Mit ‘Mecklenburg’ getaggte Beiträge

Noch einmal geht es zurück in den letzten Sommer, aber nicht nur das, eigentlich geht es noch viel weiter zurück – nämlich in die Zeit unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern und damit ein bisschen sogar in meine eigene Vergangenheit. Wir Silberdistels haben unserer Enkeltochter im letzten Sommer bei unserem Ferienprogramm nicht nur Tiere, Sand und Meer geboten, ein kleiner Rückblick in die dörfliche Vergangenheit unserer Vorfahren war auch dabei. Ich denke, auch das fand unser Feriengast durchaus interessant und spannend. Angeschaut haben wir uns das Freilichtmuseum in Klockenhagen. Hier im Bücherstaub gab es schon öfter etwas über dieses Dorfmuseum zu lesen und zu sehen.

Für Diaschau einer der Bilder anklicken!

Obwohl wir Silberdistel schon so oft in diesem Museum waren, gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Dieses Mal waren es neue alte Fahrräder, die nicht nur mein Interesse geweckt haben, auch unsere Enkelin fand die alten Drahtesel erstaunlich interessant.

Für Diaschau einer der Bilder anklicken!

Was mir persönlich neben den alten Fahrrädern ganz besonders gut gefallen hat, das war das große Mecklenburg-Panorama, das den Betrachter nicht nur anhand alter Bilder, sondern auch lautmalerisch in die Zeit unserer Vorfahren entführt. Wenn man dieses Panorama, das in dem Nachbau einer Göpelscheune aus dem Jahre 1900 zu sehen ist, auf sich wirken lässt und anschließend noch einmal durch das Museumsdorf läuft, wird Geschichte wirklich lebendig – zumindest in unserem Kopf.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Ich schrieb es bereits in meinem Neujahrsbeitrag, das Jahr 2016 war uns Silberdistels durchaus recht gewogen. Wir haben viel Schönes erleben dürfen und dafür sind wir sehr dankbar. Sicher, es gab auch einige Dinge, die nicht so gelaufen sind, wie wir es uns erhofft hatten, aber am Ende überwog doch bei Weitem das Positive.

Andere Menschen werden nicht so dankbar auf das vergangene Jahr zurückschauen können, vielleicht haben sie einen lieben Angehörigen oder Freund verloren. Aber auch erstaunlich viele Prominente sind  2016 für immer von uns gegangen. Oder erschien es nur mir so, dass ausgerechnet im vergangenen Jahr in die Reihen von Politikern, Musikern und Schauspielern erstaunliche Lücken gerissen wurden? Menschen, die wir mit markanten Wendepunkten in unserem Leben in Verbindung bringen, oder solche, die uns mit ihrer Musik oder ihren Filmen ein Stück durch unser Leben begleitet haben, mussten sich für immer verabschieden. Ich möchte hier nur Hans-Dietrich Genscher, Götz George und Manfred Krug nennen.
Aber es gab auch Menschen, die vorzeitig einen gewaltsamen Tod sterben mussten, die eigentlich ihr Leben noch vor sich hatten. Ihre Angehörigen und Freunde werden auf das Jahr 2016 ganz sicher nicht mit Dankbarkeit zurückblicken. Ich denke da beispielsweise an die Menschen, denen das Zugunglück von Bad Aibling in Bayern zum Verhängnis wurde, oder an die Opfer des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember – tragische Ereignisse, die wohl niemanden unberührt gelassen haben.

Wir Silberdistels hatten in all dem Unglück, das es 2016 auch in noch anderer Form rund um den Erdball gab, Glück. Das Jahr 2016 war gut zu uns. Es hat uns rundum verwöhnt und wir wissen das sehr zu schätzen und wir haben all diese schönen Augenblicke in unserem Leben gern in uns aufgenommen. Sie haben uns Kraft gegeben und uns ein wenig mit den Jahren zuvor versöhnt, in denen wir schwer zu tragen hatten. Vergessen werden wir diese Jahre dennoch nicht, werden sie uns doch immer an liebe Menschen und einen lieben Kater erinnern.

SONY DSC

Januar 2016
Das Jahr 2016 beginnt für uns allerdings gar nicht so lustig. Man hätte schon fast glauben können, es würde so weitermachen wie das Vorjahr und dabei scheint ihm ein kleiner getigerter Vierbeiner Schützenhilfe zu leisten. Unser pelziger Mitbewohner, der hier im „Bücherstaub“ auch als  „Kleines Übel“ schon mehrmals Furore machte,  schrottet gleich zum Jahresauftakt Herrn Silberdistels Laptop. Herr Silberdistel trägt es zum Glück mit Fassung und gibt weder dem Jahr, noch unserem kleinen Tunichtgut die Schuld an diesem Unfall. Wer sich Katzenjungspunde ins Haus holt, muss halt auch mit derartigen Ereignissen leben können.

02-dsc01336

Die „Stunde der Wintervögel“ im Januar ist nicht nur für mich wieder ein spannendes Ereignis, auch die Katzen schauen begeistert in den Garten auf die flatternden Gesellen. Unsere graue Eminenz führt die Jungspunde in diese wichtige Aufgabe ein.

