Mit ‘Leben’ getaggte Beiträge

… ist für mich und meine Familie seit drei Jahren einer der letzten Tage im Februar. Bis zum Jahre 2013 verbanden wir mit diesem Tag in der Regel fröhliches Miteinander und Freude schenken. Es war ein Tag, an dem wir wieder einmal ganz in Familie  zusammen waren. Selten fehlte jemand aus dem vertrauten Kreis. Aber wer fehlt schon gern, wenn die Mutter, Oma und Uroma ihren Geburtstag feiert. 2013 war es ihr 90. und jetzt vor wenigen Tagen war es bereits der 93. Ehrentag der liebsten Mutter, Oma, und Uroma, die wir uns denken können. Aber im Jahre 2013 änderte sich schlagartig etwas für uns an und mit diesem Tag. Mein Vater verstarb in den frühen Morgenstunden. So verbinden wir nun mit diesem Tag nicht nur Schönes, nicht nur die Geburtstagsfeier eines sehr lieben Menschen, sondern auch Trauriges, nämlich den Tod eines anderen lieben Familienmitgliedes. Und daher gab es in diesem Jahr, wie auch in den Jahren zuvor, natürlich nicht nur Blumen für meine Mutter, es gab auch Blumen in lieber Erinnerung an meinen Vater.

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Die Wismarer Seebrücke im neuen Outfit

Die Wismarer Seebrücke, die wegen dringend notwendiger Sanierungsmaßnahmen eine ganze Weile nicht begehbar war, steht seit dem letzten Sommer wieder den Erholungssuchenden zur Verfügung. Für uns war die Brücke jetzt Ende Februar weniger ein Ort der Erholung, sie war mehr ein Ort stillen Gedenkens, stillen Gedenkens an meinen Vater, ein Ort, von dem aus wir ihm einen Blumengruß brachten. Wer hier im Bücherstaub öfter zu Besuch ist, der weiß, dass mein Vater sich eine Seebestattung wünschte.

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Was anderen Menschen der Friedhof gibt, das schenkt uns die Ostsee – sie gibt uns Trost. Dieses Mal war sie dem Anlass entsprechend sehr ruhig und still. Selten einmal habe ich sie so glatt daliegen sehen, selten einmal erschien sie mir so überaus feinfühlig, fast verletzlich, als würde sie mit uns traurig sein.

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Unser Blumengruß entfernte sich auch nur sehr langsam, fast bedächtig und es schien beinahe so, als würde die See genau wissen, in welche Richtung die Blumen zu bringen waren.

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Unser Blumengruß – unterwegs zur Insel Poel

Sie machten sich ganz seicht schaukelnd auf zur Insel Poel, vor der mein Vater seine letzte Ruhe fand. Noch lange schauten wir hinterher.
Mein Vater war immer ein sehr lebenslustiger und humorvoller Mann. Mit ihm wurde jede Geburtstagsrunde, jedes Familientreffen zu einem schönen und heiteren Ereignis. Er wäre so gar nicht damit einverstanden gewesen, wenn wir an diesem Tag, seinem Todestag, nur trauern würden, schließlich war dieser Tag auch der Geburtstag seiner lieben Ehefrau, mit der er mehr als 65 Jahre glücklich verheiratet war.

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Geburtstagsblumen

Er hätte gewollt, dass wir an diesem Tag auch ein wenig fröhlich sein würden und das waren wir am Ende auch, wenn auch nicht gerade überschwänglich.

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Nach unserem Blumengruß von der Seebrücke aus aßen wir in der nahen Gaststätte zu Mittag und danach ging es zu einer kleinen Geburtstagfeier weiter.

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Sogar das jüngste Urenkelkind meiner Mutter war dabei, die kleine Enkelin meines Bruders. Mein Vater hat das kleine Mädchen leider nicht mehr kennengelernt.

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Wie sehr hätte er sich über sein 4. Urenkelkind gefreut. Aber so ist das Leben und so nah sind mitunter Leben und Tod beieinander. Unserer Familie ist gerade das vor drei Jahren sehr eindrücklich demonstriert worden, aber auch, dass das Leben weitergeht für diejenigen, die zurückbleiben und dass es das wirklich tut, das beweist dieses kleine neue gerade mal ein halbes Jahr alte Leben, unser jüngster Geburtstagsgast.

Erstaunlich – nun schreibe ich bereits das 5. Mal an einem Rückblick auf ein vergangenes Jahr aus meinem Leben. Mein Blog geht also auch bereits in sein 5. Jahr, wurde mir inzwischen sogar zu einem lieben Begleiter in guten wie in schlechten Zeiten. Was aber brachte nun das Jahr 2015 für meine Familie und mich? Es war in vielerlei Hinsicht wieder einmal ein Jahr mit Höhen und Tiefen, wobei gefühlt die Tiefen überwogen. Nach einem schönen Jahr 2014, das mit einem gelungenen Weihnachtsfest  und einem gemütlichen Jahreswechsel zu zweit, d.h. zu viert, wie konnte ich die Katzen vergessen, nach 2015 endete, waren wir noch guter Hoffnung, dass es so angenehm weitergehen könnte. Ich hatte vom Weihnachtsmann ein neues Helferchen in die Küche gestellt bekommen, das mir mein hausfrauliches Dasein wieder einmal ein wenig mehr erleichtern würde und so war ich rundum guter Dinge, denn es versprach mir neben Hilfe noch angenehme Genüsse. Wie sich aber bald herausstellte, beschäftigte mich dieses neue Helferchen mehr als das Teil, das es ablösen sollte. Wir hatten unsere gute alte Kaffeemaschine in Rente geschickt und uns dafür zu Weihnachten einen hochmodernen Kaffeevollautomaten gewünscht. Vollautomat hieß für mich, er bringt mir sogar morgens den Kaffee ans Bett. Naja, gut, nicht ganz, aber eben doch fast. Was aber machte dieses neue Teil? Es beschäftigte mich mehr als die alte nun ihren Lebensabend genießende Kaffeemaschine, die nur noch bei familiären Großveranstaltungen würde arbeiten müssen, wenn überhaupt.

