Mit ‘Rezept’ getaggte Beiträge

… aber ein Küchlein doch eher nicht. Aber glücklich und zufrieden macht es schon. Da steht es dem größeren Kumpel in nichts nach.

Ich weiß, die Fastenzeit hat begonnen. Ich sollte  also lieber nicht von Kuchen, Küchlein und ähnlich verführerischen Leckereien sprechen und schon gar nicht darüber schreiben. Aber vielleicht geht es ja dem einen oder anderen unter Euch ähnlich wie uns Silberdistels. Bei uns richtet sich der Beginn der Fastenzeit nicht nach dem Aschermittwoch, sondern nach dem Geburtstag eines Familienmitglieds. Und ehe dieser Ehrentag nicht gebührend mit Kuchen und Co. begangen wurde, schiebt sich bei uns gar nichts mit dieser Fasterei zusammen.

So sind wir Silberdistels also in der glücklichen Lage, den Beginn unserer Enthaltsamkeit so festzulegen, wie es uns gerade in den Kram passt. Geburtstag ist schließlich Geburtstag und ein Geburtstag ohne Kuchen ist rein gar nichts. Das geht absolut nicht. Wo kämen wir denn da hin?

Na, und irgendwie müssen nach einer solchen Feier auch erst noch die Reste vertilgt werden. Erst danach kann man sich daran machen, die in den letzten Wochen aufgesammelten Kalorien wieder abzuarbeiten.

So hatte ich vor, als kleine Überraschung für das Geburtstagskind süße Küchlein zu backen. Diese kleinen Dinger gingen mir nämlich, seitdem ich sie entdeckt hatte, einfach nicht mehr aus dem Kopf. Jetzt endlich war die Gelegenheit für einen Testbacklauf gekommen. Ich suchte also hurtig dieses niedliche kleine Heftchen, in dem ich sie just in der Vorweihnachtszeit entdeckt hatte, hervor und machte mich in freudiger Erregung an die Arbeit. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an die leckeren Mokkakekse, die bei uns Silberdistels in der Adventszeit begeisterten Anklang gefunden hatten?

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In genau diesem Heftchen, dem ich schon das Rezept für dieses leckere Kleingebäck entnommen hatte, sprangen mir außer eben diesen Keksen noch entzückend ausschauende kleine Espresso-Kuchen entgegen. Ich werde sie jetzt einfach mal Muffins nennen. Da hat man gleich eine bessere Größenvorstellung von ihnen. Also, sie sind wirklich klein und machen bestimmt überhaupt nicht dick 😉

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Aber was mich natürlich brennend interessierte: Würden diese kleinen Küchlein auch so schmecken, wie ich es mir vorstellte? Um das zu erfahren, musste ich mich natürlich opfern und mich rührend und backend ans Werk machen. Na, wie ist es? Macht Ihr mit?

Ja? Na dann los! Wir brauchen für die Espresso-Muffins die folgenden

Zutaten:
200 g Zartbitterschokolade
100 g Butter
2 Eier
100 g Zucker
1 Päckchen Vanillinzucker
1 Prise Salz
75 ml Espresso
150 g saure Sahne
100 g Mehl
2 gestrichene Teelöffel Backpulver
1 Teelöffel Zimt

Wenn wir dann alles bereitstehen haben, machen wir uns also an die

Zubereitung:
Okay, los geht’s! Zunächst geben wir die Butter und die Zartbitterschokolade in einen Topf und bringen beides, möglichst in einem Topf mit Wasserbad, zum Schmelzen. Ich verwende gewöhnlich einen Milchkochtopf, der praktischerweise schon über ein integriertes Wasserbad verfügt.

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Während nun Butter und Schokolade langsam schmelzen, können wir Eier, Zucker, Vanillinzucker und die Prise Salz mit einem Rührbesen schaumig schlagen.

Derweil dürften Butter und Schokolade gut geschmolzen sein. Wir verrühren sie noch etwas miteinander …

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… und bereiten nebenher schon mal den Espresso zu. Hmmm, der sieht richtig lecker aus … Dennoch … nicht trinken. Er hat heute einmal eine andere Bestimmung.

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Er kommt nämlich mit der Schokobutter zu unserer schaumigen Zuckereimasse. Dazu geben wir ebenso die saure Sahne und vermischen dann alles gut miteinander.

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Jetzt wiegen wir das Mehl ab, geben Backpulver und Zimt hinzu, vermischen es …

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… und fügen es ebenfalls in unsere Schüssel.

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Nun ist erneut gutes Umrühren angesagt.

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Und damit wären die wichtigsten Arbeiten bereits getan. Damit wir zügig weiterarbeiten können, sollten wir schnell noch den Backofen vorheizen – 180° C Umluft sollten genau richtig sein.

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Irgendwo hatten wir doch noch eine Muffinform … Ah ja, da ist sie ja. Und da sind auch gleich die kleinen Papierförmchen, die das Ankleben der Küchlein in der Form verhindern. Wer keine Papierförmchen hat, sollte die Muffinform gut einfetten, damit sich unsere kleinen Espresso-Muffins später gut aus der Form lösen lassen.
So, und nun hinein mit dem Teig in die Form!

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Ich habe übrigens die Zutatenmenge jeweils halbiert, denn wir wollten es mit den Kalorien dann doch nicht zu arg treiben. Wir Silberdistels waren nach der kleinen Geburtstagsfete ja wieder nur zu zweit.  Aber zu unserem Wochenendkaffee wollten wir gern noch eine bescheidene süße Kleinigkeit dazu haben, zumal wir uns vorgenommen haben, ab kommenden Montag dann mit unserer Fastenzeit zu beginnen. Die Muffins sollten unsere Ruhe vor dem Sturm sein. Naja, vielleicht auch der Sturm vor der Ruhe …

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Ein paar kleine Weihnachtspfunde sollen nämlich alsbald wieder von den Hüften und anderen wieder etwas mehr gepolsterten Stellen. Aber unsere Espresso-Muffins werden wir jetzt noch gaaaaaanz intensiv genießen.
Huuuuch, beinahe hätte ich sie vergessen. Ich plaudere hier, stelle sie nebenher in den Ofen und vergesse fast, sie rechtzeitig wieder herauszunehmen.
Die 15 Minuten, die sie backen sollten, sind doch schon längst um.

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Lasst uns schnell schauen, ob noch was zu retten ist!

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Boahhh, noch mal Glück gehabt. Ich glaube, sie sehen perfekt aus.

Unsere Wochenend-Espresso-Muffins sollen natürlich ihrem Namen alle Ehre machen. Deshalb bekommen sie noch ein hübsches Mützchen, sprich: Schokoböhnchen, auf ihr braunes Haupt.

In dem kleinen Heftchen und zu unserer Geburtstagsfeier waren die kleinen Kuchen allerdings mit einer Creme verziert. Das war mindestens ebenso lecker, wenn nicht sogar noch etwas leckerer. Hier für die Interessierten die

Zutaten für die Creme:
200 ml Sahne
2 Päckchen Vanillinzucker
200 g Doppelrahm-Frischkäse

Zubereitung der Creme:
Die Sahne wird zusammen mit dem Vanillinzucker steif geschlagen, der Frischkäse cremig gerührt und dann hebt man den cremigen Frischkäse unter die Sahne.

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Anschließend kann das Ganze in einen Spritzbeutel gefüllt werden, um die Muffins mit der Creme zu dekorieren.
Meine Muffins sahen am Ende meiner Dekorationskunst mehr bekleckst denn formvollendet mit einem schmucken Sahnehütchen dekoriert aus.