03-dsc01679

Der Januar ist auch der Monat, der unsere beiden Katzenkinder mit ihrem ersten Winter an sich bekanntmacht. Es gibt z. T. recht eisige Temperaturen – zunächst noch ohne Schnee, der folgt aber bald.  Und genau da ist der Augenblick gekommen, an dem unsere Jungspunde ihren ersten richtigen Freigang erleben sollen. Das ist eine aufregende Zeit für die jugendlichen Pelzträger und auch für uns Menschen.

Ende Januar setzt das Jahr 2016 erneut zum Gegenschlag an. Unsere beiden Katzenkinder werden ziemlich krank – Fieber, Erbrechen, Durchfall. Wer tierische Mitbewohner hat, wird wissen, wie sehr man in solch einem Fall mitleidet. Fünf zittrige Tage bangen wir um unsere beiden Jungspunde. Torty geht es vergleichsweise schnell wieder gut, Keks dagegen macht uns ernsthaft Sorgen. Aber dann wendet sich alles zum Guten, Keks behält die ersten kleinen Nahrungsbröckchen bei sich und bald darauf blitzt wieder der Schalk in seinen Augen und wir bringen vorsichtshalber schnell unsere Laptops in Sicherheit. Und nach diesen beiden aufregenden Ereignissen hatte uns das Jahr dann offensichtlich genug erschreckt – fast, denn im Dezember hatte es noch einmal einen Schrecken im Gepäck.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Februar 2016
Nach den kalten und verschneiten Januartagen zeigt sich der Februar vergleichsweise mild. Auch wenn die Landschaft zwischendurch noch einmal von einem leichten Schneehauch bedeckt wird, der Frühling drängt bereits überall ans Licht.
Und der Frühling schlägt auch bei unseren beiden Jungspunden zu. Da wir Silberdistels nicht vorhaben, eine Katzenzucht aufzumachen, müssen wir etwas gegen die aufwallenden Hormone unserer pelzigen Mitbewohner tun und so machen wir beim Tierarzt einen OP-Termin aus. Torty, offensichtlich die Stärkere der beiden Pelzträger, ist auch hier wieder erstaunlicherweise schneller obenauf als Keks.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Zum Ende des Monats bin ich wieder einmal an der Warnow unterwegs. Das Wasser des Flusses glitzert an diesem späten Nachmittag bereits im rötlichen Licht der Abenddämmerung und auf einmal höre ich wohlbekannte Frühlingslaute hoch über mir in den Bäumen. Die ersten Stare des Jahres erzählen von ihrer Reise. Kein Zweifel – der Frühling hält endgültig Einzug.
Im Februar haben wir auch wieder Geburtstage zu feiern, einer davon ist der 93. meiner Mutter. Leider gehört für uns zu diesem Tag nicht nur Freude, sondern auch ein bitterer Wermutstropfen. Dieser Tag verbindet sich seit einigen Jahren auch mit dem Todestag meines Vaters.

März 2016
Der März lockt mich hinaus zu ersten Aufräumungsarbeiten in den Garten. Schließlich soll alles, was blühen will, auch ungehindert ans Licht kommen dürfen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

In diesem Monat bricht sich der Frühling nicht nur im Pflanzenreich Bahn, auch vom Himmel hören wir ihn rufen – riesige Kranichformationen zieht es zu ihren Nistplätzen. Und apropos Nistplätze – ich besuche im März auch wieder einmal die kleine Zwerghuhnfamilie, von der hier im „Bücherstaub“ schon ab und zu einmal die Rede war, und ich bekomme sogar pünktlich zum Osterfest ein paar der niedlichen kleinen Eier geschenkt.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Das Osterfest verbringen wir Silberdistels allerdings gemeinsam mit unseren Enkelkindern in Bayern. Wir haben viel Spaß beim Ostereiersuchen und auch sonst beim gemeinsamen Spiel.

April 2016
Der April gehört fast ausschließlich dem Garten. Vieles, was ich schon lange geplant hatte, beginne ich endlich umzusetzen. Im Wintergarten gibt es z. B. mit neuen Pflanzkästen viel Platz viel Kräuter, Tomaten und Paprika.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Die Katzen leisten mir bei allem fleißig Gesellschaft und von dem kurzen winterlichen Aufbäumen zum Ende des Monats lassen sich weder die Frühblüher im Garten, noch die  Katzen beeindrucken. Und mir, mir geht es natürlich nicht anders, schließlich haben wir April und so etwas gehört natürlich zu seinen kleinen Späßen. Obwohl … ein bisschen Staunen von Seiten der Katzen ist schon angesagt.

Mai 2016
Für Mai war eigentlich unser Wanderurlaub in der Rhön geplant. Leider kommt meinem Herrn Silberdistel etwas dazwischen, sodass wir den Urlaub auf den Herbst verschieben. Ich bin so gar nicht böse darüber, denn der Garten wartet auf weitere Umgestaltung.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Zunächst aber bin ich auch im Mai wieder, wie auch regelmäßig in den Monaten zuvor, bei meiner Mutter in Wismar. Dieses Mal fahre ich durch ein gelbes Mecklenburg – der Raps blüht.
Im Mai ist wieder zur „Stunde der Gartenvögel“ aufgerufen. Natürlich sind wir ebenfalls dabei. Allerdings ist das Wetter an diesem Wochenende nicht sehr gartenvogelfreundlich. Dennoch zählen wir fleißig die Federbälle, die unseren Garten besuchen oder vom Dach gegenüber misstrauisch zu mir und meiner pelzigen Mitarbeiterin hinüberschauen.
Im Mai beginne ich mit meinem größten Gartenumgestaltungsprojekt – mit einem neuen Teichlein. In ihm finden auch meine fleischfressenden Pflanzen Platz und es dient zugleich als Ablauf für das Wasser aus der Regenrinne vom Wintergartendach – ein Experiment, das, aus der Erfahrung eines inzwischen fast 3/4 Jahres gesprochen, perfekt funktioniert.