Dieser sogenannte Vollautomat forderte mich andauernd zu irgendwelchen Taten auf. Das hatte das alte Teil nie getan, das war geduldig mit mir und erteilte keine Befehle. Hatte ich doch angenommen, der neue Helfer in Kaffeefragen würde das Leben und vor allem das Kaffeezubereiten leichter und angenehmer machen, aber nein, er hatte Chef-Allüren  und beschäftigte mich nahezu pausenlos. Wie sollte mir da am Ende mein heißgeliebter Cappuccino noch schmecken? Okay, Cappuccino kann er wirklich einmalig gut, auch wenn ich ihm immer wieder dabei unter seine Vollautomatenarme greifen muss. Aber Arbeit verteilen kann er mindestens ebenso gut, ich glaube, fast besser als meine ehemalige Chefin. Nun gut, unser neuer Kaffee- und Cappuccinomeister war trotz seiner Eigenheiten noch einer der angenehmen Teile des vergangenen Jahres für uns und er half uns sogar ein wenig über den ersten Schreck der Horrornachricht hinweg, die uns noch am Neujahrstag 2015 erreichte. Herrn Silberdistels Mutter war, wahrscheinlich noch am Silvestertag, schwer gestürzt und hatte sich einen Oberschenkel gebrochen. Eine OP folgte, der Bruch verheilte relativ gut. Doch die Beinverletzung war das geringere Übel, wie sich recht bald im Krankenhaus herausstellte. Der Sturz war offensichtlich die Folge eines Schlaganfalls gewesen. Wir begannen zu begreifen, dass Herrn Silberdistels Mutter wahrscheinlich zukünftig kaum noch in der Lage sein würde, das tägliche Leben ohne Hilfe zu meistern. So verging der Januar zwischen Bangen und Hoffen und vielen Telefonaten mit Herrn Silberdistels Bruder.

Aber trotz des tragischen Beginns brachte uns der Januar auch den einen oder anderen schönen Moment, der wenigstens für kurze Zeit von den Sorgen ablenkte. Die „Stunde der Wintervögel“, zu der der NABU wie alljährlich aufgerufen hatte, war ein solches kleines Highlight für mich und unsere beiden pelzigen Mitbewohner, denn sie waren natürlich auch dabei. Der Winter ließ sich, sicher sehr zur Freude der gefiederten Gartengäste, Zeit. Erst am 24. Januar bedeckten die ersten Schneekrümelchen hauchzart unseren Garten. Einen Tag später war dieser Winterhauch schon fast wieder verschwunden.

Anfang Februar schauten bereits die ersten Krokusse aus der Erde und ließen mit ihrer Farbe fast schon Frühlingsgefühle aufkommen. Das milde Wetter lockte mich auch wieder einmal an die Ostsee, die mir Ruhe, Entspannung und ein wenig Ablenkung von den familiären Problemen schenkte. Aber schon einen Tag nach meinem Besuch am Meer wurde es doch noch Winter im Norden und die Blüten, die bereits an vielen Stellen den Garten zierten, bekamen kleine Schneemützchen. Doch der Wintereinbruch war nur von kurzer Dauer. Der Februar wollte ganz einfach auch einmal ein Frühlingsmonat sein und so setzte er mehr und mehr bunte Farbtupfer in die Landschaft.

Der März lockte die ersten Marienkäfer hervor und in unserem Garten blühte es rundum prächtig. Herrn Silberdistels Mutter machte uns derweil nicht weniger Sorgen. Nach ihrem Krankenhausaufenthalt musste sie, wie wir es bereits befürchtet hatten, in ein Pflegeheim umziehen. Bei unseren Besuchen trafen wir jeweils auf ein erschreckendes Häufchen Unglück. Zum Guten wenden konnten wir leider nichts. Immer wieder gab es für unser Sorgenkind Krankenhausaufenthalte wegen verschiedener Probleme, die aber keine Besserung ihres Zustandes brachten.

Der April zog ins Land und in der Natur tobte das Leben, die Welt draußen wurde von Tag zu Tag farbiger. Unser Leben jedoch wurde nach wie vor von der Sorge um Herrn Silberdistels Mutter bestimmt. Bei Spaziergängen in der Natur suchten wir Entspannung und Ablenkung – so auch zu Ostern, als wir bei herrlichstem Wetter wieder einmal unserem Enten- und dem Mühlenteich einen Besuch abstatteten. Auch bei meiner Mutter war ich wieder zu Besuch. Das Wetter war so schön, dass wir uns zu einem Spaziergang an der Ostsee, im Seebad Wendorf, aufmachen konnten. Das letzte Mal waren wir Ende Januar gemeinsam dort. Ich bin unendlich froh darüber, dass es meiner Mutter so gut geht, dass wir trotz ihres hohen Alters immer noch solche kleinen Ausflüge unternehmen können.