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Allerdings war meine Creme nach dem Zufügen des Frischkäses zur Sahne auch fast wieder flüssig geworden. Keine Ahnung, woran es lag. Geschmeckt hat es trotzdem ausgezeichnet.
Die zweite Generation der Espresso-Muffins bekam nun ein Schokoböhnchen aufs Haupt.

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Und in Ermangelung von Frischkäse blieben wir ganz einfach nur bei simpler Schlagsahne.

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Das kleine Küchlein war auch damit sehr zufrieden. Sieht es nicht äußerst keck aus mit seinem Sahnehäubchen? Na, und es sieht nicht nur keck aus, es schmeckt auch sehr lecker, denn drei von ihnen mussten heute zur silberdisteligen Kaffeezeit schon ihr Leben lassen. Die anderen drei harren auf ihr sonntägliches Schicksal 😉 😀

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Übrigens sind die kleinen Küchlein sehr schnell gemacht. Ratzbatz sind sie zusammengerührt, in den Ofen geschoben und … aufgegessen 😉 Die Zubereitung schafft man locker noch zur sonntäglichen Kaffeezeit. Na, … und das Aufessen erst recht 😀

Hier im „Bücherstaub“ treiben sich nicht nur auf den Büchern mitunter das eine oder andere kleine StaubStaubkörnchen herum, manchmal schwebt auch Staubiges durch der Silberdistels Küche. Dabei handelt es sich allerdings um eine ganz andere Art von Staub – mehr Staub mit mehligem Charakter.

Unlängst war es wieder soweit, dass Mehliges durch meine Küche waberte. Brotbacken war nämlich angesagt. Seit Anfang letzten Jahres versuche ich mich in der Kunst des Brot- und Brötchenbackens – einer Kunst, die gar nicht so einfach zu erlernen ist, auch wenn es vom Fachmann vorgeführt, wie ich in einem meiner Beiträge berichtete, kinderleicht ausschaut. Aber wie heißt es so schön? Probieren geht über Studieren. Na, und probiert habe ich inzwischen eine ganze Menge.

Essen konnten wir bisher alles, was aus meinen Versuchen hervorging, ganz zufrieden war ich dennoch nicht. Rein äußerlich sahen all meine Brote und Brötchen recht ansprechend aus, nur der Geschmack hatte mich bis eben noch nicht 100%ig überzeugt. Besonders die Brote stellte ich mir geschmacklich noch etwas herzhafter vor. Wir sprechen hier übrigens von Broten, die mit Sauerteig zu vollendetem Geschmack kommen sollten. Angeblich schmeckt selbstgebackenes Brot doch so ganz besonders gut, wenn man den Hobbybäckern dieser Welt Glauben schenken kann. Was andere können, sollte ich doch auch irgendwie hinkriegen.

Gut, meine Backversuche waren so übel nicht. Zumindest konnten sie allemal mit den Broten, die die Supermärkte anbieten, mithalten. Mir schien es aber so, als würden sämtliche Hobbybrotbäcker mehr können als ein gewöhnliches Supermarktbrot backen. Entweder schwindelten sie alle oder ich hatte das Geheimnis des Brotbackens noch nicht bis in alle Einzelheiten ergründen können … bis, ja bis mir eines Tages Lutz Geissler über den Weg lief, d.h., er lief mir nicht selbst und höchstpersönlich über den Weg, sondern eines seiner Bücher.

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So studierte ich wieder einmal ein Brotbackbuch und stieß bald auf ganz simple Rezepte, die noch dazu kaum Arbeit erforderten – nur Zeit und die nicht zu knapp.

Auf Seite 62 des oben abgebildeten Buches fand ich ein Rezept für ein Roggenvollkornbrot, dessen Foto mir förmlich zuschrie: „Probier‘ mich aus, probier‘ mich aus! Wenn nicht, wirst Du es bereuen!“ Vielleicht sollte ich einfach einmal testen, ob es stimmte, was Lutz Geissler versprach. Aus ganz wenigen Zutaten sollte nach seinen Worten „Ein kräftiges, überaus lockeres und tagelang frisch bleibendes Brot“ entstehen.

Also an die Arbeitsplatte, fertig los!

Wir benötigen für ein Roggenvollkornbrot, das aus einer schlichten Kastenform daherkommt (meine hat folgende Maße: 27 cm lang, 8 cm breit und 7 cm hoch – Länge und Breite am Boden der Form gemessen), folgende

Zutaten:
580 g Roggenvollkornmehl
550 g Wasser
13 g Salz
4 g Roggensauerteig

Zubereitung:
Alle Zutaten zu einer einheitlichen Masse vermengen. Lt. Anweisung aus dem Buch kann das von Hand mit einem Löffel geschehen. Ich habe dazu kurz meine Küchenmaschine bemüht.

Anschließend soll der Teig in eine gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Kastenform gegeben werden. Ich habe den Basteltipp bevorzugt und mir Backpapier passend für die Form zurechtgeschnitten.

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Wenn die Form hübsch ausgelegt oder eingefettet ist, kann der Teig in die Form gefüllt werden. Das Ganze sieht dann natürlich noch nicht so hübsch glatt aus wie auf dem Bild oben. Der Teig ist nämlich recht klebrig und wir haben zunächst ein entsprechend hügeliges Gebilde in unserer Kastenform. Wenn wir die Teigoberfläche nun aber mit einem in Wasser getauchten Löffel glattstreichen, wird er recht schnell dem obigen Bild gleichen.

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Nach diesen Streicheleinheiten braucht der Teig 24 Stunden Ruhe. Damit er während seiner Ruhezeit nicht austrocknet, sollte er gut abgedeckt werden, z.B. mit einer Folie. So gut zugedeckt kann er bis zum nächsten Tag reifen. Das sollte bei einer Temperatur zwischen 18 und 20° C geschehen.

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Am darauffolgenden Morgen hatte sich bei meinem Teig noch nicht allzu viel getan. Ein wenig war er aber dennoch gegangen. Ich war gespannt, wie er sich weiterentwickeln würde.

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Nach etwa 24 Stunden Gesamtruhe hatte mein Brotteig dann aber doch den Kastenrand erreicht und war somit fast um das Doppelte Teigvolumen gewachsen. Zeit, den Backofen auf 250° C Ober- und Unterhitze vorzuheizen und den Teig noch mit etwas Mehl zu bestreuen. Das Bemehlen kann man aber auch nach etwa 12 Stunden Teigruhezeit schon tun. Wenn nun die 250° C im Ofen erreicht sind, kann die Form mit unserem Teig auf die mittlere Stufe in den Backofen geschoben werden. Ich habe noch eine Tasse mit etwas Wasser unten in den Ofen gestellt, um, wie es allgemein beim Brotbacken empfohlen wird, die richtige Atmosphäre im Ofeninneren zu schaffen. Die Temperatur sollte nach dem Einschieben der Form auf 200° C reduziert werden. Die Backzeit sollte 60 bis 65 min. betragen.

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Bei meinem Backofen passte diese Backzeit perfekt. Nach genau 65 min. konnte ich ein lecker duftendes Roggenvollkornbrot aus dem Ofen ziehen.

