Mit ‘Museum’ getaggte Beiträge

In meinem Beitrag über unsere Torty, die sich unlängst bei unserem Nachbarn versehentlich eine kleine Auszeit von uns nahm, erwähnte ich es bereits – wir Silberdistels haben endlich das Kloster Jerichow besucht.
Wie oft in unserem Leben sind wir schon an diesem beeindruckenden Bauwerk vorbeigefahren, wenn wir unterwegs zu einem Besuch bei Herrn Silberdistels Eltern oder von dort wieder auf dem Weg zu uns nach Hause waren? Der Ort Jerichow, nicht weit von Tangermünde entfernt (vielleicht ist ja Tangermünde etwas bekannter), liegt praktisch auf der Strecke, die wir immer gern benutzt haben, wenn wir uns zu einem Besuch Richtung Magdeburg auf den Weg gemacht haben.

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Kloster Jerichow

Nun endlich haben wir uns Kloster Jerichow auch ganz aus der Nähe angeschaut. Dieses Mal war unser Ziel direkt das ehemalige Kloster unweit der Elbe, denn seit Schwiegermutters Tod vor zwei Jahren zieht es uns eher selten noch in diese Richtung. Der Ausflug jedoch hat sich durchaus gelohnt. Kloster Jerichow hat uns nicht enttäuscht.

Es wurde übrigens 1144 als Prämonstratenserstift gegründet und vier Jahre nach seiner Gründung an seinen heutigen Standort verlegt. Um den Zeitpunkt seiner Verlegung wurde auch mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Fertiggestellt wurde das gewaltige Bauwerk aber erst 1250.
Interessant ist vielleicht noch, dass Kloster Jerichow, auch wenn das gesamte Gebäude-Ensemble klösterlichen Charakter trägt, nie im eigentlichen Sinne ein Kloster war.  Die Prämonstratenser lebten und wohnten nicht ausschließlich im Kloster. Sie hatten sich vor allem der Mission und der Seelsorge verschrieben, waren also zum großen Teil außerhalb des Klosters tätig.

Während des 30jährigen Krieges hatte der Klosterbau arg zu leiden, z.T. wurde er regelrecht verwüstet. Auch während des 2. Weltkrieges erlitt der Bau erneut starke Beschädigungen.
Ab Mitte der 50er Jahre bis etwa 1960 begann man, erstaunlicherweise also bereits zu DDR-Zeiten, mit einer Instandsetzung der Kirche. Doch letztendlich waren die Schäden so gewaltig, dass man sich 1998 gezwungen sah, die Anlage vorerst baupolizeilich zu sperren.
In den Folgejahren wurden dann vom Land Sachsen-Anhalt nicht unerhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, um das Kloster wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Und dieser neue Glanz steht dem gesamten Kloster-Ensemble ausgezeichnet.
Gefunden habe ich diese geschichtlichen Eckpunkte über Kloster Jerichow übrigens hier. Wer also gern noch ein wenig mehr darüber lesen möchte, der kann gern auch dort noch einmal schauen.

Wir Silberdistels waren sehr angenehm überrascht von dem, was wir vorfanden. Aus Klosterkirche, dazugehörigen Gebäuden und dem Klostergarten ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Es lohnt sich, dort einmal reinzuschauen und sich mit eigenen Augen zu überzeugen.

Aber nun genug der Vorrede, ab ins Kloster! Wobei … erst einmal mussten wir natürlich einen kleinen Obolus löhnen, bevor wir wirklich hinein durften. Nebenher kam ich natürlich genau dort an der Kasse auch wieder einmal nicht an den angebotenen Büchern vorbei. So wanderte, wer hätte es gedacht, ein Kochbuch mit alten Rezepten in meinen Rucksack. Ich habe ja bisher auch kaum Kochbücher 😉

Aber nun wirklich los und auf ins Kloster!

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Was wandelt denn dort hoch oben auf einem der Hausdächer?

Auf einem der Dächer der Häuserreihe links von uns fallen mir unterwegs zum Eingangsbereich der Klosteranlage zwei witzige Figuren auf. Es ist zwar helllichter Tag, aber wahrscheinlich wandeln sie immer – unabhängig von Tages- oder Nachtzeit.
Wenig später stehen wir vor dem Eingang zum Klosterbereich – kein Kartenabreißer weit und breit, kein Chipkontrolleur. Selbst sind hier Mann und Frau und müssen Avtomat bedienen können.

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Dann also los – auf ins Kloster!

Herr Silberdistel hat zunächst ein kleines Problem mit dieser Automaten-Hürde, denn ohne die richtige Brille ist hier der Tastsinn gefragt. Man muss nämlich einen Chip, den wir an der Kasse bekamen und der mit mehreren Rillen versehen ist, in die richtige Position bringen, erst dann passt er in den Automaten, der schließlich die Eingangsschleuse zum Klosterbereich öffnet. Doch wir packen das Problem noch recht schnell, zumal von der anderen Schleusenseite hilfreiche Tipps kommen. Aber ich bin sicher, wir hätten es auch früher oder später allein geschafft 😉

Bevor wir uns nun zur allgemeinen Klostereinstimmung erst einmal ins Museum aufmachen, muss mein Gärtnerauge den hübschen Steingarten im Innenhof an der Geist-Brennerei bewundern. Aber dann geht’s hinein ins Museum. Dort gibt es allerlei Interessantes rund ums Kloster zu sehen – nicht nur Kirchenglocken und diverse Tonscherben. Vielleicht schaut Ihr ja irgendwann einmal selbst hinein. In der Bilderschau gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die Museumsluft.

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Nach dem Museumsrundgang locken uns unsere Mägen mit unwiderstehlicher Gewalt in den Klostergarten. Ein Wegweiser sagt nämlich, dass es dort nicht nur Garten, sondern auch ein Café geben soll. Scheinbar können Mägen lesen und vor allem dulden sie keinen Widerspruch 😉

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Letztendlich sind wir rundum zufrieden. Kaffee, Cappuccino und Torte haben gehalten, was sie zu versprechen schienen. Sie waren äußerst lecker und der Klostergarten gab zu Speis und Trank mit dem buntem Vogelgezwitscher rundum aus all dem Grün und dem Blick aufs Storchennest hoch über uns auf dem Schornstein unseres urigen Cafés eine wunderbare Atmosphäre.  So ist Entspannung pur.
Und als ich im Gemüse- und Kräutergarten ein wenig später auch noch für meinen Garten zuhause fündig werde, könnte ich den Tag bereits als nahezu perfekt gelungen einordnen.
Aber wie es so ist, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber erst einmal war ich des Lobes voll und bereits wieder voller Tatendrang, denn dort hinten harrte unserer noch ein Backsteinmuseum.

