Mit ‘Mole’ getaggte Beiträge

Fast auf den Tag genau vier Monate ist es her, dass ich das letzte Mal an der Ostsee war, wobei … damals war ich sogar auf ihr unterwegs. Ich berichtete hier von der recht stürmischen Fahrt zur Insel Poel und zurück zum Wismarer Hafen. So lange ist das bereits her?
Es wurde also Zeit, der Ostsee wieder einmal in ihr nasses Angesicht zu blicken – am besten vom Strand in Warnemünde aus.
Als ich am Mittwoch vor Ostern endlich einen erneuten kleinen Strandspaziergang in Warnemünde unternahm, ahnte ich noch nicht, dass uns hier an der Küste noch einmal ein Wintereinbruch bevorstehen würde. Gut, es war an jenem Tag nicht gerade frühlingshaft warm, aber die Vorbereitungen, die am Strand liefen, ließen doch eher an die Eröffnung der Badesaison denken als daran, dass man für eine Strandwanderung zu Ostern mit Skiern wesentlich besser ausgerüstet sein könnte als mit Wanderschuhen oder Gummistiefeln.

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Die Strandzugänge wurden nämlich bereits mit den hölzernen Stegen für die Sommersaison ausgestattet. Ich durfte gleich einen der Stege testen, als ich meinen Spaziergang begann.

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Apropos Badesaison … sie wurde an dem Tag in der Tat eröffnet. Es stürzte sich nämlich just zu dem Zeitpunkt, als ich am Strand entlangspazierte, eine mutige Badenixe in die recht bewegten Fluten. Ob sie wohl am schneereichen Osterwochenende auch ihr Seebad genommen hat? Aber einen echten Eisbader hält auch kein Schnee zurück. Und wie ich weiß, badet die Dame den ganzen Winter hindurch in der salzigen See.

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Die Badenixe hatte übrigens reichlich Zuschauer. Ich vermute mal, in Warnemünde waren bereits die ersten Osterurlauber unterwegs. Der kleine Küstenort hat ihnen über die Feiertage auch tatsächlich etwas Besonderes geboten – mit seinem ausnahmsweise einmal etwas anderen weißen Strand. Ein Ostseeurlaub zu Ostern kann halt mitunter, so wie in diesem Jahr, auch in einen kleinen Winterurlaub ausarten. Die See ist eben immer wieder einmal auch für ganz spezielle Überraschungen gut.
Aber es waren nicht nur Urlauber unterwegs, es gab noch zahlreiche andere Strandbesucher zu beobachten.
Neben solchen Einheimischen wie mich, die mit der Kamera Strand, Sand, Muscheln und mehr außer dem Meer einfingen, konnte man noch andere Einheimische entdecken.

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Eine dieser Einheimischen war noch eifriger auf Muscheln bedacht als ich. Sie fischte allerdings nicht mit der Kamera, sie tat’s mit einem viel effektiveren Utensil. Sie hatte einen Schnabel dabei. Und damit war sie recht erfolgreich, wie ich beobachten konnte.

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Aber geknackt wurde die Meeresfrucht nicht von der emsigen Muschelfischerin. Sie wanderte als Ganzes in den Möwenmagen. Das fand zumindest ich recht erstaunlich, dachte ich doch bisher immer, dass die Muscheln vor dem Verzehr geöffnet werden.

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25-Der Leckerbissen wird gleich als Ganzes hinuntergeschlungen

Man kann also sogar von Möwen dazulernen, wenn es um kulinarische Spezialitäten geht 😉

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26-Und schon ist die Miesmuschel in der Silbermöwe verschwunden

So, genug anderen beim Essen zugeschaut. Mir knurrte inzwischen auch der Magen. Außerdem war ich auch ein wenig durchgefroren. Also ging es wieder Richtung Strandzugang. Noch einmal wanderte mein Blick nach Westen zur Stoltera, dann in östliche Richtung zur Warnemünder Westmole.
Genug Seeluft geschnuppert. Ich kehrte der See den Rücken zu und tapste über einen sandigen Strandzugang, der noch auf seinen Holzsteg wartete, zurück zur Promenade.
Dort empfing mich lautes Gezwitscher. Ein Trupp Spatzen saß im noch fast kahlen Sanddorn und plauderte über die neuesten Ereignisse aus dem Spatzenalltag.
Zwischen zwei Sanddornsträuchern war in der Ferne der alte Warnemünder Leuchtturm zu sehen. Sieht er nicht aus, als würde er in den Dünen wachsen?
Noch einmal blickte ich hinunter zur Ostsee, schenkte dem Leuchtturm einen letzten Blick und verabschiedete mich damit bis zum nächsten Mal vom Warnemünder Strand.