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Eigentlich soll man Sauerteigbrot ja erst am nächsten Tag anschneiden, weil sich sein Geschmack dann erst so richtig gut entfaltet hat. Aber es duftete so verführerisch, ich konnte nicht anders und musste es nach dem Auskühlen, das am besten auf einem Gitterrost geschieht, gleich anschneiden. Na, und außerdem waren mein Herr Silberdistel und ich äußerst gespannt, ob das Brot auch so schmecken würde, wie es duftete.

Und dann war er da, der spannende Moment: Ich führte die herrlich duftende Brotscheibe zum Munde, biss hinein, kaute und verdrehte vor Wonne die Augen. Endlich war mir ein Brot so gelungen, wie ich es mir vorstellte. Lecker und luftig. Nur eines stimmte nicht, da hatte Lutz Geissler unrecht, es hielt sich nicht viele Tage. Es war ganz schnell aufgegessen 😀

Fazit: Es lohnt sich, dieses Brot nachzubacken. Es ist wirklich überaus köstlich und schreit nach Butter und/oder Käse. Besser geht nicht!

Vielleicht noch eine kleine Ergänzung: Falls jemand das Brot nachbacken möchte und noch keine Erfahrung mit Sauerteig hatDSC07547. Es gibt auch fertigen Sauerteig zu kaufen. Wenn man ihn auf die Schnelle nicht selbst herstellen mag oder kann, ist diese Variante zugleich eine gute Möglichkeit, sich daraus für alle folgenden Brotbacktage seinen eigenen Sauerteig herzustellen. Hebt man nämlich davon ein Löffelchen Sauerteig auf, kann man ihn mit etwas Mehl und Wasser (jeweils gleiche Grammzahl) füttern, also zu diesem Ansatz hinzufügen, alles gut umrühren und das Ganze in einem Schraubglas verschlossen in den Kühlschrank stellen. Dieser Sauerteig, auch als Anstellgut bezeichnet, hält sich nach meinen bisherigen Erfahrungen so aufbewahrt viele Wochen. Daraus kann man jeweils für den nächsten Brotbacktag entweder soviel Sauerteig abnehmen, wie man benötigt oder man stellt daraus die notwendige Menge her, indem man entsprechend viel Wasser und Mehl hinzufügt. Wichtig ist, dass man immer etwas von dem Anstellgut übrig behält, das man dann wiederum mit Mehl und Wasser füttert. Ich habe meinen ersten Sauerteig bei einem Bäcker gekauft. Von jenem Sauerteig habe ich vor etwa einem Jahr zwei Esslöffel voll übrig behalten und davon lebe ich jetzt immer noch. Wenn man immer wieder einmal etwas Wasser und Mehl hinzu gibt (möglichst von der gleichen Mehltypsorte), ihn also damit füttert, hat man zu jeder Zeit lebenden Sauerteig zur Hand. Sauerteig kann aus Roggenmehl, aber durchaus auch aus Weizen- oder Dinkelmehl hergestellt werden, je nachdem, welcher Sorte Sauerteig für das entsprechende Rezept benötigt wird.

… nein, dann ist weniger die Nacht zum Tag geworden, dann sind wir nur dem Weihnachtsfest schon wieder etwas näher gerückt. Und so handelt es sich, zumindest bei mir hier, gar nicht um Sterne am Himmelszelt, sondern um süßes Knabberzeugs.

Gerade hatte ich doch rein zufällig das Rezept für diese herrlich mundenden Mokkakekse entdeckt, als mir kurz darauf ein anderes keksiges Rezept, dieses Mal allerdings nicht in den Schoß, sondern in die Hände fiel. Im „Strohhalm“, einer hiesigen Straßenzeitung, sprangen mir bei der Lektüre selbiger Zeitung „Zimtsterne“ fast in den Mund. Jedenfalls hatte ich bei ihrem Anblick sogleich einen vorzüglichen Geschmack auf der Zunge.

Wow, welch leckere Zutaten! Keine Frage, diese Kekse mussten natürlich auch noch ausprobiert werden. Mein Herr Silberdistel, ein ganz großer Marzipanliebhaber, war auch sofort von der Idee und dem Rezept begeistert. Die Sterne konnten einfach nur gut schmecken.

Beim nächsten Einkauf wanderten also die noch fehlenden Zutaten in meinen Einkaufswagen und dann ging es fast übergangslos ans Testbacken. Aber zunächst:

Zu den Zutaten für den Teig:

50 g Mehl
200 g Marzipanrohmasse
200 g Zucker
100 g gemahlene Mandeln
2 Eiweiß
1 Teelöffel Zimt
1 Prise Salz

Für die Verzierung:

1 Eiweiß
125 g Puderzucker

Zubereitung:

Erstaunlicherweise klappte dieses mal alles ohne unangenehme Zwischenfälle. Weder musste ich im Supermarkt lange Suchaktionen nach irgendwelchen Zutaten starten, noch hatte ich am Ende doch noch etwas Wichtiges für das ganz besondere Geschmackserlebnis vergessen oder trotz sorgfältiger Vorbereitung nicht zur Hand. Wir können uns also entspannen, eine Schüssel aus dem Schrank nehmen und die bereitgestellten Zutaten wie …

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… das Mehl, die Marzipanrohmasse, den Zucker, die gemahlenen Mandeln, die beiden Eiweiße, den Zimt und die Prise Salz hineingeben. Anschließend alles gut mischen und ordentlich verkneten. Derweil könnte eigentlich auch schon der Backofen vorgeheizt werden.

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Dann zaubern wir ein Backblech hervor, belegen es mit Backpapier oder Backfolie und dann widmen wir uns noch einmal dem Teig.

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Der wird jetzt nämlich auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausgerollt. Ich würde empfehlen, ihn nicht zu dünn auszurollen, da die Sterne ansonsten recht fest werden. Das zumindest habe ich aus meiner ersten Zimtsternbackrunde gelernt. Meine Sternchen waren etwas zu dünn.

Aber weiter im Text: Mit einer Ausstechform – in unserem Falle natürlich eine Sternform – nun aus dem ausgerollten Teig Sterne ausstechen und auf das Backblech setzen.

Wer möchte, kann die Sterne noch etwas hübscher und kalorienhaltiger machen. Dazu das Eiweiß zu Eischnee schlagen, den Puderzucker unterheben und cremig verrühren. Mit dieser kleinen Kalorienbombe werden die Sterne bestrichen und dann können sie ab in den Ofen. Sie sollten bei etwa 150 Grad ca. 15 Minuten backen.

Das Ergebnis ist auch ohne den Zuckerguss überaus lecker. Allerdings sind die Plätzchen nicht so mürbe wie die Mokkakekse, sie sind mehr von der knusprig knackigen Sorte.

Aber wer noch fest und herzhaft zubeißen kann, dem sollten sie überaus munden. Wir Silberdistels jedenfalls sind von den Sternen begeistert, auch wenn wir auf gemeinsamen Beschluss die Puderzuckerglasur fortgelassen haben. Irgendwo muss man schließlich Kalorien sparen, wenn man nicht nach Weihnachten nur noch rollend vor die Tür kommen will 😉

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Zimtsterne

So, dann also viel Spaß beim Nachbacken und lasst Euch die Sterne schmecken. Obwohl sie recht knackig sind, werden auch sie öfter einmal unseren Kaffeenachmittag mit ihrem vortrefflichen Geschmack bereichern.

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Elisen-Lebkuchen

Übrigens habe ich auch in diesem Jahr wieder Elisen-Lebkuchen gebacken. Wer noch Lust drauf hat – sie sind ganz fix gemacht. Das Rezept dafür ist hier zu finden. Auch sie gab es dieses Mal bei uns ohne den kalorienhaltigen Zuckerguss. Sie schmecken dennoch spitzenmäßig und dürfen bei uns kein Weihnachten fehlen.

