Mit ‘Regen’ getaggte Beiträge

Wenn Sonne und Regen sich einmal einig sind, dann kann dabei auch etwas überaus Hübsches entstehen. So geschehen hier bei uns am Nachmittag des Mittwoch letzter Woche. Ein ekliger Regenguss war gerade vorüber und in Richtung Osten davongezogen. Der Himmel sah so aus, als würde bereits die Nacht hereinbrechen wollen – ein dunkles Blaugrau bedeckte den dortigen Teil. In westlicher Richtung aber wurde es heller und heller und dann brach doch tatsächlich noch die Sonne durch die finsteren Wolkenberge. Anscheinend wollte sie uns wenigstens zum Abend hin noch ein wenig über den eher regnerischen Tag hinwegtrösten. Und dann passierte ein kleines Wunder am Himmelszelt – es wurde bunt dort oben. Ein riesiger Regenboden spannte sich über den blaugrauen Himmel, nicht sehr deutlich, aber wenigstens die eine Hälfte, wohl die sogenannte bessere Hälfte 😉 , war noch gut sichtbar. Von der anderen war leider nur ein Regenbogenhauch zu sehen – dennoch insgesamt ein hübscher Anblick und ein kleiner Trost für die vielen grauen und verregneten Tage zuvor.

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… ist der heutige Tag für den Bücherstaub. Ach, was sag‘ ich, eigentlich ist er schon eher ein großer Geburtstag. Der Beitrag zuvor, der mit den Bremer Stadtmusikanten war der 1000 Post überhaupt hier im Bücherstaub. So betrachtet ist die Zahl 1000 doch gar nicht so winzig und da darf man schon ein wenig feiern.
Wer hätte das gedacht, damals, als ich durch meinen Bücherstaub das erste Mal schüchtern in die weite Welt hinausblinzelte. Man soll sich ja nicht selbst loben, aber … doch … ein bisschen stolz bin ich schon darauf, dass ich es zu dieser 1000 gebracht habe. Nicht nur viel Zeit, auch der Spaß, die Freude am Schreiben, meine Gedanken und Gefühle auf diese Weise festhalten und mit Euch, die Ihr hier so fleißig ein- und ausgeht, teilen und austauschen zu können, haben mich bis heute bei der Stange gehalten. Sicher gab es auch ab und zu Phasen der Müdigkeit auf meiner Seite, aber wo gibt es die nicht. Man ist nicht immer gleich gut drauf und mitunter gibt es auch einmal anderes zu tun im Leben, anderes, das sich mit Gewalt in den Vordergrund drängelt und erst einmal abgearbeitet oder bewältigt werden muss, etwas, das mitunter wichtiger ist, als sich im Netz zu tummeln, etwas, das dann auch einmal in unserem Leben Vorrang hat.  Aber solche Zeiten gehören einfach dazu, zu uns, zu unserem Leben. Sie machen unser Leben aus – die Abwechslung in ihm und sie halten die Spannung aufrecht, die wir brauchen, denn langweilig möchten wir unser Leben schließlich auch nicht haben. Wir haben nur das eine und das wollen wir so sinnvoll wie nur irgend möglich gestalten, denn gestalten müssen wir es. Das wird wohl kaum ein anderer für uns tun, Anstöße mögen von außen kommen, Beispiele, Anregungen, doch gestalten müssen wir es letztendlich schon selbst. Ja, und wenn man das alles ein wenig teilen kann, dann macht es sogar noch ein bisschen mehr Spaß und bereichert vielleicht nicht nur das eigene, sondern auch das Leben anderer.

