Mit ‘Kloster’ getaggte Beiträge

In meinem Beitrag über unsere Torty, die sich unlängst bei unserem Nachbarn versehentlich eine kleine Auszeit von uns nahm, erwähnte ich es bereits – wir Silberdistels haben endlich das Kloster Jerichow besucht.
Wie oft in unserem Leben sind wir schon an diesem beeindruckenden Bauwerk vorbeigefahren, wenn wir unterwegs zu einem Besuch bei Herrn Silberdistels Eltern oder von dort wieder auf dem Weg zu uns nach Hause waren? Der Ort Jerichow, nicht weit von Tangermünde entfernt (vielleicht ist ja Tangermünde etwas bekannter), liegt praktisch auf der Strecke, die wir immer gern benutzt haben, wenn wir uns zu einem Besuch Richtung Magdeburg auf den Weg gemacht haben.

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Kloster Jerichow

Nun endlich haben wir uns Kloster Jerichow auch ganz aus der Nähe angeschaut. Dieses Mal war unser Ziel direkt das ehemalige Kloster unweit der Elbe, denn seit Schwiegermutters Tod vor zwei Jahren zieht es uns eher selten noch in diese Richtung. Der Ausflug jedoch hat sich durchaus gelohnt. Kloster Jerichow hat uns nicht enttäuscht.

Es wurde übrigens 1144 als Prämonstratenserstift gegründet und vier Jahre nach seiner Gründung an seinen heutigen Standort verlegt. Um den Zeitpunkt seiner Verlegung wurde auch mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Fertiggestellt wurde das gewaltige Bauwerk aber erst 1250.
Interessant ist vielleicht noch, dass Kloster Jerichow, auch wenn das gesamte Gebäude-Ensemble klösterlichen Charakter trägt, nie im eigentlichen Sinne ein Kloster war.  Die Prämonstratenser lebten und wohnten nicht ausschließlich im Kloster. Sie hatten sich vor allem der Mission und der Seelsorge verschrieben, waren also zum großen Teil außerhalb des Klosters tätig.

Während des 30jährigen Krieges hatte der Klosterbau arg zu leiden, z.T. wurde er regelrecht verwüstet. Auch während des 2. Weltkrieges erlitt der Bau erneut starke Beschädigungen.
Ab Mitte der 50er Jahre bis etwa 1960 begann man, erstaunlicherweise also bereits zu DDR-Zeiten, mit einer Instandsetzung der Kirche. Doch letztendlich waren die Schäden so gewaltig, dass man sich 1998 gezwungen sah, die Anlage vorerst baupolizeilich zu sperren.
In den Folgejahren wurden dann vom Land Sachsen-Anhalt nicht unerhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, um das Kloster wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Und dieser neue Glanz steht dem gesamten Kloster-Ensemble ausgezeichnet.
Gefunden habe ich diese geschichtlichen Eckpunkte über Kloster Jerichow übrigens hier. Wer also gern noch ein wenig mehr darüber lesen möchte, der kann gern auch dort noch einmal schauen.

Wir Silberdistels waren sehr angenehm überrascht von dem, was wir vorfanden. Aus Klosterkirche, dazugehörigen Gebäuden und dem Klostergarten ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Es lohnt sich, dort einmal reinzuschauen und sich mit eigenen Augen zu überzeugen.

Aber nun genug der Vorrede, ab ins Kloster! Wobei … erst einmal mussten wir natürlich einen kleinen Obolus löhnen, bevor wir wirklich hinein durften. Nebenher kam ich natürlich genau dort an der Kasse auch wieder einmal nicht an den angebotenen Büchern vorbei. So wanderte, wer hätte es gedacht, ein Kochbuch mit alten Rezepten in meinen Rucksack. Ich habe ja bisher auch kaum Kochbücher 😉

Aber nun wirklich los und auf ins Kloster!

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Was wandelt denn dort hoch oben auf einem der Hausdächer?

Auf einem der Dächer der Häuserreihe links von uns fallen mir unterwegs zum Eingangsbereich der Klosteranlage zwei witzige Figuren auf. Es ist zwar helllichter Tag, aber wahrscheinlich wandeln sie immer – unabhängig von Tages- oder Nachtzeit.
Wenig später stehen wir vor dem Eingang zum Klosterbereich – kein Kartenabreißer weit und breit, kein Chipkontrolleur. Selbst sind hier Mann und Frau und müssen Avtomat bedienen können.

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Dann also los – auf ins Kloster!