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Also dann, auf zum Endspurt. Gleich pocht der Mann im roten Mantel an die Tür. Habt Ihr schon alles verpackt? Ich habe zumindest schon mal angefangen. Dabei hatte ich tatkräftige Hilfe.

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Der vierbeinige Keks in unserem Hause hat sich wieder einmal darin versucht, besonders schöne Locken ins Geschenkband zu zaubern. Am Ende war er auch sehr mit seinem Werk zufrieden. Aber Geschenke schick zu verpacken, das ist eine überaus anstrengende Arbeit.

DSC06675So sank mein Helfer dann irgendwann auch ganz ermattet nieder. Dabei sind wir noch lange nicht fertig mit unserer Verpackerei. Naja, ein paar Tage haben wir ja noch. Ich hoffe, mein pelziger Helfer steht mir noch einmal zur Seite. Oder ob er nun gleich bis Heiligabend durchschläft?

Während ich in diversen Büchern und Zeitschriften so vor mich hinblätterte, fiel mir plötzlich ein kleines Heftchen in den Schoß. Im ersten Moment dachte ich noch: Interessiert mich nicht die Bohne! Schließlich war ich gerade nicht auf Bohnen aus. Ich suchte vielmehr nach einem neuen Rezept für Weihnachtsplätzchen. Mir war danach, wieder einmal etwas Neues auszuprobieren. Weihnachten ist doch das Fest der Freude und der Überraschungen. Warum nicht sich selbst und die Familie mit einer neuen Plätzchensorte überraschen? Aber irgendwie gaben meine Backbücher nicht so recht das her, was mir vorschwebte. Die Rezepte schienen mir alle mehr oder weniger ähnlich zu sein.

Dann fiel mein Blick doch noch einmal auf dieses kleine A6-Heftchen, das ich nach seinem vorwitzigen Sprung auf meinen Schoß neben mich auf die Couch gelegt hatte. Naja, durchblättern konnte ich es ja mal.

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Aus irgendeinen Grunde musste ich es wohl als des Aufhebens wert eingestuft haben. Ich nahm es erneut zur Hand und  … ach, schau an, die „kleinen Espressokuchen“ sehen gar nicht einmal so übel aus. Aber Muffins und Konsorten  standen gerade nicht auf meinem Programm. Merken sollte ich sie mir dennoch gut. Sie könnten durchaus irgendwie ins weihnachtliche Schlemmerprogramm passen. Ich blätterte weiter und nach „Karamellsoße mit Espresso“ und „Kaffee-Pannakotta“ blieb mein Blick auf der nächsten Seite hängen. „Mokkakekse“ stand dort zu lesen. Die Dinger sahen gar nicht so unappetitlich aus. Ich überflog das Rezept und … mir lief das Wasser im Munde zusammen. Und außer den schokoladigen Mokkabohnen hatte ich sogar alles im Hause. Na, Mokkabohnen würden sich ja wohl noch besorgen lassen. Und schon standen sie auf meiner Einkaufsliste.

Wie sich anderen Tags herausstellte, war die Sache mit den Mokkabohnen doch nicht so einfach. Ich war einst ein richtiger Fan dieser kleinen Schokoladenteilchen. Irgendwann hatte ich sie dann aus den Augen verloren. Warum eigentlich? Waren sie still und heimlich aus dem Angebot verschwunden? Und wie es dann so ist – aus den Augen, aus dem Sinn?
Ich suchte im größten vorhandenen Supermarkt gefühlt Hunderte von Regalreihen ab. Was ich dort alles für herrliche Dickmacher entdeckte, die mir noch dazu nachschrien: „Nimm mich mit, nimm mich mit!“ Nix da, ich blieb standhaft. Ich wollte nur diese verdammten Mokkabohnen. Wo waren die nur abgeblieben? Konnten auch gewisse Schokoladenteilchen unmodern werden?
Entnervt verließ ich die Abteilung mit all dem Süßen und widmete mich zunächst den sonstigen noch fehlenden Backzutaten auf meinem Schummelzettel. Endlich hatte ich alles beisammen. Nur die Mokkabohnen fehlten noch. Während ich grübelnd vor mich hinstarrte, fiel mein Blick auf all das Dekozeugs für Kuchen, Torten und Gebäck. Und da … da standen sie zwischen Schokoperlen, den buntesten aller Streuseln und all dem anderen schokoladigen und bunten Kram, mit dem man die schönsten aller Geburtstags-, Hochzeits- oder sonstigen Torten würde gestalten können. Wie froh leuchteten meine Augen, sie endlich, endlich gefunden zu haben. Begeistert griff ich mir ein Päckchen der langersehnten Mokkabohnen und machte mich mit meinem Einkauf auf zur Kasse.

Aber wie es so ist, wenn man sich im Glückstaumel befindet, trifft einen oft hinterher die kalte Ernüchterung. Genau, Liebe macht blind bzw. verhindert, dass das Gehirn richtig arbeitet. Diesen Effekt spürte ich allerdings erst etwas später, nämlich an dem Tag, als ich mich anschickte, die „Mokkakekse“ aus diesem kleinen Heftchen nachzubacken. Aber beginnen wir erst einmal mit den

Zutaten für ca. 50 Mokkakekese:

1 gehäufter Teelöffel löslicher Kaffee
250 g Butter
75 g Mokkabohnen (diese schokoladigen Teilchen)
150 g Zucker
1 Prise Salz
2 Esslöffel Sahne
350 g Mehl
1 gestrichener Teelöffel Backpulver

Außerdem:
etwa 50 Mokkabohnen zum Garnieren

Zubereitung:

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Nachdem ich alles dekorativ vor mir aufgebaut hatte, kümmerte ich mich zunächst um den löslichen Kaffee.

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Er sollte mit einem Esslöffel kochenden Wassers aufgelöst und dann zum Abkühlen zur Seite gestellt werden.
Anschließend widmete ich mich der Butter, gab sie in einen Topf und ließ sie vorsichtig auf kleiner Flamme bräunen. Das dauerte gut 10 Minuten. Ich denke, das Bräunen ist wichtig für den späteren Geschmack der Kekse. Also, nicht einfach nur die Butter flüssig machen. Wir brauchen sie gebräunt – gewissermaßen als natürlichen Geschmacksverstärker.

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Nach dem Bräunungsvorgang die Butter wieder fest werden lassen. Ich habe sie hinaus in unseren derzeit angenehm kühlen Wintergarten gestellt. Das brachte recht schnell den gewünschten Erfolg.

Jetzt kam der spannende Moment. Die 75 g Mokkabohnen sollten gehackt oder grob gemahlen werden. Moment mal … 75 g? Äh, ja, aber in der Packung sind doch nur 75 g. Was, was nehme ich dann nachher noch für die Dekoration?

Und schon sind wir wieder bei der Blindheit. Vor lauter Begeisterung, die Mokkobohnen endlich gefunden zu haben, habe ich nicht darauf geachtet, dass 75 g in den Teig gehörten und weitere mindestens 50 Stück von den Bohnen noch für die Dekoration gebraucht würden. Wieder einmal dumm gelaufen! Mal vergesse ich die Eier, dann habe ich zu viel Teig und nun, nun habe ich nicht genug Mokkabohnen.

