Mit ‘Rezept’ getaggte Beiträge

Während ich in diversen Büchern und Zeitschriften so vor mich hinblätterte, fiel mir plötzlich ein kleines Heftchen in den Schoß. Im ersten Moment dachte ich noch: Interessiert mich nicht die Bohne! Schließlich war ich gerade nicht auf Bohnen aus. Ich suchte vielmehr nach einem neuen Rezept für Weihnachtsplätzchen. Mir war danach, wieder einmal etwas Neues auszuprobieren. Weihnachten ist doch das Fest der Freude und der Überraschungen. Warum nicht sich selbst und die Familie mit einer neuen Plätzchensorte überraschen? Aber irgendwie gaben meine Backbücher nicht so recht das her, was mir vorschwebte. Die Rezepte schienen mir alle mehr oder weniger ähnlich zu sein.

Dann fiel mein Blick doch noch einmal auf dieses kleine A6-Heftchen, das ich nach seinem vorwitzigen Sprung auf meinen Schoß neben mich auf die Couch gelegt hatte. Naja, durchblättern konnte ich es ja mal.

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Aus irgendeinen Grunde musste ich es wohl als des Aufhebens wert eingestuft haben. Ich nahm es erneut zur Hand und  … ach, schau an, die „kleinen Espressokuchen“ sehen gar nicht einmal so übel aus. Aber Muffins und Konsorten  standen gerade nicht auf meinem Programm. Merken sollte ich sie mir dennoch gut. Sie könnten durchaus irgendwie ins weihnachtliche Schlemmerprogramm passen. Ich blätterte weiter und nach „Karamellsoße mit Espresso“ und „Kaffee-Pannakotta“ blieb mein Blick auf der nächsten Seite hängen. „Mokkakekse“ stand dort zu lesen. Die Dinger sahen gar nicht so unappetitlich aus. Ich überflog das Rezept und … mir lief das Wasser im Munde zusammen. Und außer den schokoladigen Mokkabohnen hatte ich sogar alles im Hause. Na, Mokkabohnen würden sich ja wohl noch besorgen lassen. Und schon standen sie auf meiner Einkaufsliste.

Wie sich anderen Tags herausstellte, war die Sache mit den Mokkabohnen doch nicht so einfach. Ich war einst ein richtiger Fan dieser kleinen Schokoladenteilchen. Irgendwann hatte ich sie dann aus den Augen verloren. Warum eigentlich? Waren sie still und heimlich aus dem Angebot verschwunden? Und wie es dann so ist – aus den Augen, aus dem Sinn?
Ich suchte im größten vorhandenen Supermarkt gefühlt Hunderte von Regalreihen ab. Was ich dort alles für herrliche Dickmacher entdeckte, die mir noch dazu nachschrien: „Nimm mich mit, nimm mich mit!“ Nix da, ich blieb standhaft. Ich wollte nur diese verdammten Mokkabohnen. Wo waren die nur abgeblieben? Konnten auch gewisse Schokoladenteilchen unmodern werden?
Entnervt verließ ich die Abteilung mit all dem Süßen und widmete mich zunächst den sonstigen noch fehlenden Backzutaten auf meinem Schummelzettel. Endlich hatte ich alles beisammen. Nur die Mokkabohnen fehlten noch. Während ich grübelnd vor mich hinstarrte, fiel mein Blick auf all das Dekozeugs für Kuchen, Torten und Gebäck. Und da … da standen sie zwischen Schokoperlen, den buntesten aller Streuseln und all dem anderen schokoladigen und bunten Kram, mit dem man die schönsten aller Geburtstags-, Hochzeits- oder sonstigen Torten würde gestalten können. Wie froh leuchteten meine Augen, sie endlich, endlich gefunden zu haben. Begeistert griff ich mir ein Päckchen der langersehnten Mokkabohnen und machte mich mit meinem Einkauf auf zur Kasse.

Aber wie es so ist, wenn man sich im Glückstaumel befindet, trifft einen oft hinterher die kalte Ernüchterung. Genau, Liebe macht blind bzw. verhindert, dass das Gehirn richtig arbeitet. Diesen Effekt spürte ich allerdings erst etwas später, nämlich an dem Tag, als ich mich anschickte, die „Mokkakekse“ aus diesem kleinen Heftchen nachzubacken. Aber beginnen wir erst einmal mit den

Zutaten für ca. 50 Mokkakekese:

1 gehäufter Teelöffel löslicher Kaffee
250 g Butter
75 g Mokkabohnen (diese schokoladigen Teilchen)
150 g Zucker
1 Prise Salz
2 Esslöffel Sahne
350 g Mehl
1 gestrichener Teelöffel Backpulver

Außerdem:
etwa 50 Mokkabohnen zum Garnieren

Zubereitung:

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Nachdem ich alles dekorativ vor mir aufgebaut hatte, kümmerte ich mich zunächst um den löslichen Kaffee.

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Er sollte mit einem Esslöffel kochenden Wassers aufgelöst und dann zum Abkühlen zur Seite gestellt werden.
Anschließend widmete ich mich der Butter, gab sie in einen Topf und ließ sie vorsichtig auf kleiner Flamme bräunen. Das dauerte gut 10 Minuten. Ich denke, das Bräunen ist wichtig für den späteren Geschmack der Kekse. Also, nicht einfach nur die Butter flüssig machen. Wir brauchen sie gebräunt – gewissermaßen als natürlichen Geschmacksverstärker.

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Nach dem Bräunungsvorgang die Butter wieder fest werden lassen. Ich habe sie hinaus in unseren derzeit angenehm kühlen Wintergarten gestellt. Das brachte recht schnell den gewünschten Erfolg.

Jetzt kam der spannende Moment. Die 75 g Mokkabohnen sollten gehackt oder grob gemahlen werden. Moment mal … 75 g? Äh, ja, aber in der Packung sind doch nur 75 g. Was, was nehme ich dann nachher noch für die Dekoration?

Und schon sind wir wieder bei der Blindheit. Vor lauter Begeisterung, die Mokkobohnen endlich gefunden zu haben, habe ich nicht darauf geachtet, dass 75 g in den Teig gehörten und weitere mindestens 50 Stück von den Bohnen noch für die Dekoration gebraucht würden. Wieder einmal dumm gelaufen! Mal vergesse ich die Eier, dann habe ich zu viel Teig und nun, nun habe ich nicht genug Mokkabohnen.

Okay, ich hätte jetzt schnell noch einmal loseilen können in den Supermarkt meines Vertrauens, zumal der Teig nach dem allgemeinen Verkneten eh eine Stunde im Kühlschrank ruhen sollte. Aber dazu hatte ich irgendwie so gar keine Lust. Tja, und wie ich noch aus früheren Zeiten weiß, Not macht erfinderisch.
Ich inspizierte, bevor ich mich  noch einmal voreilig ins vorweihnachtliche Gewühle stürzte, unsere Schokoladenvorräte. Mokkabohniges war schon mal nicht darunter. Das hätte mich auch ungeheuer überrascht.

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Aber viele kleine tobleronige Riegelchen sprangen mir förmlich entgegen. Gut, sie würden den Geschmack der Kekse sicher in eine etwas andere Richtung bringen, aber sicher nicht unbedingt in eine nachteilige. Kurzerhand zerschredderte ich die leckeren Schokoteilchen, gab alle anderen Zutaten hinzu und knetete alles gut durch.