Dankeschön Euch allen dafür, dass Ihr hier so fleißig lest, kommentiert und die Beiträge und Kommentare mit so zahlreichen Likes bewertet. Das lässt mich ein wenig denken, dass ich mit meinem Spaß am Bücherstaub nicht ganz allein dastehe. Er scheint auch Euch ein wenig Freude zu bereiten und vielleicht habt Ihr sogar mitunter etwas mitnehmen können – die eine oder andere Anregung für eine besondere Unternehmung, für ein interessantes Buch, einen Film, die neue Lieblings-CD oder Ihr habt hier eine Bereicherung Eures Frühstücks-, Mittags- oder Kaffeetisches gefunden. Eventuell habt Ihr hier sogar Eure neue Lieblingsgarten- oder Zimmerpflanze entdeckt oder aber Ihr habt gemerkt, dass in Eurem Leben noch eine pelzige Herrschaft fehlt. Wenn Ihr etwas in der Art aus dem Bücherstaub mitgenommen habt, dann würde mich das sehr freuen.
Sicher ist Euch nicht entgangen, dass es hier nicht nur todernst zugeht. Hinter so manchem Staubkörnchen hockt ein augenzwinkerndes kleines Männchen, das uns den ernsten Alltag hier und da ein wenig aufzulockern versucht und ihn uns etwas humorvoller sehen lässt. Das Leben bürdet uns eh schon genug schwere Lasten auf, da braucht man durchaus auch ein gewisses Gegengewicht, um ebenso mit den schweren und komplizierten, oft gar nicht so einfachen Seiten des Lebens fertigzuwerden. So hofft die Silberdistel, dass der Bücherstaub so manchem auch immer wieder einmal ein Lächeln ins Gesicht zaubert und ihm den Alltag damit ein wenig leichter und unbeschwerter und fröhlicher macht.

Aber nun Euch allen noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön für Eure Treue, einige von Euch lesen hier schon fast seit dem ersten Tag (Euch einen extra lieben Drücker), ein ebenso herzliches Dankeschön für Euer Mitwirken an diesem Blog durch Bilder, Tipps, Anregungen und natürlich die vielen, vielen Kommentare. Nicht unerwähnt möchte ich Frau Hummel lassen, die einige der Posts mit ihren schönen Nord- und Ostseebildern, aber auch mit Bildern aus ihrem Garten bereichert hat. Da gab es Igel und zahlreiche Vögel zu sehen. Ein Storch aus der Bildersammlung Hummel, der sein Nest auf einem Kran bauen wollte, hat ebenfalls mein Blog bereichert. Danke dafür!
Und mein Herr Silberdistel hat hier übrigens nicht nur zahlreiche eigene Fotos einfließen lassen, er hat dieses Blog auch durch viele tolle Tipps und Hinweise maßgeblich beeinflusst. So manche zündende Idee habe ich ihm zu verdanken. Auch Dir, mein Herr Silberdistel, ein ganz großes Dankeschön für die vielen Inspirationen. Was wäre dieses Blog ohne Dich?

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Was ist mit uns? Wo bleibt Dein Dank an uns? Empöööörend!

Pardon? Ähhhh, ja, aber… aber natürlich … Ich war doch noch gar nicht fertig mit meiner Dankesrede. Aber das Beste … das Beste hebt man sich doch IMMER für den Schluss auf. Ohne Euch, meine pelzige Herrschaft, wären wir hier noch lange nicht beim Post Nummer 1000. Wer, wenn nicht Ihr, schiebt mir immer wieder die Tastatur unter die Finger, damit ich Eure Abenteuer aufschreibe, um sie gemeinsam mit der Welt zu teilen. IHR seid doch eigentlich der Bücherstaub an sich und dafür ein riesiges Danke auch an Euch. Ähhhh, ja, okay, keine Blumen … Aha, ja , wir machen das mit Leckerchen … Verstehe … Ich eile … Ja, wir machen einen extra Katzentisch …

Aber nun an alle ohne Pelz – ran an mein Dankeschön – an meinen Blumenstrauß für Euch. Nehmt Euch aus meinem Garten ein Blümchen mit nach Hause. Für diejenigen, die immer noch sehnsüchtig auf den erfrischenden Regen warten, ist sogar das eine oder andere Regentröpfchen dabei, denn trotz fröhlicher Feier im Bücherstaub stehen dem Himmel heute immer wieder einige Tränen in den Augen. Ich hoffe doch, es handelt sich hier um Tränen der Rührung, also um Freudentränen 😉

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… war hier gestern Abend am Himmel zu sehen. Kurz nach 21.00 Uhr wurde es, wie so oft am gestrigen Tag, dunkler und dunkler. Nein, es war noch nicht die Nacht, die uns die Schlafenszeit ankündigen wollte. Es war der Regenmann, der sich erleichtern musste und er tat es recht kräftig. Und dann, dann mischte plötzlich noch einmal die Sonne mit und setzte die Welt in ein seltsam diffuses Licht. Sie  lugte nämlich im Westen bereits wieder hinter den Wolken hervor, während der Regenmann noch fleißig mit seinen Wassermassen zu tun hatte, die er auf die Erde prasseln ließ.

