juni) durch.

Ist es nicht interessant, was man im Urlaub so alles erleben kann, wenn man nur ein wenig aufmerksam oder zumindest ein bisschen neugierig ist? Na, und der Zufall hatte wohl auch irgendwie die Hand im Spiel.
Ich habe nach diesem Erlebnis immer wieder den Spalt zwischen den Brettern am Dach beobachtet, gehört habe ich unseren Untermieter noch öfter. Er aber hat es leider von da ab immer nur bei diesen kleinen Klopfsignalen belassen. Sicher war er der Meinung, sich ohnehin bereits genug geoutet zu haben.

In einem der Kommentare zu meinen früheren Wanderurlaubsbeiträgen von diesem Jahr hatte Charis sich erkundigt, ob wir Silberdistels auch auf dem Kreuzberg waren. Natürlich waren wir auf dem Kreuzberg. Dieser Berg mit dem gleichnamigen Kloster gehört unbedingt immer und immer wieder in unseren Rhönurlaub. Einerseits, weil es meinen männlichen Begleiter schon allein wegen des berühmten Kreuzberg-Bieres hoch auf den Berg zieht und andererseits, weil im Biergarten des Klosters alljährlich ein fast schon traditionsreiches Treffen mit einem guten Bekannten meines Herrn Silberdistel stattfindet. Wir haben dort schon so manche schöne Stunde mit interessanten Gesprächen bei dem überaus leckeren Kreuzbergbier und einem schmackhaften Gericht aus der Klosterküche verbracht.

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Bei dem herrlichen Spätsommerwetter ist im Biergarten des Kloster Kreuzberg viel Betrieb

Auch dieses Mal fanden wir zusammen mit unserer Bekanntschaft im Biergarten wieder einen schönen Sonnenplatz. Für den vollendeten Genuss fehlten nur noch ein kühles Kreuzbergbier und für uns Silberdistels die geliebte Käseplatte.

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Zwei der Flaschen im Vordergrund werden wir gut befüllt mit echtem Kreuzbergbier mit nach Hause nehmen

Gewandert sind wir ausnahmsweise einmal nicht. Wir hatten nämlich vor, uns einige Liter des leckeren Bieres aus der Klosterbrauerei abfüllen zu lassen, um sie als kleine Urlaubserinnerung mit nach Hause zu nehmen. Die überdimensionalen Bierflaschen mochten wir nicht so gern stundenlang im Wanderrucksack mit uns herumtragen. Man muss sich das Leben ja nicht unnötig schwer machen, obwohl es wahrscheinlich für die Figur weitaus besser gewesen wäre, wenn wir das Bier nicht im Auto, sondern im Wandergepäck den Berg hinunter getragen hätten.

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Ein solches „Fläschchen“ hat schon ein nettes Gewicht

So hätten wir einen Teil der Kalorien, die wir später mit dem Bier zu uns nehmen würden, schon im Voraus ein wenig abgearbeitet. Ja, wenn doch nur nicht immer dieses Wörtchen „hätten“ wäre … Aber wer denkt im Urlaub schon über irgendwelche ‚Wenns‘ und ‚Aber‘ oder gar über Kalorien nach? Schließlich ist Urlaub und wenigstens da will man endlich einmal Ruhe vor ihnen haben. Am besten ignoriert man sie einfach und das taten wir.

Während die beiden Herren nach dem Essen weiter begeistert dem Bier zusprachen und dabei spannende Männerprobleme wälzten, besuchten wir beiden Mädels als kleinen Verdauungsspaziergang die Minishoppingmeile am Kloster, wo man all das kaufen kann, was man schon immer haben wollte und nie brauchte. Nun ja, auch an uns ging dieser Kelch nicht vorüber, d.h., dieser Punkt betraf wohl doch mehr nur mich. Meine Begleiterin fand eher etwas, von dem sie wohl bald Gebrauch machen würde – ein himmlisch gut duftendes Stückchen Lavendelseife. Ich musste mich mühsam beherrschen, türmte sich doch zuhause in meinem Schrank ein ganzes Lavendelseifenlager.

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Zuwachs für meine kleine Sammlung

Dafür wanderte eine kleine Figur in meine Tasche – Zuwachs für meine Sammlung von Heiligenfiguren. Und das gehört wohl schon eher in diese Kategorie: „Was Sie schon immer haben wollten …“ Aber was man schon immer haben wollte, braucht man doch auch irgendwie, oder? Und wenn es nur dazu da ist, einem ein Gefühl der Zufriedenheit zu verschaffen und genau das tat sie – die Maria.