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Fertig! Also, ab damit in den Kühlschrank! Der Teig sollte nun etwa eine Stunde in Ruhe seinem kalten Schicksal überlassen werden.

Uups, wie doch die Zeit vergeht. Die Stunde ist wie im Sauseschritt vergangen. Holen wir den Teig aus dem Kühlschrank. Schnell noch den Backofen ein wenig vorheizen – 180 Grad Umluft sollten genügen.  Nun formen wir aus dem Teig jeweils etwa walnussgroße Kugeln. Die Kugeln setzen wir mit etwas Abstand zueinander auf ein mit Backpapier oder Backfolie belegtes Blech und als kleines i-Tüpfelchen drücken wir ihnen je eine der schokoladigen Mokkabohnen aufs Haupt.

So, nun ab mit ihnen in den Ofen. Sie sollten etwa 10 bis 12 Minuten backen.

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Na, sieht das Ergebnis nicht vielversprechend aus? Und was soll ich sagen? Herr Silberdistel und ich mussten, wir MUSSTEN einfach, ob wir wollten oder nicht, wir MUSSTEN sogleich kosten.

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Der Duft der Mokkakekse war einfach unwiderstehlich. Der Duft? Nein, nicht nur der Duft! Sie sind überhaupt unwiderstehlich. Sie … sie machen süchtig! Ich musste die Dose gaaaanz weit wegschließen, damit zu Weihnachten noch welche übrig sind. Nein, nein, das halten wir nicht aus. Ich muss einfach nochmal und nochmal welche backen. Wir sind nach nur einem Keks unheilbar süchtig nach ihnen geworden. Also, wenn Ihr mit einer solchen Sucht leben könnt und wollt, dann dürft Ihr sie nachbacken. Falls nicht, dann lasst es lieber sein, denn einmal probiert, seid Ihr unhaltbar an diese Kekse verloren. Und mein Tipp: Macht sie unbedingt mit diesen Riegelchen, diesen Toblerdingsen. Ich glaube, die toppen als „geheime“ INNERE Zutat jede Mokkabohne. Aber obenauf ist die Mokkabohne selbstverständlich unverzichtbar, wenn nicht gar Pflicht.

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Uups, vor lauter Mokkakekssucht hätte ich fast vergessen,

Euch einen wunderschönen keksigen dritten Advent zu wünschen.

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Ach, und glaubt mir, nur mit diesen Mokkakeksen ist Advent Advent und Weihnachten erst Weihnachten. Also, schnell noch backen – es ist ja noch ein wenig Zeit 😉

… dann braut die Silberdistel möglicherweise wieder etwas zusammen. Kocht sie Pfeffitee? Schließlich ist es Herbst. Ein wärmender Tee sollte in dieser Jahreszeit gar nicht so übel sein. Hmmm … Und wie das duftet …

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Okay, der Tee ist vielleicht gar nicht soweit hergeholt. Aber er ist nichts Außergewöhnliches und fast jeder kann ihn kochen. Das ist nun wahrlich keine große Kunst und dafür braucht es sicher keine silberdistelige Brauanleitung.
Natürlich könnte es auch wundervoll minzig duften, weil in diesem Jahr die Minzenernte überaus reichlich war und überall im Hause Minze zum Trocknen aufgehängt ist. Welch  herrlich frischen Duft so ein Sträußchen Minze ins Heim zaubern kann.

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Zum Trocknen aufgehängte Apfelminze

Und nebenher entsteht sanft vor sich hin trocknend auch noch die Grundlage für die nächste Generation eines rundum wärmenden Gebräus, eines Gebräus, das graue Herbst- und kalte Wintertage in wohlige Gemütlichkeit zu verwandeln vermag.

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Und tatsächlich trocknet so manches Minzesträußchen – momentan vorwiegend Apfelminze – in unserem Hause dem nächsten Teeabend entgegen. Die Apfelminze duftet nicht nur wundervoll, ihre Blüten ziehen im Sommer auch magisch die verschiedensten fliegenden Insekten an. So haben nicht nur wir Menschen Freude an der Minze aus unserem Garten.
Apropos Apfelminze … Da habe ich doch gleich die passende Überleitung gefunden, denn heute geht es nicht nur um Minzen, es geht AUCH um Äpfel.

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Die Apfelernte war in diesem Jahr in meinem Gärtchen im Vergleich zur Ernte der minzigen Kräuter eher mäßig. Ein paar Äpfel waren es am Ende aber dennoch, die unsere beiden U-Bäumchen schmückten.
Und da ich beim Roh-Verzehr der leckeren Früchte von meinem Herrn Silberdistel so gar keine Hilfe habe – seine Allergie macht ihm hier einen Strich durch die Rechnung – waren es letztendlich doch mehr, als ich allein schaffen konnte. So musste der Rest irgendwie verarbeitet werden.
Mein „Schneller Apfelkuchen“ war die eine Variante, die immer wieder sehr lecker daherkommt. Aber immer nur Apfelkuchen, selbst mit Sahne, ist auf die Dauer auch langweilig.

Für den Frühstückstisch habe ich allerdings schon lange nichts mehr geköchelt. Hatte ich nicht in grauen Vorzeiten in meiner Küche schon einmal Minze und Apfelsaft miteinander verheiratet? Richtig! Und das daraus entstandene „Minzgelee“ war damals ein richtiger Frühstücksknüller geworden und fast schneller verspeist als hergestellt. Soooo gut hatte es uns Silberdistels gemundet. Dieses Rezept sollte sich doch durchaus gut als Anregung für eine neue Marmeladenkreation eignen. Also, nichts wie ran an die Arbeit!
Und so machte ich mich auch gleich voller Elan ans Werk, schälte und schnitzelte Äpfel und pflückte diverse Stängel Apfelminze in meinem Garten für eine:

Minzige Apfelmarmelade

Zutaten:
1 kg Äpfel – geschält und geschnitzelt
3/4 l Apfelsaft
Blätter von etwa 10 Stängeln frischer Minze
Saft von zwei Zitronen
etwas abgeriebene Orangenschale
etwas Vanillearoma oder Vanillemark
etwa 10 Gewürznelken
1 Teel. Zimt
3 Hände voll Rosinen
1 doppelter Calvados
1 doppelter brauner Rum
2 Pck. (je 500 g) Gelierzucker 2:1

Zubereitung:
Nachdem die Äpfel geschält und in kleine Stückchen geschnitten waren, durften sie in einen Kochtopf wandern.

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Hinzugefügt wurden Apfelsaft, Zitronensaft, Rosinen, Gewürze und Aromen. Anschließend wurde alles gut miteinander vermischt und zum Kochen gebracht.

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Das Ganze sollte drei bis fünf Minuten vor sich hin köcheln – bis die Äpfel glasig sind. Wer möchte, kann die Apfelstückchen nach diesem ersten Kochvorgang noch mit dem Mixstab pürieren, damit unsere Marmelade nicht ganz so stückig wird.

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Nun kommt die Apfelminze, oder welche Minze auch immer, ins Spiel. Ich habe die Blätter der frischen, also nicht der getrockneten, Minze abgezupft und von meinem elektrischen Küchenhelfer zerkleinern lassen.
Auch wenn es auf dem Foto oben wie Spinat aussieht, es ist kein Spinat. Der frische Duft weist den „Spinat“ unverkennbar als Minze aus. Bitte tief einatmen! Na, Minze, oder?

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Die so malträtierte und dadurch ganz besonders prächtig duftende Minze darf nun ebenfalls zu den Äpfeln und den anderen Zutaten, die bereits im Topf auf ihr weiteres Schicksal warten.