Anfang Mai waren bei den Enkelkindern zu Besuch. Wir genossen die wenigen Tage in Franken sehr, kamen wir doch auch dadurch auf andere Gedanken. Ein Ausflug hinauf auf’s Walberla ließ uns für einen Moment alles andere vergessen – schön war’s dort, in der Gegend mit den vielen Kirschbäumen.
Im Mai war ich nach langer Zeit auch wieder am Strand von Warnemünde. Der Wind, die Seeluft, der Sand, das Meer taten mir gut und machten den Kopf frei. Wenig später war ich auch in Wismar mit meiner Mutter noch einmal an der Ostsee.
Die „Stunde der Gartenvögel“ gehörte im sogenannten Wonnemonat ebenfalls zu den Tagen, die ich ein wenig genießen konnte. Ich tat das, was mir mit am meisten Spaß macht, ich schaute den Vögeln in unserem Garten zu und staunte wieder einmal über die Artenvielfalt auf diesem kleinen Stückchen Erde.
Doch der Wonnemonat endete mit einer schlechten Nachricht für uns. Herrn Silberdistels Mutter war während eines weiteren Krankenhausaufenthaltes für immer eingeschlafen.

Nach einem langen Gespräch mit Herrn Silberdistels Bruder fuhren wir trotz dieser schlimmen Nachricht in unseren geplanten Rhönurlaub. Wir konnten vorerst ohnehin nichts tun und so könnten wir vielleicht Kraft für das schöpfen, was noch vor uns lag. Der Urlaub in der Rhön war schön und tatsächlich ein wenig entspannend für uns beide.

29-Wir müssen Abschied nehmen

Der Juni ist der Monat des endgültigen Abschieds von Herrn Silberdistels Mutter und irgendwie auch ein Abschied für Herrn Silberdistel von seiner alten Heimatstadt Magdeburg. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass wir wenige Wochen später erneut in diese Richtung fahren würden, um uns in der Nähe von Hannover von einer Tante von Herrn Silberdistel für immer zu verabschieden.

30-Unser Bärchen feiert seinen 12. Geburtstag

Im Juli wurde unser Kater 12 Jahre alt. Auch hier ahnten wir noch nicht, dass wir uns auch von ihm bald würden verabschieden müssen.

Zum Glück ahnten wir nichts, denn wahrscheinlich hätten wir sonst unseren Ausflug an die Elbe, zur Festung Dömitz und zu lieben Bekannten, die in der Nähe leben, nicht wirklich genießen können.

33-Geburtstagskind Nr. 2 im Juli

Aber auch unsere Katzendame beging im Juli ihren 12. Geburtstag. Ob sie damals schon mehr wusste als wir, ob sie spürte, dass ihr langjähriger Begleiter sehr krank war?

Im August war unser Ausflug zum Storchendorf Rühstädt der Höhepunkt des Monats. Nach all den Schrecken der letzten Wochen und Monate tat er uns richtig gut, auch wenn wir für diese Fahrt einen recht heißen Augusttag ausgesucht hatten, der uns bei unserem Rundgang durchs Storchendorf ganz schön schwitzen ließ. Zu dieser hochinteressanten Tagestour ins Brandenburgische gehörte auch der kleine Bahnhof Mesendorf mit seiner Kleinbahn Pollo, der wir ebenfalls einen Besuch abstatteten.

Und was richtig guttat nach dem vielen Kummer in den letzten Monaten, war das neue Leben, das wir Silberdistels uns wieder einmal auf dem kleinen Hühnerhof anschauen durfte, auf dem einst Frau Müllers Patenhühner vom Herrundfraumueller-Blog zur Welt kamen.
Leider trübte den August eine böse Magen-Darm-Grippe, die Herr Silberdistel von einem kurzen Männerwanderurlaub mitbrachte. Besonders ich hatte arg daran zu beißen.
In der zweiten Augusthälfte begann ich, mir bereits hin und wieder Sorgen um unseren Kater zu machen. Er fraß schlecht, mäkelte viel am Futter herum. Doch dann schien wieder alles in Ordnung zu sein. Er nahm wieder seine gewohnten kleinen Reviergänge auf, war viel in seinem Garten und genoss die wärmenden Sonnenstrahlen.

Unser Bärchen schien wieder in Ordnung zu sein, sodass wir den geplanten Urlaub mit unserer Enkeltochter Anfang September antreten konnten. Allerdings fragte ich immer wieder unseren Katzenpfleger, ob auch alles mit dem Kater in Ordnung wäre. Die Antwort lautete stets, dass alles gut wäre, er würde gut fressen und auch immer beim Erscheinen des Ersatzpflegers zur Stelle sein, während er nach der Katzendame öfter erst im Hause suchen müsste. Der Urlaub mit Enkelin war wunderschön und machte beiden Seiten, Großeltern und Kind, viel Spaß.
Nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub fraß der Kater von Tag zu Tag schlechter. Ich machte mir ernsthaft Sorgen um ihn und hielt schließlich einen Tierarztbesuch für unumgänglich. Der Tierarzt untersuchte meinen pelzigen Freund sehr gründlich und vermutete eine Nierenangelegenheit, evtl. auch ein Zahnproblem, was auf die eine oder andere Art sicher zu kurieren wäre. Er verordnete ein Antibiotikum und eine Woche später sollten die Nierenwerte untersucht und eine eventuelle Zahnbehandlung durchgeführt werden. Das Medikament schien jedoch für meine Begriffe überhaupt nicht anzuschlagen, der Kater fraß nur noch auf meine dringliche Bitte hin und magerte mehr und mehr ab.

Einen Tag vor dem nächsten Untersuchungstermin machten mein Herr Silberdistel und ich einen Ausflug zu den Ivenacker Eichen. Es war unser Hochzeitstag. Wir erlebten wunderschöne Stunden in herrlicher Natur, dennoch saß mir beim Rundgang durch den Ivenacker Tierpark der Tierarzttermin wie eine unheilvolle Drohung im Nacken.