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Nach dem Backsteinmuseum fehlt uns nun nur noch der Blick ins eigentliche Heiligtum – in die Klosterkirche. Mich interessiert zuvor natürlich noch einmal der Steingarten, den ich gleich zu Anfang unseres Rundgangs bewundert habe. Und während ich dort die Pflanzen anschaue, bemerke ich plötzlich gegenüber an der Hauswand einen Spatzen und ein Loch in der Wand, in dem Vater Haussperling kurz darauf verschwindet. Ich sehe gerade noch sein fedriges Hinterteil weghuschen und schon klingt lautes Babyvogelgeschrei von der Wand zu mir herüber. Da habe ich also eben den Eingang zu einer Spatzenkinderstube entdeckt. Wenig später taucht auch Mama Haussperling auf, um die Kinder zu versorgen. Was für eine nette Begebenheit nebenbei. Klosterleben kann doch so vielseitig sein.

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Zeit für den Kirchgang! Ich bin gespannt, was uns dort erwartet. Herr Silberdistel ist mir wieder einmal etwas voraus und wandelt bereits unter Gewölben dahin. Nur schnell hinterher, damit wir nichts verpassen!

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Beeindruckend, was wir zu sehen bekommen! Gewaltig, diese Höhe. Wie unscheinbar klein man sich doch vorkommt angesichts solcher unendlich erscheinender Höhe und wie spannend muss es gewesen sein, so etwas entstehen zu lassen.
Die Klosterkirche Jerichow gehört übrigens zu einem der ältesten Backsteinbauten Norddeutschlands. Wie schön, dass man ihr mit viel Geld, Mühe und Liebe wieder zu ihrer alten Pracht verholfen hat.

Nicht nur uns hat es in Jerichow gefallen. Auch die Störche scheinen sich dort wohlzufühlen. Wir entdecken auf einem Gebäude noch eine weiteres Storchennest und das, so finden wir, ist ein guter Abschluss für unseren Klosterbesuch.

Glücklich und zufrieden mit den gelungenen Tag machen wir uns wieder auf den Heimweg und dort spuckt uns dann unsere Torty in die Suppe dieses ansonsten so schönen Tages. Unser pelziges Dreigestirn will nämlich noch einmal hinaus in den Garten, als wir wieder daheim aufschlagen. Natürlich gönnen wir ihnen das, mussten sie doch bis dahin den ganzen Tag im Haus ausharren.
Ja, und dann, dann, dann verschwindet Torty spurlos

Jetzt am letzten Freitag gab es hier im Bücherstaub noch einmal etwas über unseren Urlaub im Altmühltal im September des gerade vergangenen Jahres zu sehen und zu lesen. Dieser Urlaub war ja quasi ein Testurlaub gewesen. Wie würden Enkeltochter und wir in dieser knappen Woche miteinander auskommen? Inzwischen lag nun schon der letzte gemeinsame Tag vor uns und wir hatten durchaus den Eindruck, dass es bisher mit unserem Testurlaub ganz gut geklappt hatte. Wie könnten wir den letzten Tag gestalten?

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Als wir zwei Tage zuvor unterwegs zum Kloster Weltenburg waren, war uns ein Hinweis auf eine Tropfsteinhöhe aufgefallen. Auf unsere Frage, ob sich unsere Enkelin gern eine solche Höhle würde anschauen wollen, war sie sofort begeistert. Sie war schon einmal mit dem Papa in einer solchen Höhle gewesen und das hatte ihr sehr gefallen. Na, wunderbar!

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So machten wir uns also an unserem letzten Urlaubstag auf in Richtung Tropfsteinhöhle Schulerloch. Interessant fand ich, dass genau die Tropfsteinhöhle, auf die wir nur durch reinen Zufall während unserer Fahrt zum Kloster Weltenburg aufmerksam geworden waren, einst von einem Mönch aus diesem Kloster entdeckt wurde. So passten doch diese beiden Ausflüge wunderbar zusammen. Übrigens scheiden sich die Geister in dem Punkt, wie das Schulerloch zu seinem Namen kam. Einerseits soll sich in der Höhle einmal eine keltische Druidenschule befunden haben, andererseits könnte sich der Name auch von dem Wort „Schuller“ – wie Räuber – ableiten. Einer Sage nach soll dort ein Räuber einmal zu Stein verwandelt worden sein. Und noch eine weitere Variante erzählt sich der Volksmund. Mehrere Schulkinder sollen in grauer Vorzeit von einem bösen Geist zum Schulerloch gelockt worden und nie wieder aufgetaucht sein.

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Damit man auch ja nicht kurz vor dem Höhleneingang aufgibt, gab es unterwegs dieses Motivationsschild zu sehen

Erstaunlicherweise gab es dieses Mal so gar keine Diskussion über den ach so langen Weg bis hoch zu Höhle, den wir natürlich zu Fuß zurücklegen mussten. Der Anstieg war auch gar nicht so ohne. Aber dieses Mal fragte unser Ferienkind nicht, wann wir denn endlich dort wären. Unterwegs gab es sogar für diejenigen, denen der Schweiß schon zu sehr herunterlief und die vielleicht sogar schon ans Umkehren gedacht hatten, ein kleines Motivationschild: „… noch 5 Minuten zur Höhle“. Vor zwei Tagen am Kloster Weltenburg hätte unsere Enkelin sicher furchtbar gestöhnt beim Anblick eines solchen Schildes. Fünf Minuten noch – das wäre doch noch eine Ewigkeit. Dieses Mal waren weder Weg noch Anstieg ein Problem und es war eher lustig, dass andere unterwegs stehenbleiben mussten, um sich den Schweiß von der Stirn zu wischen. Ich fand allerdings auch eines recht witzig, dass hier eine Zeitangabe statt der Länge des restlichen Weges geschrieben stand. Naja, WIR standen dann tatsächlich fünf Minuten später vor dem Höhleneingang. Ob die Höhlenbesucher, die unterwegs zum Atemholen immer wieder stehenbleiben mussten, es auch in fünf Minuten geschafft haben? Ein wenig schummelte das Schild nämlich noch zusätzlich. Es ging trotz der Ankündigung „der Aufstieg ist geschafft“ noch weiter bergan.