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Der Minze folgt noch der Gelierzucker, und schon kann das Ganze erneut zum Kochen gebracht werden. Unsere Minze-Apfel-Mischung sollte nun noch einmal je nach Anleitung auf der Gelierzuckerpackung gekocht werden. In der Regel sind das drei bis vier Minuten. Kurz vor Ende des Kochganges geben wir noch Calvados und Rum hinzu.

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Zugegeben, es sieht hier fast wie ein Gemüseeintopf aus, es duftet aber wesentlich frischer – minzig frisch. Und so minzig frisch schmeckt es auch. Versprochen!
Nach erfolgreicher Gelierprobe darf unsere „Minzige Apfelmarmelade“ in die vorbereiteten Schraubgläser gefüllt werden.

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Ein Kilo geschnitzelter Äpfel und ein 3/4 Liter Apfelsaft ergaben am Ende acht Gläser einer überaus leckeren Frühstücksmarmelade.

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Natürlich mussten wir Silberdistels sie zum nächsten Frühstück sofort probieren.

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Wir wurden nicht enttäuscht. Der minzige Apfel-„Eintopf“ schmeckt überaus lecker. Es lohnt sich, ihn nachzukochen.

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Bleibt mir also nur noch, gutes Gelingen und GUTEN APPETIT zu wünschen.

Vielleicht sollte ich langsam doch eine Serie daraus machen – aus meinen Küchenkatastrophen. Schon wieder nämlich hatte ein Kuchenrezept nahezu katastrophale Folgen. Nein, dieses Mal lag es nicht daran, dass mir die Eier aus dem Blickfeld geraten waren, dieses Mal leiteten mich die Vorgaben in dem Backbuch, das ich für ein Rezept zu Rate gezogen hatte, in die Irre.

Aber beginnen wir von vorn. Es osterte ja unlängst und wir Silberdistels hatten uns wie alljährlich zum Karfreitag zusammen mit Sohn, Tochter und deren Freund bei meinem Mütterchen zum Kaffeebesuch angesagt. Da man einer 94jährigen weder zumuten kann, sich für die Gästeschar backenderweise in die Küche zu stellen, noch loszueilen und irgendwo beim Bäcker des Vertrauens Kuchen, Torten oder sonstiges Gebäck zu erstehen, hatte ich versprochen, den Kuchen für unsere österliche Kaffeerunde zu backen.
In Vorbereitung darauf hatte ich fleißig in meinen Backbüchern geblättert und nach einem lecker wirkenden Rezept Ausschau gehalten.

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Ein kleines, nicht allzu dickes, Büchlein schrie förmlich nach mir. Es stand schon eine ganze Weile in meinem Back- und Kochbuchregal und wollte nun endlich auch einmal zu einer besonderen Gaumenfreude beitragen. Bisher hatte ich die Rezepte darin zwar immer bewundert, vor allem, weil es mehr so ein für Zwei-Personen-Backbuch ist – ideal also für eine Kaffeerunde nur mit Herrn Silberdistel und mir, aber ausprobiert hatte ich bisher noch kein Rezept daraus. Als ich das Büchlein ursprünglich kaufte, kam es idealerweise gleich mit einem kleinen Backblech daher, auf das wohl auch die Rezepte zugeschnitten sein würden. So jedenfalls dachte ich.

Es war also endlich an der Zeit, einem Kuchen aus „Kleine Käsekuchen vom Blech“ von Oda Tietz aus dem Bassermann-Verlag – ISBN 978-3-8094-2961-6 eine Chance auf unserem Kaffeetisch zu geben. Am liebsten hätte ich ja gleich alles aus dem Büchlein gebacken, aber andererseits soll man es ja nun auch nicht gleich mit einer ganzen Palette von Käsekuchen übertreiben, auch wenn ich weiß, dass meine Familie aus ausgesprochenen Käsekuchenfans besteht. Aber als zweiten Kuchen hatte ich ohnehin schon meine berühmte Zitronentorte eingeplant, die schnell gezaubert ist und immer Anklang findet.

Als ich nun so in dem Käsekuchen-Büchlein blätterte, blieb mein Blick an einem „Eierlikörkuchen“ hängen. Oh, Eierlikör … Der hat es mir ohnehin angetan. Aber Eierlikör scheint auch irgendwie diese Küchenkatastrophen nach sich zu ziehen – bei mir jedenfalls. Dabei habe ich nicht einmal die winzigste Kostprobe von diesem leckeren Gesöff zu mir genommen. Mit dem „Eierlikörkuchen“ von Frau Morgentau, den ich unlängst nachgebacken hatte, begann diese seltsame Folge von Eierlikörkuchenbackunfällen in meiner silberdisteligen Backstube. Aber ich will jetzt nicht vorgreifen.

Zunächst einmal zu den Backzutaten für diese neue Eierlikörkuchenkreation:

Für den Teig benötigen wir lt. Backbuch:

150 g Mehl
1 Teelöffel Backpulver
70 g Zucker
2 Eigelb
1 Esslöffel Milch
60 g kalte Butter

Für die Quarkcreme benötigen wir lt. Backbuch:

1 Päckchen Vanille-Puddingpulver
100 g Zucker
1/2 l Milch
30 g Rosinen
350 g Quark
30 g gehackte Mandeln
2 Eiweiß

Für die Eierlikörcreme benötigen wir lt. Backbuch:

2 Eier
80 g weiche Butter
80 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
125 ml Eierlikör
1 Prise Salz
20 g Speisestärke

Meine Zutaten standen bereit und vergnügt machte ich mich ans Werk. Zunächst kümmerte ich mich um den Teigboden für unseren Kuchen. Dazu mussten Mehl und Backpulver vermischt werden. Weiter kamen Zucker, die 2 Eigelb und der Esslöffel voll Milch zu Mehl und Backpulver.  Dann sollte noch die Butter in kleine Stückchen zerteilt und zu den anderen Zutaten hinzugegeben werden.  Der letzte Arbeitsgang für den Boden war das Verkneten aller Zutaten zu einem glatten Teig, der nach seiner Fertigstellung für etwa 30 Minuten kalt gestellt werden sollte.

Zwischenzeitlich sollte man den Backofen auf 160°C bei Umluft oder mit Ober- und Unterhitze auf 180°C vorheizen.

Während sich der Teig für den Boden noch die Frische des Kühlschranks zu Gemüte führte, widmete ich mich der Quarkcreme.

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Dazu wurden Milch, Zucker und Puddingpulver in einen Topf gegeben, gut miteinander verrührt und zum Kochen gebracht. Anschließend durfte unser Pudding ein wenig auskühlen.

Zeit also, zu schauen, ob dem Teig im Kühlschrank bereits kühl genug war. Wenn ja, könnte der nun ausgerollt und auf einer gefetteten Backform verteilt werden.

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Lt. kleinem Backbüchlein sollte diese Backform ein kleines Backblech sein. Ich nahm natürlich an, dass es sich dabei um das Backblech handeln würde, das einst mit dem Büchlein zusammen daherkam. So verteilte ich den Teig auf ebendiesem kleinen Backblech und schob es in den vorgeheizten Backofen.

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Nach 10 Minuten Backzeit war der Boden für unseren Eierlikörkuchen schon mal fertig.

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Rosinen, Quark und gehackte Mandeln hatten nun lange genug auf ihren Einsatz gewartet.