Meine Kamera hatten bei dem diesjährigen Kreuzbergausflug ausnahmsweise einmal fast gar nichts zu tun – getreu nach dem Motto: „Wer nicht wandert, der entdeckt auch nichts“.

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Einer der berühmten Bernhardiner vom Kreuzberg

Obwohl … so ganz stimmt das nun auch wieder nicht, denn dem einsamen Bernhardiner vom Kreuzberg habe ich natürlich einen Besuch abgestattet. Wieder, wie auch schon im vergangenen Jahr, lag nur einer der Hunde im Zwinger. Mich hat es natürlich brennend interessiert, was aus dem zweiten Bernhardiner geworden ist und so habe ich ein bisschen recherchiert. In einem Artikel habe ich nun gefunden, dass es wohl nur noch die Hündin Rana (Rana von Wingert) gibt. Das war schon irgendwie eine Überraschung für mich. Endete damit die Bernhardinerzucht auf dem Kreuzberg erneut? Man hatte doch nach einer längeren Pause hoffnungsvoll mit Rana und Hugo wieder mit der Zucht begonnen und 2012 hatte es auch Nachwuchs gegeben. Schade irgendwie. Was mag mit Hugo passiert sein? Leider konnte ich da nichts in Erfahrung bringen.

Bei der Hündin Rana war es recht ruhig. Sie lag schlummernd in ihrem Zwinger und wer weiß, vielleicht träumte sie von ihrem Hugo.

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Ein Grünes Heupferd flaniert durch den Biergarten

Im Biergarten dagegen ging es recht lebhaft zu. Nein, ich meine nicht die Kreuzbergbierliebhaber, die von Bierchen zu Bierchen lauter wurden. Es gab da noch andere Biergartenbesucher, einen, der ganz grün war …, also nicht nur hinter den Ohren, auch sonst war er ganz grün – ein Grünes Heupferd. Ob es sich auch unter den Heupferden herumgesprochen hat, dass das dunkle Bier dort bei den Mönchen auf dem Kreuzberg ganz besonders lecker ist? Vielleicht hätten wir ihm einen Fingerhut voll Bier hinstellen sollen. Dass man an die wichtigsten Sachen auch immer erst zu spät denkt.

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Dieser Buchfink war weniger am Bier, dafür mehr an den heruntergefallenen Brot- und sonstigen Krümeln aus dem Biergarten des Klosters interessiert

Aber den beiden Buchfinken konnten wir helfen. Die schienen eher nicht an dem dunklen Gebräu interessiert zu sein, sie hatten es auf die bunte Krümelsammlung auf der Erde abgesehen, zu der wir noch ein wenig dazu taten, auch wenn es davon bereits reichlich gab.

Inzwischen war aus dem Vormittag Mittag und aus Mittag Nachmittag geworden. Der Gesprächsstoff war uns zwar immer noch nicht ausgegangen, aber unsere beiden Besucher hatten noch einen weiten Heimweg vor sich. Es war an der Zeit, dem Kreuzberg wieder einmal für ein Jahr den Rücken zu kehren. Vielleicht werden wir uns ja auch im kommenden Jahr wieder hier treffen. So verabschiedeten wir uns voneinander und wir Silberdistels, wir freuten uns auf den Liegestuhl und die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf der Terrasse unseres Ferienhauses. Mein Herr Silberdistel hatte es bereits ab dem Moment, als er im Auto saß, gut.

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Gleich würden wir ihn wieder genießen können – den herrlichen Wasserkuppenblick

Er „durfte“ nämlich auf dem Beifahrersitz Platz nehmen und konnte sich schon mal ganz entspannt zurücklehnen und sich gedanklich auf den Liegestuhl und den herrlichen Wasserkuppenblick einstimmen, während ich uns zurück in unser idyllisch liegendes Ferienhaus fuhr.

Der Oktober lässt sich in diesem Jahr wirklich sehr bitten, was den goldenen Herbst betrifft. Wahrscheinlich denkt er, der September hätte in der Hinsicht bereits fleißig für ihn vorgearbeitet. Warum sollte er sich da noch großartig ein Bein ausreißen?  Wir Silberdistels neigen fast dazu, dem Burschen seine Lustlosigkeit nachzusehen, zumal wir das große Glück hatten, nicht nur einen Teil dieser so herrlichen Septembertage, sondern auch den eigentlichen Herbstbeginn beim Wandern in der Rhön zu erleben. Ich berichtete hier bereits in einigen meiner Beiträge zuvor.