Ein Blick ins Tal und auf die Altmühl

Ein Blick ins Tal und auf die Altmühl

Die Tropfsteinhöhle Schulerloch ist 420 Meter lang und befindet sich 55 Meter oberhalb der Talsohle der Altmühl. Übrigens hat man von unterwegs einen wunderschönen Ausblick hinunter ins Tal. Man muss also den Anstieg hinauf zur Höhle nicht in einem Rutsch bewältigen. Bei ein paar Fotos von dem schönen Aussichtspunkt aus, den wir für eine kleine Pause nutzten, kommt man dann auch schnell wieder zu Atem, obwohl andererseits dieser Ausblick auch wiederum irgendwie atemberaubend ist 😉

Auf etwa 3/4 der Höhe zur Höhle hat man diesen hübschen Blick auf die Altmühl

Auf etwa 3/4 der Höhe zur Höhle hat man diesen hübschen Blick auf die Altmühl

Schnell noch ein Foto zum Atemholen und dann auf zum Endspurt

Schnell noch ein Foto zum Atemholen und dann auf zum Endspurt

Leider durfte auch in der Höhle, wie wir das gerade vom Kloster Weltenburg kennengelernt hatten, wieder nicht fotografiert werden, sodass es leider keine Fotos vom Inneren des Schulerlochs zu sehen gibt. Der Grund ist hier allerdings ein anderer. Je mehr Licht es in der Höhle gibt, umso mehr Algen, Flechten und sogar höhere Pflanzen würden die Höhle besiedeln und das wiederum ist nicht gut für das Gestein, die so sehenswerten Tropfsteine und mehr. Durch die pflanzliche Besiedlung würden sie im Laufe der Zeit Schaden nehmen und am Ende gar zerstört werden. Also hier ein heißer Tipp: Selbst anschauen, wenn Ihr einmal Urlaub in dieser schönen Gegend macht. Es lohnt sich. Versprochen! Das Schulerloch hat übrigens gegenüber anderen Tropfsteinhöhlen einige schöne Besonderheiten aufzuweisen, beispielsweise an Wasserbecken erinnernde Sinterbecken und wunderhübschen wie Blumenkohl ausschauenden Sinterschmuck an der Decke der Höhle. Hierzu möchte ich noch einmal auf den Link weiter oben im Text verweisen. Dort gibt es diese hübschen Gebilde nämlich zu sehen. Über Winter dient das Schulerloch Fledermäusen als Winterquartier, Grund genug, es in der kalten Jahreszeit für die Besichtigung zu sperren. Was den Besuch des Schulerlochs aber ganz sicher aus allen anderen Tropfsteinhöhlenbesuchen herausragen lässt, ist eine multimediale Lichtshow, die man am Ende einer jeden Führung in der Haupthalle der Höhle anschauen kann. Unsere Enkelin hat sich zwar zu Beginn der Vorführung etwas gegruselt, denn die Show wird durch recht dramatisch wirkende Musik eingeleitet. Dann wird es dunkel und man hat plötzlich den Eindruck, zwischen Dinosaurien, Mammuts und Urmenschen zu stehen.  Als ich unserer Enkelin erzählte, dass das jetzt nur so etwas wie eine Kinoveranstaltung wäre, war sie dann doch beruhigt und schaute interessiert zu, was sich da vor und um uns an den Höhlenwänden tat. Und das war wirklich beeindruckend. Wer sich einen kleinen Eindruck davon verschaffen möchte, der sollte dem Link: Höhlenwandinszenierung im Schulerloch folgen. Ich fand nicht nur die Idee an sich, auch die Vorführung insgesamt, sehr gelungen. Es lohnt sich fast schon allein deshalb ein Besuch der Höhle.

Eingang zur Tropfsteinhöhle - außerdem im Turm ein kleines Museum

Eingang zur Tropfsteinhöhle – außerdem im Turm ein kleines Museum

Nicht uninteressant ist auch die kleine Ausstellung im Aussichts- und Wohnturm am Eingang der Höhle, der wir im Anschluss an den Höhlenbesuch ebenfalls noch einen Besuch abstatteten. Der Turm wurde um 1826 errichtet und zu diesem Zeitpunkt wurde auch der Eingangsbereich der Höhle recht massiv verändert. Im Museum sind verschiedene Höhlenmalereien zu sehen, einiges zur Fauna und Flora der Gegend und außerdem sind interessante Fundstücke ausgestellt. Was mich besonders interessierte, war das, was man dort über die Fledermäuse lesen und sehen konnte.

Im Museum gibt es allerlei Interessantes zu sehen

Im Museum gibt es allerlei Interessantes zu sehen

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Unsere Enkelin schaute sich ebenfalls sehr aufmerksam um und stellte viele Fragen zu den einzelnen Ausstellungsstücken und am Ende war sie ganz begeistert von unserem Ausflug in die Unterwelt und auch dem, was es in dem kleinen Museumsbereich zu entdecken gab. Natürlich mussten wir als Erinnerungsstück noch eine gruselige 😉 Deko-Fledermaus aus Gummi mitnehmen.

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Das Urlaubsende muss gefeiert werden

Und so ein Urlaubsabschluss muss ja auch noch irgendwie gefeiert werden.

Jeder tut's auf seine Weise

Jeder tut’s auf seine Weise

Wir beiden Silberdistels fanden einen Eisbecher durchaus angemessen, den wir uns in unserer Stammgaststätte am See in Kratzmühle gönnten. Das Kind war mehr für Pommes zu haben, denn ein Eis hatte es noch am kleinen Kaffee am Schulerloch bekommen.

In der kleinen Gaststätte an der Höhle beobachten uns neugierig zwei Kohlmeisen

In der kleinen Gaststätte an der Höhle beobachten uns neugierig zwei Kohlmeisen

Habt Ihr denn nichts anderes als Eis, Ihr da drüben?