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Sie durften jetzt hinein ins Puddingvergnügen, das inzwischen recht gut abgekühlt sein dürfte. Alles gut miteinander vermischen, also schön unterrühren! Dann hätten wir da noch diese beiden Eiweiße.

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Sie wurden zu einer steifen Masse geschlagen und unter die schon sehr lecker duftende und höchst appetitlich ausschauende Pudding-Quarkcreme gehoben.

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Bis hierhin lief doch alles perfekt, oder?

So blieb uns noch die Eierlikörcreme, um die wir uns kümmern mussten. Dazu wurden zunächst Eier und Eiweiß voneinander getrennt.

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Dann sollten Butter, Zucker und Vanillezucker zu einer cremigen Masse verrührt werden, zu der zuerst das Eigelb zu geben war.

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Abschließend musste noch das mit einer Prise Salz versehene und zu Eischnee geschlagene Eiweiß samt der Speisestärke unter die Eierlikörcreme gehoben werden.

Soweit, so gut!

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Der inzwischen ja bereits fertig gebackene Boden für unseren Eierlikörkuchen sollte derweil wohl ein wenig abgekühlt sein, sodass zunächst die Quarkcreme auf den vorgebackenen Boden gestrichen werden könnte.

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Ich machte mich also frisch ans Werk … und … ohhh … meine Quarkcreme schien mir aus diesem Märchentopf mit dem süßen Brei zu kommen. Ich hatte viel mehr davon als auf mein kleines Blech passte.  Wo aber sollte dann jetzt noch die Eierlikörcreme hin? Da sie ebenfalls eher dickflüssig denn fest war, konnte ich also auch keine Berge auf die Quarkcreme häufen. Ein Überlaufen bzw. Überquellen des Teigs war vorauszusehen. Und nun? Wohin mit meiner überzähligen Eierlikörcreme? Irgendwie wieder einmal dumm gelaufen.

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Ich schaute noch einmal in mein Büchlein und las wirklich. Die Zutaten waren für ein kleines Backblech gedacht. Was also tun, wenn das Backblech  trotz Einhaltung aller Rezeptvorgaben zu winzig war für das, was man zusammengerührt hatte?

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Kurzentschlossen löffelte ich einen Teil der Quarkcreme wieder aus der Form, strich alles schön glatt und gab nun soviel Eierlikörcreme auf die Quarkcreme, wie die Form gerade noch fassen konnte. Dann wanderte alles in den Backofen und durfte noch einmal 25 Minuten backen.
Sicherheitshalber hatte ich das kleine Blech noch auf ein größeres Blech gestellt, falls mein Kuchen doch noch während des Backvorganges zum Überquellen neigen würde. Und der neigte. Aber das geneigte Übergequollene (auf dem folgenden Bild links am Rand gut zu erkennen) durfte ich später gleich als Kostprobe für meinen Herrn Silberdistel und mich auf einen Teller bröseln. Wow, war das lecker!

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Leider habe ich kein Kuchenanschnitt-Foto von diesem superleckeren Eierlikörkuchen. Wie oben erwähnt, war er ja ein Mitbringsel und dort, beim Kaffeetrinken und Kuchenessen vergaß ich ganz, schnell noch ein Handy-Foto zu schießen. … und als es mir einfiel, war schon nichts mehr da von dem herrlich leckeren Teil.

Nachdem ich später noch einmal in mich ging und erneut ins Büchlein schaute, hatte ich des Rätsels Lösung für meinen Küchenunfall entdeckt. In dem Käsekuchen-Backbüchlein gibt es natürlich auch ein Foto von einem Stück des Eierlikörkuchens. Hätte ich mich nur gleich darüber gewundert, warum dort ein Stück Kuchen abgebildet ist, das offensichtlich in einer runden Springform gebacken wurde, dann wäre sicher alles perfekt gelaufen.

Nun aber musste ich meine überzählige Quark- und Eierlikörcreme noch irgendwie unterbringen.

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Also habe ich noch einen weiteren Boden zusammengerührt, meine Restcreme draufgekippt und noch einen kleinen Quarkkuchen dazu gebacken, der ebenfalls reißenden Absatz fand. Ja, so macht man aus der Not einem Beinahe-Backunfall am Ende noch eine Tugend 😉

Also, solltest Ihr diesen Eierlikörkuchen nachbacken, nehmt um Himmels willen (trotz meines tugendhaften Handelns am Schluss) kein kleines Backblech, nehmt eine runde Springform und davon nicht gerade die winzigste, die Ihr zur Verfügung habt, und dann habt guten Appetit! Es lohnt sich! Versprochen! Der Eierlikörkuchen war sooo überaus lecker, dass ich dem Büchlein diese kleinen Irreführung der Behörden Bäckerin schnell verzieh.

Unlängst entdeckte ich auf dem Blog von Frau Morgentau ein Rezept für einen Eierlikörkuchen. Schon allein beim Lesen der Zutatenliste lief mir das Wasser im Munde zusammen – sooo lecker. Der Kuchen schrie förmlich danach, auch in meiner Backstube das Licht des Backofens leuchten zu sehen. Herr Silberdistel hatte von einem Einkauf bereits eine Flasche Eierlikör nach Hause getragen und ich hatte mich um Ersatz-Nutella gekümmert, denn Eierlikör und Nutella gehören neben den üblichen Verdächtigen wie Mehl, Zucker & Co. ebenfalls in diesen Kuchen. Gerade diese beiden besonderen Zutaten sollten meines Erachtens ein Garant für ein überaus leckeres und gelungenes Backwerk sein.
Einen Anlass zum Backen, eine kleine Geburtstagsfeier, gab es natürlich auch und so musste der Kuchen auch gar nicht mehr lange auf sein Werden in Silberdistels Backstube warten. Voller Zuversicht und Vorfreude werkelte ich also los, suchte mein Back-Handwerkszeug zusammen und stellte alle Zutaten, wie in der folgenden kleinen Liste aufgeführt, griffbereit in meine Nähe – die Eier etwas abseits, damit sie mir nicht versehentlich noch, bevor ich sie brauchen würde, von der Arbeitsplatte rollten.

Die Zutaten:
250 g Butter
240 g Zucker
1 Prise Salz
1 Päckchen Vanillezucker
5 Eier
250 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
0,3 Liter Eierlikör
3 Esslöffel Nutella (Ich habe Nudossi genommen)

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Zunächst gab ich weiche Butter, Zucker, Vanillezucker und die Prise Salz in eine Rührschüssel. Das sollte zu einer schaumigen Masse verarbeitet werden und anschließend sollten unter diese Masse die Eier gerührt werden. Sollten – aber doch nicht bei mir. Warum auch? Eier sind doch im Kuchen total nebensächlich. So blieben sie, wo sie waren, ein wenig außerhalb meines Blickfeldes und erfreuten sich weiterhin ihres Daseins, bewunderten meine Rührtechniken und schauten sich interessiert in meiner Küche um. Bisher kannten sie schließlich nur die Dunkelheit in ihrer Eierverpackung und das Innere des Kühlschranks, das noch dazu eher selten im hellen Lichterglanz erstrahlte. So war also ihr Dasein bis eben fast ausschließlich von Dunkelheit erfüllt, kein Wunder also, dass sie nun vorsichtig optimistisch hofften, ihnen würde dieser neue lichte Zustand etwas länger erhalten bleiben und schließlich würde ihnen vielleicht sogar noch eine überaus wichtige Aufgabe zuteil werden. Warum wohl sonst hatte die Hausfrau ihnen einen neuen Platz und noch dazu in solch exponierter Lage zugeteilt? Soweit die Gedanken der Eier, die sich im Vergleich zu mir wenigsten welche machten.

