Mit ‘Klosterkirche’ getaggte Beiträge

In meinem Beitrag über unsere Torty, die sich unlängst bei unserem Nachbarn versehentlich eine kleine Auszeit von uns nahm, erwähnte ich es bereits – wir Silberdistels haben endlich das Kloster Jerichow besucht.
Wie oft in unserem Leben sind wir schon an diesem beeindruckenden Bauwerk vorbeigefahren, wenn wir unterwegs zu einem Besuch bei Herrn Silberdistels Eltern oder von dort wieder auf dem Weg zu uns nach Hause waren? Der Ort Jerichow, nicht weit von Tangermünde entfernt (vielleicht ist ja Tangermünde etwas bekannter), liegt praktisch auf der Strecke, die wir immer gern benutzt haben, wenn wir uns zu einem Besuch Richtung Magdeburg auf den Weg gemacht haben.

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Kloster Jerichow

Nun endlich haben wir uns Kloster Jerichow auch ganz aus der Nähe angeschaut. Dieses Mal war unser Ziel direkt das ehemalige Kloster unweit der Elbe, denn seit Schwiegermutters Tod vor zwei Jahren zieht es uns eher selten noch in diese Richtung. Der Ausflug jedoch hat sich durchaus gelohnt. Kloster Jerichow hat uns nicht enttäuscht.

Es wurde übrigens 1144 als Prämonstratenserstift gegründet und vier Jahre nach seiner Gründung an seinen heutigen Standort verlegt. Um den Zeitpunkt seiner Verlegung wurde auch mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Fertiggestellt wurde das gewaltige Bauwerk aber erst 1250.
Interessant ist vielleicht noch, dass Kloster Jerichow, auch wenn das gesamte Gebäude-Ensemble klösterlichen Charakter trägt, nie im eigentlichen Sinne ein Kloster war.  Die Prämonstratenser lebten und wohnten nicht ausschließlich im Kloster. Sie hatten sich vor allem der Mission und der Seelsorge verschrieben, waren also zum großen Teil außerhalb des Klosters tätig.

Während des 30jährigen Krieges hatte der Klosterbau arg zu leiden, z.T. wurde er regelrecht verwüstet. Auch während des 2. Weltkrieges erlitt der Bau erneut starke Beschädigungen.
Ab Mitte der 50er Jahre bis etwa 1960 begann man, erstaunlicherweise also bereits zu DDR-Zeiten, mit einer Instandsetzung der Kirche. Doch letztendlich waren die Schäden so gewaltig, dass man sich 1998 gezwungen sah, die Anlage vorerst baupolizeilich zu sperren.
In den Folgejahren wurden dann vom Land Sachsen-Anhalt nicht unerhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, um das Kloster wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Und dieser neue Glanz steht dem gesamten Kloster-Ensemble ausgezeichnet.
Gefunden habe ich diese geschichtlichen Eckpunkte über Kloster Jerichow übrigens hier. Wer also gern noch ein wenig mehr darüber lesen möchte, der kann gern auch dort noch einmal schauen.

Wir Silberdistels waren sehr angenehm überrascht von dem, was wir vorfanden. Aus Klosterkirche, dazugehörigen Gebäuden und dem Klostergarten ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Es lohnt sich, dort einmal reinzuschauen und sich mit eigenen Augen zu überzeugen.

Aber nun genug der Vorrede, ab ins Kloster! Wobei … erst einmal mussten wir natürlich einen kleinen Obolus löhnen, bevor wir wirklich hinein durften. Nebenher kam ich natürlich genau dort an der Kasse auch wieder einmal nicht an den angebotenen Büchern vorbei. So wanderte, wer hätte es gedacht, ein Kochbuch mit alten Rezepten in meinen Rucksack. Ich habe ja bisher auch kaum Kochbücher 😉

Aber nun wirklich los und auf ins Kloster!

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Was wandelt denn dort hoch oben auf einem der Hausdächer?

Auf einem der Dächer der Häuserreihe links von uns fallen mir unterwegs zum Eingangsbereich der Klosteranlage zwei witzige Figuren auf. Es ist zwar helllichter Tag, aber wahrscheinlich wandeln sie immer – unabhängig von Tages- oder Nachtzeit.
Wenig später stehen wir vor dem Eingang zum Klosterbereich – kein Kartenabreißer weit und breit, kein Chipkontrolleur. Selbst sind hier Mann und Frau und müssen Avtomat bedienen können.

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Dann also los – auf ins Kloster!

Herr Silberdistel hat zunächst ein kleines Problem mit dieser Automaten-Hürde, denn ohne die richtige Brille ist hier der Tastsinn gefragt. Man muss nämlich einen Chip, den wir an der Kasse bekamen und der mit mehreren Rillen versehen ist, in die richtige Position bringen, erst dann passt er in den Automaten, der schließlich die Eingangsschleuse zum Klosterbereich öffnet. Doch wir packen das Problem noch recht schnell, zumal von der anderen Schleusenseite hilfreiche Tipps kommen. Aber ich bin sicher, wir hätten es auch früher oder später allein geschafft 😉

Bevor wir uns nun zur allgemeinen Klostereinstimmung erst einmal ins Museum aufmachen, muss mein Gärtnerauge den hübschen Steingarten im Innenhof an der Geist-Brennerei bewundern. Aber dann geht’s hinein ins Museum. Dort gibt es allerlei Interessantes rund ums Kloster zu sehen – nicht nur Kirchenglocken und diverse Tonscherben. Vielleicht schaut Ihr ja irgendwann einmal selbst hinein. In der Bilderschau gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die Museumsluft.