Herr Silberdistel hat zunächst ein kleines Problem mit dieser Automaten-Hürde, denn ohne die richtige Brille ist hier der Tastsinn gefragt. Man muss nämlich einen Chip, den wir an der Kasse bekamen und der mit mehreren Rillen versehen ist, in die richtige Position bringen, erst dann passt er in den Automaten, der schließlich die Eingangsschleuse zum Klosterbereich öffnet. Doch wir packen das Problem noch recht schnell, zumal von der anderen Schleusenseite hilfreiche Tipps kommen. Aber ich bin sicher, wir hätten es auch früher oder später allein geschafft 😉

Bevor wir uns nun zur allgemeinen Klostereinstimmung erst einmal ins Museum aufmachen, muss mein Gärtnerauge den hübschen Steingarten im Innenhof an der Geist-Brennerei bewundern. Aber dann geht’s hinein ins Museum. Dort gibt es allerlei Interessantes rund ums Kloster zu sehen – nicht nur Kirchenglocken und diverse Tonscherben. Vielleicht schaut Ihr ja irgendwann einmal selbst hinein. In der Bilderschau gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die Museumsluft.

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Nach dem Museumsrundgang locken uns unsere Mägen mit unwiderstehlicher Gewalt in den Klostergarten. Ein Wegweiser sagt nämlich, dass es dort nicht nur Garten, sondern auch ein Café geben soll. Scheinbar können Mägen lesen und vor allem dulden sie keinen Widerspruch 😉

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Letztendlich sind wir rundum zufrieden. Kaffee, Cappuccino und Torte haben gehalten, was sie zu versprechen schienen. Sie waren äußerst lecker und der Klostergarten gab zu Speis und Trank mit dem buntem Vogelgezwitscher rundum aus all dem Grün und dem Blick aufs Storchennest hoch über uns auf dem Schornstein unseres urigen Cafés eine wunderbare Atmosphäre.  So ist Entspannung pur.
Und als ich im Gemüse- und Kräutergarten ein wenig später auch noch für meinen Garten zuhause fündig werde, könnte ich den Tag bereits als nahezu perfekt gelungen einordnen.
Aber wie es so ist, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber erst einmal war ich des Lobes voll und bereits wieder voller Tatendrang, denn dort hinten harrte unserer noch ein Backsteinmuseum.

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Nach dem Backsteinmuseum fehlt uns nun nur noch der Blick ins eigentliche Heiligtum – in die Klosterkirche. Mich interessiert zuvor natürlich noch einmal der Steingarten, den ich gleich zu Anfang unseres Rundgangs bewundert habe. Und während ich dort die Pflanzen anschaue, bemerke ich plötzlich gegenüber an der Hauswand einen Spatzen und ein Loch in der Wand, in dem Vater Haussperling kurz darauf verschwindet. Ich sehe gerade noch sein fedriges Hinterteil weghuschen und schon klingt lautes Babyvogelgeschrei von der Wand zu mir herüber. Da habe ich also eben den Eingang zu einer Spatzenkinderstube entdeckt. Wenig später taucht auch Mama Haussperling auf, um die Kinder zu versorgen. Was für eine nette Begebenheit nebenbei. Klosterleben kann doch so vielseitig sein.

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Zeit für den Kirchgang! Ich bin gespannt, was uns dort erwartet. Herr Silberdistel ist mir wieder einmal etwas voraus und wandelt bereits unter Gewölben dahin. Nur schnell hinterher, damit wir nichts verpassen!

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Beeindruckend, was wir zu sehen bekommen! Gewaltig, diese Höhe. Wie unscheinbar klein man sich doch vorkommt angesichts solcher unendlich erscheinender Höhe und wie spannend muss es gewesen sein, so etwas entstehen zu lassen.
Die Klosterkirche Jerichow gehört übrigens zu einem der ältesten Backsteinbauten Norddeutschlands. Wie schön, dass man ihr mit viel Geld, Mühe und Liebe wieder zu ihrer alten Pracht verholfen hat.

Nicht nur uns hat es in Jerichow gefallen. Auch die Störche scheinen sich dort wohlzufühlen. Wir entdecken auf einem Gebäude noch eine weiteres Storchennest und das, so finden wir, ist ein guter Abschluss für unseren Klosterbesuch.