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Kommen wir zu Mehl und Backpulver. Beides vermischte ich miteinander und fügte es nun ebenfalls zu meiner Butter-Zucker-Masse hinzu und verrührte alles gut. Dann kam als Krönung noch der Eierlikör hinzu. Wow, das sah nach dem nochmaligen Verrühren alles bereits sehr lecker aus.
Die Hälfte meiner so herrlich schaumigen Masse konnte ich nun schon mal in meine Backform füllen und den Teig, wie in Frau Morgentaus Beschreibung zu lesen, schön glatt streichen.

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Dann fügte ich zur zweiten Teighälfte, die ja noch in der Rührschüssel weilte, die drei Esslöffel Nudossi hinzu. Wie bereits oben erwähnt, entschied ich mich gegen Nutella – einerseits aus nostalgischen Gründen, andererseits, weil mir persönlich Nudossi einfach besser schmeckt. Anschließend verrührte ich Nusscreme und Teig zu einer leckeren schokoladigen Masse.

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Und die machte nicht nur den Eindruck, als könne sie äußerst lecker sein, sie schmeckte tatsächlich so fantastisch, wie sie augenscheinlich daherkam. Ich konnte natürlich nicht umhin, ich MUSSTE einfach kosten.

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Nach dem Kosten, von dem ich mich förmlich mit Gewalt losreißen musste, gab ich den Rest dieser so leckeren Masse auch noch in meine Backform, wunderte mich allerdings darüber, dass Frau Morgentau in ihrer Rezeptanleitung davon gesprochen hatte, den dunklen Teig ganz einfach auf den hellen gleiten zu lassen. Also, mein dunkler Teig hielt so gar nichts vom Gleiten.  Ich musste ihn löffelweise auf den hellen Teig geben. Schließlich aber war auch das geschafft.

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Nun sollte der braune Teig mit einer Gabel unter den hellen Teig gemischt werden. Das nämlich sollte später im Anschnitt unseres Kuchens ein hübsches Muster ergeben. Ich war schon jetzt gespannt, was ich da wohl gezaubert hatte.
Also, nun aber ab damit in den Ofen! Der Kuchen musste jetzt bei 180°C etwa eine Stunde lang gebacken werden. Später zum Kaffee würden wir sein schickes Muster noch gebührend bewundern können.

So, geschafft! Der Kuchen war im Ofen und ich hätte zwischendurch Zeit, meine Küche gleich wieder ein bisschen auf Vordermann zu bringen. Ich räumte hier und räumte da, wusch die Rührbesen und die Schüssel ab und plötzlich fiel mein Blick auf …

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… auf die Eier, die noch hübsch und fallsicher ganz hinten auf der Arbeitsplatte lagen. Oh, Schreck! Was nun? Hektisch sprang ich vor dem Backofen hin und her. Ich schaute durch die Scheibe des Ofens und sah, oh, noch größerer Schreck, dass der Teig bereits kleine Blasen schlug, ein Zeichen dafür, dass ihm schon recht backwarm ums Herz war. Oh Gott, oh Gott! Was tun? Egal! Ich riss entschlossen die Tür vom Backofen auf, griff schnell ein paar Backhandschuhe, schlüpfte hinein und riss die Form wieder aus dem Ofen. Puhhh, der Teig war noch flüssig und auch am Rand schien er noch nicht angebacken zu sein. Egal, Versuch macht klug! Ich schüttete schnell alles noch einmal in meine Rührschüssel und rührte hurtig noch die vergessenen Eier unter. Tja, damit war wohl mein tolles Kuchenanschnittsmuster im Eimer … ähem … der Rührung anheimgefallen.

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Wenigstens schien ich gerade noch im rechten Moment die Kurve gekriegt zu haben. Ich hoffte sehr, der Kuchen würde auch ohne schickes Streifenmuster so schmecken, wie ich es mir vorstellte. Als ich meinen Eierlikörkuchen das zweite Mal an diesem Tag aus dem Backofen holte, sah er so übel nicht aus. Ich konnte ihn wohl, ohne mich schämen zu müssen, auf den Geburtstagskaffeetisch stellen.

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Und da stand er dann und harrte der Gäste und der Verkostung.

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Tja, und im Anschnitt sah er dann so übel auch nicht aus und nach der Verkostung meinten alle Testesser, dieser Kuchen schmeckt auch ohne hübsches Anschnittmuster und ich solle ihn demnächst wieder backen. Die Muffins, im Bildhintergrund zu sehen, waren übrigens Himbeermuffins. Das Rezept hatte ich hier im „Bücherstaub“ bereits vor etwas längerer Zeit schon einmal vorgestellt. Wer also interessiert am Nachbacken ist, der darf gern dem Link folgen. Bei den Muffins ging übrigens alles katastrophenlos über die Bühne 😉

Wir wissen nun zwar, dass es egal ist, ob der Eierlikörkuchen mit einem hübschen Schwarzweißmuster aufwartet oder sich einfach nur in einem diskreten Braunton präsentiert, der Geschmack ist trotz meiner Beinahe-Küchen- oder Kuchenkatastrophe unübertroffen gut. Wie er sich gemacht hätte, wenn die Katastrophe vollkommen gewesen wäre und die Eier tatenlos in ihren dunklen Kühlschrank hätten zurückwandern müssen, das bleibt nun dennoch ein kleines Kuchengeheimnis. Aufgegangen wäre der hübsche Braune sicher auch ohne die Hilfe der schicken Hühnerprodukte, denn das Backpulver hätte auch so seinen Beitrag dazu geleistet. Wahrscheinlich aber wäre dieses Endprodukt nicht ganz so fluffig geworden, wie das, bei dem zum Glück doch noch kurz vor Toresschluss die fünf Eier todesmutig in den Teig springen durften.
Also, wenn Ihr den Eierlikörkuchen nachbacken wollt, es lohnt sich wirklich, dann aber verliert bloß nicht die Eier aus den Augen. Falls Euch dennoch dieses Missgeschick passiert, bin ich an Eurem Testergebnis interessiert 😉

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So, aber jetzt los – haut  rein und backt ihn nach. Dieser Eierlikörkuchen, obwohl hier bei mir nur im reinen Braun-Look, hat uns geschmacklich wirklich  überzeugen können – er ist etwas gaaaanz, ganz Leckeres.

* Guten Appetit! *

… oder scharf – diese süßen Kerle! Egal wie, sie sind spitzenmäßig, zum Anbeißen scharf. Ich musste mich ihrer einfach annehmen. Ich konnte ihnen beim besten Willen nicht widerstehen. Ich musste sie, ob ich wollte oder nicht, an mich reißen und mit nach Hause schleppen.
Schon, als im Supermarkt meines Vertrauen mein Blick auf sie fiel, dort standen sie nämlich gleich neben dem Eingang, damit sie auch ja nicht übersehen werden, war ich hin und weg, so umwerfend schauten sie aus. Wie hätte ich da widerstehen können?
Andererseits spukte in meinem Kopf ohnehin seit Tagen ein Plan umher, in den diese Kerlchen perfekt hinein passten. War ich doch neulich durch ein Buch quasi mit der Nase auf sie gestoßen worden. Dort spielten sie nämlich auf einer Seite eine wichtige, eine echt scharfe Rolle. Ich dachte mir, als ich das las, ich könnte demnächst einmal nach ihnen Ausschau halten und testen, wie gut sie sich wirklich machen würden.