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Nach dem Museumsrundgang locken uns unsere Mägen mit unwiderstehlicher Gewalt in den Klostergarten. Ein Wegweiser sagt nämlich, dass es dort nicht nur Garten, sondern auch ein Café geben soll. Scheinbar können Mägen lesen und vor allem dulden sie keinen Widerspruch 😉

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Letztendlich sind wir rundum zufrieden. Kaffee, Cappuccino und Torte haben gehalten, was sie zu versprechen schienen. Sie waren äußerst lecker und der Klostergarten gab zu Speis und Trank mit dem buntem Vogelgezwitscher rundum aus all dem Grün und dem Blick aufs Storchennest hoch über uns auf dem Schornstein unseres urigen Cafés eine wunderbare Atmosphäre.  So ist Entspannung pur.
Und als ich im Gemüse- und Kräutergarten ein wenig später auch noch für meinen Garten zuhause fündig werde, könnte ich den Tag bereits als nahezu perfekt gelungen einordnen.
Aber wie es so ist, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber erst einmal war ich des Lobes voll und bereits wieder voller Tatendrang, denn dort hinten harrte unserer noch ein Backsteinmuseum.

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Nach dem Backsteinmuseum fehlt uns nun nur noch der Blick ins eigentliche Heiligtum – in die Klosterkirche. Mich interessiert zuvor natürlich noch einmal der Steingarten, den ich gleich zu Anfang unseres Rundgangs bewundert habe. Und während ich dort die Pflanzen anschaue, bemerke ich plötzlich gegenüber an der Hauswand einen Spatzen und ein Loch in der Wand, in dem Vater Haussperling kurz darauf verschwindet. Ich sehe gerade noch sein fedriges Hinterteil weghuschen und schon klingt lautes Babyvogelgeschrei von der Wand zu mir herüber. Da habe ich also eben den Eingang zu einer Spatzenkinderstube entdeckt. Wenig später taucht auch Mama Haussperling auf, um die Kinder zu versorgen. Was für eine nette Begebenheit nebenbei. Klosterleben kann doch so vielseitig sein.

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Zeit für den Kirchgang! Ich bin gespannt, was uns dort erwartet. Herr Silberdistel ist mir wieder einmal etwas voraus und wandelt bereits unter Gewölben dahin. Nur schnell hinterher, damit wir nichts verpassen!

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Beeindruckend, was wir zu sehen bekommen! Gewaltig, diese Höhe. Wie unscheinbar klein man sich doch vorkommt angesichts solcher unendlich erscheinender Höhe und wie spannend muss es gewesen sein, so etwas entstehen zu lassen.
Die Klosterkirche Jerichow gehört übrigens zu einem der ältesten Backsteinbauten Norddeutschlands. Wie schön, dass man ihr mit viel Geld, Mühe und Liebe wieder zu ihrer alten Pracht verholfen hat.

Nicht nur uns hat es in Jerichow gefallen. Auch die Störche scheinen sich dort wohlzufühlen. Wir entdecken auf einem Gebäude noch eine weiteres Storchennest und das, so finden wir, ist ein guter Abschluss für unseren Klosterbesuch.

Glücklich und zufrieden mit den gelungenen Tag machen wir uns wieder auf den Heimweg und dort spuckt uns dann unsere Torty in die Suppe dieses ansonsten so schönen Tages. Unser pelziges Dreigestirn will nämlich noch einmal hinaus in den Garten, als wir wieder daheim aufschlagen. Natürlich gönnen wir ihnen das, mussten sie doch bis dahin den ganzen Tag im Haus ausharren.
Ja, und dann, dann, dann verschwindet Torty spurlos

Genau dorthin wollten wir dieses Mal – wo das Bier am besten schmeckt – zum Kloster Kreuzberg in der Bayerischen Rhön.

03-Hier im Kloster wird bereits seit 1731 Bier gebraut, das weit über die Region hinaus als besondere Köstlichkeit gilt

Dort gibt es nämlich ein ganz besonders leckeres Dunkelbier. Bereits seit 1731 brauen die Mönche des Franziskanerklosters diesen edlen Saft.

22-Na? Noch einen Blick auf das Brauhaus ders Klosters gefällig?

Natürlich tun sie das inzwischen mit einer hochmodernen Anlage, die einen Jahresausstoß von bis zu 9500 Hektolitern aufzuweisen hat. In diesem Jahr kam die Klosterbrauerei doch tatsächlich wegen des zeitweise sehr heißen Wetters an ihre Grenzen, sodass jene Gaststätten, die jenseits des Kreuzbergs auch gern einmal ihre Gäste mit einem Kreuzbergbier verwöhnen, nicht mehr beliefert werden konnten, wie hier zu lesen ist. In der Klosterschänke war allerdings immer ausreichend des begehrten Gebräus vorhanden.
Alljährlich, wenn wir Silberdistels in der Rhön Urlaub machen, zieht es uns früher oder später natürlich auch auf den Kreuzberg zu diesem edlen Gesöff Bier. Dazu ein leckeres Käsebrot unter Gottes freiem Himmel. Was will man mehr, um glücklich zu sein?
Herr Silberdistel hatte wieder einmal die Gelegenheit genutzt, um sich am Kloster Kreuzberg mit einem Bekannten zu treffen, nett zu plauschen und sich dabei eines der leckeren Biere munden zu lassen.