Glücklich und zufrieden mit den gelungenen Tag machen wir uns wieder auf den Heimweg und dort spuckt uns dann unsere Torty in die Suppe dieses ansonsten so schönen Tages. Unser pelziges Dreigestirn will nämlich noch einmal hinaus in den Garten, als wir wieder daheim aufschlagen. Natürlich gönnen wir ihnen das, mussten sie doch bis dahin den ganzen Tag im Haus ausharren.
Ja, und dann, dann, dann verschwindet Torty spurlos

In einem der Kommentare zu meinen früheren Wanderurlaubsbeiträgen von diesem Jahr hatte Charis sich erkundigt, ob wir Silberdistels auch auf dem Kreuzberg waren. Natürlich waren wir auf dem Kreuzberg. Dieser Berg mit dem gleichnamigen Kloster gehört unbedingt immer und immer wieder in unseren Rhönurlaub. Einerseits, weil es meinen männlichen Begleiter schon allein wegen des berühmten Kreuzberg-Bieres hoch auf den Berg zieht und andererseits, weil im Biergarten des Klosters alljährlich ein fast schon traditionsreiches Treffen mit einem guten Bekannten meines Herrn Silberdistel stattfindet. Wir haben dort schon so manche schöne Stunde mit interessanten Gesprächen bei dem überaus leckeren Kreuzbergbier und einem schmackhaften Gericht aus der Klosterküche verbracht.

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Bei dem herrlichen Spätsommerwetter ist im Biergarten des Kloster Kreuzberg viel Betrieb

Auch dieses Mal fanden wir zusammen mit unserer Bekanntschaft im Biergarten wieder einen schönen Sonnenplatz. Für den vollendeten Genuss fehlten nur noch ein kühles Kreuzbergbier und für uns Silberdistels die geliebte Käseplatte.

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Zwei der Flaschen im Vordergrund werden wir gut befüllt mit echtem Kreuzbergbier mit nach Hause nehmen

Gewandert sind wir ausnahmsweise einmal nicht. Wir hatten nämlich vor, uns einige Liter des leckeren Bieres aus der Klosterbrauerei abfüllen zu lassen, um sie als kleine Urlaubserinnerung mit nach Hause zu nehmen. Die überdimensionalen Bierflaschen mochten wir nicht so gern stundenlang im Wanderrucksack mit uns herumtragen. Man muss sich das Leben ja nicht unnötig schwer machen, obwohl es wahrscheinlich für die Figur weitaus besser gewesen wäre, wenn wir das Bier nicht im Auto, sondern im Wandergepäck den Berg hinunter getragen hätten.

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Ein solches „Fläschchen“ hat schon ein nettes Gewicht

So hätten wir einen Teil der Kalorien, die wir später mit dem Bier zu uns nehmen würden, schon im Voraus ein wenig abgearbeitet. Ja, wenn doch nur nicht immer dieses Wörtchen „hätten“ wäre … Aber wer denkt im Urlaub schon über irgendwelche ‚Wenns‘ und ‚Aber‘ oder gar über Kalorien nach? Schließlich ist Urlaub und wenigstens da will man endlich einmal Ruhe vor ihnen haben. Am besten ignoriert man sie einfach und das taten wir.

Während die beiden Herren nach dem Essen weiter begeistert dem Bier zusprachen und dabei spannende Männerprobleme wälzten, besuchten wir beiden Mädels als kleinen Verdauungsspaziergang die Minishoppingmeile am Kloster, wo man all das kaufen kann, was man schon immer haben wollte und nie brauchte. Nun ja, auch an uns ging dieser Kelch nicht vorüber, d.h., dieser Punkt betraf wohl doch mehr nur mich. Meine Begleiterin fand eher etwas, von dem sie wohl bald Gebrauch machen würde – ein himmlisch gut duftendes Stückchen Lavendelseife. Ich musste mich mühsam beherrschen, türmte sich doch zuhause in meinem Schrank ein ganzes Lavendelseifenlager.

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Zuwachs für meine kleine Sammlung

Dafür wanderte eine kleine Figur in meine Tasche – Zuwachs für meine Sammlung von Heiligenfiguren. Und das gehört wohl schon eher in diese Kategorie: „Was Sie schon immer haben wollten …“ Aber was man schon immer haben wollte, braucht man doch auch irgendwie, oder? Und wenn es nur dazu da ist, einem ein Gefühl der Zufriedenheit zu verschaffen und genau das tat sie – die Maria.

Meine Kamera hatten bei dem diesjährigen Kreuzbergausflug ausnahmsweise einmal fast gar nichts zu tun – getreu nach dem Motto: „Wer nicht wandert, der entdeckt auch nichts“.

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Einer der berühmten Bernhardiner vom Kreuzberg

Obwohl … so ganz stimmt das nun auch wieder nicht, denn dem einsamen Bernhardiner vom Kreuzberg habe ich natürlich einen Besuch abgestattet. Wieder, wie auch schon im vergangenen Jahr, lag nur einer der Hunde im Zwinger. Mich hat es natürlich brennend interessiert, was aus dem zweiten Bernhardiner geworden ist und so habe ich ein bisschen recherchiert. In einem Artikel habe ich nun gefunden, dass es wohl nur noch die Hündin Rana (Rana von Wingert) gibt. Das war schon irgendwie eine Überraschung für mich. Endete damit die Bernhardinerzucht auf dem Kreuzberg erneut? Man hatte doch nach einer längeren Pause hoffnungsvoll mit Rana und Hugo wieder mit der Zucht begonnen und 2012 hatte es auch Nachwuchs gegeben. Schade irgendwie. Was mag mit Hugo passiert sein? Leider konnte ich da nichts in Erfahrung bringen.