Nun hatte ich sie also schneller als gedacht bei mir zuhause. Begeistert blickte ich von einem zum anderen, erfreute mich an ihrem interessanten  Körperbau, ihrer abwechslungsreichen Mimik und ihrer enormen Verwandlungsfähigkeit je nachdem, welche Haltung sie vor mir gerade einnahmen. Ich war dermaßen beeindruckt, dass ich mich fast schämte, Hand an sie zu legen, denn das musste leider sein, wenn ich meinen Plan mit ihnen verwirklichen wollte.

Aber schaut gleich selbst, welche Prachtburschen da vor mir standen und auf ihre weitere Verwendung warteten. Ich hatte ihnen eine wichtige Rolle, fast schon eine Hauptrolle, zugedacht.
Inzwischen hatte ich das Drehbuch noch einmal hervorgekramt, also das Büchlein, durch das ich überhaupt auf sie gestoßen war, und schaute nach, welche Darsteller ich außer den bereits bereitstehenden scharfen Kerlen noch für die Umsetzung meines Planes benötigen würde. Ein wenig wandelte ich die Vorgaben aus dem Drehbuch jedoch ab. Als Anregung stand es mir allerdings sehr hilfreich für mein weiteres Vorhaben zur Seite. Dieses Büchlein hat mich übrigens schon an anderer Stelle inspiriert – bei einem ganz besonderen Traum.

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Das Originalrezept befindet sich auf Seite 39 in diesem Buch, hat aber kaum etwas mit meiner Marmelade gemein (erschienen ist das Buch 2009 – ISBN 978-3-8094-2504-5)

Was also hatte ich dieses Mal vor? Die Burschen, die ich mit nach Hause geschleppt hatte, sollten meine neueste Apfelmarmeladenkreation zu einer richtig scharfen Sache machen. Ich hatte vor, Apfel-Ingwer-Marmelade mit Calvados zusammenzuköcheln. Und genau dafür brauchte ich diese scharfen Kerle. Wir Silberdistels wollten wieder einmal Abwechslung auf unserem morgendlichen Frühstücksbrötchen. Ingwermarmelade oder Ingwergelee gehören schon länger zu unserem Lieblingsbrotaufstrich. Bisher aber hatten wir uns, so uns Heißhunger auf Scharfes und Süßes zugleich überkam, im Supermarktregal bei den Ingwermarmeladen bedient. Warum sollte ich mich nicht endlich einmal selbst an die Zubereitung wagen? Nachdem ich mich nun in die scharfen Burschen förmlich verliebt und sie ohnehin bereits nach Hause geschleppt hatte, wagte ich auch noch den Rest …

 … und dafür brauchte ich folgende Akteure:

Zunächst einmal mehrere dieser scharfen Kerle, ähnlich denen hier unten in der Bildergalerie, dieser äußerst attraktiven Ingwermännchen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

etwa 100 g  dieser Ingwerburschen werden benötigt,
weiterhin kommen zum Einsatz:
1 kg geschälte, entkernte und kleingeschnittene Äpfel
150 g Sultaninen
200 ml Calvados
2 doppelte Gläschen brauner Rum
1 Liter Orangensaft
Saft einer Zitrone
1 Teelöffel geriebene Zitronenschale
2 Fläschchen Vanillearoma
etwa 10 Gewürznelken
1 Teelöffel gemahlener Zimt
3 Päckchen zu je 500 g Gelierzucker (2:1)

Wenn wir nun alle Akteure in unserer Küche versammelt haben, kann es losgehen. Unsere scharfen Kerle lassen wir zunächst noch in Ruhe. Ihnen steht bald Schlimmes bevor. Sollen sie noch ein wenig ihr Dasein als scharfe Braut, als der Mann mit den Superhänden oder als interessante tierische Akteure genießen.

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Unsere von Calvados trunkenen Sultaninen

Zunächst betäuben wir die Sultaninen mit 100 ml Calvados. Gern kann man das bereits einen Tag zuvor tun. Dazu geben wir die getrockneten Früchtchen in eine Schüssel und begießen sie anschließend mit dem Calvados. Je länger sie so ausharren können,  um so betrunkener werden sie am Ende sein und sie werden später kaum noch spüren, was weiter mit ihnen geschieht.

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Die Äpfel müssen als Erste dran glauben

Nun nehmen wir uns der Äpfel an. Sie werden geschält, vom Kerngehäuse befreit und in kleine Stückchen geschnitten. Das wird ein wenig dauern.

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Wir haben Glück, es ist noch ein Rest für die Stärkung der Köchin im Fläschchen

Zum Trost für die Anstrengung kann man vielleicht den Calvados testen. Nicht, dass er am Ende schlecht ist und nicht nur unsere Rosinen sondern auch noch die gesamte Marmelade verdirbt.

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Tatsächlich enthält auch das Rumfläschchen noch einen Rest für die Köchin

Auch vom Rum sollte man eine Probe nehmen. Und wie von Wunderhand sind wir auch schon fertig mit der Apfelquälerei. Erstaunlich, wie Alkohol die Arbeit zur Freude macht und gleichzeitig die Zeit angenehm schnell dahinfliegen lässt 😉

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Die Apfelstückchen dürfen nun in den Kochtopf

Die erbarmungslos zerstückelten Äpfel dürfen nun in einen genügend großen Kochtopf. Hinzu fügen wir die trunkenen Sultaninen samt ihrem Calvados, begießen alles mit weiteren 100 ml Calvados und zusätzlich mit zwei Doppelgläschen braunem Rum. Nun geben wir noch einen Liter Orangensaft dazu, den Saft einer Zitrone, die abgeriebene Zitronenschale, das Vanillearoma, die Gewürznelken und den gemahlenen Zimt.

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Das ist nun aus den armen scharfen Kerlen geworden – ein Häufchen Unglück Ingwer

Ja, und nun hat dann doch die Stunde unserer scharfen Kerle geschlagen.  Sie werden aus ihrem bräunlichen Anzug geschält und anschließend kurz und schmerzlos mit dem elektrischen Küchenhelfer in kleinste Stückchen zerbröselt. Ihre tolle Figur haben sie danach zwar eingebüßt, aber scharf sind sie nach wie vor. Das kann und will ihnen keiner nehmen und das ist gut so, denn ihre Schärfe gibt unserer Apfel-Ingwer-Marmeladenkreation mit Calvados den eigentlichen Pepp. Ab also auch noch mit unseren zerbröselten scharfen Kerlen in den Topf.

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Jetzt wird alles zum Kochen gebracht

Und nun darf der Topf auf den Herd, auf dem alles zusammen zum Kochen gebracht wird. Nachdem das Ganze etwa 10 Minuten geköchelt hat, kann man, wenn man die Äpfel nicht so stückig haben möchte, das Gemisch noch mit einem Pürierstab bearbeiten.

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Gleich haben wir fertig

Danach kommt der Gelierzucker zu unserer Frucht-Alkoholmischung. Alles gut umrühren und noch einmal nach Anleitung auf der Gelierzuckerpackung kochen. In der Regel sind das 3 bis 4 Minuten.

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Und fertig ist unser scharfer süßer Brotaufstrich

Zum guten Schluss füllen wir unsere „Apfel-Ingwer-Marmelade mit Calvados“ in die vorbereiteten Schraubgläser.