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Wir Silberdistels saßen staunend in unserem Wintergarten und bewunderten eben noch den so seltsam leuchtenden Lichtschein am östlichen Abendhimmel, als  eine unsichtbare Hand damit begann, einen wunderhübschen Farbenzauber in den Himmel zu malen – einen Regenbogen.

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Und weil es zu zweit viel schöner ist, zauberte die Malerin gleich links daneben ganz schwach einen zweiten Bogen. Um das Gemälde auch ganz perfekt zu machen, tupfte sie schließlich rechts ins Bild noch drei leuchtende Möwen in den Himmel. Die Zauberin Natur hatte uns eine nette Abendüberraschung geschenkt.

… dann ist der Sommer nicht mehr fern. In meinem Garten ist dieses rote Wunderwerk der Natur fast punktgenau zur Stelle, schließlich gibt der Sommer übermorgen seinen Einstand für dieses Jahr. Ich hatte schon fast Angst um meine rote Schönheit, als sich gestern dunkle Wolken am Himmel breitmachten, denn ein starker Regenschauer würde den zarten Blütenblättern sicher nicht guttun. Aber scheinbar weiß Mutter Natur, dass sie mit dem Mohn sacht, ganz sacht umgehen muss. Sanft, überaus sanft tröpfelte es schließlich vom Himmel, fast zärtlich ließ sich der Regen auf den Mohnblüten nieder und schenkte ihnen das wundervolle Nass, auf das nicht nur der Mohn schon sehsüchtig gewartet hatte. Es war bitter notwendig gewesen. Die Erde schien schon völlig ausgetrocknet. So sah mein Garten dann gestern nach dem Regen irgendwie glücklich aus, der Mohn schien zufrieden mit dem sanften Hauch von Feuchtigkeit und der Frauenmantel, ganz gierig auf diese kleinen Zauberperlen, konnte gar nicht genug von ihnen bekommen. Ich glaube, er weiß, wie gut ihm die winzigen glitzernden Perlen stehen. Er sammelte und sammelte und wollte gar nicht aufhören, sich mit den zauberhaften hübschen Kügelchen zu schmücken. Schick sah er am Ende aus und stolz. Er war sich sehr seiner Schönheit bewusst und er konnte es tatsächlich mit den leuchtenden roten Mohnblüten aufnehmen. Jeder war auf seine Weise schön und so zauberten sie mir beide ein Lächeln ins Gesicht, als ich mit der Kamera vor ihnen stand und überlegte, wie sie wohl am besten zur Geltung kommen. Oh, da gab es so viele Möglichkeiten. Sie drehten und wendeten sich vor mir und stellten sich immer wieder neu in Positur. Ich konnte mich letztendlich nur schwer von ihnen trennen. Sie waren so tolle Models, Models, die ihr Handwerk durchaus verstehen. Ich hoffe, ich bin mit meinen Fotos ihrer Schönheit wenigstens annähernd gerecht geworden. Obwohl … in der Wirklichkeit sehen sie doch immer noch ein ganzes Ende fantastischer aus …

Noch viel mehr Fantastisches wünsche ich uns allen für diesen Sommer – schöne Erlebnisse, ob nun während eines Urlaubs hier oder fern der Heimat, ob im Garten, bei Spaziergängen in der schönen Natur oder wo immer wir diese schöne Jahreszeit verbringen werden. Ich freue mich drauf. Ich werde nicht nur die Schönheit der Mohnblüten in meinem Garten genießen, sondern auch all das, was ihnen an Schönheit noch folgen mag. Für uns Silberdistels wird der Sommer zuhause stattfinden – im Garten, mit den Katzen, mit der Familie und immer wieder auch mit einem schönen Buch in einem schattigen oder vielleicht auch sonnigen Garteneckchen. Schauen wir einmal, was es da alles zu berichten gibt. Mohn und Frauenmantel eröffnen mit ihrem Feuerzauber und ihren erfrischenden Zauberperlen den Gartensommer, unseren Gartensommer. Wie immer lasse ich Euch gern daran teilhaben. Also dann, startet auch Ihr gut in den Sommer!