Bei der Hündin Rana war es recht ruhig. Sie lag schlummernd in ihrem Zwinger und wer weiß, vielleicht träumte sie von ihrem Hugo.

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Ein Grünes Heupferd flaniert durch den Biergarten

Im Biergarten dagegen ging es recht lebhaft zu. Nein, ich meine nicht die Kreuzbergbierliebhaber, die von Bierchen zu Bierchen lauter wurden. Es gab da noch andere Biergartenbesucher, einen, der ganz grün war …, also nicht nur hinter den Ohren, auch sonst war er ganz grün – ein Grünes Heupferd. Ob es sich auch unter den Heupferden herumgesprochen hat, dass das dunkle Bier dort bei den Mönchen auf dem Kreuzberg ganz besonders lecker ist? Vielleicht hätten wir ihm einen Fingerhut voll Bier hinstellen sollen. Dass man an die wichtigsten Sachen auch immer erst zu spät denkt.

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Dieser Buchfink war weniger am Bier, dafür mehr an den heruntergefallenen Brot- und sonstigen Krümeln aus dem Biergarten des Klosters interessiert

Aber den beiden Buchfinken konnten wir helfen. Die schienen eher nicht an dem dunklen Gebräu interessiert zu sein, sie hatten es auf die bunte Krümelsammlung auf der Erde abgesehen, zu der wir noch ein wenig dazu taten, auch wenn es davon bereits reichlich gab.

Inzwischen war aus dem Vormittag Mittag und aus Mittag Nachmittag geworden. Der Gesprächsstoff war uns zwar immer noch nicht ausgegangen, aber unsere beiden Besucher hatten noch einen weiten Heimweg vor sich. Es war an der Zeit, dem Kreuzberg wieder einmal für ein Jahr den Rücken zu kehren. Vielleicht werden wir uns ja auch im kommenden Jahr wieder hier treffen. So verabschiedeten wir uns voneinander und wir Silberdistels, wir freuten uns auf den Liegestuhl und die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf der Terrasse unseres Ferienhauses. Mein Herr Silberdistel hatte es bereits ab dem Moment, als er im Auto saß, gut.

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Gleich würden wir ihn wieder genießen können – den herrlichen Wasserkuppenblick

Er „durfte“ nämlich auf dem Beifahrersitz Platz nehmen und konnte sich schon mal ganz entspannt zurücklehnen und sich gedanklich auf den Liegestuhl und den herrlichen Wasserkuppenblick einstimmen, während ich uns zurück in unser idyllisch liegendes Ferienhaus fuhr.

… dann ist da zum Glück noch die Donau, die uns Silberdistels doch irgendwie aus der Patsche geholfen hat. Ja, erraten, wir sind noch einmal gedanklich zurückgeeilt in unseren Septemberurlaub mit Enkelkind. Am Tag zuvor hatten wir ja doch allerlei Interessantes erlebt. Ich wage zu behaupten, dass sowohl Enkelin als auch Großeltern zumindest an dem Tag auf ihre Kosten gekommen waren.
Neuer Tag, neues Glück. Was tun? Wandern war irgendwie so gut wie außen vor und wenn wir dem Kind überhaupt einen Fußmarsch zumuten durften, dann musste wenigstens eine gewisse Portion Action dabei sein. Als wir den Vorschlag unterbreiteten, uns ein Kloster anzuschauen, mussten wir erst einmal erklären, was ein Kloster überhaupt ist und warum wir das unbedingt anschauen wollten. Unsere Antwort ließ die Kinderaugen nicht gerade großartig leuchten. Entweder lag’s an unserer dilettantischen Erklärung oder aber daran, dass das Kind sofort erkannt hatte: Kloster KANN für Kinder nur langweilig sein. Doch unsere kleine Begleiterin verstand es blendend, aus der ganzen Sache doch noch einen Vorteil für sich zu ziehen. Wir würden nämlich ein wenig mit dem Auto unterwegs sein müssen, um überhaupt erst zu dem Kloster, das auf unserer Oma-Opa-Wunschliste stand, zu kommen.  So war das Kind dann doch recht schnell guter Dinge, denn ich konnte den Kinderaugen nicht widerstehen und hatte einer dringlichen Bitte zugestimmt. Unser Enkelkind durfte während der Fahrt zu unserem Ausflugsort mit Omas schwarzem I-Pad alle Spiele rauf und runter spielen. Am Rande bemerkt, Oma hat gar kein I-Pad, aber die Mutti hat eins und das ist weiß. Da mein Tablet schwarz ist, ist es logischerweise in Enkelinnenaugen ein schwarzes I-Pad. So schnell kann man mitunter zu einem I-Pad kommen. Bis eben hat man überhaupt noch nicht geahnt, dass man eins hat. Die Fahrt war also fürs Kind eine durchaus spannende Angelegenheit, aber kaum waren wir aus dem Auto gestiegen, war die Spannung auf Null gefallen, denn wir hatten ein wenig Fußmarsch vor uns und ich kam mir recht bald wie in dem Zeichentrickfilm „Shrek“ vor, in dem der Esel in rastloser Folge fragt: „Sind wir schon da?“ In unserem Falle lautete die Frage allerdings: „WANN sind wir denn endlich da?“