Habt Ihr denn nichts anderes als Eis, Ihr da drüben?

Übrigens hatten wir in der Gaststätte an der Tropfsteinhöhle noch eine nette Begegnung. Zwei Kohlmeisen erhofften sich von uns wohl einen kleinen Imbiss. Sie landeten immer wieder auf einem der Tische und Stühle ganz in unserer Nähe. Aber Eis war dann wohl doch nicht das, was Familie Kohlmeise normalerweise auf ihrem Speiseplan hat. Immerhin waren wir nicht die einzigen Gäste. Ich denke, die Vögel sind ganz sicher auch noch ohne uns zu dem einen oder anderen Brot- oder Kuchenkrümel gekommen.

So ging ein kurzer, aber sehr schöner Urlaub zu Ende. Am nächsten Tag ging es wieder zurück zur Mutti, zum Papa und zum kleinen Bruder. Die Freude über das Wiedersehen war auf allen Seiten groß und natürlich gab es viel zu erzählen – auch auf beiden Seiten. Fazit: Ich denke, wir Großeltern sind gerüstet für die nächsten Sommerferien, von denen unsere Enkelin vielleicht einige Tage bei uns oben an der See verbringen wird. Zu sehen und zu erleben gibt es auch an der Küste eine ganze Menge. Außerdem wissen wir nun sogar einiges mehr über Feriengestaltung mit Kindern.

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Altes Gemäuer gehörte schon vor vielen Jahren zu unseren Urlaubszielen – 1986 – Ceský Krumlov

Obwohl … viel hat sich eigentlich nicht geändert, wenn ich so zurückdenke an das, was wir als Eltern vor vielen Jahren mit unseren Kindern in den gemeinsamen Urlauben erlebt haben – wir sind heute wie damals in alten Gemäuern unterwegs …

Enten füttern gehörte wohl schon immer in unseren Urlaub

Enten füttern gehörte wohl schon immer in unseren Urlaub – 1991 – Schloss Kuks bei Turnov

… und Enten füttern gehörte wohl schon immer irgendwie zu unserem Urlaub dazu. Auch unseren Kindern machte das Enten füttern Spaß, wie man an obigem Beispielbild sehen kann.

 … einem Schäferstündchen an der alten Ölmühle? Wäre doch sicher romantisch, oder? Nicht? Ein Schäferstündchen klingt irgendwie leicht anrüchig? … und da das hier ein anständiges Blog ist … Okay, es sollte auch so bleiben. Aber ein Plauderstündchen mit dem Schäfer darf’s doch sein, oder? Also? Genehmigt? Gut, dann schau’n wir doch ganz einfach trotzdem erst einmal zur alten Ölmühle, weil … sie liegt quasi auf dem Weg zum Schäfer. Alte Ölmühle – das klingt irgendwie nach … nach … das klingt irgendwie museumsreif, nicht wahr?

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… und genauso ist es auch. Wir sind nämlich immer noch im Fränkischen Freilandmuseum von Bad Windsheim. Einem aufmerksamen Beobachter ist das auch sicher nicht entgangen. Die hübschen alten Fachwerkhäuschen hier oben haben es vielleicht schon verraten. Sehen sie nicht nett aus? Ich glaube, darin könnte man sich durchaus auch heute noch recht wohl fühlen und wenn mir ein solches hübsches Häuschen gehören würde, ich denke, ich würde es lieben und hegen und pflegen. … und wer bräuchte da noch eine Ölmühle für ein Schäferstündchen? Oh, pardon, dass ich schon wieder beim Schäferstündchen bin, aber irgendwie klingt es so nett – nicht nur nach Schäfer, vor allem auch nach Schafen. … und eigentlich interessieren mich die Schafe ja mehr als der Schäfer. Ich liebte schon als Kind die beiden Schafe bei meinen Großeltern. Sie hießen Hanne und Hanne – die Schafe, nicht die Großeltern. Nebenbei bemerkt hießen die beiden Ziegen auch Hanne und Hanne. Nicht sehr erfindungsreich, meine Großeltern, bei der Vergabe von Namen, oder? Aber seltsamerweise habe ich mir als Kind darüber keinerlei Gedanken gemacht. Das war eben so, dass Schafe und Ziegen Hanne hießen. Die Kuh allerdings hieß Hulda und die Pferde … ich glaube, die Pferde hießen gar nicht. Aber ich schweife ab, wir wollten zur Ölmühle …

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Ach, und da schaut sie ja bereits zwischen all dem Grün hervor. Ein durchaus idyllisches Örtchen, an dem die Ölmühle 1986 ihr zweites Zuhause gefunden hat. Die sogenannte Flederichsmühle stand ursprünglich im Landkreis Aschaffenburg im bayerischen Spessart. Ihr Name geht auf die Flurbezeichnung „Flederich“, in der sie damals erbaut wurde, zurück, was so viel wie Sumpfgras heißt.

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Hm, also vom Müller, der uns etwas über die Mühle erzählen könnte, ist weit und breit nichts zu sehen, aber lernen können wir trotzdem etwas – der Müller hat nämlich für die Wissbegierigen kleine Informationstäfelchen in seiner Mühle hinterlassen. So erfahren wir, dass die Ölmühle 1810 erbaut wurde und ab 1883 auch als Getreidemahlmühle arbeitete. In Betrieb war die Mühle bis 1935. Wie für die Mühlen in Franken fast allgemein üblich wurde auch diese Ölmühle durch Wasserkraft angetrieben. Um z.B. einen Liter Öl zu erhalten, benötigte man fünf Pfund Raps. Das gewonnene Öl wurde u.a. als Lampenöl, als Schmiermittel, für Heilmittel oder auch für die Seifenherstellung verwendet. Am Beispiel gerade dieser Mühle sehen wir nicht nur wie Mühle und Müller damals arbeiteten, wir erfahren damit auch, wie ärmlich die Menschen einst leben mussten. Der winzig kleine Wohnteil zeigt das sehr eindrucksvoll. Was für uns besonders interessant war und was sicher auch die große Armut der Müllersleute erklärt, ist die Tatsache, dass der gesamte Besitz der Mühle samt Wohnhaus 1849 geteilt wurde. Im Mainzer Landrecht war die sogenannte Realteilung (Aufteilung auf alle Kinder) im Erbrecht festgelegt, d.h. der Besitz wurde nach dem Tod – bei unserem Beispiel nach dem Tod des Müllers – auf alle vorhandenen Kinder aufgeteilt. Das führte im Endeffekt zu immer kleineren Besitzanteilen, was letztendlich die Armut immer weiter vergrößerte.