Okay, ich hätte jetzt schnell noch einmal loseilen können in den Supermarkt meines Vertrauens, zumal der Teig nach dem allgemeinen Verkneten eh eine Stunde im Kühlschrank ruhen sollte. Aber dazu hatte ich irgendwie so gar keine Lust. Tja, und wie ich noch aus früheren Zeiten weiß, Not macht erfinderisch.
Ich inspizierte, bevor ich mich  noch einmal voreilig ins vorweihnachtliche Gewühle stürzte, unsere Schokoladenvorräte. Mokkabohniges war schon mal nicht darunter. Das hätte mich auch ungeheuer überrascht.

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Aber viele kleine tobleronige Riegelchen sprangen mir förmlich entgegen. Gut, sie würden den Geschmack der Kekse sicher in eine etwas andere Richtung bringen, aber sicher nicht unbedingt in eine nachteilige. Kurzerhand zerschredderte ich die leckeren Schokoteilchen, gab alle anderen Zutaten hinzu und knetete alles gut durch.

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Fertig! Also, ab damit in den Kühlschrank! Der Teig sollte nun etwa eine Stunde in Ruhe seinem kalten Schicksal überlassen werden.

Uups, wie doch die Zeit vergeht. Die Stunde ist wie im Sauseschritt vergangen. Holen wir den Teig aus dem Kühlschrank. Schnell noch den Backofen ein wenig vorheizen – 180 Grad Umluft sollten genügen.  Nun formen wir aus dem Teig jeweils etwa walnussgroße Kugeln. Die Kugeln setzen wir mit etwas Abstand zueinander auf ein mit Backpapier oder Backfolie belegtes Blech und als kleines i-Tüpfelchen drücken wir ihnen je eine der schokoladigen Mokkabohnen aufs Haupt.

So, nun ab mit ihnen in den Ofen. Sie sollten etwa 10 bis 12 Minuten backen.

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Na, sieht das Ergebnis nicht vielversprechend aus? Und was soll ich sagen? Herr Silberdistel und ich mussten, wir MUSSTEN einfach, ob wir wollten oder nicht, wir MUSSTEN sogleich kosten.

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Der Duft der Mokkakekse war einfach unwiderstehlich. Der Duft? Nein, nicht nur der Duft! Sie sind überhaupt unwiderstehlich. Sie … sie machen süchtig! Ich musste die Dose gaaaanz weit wegschließen, damit zu Weihnachten noch welche übrig sind. Nein, nein, das halten wir nicht aus. Ich muss einfach nochmal und nochmal welche backen. Wir sind nach nur einem Keks unheilbar süchtig nach ihnen geworden. Also, wenn Ihr mit einer solchen Sucht leben könnt und wollt, dann dürft Ihr sie nachbacken. Falls nicht, dann lasst es lieber sein, denn einmal probiert, seid Ihr unhaltbar an diese Kekse verloren. Und mein Tipp: Macht sie unbedingt mit diesen Riegelchen, diesen Toblerdingsen. Ich glaube, die toppen als „geheime“ INNERE Zutat jede Mokkabohne. Aber obenauf ist die Mokkabohne selbstverständlich unverzichtbar, wenn nicht gar Pflicht.

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Uups, vor lauter Mokkakekssucht hätte ich fast vergessen,

Euch einen wunderschönen keksigen dritten Advent zu wünschen.

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Ach, und glaubt mir, nur mit diesen Mokkakeksen ist Advent Advent und Weihnachten erst Weihnachten. Also, schnell noch backen – es ist ja noch ein wenig Zeit 😉

… dann braut die Silberdistel möglicherweise wieder etwas zusammen. Kocht sie Pfeffitee? Schließlich ist es Herbst. Ein wärmender Tee sollte in dieser Jahreszeit gar nicht so übel sein. Hmmm … Und wie das duftet …

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Okay, der Tee ist vielleicht gar nicht soweit hergeholt. Aber er ist nichts Außergewöhnliches und fast jeder kann ihn kochen. Das ist nun wahrlich keine große Kunst und dafür braucht es sicher keine silberdistelige Brauanleitung.
Natürlich könnte es auch wundervoll minzig duften, weil in diesem Jahr die Minzenernte überaus reichlich war und überall im Hause Minze zum Trocknen aufgehängt ist. Welch  herrlich frischen Duft so ein Sträußchen Minze ins Heim zaubern kann.

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Zum Trocknen aufgehängte Apfelminze

Und nebenher entsteht sanft vor sich hin trocknend auch noch die Grundlage für die nächste Generation eines rundum wärmenden Gebräus, eines Gebräus, das graue Herbst- und kalte Wintertage in wohlige Gemütlichkeit zu verwandeln vermag.

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Und tatsächlich trocknet so manches Minzesträußchen – momentan vorwiegend Apfelminze – in unserem Hause dem nächsten Teeabend entgegen. Die Apfelminze duftet nicht nur wundervoll, ihre Blüten ziehen im Sommer auch magisch die verschiedensten fliegenden Insekten an. So haben nicht nur wir Menschen Freude an der Minze aus unserem Garten.
Apropos Apfelminze … Da habe ich doch gleich die passende Überleitung gefunden, denn heute geht es nicht nur um Minzen, es geht AUCH um Äpfel.

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Die Apfelernte war in diesem Jahr in meinem Gärtchen im Vergleich zur Ernte der minzigen Kräuter eher mäßig. Ein paar Äpfel waren es am Ende aber dennoch, die unsere beiden U-Bäumchen schmückten.
Und da ich beim Roh-Verzehr der leckeren Früchte von meinem Herrn Silberdistel so gar keine Hilfe habe – seine Allergie macht ihm hier einen Strich durch die Rechnung – waren es letztendlich doch mehr, als ich allein schaffen konnte. So musste der Rest irgendwie verarbeitet werden.
Mein „Schneller Apfelkuchen“ war die eine Variante, die immer wieder sehr lecker daherkommt. Aber immer nur Apfelkuchen, selbst mit Sahne, ist auf die Dauer auch langweilig.

Für den Frühstückstisch habe ich allerdings schon lange nichts mehr geköchelt. Hatte ich nicht in grauen Vorzeiten in meiner Küche schon einmal Minze und Apfelsaft miteinander verheiratet? Richtig! Und das daraus entstandene „Minzgelee“ war damals ein richtiger Frühstücksknüller geworden und fast schneller verspeist als hergestellt. Soooo gut hatte es uns Silberdistels gemundet. Dieses Rezept sollte sich doch durchaus gut als Anregung für eine neue Marmeladenkreation eignen. Also, nichts wie ran an die Arbeit!
Und so machte ich mich auch gleich voller Elan ans Werk, schälte und schnitzelte Äpfel und pflückte diverse Stängel Apfelminze in meinem Garten für eine:

Minzige Apfelmarmelade

Zutaten:
1 kg Äpfel – geschält und geschnitzelt
3/4 l Apfelsaft
Blätter von etwa 10 Stängeln frischer Minze
Saft von zwei Zitronen
etwas abgeriebene Orangenschale
etwas Vanillearoma oder Vanillemark
etwa 10 Gewürznelken
1 Teel. Zimt
3 Hände voll Rosinen
1 doppelter Calvados
1 doppelter brauner Rum
2 Pck. (je 500 g) Gelierzucker 2:1

Zubereitung:
Nachdem die Äpfel geschält und in kleine Stückchen geschnitten waren, durften sie in einen Kochtopf wandern.

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Hinzugefügt wurden Apfelsaft, Zitronensaft, Rosinen, Gewürze und Aromen. Anschließend wurde alles gut miteinander vermischt und zum Kochen gebracht.

