Mit ‘Meer’ getaggte Beiträge

Wenn es um Wind geht, untertreiben wir Nordlichter es ja gern einmal. An der Küste geht es höchst selten ganz windstill zu. So empfinden wir das, was andere bereits als stürmisch betrachten würden, höchsten als büschen windiger als sonst. Las ich nicht unlängst, für uns Küstenbewohner gilt, dass Sturm erst dann ist, wenn die Schafe keine Locken mehr haben?

01-Dsc_0037Am vergangenen Sonntag waren einige von uns Silberdistels wieder einmal gemeinsam mit anderen Hinterbliebenen Seebestatteter zu einer Gedenkfahrt mit dem Schiff vom Wismarer Hafen aus zum Urnenfeld vor der Insel Poel unterwegs. Alljährlich zum Volkstrauertag und zum Totensonntag werden den Angehörigen und Freunden solche Fahrten zum Platz der letzten Ruhestätte ihrer Lieben angeboten. Für uns war es bereits die fünfte Reise zu dem Ort, an dem mein Vater einst vom Meer in Empfang genommen wurde. Bisher waren es dem Anlass entsprechend immer recht besinnliche und ruhige Fahrten gewesen. Vom Wetter her haben wir schon fast alle Witterungsvarianten erlebt – von strahlendem Sonnenschein mit silbern glitzerndem Wasser über herrliches Abendrot mit golden leuchtender See bis hin zu einem still vor sich hin weinenden Himmel mit einem in trauriges Grau gekleideten Meer.

Als wir uns dieses Mal auf die Reise zu unseren lieben Verstorbenen machten, formten sich am Himmel in rascher Folge die spannendsten Wolkenbilder. Dann wieder zauberte die Sonne ein betörendes Lächeln an einen strahlend blauen Himmel. Das alles ging in rascher Folge hin und her. Auch so mancher Regenguss fehlte an diesem Tag nicht.

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Der Wettergott durchschritt offensichtlich gerade ein Wechselbad der Gefühle. Und diese Gefühle machten sich auch noch ordentlich Luft. Das büschen Wind, denn mehr war es für uns im ersten Moment nicht, mit dem wir den Wismarer Hafen in Richtung Insel Poel verließen, entwickelte sich bald zu einem recht lungenstarken Burschen.

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Der windige Geselle wurde stürmischer und stürmischer. Die Schafe hätten wohl wirklich um ihre Locken im Pelz fürchten müssen, wären sie mit uns auf See gewesen. Je mehr wir uns dem Urnenfeld näherten, umso mehr spürten wir die recht bewegte See. Die Wellen platschten spritzend gegen den Schiffsbug und donnerten dann brausend gegen die vorderen Scheiben des Fahrgastraumes. Welch imposantes Bild! Die Fahrt war bereits bis dahin schon fast ein kleines Abenteuer.

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Inzwischen sind wir vor der Insel Poel angekommen – wir erleben ein tiefblaues Meer

Nach einer knappen Stunde hatten wir das Urnenfeld erreicht. Doch dieses Mal war alles etwas anders. Der Käpt’n forderte die wenigen, die sich bis dahin auf dem Oberdeck den kalten und stürmischen Wind um die Ohren wehen ließen, dazu auf, sich aus Sicherheitsgründen wieder unter Deck zu begeben. Unser Schiff würde gleich wenden. Wegen des Sturms wäre es leider dieses Mal nicht möglich, das Urnenfeld, wie es sonst jeweils üblich war, für einige Minuten zu umkreisen. Wir sollten uns auf unsere Plätze begeben und uns gut festhalten. Das Schiff würde bei der Wende seitlich von den Wellen getroffen werden und so dem Seegang entsprechend hart ausgeliefert sein.