Die Donau bei Kelheim

Die Donau bei Kelheim

Und dann waren wir endlich da – am Kloster Weltenburg, einer Benediktinerabtei, die sich direkt an der Donau unweit der Stadt Kelheim (Niederbayern) befindet.

Eine Informationstafel vor dem Kloster

Eine Informationstafel vor dem Kloster

Gegründet worden sein soll es um 617. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgelöst, doch bereits 1842 wurde es wieder errichtet und im Jahre 1903 wurde es wieder zur Abtei erhoben.

Die Abteikirche

Die Abteikirche

Sehenswert ist die von den Gebrüdern Asam im Stil des Rokoko entworfene und ausgestaltete Abteikirche. Errichtet wurde sie zwischen 1716 und 1739. Ihre Entstehung fällt in die Zeit des Abtes Maurus I. Bächl (1713–1743), in der auch die ebenfalls sehr interessante Frauenbergkapelle entstand. Leider durfte man in der Abteikirche nicht fotografieren. Schade, denn den Anblick empfand ich als überwältigend. Besonders das Deckenfresko ist nahezu atemberaubend. Darin haben sich sogar die Brüder Asam, der eine als Gemälde und der andere als Stuck-Skulptur verewigt. Damit haben sie sich quasi selbst ein Denkmal gesetzt. Auch die Brandenstein-Orgel ist ein Augenschmaus. Es gibt so viel zu sehen, man könnte dort sicher Stunden und Tage zubringen, wenn man jedes kleine Detail betrachten wollte – einfach nur schön.

Blick in die Frauenbergkapelle

Blick in die Frauenbergkapelle

Natürlich war das alles für Kinderaugen eher langweilig, obwohl wir beiden Mädels dann doch recht lange in der Frauenbergkapelle, in der wir auch einige Bilder machen durften, verweilten und schauten und schauten. Irgendwann hörte ich dann leise: „Oma, gehen wir jetzt wieder?“ Der Opa hatte sich eh schon lange abgeseilt und wartete draußen auf uns.

Von einem Aussichtspunkt nahe der Frauenbergkapelle hat man einen schönen Blick auf die Donau

Von einem Aussichtspunkt nahe der Frauenbergkapelle hat man einen schönen Blick auf die Donau

Der Vierbeiner hat viel Spaß am und im Wasser

Der Vierbeiner hat viel Spaß am und im Wasser

Immer wieder lässt er das Wasser spritzen

Immer wieder lässt er das Wasser spritzen

In Windeseile waren meine beiden Begleiter dann auch schon wieder zum Kloster unterwegs, während ich mir noch einen Blick von oben auf die Donau …

Von meinem Aussichtspunkt kann man auch auf das Klostergelände blicken

Von meinem Aussichtspunkt aus kann man auch auf das Klostergelände blicken

… und die imposante Klosteranlage gönnte. Dann aber folgte ich meinen beiden und machte mich ebenso wie sie Richtung Kloster und von dort zum Ausgang auf den Weg. Die Donau glitzerte uns verlockend an, als wir am Klostereingang standen und hinunterschauten.

Eine Wasserstandsmarke am Klostergebäude

Eine Wasserstandsmarke am Klostergebäude

Während wir dort so standen, fiel mein Blick auf eine Hochwassermarke am Gebäude. Ich mochte es gar nicht glauben, dass das so harmlos erscheinende Wässerchen dort unten einmal mit seinem Wasserstand hier oben erst Halt gemacht hatte. Wieviel Meter mochten das gewesen sein? Ich schaute die Donau gleich ein wenig ehrfürchtiger an.

Ein Gedenkstein für drei amerikanische Soldaten

Ein Gedenkstein für drei amerikanische Soldaten

Da gruselte es mich dann doch ein bisschen und es erklärte sich in gewisser Hinsicht auch ein Gedenkstein für 3 amerikanische Soldaten, an dem wir auf dem Hinweg zum Kloster vorbeigekommen waren und für den unsere Enkelin von uns eine Erklärung haben wollte. Es beschäftigte sie doch sehr, warum die Männer hier ums Leben gekommen waren.