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Das Ganze sollte drei bis fünf Minuten vor sich hin köcheln – bis die Äpfel glasig sind. Wer möchte, kann die Apfelstückchen nach diesem ersten Kochvorgang noch mit dem Mixstab pürieren, damit unsere Marmelade nicht ganz so stückig wird.

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Nun kommt die Apfelminze, oder welche Minze auch immer, ins Spiel. Ich habe die Blätter der frischen, also nicht der getrockneten, Minze abgezupft und von meinem elektrischen Küchenhelfer zerkleinern lassen.
Auch wenn es auf dem Foto oben wie Spinat aussieht, es ist kein Spinat. Der frische Duft weist den „Spinat“ unverkennbar als Minze aus. Bitte tief einatmen! Na, Minze, oder?

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Die so malträtierte und dadurch ganz besonders prächtig duftende Minze darf nun ebenfalls zu den Äpfeln und den anderen Zutaten, die bereits im Topf auf ihr weiteres Schicksal warten.

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Der Minze folgt noch der Gelierzucker, und schon kann das Ganze erneut zum Kochen gebracht werden. Unsere Minze-Apfel-Mischung sollte nun noch einmal je nach Anleitung auf der Gelierzuckerpackung gekocht werden. In der Regel sind das drei bis vier Minuten. Kurz vor Ende des Kochganges geben wir noch Calvados und Rum hinzu.

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Zugegeben, es sieht hier fast wie ein Gemüseeintopf aus, es duftet aber wesentlich frischer – minzig frisch. Und so minzig frisch schmeckt es auch. Versprochen!
Nach erfolgreicher Gelierprobe darf unsere „Minzige Apfelmarmelade“ in die vorbereiteten Schraubgläser gefüllt werden.

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Ein Kilo geschnitzelter Äpfel und ein 3/4 Liter Apfelsaft ergaben am Ende acht Gläser einer überaus leckeren Frühstücksmarmelade.

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Natürlich mussten wir Silberdistels sie zum nächsten Frühstück sofort probieren.

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Wir wurden nicht enttäuscht. Der minzige Apfel-„Eintopf“ schmeckt überaus lecker. Es lohnt sich, ihn nachzukochen.

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Bleibt mir also nur noch, gutes Gelingen und GUTEN APPETIT zu wünschen.

Vielleicht sollte ich langsam doch eine Serie daraus machen – aus meinen Küchenkatastrophen. Schon wieder nämlich hatte ein Kuchenrezept nahezu katastrophale Folgen. Nein, dieses Mal lag es nicht daran, dass mir die Eier aus dem Blickfeld geraten waren, dieses Mal leiteten mich die Vorgaben in dem Backbuch, das ich für ein Rezept zu Rate gezogen hatte, in die Irre.

Aber beginnen wir von vorn. Es osterte ja unlängst und wir Silberdistels hatten uns wie alljährlich zum Karfreitag zusammen mit Sohn, Tochter und deren Freund bei meinem Mütterchen zum Kaffeebesuch angesagt. Da man einer 94jährigen weder zumuten kann, sich für die Gästeschar backenderweise in die Küche zu stellen, noch loszueilen und irgendwo beim Bäcker des Vertrauens Kuchen, Torten oder sonstiges Gebäck zu erstehen, hatte ich versprochen, den Kuchen für unsere österliche Kaffeerunde zu backen.
In Vorbereitung darauf hatte ich fleißig in meinen Backbüchern geblättert und nach einem lecker wirkenden Rezept Ausschau gehalten.

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Ein kleines, nicht allzu dickes, Büchlein schrie förmlich nach mir. Es stand schon eine ganze Weile in meinem Back- und Kochbuchregal und wollte nun endlich auch einmal zu einer besonderen Gaumenfreude beitragen. Bisher hatte ich die Rezepte darin zwar immer bewundert, vor allem, weil es mehr so ein für Zwei-Personen-Backbuch ist – ideal also für eine Kaffeerunde nur mit Herrn Silberdistel und mir, aber ausprobiert hatte ich bisher noch kein Rezept daraus. Als ich das Büchlein ursprünglich kaufte, kam es idealerweise gleich mit einem kleinen Backblech daher, auf das wohl auch die Rezepte zugeschnitten sein würden. So jedenfalls dachte ich.

Es war also endlich an der Zeit, einem Kuchen aus „Kleine Käsekuchen vom Blech“ von Oda Tietz aus dem Bassermann-Verlag – ISBN 978-3-8094-2961-6 eine Chance auf unserem Kaffeetisch zu geben. Am liebsten hätte ich ja gleich alles aus dem Büchlein gebacken, aber andererseits soll man es ja nun auch nicht gleich mit einer ganzen Palette von Käsekuchen übertreiben, auch wenn ich weiß, dass meine Familie aus ausgesprochenen Käsekuchenfans besteht. Aber als zweiten Kuchen hatte ich ohnehin schon meine berühmte Zitronentorte eingeplant, die schnell gezaubert ist und immer Anklang findet.

Als ich nun so in dem Käsekuchen-Büchlein blätterte, blieb mein Blick an einem „Eierlikörkuchen“ hängen. Oh, Eierlikör … Der hat es mir ohnehin angetan. Aber Eierlikör scheint auch irgendwie diese Küchenkatastrophen nach sich zu ziehen – bei mir jedenfalls. Dabei habe ich nicht einmal die winzigste Kostprobe von diesem leckeren Gesöff zu mir genommen. Mit dem „Eierlikörkuchen“ von Frau Morgentau, den ich unlängst nachgebacken hatte, begann diese seltsame Folge von Eierlikörkuchenbackunfällen in meiner silberdisteligen Backstube. Aber ich will jetzt nicht vorgreifen.

Zunächst einmal zu den Backzutaten für diese neue Eierlikörkuchenkreation:

Für den Teig benötigen wir lt. Backbuch:

150 g Mehl
1 Teelöffel Backpulver
70 g Zucker
2 Eigelb
1 Esslöffel Milch
60 g kalte Butter

Für die Quarkcreme benötigen wir lt. Backbuch:

1 Päckchen Vanille-Puddingpulver
100 g Zucker
1/2 l Milch
30 g Rosinen
350 g Quark
30 g gehackte Mandeln
2 Eiweiß

Für die Eierlikörcreme benötigen wir lt. Backbuch:

2 Eier
80 g weiche Butter
80 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
125 ml Eierlikör
1 Prise Salz
20 g Speisestärke

Meine Zutaten standen bereit und vergnügt machte ich mich ans Werk. Zunächst kümmerte ich mich um den Teigboden für unseren Kuchen. Dazu mussten Mehl und Backpulver vermischt werden. Weiter kamen Zucker, die 2 Eigelb und der Esslöffel voll Milch zu Mehl und Backpulver.  Dann sollte noch die Butter in kleine Stückchen zerteilt und zu den anderen Zutaten hinzugegeben werden.  Der letzte Arbeitsgang für den Boden war das Verkneten aller Zutaten zu einem glatten Teig, der nach seiner Fertigstellung für etwa 30 Minuten kalt gestellt werden sollte.

Zwischenzeitlich sollte man den Backofen auf 160°C bei Umluft oder mit Ober- und Unterhitze auf 180°C vorheizen.

Während sich der Teig für den Boden noch die Frische des Kühlschranks zu Gemüte führte, widmete ich mich der Quarkcreme.