24-jetzt haben wir uns aber einen kühlen Schluck dieses edlen Saftes verdient. Hmmmm - einfach lecker!

Naja, vielleicht waren es auch zwei oder … So genau mitzählen konnte ich eigentlich nicht, denn nach dem herrlich köstlichen Käsebrot und einigen Schlückchen Bier aus Herrn Silberdistels Krug ließ ich die beiden Jungs allein und begab mich ein wenig auf Wanderschaft durch den Klosterbereich.

11-Läuft einem bei diesem Anblick nicht das Wasser im Munde zusammen?

Dabei entdeckte ich am Hintereingang des Klosters etwas, was die beiden Herren hätte sicher dahinschmelzen lassen. Aber wahrscheinlich waren sie auch so bereits äußerst zufrieden – mit dem Bierkrug vor sich und ohne Gattin neben sich. Der Anblick dieser Ansammlung von Kreuzberg-Bierfässchen hätte sicher nur unnötige Verwirrung gestiftet.

12-Oh, wen haben wir denn da? Hugo ist heute ganz allein im Zwinger.

Apropos Fässchen … Wen sehe ich denn da? Sind das nicht diese Hunde, die man öfter einmal auf Abbildungen mit so einem Fässchen um den Hals sieht? Ach ja, jetzt erinnere ich mich, bei Ernst Blumenstein etwas darüber gelesen zu haben. Da gab es doch einen Beitrag über die Geschichte dieser gutmütigen Riesen unter den Hunden, über die Geschichte der Bernhardiner. Ob Ernst auch schreibt, was besagtes Fässchen einst enthielt? Naja, egal, unser Bernhardiner hier, der übrigens Hugo heißt, hat gerade keine Lust, Fässer durch die Gegend zu tragen. Ihm ist langweilig. Wo mag denn seine Frau Rana sein? Ob sie sich in den hinteren Gemächern um den gemeinsamen Nachwuchs kümmert? Seit einigen Jahren werden nämlich, nach einer längeren Zuchtpause, im Kloster Kreuzberg wieder Bernhardiner gezüchtet. Wer mag, kann sich hier gern ein Video über das erste Zusammentreffen von Hugo und Rana anschauen.
So, da Hugo ohnehin schläft, werde ich meinen Rundgang ganz einfach fortsetzen. Ich möchte schließlich noch ganz hoch hinaus – auf den Gipfel des Kreuzbergs. Das Kloster liegt ja nur auf einer Höhe von 864 m ü. NN, während der Berg an sich doch um einiges höher ist. Er ist übrigens der dritthöchste Berg der Rhön. Nicht schlecht, oder?

15-...und nun wird es schweißtreibend. Ich will die letzten der 927,8 m ü. NN, die der Kreuzberg aufzuweisen hat, auch noch schaffen

Einige Höhenmeter muss ich also schon noch überwinden, bis ich die Spitze des Eisberges Kreuzberges mit ihren 927,8 m ü. NN erreicht habe. Die dunklen Wolken sehen schlimmer aus, als sie in der Wirklichkeit waren. Sie drohten immer wieder einmal damit, nicht mehr an sich halten zu können, umnebelten zeitweise sogar den Sendemast des Senders Kreuzberg, letztendlich konnten sie sich dann doch beherrschen und behielten ihr Wasser bei sich. Also dann, auf geht’s und zur Belohnung gibt es oben einen Blick in die weite Ferne.

17-Von einer Bank aus schaue ich eine Weile in die weite Ferne - leider ist die Sicht heute nicht so spektakulär wie bei ganz klarem Wetter

Nun gut, ein wenig undurchsichtig ist der Blick in die Ferne heute schon. Aber schön finde ich ihn trotzdem. Außerdem muss ich jetzt erst einmal wieder zu Atem kommen, denn diese vielen Treppenstufen hatten es ganz schön in sich. Unterwegs habe ich doch vor lauter Anstrengung ganz vergessen, sie zu zählen.

16-Ich bin bei den drei Kreuzen des Kreuzwegs angekommen

Egal, jetzt sitze ich auf der Bank neben den drei Kreuzen vom Kreuzweg, atme bereits wieder etwas ruhiger und genieße noch ein Weilchen ganz einfach die unendliche Weite vor mir. Das bisschen Dunst stört nicht. Irgendwie gehört auch das mit in diese schöne Landschaft, verzaubert sie auf andere, nicht minder schöne Weise.