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Sehr lecker, was nun allmorgendlich auf unserem Frühstückstisch steht

Soooo lecker!

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Gleich ist der letzte Happs von meinem Frühstücksbrötchen verschwunden. So bleibt mir nur noch, auch Euch guten Appetit zu wünschen, solltet Ihr meine neue Kreation nachkochen 🙂 Es lohnt sich echt für diejenigen, die es gern scharf UND süß mögen.

Und noch einmal muss ich mich, bevor ich erneut in der Versenkung, sprich: In der Sommerpause, verschwinde, kurz aus meiner Küche zu Wort melden, hatte doch der Nachbar unlängst noch eine Zucchini über unsere Türschwelle geschoben. Und die wollte schließlich ihrer Vorgängerin gegenüber nicht benachteiligt werden. Also die Zucchini, nicht die Türschwelle. So forderte sie, die Zucchini, eine gelbe übrigens, kaum, dass ich sie liebevoll in meine Arme genommen hatte, recht nachdrücklich ihren ganz eigenen Auftritt in meinem Küchen-Blog. Meine Worte: „Aber … aber Zucchini hatten wir doch gerade, sogar so hübsche gelbe!“, ließ sie nicht gelten. Neue Ideen mussten also her, wenn ich das gelbe Früchtchen nicht enttäuschen wollte. Doch wozu hat man schließlich eine umfangreiche Kochbuchsammlung? In dem einen oder anderen Büchlein sollte wohl ein gewinnendes Outfit für eine stolze Zucchinidame zu finden sein.

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Und siehe da, ich wurde in der Tat fündig – in dem Büchlein: „Gemüse : ein besonderes Bildkochbuch mit reizvollen Rezeptideen. – 3. Aufl. – München : Gräfe und Unzer, 1998. – ISBN 3-7742-3947-9“ auf Seite 46. Die Bilder im Buch sind übrigens von Christian Teubner. Die Bilder hier im Blog sind allerdings von mir – vielleicht nicht ganz so professionell, aber hoffentlich trotzdem appetitanregend  😉

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Ich fand in besagtem Büchlein sogar ein Rezept, dass gerade ganz besonders gut in meinen Plan passte, denn es wartete nicht nur diese gelbe Zucchini auf eine besondere Verwendung. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an meine hübschen weißen Pflanzkästen, in die im Frühjahr nicht nur Kräuter, sondern in zwei von ihnen auch einige Tomatenpflanzen eingezogen sind. Aus den kleinen Pflänzchen sind derweil ansehnliche Pflanzen geworden, die auch schon reichlich Ertrag gebracht haben.

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Einige Tomaten haben es sogar zu einer respektablen Größe gebracht. Diese Riesentomate ist inzwischen schon längst verspeist.

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Aber es wuchsen noch weitere prachtvolle rote Früchte heran. Mitunter konnten wir sie gar nicht so schnell verspeisen, wie sie erröteten und nach Ernte riefen. So passte also, als die gelbe Zucchinidame in unser Haus trudelte, alles zusammen – für einen Tomaten-Zucchini-Auflauf. Wie der geht? Wer also für das Sonntagsessen morgen noch keine Idee hat, im Küchenschrank aber Zucchini und Tomaten und der Kühlschrank vielleicht sogar noch ein wenig Hack beherbergt, der könnte mir dann jetzt in die Küche folgen und schauen, was er Leckeres auf den sonntäglichen Mittagstisch bringen kann!

Wir brauchen für unseren Tomaten-Zucchini-Auflauf folgende Zutaten:

1 gelbe Zucchini (unser gelbes Prachtstück wog etwa 600 g)
etwa 300 g Tomaten
1 Zwiebel (ca. 50 g)
250 g gemischtes Hackfleisch
100 g Reis
Salz
1 Esslöffel gehacktes Basilikum
gemahlenen Pfeffer
1 Ei
80 g Butter
geriebenen Käse (etwa 60 g oder nach Belieben)

Übrigens weichen die Mengenangaben hier wieder etwas vom Originalrezept aus dem Buch ab. Ich habe etwa die doppelte Menge an Zucchini verwendet und nur halb soviel Hackfleisch. Wir beiden Silberdistels hatten so trotzdem für zwei Tage ein jeweils sehr leckeres Essen. Am zweiten Tag, aufgewärmt, schmeckte es übrigens noch vorzüglicher.

Dann also zur Zubereitung:

Zunächst einmal widmen wir uns dem Reis. Ich habe losen Reis verwendet (also keinen Kochbeutelreis), habe zu den 100 g Reis die 6-fache Menge Wasser gegeben, etwas Salz dazu getan und das Ganze etwa 15 Minuten im offenen Topf auf kleiner Flamme kochen lassen.

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Nach dem Kochvorgang den Reis durch ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen. Während der Reis so vor sich hin köchelt, können wir uns schon mal nach einer passenden Auflaufform in unserer Küche umschauen. Wenn wir sie gefunden haben, wird sie mit der Hälfte der Butter (40 g) ausgestrichen, anschließend nehmen wir uns der Zucchini und der Tomaten an.

Zucchini und Tomaten werden in Scheiben geschnitten …

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… und jeweils die Hälfte davon wird in die Auflaufform geschichtet.

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Nun können wir uns den anderen Zutaten widmen. Wir geben das Hackfleisch, die in Würfel geschnittenen Zwiebeln, das Basilikum und das Ei in eine Schüssel und würzen nach Belieben mit Salz und Pfeffer.

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Inzwischen dürfte auch der Reis fertig gekocht sein. Er kommt mit in die Schüssel mit dem Gehackten. Jetzt wird alles gut miteinander vermengt …

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… und dann darf die Hackfleisch-Reismischung auf die bereits in die Auflaufform geschichteten Zucchini- und Tomatenscheiben.

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Damit die Hackfleischmischung gut eingepackt ist, bekommt sie als Deckmäntelchen jetzt noch die restlichen Zucchini- und Tomatenscheiben drauf geschichtet. Harmonieren das Rot und Gelb nicht trefflich miteinander? Ich kann versprechen, sie tun es nicht nur farblich, auch vom Geschmack her passen sie vorzüglich zueinander. Die Tomaten peppen die eher geschmacksneutralen Zucchini deutlich auf.

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Aber der geriebene Käse, der abschließend noch auf die obere Schicht kommt, …

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… ist das kleine i-Tüpfelchen des Ganzen und rundet unser Gericht wunderbar ab. Ein Auflauf wäre natürlich kein Auflauf, wenn er nicht noch in den heißen Ofen müsste. Wir geben erst noch die restliche Butter (40 g) in Flöckchen auf die Käseschicht und dann kann unser Auflauf für etwa 40 Minuten bei 200° C hinein ins heiße Vergnügen, also in den vorgeheizten Backofen.

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So, es schaut gut aus dort im Backofen. Ich denke, wir haben fertig. Dann können wir uns also jetzt endlich gemütlich an den Tisch setzen und uns unseren Tomaten-Zucchini-Auflauf schmecken lassen.

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Neben den „Gefüllten Zucchini“ mit der herrlichen Sauce (siehe den Eintrag zuvor) steht dieser Auflauf hier bei uns Silberdistels ebenfalls ganz hoch im Kurs. Aber probiert’s einfach selbst. Ihr werdet sicher nicht enttäuscht sein.

Also dann … guten Appetit!