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Wenig später erfahren wir dann live, was die See alles kann, wenn sie aufgebracht ist. Mir entgleitet bei der Kehrtwendung unseres Schiffes fast meine Knipse, so schräg liegt die „Mecklenburg“ plötzlich in der tosenden Ostsee. Und dann klirrt und scheppert es heftig um uns und an Bord geht einiges an Gläsern und Geschirr zu Bruch.
Als wir uns von unserem Schreck erholt haben und das Schiff wieder vergleichsweise ruhig im Wasser liegt, dürfen wir dennoch dem Meer die Blumengrüße für unsere verstorbenen Angehörigen übergeben. Dieses Mal sind es mehr stürmische denn andächtige Grüße. Unsere Blumen werden uns regelrecht aus der Hand gerissen und fast gierig von der See verschlungen.

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Stilles Gedenken ist, wie wir alle wissen, doch ein wenig anders. Aber andererseits wäre unser Vater sicher stolz auf uns, hatten wir uns doch trotz der widrigen Wetterverhältnisse zu ihm auf den Weg gemacht.

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Ich sah ihn regelrecht vor mir, wie er uns grinsend zuzwinkerte und sagte, er habe das Wetter so bestellt. Er wollte einmal sehen, wie seefest seine Familie ist.

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Wir sind bereits wieder auf den Rückweg – vor uns liegt das Panorama der alten Hansestadt Wismar

Ob unser Vater deshalb eine Seebestattung wollte, weil er wusste, dass jeder Besuch bei ihm für uns ein kleines unvergessliches Abenteuer werden könnte?

Übrigens waren scheinbar alle Mitfahrer seefest. Jedenfalls konnte ich nichts Gegenteiliges beobachten. Sogar meine Mutter, die ich schon recht seekrank erlebt habe, hat unsere Sturmfahrt gut überstanden. Hinterher meinte sie nur, es wäre dieses Mal ja recht windig gewesen. Ob man mit zunehmendem Alter einfach seefester wird? Oder wollten wir uns nur nicht vor unseren Lieben dort im Meer blamieren?

Trotz oder vielleicht gerade wegen des Sturms war es eine schöne Fahrt, wenn auch nicht so andächtig wie sonst. Auf jeden Fall wird uns diese Reise wohl immer im Gedächtnis bleiben und mit ihr auch derjenige von uns, der dort im Meer sein letztes Zuhause hat. Das Meer hat uns für die diesjährige aufregende Schaukelei aber reich entschädigt. Es zeigte sich uns in vielen wundervollen Farbschattierungen – von hellem bis zu dunklem Grün, zwischendurch mit silbrigem Glanz und dann wieder in herrlichem Himmelblau und schließlich  in einem fantastisch tief dunklen Meeresblau. Und natürlich fehlte höchst selten das für diesen Tag so bezeichnende weiße Spitzenhäubchen auf den Wellen.

Als ich nach meiner Sommerpause hier wieder meine Tür öffnete, versprach ich, demnächst darüber zu berichten, was wir Silberdistels während dieser scheinbaren Ruhepause so getrieben haben. Ich denke, es wird so langsam Zeit dafür.
Gestern zeigte sich der November zwar ausnahmsweise einmal nicht von seiner grauen Seite. Nein, er hatte ein sonniges Lächeln in seinem erstaunlich blauen Himmelsgesicht. Damit wir jedoch angesichts seines sonnigen Strahlens nicht gleich übermütig werden, zeigte uns der Schelm neben dem sonnigen Lächeln auch seine kalte Schulter.
Soll er nur, wir schlagen ihm ein Schnippchen und erinnern uns einfach an den einen oder anderen schönen und warmen Tag des vergangenen Sommers. Auch wenn der nun nicht gerade übermütig mit solchen Tagen geprotzt hat. Egal, wir picken uns einfach die schönsten heraus. Die schönsten müssen nicht gezwungenermaßen die sonnigsten Tage gewesen sein, schöne Tage sind auch solche, die uns nette Erlebnisse beschert haben.
Und von solchen Erlebnissen hatten wir Silberdistels während des hinter uns liegenden Sommers eine ganze Menge. Es begann damit, das unsere Enkeltochter einige ihrer Ferientage bei uns verbrachte. Natürlich sollte unsere kleine Bayerin auch wieder erleben dürfen, in welcher landschaftlich hübschen und interessanten Gegend ihre Mutti ihre Kindheit und Jugend verbracht hat.
So haben wir, wie auch schon im vorigen Jahr, wieder den einen oder anderen Ausflug unternommen. Einer davon führte uns in das kleine Städtchen Ribnitz-Damgarten. Vielleicht ist dem einen oder anderen dieser Ort von einem Urlaub an der Ostsee bereits bekannt, vielleicht aber auch wegen des „Deutschen Bernsteinmuseums„.  Und genau dieses Museum war an einem Tag Anfang August unser Ziel. Damit dürfte sich nun wohl auch der Titel des heutigen Beitrags erklären:

Bernstein, ein fossiles Harz, wird gern auch als Gold des Meeres bezeichnet. Es entstand ursprünglich aus dem Harz von Nadelbäumen, die vor 40 bis 50 Millionen Jahren im Gebiet der heutigen Ostsee zu finden waren. Bernstein begeisterte die Menschen schon immer, und so entstanden aus ihm viele faszinierende Dinge, nicht nur Schmuck, auch Pommes, wie wir sehen konnten 😉
So mancher Künstler zauberte fantastische Kunstwerke aus diesem besonderen Gold. Eine klitzekleine Auswahl davon ist in der folgenden Bilderschau zu sehen. Es lohnt sich, in Ribnitz-Damgarten vorbeizuschauen und sich selbst von all den goldenen Wundern, die im Laufe der Zeit aus diesem harzigen Material entstanden sind, zu überzeugen.

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Das Bernsteinmuseum befindet sich übrigens in einem interessanten historischen Gebäude – im „Klarissenkloster„. Bekannt geworden ist das Kloster durch eine seiner Äbtissinnen – Beatrix von Ribnitz, die als einzige heilige Frau Mecklenburgs gilt.
Im Zuge der Reformation wurde das Kloster in „Mecklenburger Landeskloster Ribnitz“ umbenannt. Es bot von da an als Damenstift unverheirateten adligen Damen Unterkunft.

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Heute befindet sich im Klostergebäude nicht nur das „Deutsche Bernsteinmuseum“, es beherbergt unter anderem auch die Stadtbibliothek, das Stadtarchiv und das Standesamt.

Nach unserem Museumsbesuch war natürlich ein Eis nahezu Pflicht. Das kleine Café, mit Freiluftsitzplätzen im Klosterhof, lockte uns unwiderstehlich an.

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Links das Café mit Freiluftsitzplätzen im Klosterhof, rechts das Klostergebäude

Schau’n wir doch mal, welche Eissorten im Angebot sind. Unsere Enkeltochter findet die Eiskarte ungeheuer spannend.

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Eine Eiskarte ist durchaus eine spannende Lektüre

Mich dagegen interessiert der Baum schräg gegenüber unseres Sitzplatzes viel mehr. Ein Baumliebespaar – das sieht man nicht alle Tage, Eis dagegen schon 😉
Aber letztendlich widme auch ich mich meinem Eisbecher. Dabei muss ich aber immer wieder schmunzeln, wenn ich zu dem lustigen Baumpaar hinüberschaue.

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Gestärkt und mit kühlem Kopf Bauch machen wir uns schließlich wieder auf den Weg zu unserem Auto, das wir in der Nähe der Ribnitzer „Stadtkirche St. Marien“ geparkt haben. Auf dem Marktplatz befindet sich übrigens ein sehr hübscher Brunnen – „Bernsteinfischer mit Familie“. Er ist eine Arbeit von Thomas Jastram. Im Zuge einer Neugestaltung des Marktplatzes wurde der Brunnen 2007 zur Eröffnung des Bernsteinfestes der Öffentlichkeit übergeben. Wir konnten uns sogar davon überzeugen, dass die Öffentlichkeit diesen Brunnen nun auch rege nutzt. An dem Tag unseres Besuches in Ribnitz-Damgarten fischten dort nicht nur der Bernsteinfischer und seine Familie. Es übten sich noch andere Fischer in der Kunst des Bernsteinfischens oder vielleicht auch nur in der Kunst des Wasserspiels …

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Und wer nun glaubt, wir haben im Bernsteinmuseum oder bei den Bernsteinfischern nur geschaut und gestaunt, der irrt. Wir beiden Mädels konnten nämlich nicht widerstehen, als wir am Museums-Shop vorbeikamen. Wir fühlten uns plötzlich auch zum Bernsteinfischer berufen. Zu unserem Leidwesen Glück ging es auch ohne Kescher. Unsere Fischerutensilien bestanden aus kleinen runden Teilchen mit eingeprägten Ziffern drauf, die wir gegen Bernsteine in Gestalt netter kleiner Andenken oder einer riesigen Auswahl an Schmuck eintauschen konnten. Das Kind verliebte sich in ein Igelchen und ich mich in herzige Ohrstecker.