Der nächste Tag wurde einer der schwersten für mich in diesem unheilvollen Jahr 2015, ich musste mich von unserem langjährigen Freund verabschieden. Der Tierarzt legte mir sehr nahe, unser Bärchen zu erlösen. Die Untersuchungen hatten ein schlimmes Ergebnis zutage gefördert. Die Nieren hatten ihre Funktion quasi aufgegeben und das Maul unseres Bärchens war voller Entzündungen, die letztendlich auf das Nierenversagen zurückzuführen waren. So musste ich eine Entscheidung fällen, die mir unsagbar schwerfiel. Aber ich hoffe, für unser Bärchen das Richtige getan zu haben. Gegen meinen Schmerz hilft dieser Gedanke wenig. Ich bin immer noch unendlich traurig, wenn ich an diesen Tag und unseren lieben Kater denke.

Der Oktober kam und mit ihm ein Vorschlag von Herrn Silberdistel, wieder ein Kätzchen in unser Haus zu holen – zur Gesellschaft für unsere Katzendame und, wie er mir erst viel später verriet, als Trost und Ablenkung für mich. Und so kam das kleine Übel über uns, von dem hier neuerdings schon recht oft die Rede war. Aber die alteingesessene Katzendame und der kleine Kater hatten zunächst so ihre Probleme miteinander. Wir beobachteten das Gezanke eine Weile und entschlossen uns dann, dem kleinen Kater ein Wurfgeschwisterchen dazuzugesellen. Damit hätte er einen Spielgefährten und unsere Katzendame hätte vielleicht ihre Ruhe vor dem spielwütigen kleinen Kerl. So hatten wir bald darauf eine 3. Katze im Hause und wie sich zeigte, ging unsere Rechnung offensichtlich auf.

Inzwischen gibt es hier unter den drei Katzen ein gutes Miteinander und auch mir tun die beiden Jungspunde mit ihrem überschäumenden Temperament gut. Sie haben sich als heilende Therapie gegen den Verlustschmerz erwiesen, auch wenn er immer noch irgendwo in mir schlummert.

Der November stand wieder im Zeichen des Gedenkens an meinen Vater. Zusammen mit meiner Mutter und drei weiteren lieben Familienangehörigen nahm ich auch an der diesjährigen Gedenkfahrt auf der Ostsee teil, die für meinen Vater und andere Menschen, die ihre letzte Ruhestätte in der Ostsee gefunden haben, stattfand. Ansonsten haben wir den recht warmen November genossen und an den beiden neuen Mitbewohnern viel Freude gehabt. Leider erreichte uns zu Ende des Monats noch eine weitere Hiobsbotschaft. Ein lieber Freund hatte einen tödlichen Unfall erlitten.

50-Noch einmal müssen wir Abschied nehmen

So waren unsere Gedanken im Laufe des Jahres fast ständig mit eher schlimmen und tragischen Ereignissen beschäftigt, kein Wunder also, dass wir uns von der Adventszeit fast ein wenig überrumpelt fühlten. Irgendwie war im Jahr 2015 kaum Zeit gewesen für Ruhe, geschweige denn für Besinnlichkeit. Mitte Dezember nahmen wir auf einer Trauerfeier Abschied von unserem Freund, der im November Opfer eines tragischen Unfalls wurde. Das Jahr hatte tragisch begonnen und so endete es auch für uns. 2015 brachte uns den Verlust von drei uns nahestehenden Menschen und den Abschied von unserem langjährigen pelzigen Freund, unserem Bärchen. Unter dem Strich war das vergangene Jahr für uns kein schönes Jahr. Umso dankbarer sind wir für die kleinen Lichtblicke, die es uns zwischendurch dann doch immer wieder bescherte. Zwei davon laufen seit Oktober fröhlich und unbeschwert durch unser Haus – zwei mit tröstender und heilender Wirkung.

Ein kleines Adventsgeschenk für unsere beiden neuen pelzigen Mitbewohner war ihr erster Ausgang in unserem Garten. Mit großen staunenden Augen saßen sie da und bewunderten eine Welt, die sie bisher nur vom Fenster aus kannten. Auch für uns war dieser Augenblick des Staunens und der sichtbaren Begeisterung ein schöner Moment.

Etwa von da ab, Mitte Dezember, verlief der Rest der Vorweihnachtszeit dann endlich auch bei uns etwas entspannter, für mich auch gelegentlich in der Küche beim Plätzchenbacken. Das Weihnachtsfest verlebten wir mit Kindern und Enkelkindern. Wir hatten schöne gemeinsame Tage. Ruhig und entspannt und nur im Kreise unserer Katzen-Mensch-Familie ging das Jahr 2015 für uns zu Ende – mit der Hoffnung im Herzen, dass das neue Jahr Besseres für uns bereithält.

Hoffen wir also auf ein gutes 2016

Hoffen wir also auf ein gutes 2016

 

Auch wenn es mir immer noch schwerfällt, all die Bilder, die im Laufe von fast 12 Jahren Zusammenlebens mit unserem Kater entstanden sind, anzuschauen, habe ich hier nun doch eine ganze Reihe von Fotos zusammengestellt, Fotos, die ganz besonders liebe Erinnerungen in mir wecken. Wir haben unserem Bärchen, der am 24. September 2003 bei uns einzog, so viele wundervolle Stunden zu verdanken, dass ich ihm hiermit noch einmal ein riesengroßes Dankeschön dafür sagen möchte. Mit seinen ersten vorsichtigen Schritten in sein neues Heim bei uns und somit auch in unser Leben begann eine wundervolle Freundschaft zwischen zwei Menschen und zwei kleinen pelzigen Wesen.