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Aber es gab durchaus nicht nur arme Müller oder Bauern. Während unserer Suche nach dem Schäfer und seinen Schafen kommen wir nicht nur an der Ölmühle vorbei, wir überqueren auch eine Hofstelle, die einst einem recht wohlhabenden Bauern gehörte. Erbaut wurde sie 1772, erfuhr dann 1823 einige grundlegende Umbauten und weitere in den Jahren 1907 bis 1911.

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Die Hofstelle zeigt die typische Hofanlage eines Dreiseithofs mit allen dazugehörenden Gebäuden. Interessant ist der 1840 aus Sandsteinquadern entstandene Schweinestall. Er verfügt über fünf Einzelstelle, die den Tieren eine trockene und zugluftfreie Unterkunft boten. Über den Ställen gibt es eine sogenannte Holzlege, die zum Trocknen von Feuerholz gedacht war. Alles in allem eine für damalige Zeiten recht moderne und großzügige Hofanlage, die natürlich mit den dazugehörigen Feldern nicht nur vom Bauern und seiner Familie selbst bewirtschaftet werden konnten. Für den Bauern arbeiteten mehrere Mägde und Knechte.
So, nun machen wir uns aber endlich zum Schäfer auf!

Schäferei aus Hambühl

… und da steht sie vor uns – die Schäferei aus Hambühl. Entstanden ist der Fachwerkbau im Jahre 1744 als Gemeindebau. In vielen Dörfern Frankens gab es früher solche Gemeindehäuser mit oft wechselnden Funktionen. Das Haus aus Hambühl ist ursprünglich als Hirtenhaus geplant und gebaut worden. Es besteht aus zwei Wohnteilen. Den rechten Teil sollte der große Hirt, der für die Rinder, Schafe und Schweine zuständig war, bewohnen und den linken Teil der kleine Hirt, der die Gänse, aber auch die Ochsen des Dorfes betreuen sollte. Im hinteren Teil des Hauses befindet sich ein Schafstall.
In der Regel standen die Häuser der Hirten und Schäfer am Rande oder außerhalb des jeweiligen Dorfes und so wurde auch die Schäferei aus Hambühl nach ihrem Umzug ins Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim etwas abseits der anderen Bauten wiedererrichtet. Mit dieser Randlage soll die Außenseiterstellung der Schäfer und Hirten zur damaligen Zeit verdeutlicht werden, denn sie hatten selbst keinen Haus- und Grundbesitz und besaßen somit auch keinerlei Gemeinderechte, gehörten also nicht zu den vollberechtigten Gemeindemitgliedern eines Dorfes. Der Schäfer wurde vom Dorf immer nur für eine bestimmte Dienstzeit übernommen – in der Regel für ein Jahr. Danach musste er wieder neu übernommen werden. Das erinnert mich doch sehr an die befristeten Arbeitsverträge von heute.
Im Laufe der Zeit hatte das Haus viele verschiedene Bewohner. Es diente nicht nur als Hirten- oder Schäferunterkunft, es war zeitweise ebenso Krankenstube, Herberge für Bettler, Armenstube und Gemeindehaus. Das heutige Haus zeigt uns, wie es dort im Jahre 1926 ausgesehen hat.

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Trotz der vielfältigen Nutzung der Schäferei war  die Schafscheune immer Schafstall und so ist es auch heute noch.  Interessiert hatten wir uns im Haus umgesehen und so allerlei über seine Geschichte und seine ehemaligen Bewohner erfahren. Ein bisschen traurig waren wir schon, denn einen Schäfer konnten wir nur auf alten Fotos betrachten, ein lebensechter Schäfer mit Hund und Schafen wäre uns dann doch ein wenig lieber gewesen.

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Doch dann, als wir die Schäferei gerade wieder verlassen hatten, kamen sie uns entgegen – die Schafe, der Schäfer und sein bunter Schäferhund. Die Schafe hielten sich nicht lange mit und bei uns auf. Zielsicher rannten sie auf ihren Schafstall zu. Nichts konnte sie mehr halten. Sie rannten, als würde in ihrem Stall eine ganz besonders schöne Überraschung auf sie warten.

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Während die Schafe davonstürmten, kamen wir und einige andere Museumsbesucher doch noch zu unserem Schäferstündchen, also zu unserem Plauderstündchen mit dem Schäfer. Welcher Rasse denn der Schäferhund angehören würde, wollte jemand wissen. Der Schäfer grinste und erklärte, dass für ihn nicht die Rasse wichtig wäre, sondern dass der Hund von seiner Aufgabe etwas verstehen würde und dieser Mischling hier wäre einer der besten Schäferhunde, mit denen er jemals zusammengearbeitet hätte.

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Also, mich hat der aufmerksame Blick des vierbeinigen Hirten durchaus überzeugt. Er ließ seine Schafe keine Sekunde aus den Augen, während der Schäfer mit uns schwatzte und eher gar nicht auf seine wollige Herde achtete. Er wird wohl wissen, dass er sich auf seinen vierbeinigen Begleiter voll und ganz verlassen kann.

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Vergnügt und zufrieden darüber, am Ende doch noch den Schäfer und seine Schafe getroffen zu haben, aber auch ein bisschen müde vom langen Tag und den vielen zurückgelegten Kilometern strebten wir dem Ausgang des Fränkischen Freilandmuseums entgegen. Zum guten Schluss ging es noch einmal durch ein wunderschönes Stückchen Natur, zwar von Menschenhand angelegt und gestaltet, dennoch wunderhübsch anzuschauen – ein Feld voller herrlicher Düfte, summender und umherflatternder Insekten, ein Feld voller Sonnenhüte, Eibisch, Ringelblumen und mehr – ein fantastischer bunter Traum – wie der Tag, den wir hinter uns hatten.