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Eine Panoramaaufnahme – von der Wasserkuppe aus aufgenommen

Auch für den ersten Herbsttag war zumindest für die Rhön wieder bestes Wetter versprochen. Einfach perfekt, nicht nur für den eigentlichen Herbstbeginn, auch für unseren Urlaub konnten wir uns nichts Besseres wünschen. Die Fernsicht schien wieder bestens zu sein. Auch wenn später ab und zu ein paar beeindruckend dunkle Wolkenberge am Himmel zu sehen waren, blieb es bei dem fantastischen Spätsommerwetter. Unsere Entscheidung, uns noch einmal auf zur Wasserkuppe zu machen, dieses Mal vom Guckaisee aus, erwies sich als gut und richtig.

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Hier haben wir den Guckaisee (mittig im Bild) bereits weit hinter uns gelassen

Wir schnürten also auch an diesem Tag unser Wanderränzlein und bemühten zunächst erst einmal, wie schon öfter in diesem Urlaub, unser Auto, denn übertreiben wollten wir es mit dem Wandern ja nun auch nicht.
Vom Parkplatz am nahen Guckaisee aus sattelten wir Silberdistels dann aber doch auf unsere je zwei Füße um.
Der Wanderweg führte uns zunächst rechts am Guckaisee vorbei. Für Badegäste war der See wohl schon zu kalt. Es waren nämlich weit und breit keine zu sehen. Wir hatten das schon ganz anders erlebt. Kurz hinter dem See krabbelt der Weg dann langsam, aber stetig in die Höhe. Da er aber einen großen,  fast s-förmigen, Bogen beschreibt, hält sich die körperliche Anstrengung durchaus in Grenzen.

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Immer wieder legen wir eine kleine Pause ein – für solche wundervolle Fernblicke wie diesen

Immer wieder laden herrliche Ausblicke zum Verweilen ein. Man pausiert also fast schon automatisch, um den Blick in die Ferne …

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Hier ein Blick hinauf zum nahen Pferdskopf

… oder auch hinauf zum nahen Pferdskopf schweifen zu lassen. Oft haben wir über diesem Berg schon Gleitschirme schweben sehen. An diesem Tag war über ihm nur blauer Himmel mit einigen wenigen Wolken zu sehen.

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Ist der Anstieg auf dem s-förmiger Weg geschafft, geht es ein ganzes Ende ohne nennenswerte Kletterpartien weiter. Erst kurz vor der Wasserkuppe mit dem großen „Fußball“ auf ihrem Gipfel geht es wieder steil den Berg hinauf. Wir sparten uns diesen letzten schweren Teil allerdings noch ein wenig auf, denn unser Interesse galt an diesem Tag zunächst einmal dem Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe und das befindet sich etwas unterhalb des berühmten „Fußballs“.

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Das Denkmal, eine Arbeit von August Gaul, wurde 1923 in Erinnerung an die im 1. Weltkrieg gefallenen Piloten errichtet. Es ist nicht, oft wird das nämlich fälschlich behauptet, ein Denkmal für alle beim Fliegen tödlich verunglückten Piloten. Heute ist das Fliegerdenkmal mit seinem imposanten Basaltsteinsockel und der bronzenen Adler-Skulptur nicht mehr von der Wasserkuppe wegzudenken. Es gilt inzwischen neben dem Radom, dem großen „Fußball“, als Wahrzeichen des Berges.
Wie man an den vielen, einem ständig vor der Kamera herumlaufenden, Menschen sehen kann, war und ist der stolze Adler auf seinem Steinwall nicht nur bei uns Silberdistels ein beliebtes Fotomotiv. Die großen Basaltbrocken rund um das Denkmal reizen noch dazu, und das nicht nur Kinder, die eine oder andere Kletterrunde darauf einzulegen. Na, und ein Foto, so direkt und fast hautnah unter dem Adler stehend, macht doch so einiges her. Als endlich auch wir Silberdistels unsere Fotos im Kasten hatten, meisterten wir noch das letzte steile Stück des Anstiegs und so standen wir dann, ein bisschen schnaufend, unterhalb des großen Balles am höchsten Punkt der Wasserkuppe und schauten in die nun fast unter uns liegende Rhön.