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… ist es wieder ruhig geworden.

Die Urlauber sind bis auf wenige Ausnahmen verschwunden. Die Möwen haben sich den Strand zurückerobert und bald werden auch die letzten Strandkörbe wieder in ihre Winterquartiere einziehen.

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In Warnemünde ist es ruhig geworden, doch hier im Bücherstaub soll nun wieder etwas mehr Leben einkehren.

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Es wurde Zeit, aus unserem Winterschlaf Sommertraum zu erwachen und Zeit, ein wenig über unseren Traumsommer zu berichten.

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Obwohl … traumhaft war der Sommer wohl eher weniger. Was er uns von seiner Wetterseite her zugemutet hat, das war in der Tat eher eine Zumutung. Wir Silberdistels haben uns vom übellaunigen Sommer aber nicht beeindrucken lassen. Wir haben ihn nach unseren eigenen Vorstellungen gestaltet.
Als ich mit meiner Enkeltochter im August in Warnemünde am Strand war, sah es dort nämlich gar nicht so übel aus, ganz anders jedenfalls als auf den Bildern, die ich jetzt Ende September von dort mitgebracht habe. Damals war der Strand voller Menschen. Dicht an dicht drängten sich Strandkörbe, Strandlaken und so mancher Wind- und Sonnenschutz. Es roch genau wie der Sommer am Meer riecht – ein wenig salzig und nach Sonnencreme. Und Kaffeeduft waberte auch durch die Luft – vom nahen Strandkiosk zu uns herüber.
Die Sonne war übrigens ausnahmsweise auch einmal mit von der Partie. Sie sorgte mit ihrer Wärme für einen angenehmen Badetag. Obwohl … das Wasser war ar…kalt. Hätten wir doch bloß unseren Tauchsieder mitgenommen 😉

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Die Steilküste westlich von Warnemünde verschwindet im Dunst

Inzwischen ist es Herbst, und irgendwie habe ich den Verdacht, dass der auch keine Lust auf eine gute Zusammenarbeit mit Frau Sonne hat. Der Bursche meint wohl, sein feuchter Atem tut’s auch. Als ich in der vergangenen Woche in Warnemünde am Strand stand, waberte ganz schön viel vom herbstlichem Atem durch die Luft. Von der Steilküste, westlich von mir, war kaum etwas zu erkennen.

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Auch die Warnemünder Westmole ist nur schemenhaft zu erkennen

Die Mole, in östlicher Richtung, erschien ebenso mehr wie ein Geisterbild.

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Dennoch war es ein angenehmer Tag. Der Strand strahlte Ruhe pur aus – eine besondere Art von Ruhe – Ruhe mit PEP … sprich : Wellenrauschen. Und daneben gab es noch etliche hübsche Strandperlen zu bewundern.

Die Bilder sind übrigens alle mit dem Handy aufgenommen. Als ich zu meinem Strandspaziergang aufbrach, nieselte es noch leicht. Die Feuchtigkeit wollte ich meiner Kamera dann doch nicht zumuten.