Juni 2016
Auch der Juni ist ein perfekter Gartenmonat. Es gibt viel Blühendes zu sehen – sowohl draußen unter freiem Himmel, als auch im Wintergarten, in dem z.B. die Kakteen zeigen, was sie können.

Der Juni ist nicht nur ein reich blühender Monat, er ist auch ein Monat, in dem die Vogelwelt ihren Nachwuchs hinaus ins feindliche Leben entlässt. Und wie gefährlich die Welt für ein so junges Vogelleben ist, müssen wir selbst voller Schrecken erleben, als eines Tages unsere Torty mit einem Eisvogel von einem Gartenausflug zurückkehrt. Zum Glück kommt der hübsche Vogel mit dem Schrecken davon. Wir nehmen es zumindest an, denn wir konnten ihn wohlbehalten wieder in die Freiheit entlassen.

32-dsc_0305

Die wichtigsten Gartenarbeiten sind geschafft. Ich habe Zeit und Lust zum Nähen. Aus Stoffresten bekommt unsere Sitzecke im Wintergarten ein neues sommerlich grünes Outfit. Scherzhaft bezeichnen wir unseren Wintergarten von da an als unsere „Grüne Hölle“, in der wir uns allerdings sehr wohlfühlen, denn auch die kommenden Monate verbringen wir mehr in dieser „grünen Hölle“ als in einem anderen Raum unseres Hauses.

Juli 2016
Der Juli beginnt für mich mit einem Ausflug nach Warnemünde. An diesem Tag, kurz nach der „Warnemünde Woche“, die immer mit großen Segelereignissen verbunden ist, wehte ein recht steifer und kühler Wind – für Segler sicher ideales Wetter, für Badegäste eher weniger.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Aber durch die wegen des Wetters eher spärlich am Strand vorhandenen Badegäste , komme ich doch noch zu ein paar Fotos. Mir macht die Zeit am Wasser viel Spaß, war ich doch lange nicht mehr hier. Ich merke erst jetzt, wie sehr mir die See, die salzige Luft, die ganz eigene Atmosphäre hier gefehlt hat. Schön, wieder einmal in meinem geliebten Warnemünde zu sein.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Der Juli hält noch zwei andere schöne Ereignisse für uns bereit. Unsere Jungspunde und unsere graue Eminenz feiern Geburtstag. Die beiden Geschwister werden zu Anfang des Monats ein Jahr alt und unsere First Lady erlebt gegen Ende des Monats bereits ihren 13. Sommer.

37-dsc09300
Und sonst ist der Juli natürlich ein wundervoller Gartenmonat. Wir genießen ihn in vollen Zügen und es gibt immer wieder erhebende Momente, wie z. B. den Augenblick, als unsere Echinopsis subdenudata“ eines Nachts ihre wundervolle weiße Blüte öffnet. Und so geht auch der Juli mit vielen schönen ruhigen, bezaubernden und entspannenden Stunden vorüber.

***

Bis hierher – Ende Juli – war das Jahr 2016 für uns recht ruhig, nahezu gemütlich und entspannt gelaufen. Ab August wurde es dann durchaus etwas aufregender und abwechslungsreicher. Wir sind viel herumgereist, haben viel Neues erlebt und wir hatten auch unsere Enkeltochter für eine ganze Weile zu Besuch. Aber darüber erzähle ich demnächst – im Teil II meines Jahresrückblicks.

Was mich betrifft, denke ich bei blauem Meer und Segelbooten unbedingt und immer in erster Linie an Warnemünde. Gerade war wieder die „Warnemünder Woche„, die in erster Linie ein Highlight für die Freunde des Segelsports ist. Gestern war der letzte Tag dieser traditionsreichen Veranstaltung. Immerhin fand sie nun schon zum 79. Mal statt. Vom Wetter her war sie sicher wieder einmal nicht ganz optimal. Es kleckerte sich recht durchwachsen dahin, mitunter goss es sogar recht heftig. Aber im Grunde genommen hätte es auch noch wesentlich schlimmer kommen können. Die Segler allerdings hatten, was sie brauchten – kräftigen Wind. Immerhin gab es schon Warnemünder Wochen, wo vom Wind weit und breit nichts zu merken war, wo sozusagen Flaute herrschte. So betrachtet können wir vielleicht doch ganz zufrieden sein. Und da in dieser Woche der Wassersport im Vordergrund steht, sollte man also nicht so empfindlich sein, wenn der Wettergott auch von oben noch ein bisschen mehr Wasser dazu schüttet. Das sollte man dann ganz einfach mit Humor nehmen.

Am Montag vor einer Woche hatte ich rein zufällig in Warnemünde einen Termin. Und wenn ich schon einmal dort bin, muss ich natürlich auch einen Blick auf die See werfen. Ohne geht das gar nicht. Das könnte ich mir nie verzeihen.