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Dazu wurden Milch, Zucker und Puddingpulver in einen Topf gegeben, gut miteinander verrührt und zum Kochen gebracht. Anschließend durfte unser Pudding ein wenig auskühlen.

Zeit also, zu schauen, ob dem Teig im Kühlschrank bereits kühl genug war. Wenn ja, könnte der nun ausgerollt und auf einer gefetteten Backform verteilt werden.

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Lt. kleinem Backbüchlein sollte diese Backform ein kleines Backblech sein. Ich nahm natürlich an, dass es sich dabei um das Backblech handeln würde, das einst mit dem Büchlein zusammen daherkam. So verteilte ich den Teig auf ebendiesem kleinen Backblech und schob es in den vorgeheizten Backofen.

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Nach 10 Minuten Backzeit war der Boden für unseren Eierlikörkuchen schon mal fertig.

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Rosinen, Quark und gehackte Mandeln hatten nun lange genug auf ihren Einsatz gewartet.

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Sie durften jetzt hinein ins Puddingvergnügen, das inzwischen recht gut abgekühlt sein dürfte. Alles gut miteinander vermischen, also schön unterrühren! Dann hätten wir da noch diese beiden Eiweiße.

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Sie wurden zu einer steifen Masse geschlagen und unter die schon sehr lecker duftende und höchst appetitlich ausschauende Pudding-Quarkcreme gehoben.

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Bis hierhin lief doch alles perfekt, oder?

So blieb uns noch die Eierlikörcreme, um die wir uns kümmern mussten. Dazu wurden zunächst Eier und Eiweiß voneinander getrennt.

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Dann sollten Butter, Zucker und Vanillezucker zu einer cremigen Masse verrührt werden, zu der zuerst das Eigelb zu geben war.

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Abschließend musste noch das mit einer Prise Salz versehene und zu Eischnee geschlagene Eiweiß samt der Speisestärke unter die Eierlikörcreme gehoben werden.

Soweit, so gut!

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Der inzwischen ja bereits fertig gebackene Boden für unseren Eierlikörkuchen sollte derweil wohl ein wenig abgekühlt sein, sodass zunächst die Quarkcreme auf den vorgebackenen Boden gestrichen werden könnte.

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Ich machte mich also frisch ans Werk … und … ohhh … meine Quarkcreme schien mir aus diesem Märchentopf mit dem süßen Brei zu kommen. Ich hatte viel mehr davon als auf mein kleines Blech passte.  Wo aber sollte dann jetzt noch die Eierlikörcreme hin? Da sie ebenfalls eher dickflüssig denn fest war, konnte ich also auch keine Berge auf die Quarkcreme häufen. Ein Überlaufen bzw. Überquellen des Teigs war vorauszusehen. Und nun? Wohin mit meiner überzähligen Eierlikörcreme? Irgendwie wieder einmal dumm gelaufen.

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Ich schaute noch einmal in mein Büchlein und las wirklich. Die Zutaten waren für ein kleines Backblech gedacht. Was also tun, wenn das Backblech  trotz Einhaltung aller Rezeptvorgaben zu winzig war für das, was man zusammengerührt hatte?

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Kurzentschlossen löffelte ich einen Teil der Quarkcreme wieder aus der Form, strich alles schön glatt und gab nun soviel Eierlikörcreme auf die Quarkcreme, wie die Form gerade noch fassen konnte. Dann wanderte alles in den Backofen und durfte noch einmal 25 Minuten backen.
Sicherheitshalber hatte ich das kleine Blech noch auf ein größeres Blech gestellt, falls mein Kuchen doch noch während des Backvorganges zum Überquellen neigen würde. Und der neigte. Aber das geneigte Übergequollene (auf dem folgenden Bild links am Rand gut zu erkennen) durfte ich später gleich als Kostprobe für meinen Herrn Silberdistel und mich auf einen Teller bröseln. Wow, war das lecker!

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Leider habe ich kein Kuchenanschnitt-Foto von diesem superleckeren Eierlikörkuchen. Wie oben erwähnt, war er ja ein Mitbringsel und dort, beim Kaffeetrinken und Kuchenessen vergaß ich ganz, schnell noch ein Handy-Foto zu schießen. … und als es mir einfiel, war schon nichts mehr da von dem herrlich leckeren Teil.

Nachdem ich später noch einmal in mich ging und erneut ins Büchlein schaute, hatte ich des Rätsels Lösung für meinen Küchenunfall entdeckt. In dem Käsekuchen-Backbüchlein gibt es natürlich auch ein Foto von einem Stück des Eierlikörkuchens. Hätte ich mich nur gleich darüber gewundert, warum dort ein Stück Kuchen abgebildet ist, das offensichtlich in einer runden Springform gebacken wurde, dann wäre sicher alles perfekt gelaufen.

Nun aber musste ich meine überzählige Quark- und Eierlikörcreme noch irgendwie unterbringen.

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Also habe ich noch einen weiteren Boden zusammengerührt, meine Restcreme draufgekippt und noch einen kleinen Quarkkuchen dazu gebacken, der ebenfalls reißenden Absatz fand. Ja, so macht man aus der Not einem Beinahe-Backunfall am Ende noch eine Tugend 😉

Also, solltest Ihr diesen Eierlikörkuchen nachbacken, nehmt um Himmels willen (trotz meines tugendhaften Handelns am Schluss) kein kleines Backblech, nehmt eine runde Springform und davon nicht gerade die winzigste, die Ihr zur Verfügung habt, und dann habt guten Appetit! Es lohnt sich! Versprochen! Der Eierlikörkuchen war sooo überaus lecker, dass ich dem Büchlein diese kleinen Irreführung der Behörden Bäckerin schnell verzieh.

Unlängst entdeckte ich auf dem Blog von Frau Morgentau ein Rezept für einen Eierlikörkuchen. Schon allein beim Lesen der Zutatenliste lief mir das Wasser im Munde zusammen – sooo lecker. Der Kuchen schrie förmlich danach, auch in meiner Backstube das Licht des Backofens leuchten zu sehen. Herr Silberdistel hatte von einem Einkauf bereits eine Flasche Eierlikör nach Hause getragen und ich hatte mich um Ersatz-Nutella gekümmert, denn Eierlikör und Nutella gehören neben den üblichen Verdächtigen wie Mehl, Zucker & Co. ebenfalls in diesen Kuchen. Gerade diese beiden besonderen Zutaten sollten meines Erachtens ein Garant für ein überaus leckeres und gelungenes Backwerk sein.
Einen Anlass zum Backen, eine kleine Geburtstagsfeier, gab es natürlich auch und so musste der Kuchen auch gar nicht mehr lange auf sein Werden in Silberdistels Backstube warten. Voller Zuversicht und Vorfreude werkelte ich also los, suchte mein Back-Handwerkszeug zusammen und stellte alle Zutaten, wie in der folgenden kleinen Liste aufgeführt, griffbereit in meine Nähe – die Eier etwas abseits, damit sie mir nicht versehentlich noch, bevor ich sie brauchen würde, von der Arbeitsplatte rollten.