Gelbzeugs? Nun, ganz einfach, in diesem Falle war das Grünzeugs nämlich nicht grün sondern gelb. Der Nachbar, der uns schon öfter in der Vergangenheit mit kleinen vitaminreichen Geschenken aus seinem Garten überhäuft hat, pochte in diesem Jahr bereits mehrmals an unsere Tür. Also, um ganz korrekt zu sein, er klingelte, klingelte zweimal – wie es auch der Postmann zu tun pflegt. Inzwischen müssen wir Silberdistels nicht mehr wetten, wer, wenn’s zweimal klingelt, vor der Tür steht. Neuerdings ist es fast immer der Nachbar, selten einmal der Postmann. Aber die Freude über das nachbarliche Klingeln ist mindestens ebenso groß wie die, wenn der Postmann mit einem Paket vor der Tür steht. Herr Nachbar hat allerdings statt Paketen gewöhnlich dieses oben erwähnte Gelbzeugs in der Hand. Er weiß nämlich schon aus den Vorjahren, dass wir sie mögen – seine gelben Zucchini. Und da er in diesem Jahr offensichtlich eine besonders reiche Ernte hat und er und seine Gattin auch nicht mehr als essen können, profitieren sogar wir Silberdistels mächtig von dieser nachbarlichen Zucchinischwemme. So hat sich sogar im Laufe des Zucchinisommers für uns eine Lieblingsvariante aus den zahlreichen Rezeptideen, die ich ausprobiert habe, herausgeschält  und die kommt immer wieder gern auf unseren Tisch. Und bevor die Zucchinisaison vorbei ist, möchte ich dieses leckere Gericht wenigstens rezeptmäßig noch mit Euch teilen. Vielleicht gibt ja auch Euer Garten in diesem Jahr ganz besonders viele dieser gelben oder auch der grünen Früchte her.

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Gefunden habe ich unser neues Lieblingsrezept in einem kleinen Büchlein aus meiner Kochbuchsammlung, einem Büchlein von Reinhardt Hess: „Griechische Inselküche“. Mein Exemplar ist bei Gräfe und Unzer 1998 in der Reihe „GU Küchenratgeber“ erschienen (ISBN 3-7742-2378-5). Auf Seite 24 kann man „Gefüllte Zucchini“ finden. In dem Kochbuch sind meine gelben Zucchini allerdings grün. Wer weiß, vielleicht schmeckt das Gericht mit der grünen Zucchinivariante ja noch viel besser. Aber nein, besser geht eigentlich gar nicht mehr.

So, genug der langen Vorrede, auf in die Küche und losgekocht! Ein wenig weiche ich mit meinem Rezept wieder einmal von der Kochidee aus dem Buch ab. Ich koche schließlich in der Regel nur für zwei Personen. Außerdem war mir die Menge an Gehacktem, die im Kochbuch angegeben ist, etwas dürftig für die Größe der von mir verwendeten Zucchini.

Hier nun meine Zutatenliste:

1 gelbe Zucchini (etwa 600 g)
250 g Gehacktes (Rind/Schwein gemischt)
4 Esslöffel Semmelbrösel
2 Eiweiß
1 Esslöffel gehackte Petersilie
Salz
Pfeffer
1 Zwiebel
2 Esslöffel Butter
1 Esslöffel Mehl
1/2 Liter Hühnerbrühe
2 Eigelb
4 Esslöffel Zitronensaft

Auf denn zur Zubereitung:

Die Zucchini waschen und die Enden jeweils anschneiden. Anschließend wird die Zucchini in etwa 5 cm breite Stücken geschnitten. Ich habe mein gelbes Prachtstück einfach in sechs Teile geteilt. Nun wird das Innere der Zucchiniteile ausgehöhlt und zunächst zur Seite gestellt. Wir brauchen das Innenleben später noch. Die Zucchiniringe, die so entstanden sind, sollten etwa 1/2 bis 1 cm Wandstärke haben. Wir legen auch sie erst einmal zur Seite und widmen uns nun der Zwiebel. Sie wird nach dem Entfernen der äußeren braunen Zwiebelhaut in kleine Würfel geschnitten und darf dann mit den 2 Esslöffeln Butter in einen Schmortopf, der so groß sein sollte, dass er später auch noch die gefüllten Zucchiniringe aufnehmen kann. Die Zwiebeln werden in der Butter etwas angedünstet.

Während nun die Zwiebeln auf kleiner Flamme vor sich hin dünsten (im Kochbuch waren 7 Minuten angegeben), können wir uns der Füllung für unsere Zucchiniringe widmen.
Dazu geben wir das Gehackte in eine Schüssel, fügen die 4 Esslöffel Semmelbrösel hinzu und den Esslöffel gehackter Petersilie. Die Eier werden nun jeweils in Eigelb und Eiweiß getrennt, das Eiweiß darf dann gleich mit zur Hackmischung.

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Das Eigelb jedoch bleibt noch ein Weilchen in Warteposition. Nun das Hack gut mit den anderen Zutaten verkneten und mit Salz und Pfeffer nach Belieben würzen.

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Somit haben wir die Füllung für unsere Zucchini fertig. Hinein also damit in unsere vorbereiteten hübschen gelben Ringe!

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Inzwischen dürften auch die Zwiebeln wunderschön angedünstet sein. Aber da harrte doch noch dieses Innere unserer Zucchini auf seine weitere Verwendung. Seine Zeit ist genau jetzt gekommen. Es wird fein zerkleinert und kommt anschließend zu den angedünsteten Zwiebeln.

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Darauf streuen wir zwei Esslöffel Mehl und rühren diese unter.

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Anschließend wird die Brühe (1/2 Liter) dazu gegeben und noch ein wenig mit Pfeffer und Salz gewürzt. Ich habe Hühnerbrühe verwendet. Sicher geht auch eine andere Fleisch- oder Gemüsebrühe.

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Nun kommt endlich der große Auftritt für die gefüllten Zucchiniringe. Sie dürfen jetzt nämlich mit in unsere Sauce und werden darin bei schwacher Hitze etwa 30 Minuten gekocht.

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Wenigstens einmal zwischendurch sollte man die Zucchiniringe wenden, damit die Füllung am Ende schön gleichmäßig durch ist.

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Sind die 30 Minuten vergangen, die gefüllten Zucchini auf Teller heben und sich dann noch einmal der Sauce widmen. Wer möchte, kann noch ein wenig den Pürierstab schwingen oder die Sauce durch ein Sieb streichen. Ich habe mir das gespart, weil die stückige Sauce durchaus auch so ihren Charme hat.

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Aber nun zum guten Schluss! Wir kümmern uns jetzt nämlich noch um die beiden Eigelb. Wir fügen ihnen 4 Esslöffel Zitronensaft hinzu, verquirlen alles miteinander und geben das Gemisch zur Sauce.

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Ganz vorsichtig noch einmal erhitzen, bis die Sauce bindet – nicht noch einmal kochen. So, das war’s dann schon. Darf ich nun zu Tisch bitten?

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Wer mag, kann übrigens zu diesem Zucchinimahl gern noch gekochte Salzkartoffeln reichen. Wir Silberdistels waren jeweils allein mit den gefüllten gelben Früchten und der herrlichen Zucchinisauce zufrieden.

Also dann, guten Appetit!

So, und nachdem ich Euch nun den Mund wässrig gemacht habe, verschwinde ich schnell wieder in meine Sommerpause. Ich muss kochen. Der Nachbar war noch einmal da … mit einer gelben Zucchini  😉