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… ist es wieder ruhig geworden.

Die Urlauber sind bis auf wenige Ausnahmen verschwunden. Die Möwen haben sich den Strand zurückerobert und bald werden auch die letzten Strandkörbe wieder in ihre Winterquartiere einziehen.

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In Warnemünde ist es ruhig geworden, doch hier im Bücherstaub soll nun wieder etwas mehr Leben einkehren.

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Es wurde Zeit, aus unserem Winterschlaf Sommertraum zu erwachen und Zeit, ein wenig über unseren Traumsommer zu berichten.

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Obwohl … traumhaft war der Sommer wohl eher weniger. Was er uns von seiner Wetterseite her zugemutet hat, das war in der Tat eher eine Zumutung. Wir Silberdistels haben uns vom übellaunigen Sommer aber nicht beeindrucken lassen. Wir haben ihn nach unseren eigenen Vorstellungen gestaltet.
Als ich mit meiner Enkeltochter im August in Warnemünde am Strand war, sah es dort nämlich gar nicht so übel aus, ganz anders jedenfalls als auf den Bildern, die ich jetzt Ende September von dort mitgebracht habe. Damals war der Strand voller Menschen. Dicht an dicht drängten sich Strandkörbe, Strandlaken und so mancher Wind- und Sonnenschutz. Es roch genau wie der Sommer am Meer riecht – ein wenig salzig und nach Sonnencreme. Und Kaffeeduft waberte auch durch die Luft – vom nahen Strandkiosk zu uns herüber.
Die Sonne war übrigens ausnahmsweise auch einmal mit von der Partie. Sie sorgte mit ihrer Wärme für einen angenehmen Badetag. Obwohl … das Wasser war ar…kalt. Hätten wir doch bloß unseren Tauchsieder mitgenommen 😉

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Die Steilküste westlich von Warnemünde verschwindet im Dunst

Inzwischen ist es Herbst, und irgendwie habe ich den Verdacht, dass der auch keine Lust auf eine gute Zusammenarbeit mit Frau Sonne hat. Der Bursche meint wohl, sein feuchter Atem tut’s auch. Als ich in der vergangenen Woche in Warnemünde am Strand stand, waberte ganz schön viel vom herbstlichem Atem durch die Luft. Von der Steilküste, westlich von mir, war kaum etwas zu erkennen.

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Auch die Warnemünder Westmole ist nur schemenhaft zu erkennen

Die Mole, in östlicher Richtung, erschien ebenso mehr wie ein Geisterbild.

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Dennoch war es ein angenehmer Tag. Der Strand strahlte Ruhe pur aus – eine besondere Art von Ruhe – Ruhe mit PEP … sprich : Wellenrauschen. Und daneben gab es noch etliche hübsche Strandperlen zu bewundern.

Die Bilder sind übrigens alle mit dem Handy aufgenommen. Als ich zu meinem Strandspaziergang aufbrach, nieselte es noch leicht. Die Feuchtigkeit wollte ich meiner Kamera dann doch nicht zumuten.