28-Die Wiesen rundum zeigen einen fantastischen Farbenzauber

Inzwischen ist mein Puls wieder auf Normalniveau. Auch wenn ich mich noch gar nicht von dem schönen Anblick um mich herum trennen mag, ist es vielleicht doch Zeit dafür zu schauen, wie meine beiden Herren dort unten das viele Bier verkraftet haben. … und so langsam könnten wir uns auch wieder auf den Rückweg zu unserem Auto machen. Es steht eine kleine Wanderstunde vom Kloster Kreuzberg entfernt auf einem Wanderparkplatz. Der Weg dorthin führt durch eine malerische Wiesenlandschaft und zum Anfang und Ende jeweils durch ein kleines Waldgebiet. Ich liebe diesen Weg über alles. Ich kann schon verstehen, warum die Franziskaner einst ihr Kloster auf diesem einmalig schönen Fleckchen Erde errichtet haben. Aber schaut selbst, was wir unterwegs noch alles entdeckt haben. Ich mag diese Gegend unwahrscheinlich gern. Nicht umsonst komme ich immer und immer und immer wieder …

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Am 10. und 11. Mai war es in diesem Jahr wieder einmal so weit – die Ritter des Deutschen Hochordens hatten erneut am Kloster Rühn ihre Zelte aufgeschlagen. Wen interessierte es nicht, einmal einen kleinen Einblick in das Leben der alten Rittersleut‘ zu erhalten. Aber nicht nur ins Ritterleben durfte man schauen, genauso konnte man sich vom Tagesablauf des einfachen Mannes im Hochmittelalter ein Bild machen, dem Handwerker über die Schulter blicken, ihm gern auch bei seinen Arbeiten zur Hand gehen und sogar ein selbst geschmiedetes Andenken an den 9. Klostermark in Rühn mit nach Hause nehmen. Aber auch an einen erlebnisreichen Tag für die Kinder hatten die Veranstalter gedacht. Da erzählte eine Märchentante aus ihrem reichen Märchenschatz, wer wollte, konnte auf einem per Muskelkraft betriebenen Karussell auf Schweinen reiten oder die ganz Mutigen konnten sich sogar in einen Piraten verwandeln und über eine wacklige Leiter ein Schiff entern. Nebenher klang wunderschöne mittelalterlicher Musik über den Innenhof des Klosters. Für Essen, Getränke und für die Kauflustigen unter den Gästen war ebenfalls bestens gesorgt.
Natürlich kamen auch die Gartenfans nicht zu kurz. Kräuter, Stauden und mehr waren reichlich im Angebot. Für mich Silberdistel blieb es natürlich wieder einmal nicht beim reinen Schauen. Rief doch tatsächlich aus dem riesigen Pflanzenangebot des Klostermarktes eine andere Silberdistel nach mir: „Hallo Silberdistel! Na? Erkennst Du mich? Du hast doch ganz sicher nach mir gesucht.“ … und schon saß die freche Distel in meinem kleinen Einkaufskörbchen. Wenig später gesellte sich eine verführerisch schauende Malve hinzu. Die beiden Damen verstanden sich sofort prächtig miteinander und ließen eine Trennung überhaupt nicht mehr zu. So blieb Herrn Silberdistel nichts anderes übrig, als  mich und die beiden grünen Damen an der Kasse mit einem kleinen Unkostenbeitrag auszulösen. Noch ganz benommen von der Überrumpelung der beiden frechen Pflanzen zog es mich kurz darauf magisch zu dem riesigen Kräuterstand an einer uralten Linde, wo natürlich das Verhängnis seinen weiteren Lauf nahm. Zwei Minzen drängelten sich mir durch ihren unnachahmlichen Duft geschickt auf und baten um Einlass in das kleine Plastiktütchen in meiner Hand, in dem die beiden anderen Pflanzendamen angeregt miteinander plauderten. Da wäre doch gerade noch Platz für zwei charmante Minzen. So kam es dann, dass vier neue Bewohner für meinen Garten mit uns nach Hause fuhren, obwohl doch der Garten nur ein Gärtchen ist und schon lange keinen Platz mehr für weitere Gartenschönheiten hat. Die vier Damen sahen das allerdings nicht so eng und meinten, da würde sich schon noch ein nettes Plätzchen für jede von ihnen finden. Dagegen hatte ich so gar keine Argumente, kapitulierte, trug sie noch ein Weilchen auf dem Klostermarkt spazieren und ließ sie dann später in unserem Auto Platz nehmen, wo sie sich kichernd in meinen Fußraum drängten und gespannt ihrem neuen Heim entgegensahen.
Doch bevor wir mit den albernen Frauenzimmern nach Hause fahren, muss ich noch von der Rittershow erzählen. Es war nach dem Überfall der Stauden und Kräuter inzwischen 14.00 Uhr geworden und die Ritter lockten mit einem kleinen Entkleidungsspektakel. Wer hier öfter liest, wird sich vielleicht an den Ritterstriptease vom vergangenen Jahr erinnern. Die vier Damen in dem Tütchen an meiner Hand waren natürlich auch sofort Feuer und Flamme, als sie aus meinem Munde etwas von Ritterstriptease vernahmen. Aber scheinbar hatten nur wir Silberdistels die Ankündigung über den Lautsprecher vernommen, dass es im Lager des Deutschen Ordens eine interessante Vorführung geben sollte. Pünktlich zur Stelle warteten und warteten wir, um dem 1. Ritter zu lauschen, was er über seine Zeit im Deutschen Hochorden zu berichten hatte. Nur, der Ritter erwartete eigentlich viel mehr Augen und Ohren, mehr als nur die der Silberdistels. Aber niemand schien sich so recht für das Ritterleben im Hochmittelalter zu interessieren. Woran mochte das liegen? Der Tag war kalt und windig, zu Anfang unseres Marktbesuches fielen sogar ein paar Tropfen Regen. Wahrscheinlich glaubte niemand der Besucher so recht daran, dass sich ein Ritter bei diesen unangenehm kühlen Temperaturen entkleiden würde. Schließlich nahm Herr Silberdistel sein Ritterherz in die Hand, um seiner Gattin einen Gefallen zu tun, die bereits auf ein paar nette Ritterfotos lauerte, und fragte den wegen der fehlenden Nachfrage doch recht enttäuscht schauenden Ritter, ob denn nicht eine kleine Privatveranstaltung möglich wäre. „Selbstverständlich!“, hieß es sofort und angenehm erfreut über unser Interesse wurden wir ins Ritterlager gebeten, durften sogar auf einer Bank, extra für uns zurechtgerückt, Platz nehmen und ein interessanter Vortrag über den Deutschen Hochorden begann. So lernten wir allerlei über das Leben in der damaligen Zeit, über den Deutschen Hochorden, seine Ritter, die unterschiedlichen Waffen, mit denen man sich gegenseitig das Leben zu nehmen suchte und über die Bekleidungsvorschriften im Deutschen Orden. … und um das alles ein wenig zu illustrieren, gab es einen ganz privaten Ritterstriptease. Schicht für Schicht entledigte sich unser Ritter seiner Rüstung und demonstrierte dabei, welche Aufgaben die einzelnen Teile der Rüstung damals hatten und welchen Waffen sie standhalten sollten und konnten. Im Laufe der Vorführung fanden sich sehr zur Freude unseres Ritterdarstellers doch noch einige weitere Zuschauer und Zuhörer ein. Am Ende stand eine kleine, aber sehr interessierte, Runde zusammen, die viel fragte, diskutierte, lachte … In diesem Jahr behielt unser Ritter sein wärmendes Unterhemd und die lange Unterhose an – verständlicherweise, denn der Wind war eisig und unangenehm und eigentlich nicht dazu angetan, sich fast vollends zu entkleiden. Wir Silberdistels waren am Ende der Vorführung ganz schön durchgefroren – trotz des aufregenden Striptease. Von unserer Seite ein riesiges Dankeschön an die beiden Akteure, Ritter und Knappen, für den hochinteressanten Vortrag und die tolle Vorführung. Es hat uns viel Spaß gemacht, wir haben wieder einmal einiges dazugelernt und hatten einen äußerst vergnüglichen Sonntag. Zum nächsten Klostermarkt sind wir Silberdistels natürlich wieder dabei und das nicht nur wegen des Ritterstriptease. Einen so liebevoll gestalteten Klostermarkt darf man nicht versäumen, selbst wenn es einmal kalt und nass ist, so wie in diesem Jahr. Wir kommen wieder – ganz sicher!