24. September 2003 - für ein kleines Katerchen beginnt ein neuer Lebensabschnitt

24. September 2003 – für ein kleines Katerchen beginnt ein neuer Lebensabschnitt

Zwei Tage zuvor war bereits ein winziges graues Katzenmädchen bei uns eingezogen, das nun voller Freude den pelzigen Neuzugang begrüßen wollte. Dem kleinen Kater war das winzige Mädchen zunächst noch etwas unheimlich und er fauchte das neugierige graue Fellbündel erst einmal auf etwas Abstand zurück.

Hmmm, riecht es hier nicht irgendwo lecker nach Futter?

Hmmm, riecht es hier nicht irgendwo lecker nach Futter?

Eine ganze Weile blieb er noch in seinem Transportkorb sitzen, beäugte verwundert die neue Umgebung und dann, dann fasste er sich ein Herz. Ob der Hauch von herrlichem Futterduft der Auslöser dafür war, dass er aus dem Körbchen kletterte?

Tatsächlich - hier stehen sehr leckere Sachen fürs Bäuchlein

Tatsächlich – hier stehen sehr leckere Sachen fürs Bäuchlein

Die Vermutung schien uns doch sehr nahezuliegen, denn er wackelte zielsicher auf den Futternapf zu und füllte gierig das kleine Katerbäuchlein. Als sich schließlich der pelzige Bauch rund und wohlig anfühlte, war es Zeit für eine Entdeckungsreise durch eine ihm noch völlig unbekannte Gegend, in die ihn diese zwei Menschen gebracht hatten. Naja, unbedingt schlecht konnten sie es wohl nicht mit ihm meinen, da sie sogar Futter für ihn bereitgestellt hatten.

Na, spielst Du mit mir Katerchen? Bitte!

Na, spielst Du mit mir, Katerchen? Bitte!

So machte er sich neugierig auf den Weg, schaute hier und schaute dort und unterwegs traf das Katerchen doch tatsächlich auch wieder auf dieses kleine kätzische graue Bündel, das sich ihm, kaum, dass das bis dahin sichere Körbchen geöffnet war, so keck genähert hatte. Das war ihm dann doch etwas unheimlich gewesen, obwohl das graue Etwas, was ihm jetzt erst auffiel, doch eigentlich viel kleiner war als er. Aber als das Katzenmädchen so unerwartet vor dem Körbchen stand, war es ihm noch nahezu riesig erschienen.  Machte das kleine Mädelchen da nicht schon wieder Annäherungsversuche? Keck und zum Spiel auffordernd schaute es den vermeintlichen neuen Spielkameraden an. Die beiden Menschen hatten sich während der letzten zwei Tage ja sehr bemüht, sich lustige Spiele für das Katzenmädchen einfallen zu lassen, aber ein richtiger kleiner Kater war doch etwas ganz anderes. Wahrscheinlich hatten die Menschen gemerkt, dass dem kleinen Kätzchen die Geschwister zum Herumtollen fehlten. Vielleicht waren manche Menschen doch klüger, als es die Katzenmutti ihnen erzählt hatte. Diese beiden Menschen hier hatten offensichtlich schnell begriffen, dass sie kein vollwertiger Ersatz für einen richtigen pelzigen Spielkameraden waren. Der kleine Kater ließ sich auch nicht mehr lange bitten und ging erst vorsichtig, dann immer wilder auf die Spielaufforderung des kleinen grauen Katzenwesens ein. Offensichtlich war da im Hause Silberdistel gerade wild spielend eine Freundschaft fürs Leben geschlossen worden.

Schon bald sind die wildesten Spiele im Gange

Schon bald sind die wildesten Spiele im Gange

Von diesem Tag an ging es bei uns immer hoch her. Aber durch ihre Unbeschwertheit und Ausgelassenheit nahmen mir diese beiden Fellbündel ein wenig von dem Verlustschmerz, der mir zeitweilig immer noch die Brust abschnürte. Die beiden Pelzwesen waren in unser Leben getreten, nachdem 6 Wochen zuvor ein anderer lieber und treuer Freund nach 13 Jahren Zusammenlebens mit uns für immer die Augen geschlossen hatte. In seinen letzten Stunden musste er sehr leiden, was mir schier das Herz zerriss. Nie wieder im Leben wollte ich eine Katze, weil ich glaubte, es nicht noch einmal ertragen zu können, einen so langjährigen lieben und treuen Freud sterben zu sehen. Er fehlte mir furchtbar in den Tagen und Wochen nach seinem Tod. Ich glaubte fast, um einen geliebten Menschen könne man nicht tiefer trauern. Es war eine schlimme Zeit für mich ohne dieses geliebte Tier. Immer wieder glaubte ich, ihn irgendwo zu hören oder umherhuschen zu sehen. Schon seltsam, was die Sinne uns mitunter vorgaukeln, wenn man mit einem Verlust nicht fertig wird. Irgendwann, fast unbemerkt für mich selbst, begann ich, in den Anzeigenteilen unserer Tageszeitung die Annoncen über Tiere, die ein neues Zuhause suchen, anzuschauen. Es war Herbst geworden und die ersten im vergangenen Frühjahr und frühen Sommer geborenen Kätzchen suchten per Anzeige ein neues Zuhause. Und eines Tages stachen plötzlich zwei Anzeigen in mein Auge, die mich nicht mehr losließen. Ein Mix aus Norwegischer Waldkatze und Perserkatze war in gute Hände abzugeben und drei Maine Coon Katerchen suchten ein Zuhause. Als ich meinem Herrn Silberdistel die Anzeigen vorlas, fragte er: „Wollen wir anrufen?“ Unbewusst hatte ich das mit dem Vorlesen der Annoncen wohl selbst gewollt, aber jetzt, nach seiner laut ausgesprochenen Frage wusste ich es, ja, ich wollte. Vielleicht würde so ein kleines Fellbündel meinen Schmerz sogar etwas mildern können.