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… könnte man vielleicht glauben, dass derjenige eventuell förmlich in Geld schwimmt. In diesem speziellen Fall, auf den ich hinaus will, ist der Begriff  „steinreich“ nicht übertragend zu sehen, sondern durchaus einmal wörtlich zu nehmen.
Das Katerchen aus dem Katerchen-Blog ist sicher dem einen oder anderen Besucher meines Blogs ein Begriff. Liest und kommentiert Katerchen hier bei mir doch bereits seit etlichen Jahren und noch dazu überaus fleißig. Na, und wenn ich noch hinzufüge, dass zum Katerchen der Pelzträger Paulimann gehört, dann sollte es doch wohl jetzt bei fast jedem klingeln und vielleicht hat der eine oder andere sogar schon beim Katerchen-Blog vorbeigeschaut.
Viele Jahre haben die beiden die Bloggerwelt mit ihren netten und oft sehr lehrreichen Erlebnissen erfreut. Nun schließen sie leider bald ihre Blogtür. Sie möchten endlich ihren wohlverdienten Ruhestand genießen und das bedeutet für sie zum Leidwesen all ihrer Fans auch Blogruhestand. Ich bin mir sicher, ich bin nicht die einzige, die das sehr bedauert, haben mir die Geschichten vom und um den Paulimann mit seinem Frauchen und die vielen interessanten Beiträge rund um die Natur doch immer viel Freude bereitet und bei mir sogar so manche Wissenslücke geschlossen. Die beiden werden mir fehlen. Andererseits gönne ich ihnen ihren Ruhestand, und sie haben ja versprochen, ab und zu einmal durch mein bücherstaubiges Türchen zu schauen und ein kleines Lebenszeichen dazulassen. Das ist zumindest ein Trost, wenn auch ein schwacher.

Aber was nun haben das Katerchen und der Paulimann mit diesem, meinem heutigen, Beitrag zu tun? Ganz einfach! Genau sie sind nämlich diejenigen, die von sich sagen können, dass sie steinreich sind. Und jetzt kommt es gleich noch viel schöner. Wir Silberdistels durften sogar an ihrem Reichtum teilhaben, wir bekamen, man lese und staune, sogar ein wenig davon geschenkt. Wie es dazu kam, möchte ich im Folgenden erzählen.

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Es begann im Jahre 2014. Ich berichtete hier im „Bücherstaub“ immer wieder einmal von meinen/unseren silberdisteligen Strandspaziergängen und dass ich eher selten einmal ohne ein steiniges Mitbringsel von diesen Wanderungen entlang der Ostseeküste heimkehrte.
Westlich von Warnemünde ist der Strand geradezu mit Steinen bedeckt. Wer einmal dort war, der hatte ganz sicher auch schnell ein steiniges Mitbringsel in der Tasche. Die Steilküste dort sorgt ständig für steinigen Nachschub. So erblickt nicht selten auch eine interessante Versteinerung nach vielen Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten oder mehr im Dunkeln wieder das Licht der Welt, indem sie bei Sturm und Regen bei einem Küstenabbruch mit in die Tiefe rauscht und später von der sie noch umgebenden Erde durch das Wasser der Ostsee freigespült wird. So mancher Fossiliensammler ist hier schon fündig geworden.

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Durch meine Beiträge aus der „Blauen Serie“ kamen das Katerchen und ich über solche Fossilienfunde und unsere gemeinsame Steinsammelleidenschaft immer wieder einmal ins Gespräch.

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Ein Hühnergott, den mir bei einem Strandspaziergang ein älterer Herr ganz stolz zeigte

So mancher Hühnergott und Donnerkeil sind von solchen Wanderungen entlang der Küste in meine Tasche und dann mit mir nach Hause gewandert. Edlere Funde waren schon eher selten dabei, dafür dann aber umso wertvoller und eine ganz besondere Bereicherung unserer kleinen Fossiliensammlung. Im Laufe vieler Jahre haben wir etliche Seeigel, Korallen, zu Stein gewordene Muscheln, versteinerte Reste von Kopffüßern und mehr gefunden. Eigentlich fand ich unsere Sammlung bisher durchaus recht  ansehnlich.

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Aber als ich dann erfuhr, wie riesig Katerchens Steinsammlung ist, war ich doch mehr als beeindruckt. Das obige Foto vom Katerchen zeigt nur einen bescheidenen Teil der gewaltigen Sammlung. Das ist doch wirklich etwas, das man wahrlich als steinreich bezeichnen kann. Oder?
Mit diesem Foto und einigen Fotos mehr kam auch eine Einladung an uns, den ganzen Reichtum einmal aus der Nähe, also in der Wirklichkeit, bewundern zu dürfen.
Bis es dann aber endlich soweit war, dass wir Silberdistels uns tatsächlich auf den Weg zum steinreichen Katerchen machten, vergingen noch einmal viele Monate, letztendlich gingen noch einmal fast zwei Jahre ins Land.
Dann aber war es endlich soweit. Jetzt im April diesen Jahres, in der Woche vor Ostern, fanden wir einen gemeinsamen Termin.