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In loser Folge wird es hier ab heute immer wieder einmal den einen oder anderen Bericht aus unserem gerade vergangenen Wanderurlaub in der Rhön geben. Wir haben in dieser uns so lieb gewordenen Region im Laufe der Jahre bereits viele Urlaube verlebt. Sie machen uns immer noch Spaß, lenken mitunter ganz wundervoll von Alltagssorgen ab, bringen neue Kraft für Körper und Geist. Was will man mehr? In diesem Jahr haben wir die letzten Tage des Mai und die ersten Tage des Juni in dieser wunderschönen Gegend verbracht und wie schon so oft möchte ich Euch auch dieses Mal gern ein wenig daran teilhaben lassen.

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Da waren wir nun wieder – in der Rhön, und das, obwohl die Katzen mit ihren ausgedehnten Kofferbesetzungsattacken und zutiefst traurigen Blicken versucht hatten, genau das zu verhindern. Ich weiß, wir sind mitunter gemein zu den beiden Pelztieren. Aber manchmal muss man auch ganz einfach an sich selbst denken, denn ab und zu ein bisschen Erholung soll so schlecht nicht sein. Und die Katzen, die konnten sich endlich einmal ganz in Ruhe ausschlafen. Das ist doch auch für sie eine angenehme Art von Entspannung und Krafttanken und das Wiedersehen am Ende zwischen Mensch und Tier ist dann um so schöner. Nein, ich will jetzt gerade nicht darüber nachdenken, ob die Katzen das ebenso sehen wie wir. Wenn Urlaub ist, dann sollte auch im Kopf Urlaub sein!

Wir Silberdistels hatten die erste Nacht im neuen Quartier recht gut geschlafen. Leider steht uns die Ferienwohnung, die uns im Laufe der Jahre schon fast zu einem zweiten Zuhause geworden war, seit diesem Jahr nicht mehr zur Verfügung – Eigenbedarf war dort angesagt. Wir würden also ganz einfach schauen müssen, wie uns unser neues Domizil gefallen würde. Auf den ersten Blick machte es einen sehr netten und gemütlichen Eindruck. Am Ende des Urlaubs würden wir sicher mehr wissen. Jetzt lag erst einmal der erste Urlaubstag vor uns. Die Wetterfrösche hatten für diesen Tag recht passables Wetter angesagt. Mein Herr Silberdistel schlug auch gleich voller Elan eine Wanderung zum Thüringer Rhönhaus vor. Recht lang – zum Eingewöhnen und für den ersten Tag. Aber was sollte es? Wir würden das schon packen. Schließlich zählen wir ja noch nicht so ganz zum alten Eisen. Jedenfalls rede ich mir das gern immer wieder ein. So machten wir uns gegen 11.00 Uhr auf den Weg. Unsere Wanderung begann in dem kleinen Ort Hilders und führte uns zunächst von der Ortsmitte aus in Richtung der weithin sichtbaren Kirche.

Blick in die Katholische Kirche in Hilders

Blick in die Katholische Kirche in Hilders

Erstaunlicherweise stand die Kirchentür sperrangelweit offen. Natürlich verlockte es mich, schnell einmal hineinzuschauen.  Da aber drinnen fleißig gehandwerkelt wurde, getraute ich mich dann doch nicht ganz hinein und machte nur einige weniger gute Fotos. Ein Baldachin nahm fast die ganze Sicht auf den Altarraum. Schade, aber vielleicht würde sich irgendwann später noch einmal eine bessere Gelegenheit für einen Kirchenbesuch ergeben.
Weiter ging’s also – Richtung Buchschirm, einem Berg östlich von Hilders, den wir erst einmal bezwingen mussten, bevor wir etwas bequemer und ohne atemraubende Steigung vorankommen könnten.