Fototechnisch war ich allerdings nicht optimal ausgerüstet, denn ursprünglich hatte ich gar nicht vor, Bilder zu machen. Wenn Badesaison ist, verkneife ich mir Fotos am Strand gewöhnlich. Aber der Tag war recht kühl und der frische Wind ließ alles noch wesentlich kühler erscheinen. Badegäste waren nur wenige zu sehen und so zückte ich dann doch meine kleine Immer-Dabei-Kamera. Ich dachte mir, ich bringe Euch, wo die Gelegenheit gerade so günstig ist, einfach  ein wenig Urlaubsfeeling mit und sogar viiiiiiel Platz am Strand. Es gab fast freie Auswahl an Strandkörben. Die scheinbare Leere am Strand relativierte sich wieder, wenn man aufs Wasser schaute. Dort war ganz schön viel Getümmel. Ich denke, zumindest die Segler hatten an diesem Tag ihren Spaß – außer mir natürlich. Das Wasser war übrigens angenehm warm. Aber vielleicht erschien es mir auch nur so, weil die Luft so frisch daher wehte.

08-Img_1041

Natürlich habe ich das Wasser getestet, denn das gehört ja wohl dazu, wenn ich hier schon Urlaubsfeeling verbreiten will. So, dann also hinein ins Vergnügen – Schuhe aus und wenn auch nicht ins Wasser, dann wenigstens rein in den angenehm warmen Sand, denn warm war er trotz des kühlen Tages. Die Sonne wusste natürlich, dass die Silberdistel kalte Füße so gar nicht mag und dass sie deshalb den Sand für ihren Gast aufwärmen musste. Danke, liebe Sonne, ich mag Fußbodenheizung. Du hast das perfekt hinbekommen 😀

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Anfang der Woche holperte ich mit meinen vierrädrigen Gefährt wieder einmal über mecklenburgische Landstraßen. Eigentlich war ich unterwegs nach Wismar. Aber uneigentlich machte ich dabei noch einen kleinen Umweg, um ein paar überzählige selbstgezogene Tomatenpflanzen in dem Dörfchen, in dem die Zwerghühner, von denen hier schon öfter einmal die Rede war, abzugeben.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Unlängst haben wir Silberdistels nämlich wieder einmal  zum Frühstück diese winzigen Eier verspeisen dürfen und so dachte ich mir, ein Naturalientausch wäre vielleicht gar keine so schlechte Sache. Wir essen die Eier der winzigen puscheligen Hühner und die Zwerghuhneltern irgendwann Tomaten aus unserer silberdisteligen Zucht. Allerdings werden die Tomaten wohl etwas länger zum Wachsen brauchen als die Eier in den Hühnern. Die Zwerghuhneltern freuten sich trotzdem über meine getopften grünen Mitbringsel. Aber zurück zu dem, was ich eigentlich erzählen wollte.

DSC06820
Während ich so durch das schöne Mecklenburg holperte, fiel mein Blick auch ab und zu auf das, was links und rechts der Straße zu sehen war und das leuchtete oft erstaunlich golden. Es ist nämlich wieder soweit – der Raps blüht. Und davon gibt es mächtig viel hier in Meck-Pomm. Ich fuhr durch einen wunderbaren Traum von Gold und nebenher begleitete mich der fast schon berauschende Duft des feinen, momentan überall durch die mecklenburgische Landschaft wabernden, Goldstaubes.

DSC06761

Und wenn’s gerade kein Raps war, der golden zu mir herüber leuchtete, dann sprang auch schnell mal der Löwenzahn ein, der zwischen den Rapsfeldern die Wiesen in ein gelbgetupftes grünes Meer verwandelte.

DSC06829
Ach, übrigens hat mein gerade so herrlich gelbes Mecklenburg auch hier und da eine ordentliche Straße. Nach meinem kleinen Umweg ging es dann holperfrei weiter, wie dieser kurze Blick auf die B 105 hier oben vielleicht beweist. Außerdem lässt das Feld am rechten Bildrand vermuten, dass unsere Bauern außer Raps wohl auch noch anderes in die Erde gebracht haben. Wir wollen ja vielleicht auch noch das eine oder andere Brot backen oder einen leckeren Kuchen. Apropos Kuchen, wir Silberdistels machen jetzt eine kleine Pfingstblogpause. Egal, wie das Wetter wird, wir machen es uns trotzdem schön. Ja, und wir essen auch Kuchen, auch wenn das Mehl, betrachtet man das frisch bearbeite erdfarbene Feld, wohl noch eine Weile braucht, bis es in meinen Kuchen kann. Nehmen wir halt einfach das, was da im Küchenschrank auf seinen Einsatz wartet. Also dann, bis irgendwann nach Pfingsten wieder! Macht auch Ihr es Euch schön und genießt die freien Tage! Vielleicht stimmt ja auch dieses Mal der Wetterbericht nicht und es wird entgegen der Vorhersagen überall herrlich sonnig und so wunderbar golden wie hier in meinem fantastisch frühlingshaften Traumland.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Inzwischen dürfte ihre Hauptreisewelle vorbei sein. Höchstens ein paar Nachzügler sind vielleicht noch unterwegs zu uns. Wir Silberdistels konnten nämlich bereits in der Woche vor Ostern regen Flugbetrieb am Himmel über unserem Haus beobachten, Flugbetrieb, der jeweils mit lauten Rufen einherging. Kraniche über Kraniche bevölkerten den Luftraum über uns. Scheinbar wollten sie das Osterfest bereits an ihren Brutplätzen verbringen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Oft schraubten sie sich in großen Runden fast senkrecht über unserem Haus in die Höhe. Auf den Bildern ist das recht gut erkennbar, denn sie fliegen hier nicht in der sonst so typischen V-Formation, die das letzte, allerdings an einem weniger klaren Tag aufgenommene, Bild vielleicht noch einmal recht gut veranschaulicht. Für mich waren diese enorm vielen hoch oben kreisenden Kraniche jedes Mal ein faszinierendes Schauspiel. Schön, dass die Vögel des Glücks nun wieder hier bei uns sind.
Als wir Silberdistels aus unserem Osterurlaub in Bayern wieder in unseren Norden heimkehrten, sahen wir auf den Wiesen und Feldern entlang der Autobahn mehrmals Kraniche stehen – oft paarweise. Die meisten von ihnen dürften also bereits ihren Partner und ein ihren Bedürfnissen entsprechendes Brutrevier gefunden haben. Drücken wir ihnen die Daumen für eine erfolgreiche Brut und gesunde Nachkommen. Wenn die großen Vögel mit ihrem Nachwuchs im Herbst wieder auf die Reise gehen, hoffe ich, dass ich das wieder mit einigen Bildern dokumentieren kann. Aber erst einmal freuen wir uns mit den Kranichen auf ein schönes Frühjahr und auf einen warmen und erlebnisreichen Sommer.