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Kater Paulimann – noch misstrauisch den Gästen gegenüber

Am frühen Nachmittag treffen wir beim Kater Paulimann und seinem Frauchen ein. Wir werden mit Kaffee und leckerem Kuchen empfangen und lernen neben Paulimann sein sehr sympathisches Frauchen kennen. Paulimann, der Star in so vielen Geschichten aus dem Katerchen-Blog, ist zunächst ein wenig misstrauisch den beiden Gästen gegenüber.

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Dann siegt doch die Neugierde und Paulimann schaut die Gäste ein wenig näher an

Vorsichtig werden wir ein wenig näher in Augenschein genommen und dann wohl als harmlos eingestuft. Wir dürfen also noch ein Weilchen bleiben und mit seinem Frauchen plaudern …

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Aber nicht nur Versteinerungen sind Gesprächsthema, auch die Fototechnik wird verglichen

… und das tun wir dann auch recht ausgiebig. Nicht nur die vielen Steine sind Gesprächsthema, es gibt noch viel mehr gemeinsame Interessen – zum Beispiel die Fototechnik, über die hier gerade unsere Gastgeberin Katerchen und Herr Silberdistel diskutieren.
Leider ist der Nachmittag viel zu kurz. Wir können längst nicht jeden einzelnen Stein bewundern und Gesprächsstoff gäbe es auch noch außerhalb von Steinen und Fotografie in Unmengen. Am Ende haben wohl nicht nur wir Silberdistels den Eindruck, wir würden uns schon ewig kennen.

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Leider ist unser Heimweg noch lang. Wohl oder übel müssen wir uns verabschieden. Es war schön beim Katerchen und dem pelzigen Blogstar Paulimann. Danke Euch beiden, wir haben uns bei Euch ausgesprochen wohlgefühlt.

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Und am Ende habt Ihr uns nicht nur einen schönen und interessanten Nachmittag geschenkt, nein, Ihr habt uns auch noch steinreich gemacht und habt uns von Eurem Reichtum ein mächtig großes Kistchen mit auf die Reise gegeben. So machten wir uns letztendlich schwer beladen auf den langen Heimweg und zu unserer kleinen Sammlung gesellte sich viel Neues.

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Inzwischen haben nun alle steinigen Geschenke vom Katerchen ihren Platz gefunden. Einige zieren ein Fensterbrett und die anderen machen sich sehr gut in unserem Wintergarten, und damit ich nicht immerzu mit dem Staubwedel jedes einzelne Steinchen entstauben muss, haben die Reliquien aus längst vergangenen Zeiten in dekorativen Gläsern Platz gefunden.

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Nachfolgend sind noch einmal einige besonders schöne Einzelstücke zu sehen.