… am rauschenden Bach, klipp, klapp …

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Ja, einen kleinen rauschenden Bach, wie in dem bekannten alten Kinderlied, gab es tatsächlich auch, einen Bach, der das Mühlrad einer Mühle in Schwung versetzte, das Mühlrad einer alten Getreidemühle. Ob allerdings bei den Mühlrädern etwas klapperte? Ich würde sagen, da klapperte nichts, da plätscherte nur das Wasser lustig und angenehm glitzernd über die hölzernen Schaufelräder. Naja, vielleicht hat sich der Schulmeister Ernst Anschütz, als ihm dieser Liedtext in den Sinn kam, doch ein wenig künstlerische Freiheit gegönnt oder „seine“ Mühle klapperte tatsächlich irgendwo. Also hier, würde ich sagen, bei „unserer“ Mühle, klapperte nichts. Vielleicht jedoch lag es auch daran, dass nicht mehr das ganze geräderte Mühlenkraftwerk in Aktion war oder aber das seichte Wasserrauschen übertönte ganz einfach das Mühlenklappern.

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Getreidemühle – Baujahr 1576

Ursprünglich stand diese uralte Schönheit einmal in Unterschlauersbach, das derweil zur Gemeinde Großhabersdorf im heutigen Landkreis Fürth gehört. Ist es nicht lustig – „Unterschlauersbach“ und „Großhabersdorf“? Da möchte man doch am liebsten noch weiter nachforschen, wie diese Orte einst zu diesen kuriosen Namen kamen, oder? Aber vielleicht würde das hier dann doch zu weit führen, bleiben wir also bei der hübschen Getreidemühle an sich. Sie steht nämlich heute im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim und lässt immer noch die Mühlräder klappern – zumindest das eine oder andere für den Museumsbesucher – zur Anschauung.

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Eines der ältesten noch erhaltenen Bauernhäuser – Baujahr 1367

Doch bevor wir bei unserem Urlaubsausflug ins Fränkische Freilandmuseum im letzten August, ich hatte ja am vergangenen Montag eine Fortsetzung versprochen, das rauschende Bächlein und die klappernden Mühlräder entdeckten, bestaunten wir noch zwei besonders interessante Bauten des Museums und zwar eines der ältesten in Europa noch erhaltenen Bauernhäuser überhaupt und ein Bauernhaus, das der spätmittelalterlichen Bautradition zuzuordnen ist. Ersteres stammt aus dem Jahre 1367 und stand ursprünglich in Höfstetten (Landkreis Ansbach, Stadt Heilsbronn) …

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Kleinbauernhaus aus dem Jahre 1554

… und Letzteres, als „Schwedenhaus“ bezeichnet, ist ein Kleinbauernhaus aus dem Jahre 1554, das aus Almoshof (Stadt Nürnberg) ins Freilandmuseum umziehen durfte und so zum Glück der Nachwelt nicht verlorenging.

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Fenster des sogenannten „Schwedenhauses“

Ganz besonders gefielen mir beim Schwedenhaus die hübsch gestalteten Fenster.

Unterwegs von den uralten Bauernhäusern zu dem schicken Mühlengebäude gab es wieder viel Natur zu erleben und nicht zum ersten Mal staunten wir über die ungeheure Weite des Bad Windsheimer Freilandmuseums. Aber so  hatte man zwischen den einzelnen Gebäudekomplexen des Museums immer wieder Zeit, das eben Gesehene erst einmal auf sich wirken zu lassen, bevor man in die Geschichte des nächsten Hauses und seiner Bewohner abtauchte.

Mühle und hinten rechts Stadel aus dem Jahre 1680

Mühle und hinten rechts Stadel aus dem Jahre 1680

… und dann lag sie vor uns, die Getreidemühle aus Unterschlauersbach. Erbaut wurde sie 1576. Im Jahre 1601 erfuhr der Bau sogar noch eine Erweiterung.

Ich finde es immer wieder interessant, das Innere einer Mühle anzuschauen, das gewaltige Räderwerk, das letztendlich die Wasserkräfte auf die Mühlsteine überträgt und das Mahlen des Getreides überhaupt erst möglich machte. Welch imposantes Bauwerk doch so eine Mühle ist, egal, ob sie mit Wind- oder Wasserkraft angetrieben wird.

Während mein Herr Silberdistel und unsere zwei Begleiter, wir waren mit lieber Verwandtschaft unterwegs, von einer Bank vor dem Mühlengebäude aus einem umherspazierenden Pfau zuschauten, …

… konnte ich es natürlich nicht sein lassen, mir auch noch die riesigen wasserangetrieben Mühlräder auf der Rückseite der Mühle anzuschauen.

Dabei entdeckte ich in dem den Mühlenbach speisenden Teich mehrere Stockenten bei einer fröhlichen Tauchrunde. Nicht nur die Enten hatten ihren Spaß, auch mir gefiel dieser Badespaß außerordentlich gut und er soll hier heute auch den Schlusspunkt setzen. Wem aber unser Museumsausflug in Franken gefallen hat, der darf sich noch auf eine weitere Fortsetzung freuen. Bis dahin aber erst einmal viel Vergnügen  zwischen den uralten Bauernhäusern, in der hübschen alten Getreidemühle, mit dem stolzen Pfau und den fröhlich plantschenden Enten.

Zum Schluss noch ein Tipp für diejenigen, die es noch nicht oder nicht wissen, ein Klick auf die Bilder in den Collagen lässt die Fotos ein wenig größer und in einer Diaschau erscheinen.