… an der Warnow, dann erscheint der Fluss in einem ganz besonderen Licht. Schon öfter habe ich hier von einem meiner kleinen Ausflüge in diese Gegend berichtet. Nach langer Zeit war ich wieder einmal mit der Kamera dort. Kalt war’s an diesem späten Nachmittag. Das Wasser glitzerte bereits in der Abenddämmerung und entwickelte durch das abendliche Licht einen ganz besonderen Zauber. Das und die tiefstehende Sonne, die mir einen interessanten Himmel vor die Kamera und rosa Wolken ins Wasser zauberte, ließen mich schnell die Kälte vergessen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Das Schilf um mich flüsterte, wie es schien, einander wieder einmal geheimnisvolle Geschichten zu und der Wind begleitete sie mit seinem leisen Gesang. Schön war’s hier wieder einmal am Wasser. Über mir flogen einige Möwen stromabwärts in Richtung Ostsee dahin. Noch eine ganz Weile hörte ich ihre Schreie. Was sie sich wohl zurufen mochten?

Dsc03634

Angler kehren Heim

Doch dann mischten sich andere Laute unter die Schreie der Möwen und das Flüstern des Schilfes. Ein leises Tuckern war zu hören. Wenig später tauchte ein Boot hinter dem Schilfgürtel auf und steuerte auf den Bootshafen zu. Einige Angler kamen von ihrer Angeltour zurück. Sie sahen recht durchgefroren aus, aber vielleicht hat sie ja ein reicher Fang für das Ausharren in der Kälte entschädigt.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Ich schlenderte noch ein wenig weiter am Ufer entlang, entdeckte dabei die eine und andere trockene Schönheit am Wegesrand und dann klang auf einmal leise plaudernd der Frühling an mein Ohr – von irgendwo ganz weit oben musste es herkommen.

Dsc03679

Stare plaudern hoch oben auf einem Baum von ihren Reiseerlebnissen

So plaudern nur Stare, ging es mir durch den Kopf. Und dann sah ich sie tatsächlich – sehr weit oben auf einem Baum – durch die hereinbrechende Dämmerung kaum noch auszumachen. Vier Stare saßen dort über mir und erzählten einander von ihren Reiseerlebnissen. Erstaunlich, dass sie bereits Ende Februar zurück sind aus ihrem Urlaub in der Wärme. Aber wer weiß, was die Vogelwelt weiß und nur wir nicht wissen. Die Mönchsgrasmücke in meinem Garten war ja auch so ein Frühheimkehrer. Vielleicht ist der Frühling ja wirklich gar nicht mehr so fern.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

So ging für mich mit dem Frühlingsgeplaudere von vier Staren im Ohr und einem schließlich noch wundervollen roten Abendhimmel ein wieder einmal schöner Spaziergang an der Warnow zu Ende.

Erstaunlich – nun schreibe ich bereits das 5. Mal an einem Rückblick auf ein vergangenes Jahr aus meinem Leben. Mein Blog geht also auch bereits in sein 5. Jahr, wurde mir inzwischen sogar zu einem lieben Begleiter in guten wie in schlechten Zeiten. Was aber brachte nun das Jahr 2015 für meine Familie und mich? Es war in vielerlei Hinsicht wieder einmal ein Jahr mit Höhen und Tiefen, wobei gefühlt die Tiefen überwogen. Nach einem schönen Jahr 2014, das mit einem gelungenen Weihnachtsfest  und einem gemütlichen Jahreswechsel zu zweit, d.h. zu viert, wie konnte ich die Katzen vergessen, nach 2015 endete, waren wir noch guter Hoffnung, dass es so angenehm weitergehen könnte. Ich hatte vom Weihnachtsmann ein neues Helferchen in die Küche gestellt bekommen, das mir mein hausfrauliches Dasein wieder einmal ein wenig mehr erleichtern würde und so war ich rundum guter Dinge, denn es versprach mir neben Hilfe noch angenehme Genüsse. Wie sich aber bald herausstellte, beschäftigte mich dieses neue Helferchen mehr als das Teil, das es ablösen sollte. Wir hatten unsere gute alte Kaffeemaschine in Rente geschickt und uns dafür zu Weihnachten einen hochmodernen Kaffeevollautomaten gewünscht. Vollautomat hieß für mich, er bringt mir sogar morgens den Kaffee ans Bett. Naja, gut, nicht ganz, aber eben doch fast. Was aber machte dieses neue Teil? Es beschäftigte mich mehr als die alte nun ihren Lebensabend genießende Kaffeemaschine, die nur noch bei familiären Großveranstaltungen würde arbeiten müssen, wenn überhaupt.