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… läuft die Vorbereitung auf die nächste Urlaubssaison in vollen Touren. Sand wird von der Mole aus, wo es mehr als genug davon gibt, mit großen Kippern Richtung Westen gefahren, dorthin, wo sich die Ostsee bei schweren Stürmen am ehesten einen Weg ins Landesinnere bahnen würde. Genau von dort wird der Sand nämlich im Laufe der Zeit immer wieder vom Meer Richtung Mole gespült, sodass der Strand hier langsam schmaler und schmaler wird, ganz im Gegensatz zu dem Strandabschnitt an der Mole. Dort  wächst der Strand immer mehr in die Breite.
Damit es nicht irgendwann bei einer Sturmflut doch passiert, dass die Ostsee an diesem schmalen Strandabschnitt durchbricht, denn wenn das passieren würde, würde nicht nur Warnemünde unter Wasser stehen, auch etliche Rostocker Stadtteile könnten davon betroffen sein, muss im westlichen Teil des Strandes immer wieder Sand aufgetragen werden.
Es gab schon einmal eine Sturmflut, die fast das gesamte Seebad unter Wasser gesetzt hat. Das war die Sturmflut vom November 1872, bei dem ein Höchstpegel von 2,43 m erreicht wurde. Auch danach gab es noch etliche schwere Sturmfluten mit Beinahe-Katastrophen. Also werden die Lücken jetzt immer schnell und fein säuberlich geschlossen, bevor es zu spät ist. Und so ähnelte der Warnemünder Strand, als ich ihm in der vergangenen Woche einen Besuch abstattete, mehr einer Hügellandschaft. Spaß gemacht hat der kleine Strandspaziergang trotzdem, auch wenn immer wieder große Traktoren samt Anhängern  an mir vorbeisausten. Andererseits waren nicht nur die Fahrzeuge an sich ungewöhnlich, auch die Kletterpartie, die ich absolvieren musste, bot ein neues Strandgefühl, denn die schweren Traktoren und Hänger haben tiefe Spuren im Sand hinterlassen. Ich musste mich über Berg und Tal zum Wasser vorkämpfen. Es war also einmal ein etwas anderer Strandspaziergang.

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Tolles Fotowetter war allerdings nicht. Aber zum Fotografieren war ich eigentlich gar nicht nach Warnemünde aufgebrochen. Ich hatte dort einen Termin, zu dem ich leider vergessen hatte, gutes Wetter zu bestellen.
Eigentlich hätte ich es tun sollen, denn wenn ich schon einmal in Warnemünde bin, muss ich natürlich auch einen Blick auf die See werfen.Tja, nun lag sie recht grau und trist vor mir und meinte, ich wäre selber schuld, hätte ich doch rechtzeitig Bescheid gegeben, dass ich zu Besuch kommen wollte, dann hätte sie sich ein wenig schicker präsentiert. Aber jetzt so auf die Schnelle …
Na, egal, ein paar Bilder musste ich trotzdem mitnehmen, genauso wie eine Nase voll Seeluft, ein paar Sandkörner in den Schuhen und diesen  salzigen Geschmack auf den Lippen, den ich so sehr mag.

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Als ich dann wieder nach Hause aufbrach, lichtete sich doch tatsächlich das Grau etwas, aber da war ich dann auch bockig und ließ mich nicht noch einmal zurück locken. Erst meckern, weil ich mich nicht angemeldet habe und dann verspätet doch noch gastfreundlich tun. Solche Spielchen durfte sie gern ohne mich spielen.
Wenigstens tschilpte mir ein Spatz aus dem Sanddorn noch entschuldigend zu, ich solle es nicht so tragisch nehmen, ich wüsste doch selbst, wie launisch die Dame Ostsee mitunter ist. Er hat ja Recht. Ich weiß es auch und nehm’s ihr nicht übel. Schließlich ist die Ostsee auch nur ein Mensch, der gute und schlechte Tage hat 😉
Ach, übrigens gibt es nicht nur im Wald Baumgeister, es gibt sie auch am Strand. Ich traf nämlich dicht an der Promenade einen solchen Baumgeist, der aber darauf bestand, Strandgeist genannt zu werden.
Wenn auch das Wetter nicht gerade ideal für einen Strandspaziergang war, es war dennoch ganz schön was los am Strand von Warnemünde – Spatzen, Strandgeister, säuselnde Sandkörner, flüsterndes Dünengras … Was will man mehr? Ach ja, schreiende Möwen waren ja auch noch da.

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Hat doch was, oder? So können wir ein weiteres Mal geschickt dem gegenwärtigen Einheitsgrau, der Kälte, der Nässe, der schlechten Laune oder wem auch immer entfliehen. Wer also mag – mir nach!
Im letzten August haben unsere Enkeltochter und ich eine solche Zeitreise unternommen und ich dachte mir, ich könnte sie jetzt noch einmal mit Euch wiederholen. Wir waren nämlich im Darwineum des Rostocker Zoos. Das Tolle an dieser Reise dort durch die Zeit ist übrigens, dass man nicht nur durch die Geschichte der Erdentwicklung wandelt, es gibt sogar einen schönen Nebeneffekt. In der riesigen Tropenhalle des Darwineums kann man sich so ganz nebenbei noch bestens aufwärmen. Na, das sollte doch wohl wieder einmal gegen norddeutsches winterliches Einheitsgrau helfen, oder? Wer mag, kann sich gern das kleine nachfolgende Video anschauen, um zu erfahren, was es überhaupt mit diesem  Darwineum im Rostocker Zoo auf sich hat.