Eine aufregende Zeit begann für zwei Katzen- und zwei Menschenwesen

Eine aufregende Zeit begann für zwei Katzen- und zwei Menschenwesen

Und so zogen wenige Tage später erneut erst ein Katzenwesen und dann ein zweites in unser Heim – ein 8 Wochen altes Perser-Norweger-Mix-Mädchen und ein 12 Wochen alter Maine Coon Kater. Eine aufregende und fröhliche Zeit begann und zwei kleine pelzige Wesen brachten mir mein Lachen und meinen Humor zurück.
Gerade geht es mir wieder ähnlich wie damals, als der Vorgänger von unserem Bärchen starb, nur jetzt ist noch ein Trostkätzchen in unserem Hause – die kleine graue Eminenz. Sie lässt mich das alles doch ein wenig besser ertragen. Mit ihrem fröhlichen Wesen und ihrer Beschäftigungstherapie, sie braucht immer und überall einen Türöffner, Türschließer, Streicheleinheitenverteiler, Spielkameraden und Dosenöffner, hält sie mich in Trapp und bringt mich immer wieder zum Lächeln.  Vielleicht hat ihr Bärchen noch ans Herz gelegt: „Kümmere Dich um unsere Silberdistel, wenn ich nicht mehr da bin.“

Jetzt, nachdem ich Euch den Beginn der Lebensgeschichte unseres Bärchens erzählt habe, möchte ich Euch gern noch mitnehmen auf eine kleine Reise in Bildern durch die 12 Jahre, die unser Katerling hier bei uns Silberdistels verbracht hat. Ich denke, es waren gute und erfüllte Jahre für ihn, denn hätte er sich bei uns nicht wohlgefühlt, er hätte jederzeit gehen können. Der Weg in die große weite Welt stand ihm immer offen. Aber er ist geblieben und er ist auch jetzt wieder hier – bei uns … Nicht zuletzt waren diese Jahre mit unserem Bärchen und seiner Katzenfreundin auch wundervolle Jahre für uns Menschen, Jahre, die wir gegen nichts in der Welt würden eintauschen wollen. Er war uns ein lieber und treuer Freund, den wir ganz sicher niemals vergessen werden. Danke, Bärchen, für alles, was Du uns gegeben hast ♥

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Wir sind unendlich traurig

Veröffentlicht: 25. September 2015 in Fotos, Garten, Tiere
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Vorgestern, am Mittwoch, dem 23. September 2015, hat unser langjähriger pelziger Freund, liebevoll von uns Bärchen genannt, kurz nach dem Mittagsläuten für immer die Augen geschlossen. Es ist ein fast unsagbar schmerzvoller Abschied für uns von einem Freund, der uns beinahe 12 Jahre unseres Lebens begleitet hat.

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Seinen letzten Ruheplatz hat er in unserem Garten gefunden. Noch tut es sehr weh, wenn wir vor diesem kleinen Grabhügel stehen und an die letzten Tage und Stunden mit ihm denken. Aber irgendwann wird sich sicher auch wieder ein Lächeln in unser Gesicht stehlen, wenn wir an unser Bärchen und die schöne Zeit, die wir mit ihm verbringen durften, denken.

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Danke, Du Lieber, für die vielen schönen, lustigen und durchaus auch tröstenden Stunden, die Du unserem Leben geschenkt hast. Du wirst immer ein wundervoller Teil unseres Lebens bleiben und irgendwie wirst Du in unserem Garten auch weiter teil an unserem Leben haben. Schlaf gut, mein Großer ♥ Wir vergessen Dich ganz sicher nicht. Ein Platz in unseren Herzen wird für immer besetzt sein – von Dir ♥

… aber sinnlos. Ich weiß, ich habe mich da mit dem größten Teil des Satzes bei Loriot bedient.

Was für ihn der Hund war, das ist für mich die Katze. Tiere gehörten auch zu Loriots Leben. So denke ich, dass er, der einen großen Teil seines Lebens mit Hunden teilte, nichts dagegen gehabt hätte, dass ich mir hier einfach ein paar Worte bei ihm ausgeliehen habe. Loriots Hund ist halt meine Katze. Wie also sollte ich es treffender ausdrücken können, was mir das Zusammenleben mit meinen Vierbeinern bedeutet? Mir fällt nichts ein und Loriot zwinkert mir verständnisvoll zu. Danke dafür! Aber lange Rede kurzer Sinn, eigentlich wollte ich auf den heutigen Weltkatzentag hinaus. Die Gemüter streiten sich oder stritten sich irgendwann einmal darüber, ob es überhaupt einen Katzentag gibt oder nicht. Jedenfalls ist wohl nicht so recht bekannt, wer diesen Tag einmal ins Leben gerufen hat. Ich könnte mir allerdings denken, dass da vielleicht sogar eine Katze ihre Pfoten im Spiel hatte. Schließlich steht der Katze so ein Tag zu, davon ist sie ganz sicher zutiefst überzeugt. Jede Nudel hat ihren Welttag. Warum also nicht auch die Katze? Und in voller Überzeugung, das Richtige zu tun, hat die Katze gehandelt und schlicht und einfach  einen Weltkatzentag ausgerufen. Plötzlich und unerwartet … Nein, eigentlich nicht unerwartet, mehr doch wohl erwartet war dieser Tag da. Wir alle wissen: Katzen sind Göttinnen und einer Göttin gehört Aufmerksamkeit und Hochachtung. Da war doch so ein Katzentag längst überfällig und hast Du nicht gesehen, schlich er sich ganz heimlich, still und leise ein und die Katze, die ihn ins Leben gemaunzt hat, sitzt da und lacht sich eins in ihr Katzenfäustchen. Ist ja aber eigentlich auch egal, ob nun die Katze oder wer auch immer … Wie dem auch sei, wir lieben und hassen diese eigenwilligen pelzigen Wesen gleichermaßen.