Wir gönnen uns in einer Verschnaufpause noch einmal einen Blick auf Hilders

Wir gönnen uns in einer Verschnaufpause noch einmal einen Blick auf Hilders

So lassen wir die Kirche und den Ort hinter uns und laufen tapfer straff bergan. Allerdings verlaufen wir uns doch tatsächlich an einer Weggabelung und landen sehr viel weiter links von der Straße, die wir eigentlich hätten weiter hinauflaufen müssen. Leider bemerken wir unseren Irrtum erst relativ spät, sodass wir ein ganzes Ende mehr gelaufen sind als nötig gewesen wäre. So oft sind wir nun den Wanderweg hoch zum Buchschirmberg schon gelaufen, verlaufen können wir uns scheinbar trotzdem noch immer. Wir machen kehrt und biegen nach einem kurzen Stück auf der Straße links in einen Weg ein, der uns zwischen Waldrand und einer großen Wiese entlangführt.

Oberhalb Hilders' gibt es eine kleine Feriensiedlung mit einem Weg, der diesen interessanten Namen trägt

Oberhalb Hilders‘ gibt es eine kleine Feriensiedlung mit einem Weg, der diesen interessanten Namen trägt

Wir kennen diesen Weg noch aus dem letzten Jahr und hoffen, dass wir ihn noch richtig in Erinnerung haben. Er sollte uns auf halber Höhe über die Wiese rechter Hand hin zum sogenannten Galgenrasen führen. Von dort aus würden wir dann wieder auf den verfehlten Weg treffen und über das Thomas-Morus-Haus, einem kirchlichen Jugendheim, hoch zum Buchschirm laufen. Galgenrasen – ob es hier einst einen Richtplatz gab?

Die Aussichtsplattform auf dem Buchschirmberg

Die Aussichtsplattform auf dem Buchschirmberg

Etwa eine Stunde nach unserem Aufbruch sind wir tatsächlich auf dem Buchschirmberg gelandet. Schon aus der Ferne sehen wir die kleine Aussichtsplattform und etwas dahinter das ebenfalls auf dem Berg stehende Kreuz des Ostens.

Unsere

Unsere „Deutsche Bank“ mit Blick weit nach Thüringen hinein

Erfreut stellen wir wenige Meter später fest, dass unsere „Deutsche Bank“ wieder steht, die im letzten Jahr traurig und zerbröselt am Boden lag. Oft schon haben wir hier gesessen und in die Ferne geschaut.
Da dachten ich nun, diese, UNSERE, Bank wäre etwas ganz Besonderes, hatte sie mir doch einst erstmals einen ganz besonderen Weltblick, nämlich den vom wunderschönen Hessen hinüber ins malerische Thüringen beschert, einen Blick von einem Stück Welt, von dem ich bis 1989 nie gedacht hätte, dass ich ihn jemals würde von der Hessischen Rhön aus erleben dürfen.

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Und nun das! Ein Stückchen weiter gab es noch eine ganz besondere, persönliche Bank – Mikes Weitblickbank. Wer immer Du bist, Mike, ich war so frei, mich ganz leise neben Dich zu setzen, um mir auch einmal einen anderen Weltblick bzw. Weitblick zu gönnen. Wunderschön ist sie – die herrliche Weite, die uns Deine Bank ganz nahe bringt, eine Weite, die auch wir in den vielen Jahren, in denen wir die Rhön bisher durchwandert haben, lieben gelernt haben. Unter uns, ich mag auch den Teil, der sich hinter Deiner Weitblickbank verbirgt, den vierbeinigen Teil der Rhön, der ebenso zu dieser fantastischen Gegend gehört wie ihre wundervollen Blumenwiesen, die Berge, die Wälder, die Moore. Danke, dass ich hier neben Dir ein wenig verweilen durfte, Mike. Ich muss dann mal weiter, schauen, dass ich meinen Herrn Silberdistel wieder einhole. Also dann, bis irgendwann vielleicht mal wieder auf dieser, Deiner, Weitblickbank.