Wer gern mehr über das Kloster Rühn erfahren möchte, der kann sich hier ein wenig belesen oder auch hier im Bücherstaub noch einmal auf unsere vorangegangen Erlebnisse im Kloster Rühn zurückschauen. Die Beiträge sind zu finden unter  „Auf ins Nonnenkloster“ und unter „Ritterstriptease gefällig?„.

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Am 1. Samstag im Mai wollten wir Silberdistels noch einmal Action erleben. Das Freilichtmuseum in Groß Raden hatte uns ja in dieser Hinsicht am 1. Mai doch etwas enttäuscht. Nun wollten wir auf dem 8. Klostermarkt in Rühn dafür entschädigt werden. Über das Kloster Rühn hatte ich schon einmal im letzten Sommer berichtet. Vielleicht erinnert sich jemand daran. Damals haben wir auch erfahren, dass vom Klosterverein alljährlich im Mai ein Markt organisiert wird, auf dem viel zu sehen und zu entdecken sein soll. Das ist doch genau richtig, wenn man etwas erleben will, so wie die actionhungrigen Silberdistels. Für den ersten Teil Action sorgte ich, damit auch gar nichts schiefgehen konnte, sicherheitshalber höchst selbst. Herr Silberdistel übergab mir vertrauensvoll wie schon so oft das Navigationsgerät, um es anzuschalten und dem Gerät mitzuteilen, wo es uns an diesem Tag hinführen sollte. Diese kleine Aufgabe löste ich mit Bravour und musste das Gerät anschließend dann nur noch in die Halterung klemmen. Nichts leichter als das, das hatte ich bereits diverse Male gekonnt absolviert. Navi unten in die Schlitze gesteckt und nun nur noch oben einklinken, also das kleine Plastikhebelchen gedrückt und … knacks … hatte ich das Hebelchen mit leichter Hand abgebrochen. Herr Silberdistel verdrehte die Augen und meinte: „ Dann musst Du es eben in der Hand behalten!“ „Das hätte Dir auch passieren können“, antwortete ich. Herrn Silberdistels Schweigen ließ mich vermuten, dass ihm so etwas eben nicht passieren würde. Wie auch? Männern passiert so etwas einfach nicht! So behielt ich also die sprechende Dame in der Hand und gab Herrn Silberdistel in solchen Fällen Anweisungen, in denen sein Gehör gerade nicht richtig funktionierte. Ich kam mir vor wie damals … vor gefühlten 100 Jahren … als wir noch mit der Landkarte auf den Knien durch die Gegend kurvten, nur, dass ich jetzt eine Souffleuse hatte – praktisch irgendwie – hätte ich damals auch schon gern gehabt, zumal Geografie nicht zu meinen Lieblingsschulfächern gehörte und Landkarten erst recht nicht. Als Beifahrerin des Herrn Silberdistel holte ich aber schnell das in der Schule versäumte nach und wurde bald zu einer Expertin, die uns immer wieder auf den rechten Weg zurückführte, wenn Herr Silberdistel beispielsweise einmal nicht schnell genug meinen Anweisungen folgte und eine Straße zu spät links oder rechts abbog. Heute hat es die Beifahrerin leichter, sie kann auch schon mal ein Nickerchen machen, während uns die Technik auf dem rechten Weg hält. Hinzu kommt, dass sie nicht schuld ist, wenn Herr Silberdistel den falschen Weg nimmt.