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Der Blick ganz oben von der Wasserkuppe aus ist durchaus beeindruckend

Von ganz oben war die Aussicht auf die Berge in der Ferne natürlich noch viel spektakulärer. Wie unendlich weit man schauen konnte. Auch wenn wir dieses Mal nicht über den Wolken schwebten wie im vergangenen Jahr, kamen mir beim Anblick der unendlichen Ferne wieder  die Zeilen „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ aus dem Song von Reinhard Mey in den Sinn.

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Dabei fiel mein Blick auf eine Gruppe am Hang sitzender und stehender Modellflugzeugfans. Ob ihnen auch jedes Mal, wenn sie ihre Modellsegelflugzeuge in den Himmel schicken, dieses Lied in den Ohren klingt?  Aber wenn schon nicht ihnen, dann doch sicher denen, die hoch über uns gerade in den beiden Fliegern saßen. Wie aufregend es dort oben ist, weiß auch ich seit unserem Rhönrundflug im vergangenen Jahr und wie berauschend es ist, den Wolken so nah zu sein.

Aber genug geschwärmt. Wieder mit den Gedanken und beiden Füßen auf der Erde, schlenderten wir weiter in Richtung Rhöner Bauerladen. Oben auf der Wasserkuppe gibt es nämlich einen Ableger des Lädchens am Freilandmuseum in Fladungen. Dort hineinzuschauen war uns schon fast Verpflichtung, auch auf die Gefahr hin, nicht mit leeren Händen wieder rauszukommen. Na, und so war es dann auch, 2 Keramiktassen von unserem Lieblingstöpfer, 4 leckere Rhöner Würste und ein Minigläschen mit Rhöner Fichtenspitzensenf wanderten schließlich wieder mit uns bergab.

Hinunter zum Guckaisee, an dem ja unser Auto auf uns wartete, wählten wir zur Abwechslung mal einen anderen Wanderweg als den, der uns hoch zur Wasserkuppe geführt hatte. Im letzten Jahr hatten wir einen für uns neuen Weg entdeckt.

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Der Pferdskopf – ein beliebter Berg bei den Gleitschirmfliegern

Er führt zunächst wie auch unser Hinweg am Pferdskopf vorbei und ganz kurz dahinter rechter Hand  recht steil hinab über eine Sommerweide bis hin zum Guckaisee. Der Pferdskopf ist übrigens bei den Gleitschirmfliegern sehr beliebt als Startposition hinauf in die luftigen Höhen der Rhön. Seine Hänge scheinen dafür geradezu gemacht.

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Vor dem Betreten von Hunden würde ich natürlich auch warnen. Das könnte unter Umständen gefährlich enden

Unterwegs zum Guckaisee gab es natürlich noch allerlei zu sehen und wenn’s nur das Schild am Einlass zur Sommerweide war, das einer gewissen Komik nicht entbehrte. Wer getraut sich schon, Hunde zu betreten? Na, jedenfalls wird man hier gewarnt, falls man doch so überaus todesmutig sein sollte.

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Aber auch sonst litt meine Kamera durchaus nicht an Futtermangel. Nicht nur Herbstzeitlose erfreuten unser Auge. Die Natur rundum hatte viel Schönes zu bieten. Und dass wir wirklich auf einer Weide waren, das blieb uns ebenfalls nicht verborgen, schauten wir doch immer wieder einmal in hübsche Kuhaugen.

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Der Guckaisee hat auch im Herbst seine Badegäste

Und da lag er schon vor uns, der Guckaisee. Menschliche Badegäste gab es noch immer nicht, aber Zweibeiner waren dennoch im See unterwegs – gefiederte Zweibeiner, die schnatternd miteinander plauderten und beim Wettpaddeln winzige Wellen auf das ansonsten spiegelglatte Wasser zauberten.

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Wir haben einen stillen Beobachter

Vom See bis zu unserem Auto war es dann nicht mehr weit. Wieder am Ferienhaus genossen wir auf der Terrasse noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Ob wir da bereits heimlich beobachtet wurden? Es schien mir fast so, denn kaum waren wir wieder drinnen im Haus, nahm ich vor dem Fenster eine Bewegung wahr. Ein hübsches graues Kätzchen schaute vorsichtig und aus angemessener Entfernung zu unserem Fenster hinein. Was ging da wohl in dem kleinen Köpfchen vor? Egal, ich hatte den Blick auch so verstanden und legte später ein paar Wurststückchen auf die Terrasse. Am anderen Morgen war alles fein säuberlich weggeputzt. Von da an hatten wir einen pelzigen Mitesser. Aber es kam noch ganz anders, als wir dachten. Doch das ist eine andere Geschichte.