Ich eile meinem Herrn Silberdistel, der fast nur noch als kleines Pünktchen am Horizont zu sehen ist, flugs hinterher. Immer wieder allerdings werde ich während unserer Wanderung durch die Flora und Fauna um mich herum aufgehalten. Fasziniert von all der blühenden, krabbelnden, flatternden und fliegenden Schönheit ringsum richte ich meine Kamera auf viele interessante kleine und große Entdeckungen und irgendwann, noch eine gute halbe Stunde vor unserem Ziel, dem Thüringer Rhönhaus, fühle ich mich bereits seltsam fußlahm. Zunehmend schmerzhafter machen sich meine noch relativ neuen Wanderschuhe bemerkbar. Für eine solch lange Strecke sind sie offensichtlich doch noch nicht richtig eingelaufen.

09-Wir sind am Ziel - am Thüringer Rhönhaus

Wir sind am Ziel – am Thüringer Rhönhaus

Gegen 13.15 Uhr sind wir endlich am Ziel. Ich freue mich darauf, meinen Füßen endlich eine Pause gönnen zu können und gemeinsam freuen wir Silberdistels uns auf die Thüringer Rostbratwurst, ein Tonic und ein kühles Bier. Für meinen Herrn Silberdistel gibt es sogar ein Kreuzbergbier – quasi als kleine Vorfreude auf eine unserer nächsten Wandertouren hinauf zum Kreuzberg.

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Wir haben draußen auf der überdachten Terrasse des Gasthauses Platz genommen und beobachten, während wir auf das Essen warten, zwei Kohlmeisen, die fleißig mit dem Füttern ihres Nachwuchses beschäftigt sind. Der eine Nistkasten in der Nähe unseres Sitzplatzes ist besetzt. Die Meiseneltern fliegen fleißig ein und aus. Mir gelingen sogar einige Fotos von den Altvögeln – den Schnabel voll mit Futter.
Gegen 14.00 Uhr manchen wir uns auf den Rückweg. Mir fällt der Weg immer schwerer, die Schuhe scheinen immer enger zu werden. Oder werden die Füße immer größer? Jedenfalls passen beide so gar nicht mehr zueinander.

Der Weg rechts hinter dem Funkturm führt uns wieder zur Mikes Weitblickbank, dem Kreuz des Ostens und zur Aussichtsplattform auf dem Buchschirmberg

Der Weg rechts hinter dem Funkturm führt uns wieder zur Mikes Weitblickbank, dem Kreuz des Ostens und zur Aussichtsplattform auf dem Buchschirmberg

Ich bin froh, als ich den Funkturm vor mir auftauchen sehe. Er halbiert in etwa unsere Wegstrecke. Aber dieses Mal ist der sonst so angenehme Markierungspunkt nur ein schwacher Trost für mich. Es schmerzt inzwischen überall und am Ende schimpft auch noch mein rechtes Knie mit mir. Es erklärt sich mit den gemarterten Füßen solidarisch und lässt mich noch zusätzlich leiden. Irgendwie schaffe ich die Strecke trotzdem. Kaum sind wir in der Ferienwohnung, ich habe noch nicht einmal die Schuhe von mir geworfen, da beginnt  es zu regnen. Unterwegs waren bereits einige wenige Tropfen gefallen, allerdings verzog sich die dunkle Wolke da wieder. Jetzt aber gießt es in Strömen. Irgendwie doch Glück gehabt.
Nach dem Kaffee sind wir in einer Regenpause zum Einkaufen gefahren, Verpflegung fürs Wochenende kaufen – etwas unangenehm mit den schmerzenden Füßen. Obwohl ich ihnen nun andere Schuhe gegönnt hatte, kam mir der Weg durch den Supermarkt trotzdem ein wenig wie eine Strafe vor.  Zum Trost gab es abends ein Bier, einen Extrastuhl für die geplagten Füße und viele, viele Bilder zum Anschauen.