Jedenfalls kamen wir jetzt in diesem hypermodernen Zeitalter mit Hilfe hypermoderner Technik, nämlich zweier Damen, der Navidame, die Herr Silberdistel gern die nörgelnde Nora nennt, und der Silberdistel als Gerätehalterung ohne weitere Zwischenfälle punktgenau an unserem Zielort, dem Kloster Rühn, an. Nörgelnde Nora  🙄  … nicht, dass Herr Silberdistel … nein … vergessen wir das und kehren wir lieber zum Kloster zurück.
Ach, da ist ja schon der Parkplatz und … oh, so ein fescher Feuerwehrmann als Parkplatzeinweiser.

Es musste einiges los sein auf dem 8. Klostermarkt in Rühn, ohne Feuerwehrmann hätten wir gar keinen Parkplatz gefunden. So viele Auto standen dort bereits. Aber dann ging es endlich los. Wir bekamen zuerst den schönen Rücken des Klostergebäudes zu sehen – den kannten wir bisher noch gar nicht. Jetzt noch schnell links am Kloster vorbei und … oh … Bevor wir uns in das allgemeine Getümmel stürzen konnten, mussten wir Wegezoll bezahlen. Na gut, man gönnt sich ja sonst nichts. Aber dann, dann ging es wirklich los, ich hatte endlich meine so herbeigesehnte Action – Herr Silberdistel hatte sie allerdings wohl eher weniger. Der bekam seine Action später am Klosterbierstand. Jetzt war erst einmal ich dran. Es gab Pflanzen über Pflanzen zu kaufen – alles, was das Gärtnerherz begehrt. Hätte mich Herr Silberdistel nicht fortgerissen, würde ich dort sicher immer noch stehen und staunen. Herr Silberdistel lockte mich mit den Worten fort, dass ich dort bei den Pflanzen später auf dem Rückweg noch einkaufen könnte. Hatte er einkaufen gesagt? Ich würde ganz sicher darauf zurückkommen. Er HATTE einkaufen gesagt.

So folgte ich meinem Herrn und Gebieter erst einmal auf einen Rundgang durch das Klostergelände. Was gab es dort alles zu sehen? Es war eine riesige Palette an vor allem altem Handwerk zu bestaunen. Sie reichte von Keramik über eine Seilerei, verschiedenes Holzhandwerk, Korbflechter, eine Schmiede, eine Handweberei, einen Steinmetz, man konnte Lederarbeiten, Seifenkreationen, Papier- und Fensterschmuck und vieles mehr bewundern. Für die Kinder war gesorgt, es gab Ritterspielzeug zu kaufen, man konnte sich im Bogenschießen üben, es gab Ponyreiten, ein Pedalkarussell und eine Märchenerzählerin hatte auch ihre Zuhörer. … und das, was wir Silberdistels im Freilichtmuseum Groß Raden so vermisst hatten, einen Happen zu essen, den gab es hier auf dem Klostermarkt in Rühn reichlich. So betrachtet waren wir mehr als zufrieden. Als wir dann noch einem Ritter beim Striptease zuschauen konnten, war die Welt wieder in Ordnung, auch wenn die Silberdistel es seltsam fand, einer solchen Veranstaltung auf einem Klosterhof beiwohnen zu dürfen. Spaß gemacht hat es allemal. Der fesche Ritter durfte sogar fotografiert werden. Vielleicht sollte ich verraten, worum es bei dem Ritterstriptease ging, damit hier keiner vor Spannung an den Rand eines Herzkaspers gerät. Es ging um das Leben der Ritter im Deutschen Orden. Unser Rittersmann erklärte dem gemeinen Volk wie das Rittertum im Hochmittelalter lebte, kämpfte und vor allem auch wie die Ritter gekleidet waren. Es war ein spannender Vortrag, den unser Ritter nicht nur mit vielen interessanten historischen Details, sondern auch mit viel Witz würzte. Wir haben an diesem Tag wieder viel hinzugelernt, sogar Herr Silberdistel, der in diesen Dingen durchaus recht beschlagen ist. Das i-Tüpfelchen für die Zuschauer, besonders für die weiblichen, war dann der Striptease, der veranschaulichte, was ein Ritter des Deutschen Ordens zur damaligen Zeit alles übereinander zog, um im Kampf möglichst gut gegen jegliche Verletzungen geschützt zu sein. Erstaunlich, wie viel Gewicht ein Ritter allein durch seine Kleidung auf die Waage brachte, vom armen Pferd, das das alles tragen musste, wollen wir lieber gar nicht reden. Stück für Stück entkleidete sich der wackere Ritter vor unseren Augen, um zu demonstrieren, was alles zur Rüstung gehörte und welche Funktion die einzelnen Teile besaßen. Unser Ritter bekam viel Beifall für diesen spannenden und interessanten Vortrag – nicht nur wegen seines Striptease, der recht anstrengend für ihn gewesen sein muss, denn das An- und Auskleiden ging keinesfalls ohne seinen Knappen. Das Kettenhemd allein hat ein enormes Gewicht, auch seinen Lederpanzer konnte der Ritter kaum allein an- oder ausziehen. Es war schon eine erstaunlich Vorführung, die nicht nur unser Wissen erweitert hat, sie hat auch viel Spaß gemacht.