Die Zutaten:
250 g Butter
240 g Zucker
1 Prise Salz
1 Päckchen Vanillezucker
5 Eier
250 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
0,3 Liter Eierlikör
3 Esslöffel Nutella (Ich habe Nudossi genommen)

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Zunächst gab ich weiche Butter, Zucker, Vanillezucker und die Prise Salz in eine Rührschüssel. Das sollte zu einer schaumigen Masse verarbeitet werden und anschließend sollten unter diese Masse die Eier gerührt werden. Sollten – aber doch nicht bei mir. Warum auch? Eier sind doch im Kuchen total nebensächlich. So blieben sie, wo sie waren, ein wenig außerhalb meines Blickfeldes und erfreuten sich weiterhin ihres Daseins, bewunderten meine Rührtechniken und schauten sich interessiert in meiner Küche um. Bisher kannten sie schließlich nur die Dunkelheit in ihrer Eierverpackung und das Innere des Kühlschranks, das noch dazu eher selten im hellen Lichterglanz erstrahlte. So war also ihr Dasein bis eben fast ausschließlich von Dunkelheit erfüllt, kein Wunder also, dass sie nun vorsichtig optimistisch hofften, ihnen würde dieser neue lichte Zustand etwas länger erhalten bleiben und schließlich würde ihnen vielleicht sogar noch eine überaus wichtige Aufgabe zuteil werden. Warum wohl sonst hatte die Hausfrau ihnen einen neuen Platz und noch dazu in solch exponierter Lage zugeteilt? Soweit die Gedanken der Eier, die sich im Vergleich zu mir wenigsten welche machten.

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Kommen wir zu Mehl und Backpulver. Beides vermischte ich miteinander und fügte es nun ebenfalls zu meiner Butter-Zucker-Masse hinzu und verrührte alles gut. Dann kam als Krönung noch der Eierlikör hinzu. Wow, das sah nach dem nochmaligen Verrühren alles bereits sehr lecker aus.
Die Hälfte meiner so herrlich schaumigen Masse konnte ich nun schon mal in meine Backform füllen und den Teig, wie in Frau Morgentaus Beschreibung zu lesen, schön glatt streichen.

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Dann fügte ich zur zweiten Teighälfte, die ja noch in der Rührschüssel weilte, die drei Esslöffel Nudossi hinzu. Wie bereits oben erwähnt, entschied ich mich gegen Nutella – einerseits aus nostalgischen Gründen, andererseits, weil mir persönlich Nudossi einfach besser schmeckt. Anschließend verrührte ich Nusscreme und Teig zu einer leckeren schokoladigen Masse.

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Und die machte nicht nur den Eindruck, als könne sie äußerst lecker sein, sie schmeckte tatsächlich so fantastisch, wie sie augenscheinlich daherkam. Ich konnte natürlich nicht umhin, ich MUSSTE einfach kosten.

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Nach dem Kosten, von dem ich mich förmlich mit Gewalt losreißen musste, gab ich den Rest dieser so leckeren Masse auch noch in meine Backform, wunderte mich allerdings darüber, dass Frau Morgentau in ihrer Rezeptanleitung davon gesprochen hatte, den dunklen Teig ganz einfach auf den hellen gleiten zu lassen. Also, mein dunkler Teig hielt so gar nichts vom Gleiten.  Ich musste ihn löffelweise auf den hellen Teig geben. Schließlich aber war auch das geschafft.

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Nun sollte der braune Teig mit einer Gabel unter den hellen Teig gemischt werden. Das nämlich sollte später im Anschnitt unseres Kuchens ein hübsches Muster ergeben. Ich war schon jetzt gespannt, was ich da wohl gezaubert hatte.
Also, nun aber ab damit in den Ofen! Der Kuchen musste jetzt bei 180°C etwa eine Stunde lang gebacken werden. Später zum Kaffee würden wir sein schickes Muster noch gebührend bewundern können.

So, geschafft! Der Kuchen war im Ofen und ich hätte zwischendurch Zeit, meine Küche gleich wieder ein bisschen auf Vordermann zu bringen. Ich räumte hier und räumte da, wusch die Rührbesen und die Schüssel ab und plötzlich fiel mein Blick auf …

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… auf die Eier, die noch hübsch und fallsicher ganz hinten auf der Arbeitsplatte lagen. Oh, Schreck! Was nun? Hektisch sprang ich vor dem Backofen hin und her. Ich schaute durch die Scheibe des Ofens und sah, oh, noch größerer Schreck, dass der Teig bereits kleine Blasen schlug, ein Zeichen dafür, dass ihm schon recht backwarm ums Herz war. Oh Gott, oh Gott! Was tun? Egal! Ich riss entschlossen die Tür vom Backofen auf, griff schnell ein paar Backhandschuhe, schlüpfte hinein und riss die Form wieder aus dem Ofen. Puhhh, der Teig war noch flüssig und auch am Rand schien er noch nicht angebacken zu sein. Egal, Versuch macht klug! Ich schüttete schnell alles noch einmal in meine Rührschüssel und rührte hurtig noch die vergessenen Eier unter. Tja, damit war wohl mein tolles Kuchenanschnittsmuster im Eimer … ähem … der Rührung anheimgefallen.

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Wenigstens schien ich gerade noch im rechten Moment die Kurve gekriegt zu haben. Ich hoffte sehr, der Kuchen würde auch ohne schickes Streifenmuster so schmecken, wie ich es mir vorstellte. Als ich meinen Eierlikörkuchen das zweite Mal an diesem Tag aus dem Backofen holte, sah er so übel nicht aus. Ich konnte ihn wohl, ohne mich schämen zu müssen, auf den Geburtstagskaffeetisch stellen.

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Und da stand er dann und harrte der Gäste und der Verkostung.

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Tja, und im Anschnitt sah er dann so übel auch nicht aus und nach der Verkostung meinten alle Testesser, dieser Kuchen schmeckt auch ohne hübsches Anschnittmuster und ich solle ihn demnächst wieder backen. Die Muffins, im Bildhintergrund zu sehen, waren übrigens Himbeermuffins. Das Rezept hatte ich hier im „Bücherstaub“ bereits vor etwas längerer Zeit schon einmal vorgestellt. Wer also interessiert am Nachbacken ist, der darf gern dem Link folgen. Bei den Muffins ging übrigens alles katastrophenlos über die Bühne 😉

Wir wissen nun zwar, dass es egal ist, ob der Eierlikörkuchen mit einem hübschen Schwarzweißmuster aufwartet oder sich einfach nur in einem diskreten Braunton präsentiert, der Geschmack ist trotz meiner Beinahe-Küchen- oder Kuchenkatastrophe unübertroffen gut. Wie er sich gemacht hätte, wenn die Katastrophe vollkommen gewesen wäre und die Eier tatenlos in ihren dunklen Kühlschrank hätten zurückwandern müssen, das bleibt nun dennoch ein kleines Kuchengeheimnis. Aufgegangen wäre der hübsche Braune sicher auch ohne die Hilfe der schicken Hühnerprodukte, denn das Backpulver hätte auch so seinen Beitrag dazu geleistet. Wahrscheinlich aber wäre dieses Endprodukt nicht ganz so fluffig geworden, wie das, bei dem zum Glück doch noch kurz vor Toresschluss die fünf Eier todesmutig in den Teig springen durften.
Also, wenn Ihr den Eierlikörkuchen nachbacken wollt, es lohnt sich wirklich, dann aber verliert bloß nicht die Eier aus den Augen. Falls Euch dennoch dieses Missgeschick passiert, bin ich an Eurem Testergebnis interessiert 😉

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So, aber jetzt los – haut  rein und backt ihn nach. Dieser Eierlikörkuchen, obwohl hier bei mir nur im reinen Braun-Look, hat uns geschmacklich wirklich  überzeugen können – er ist etwas gaaaanz, ganz Leckeres.

* Guten Appetit! *