Gerade war ich mit meinem kleinen Kaktus zurück in den vergangenen Sommer abgetaucht und dabei bin ich so ganz nebenher in unserem Urlaub vom letzten August hängengeblieben und dabei fiel mir auf, dass ich eigentlich noch gar nicht über alles berichtet habe, was wir in dieser einen Wochen im schönen Frankenland alles gesehen und erlebt haben. Einer der interessantesten Tage hat hier bisher noch gar keine Erwähnung gefunden – unser Ausflug zum Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim. Wie auch andere Freilandmuseen dieser Art, ich habe hier bereits über einige berichtet, hat es sich das Bad Windsheimer Museum zur Aufgabe gemacht, Bauernhäuser, Wirtschaftsgebäude, Ställe und mehr aus längst vergangenen Zeiten für die Nachwelt zu erhalten. Die z.T. uralten Gebäude wurden fein säuberlich an ihrem ehemaligen Standort Stück für Stück abgebaut und erhielten dann im Fränkischen Freilandmuseum einen neuen Platz, um als Zeuge eines längst vergangenen ländlichen Lebens zu dienen. So kann man anhand der Geschichte vieler Häuser und ihrer Bewohner sehr anschaulich sehen und fast sogar ein wenig miterleben, wie sich das Leben unserer Vorfahren tagtäglich gestaltete. Als Beispiel möchte ich hier ein Gebäude, das sogenannte Seldenhaus, aus Obermässing anführen, das eine ganz besonders wechselvolle und auch aufregende Geschichte hinter sich. Das bereits in den Jahren 1660 bis 1668 erbaute Haus wurde durch seine Bewohner mehrmals mit viel Aufwand um- und ausgebaut und innen wie außen mit verschiedenen Malereien sehr ansprechend verziert. Das Haus an sich hat also schon so einiges mitgemacht. Doch dann, 1921, prägt es sich in das Gedächtnis der Menschen aus Obermässing und Umgebung als unvergesslich ein. Es wird zu einem grausamen Schauplatz, zum Schauplatz eines Doppelmordes. Der Mann der damaligen Hausbesitzerin Max Berschneider kam am frühen Morgen heim. Er hatte die Nacht offensichtlich bei seiner Geliebten verbracht und wurde deshalb von seiner Schwiegermutter arg beschimpft. Durch das Gezeter verärgert erschießt Berschneider  die Frau. Kurz darauf tötet er auch seine Ehefrau, die noch zu fliehen versucht, jedoch nur bis zum Gartentor kommt, bevor sie tödlich getroffen niedersinkt. Einen weiteren Mitbewohner verletzt Berschneider schwer. Für seine Untaten muss er für 12 Jahre ins Zuchthaus, taucht jedoch später wieder in der Geschichte des Ortes auf, heiratet sogar erneut und nimmt wieder aktiv am Dorfleben teil. An die Gräueltat des Max Berschneider erinnert heute eine im Garten des Hauses liegende Tatortfigur. Im Haus selbst kann man sich den Tathergang sogar noch einmal anhören und sich gruseln. Im Bad Windsheimer Freilandmuseum erfährt man aber nicht nur etwas über alte Gebäude und die aufregenden Geschichten ihrer Bewohner, man kann auch viel altes landwirtschaftliches und hauswirtschaftliches Gerät bewundern und sogar die Nachfahren der damals üblichen Haustierrassen sind in Ställen, Gärten und Höfen des Museumsgeländes zu finden. Da gibt es Gänse, Enten, Schweine, Hühner, Schafe und sogar Bienenvölker. Sie alle gehörten zum bäuerlichen Leben dazu. Bei den flinken kleinen Küken der Deutschen Sperber, die uns quasi über den Weg liefen, endet erst einmal unser Rundgang. Was wir sonst noch alles an diesem Tag entdeckt und erlebt haben, das gibt es hier demnächst zu sehen und zu lesen. Aber jetzt erst einmal gute Unterhaltung mit dem ersten Teil unseres Museumsbesuches von Bad Windsheim.

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00-Logo des Klockenhagener Freilichtmuseums auf  dem Eintrittsbon… dann könnte er eventuell in einem Museum landen und vielleicht sogar in Klockenhagen, dem Freilichtmuseum, das wir Silberdistels unlängst besucht haben. Wie ich bereits berichtet habe, waren wir zum diesjährigen Erntedankfest am 21. September dort. Neben dem hübschen kleinen Festumzug gab es natürlich noch viel mehr zu sehen. Einiges kennen  wir bereits von früheren Besuchen in Klockenhagen, anderes war neu für uns. Gut beraten ist frau, wenn sie ihren Museumsbesuch vielleicht ab sofort etwas anders gestaltet als in den Vorjahren. Sie sollte gleich zu Anfang erst einmal einen Gang aufs Töpfchen einplanen, sprich für kleine Mädchen gehen.  Ich, die Silberdistel, suche gewöhnlich eher ungern in der Fremde das bewusste Örtchen auf. Dieses Mal ließ es sich leider nicht vermeiden und das war gut so. Der viele Frühstückstee hatte sich während der Fahrt nach Klockenhagen durch das silberdistelige Innenleben hindurchgearbeitet und rief dringend nach Entsorgung. Zum Glück für mich und den „Earl Grey“ hat das Freilichtmuseum nicht nur irgendwo ein Trockenklo aus Uromas Zeit zu bieten, vor dem ich mich in der Kindheit immer ein klein wenig gefürchtet habe. Nein, für den Gebrauch der Museumsbesucher steht selbstverständlich ein helles, freundliches und sauberes WC zur Verfügung. Wer nun ebenso wie ich gern ein Fremd-WC-Ignorierer ist, der sollte bei einem Besuch in Klockenhagen doch unbedingt über seinen eigenen Schatten springen und hinein ins moderne Museums-WC. Falls er das nicht tut, verpasst er etwas ganz Wundervolles. Ja, wirklich! Nicht lachen jetzt, ja! Reißt Euch zusammen und Schluss mit dem Gekichere! Auch ein WC-Besuch kann uns schöne Momente bescheren. Da ist nichts Lächerliches dran … wirklich nicht. Also, Spaß beiseite, Ernst komm her. Ach, menno, durch diese Rumalberei bin ich jetzt ganz vom Wege … äh … von dem wundervollen WC abgekommen. Also, wer meint, er will unter gar keinen Umständen das Museums-WC besuchen, der würde etwas verpassen.

Nachtgeschirr01
Er würde eine ganz wundervolle und entzückende Sammlung verpassen, eine Sammlung alter und doch so schöner Nachtgeschirre. Ich musste mich sehr beherrschen, um nicht lauthals Ahhhh- und Ohhh-Rufe auszustoßen, so begeisterte mich der Anblick der Henkel- und Stieltöpfchen.