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… läuft die Vorbereitung auf die nächste Urlaubssaison in vollen Touren. Sand wird von der Mole aus, wo es mehr als genug davon gibt, mit großen Kippern Richtung Westen gefahren, dorthin, wo sich die Ostsee bei schweren Stürmen am ehesten einen Weg ins Landesinnere bahnen würde. Genau von dort wird der Sand nämlich im Laufe der Zeit immer wieder vom Meer Richtung Mole gespült, sodass der Strand hier langsam schmaler und schmaler wird, ganz im Gegensatz zu dem Strandabschnitt an der Mole. Dort  wächst der Strand immer mehr in die Breite.
Damit es nicht irgendwann bei einer Sturmflut doch passiert, dass die Ostsee an diesem schmalen Strandabschnitt durchbricht, denn wenn das passieren würde, würde nicht nur Warnemünde unter Wasser stehen, auch etliche Rostocker Stadtteile könnten davon betroffen sein, muss im westlichen Teil des Strandes immer wieder Sand aufgetragen werden.
Es gab schon einmal eine Sturmflut, die fast das gesamte Seebad unter Wasser gesetzt hat. Das war die Sturmflut vom November 1872, bei dem ein Höchstpegel von 2,43 m erreicht wurde. Auch danach gab es noch etliche schwere Sturmfluten mit Beinahe-Katastrophen. Also werden die Lücken jetzt immer schnell und fein säuberlich geschlossen, bevor es zu spät ist. Und so ähnelte der Warnemünder Strand, als ich ihm in der vergangenen Woche einen Besuch abstattete, mehr einer Hügellandschaft. Spaß gemacht hat der kleine Strandspaziergang trotzdem, auch wenn immer wieder große Traktoren samt Anhängern  an mir vorbeisausten. Andererseits waren nicht nur die Fahrzeuge an sich ungewöhnlich, auch die Kletterpartie, die ich absolvieren musste, bot ein neues Strandgefühl, denn die schweren Traktoren und Hänger haben tiefe Spuren im Sand hinterlassen. Ich musste mich über Berg und Tal zum Wasser vorkämpfen. Es war also einmal ein etwas anderer Strandspaziergang.

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Tolles Fotowetter war allerdings nicht. Aber zum Fotografieren war ich eigentlich gar nicht nach Warnemünde aufgebrochen. Ich hatte dort einen Termin, zu dem ich leider vergessen hatte, gutes Wetter zu bestellen.
Eigentlich hätte ich es tun sollen, denn wenn ich schon einmal in Warnemünde bin, muss ich natürlich auch einen Blick auf die See werfen.Tja, nun lag sie recht grau und trist vor mir und meinte, ich wäre selber schuld, hätte ich doch rechtzeitig Bescheid gegeben, dass ich zu Besuch kommen wollte, dann hätte sie sich ein wenig schicker präsentiert. Aber jetzt so auf die Schnelle …
Na, egal, ein paar Bilder musste ich trotzdem mitnehmen, genauso wie eine Nase voll Seeluft, ein paar Sandkörner in den Schuhen und diesen  salzigen Geschmack auf den Lippen, den ich so sehr mag.

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Als ich dann wieder nach Hause aufbrach, lichtete sich doch tatsächlich das Grau etwas, aber da war ich dann auch bockig und ließ mich nicht noch einmal zurück locken. Erst meckern, weil ich mich nicht angemeldet habe und dann verspätet doch noch gastfreundlich tun. Solche Spielchen durfte sie gern ohne mich spielen.
Wenigstens tschilpte mir ein Spatz aus dem Sanddorn noch entschuldigend zu, ich solle es nicht so tragisch nehmen, ich wüsste doch selbst, wie launisch die Dame Ostsee mitunter ist. Er hat ja Recht. Ich weiß es auch und nehm’s ihr nicht übel. Schließlich ist die Ostsee auch nur ein Mensch, der gute und schlechte Tage hat 😉
Ach, übrigens gibt es nicht nur im Wald Baumgeister, es gibt sie auch am Strand. Ich traf nämlich dicht an der Promenade einen solchen Baumgeist, der aber darauf bestand, Strandgeist genannt zu werden.
Wenn auch das Wetter nicht gerade ideal für einen Strandspaziergang war, es war dennoch ganz schön was los am Strand von Warnemünde – Spatzen, Strandgeister, säuselnde Sandkörner, flüsterndes Dünengras … Was will man mehr? Ach ja, schreiende Möwen waren ja auch noch da.