Eine der schönsten Flusslandschaften Deutschlands

Eine der schönsten Flusslandschaften Deutschlands

Das Kloster befindet sich mit seiner Lage direkt an einer Donauschleife in einer der schönsten Flusslandschaften Deutschlands. Natürlich mussten wir auch noch direkt ans Wasser.

Wir lassen kleine Steine auf dem Wasser und große ins Wasser springen

Wir lassen kleine Steine auf dem Wasser und große ins Wasser springen

Opa und Enkeltochter ließen fröhlich kleine Steinchen über die Wasseroberfläche springen. Auch andere Ausflügler ließen sich davon anstecken. Wobei die Steine, die unsere Enkelin ins Wasser warf, doch von einem etwas größeren Kaliber waren als die kleinen Springsteine der Erwachsenen. So ein großer Stein ergab wenigstens einen satten Klang, wenn er ins Wasser fiel und somit war er viel interessanter als diese winzigen Hüpfsteine.

Am Wasser ist es dann doch interessanter fürs Kind als im Kloster

Am Wasser ist es dann doch interessanter fürs Kind als im Kloster

So war es am Wasser dann doch wesentlich interessanter fürs Kind und unser im Kloster mitunter schon ein wenig maulig schauendes Mädchen war plötzlich wieder fröhlich und guter Dinge. Kurz bevor wir an dieser Stelle die Donau mit einem Steinwall angestaut hätten, machten wir uns dann doch wieder auf den Weg. Wir wollten nicht später  in der Zeitung lesen müssen, dass Unbekannte an der Donauschleife bei Kelheim mit unbedachtem Steinewerfen die Donau angestaut und die Schifffahrt behindert hätten.

Eine Fähre setzt über

Eine Fähre setzt über

Das Drahtseil, mit dessen Hilfe sich die Fähre über die Donau bewegt

Das Drahtseil, mit dessen Hilfe sich die Fähre über die Donau zieht

Unterwegs zu unserem Auto beobachteten wir noch, wie eine Donaufähre übersetzte. Es war schon höchst interessant, wie sich die Fähre an einem über den Fluss gespannten Drahtseil entlanghangelte.

An einer Felswand entdecken wir eine Eidechse

An einer Felswand entdecken wir eine Eidechse

Und dann gab’s noch etwas fürs Kind. Es entdeckte nämlich an der Felswand neben der Straße eine Eidechse. So etwas sind echte Erlebnisse, nicht das Kloster mit seiner langweiligen Abteikirche oder seiner berühmten Bierbrauerei. Die Weltenburger Klosterbrauerei ist übrigens die älteste ihrer Art weltweit. Aber das war wohl mehr für den Opa von Interesse 😉 Mit Omas schwarzem I-Pad, der angestauten Donau und der Eidechse im Fels war es dann doch noch ein rundum gelungener Tag geworden – selbst fürs Kind.

In der Bilderschau hier unten ist für die besonders Interessierten noch ein wenig mehr von unserem Kloster-Weltenburg-Ausflug zu sehen. Auch hier viel Spaß beim Anschauen!

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… hat Herr Silberdistel sie doch tatsächlich noch an unserem letzten Urlaubstag in der Rhön Anfang Juni – die Stelle, wo der Hund begraben liegt. Bisher nahmen wir an, dass es sich dabei nur um eine Redensart handelt. Nun wissen wir es besser. Es gibt ihn tatsächlich, diesen Ort, an dem der Hund begraben liegt.

Im Biergarten des Klosters Kreuzberg

Im Biergarten des Klosters Kreuzberg

Obwohl …  zunächst dachte ich schon, Herr Silberdistel hätte etwas zu tief in den Krug mit dem dunklen Bier geschaut, das er dort oben auf dem Kreuzberg wonniglich Schluck für Schluck genossen hatte. Ganz schön heiß war der Tag auch noch. Wir hatten uns zwar ein schattiges Plätzchen unter den Bäumen am Rande des Biergartens des Klosters Kreuzberg gesucht, aber vielleicht war die heiße Mittagssonne doch an einigen lichteren Stellen durch den Blätterwald über unseren Köpfen hindurchgedrungen und hatte bei meinem Herrn Silberdistel in fröhlicher Zusammenarbeit mit dem Bier ihre Spuren hinterlassen.