Auch wenn wir beiden Mädels nach der Reise durchs Darwineum schon ziemlich pflastermüde waren, haben wir natürlich trotzdem noch bei etlichen anderen Tieren, die im Zoo Rostock ein Zuhause haben, vorbeigeschaut. Danach aber waren wir ganz schön k.o., aber es war insgesamt ein toller und spannender Nachmittag, der uns viel Spaß gemacht hat.

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Was mich betrifft, denke ich bei blauem Meer und Segelbooten unbedingt und immer in erster Linie an Warnemünde. Gerade war wieder die „Warnemünder Woche„, die in erster Linie ein Highlight für die Freunde des Segelsports ist. Gestern war der letzte Tag dieser traditionsreichen Veranstaltung. Immerhin fand sie nun schon zum 79. Mal statt. Vom Wetter her war sie sicher wieder einmal nicht ganz optimal. Es kleckerte sich recht durchwachsen dahin, mitunter goss es sogar recht heftig. Aber im Grunde genommen hätte es auch noch wesentlich schlimmer kommen können. Die Segler allerdings hatten, was sie brauchten – kräftigen Wind. Immerhin gab es schon Warnemünder Wochen, wo vom Wind weit und breit nichts zu merken war, wo sozusagen Flaute herrschte. So betrachtet können wir vielleicht doch ganz zufrieden sein. Und da in dieser Woche der Wassersport im Vordergrund steht, sollte man also nicht so empfindlich sein, wenn der Wettergott auch von oben noch ein bisschen mehr Wasser dazu schüttet. Das sollte man dann ganz einfach mit Humor nehmen.

Am Montag vor einer Woche hatte ich rein zufällig in Warnemünde einen Termin. Und wenn ich schon einmal dort bin, muss ich natürlich auch einen Blick auf die See werfen. Ohne geht das gar nicht. Das könnte ich mir nie verzeihen.

Fototechnisch war ich allerdings nicht optimal ausgerüstet, denn ursprünglich hatte ich gar nicht vor, Bilder zu machen. Wenn Badesaison ist, verkneife ich mir Fotos am Strand gewöhnlich. Aber der Tag war recht kühl und der frische Wind ließ alles noch wesentlich kühler erscheinen. Badegäste waren nur wenige zu sehen und so zückte ich dann doch meine kleine Immer-Dabei-Kamera. Ich dachte mir, ich bringe Euch, wo die Gelegenheit gerade so günstig ist, einfach  ein wenig Urlaubsfeeling mit und sogar viiiiiiel Platz am Strand. Es gab fast freie Auswahl an Strandkörben. Die scheinbare Leere am Strand relativierte sich wieder, wenn man aufs Wasser schaute. Dort war ganz schön viel Getümmel. Ich denke, zumindest die Segler hatten an diesem Tag ihren Spaß – außer mir natürlich. Das Wasser war übrigens angenehm warm. Aber vielleicht erschien es mir auch nur so, weil die Luft so frisch daher wehte.

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Natürlich habe ich das Wasser getestet, denn das gehört ja wohl dazu, wenn ich hier schon Urlaubsfeeling verbreiten will. So, dann also hinein ins Vergnügen – Schuhe aus und wenn auch nicht ins Wasser, dann wenigstens rein in den angenehm warmen Sand, denn warm war er trotz des kühlen Tages. Die Sonne wusste natürlich, dass die Silberdistel kalte Füße so gar nicht mag und dass sie deshalb den Sand für ihren Gast aufwärmen musste. Danke, liebe Sonne, ich mag Fußbodenheizung. Du hast das perfekt hinbekommen 😀

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