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Anfang Mai hatte einen wichtigen Termin wahrzunehmen – dort, wo andere gern Urlaub machen, dort, wo feiner weicher Sand unseren Füßen schmeichelt, so wir einfach einmal die Schuhe in die Hand nehmen, und wo uns ein ganz unwiderstehlicher Duft von Salz und Meer umweht. Natürlich habe ich die Gelegenheit nicht ungenutzt vorübergehen lassen, Zeit für einen kleinen Strandspaziergang hatte ich ebenfalls noch eingeplant und selbstverständlich hat mich meine Kamera dabei begleitet. Erzählt habe ich schon oft von Warnemünde. Ich denke, Ihr kennt es inzwischen schon ganz gut. So kann ich auch einmal einfach nur die Bilder sprechen lassen. Wer mag, der darf sich gern auch in einen der vielen Strandkörbe setzen. Ordentlich aufgereiht stehen sie bereits wieder am Strand und warten auf ihre Sommergäste. Also hinein ins Vergnügen Strandkorb, Beine hoch, die Nase in den Wind und dann mit allen Sinnen genießen …

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… dann ist nicht nur der Sommer vorbei, dann ist gewöhnlich auch der Touristentrubel vorüber und die Möwen sind wieder die Herren der Strände. So ruhig und fast ein wenig verschlafen mag ich Warnemünde und sein Meer am liebsten. Dann hab‘ ich das Gefühl, Wasser, Sand und Steine gehören nicht nur wieder den Möwen, sondern auch mir. Das mag ein wenig egoistisch klingen, aber eigentlich es ist doch eine gute Aufteilung, oder? Der Sommer gehört den Gästen und der Winter uns, den Küstenbewohnern. Nicht gut? Also, ich finde, das ist enorm großzügig von uns Küstenbewohnern. Wir geben uns mit Kälte, Sturm und tosenden Wellen zufrieden und lassen anderen den Sommer, die Wärme und den Sonnenbrand. Ihr wollt keinen Sonnenbrand? Ihr wollt auch eklig kaltes Wasser, erfrorene Nasen und Ohren, steife Finger und kalte Füße? Okay, dann teile ich das eben auch noch mit Euch – aber nur hier. In der Wirklichkeit jedoch, da möchte ich mit den Möwen und dem Kormoran allein frieren und mit dem Meer hin und wieder ein wenig Zwiesprache halten. Aber keine Angst, der nächste Sommer kommt bestimmt. Da räume ich den Strand dann wieder für die Sonnenhungrigen und warte geduldig auf MEINE Zeit am Meer, die ganz sicher auch im kommenden Herbst, Winter und frühen Frühjahr so oder ähnlich ausschaut wie auf den Bildern hier unten. Neben meinen tanzenden Möwen, mit denen ich in der vorigen Woche ein kleines Stelldichein hatte, habe ich bei meinem Spaziergang in Warnemünde nämlich noch so allerlei anderes entdecken können – vor allem aber nur wenige Menschen, viel Ruhe und unendliche Weite.