Herr Silberdistel auf dem Weg zu der Stelle, wo der Hund begraben liegt

Herr Silberdistel auf dem Weg zu der Stelle, wo der Hund begraben liegt

Zunächst verstand ich gar nicht, was mein Gatte mir da aus der Ferne zurief. Wir waren nach einem schönen Mittagessen, das bei Herrn Silberdistel wie erwähnt mit Kreuzbergbier einherging, wieder unterwegs zu unserem Autoparkplatz. Die wunderschöne Natur rundherum wollte ich mir keinesfalls entgehen lassen. Meine Kamera hatte Futter ohne Ende.

Vieles gab es wieder, das ich fotografieren musste

Vieles gab es wieder, das ich fotografieren musste

So sprang ich von einer Blumenschönheit zur anderen, von einem Insekt zum nächsten und somit trödelte ich wie gewöhnlich ein wenig hinter Herrn Silberdistel her. Die vielen Motive brauchten halt ihre Zeit. Was rief mein Gatte da schon wieder? Die berühmte Stelle mit dem Hund …? Was für ein Hund? War ihm jetzt doch noch das Bier zu Kopfe gestiegen? Oder brannte die Sonne zu sehr auf sein unbemütztes Haupt? Musste ich mir Sorgen um ihn machen? Ich sollte mich vielleicht doch etwas beeilen und schauen, wie es um sein Wohlbefinden stand.

Schnee noch ein Foto und dann schaue ich, was Herr Silberdistel entdeckt hat

Schnell noch ein Foto und dann schaue ich, was Herr Silberdistel gerade gerufen hat

Schnell noch ein Foto von diesem herrlichen weißen Blütentraum und dann musste ich aber schnell schauen, was Herr Silberdistel für Probleme hatte.

Wie schön gerade der Weißdorn blüht

Wie schön gerade der Weißdorn blüht

So, fertig, nun aber los! Hund und begraben … Seltsam irgendwie … Hm, ich konnte mir so gar keinen Reim auf seine doch etwas vom Winde verwehten Worte machen. Aber sicher hatte ich da etwas ganz falsch verstanden.

Das ist sie, die berühmte Stelle, von der ich nie dachte, dass man sie wirklich finden kann

Das ist sie, die berühmte Stelle, von der ich nie dachte, dass man sie wirklich finden kann

Dann endlich stand ich neben meinem Herrn Silberdistel und mir wurde langsam klar, wovon er gesprochen hatte. Er hatte sie entdeckt, die berühmte Stelle, von der wohl jeder schon einmal gehört hat, die Stelle, wo der Hund begraben liegt. Vor mir stand ein kleines Holzkreuz mit einem Namen und einer Jahreszahl drauf. Ich befand mich genau an der Stelle, die ich immer nur für eine Redensart gehalten hatte, an der Stelle, wo der Hund begraben liegt. Ein wenig beruhigt war ich nun doch, also wegen meines Herrn Silberdistel. Ihm wenigstens ging es gut, Bier und Sonne hatten ihn nicht verwirrt. Dem Hund zu unseren Füßen ging es wohl eher weniger gut oder jetzt vielleicht auch wieder doch. Wer weiß das schon? Es tat mir irgendwie leid um ihn.

Von der Stelle, an der der Hund begraben liegt, hat man einen wunderschönen Blick auf den Kreuzberg

Von der Stelle, an der der Hund begraben liegt, hat man einen wunderschönen Blick auf den Kreuzberg

Andererseits … Wer hat für seine letzte Ruhe schon einen so schönen Platz? Ein idyllisches Fleckchen Erde mit Blick auf den Kreuzberg. Irgendwie gefiel mir die Stelle, wo der Hund begraben liegt. Wenn es denn ein Hund ist. Aber vielleicht ja doch, eventuell  sogar der treue Begleiter eines Rhönschäfers. Vielleicht war er ja genau hier einst glücklich mit seinem Schäfer und seinen Schafen.

Ach, übrigens weiß man gar nicht so genau, woher dieser Ausspruch kommt mit dem begrabenen Hund. Es wird vermutet, dass es dabei gar nicht um einen Hund im heutigen Sinne geht, sondern um einen Schatz oder um eine gewisse Art von Beute. Wenn man das Wort Hund nämlich auf das Mittelhochdeutsche zurückführt, dann würde „Hunde“ nämlich Beute oder Schatz bedeuten. Dann ginge es um die Stelle, an der der Schatz begraben liegt. Das wäre eine von vielen Deutungen für diese Redensart. Ansonsten gibt es noch vielerlei andere Erklärungen und Vermutungen, aber die lassen wir hier lieber weg, sonst wird uns am Ende doch noch ganz wirr im Kopf und wir geben wieder Sonne und Bier die Schuld.