Übrigens habe ich auf dem Rückweg noch meine Pflanzen gekauft – eine Küchenschelle und eine Herbstanemone. Ich war äußerst bescheiden und mein Herr Silberdistel sehr geduldig, denn ich umkreiste die Pflanzentische viele Male und konnte und konnte mich nicht entscheiden. Am liebsten hätte ich alles mitgenommen. Nur leider – mein Garten ist recht klein – nur deshalb blieb ich so bescheiden – gezwungenermaßen halt.

Nun denn, jetzt aber ab auf den Klostermarkt und viel Spaß beim Rundgang und vor allem beim Ritterstriptease, den bekommt man nicht alle Tage geboten  😉

Mit diesem Beitrag möchte ich mich  für eine Weile davonmachen. Bei der Silberdistel ist eine kleine Blogpause angesagt, in der sie einmal ganz schreibfaul sein möchte. Sie hat vor, sich sehr ausgiebig mit ihren Freunden, von denen sie hier am Mittwoch berichtet hatte, zu vergnügen – Erholung pur ist angesagt! Also dann – bis irgendwann, wenn der Bücherstaub wieder einmal weggewischt werden will 😉

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Gans(z) einfach

Nachdem wir letzten Donnerstag nach unserem Besuch im Freilichtmuseum in Groß Raden nett zu Mittag gegessen und ausgiebig die Zwergkaninchen des Hausherrn bewundert hatten, die er hoffentlich nur zur Belustigung der kleinen Gäste seines Hauses hält und nicht, um sie irgendwann den Mittagsgästen in gebratenem Zustand zu servieren, machten wir uns auf den Weg zu unserem zweiten Ziel an diesem Tag – zum Kloster Rühn.
Als wir Anfang Juli schon einmal hier in der Gegend waren, entdeckten wir auf unserer Rückfahrt einen Wegweiser, der uns auf eine Klosteranlage aufmerksam machte, die wir bisher noch nicht kannten. Was lag also näher, als diesem Kloster nun einen Besuch abzustatten. Es war noch früh am Tag, wir hatten also Zeit genug.
Mit dem, was uns dann dort erwartete, hatten wir allerdings nicht gerechnet – mit einem relativ großen Klosterkomplex in wirklich gut erhaltenem Zustand. Wie wir einer kleinen Informationstafel entnehmen konnten, stiftete Bischof Brunward von Schwerin im Jahre 1232 dieses Zisterzienserkloster, einige Jahre später, 1250, wurde für dieses Nonnenkloster eine Kirche gebaut.
In der Mehrzahl waren die im Kloster lebenden Nonnen Töchter alter mecklenburgischer Adelsfamilien.
Existiert hat das Kloster als solches noch bis zum Jahre 1756. Danach wurde es Sitz des Bützower Amtes, später ging es in Privatbesitz über. Von 1905 bis 1915 wurde es als Erholungsheim für junge Mädchen genutzt.
Nach dem 2. Weltkrieg bot es Waisenkindern und Umsiedlerfamilien Unterkunft, bis es dann von 1950 bis 1992 zum Jugendwerkhof für schwererziehbare Jugendliche umgewandelt wurde. Danach standen die Gebäude zunächst leer, bis im Jahre 2008 ein bereits im Jahre 2005 gegründeter Klosterverein das Objekt erwarb. Seit einigen Jahren nun ist Kloster Rühn Veranstaltungsort für vielerlei kulturelle Höhepunkte. Unter anderem findet alljährlich im Mai ein gern besuchtes mittelalterliches Klosterfest statt.

Von der ursprünglichen Klosteranlage sind noch der Ostflügel mit Konventhaus erhalten, das Dormitorium und der ehemalige Kapitelsaal sowie der Südflügel und ein Rest des Kreuzganges an der Südseite der Kirche.

Natürlich wollten wir die Klosterkirche nicht nur von außen betrachten, wir wollten sie auch gern von innen sehen. Den Originalschlüssel aus dem 12. Jh. erhielten wir in der Klosterschänke. Mein Herr Silberdistel musste dafür sogar extra eine Unterschrift leisten. Er wurde aufgefordert, den Schlüssel auch ja wiederzubringen. Es wäre schon einmal vorgekommen, dass jemand diesen Originalschlüssel einfach mitgenommen hätte. Herr Silberdistel fragte ganz erstaunt: „Dann hatten Sie also zwei Originalschlüssel aus dem 12. Jahrhundert?“ Er erntete daraufhin einen etwas verwirrten Blick. Egal, wir bekamen den Schlüssel und den Hinweis, bitte nicht zu fotografieren, die Pastorin würde das nicht gerne sehen.