Dieser sogenannte Vollautomat forderte mich andauernd zu irgendwelchen Taten auf. Das hatte das alte Teil nie getan, das war geduldig mit mir und erteilte keine Befehle. Hatte ich doch angenommen, der neue Helfer in Kaffeefragen würde das Leben und vor allem das Kaffeezubereiten leichter und angenehmer machen, aber nein, er hatte Chef-Allüren  und beschäftigte mich nahezu pausenlos. Wie sollte mir da am Ende mein heißgeliebter Cappuccino noch schmecken? Okay, Cappuccino kann er wirklich einmalig gut, auch wenn ich ihm immer wieder dabei unter seine Vollautomatenarme greifen muss. Aber Arbeit verteilen kann er mindestens ebenso gut, ich glaube, fast besser als meine ehemalige Chefin. Nun gut, unser neuer Kaffee- und Cappuccinomeister war trotz seiner Eigenheiten noch einer der angenehmen Teile des vergangenen Jahres für uns und er half uns sogar ein wenig über den ersten Schreck der Horrornachricht hinweg, die uns noch am Neujahrstag 2015 erreichte. Herrn Silberdistels Mutter war, wahrscheinlich noch am Silvestertag, schwer gestürzt und hatte sich einen Oberschenkel gebrochen. Eine OP folgte, der Bruch verheilte relativ gut. Doch die Beinverletzung war das geringere Übel, wie sich recht bald im Krankenhaus herausstellte. Der Sturz war offensichtlich die Folge eines Schlaganfalls gewesen. Wir begannen zu begreifen, dass Herrn Silberdistels Mutter wahrscheinlich zukünftig kaum noch in der Lage sein würde, das tägliche Leben ohne Hilfe zu meistern. So verging der Januar zwischen Bangen und Hoffen und vielen Telefonaten mit Herrn Silberdistels Bruder.

Aber trotz des tragischen Beginns brachte uns der Januar auch den einen oder anderen schönen Moment, der wenigstens für kurze Zeit von den Sorgen ablenkte. Die „Stunde der Wintervögel“, zu der der NABU wie alljährlich aufgerufen hatte, war ein solches kleines Highlight für mich und unsere beiden pelzigen Mitbewohner, denn sie waren natürlich auch dabei. Der Winter ließ sich, sicher sehr zur Freude der gefiederten Gartengäste, Zeit. Erst am 24. Januar bedeckten die ersten Schneekrümelchen hauchzart unseren Garten. Einen Tag später war dieser Winterhauch schon fast wieder verschwunden.

Anfang Februar schauten bereits die ersten Krokusse aus der Erde und ließen mit ihrer Farbe fast schon Frühlingsgefühle aufkommen. Das milde Wetter lockte mich auch wieder einmal an die Ostsee, die mir Ruhe, Entspannung und ein wenig Ablenkung von den familiären Problemen schenkte. Aber schon einen Tag nach meinem Besuch am Meer wurde es doch noch Winter im Norden und die Blüten, die bereits an vielen Stellen den Garten zierten, bekamen kleine Schneemützchen. Doch der Wintereinbruch war nur von kurzer Dauer. Der Februar wollte ganz einfach auch einmal ein Frühlingsmonat sein und so setzte er mehr und mehr bunte Farbtupfer in die Landschaft.

Der März lockte die ersten Marienkäfer hervor und in unserem Garten blühte es rundum prächtig. Herrn Silberdistels Mutter machte uns derweil nicht weniger Sorgen. Nach ihrem Krankenhausaufenthalt musste sie, wie wir es bereits befürchtet hatten, in ein Pflegeheim umziehen. Bei unseren Besuchen trafen wir jeweils auf ein erschreckendes Häufchen Unglück. Zum Guten wenden konnten wir leider nichts. Immer wieder gab es für unser Sorgenkind Krankenhausaufenthalte wegen verschiedener Probleme, die aber keine Besserung ihres Zustandes brachten.

Der April zog ins Land und in der Natur tobte das Leben, die Welt draußen wurde von Tag zu Tag farbiger. Unser Leben jedoch wurde nach wie vor von der Sorge um Herrn Silberdistels Mutter bestimmt. Bei Spaziergängen in der Natur suchten wir Entspannung und Ablenkung – so auch zu Ostern, als wir bei herrlichstem Wetter wieder einmal unserem Enten- und dem Mühlenteich einen Besuch abstatteten. Auch bei meiner Mutter war ich wieder zu Besuch. Das Wetter war so schön, dass wir uns zu einem Spaziergang an der Ostsee, im Seebad Wendorf, aufmachen konnten. Das letzte Mal waren wir Ende Januar gemeinsam dort. Ich bin unendlich froh darüber, dass es meiner Mutter so gut geht, dass wir trotz ihres hohen Alters immer noch solche kleinen Ausflüge unternehmen können.