Nachtgeschirr04

Aufgereiht im Toilettenvorraum erfreuen sie den WC-Besucher mit ihrer entzückenden Schönheit, manche schlicht, andere liebevoll bemalt, große, kleine, dicke und schlanke Geschirrchen warten auf ihre Bewunderer. Ich schäme mich, aber ich konnte trotz des Wissens, dass ein Fotoapparat nicht aufs WC gehört, nicht umhin, meine Kamera nach meiner WC-Visite zu zücken und die hübschen kleinen Töpfchen zu fotografieren.

Nachtgeschirr03

Sie schmücken den Fensterbereich des Vorraums zu den Damentoiletten mit ihrer diskreten Schönheit und machen  zumindest das Damen-WC zu einem wunderhübschen intimen Erlebnissraum. Gern hätte ich noch mehr fotografiert, jedes einzelne Ausstellungsstück mit seinen wundervollen Details, aber eine Dame in noch mehr vorangeschrittenem Alter als dem meinigen schaute mich überaus streng an, sodass ich von noch weiteren Töpfchenaufnahmen abließ, ehe die Dame vielleicht die Miliz herbeiholte und ich wegen unsittlichen Verhaltens verhaftet würde. Aber schauen darf man, einfach so – ganz hingerissen und verliebt in diese Geschirrsammlung der etwas anderen Art. Vielleicht kann man ja mit dem Handy etwas diskreter knipsen als mit einer großen Spiegelreflexkamera 😉

Nachtgeschirr02

Also Mädels, wenn Ihr das Museumsdorf in Klockenhagen besucht, nicht vergessen, Ihr MÜSST dort unter allen Umständen und ganz unaufschiebbar dringend zum WC – gleich rechts neben dem Eingangsbereich des Freilichtmuseums – da findet Ihr das herrliche nachttöpfchendekorierte WC 😉  Ob es bei den Jungs auch so schmuck aussieht, konnte mir Herr Silberdistel nicht verraten. Entweder hatte er keinen Blick für diese einstmals unentbehrlichen Schönheiten der Nacht oder aber das Herren-WC fällt in der Gestaltung etwas schlichter aus. Ja, schön ist’s in Klockenhagen. Also, willst Du etwas erleben, schau in Klockenhagen vorbei und vergiss vor allem nicht, das dortige WC zu bestaunen.

Fahrrad als Transportmittel
So, wenn wir dann nun diesen dringenden Gang hinter uns gebracht haben, können wir uns locker und entspannt auf den weiteren Rundgang durch das Dorfmuseum machen, um Katzen zu beobachten, die Abfallkörbe umwerfen, um zu einem leckeren Schmalzbrot zu kommen, oder, um, was wir ja eigentlich wollten, die interessante Sammlung alter Fahrräder anzuschauen, die man neuerdings in Klockenhagen bewundern kann.

Damenfahrrad "Möve" aus dem Jahre 1950 - gebaut in Mühlhausen/Thüringen

Damenfahrrad „Möve“ aus dem Jahre 1950 – gebaut in Mühlhausen/Thüringen

Wir fanden sogar ein altes Möve-Fahrrad. Froh leuchteten da der Silberdistels Augen, denn auf einem solchen Gefährt lernte sie einst die hohe Kunst des Drahteselbändigens. Ach ja *versonnenvorsichhinblick* Lang, lang ist’s her … Aber genug geträumt und zurück in die Gegenwart! Für diejenigen, die sich nicht so für Drahtesel interessieren, gibt es natürlich auch noch andere Beschäftigungsmöglichkeiten wie z.B. die, Stallhasen zu streicheln, Ziegen zu füttern, Kühe zu melken oder einfach nur zu trinken, zu essen und fröhlich zu sein. Jeder, wie er es am liebsten mag.

Was wir Silberdistels bei unserem Rundgang durch das Klockenhagener Freilichtmuseum am Tag des Erntedankfestes außer den hübschen Nachtgeschirren und den sehenswerten Drahteseln noch alles entdeckt haben, das ist in der nachfolgenden Bilderschau zu sehen. Viel Spaß bei unserem gemeinsamen Rundgang!

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… ist Weihnachten? Wohl wahr! Logo KlockenhagenAber ebenso regelmäßig wie das Weihnachtsfest findet auf dem Gelände des Klockenhagener Freilichtmuseums auch ein Erntedankfest statt. Klockenhagen liegt zwischen Ribnitz-Damgarten und Graal-Müritz und von dort aus ist es auch gar nicht mehr weit bis zur Ostseeküste. Wer das hübsche Museumsdorf, das sich seit den 1970er Jahren die Aufgabe gestellt hat, norddeutsche Baukunst und norddeutsche Traditionen zu bewahren, einmal besuchen möchte, könnte also sogar gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und den Museumsdorfbesuch mit einem netten kleinen Strandbesuch abrunden. Ich habe hier in meinem Blog bereits öfter einmal über unsere Besuche in Klockenhagen berichtet. Auch zum diesjährigen Erntedankfest, das am 21. September stattfand, waren wir Silberdistels wieder mit dabei. Natürlich waren wir auch zum kleinen, aber feinen, Festumzug um 13.00 Uhr pünktlich zur Stelle. Man spürte beim Zuschauen all die Liebe und Begeisterung, mit der sich die Mitglieder des Museumsvereins auf den Umzug vorbereitet hatten. Maschinen, Tier und Mensch hatten sich festlich, fröhlich, bunt und fantasievoll geschmückt, den Rest erledigte die gute Laune, die alle mitgebracht hatten. Für uns Silberdistels war es, wie schon so oft in Klockenhagen, ein schöner, abwechslungs- und erlebnisreicher Tag. Es gab wieder einiges Neue zu entdecken, aber auch das Alte und Vertraute noch einmal anzuschauen, hat Spaß gemacht, und ganz nebenher gab es, wie es sich für ein ordentliches Fest gehört, auch viel zu kaufen, viel zu essen und viel zu trinken. Selbstverständlich gingen wir nicht ohne Leckereien im Gepäck nach Hause.
Na? Habt Ihr Lust bekommen zu einem kleinen Bummel durch unser Klockenhagener Museumsdorf, das sich für sein Fest ganz wunderhübsch herausgeputzt hat? Dann los! Mir nach! Es wird auch Euch Spaß machen!

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