Diese pelzige Dame beherrscht unser Leben seit Ende September 2003

Diese pelzige Dame beherrscht unser Leben seit Ende September 2003

Ich gehöre mehr zu denen, die ihnen zu Füßen liegen und die dankbar dafür sind, ihnen dienen zu dürfen.

Und dieser Kater ist seit Oktober 2003 auch nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken

Und dieser Kater ist seit Oktober 2003 auch nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken

Darum gibt es hier heute für meine derzeitige Herrschaft auch ein ganz besonderes schmackhaftes Leckerli und einen extra Streichler. Und offizieller Katzentag hin, Weltkatzentag her, bei den Silberdistels IST heute ganz einfach Katzentag und zugleich ein Dankeschöntag an die sechs Fellträger, mit denen wir bisher unser Leben teilen durften.

Der Kater, der mich eine Weile während meiner Kindheit durchs Leben begleitete

Der Kater, der mich eine Weile während meiner Kindheit durchs Leben begleitete

Einer der sechs Fellträger gehört in Herrn Silberdistels Kindheit (leider gibt es davon kein Foto) und ein weiterer, der kleine Schwarzweiße hier oben, gehört in mein Leben vor vielen Jahren, in klein Silberdistels Kindheit.

Ein Katerchen, das sich still und heimlich in unser Herz schlich und 5 1/2 Jahre später einfach verschwand

Ein Katerchen, das sich still und heimlich in unser Herz schlich und 5 1/2 Jahre später im heißen Herbst 1989 genauso heimlich einfach wieder verschwand

Die anderen vier Fellbündel gehören in unsere gemeinsame silberdistelige Familie.

Ein Kater, den uns eine unserer Töchter einst einfach aufs Auge drückte - 13 Jahre lebte er bei uns

Ein Kater, den uns eine unserer Töchter einst einfach aufs Auge drückte – 13 Jahre lebte er bei uns

Wir haben mit all diesen pelzigen Vierbeinern wunderschöne Stunden erlebt. Sicher, auch aufregende und traurige Stunden waren darunter. Letztendlich jedoch haben sie unser Leben ungemein bereichert und wir möchten die Zeiten mit ihnen nicht missen. Sie waren überwiegend schön, entspannend, unterhaltsam, nicht wegzudenken aus unserem Leben. Danke dafür, Ihr Pelzträger! Ihr werdet immer ein unvergesslicher Teil unseres Lebens bleiben, auch Ihr, die Ihr nicht mehr da seid. In unserer Erinnerung seid Ihr immer noch so lebendig wie am ersten Tag unserer Begegnung.

Manchmal …

Veröffentlicht: 22. Juni 2015 in Allgemein
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… bürdet uns das Leben auch schwere Tage auf …

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* Heute ist ein solcher Tag für uns *

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*Wieder einmal müssen wir Abschied nehmen*

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„Ein Leben ohne“ Buch „ist möglich, aber sinnlos“ – so möchte ich heute zum „Welttag des Buches“ einmal einen der vielleicht bekanntesten Sätze von Loriot ein wenig abändern. Für diejenigen, die nicht wissen, wovon Loriot ursprünglich sprach, möchte ich hier schnell noch die Auflösung des Rätsels anfügen. In Loriots Satz stand anstelle des Buches der Mops – der Hund also, der so oft zitierte beste Freund des Menschen und in diesem speziellen Fall der beste Freund von Loriot. Ich als Katzenmensch würde das natürlich etwas anders sehen. Mein Leben ist durchaus auch ohne Hund nicht sinnlos, aber ohne Katze wäre es schon ein bisschen weniger schön und vielleicht sogar nahe an sinnlos, aber ganz bestimmt sinnlos wäre mein Leben ohne Buch. … und schon bin ich bei meinem eigentlichen Anliegen gelandet. Ich möchte nämlich auf den „Welttag des Buches“ hinweisen, der sich mit dem heutigen Tag das 20. Mal jährt. In Zeiten, in denen mehr  auf  digitale Technik als auf zartes raschelndes Papier Wert gelegt wird, möchte ich dem lieben alten Buch mit seinem so ganz eigenen Geruch nach Druckerschwärze und Papier noch einmal mein Herz zu Füßen legen und ihm meine tiefe Liebe erklären, auch wenn ich meinen E-Book-Reader inzwischen ebenfalls sehr zu schätzen weiß. Kann ich doch mit ihm quasi all meine Lieblingsbücher immer bei mir haben, sei es während einer Wartezeit beim Arzt oder wenn es in den Urlaub geht. Die Extrareisetasche für unseren Lesestoff fällt neuerdings extrem klein aus. Sie muss nämlich nur zwei E-Book-Reader fassen. Früher mussten pro Kopf mindestens 3 Bücher mit ins Gepäck, manchmal sogar mehr – als Reserve für eventuelle Regentage, die schließlich auch irgendwie ausgefüllt sein wollten. Was lag da näher, als ein gutes Buch zu lesen? Ja, so ändern sich die Zeiten. Dennoch, E-Book-Reader hin, E-Book-Reader her, ohne die geliebten bunten papiernen Gesellen mag ich mir mein Haus nicht vorstellen. Ohne die vielen Bücherregale voll mit Geschichten und Abenteuern und voll mit dem enorm umfangreichen Wissen der Sachbücher würde mir etwas fehlen, würde mir ein ganz persönlicher, lieb gewordener Freund fehlen.