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Strandspaziergang im Sand Na, noch einmal Lust drauf – auf einen Strandspaziergang? Manchmal erlebt man dabei nämlich ganz wundersame Dinge. Wenn man aufmerksam lauscht, dann kann man sogar den Strandhafer flüstern hören. Genau heute ist ein solcher Tag, der diese Art von Wunder möglich macht. Es ist fast windstill. Der Xaver mit seinem lauten Getöse und Gebrüll ist längst auf und davon. Der wird uns beim Lauschen nicht stören. Aber dieser grobe Geselle  hat etwas zurückgelassen – seinen kleinen schüchternen Bruder. Still hockt er im Dünensand, einen Grashalm zwischen den Fingern hin- und herdrehend. Manchmal steckt er ihn in den Mund und kaut versunken darauf umher. Genauso versunken stehe ich am Strandzugang in Warnemünde, an dem, der am Ende der Häuser des Strandwegs hinunter zum Strand führt, und schaue aufs Meer hinaus. Weit kann man heute nicht sehen, die Luft hängt voller Dunst. Die Sonne hinter mir hat Mühe, sich durch die grauen Wolken zu kämpfen. Ob sie es heute überhaupt noch schafft, den grauen Nebel fortzuschieben? Dennoch sind für diese Jahreszeit relativ viele Menschen unterwegs. Der Strand hat auch jetzt im Winter seine Liebhaber.
Plötzlich höre ich es leise neben mir kichern, wispern und rascheln. Das Dünengras wippt hin und her, steckt immer wieder seine Köpfe zusammen und scheint sich etwas zuzuzischeln. Der kleine Xaverbruder wird nun ebenso darauf aufmerksam und haucht leise vor sich hingrinsend schnell ein paar kleine Atemzüge ganz flach über das alberne Grasvolk hinweg. Das kichert, vom seichten Wind gekitzelt, nur noch mehr, hüpft und tanzt dabei und zwinkert dem Burschen mit dem Grashalm im Mund schelmisch zu. Der Wind lacht und wiederholt das Spiel mit dem Dünengras erneut, dieses Mal pustet er etwas tiefer, sodass feine Sandkörnchen durch das schaukelnde und sich hin und her wiegende Völkchen sausen und das Rascheln und Wispern damit noch verstärken. Dann ist plötzlich Ruhe. Die wispernden Halme scheinen den jungen Wind nicht mehr zu interessieren. Wie gebannt schaut er in die Ferne. Sieht er dort hinten an der Mole etwas? Er steht auf, wirft den Grashalm fort und klopft sich den Sand aus den Windschößen. „Mädels, ich habe zu tun“, spricht der kleine Bruder des großen Xaver. „Bis demnächst mal wieder!“ … und schon ist er fort und in Richtung Mole unterwegs. Kleine aufgeschreckte und vom Wind hochgewirbelte Sandkörnchen fallen zwischen die aufgeregt raschelnden Grashalme und müssen nun mit einem neuen Platz in den Dünen vorliebnehmen. Das Dünengras, noch etwas durcheinander vom so eiligen Aufbruch des jungen Windes, raschelt leise neben mir, zittert noch einmal kurz vor Verwunderung und schaut  dem Wind dann ganz erstaunt hinterher, wie er auf etwas kleines Zappelndes in luftiger Höh‘, einige Meter über dem Strand, in der Nähe der Mole zusteuert. Ein Drachen hüpft dort nervös am Himmel hin und her, nach links, nach rechts, dann scheint er fast den Boden zu berühren, als würde ihm die nötige Kraft zum Fliegen fehlen. Nun ist uns klar, was den Wind aus den Dünen hin zur Mole trieb. Er hatte einen netten Zeitvertreib entdeckt, er musste dem Drachen ein wenig von seiner windigen Kraft einflößen. Plötzlich war sich der kleine Xaverbruder wohl bewusst geworden, wozu ein Wind gut sein konnte. Nun wollte er seine Kunst erproben. Drachen und Wind würden sicher viel Spaß miteinander haben und vielleicht auch ein wenig der Mensch dort unterhalb des Drachen. Lächelnd schaue ich dem Spiel eine Weile zu.

Dann gleitet mein Blick zurück über das Dünengras aufs Meer und fällt dabei auf den kleinen Hund, den ich vor einer Weile schon einmal, ganz fern, fast dort hinten beim Drachen, hatte herumtollen sehen, und da kommt auch schon das menschliches Rudel des kleinen Vierbeiners in mein Blickfeld. Stolz trägt Bello den beiden Menschen sein Stöckchen entgegen und macht sich gemeinsam mit ihnen auf den Rückweg – Richtung Drachen und kleinem Xaverbruder. Für mich ist es auch Zeit. Ich verabschiede mich vom flüsternden und kichernden Dünengras, vom Sand und vom Meer. Vom Wind, der gerade sehr beschäftigt ist, muss ich mich nicht veranschieden. Er wird mich finden, wenn er das will.

Ach, fast hätte ich sie vergessen, die beiden Muscheln. Husch, in meine Tasche und dann geht’s ab zu mir nach Hause. Dort warten schon alte Bekannte auf Euch … bunte Steine, Hühnergötter, Donnerkeile und auch Muscheln.