Anfang Mai waren bei den Enkelkindern zu Besuch. Wir genossen die wenigen Tage in Franken sehr, kamen wir doch auch dadurch auf andere Gedanken. Ein Ausflug hinauf auf’s Walberla ließ uns für einen Moment alles andere vergessen – schön war’s dort, in der Gegend mit den vielen Kirschbäumen.
Im Mai war ich nach langer Zeit auch wieder am Strand von Warnemünde. Der Wind, die Seeluft, der Sand, das Meer taten mir gut und machten den Kopf frei. Wenig später war ich auch in Wismar mit meiner Mutter noch einmal an der Ostsee.
Die „Stunde der Gartenvögel“ gehörte im sogenannten Wonnemonat ebenfalls zu den Tagen, die ich ein wenig genießen konnte. Ich tat das, was mir mit am meisten Spaß macht, ich schaute den Vögeln in unserem Garten zu und staunte wieder einmal über die Artenvielfalt auf diesem kleinen Stückchen Erde.
Doch der Wonnemonat endete mit einer schlechten Nachricht für uns. Herrn Silberdistels Mutter war während eines weiteren Krankenhausaufenthaltes für immer eingeschlafen.

Nach einem langen Gespräch mit Herrn Silberdistels Bruder fuhren wir trotz dieser schlimmen Nachricht in unseren geplanten Rhönurlaub. Wir konnten vorerst ohnehin nichts tun und so könnten wir vielleicht Kraft für das schöpfen, was noch vor uns lag. Der Urlaub in der Rhön war schön und tatsächlich ein wenig entspannend für uns beide.

29-Wir müssen Abschied nehmen

Der Juni ist der Monat des endgültigen Abschieds von Herrn Silberdistels Mutter und irgendwie auch ein Abschied für Herrn Silberdistel von seiner alten Heimatstadt Magdeburg. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass wir wenige Wochen später erneut in diese Richtung fahren würden, um uns in der Nähe von Hannover von einer Tante von Herrn Silberdistel für immer zu verabschieden.

30-Unser Bärchen feiert seinen 12. Geburtstag

Im Juli wurde unser Kater 12 Jahre alt. Auch hier ahnten wir noch nicht, dass wir uns auch von ihm bald würden verabschieden müssen.

Zum Glück ahnten wir nichts, denn wahrscheinlich hätten wir sonst unseren Ausflug an die Elbe, zur Festung Dömitz und zu lieben Bekannten, die in der Nähe leben, nicht wirklich genießen können.

33-Geburtstagskind Nr. 2 im Juli

Aber auch unsere Katzendame beging im Juli ihren 12. Geburtstag. Ob sie damals schon mehr wusste als wir, ob sie spürte, dass ihr langjähriger Begleiter sehr krank war?

Im August war unser Ausflug zum Storchendorf Rühstädt der Höhepunkt des Monats. Nach all den Schrecken der letzten Wochen und Monate tat er uns richtig gut, auch wenn wir für diese Fahrt einen recht heißen Augusttag ausgesucht hatten, der uns bei unserem Rundgang durchs Storchendorf ganz schön schwitzen ließ. Zu dieser hochinteressanten Tagestour ins Brandenburgische gehörte auch der kleine Bahnhof Mesendorf mit seiner Kleinbahn Pollo, der wir ebenfalls einen Besuch abstatteten.

Und was richtig guttat nach dem vielen Kummer in den letzten Monaten, war das neue Leben, das wir Silberdistels uns wieder einmal auf dem kleinen Hühnerhof anschauen durfte, auf dem einst Frau Müllers Patenhühner vom Herrundfraumueller-Blog zur Welt kamen.
Leider trübte den August eine böse Magen-Darm-Grippe, die Herr Silberdistel von einem kurzen Männerwanderurlaub mitbrachte. Besonders ich hatte arg daran zu beißen.
In der zweiten Augusthälfte begann ich, mir bereits hin und wieder Sorgen um unseren Kater zu machen. Er fraß schlecht, mäkelte viel am Futter herum. Doch dann schien wieder alles in Ordnung zu sein. Er nahm wieder seine gewohnten kleinen Reviergänge auf, war viel in seinem Garten und genoss die wärmenden Sonnenstrahlen.

Unser Bärchen schien wieder in Ordnung zu sein, sodass wir den geplanten Urlaub mit unserer Enkeltochter Anfang September antreten konnten. Allerdings fragte ich immer wieder unseren Katzenpfleger, ob auch alles mit dem Kater in Ordnung wäre. Die Antwort lautete stets, dass alles gut wäre, er würde gut fressen und auch immer beim Erscheinen des Ersatzpflegers zur Stelle sein, während er nach der Katzendame öfter erst im Hause suchen müsste. Der Urlaub mit Enkelin war wunderschön und machte beiden Seiten, Großeltern und Kind, viel Spaß.
Nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub fraß der Kater von Tag zu Tag schlechter. Ich machte mir ernsthaft Sorgen um ihn und hielt schließlich einen Tierarztbesuch für unumgänglich. Der Tierarzt untersuchte meinen pelzigen Freund sehr gründlich und vermutete eine Nierenangelegenheit, evtl. auch ein Zahnproblem, was auf die eine oder andere Art sicher zu kurieren wäre. Er verordnete ein Antibiotikum und eine Woche später sollten die Nierenwerte untersucht und eine eventuelle Zahnbehandlung durchgeführt werden. Das Medikament schien jedoch für meine Begriffe überhaupt nicht anzuschlagen, der Kater fraß nur noch auf meine dringliche Bitte hin und magerte mehr und mehr ab.