SONY DSC… und genau auf einen solchen Freund möchte ich heute, am „Welttag des Buches“  zu sprechen kommen – auf eines meiner Lieblingsbücher aus Kindertagen. Zu meinem Leben gehörten Bücher bereits, als ich noch gar nicht lesen konnte. Ich erinnere mich mit einem herrlichen Wohlgefühl daran, dass mein Vater in seiner freien Zeit oft im Sessel saß, meine Mutter mit einer Handarbeit ihm gegenüber und ich spielend unten auf dem Teppich und mein Vater las aus einem Roman vor. Meine Mutter war selbst nie eine große Leserin, selten einmal habe ich sie mit einem Buch in der Hand gesehen. Aber eine wundervolle Zuhörerin war sie damals schon und sie ist es heute noch immer. Ich glaube, wir haben diese gemütlichen Vorlesenachmittage und -abende alle drei sehr genossen, auch wenn ich sicher mitunter einiges aus diesen Erwachsenenbüchern nicht so recht verstanden habe. Die Atmosphäre allein war etwas enorm Wundervolles, etwas, das ich nie vergessen werde. Es war ein Gefühl von Wärme, Zuneigung, von Miteinander, von Zusammengehörigkeit.
Als ich dann endlich selbst lesen konnte, kam zu diesen Vorlesestunden eine Zeit, in der ich auch allein auf Abenteuerreise gehen konnte. Auch das war wichtig für mich. Ich verschlang ein Buch nach dem anderen. Auf dem Geburtstagstisch lagen natürlich von da an immer Bücher und auch zu Weihnachten fehlte nie ein Buch auf dem Gabentisch. Eines Tages, ich weiß nicht mehr, ob es zu einem Geburtstag, zu Weihnachten oder zu einem anderen Anlass war, wickelte ich das Buch „Frank“ von Karl Neumann aus seinem buntem Geschenkpapier. Der Frank auf dem Cover eroberte sofort mein Herz und er besitzt es irgendwie noch heute. Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Buch inzwischen gelesen habe. Sogar als schon sehr erwachsene Frau habe ich es immer wieder zur Hand genommen, um noch einmal in die Erlebniswelt dieses Buches abzutauchen und jetzt, jetzt liegt es gerade wieder neben mir und wartet darauf, erneut aufgeschlagen und gelesen zu werden.

SONY DSCWorum es in „Frank“ geht? Natürlich um einen Jungen mit diesem Namen, um seine Probleme in und mit seiner neuen Klasse, um die Idee, ein Kanu zu bauen und um, wie wir auch der kurzen Inhaltsangabe auf der Buchrückseite entnehmen können: „… Abenteuer und Träume, Siege und Niederlagen, Freundschaft und Feindschaft, Glück und Traurigkeit und die Liebe zu dem Mädchen Irene.“

Ein wenig widerspiegelt dieses Buch auch meine Kindheit und Jugend. So viel anders und simpler als die Kinder und Jugend von heute erlebten wir die Welt, dennoch war auch sie voller Abenteuer, Leben, Lachen und manchmal sicher auch Traurigkeit. Es war noch eine andere Welt, in der es uns Kindern aber trotzdem an nichts mangelte, eine Welt, in der es nur richtige Bücher aus Papier und gedruckten Buchstaben gab. Ich hoffe, diese Welt der gedruckten Bücher bleibt uns noch lange erhalten – gern NEBEN dem modernen elektronischen Buch, das eine neue Welt verkörpert, die aber auch Teil unseres Lebens und aus diesem ebenfalls nicht mehr wegzudenken ist. Schön wäre es, wenn sie beide gut miteinander auskämen – der alte, in die Jahre gekommene Freund und der jugendliche Bursche mit all seiner Frische und seiner modernen Technik.

Das gedruckte Exemplar meines lieben „Frank“, das in meinem Bücherschrank schon viele Jahre sein Zuhause hat, ist nicht mehr jenes, das ich einst geschenkt bekam. Das steht inzwischen bei einem meiner Kinder. Aber weil  mich dieser „Frank“ nie so richtig losgelassen hat, ist irgendwann eine der Ausgaben, die auch noch zwei Folgebände zu „Frank“ enthält – nämlich „Frank und Irene“ und „Frank bleibt Kapitän“ – in meiner Büchersammlung gelandet. Diese Drei-Bände-in-einem-Band-Ausgabe ist wie auch die Einzelbände um Frank im Kinderbuchverlag Berlin erschienen. Mein Exemplar  ist eine 2. Auflage aus dem Jahre 1989. Übrigens gibt es die Bücher noch zu kaufen – sowohl als Einzelbände als auch als Sammelband, wobei der Sammelband wohl schon mehr als Liebhaberstück durchgeht und man dafür unter Umständen entsprechend mehr Euros auf den Tisch legen muss.

Welches Buch auch immer, nehmt heute zur Feier des „Welttages des Buches“ doch wieder einmal eines Eurer Lieblingsbücher, ein nach Farbe und Papier duftendes Buch, aus Eurem Bücherschrank, streichelt ihm liebevoll über seinen Buchrücken und sagt ihm ein Dankeschön für all die schöne Zeit, die Ihr mit ihm verbringen durftet. Ich denke, das Buch mit seinen raschelnden und so gut duftenden Papierseiten hat es sich verdient, dass wir ihm heute unsere ganz besondere Aufmerksamkeit schenken.