Also dann, Dünen, Sand und Meer,  … bis bald …

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Am Samstag haben mein Herr Silberdistel und ich uns nach Warnemünde getraut. Irgendwie war es eine dumme Idee, dazu das Auto zu nehmen. Wahrscheinlich wären wir zu Fuß  fast schneller gewesen. Wir hatten die letzte Ampelkreuzung auf der Stadtautobahn vor Warnemünde noch gar nicht richtig hinter uns gelassen, da standen wir schon im Stau und es ging von da an nur noch im Schritttempo vorwärts. Wie beneidete ich doch die Radfahrer, die fröhlich an uns vorbeiradelten. Nach gefühlten Stunden waren wir endlich am Ortseingangsschild von Warnemünde angekommen – nichts wie rauf auf den ersten Parkplatz gleich rechts am Ortseingang. Mit großartiger Parkplatzsuche im Ort wollten wir uns nun nicht auch noch aufhalten. Die Warnemünder selbst wissen es nur zu gut, zu dieser Jahreszeit und noch dazu bei diesem fantastischen Sommerwetter ist es nahezu unmöglich, in dem kleinen Ostseebad einen Parkplatz zu finden. Von ihnen würde man bei einem solchen Unterfangen nur ein schelmisches Kopfschütteln ernten. Besser beraten ist man, sich für einen der großen Parkplätze am Ortsrand zu entscheiden und sich dann zu Fuß auf in den Ort zu machen. Unser Ziel war auch nicht der Strand, diese Menschenmassen wollten wir uns nun dann doch nicht antun. Wir wollten schlicht und einfach nur zum Wochenmarkt auf dem Kirchenplatz. Unsere Salamivorräte mussten wieder einmal aufgestockt werden. Im Herbst vorigen Jahres hatten wir im Klockenhagener Museumsdorf, über das ich hier schon berichtet habe, zum Erntedankfest einen kleinen Stand mit leckeren Fleisch- und Wurstspezialitäten entdeckt. Wie sich herausstellte, ist der Anbieter auch allwöchentlich mit seinem Warensortiment auf dem Warnemünder Wochenmarkt zu finden. Ihm sollte nun am Samstag unser Besuch gelten. Nach einer Viertelstunde Fußmarsch hatten wir den Kirchenplatz mit seinem Wochenmarkt erreicht und unseren Wursthändler gefunden. Unsere Salami war schnell gekauft, sodass wir noch Zeit für einen kleinen Rundgang durch Warnemünde hatten. Wir machten uns zunächst zum Warnemünder „Strom“ auf. Dort sind auch die meisten der Bilder, die hier heute zu sehen sind, entstanden. Vielleicht vermitteln sie einen kleinen Eindruck über das rege Leben, das die Warnemünder alljährlich im Sommer heimsucht. Wer solche Menschenansammlungen mag, ist hier sicher bestens aufgehoben. Weiter sind wir am Warnemünder Leuchtturm vorbei gelaufen, über die Alexandrinenstraße, in der das alte Pfarrhaus steht, dann über den Georginenplatz und schließlich die Friedrich-Franz-Straße entlang bis wir wieder den Kirchenplatz erreicht hatten. Vom Kirchenplatz aus ging es über Mühlenstraße und Richard-Wagner-Straße zurück zu unserem Auto. Wenn man vom Kirchenplatz kommend am Ende der Mühlenstraße nach links in die Richard-Wagner-Straße einbiegt, kann man für einen kurzen Moment durch eine Häuserlücke die Mühle sehen, die der Mühlenstraße einst ihren Namen gab. Mit diesem Mühlenblick endet auch unser kleiner virtueller Rundgang durch das Ostseebad Warnemünde. Zehn Minuten später saßen wir Silberdistels wieder in unserem Auto und machten uns auf den Heimweg. In der Gegenrichtung  zum Strand hatten wir nun ein völlig ungehindertes Fahrvergnügen, in Richtung Strand war der Verkehr inzwischen sogar noch um einiges dichter geworden. Das also ist Warnemünde bei diesen hochsommerlichen Temperaturen. Wie es am Strand aussah? Ich weiß es nicht, kann es mir aber lebhaft vorstellen.  Dieses für mich eher zweifelhafte „Vergnügen“ muss ich jetzt mit solch enormen Menschenmassen wahrlich nicht haben. Auch im Spätsommer kann man an der Ostsee noch schöne Badestunden erleben. Oft ist das Wasser noch lange bis in den Herbst hinein angenehm warm und dann ist es wirklich und wahrhaftig ein Vergnügen, sich in die salzigen Fluten zu stürzen. Da kann man dann echten Spaß ohne Ende haben.

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