Einen Tag vor dem nächsten Untersuchungstermin machten mein Herr Silberdistel und ich einen Ausflug zu den Ivenacker Eichen. Es war unser Hochzeitstag. Wir erlebten wunderschöne Stunden in herrlicher Natur, dennoch saß mir beim Rundgang durch den Ivenacker Tierpark der Tierarzttermin wie eine unheilvolle Drohung im Nacken.

Der nächste Tag wurde einer der schwersten für mich in diesem unheilvollen Jahr 2015, ich musste mich von unserem langjährigen Freund verabschieden. Der Tierarzt legte mir sehr nahe, unser Bärchen zu erlösen. Die Untersuchungen hatten ein schlimmes Ergebnis zutage gefördert. Die Nieren hatten ihre Funktion quasi aufgegeben und das Maul unseres Bärchens war voller Entzündungen, die letztendlich auf das Nierenversagen zurückzuführen waren. So musste ich eine Entscheidung fällen, die mir unsagbar schwerfiel. Aber ich hoffe, für unser Bärchen das Richtige getan zu haben. Gegen meinen Schmerz hilft dieser Gedanke wenig. Ich bin immer noch unendlich traurig, wenn ich an diesen Tag und unseren lieben Kater denke.

Der Oktober kam und mit ihm ein Vorschlag von Herrn Silberdistel, wieder ein Kätzchen in unser Haus zu holen – zur Gesellschaft für unsere Katzendame und, wie er mir erst viel später verriet, als Trost und Ablenkung für mich. Und so kam das kleine Übel über uns, von dem hier neuerdings schon recht oft die Rede war. Aber die alteingesessene Katzendame und der kleine Kater hatten zunächst so ihre Probleme miteinander. Wir beobachteten das Gezanke eine Weile und entschlossen uns dann, dem kleinen Kater ein Wurfgeschwisterchen dazuzugesellen. Damit hätte er einen Spielgefährten und unsere Katzendame hätte vielleicht ihre Ruhe vor dem spielwütigen kleinen Kerl. So hatten wir bald darauf eine 3. Katze im Hause und wie sich zeigte, ging unsere Rechnung offensichtlich auf.

Inzwischen gibt es hier unter den drei Katzen ein gutes Miteinander und auch mir tun die beiden Jungspunde mit ihrem überschäumenden Temperament gut. Sie haben sich als heilende Therapie gegen den Verlustschmerz erwiesen, auch wenn er immer noch irgendwo in mir schlummert.

Der November stand wieder im Zeichen des Gedenkens an meinen Vater. Zusammen mit meiner Mutter und drei weiteren lieben Familienangehörigen nahm ich auch an der diesjährigen Gedenkfahrt auf der Ostsee teil, die für meinen Vater und andere Menschen, die ihre letzte Ruhestätte in der Ostsee gefunden haben, stattfand. Ansonsten haben wir den recht warmen November genossen und an den beiden neuen Mitbewohnern viel Freude gehabt. Leider erreichte uns zu Ende des Monats noch eine weitere Hiobsbotschaft. Ein lieber Freund hatte einen tödlichen Unfall erlitten.

50-Noch einmal müssen wir Abschied nehmen

So waren unsere Gedanken im Laufe des Jahres fast ständig mit eher schlimmen und tragischen Ereignissen beschäftigt, kein Wunder also, dass wir uns von der Adventszeit fast ein wenig überrumpelt fühlten. Irgendwie war im Jahr 2015 kaum Zeit gewesen für Ruhe, geschweige denn für Besinnlichkeit. Mitte Dezember nahmen wir auf einer Trauerfeier Abschied von unserem Freund, der im November Opfer eines tragischen Unfalls wurde. Das Jahr hatte tragisch begonnen und so endete es auch für uns. 2015 brachte uns den Verlust von drei uns nahestehenden Menschen und den Abschied von unserem langjährigen pelzigen Freund, unserem Bärchen. Unter dem Strich war das vergangene Jahr für uns kein schönes Jahr. Umso dankbarer sind wir für die kleinen Lichtblicke, die es uns zwischendurch dann doch immer wieder bescherte. Zwei davon laufen seit Oktober fröhlich und unbeschwert durch unser Haus – zwei mit tröstender und heilender Wirkung.

Ein kleines Adventsgeschenk für unsere beiden neuen pelzigen Mitbewohner war ihr erster Ausgang in unserem Garten. Mit großen staunenden Augen saßen sie da und bewunderten eine Welt, die sie bisher nur vom Fenster aus kannten. Auch für uns war dieser Augenblick des Staunens und der sichtbaren Begeisterung ein schöner Moment.

Etwa von da ab, Mitte Dezember, verlief der Rest der Vorweihnachtszeit dann endlich auch bei uns etwas entspannter, für mich auch gelegentlich in der Küche beim Plätzchenbacken. Das Weihnachtsfest verlebten wir mit Kindern und Enkelkindern. Wir hatten schöne gemeinsame Tage. Ruhig und entspannt und nur im Kreise unserer Katzen-Mensch-Familie ging das Jahr 2015 für uns zu Ende – mit der Hoffnung im Herzen, dass das neue Jahr Besseres für uns bereithält.

Hoffen wir also auf ein gutes 2016

Hoffen wir also auf ein gutes 2016