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Gerade hat mir Michaela vom „Alpenreport“ in einem Kommentar zu meinem „Spatzengarten“ erzählt, dass sie die ersten Schwalben in diesem Jahr gesichtet hat. Sie meinte, dass es für die Rückkehr der Schwalben doch noch recht früh im Jahr wäre. Aber auch hier im kühlen Norden sind die ersten Schwalben gewöhnlich Anfang Mai zur Stelle und erfreuen uns mit ihrem fröhlichen Gezwitscher und bis zum Mai ist es doch gar nicht mehr so fern. Sicher treffen auch bei uns bald die ersten dieser unermüdlichen Flieger ein.
Gestern Morgen, ich stand noch im Bad und schaute so nebenher in Richtung Fenster, als mein Blick auf zwei Vögel fiel, die es sich auf dem Dach des gegenüberliegenden Hauses gemütlich gemacht hatten. Sie putzten ganz fleißig ihr Gefieder, als müssten sie es von einer langen Reisen erst einmal wieder in Ordnung bringen – sich quasi vom anstrengenden Flug ein wenig frisch machen. Als ich etwas genauer hinschaute, erkannte ich in den beiden Federbällen zwei – nein, keine Schwalben – es waren zwei Stare. Na, wenn das keine idealen Frühlingsboten sind! Sie sind doch fast so gut wie Schwalben, oder? Ganz schnell machte ich mich fertig, eilte ins Nebenzimmer, holte meine Kamera und schon waren die Beweisfotos im Kasten. Nun sind sie also auch hier bei uns zurück – die lustigen Gesellen mit ihrem witzigen Geplauder. Einige andere Blogger hatten ja bereits von der Rückkehr der Stare aus ihren Winterquartieren berichtet.

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Aber das war nicht die einzige Überraschung, die uns der gestrige Sonntag schenkte. Es sollte ja laut Wetterbericht ein überaus übler Tag werden – Regenguss sollte sich an Regenguss reihen. Nun, so schlimm war es nun wirklich nicht. Sicher, der eine oder andere kleine Schauer war dabei, aber ich hatte trotzdem noch ausreichend Zeit für ein paar kleine Handgriffe an meinem Kräuterbeet, das wieder einmal eine Umgestaltung nötig hatte. So war gestern für mich wider Erwarten sogar noch ein angenehmer Gartentag. Natürlich habe ich nebenher auch noch etwas Zeit abgezwackt, um all das zu dokumentieren, was im Moment in meinem kleinen Gärtchen blüht. Es wird von Tag zu Tag bunter rund um unser Haus. Hier unten in der Diaschau bekommt man, so denke ich, einen kleinen Eindruck davon.

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Der erste Regenschauer fiel, als es ohnehin Zeit für die Mittagspause war. Nach dem Essen saßen wir Silberdistels noch ein Weilchen in unserem Wintergarten, plauderten und genossen dabei einen leckeren Cappuccino, als plötzlich ein fröhliches Gezwitscher an mein Ohr drang. Nein, nein, da saß kein Star auf dem Apfelbaum und ließ lustige Handytöne durch unseren Garten klingen. Auf dem Dach gegenüber hatte etwas anderes Platz genommen und plauderte laut und fleißig vor sich hin – kleiner als unser Star. Zwar trug er auch einen schwarzen Anzug, aber ohne diese hübschen herzigen weißen Punkte, die das Gefieder von Meister Star schmücken. Die kleine Plaudertasche dort drüben hatte zum schwarzen Frack ein schickes weißes Hemd angezogen und dazu eine dunkelrote Fliege angelegt.