So schlossen wir also mit dem edlen Schlüssel die Kirchentür auf und gingen mit Fotoapparaten behängt in die Kirche. Schade, die Finger zuckten immer wieder zur Kamera, aber wir blieben gehorsam, schließlich waren wir in einer Kirche. Verstehen konnten wir dieses Verbot nicht, wir hätten durchaus auch eine Fotoerlaubnis käuflich erworben. So blieb uns nur, alles besonders intensiv anzuschauen und das taten wir natürlich. Wir bewunderten den Altar mit dem Heiligen Abendmahl in der Mitte und in den Seitenflügeln das Herrscherpaar Ulrich und Elisabeth. Wir staunten über die Fürstenempore mit den vielen Schnitzereien und hübschen Bleiglasfenstern. Auch die Kanzel fand unsere Bewunderung. Sie soll auch aus der  Zeit wie der Altar stammen, aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.
Im Altarbereich befinden sich außerdem etliche Grabsteine, die aus dem 14. bis 18. Jahrhundert stammen. Auch das Prunkepitaph der Regentin Sophie Agnes kann betrachtet werden. Schade nur, dass wir das alles ganz allein bewundern mussten und für Euch nichts anderes übrig blieb, als vor der Kirchentür auszuharren. Immerhin ist das gesamte Gebäudeensemble auch allein schon sehenswert genug, sodass wir wenigsten das miteinander teilen können.

Den Schlüssel haben wir nach unserer Kirchenbesichtigung natürlich wieder im Hofladen abgeben, in dem wir bei der Gelegenhiet gleich noch einen kleinen Rundgang machten und das Angebotene bestaunten. Mein Gatte konnte einigen Klosterbieren nicht widerstehen und ich, ich musste eine kleine Gans mit blauem Halstuch mitnehmen, die nun eines meiner Blumenregale ziert und mich an den Ausflug zum Kloster Rühn erinnert.

Blick auf Schlossanlage und Marstall

Als wir Silberdistels uns unlängst die Ivenacker Eichen anschauten, waren wir nicht nur im dortigen Tiergarten mit seinem wunderschönen und uralten Baumbestand zu Besuch. Wir haben uns natürlich auch den hübschen kleinen Ort Ivenack selbst angeschaut. Besonders interessiert haben uns die ehemalige Klosterkirche und die Schlossanlage. Heute noch einmal einige Fotos von unserem Besuch in diesem idyllischen und aus meiner Sicht sogar malerischen Ort. Tiefer kann man sich gar nicht in Mecklenburg befinden. Ich weiß nicht, ob es täuscht, aber ich glaube, wenn man Ruhe und Geborgenheit sucht, wird man hier wohl beides finden können. Wer jetzt noch ein wenig mehr über Ivenack wissen möchte, der kann hier gern noch einmal nachlesen.

… und ja, der Graf von Plessen, der diesen einzigartig beschrifteten Gedenkstein für seine große Liebe errichten ließ, hat nie geheiratet, er konnte Anna Elisabeth Gilo einfach nicht vergessen – vielleicht das noch für die Romantiker unter uns. Danke, Frau Hummel, für diesen Hinweis. Das hätte ich vielleicht noch in meinem letzten Post erwähnen sollen. So tue ich das also heute hier als, wie ich hoffe, schönen Abschluss für meine Ivenacker Serie.

Was würde man drum geben, das auch einmal im fortgeschrittenen Alter von sich behaupten zu können. Mit diesem hier abgebildeten alten Gemäuer kann ein Mensch aber wohl kaum mithalten. Sicher hat auch das Doberaner Münster im Laufe seines langen Lebens an vielen Stellen gelitten, der Putz bröckelte im wahrsten Sinne des Wortes, doch des Menschen Hand hat ihm mit aufwändiger Kosmetik, viel Arbeit und Zeit wieder zu neuer Schönheit verholfen. Die innere Schönheit dieses imposanten Kirchenbaus haben wir gestern betrachten können, heute schauen wir das Schmuckstück noch einmal von außen an, so, wie es die Silberdistels bei ihrem Besuch voller Bewunderung taten.

Nicht weit entfernt vom Münster begegnete uns ein anderes Stück Doberaner Geschichte, um das es mit Sicherheit schade wäre, wenn man es nicht erhalten würde – das Amtshaus, ein Gebäude, das auf den Fundamenten des ehemaligen Gästehauses des Klosters entstand, als Jagdschloss des Herzogs genutzt wurde und später die herzogliche Amtsverwaltung beherbergte. Zuletzt hatte die Doberaner Kreisbibliothek hier ihr Domizil. Seit dem Auszug der Bibliothek steht das Gebäude leider leer und verfällt mehr und mehr. Ich hoffe, dass die restliche Summe, die noch fehlt, um diesem Gebäude zu neuer Schönheit zu verhelfen, auch noch aufgebracht werden kann. Es wäre schön, wenn dem Städtchen Bad Doberan und seinen Besuchern ein neues altes Schmuckstück zurückgegeben werden könnte.

Unser Weg führte uns vorbei am alten Amtshaus und endete schließlich am Torhaus mit seinem kleinen Klosterladen und einem hübschen und gemütlichen Café. Auch das Torhaus besteht aus alter Bausubstanz, ist aber erstaunlich nett wieder hergerichtet worden. In dem kleinen Innenhof fühlten wir uns bei Kaffee und Kuchen sehr gut aufgehoben. Natürlich konnten wir es nicht lassen, auch ein wenig im Klosterladen umherzustöbern, in dem es unter anderem viele schöne Handwerkskunst zu betrachten und zu kaufen gab und gibt.