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Da unterhielt uns mit ihrem fröhlichen Gezwitscher doch tatsächlich eine Schwalbe – eine Rauchschwalbe. Sind sie also wieder, die, von denen Michaela und ich gerade sprachen. Ob wir sie herbeigeredet haben? Gesehen habe ich bisher nur diese eine Schwalbe. Immer wieder zog sie gestern über unserem Haus ihre Kreise. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer? Gut, der Sommer ist noch fern und bis er sich hier wirklich häuslich einrichtet, wird unsere eine Schwalbe doch sicher Gesellschaft bekommen haben. Zwei Schwalben lassen dann doch aber wirklich schon an einen herrlichen Sommerabend denken, oder? 😉 Ich freue mich bereits auf das vielstimmige fröhliche Geplauder der Schwalben am Himmel über uns. Es gehört einfach zu einem ordentlichen Sommer dazu.
Auch wenn es gestern nicht ganz so frühlingshaft warm und sonnig war, wie man sich gewöhnlich einen Frühlingstag vorstellt, gefallen hat uns dieser Sonntag dennoch sehr mit seinen gefiederten Frühlingsüberraschungen. Die Klappergrasmücke singt übrigens auch schon wieder fleißig ihr Lied und die kecken Rotschwänzchen sind ebenfalls wieder in ihre Sommerwohnung unter dem Dach gegenüber eingezogen. Der Frühling scheint also auch ohne Sonnenschein auf Hochtouren zu laufen. Was sind da schon ein paar Regentropfen? Sie gehören eben auch dazu. Ohne sie wird nichts grüner, nichts bunter in der Pflanzenwelt und ohne sie gäbe es vielleicht nicht einmal eine badende Amsel, weil unsere beiden Teichlein möglicherweise trocken stünden 😉 Die badende Amsel gibt es hier demnächst übrigens auch noch zu sehen – nur ein wenig Geduld 🙂

Der Februar verabschiedete sich von uns in bester Frühlingslaune mit Sonnenschein und fröhlichem Vogelgezwitscher. Der März jedoch hatte anderes im Gepäck. Geweckt wurden wir Silberdistels nämlich gestern Morgen zum Märzbeginn und meteorologischen Frühlingsanfang nicht vom Katzenjammer unserer beiden Pelztiere, die uns ungehalten mitteilen wollten, dass die Frühstückszeit schon wieder einmal maßlos überschritten sei. Nein, wir wurden von einem sanften Trommeln auf unsere Dachfenster aus dem schönsten Schlaf gerissen.

Märzbeginn - Regentropfen, die an mein Fenster klopfen

Der März beginnt mit Regentropfen, die an unser Fenster klopfen

Was war das? Klopfte der März gleich an seinem ersten Tag mit Regentropfen ans Fenster? Da hätte man doch annehmen sollen, dass man diesem Winter nun wirklich keine Träne nachweinen müsse. Der März schien das doch tatsächlich so ganz anders zu sehen. Er weinte den lieben langen Tag still vor sich hin. Na gut nicht ganz, am späten Nachmittag hatte er mit unseren armen Katzen, die sehnsüchtig nach draußen schauten, dann doch ein wenig Mitleid und ließ den Tränenschwall vorerst versiegen. Aber wie wir später von den Wetterfröschen hörten, würde der traurige Allgemeinzustand des Monats März wohl noch ein, zwei Tage länger anhalten. Wie kann man auf das Fortgehen dieses griesgrämigen Winters nur so überaus tränenreich reagieren oder warum weinte der Frühlingsmonat überhaupt? Verstehe das, wer will – ich verstehe es jedenfalls nicht.
Aber trotz all seiner Traurigkeit hatte der März doch noch eine kleine Überraschung für uns im Gepäck.

Der März hat aber auch einen Glückskäfer im Gepäck

Der März hat aber auch einen Glückskäfer im Gepäck

Er hat uns einen kleinen Glückskäfer mitgebracht – als Trost wahrscheinlich, damit wir uns von seiner traurigen Stimmung nicht gleich anstecken lassen und unser Garten am Ende wieder einmal total unter Wasser steht. In Anbetracht des Glückskäferchens will ich dem März seinen tränenreichen Antrittsbesuch ein wenig nachsehen.

Wir alle haben Sehnsucht nach Licht, Sonne und Wärme

Wir alle haben Sehnsucht nach Licht und Wärme und dem Leben im Freien

Ich denke, er wird’s schon noch packen, schließlich hat er noch eine ganze Reihe von Tagen vor sich. Lassen wir ihm also ein wenig Zeit, sich einzuarbeiten und vor allem, sich auf seine Aufgabe als Frühlingsmonat zu besinnen. Bis dahin schauen wir halt das an, was uns der Februar hier im Norden zum Abschied dagelassen hat. Sehen wir’s als kleine Einstimmung auf das, was der März uns ganz bestimmt noch bringen wird.

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