Wenig später verabschiedeten wir uns von Erhard und grübelten unterwegs noch ein Weilchen darüber nach, wie und warum er wohl dort hingekommen ist.
Es war an diesem Tag nicht nur ein Abschied von Erhard und dem idyllischen Fleckchen Erde, in dem er ruht, es war für uns auch das Ende unseres diesjährigen Frühjahrsurlaubs in der Rhön und die Bilder in der Diaschau hier unten zeigen, was mir an diesem letzten Tag außer dem kleinen Grabkreuz noch vor die Kamera kam.

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Genau dorthin wollten wir dieses Mal – wo das Bier am besten schmeckt – zum Kloster Kreuzberg in der Bayerischen Rhön.

03-Hier im Kloster wird bereits seit 1731 Bier gebraut, das weit über die Region hinaus als besondere Köstlichkeit gilt

Dort gibt es nämlich ein ganz besonders leckeres Dunkelbier. Bereits seit 1731 brauen die Mönche des Franziskanerklosters diesen edlen Saft.

22-Na? Noch einen Blick auf das Brauhaus ders Klosters gefällig?

Natürlich tun sie das inzwischen mit einer hochmodernen Anlage, die einen Jahresausstoß von bis zu 9500 Hektolitern aufzuweisen hat. In diesem Jahr kam die Klosterbrauerei doch tatsächlich wegen des zeitweise sehr heißen Wetters an ihre Grenzen, sodass jene Gaststätten, die jenseits des Kreuzbergs auch gern einmal ihre Gäste mit einem Kreuzbergbier verwöhnen, nicht mehr beliefert werden konnten, wie hier zu lesen ist. In der Klosterschänke war allerdings immer ausreichend des begehrten Gebräus vorhanden.
Alljährlich, wenn wir Silberdistels in der Rhön Urlaub machen, zieht es uns früher oder später natürlich auch auf den Kreuzberg zu diesem edlen Gesöff Bier. Dazu ein leckeres Käsebrot unter Gottes freiem Himmel. Was will man mehr, um glücklich zu sein?
Herr Silberdistel hatte wieder einmal die Gelegenheit genutzt, um sich am Kloster Kreuzberg mit einem Bekannten zu treffen, nett zu plauschen und sich dabei eines der leckeren Biere munden zu lassen.

24-jetzt haben wir uns aber einen kühlen Schluck dieses edlen Saftes verdient. Hmmmm - einfach lecker!

Naja, vielleicht waren es auch zwei oder … So genau mitzählen konnte ich eigentlich nicht, denn nach dem herrlich köstlichen Käsebrot und einigen Schlückchen Bier aus Herrn Silberdistels Krug ließ ich die beiden Jungs allein und begab mich ein wenig auf Wanderschaft durch den Klosterbereich.

11-Läuft einem bei diesem Anblick nicht das Wasser im Munde zusammen?

Dabei entdeckte ich am Hintereingang des Klosters etwas, was die beiden Herren hätte sicher dahinschmelzen lassen. Aber wahrscheinlich waren sie auch so bereits äußerst zufrieden – mit dem Bierkrug vor sich und ohne Gattin neben sich. Der Anblick dieser Ansammlung von Kreuzberg-Bierfässchen hätte sicher nur unnötige Verwirrung gestiftet.

12-Oh, wen haben wir denn da? Hugo ist heute ganz allein im Zwinger.

Apropos Fässchen … Wen sehe ich denn da? Sind das nicht diese Hunde, die man öfter einmal auf Abbildungen mit so einem Fässchen um den Hals sieht? Ach ja, jetzt erinnere ich mich, bei Ernst Blumenstein etwas darüber gelesen zu haben. Da gab es doch einen Beitrag über die Geschichte dieser gutmütigen Riesen unter den Hunden, über die Geschichte der Bernhardiner. Ob Ernst auch schreibt, was besagtes Fässchen einst enthielt? Naja, egal, unser Bernhardiner hier, der übrigens Hugo heißt, hat gerade keine Lust, Fässer durch die Gegend zu tragen. Ihm ist langweilig. Wo mag denn seine Frau Rana sein? Ob sie sich in den hinteren Gemächern um den gemeinsamen Nachwuchs kümmert? Seit einigen Jahren werden nämlich, nach einer längeren Zuchtpause, im Kloster Kreuzberg wieder Bernhardiner gezüchtet. Wer mag, kann sich hier gern ein Video über das erste Zusammentreffen von Hugo und Rana anschauen.
So, da Hugo ohnehin schläft, werde ich meinen Rundgang ganz einfach fortsetzen. Ich möchte schließlich noch ganz hoch hinaus – auf den Gipfel des Kreuzbergs. Das Kloster liegt ja nur auf einer Höhe von 864 m ü. NN, während der Berg an sich doch um einiges höher ist. Er ist übrigens der dritthöchste Berg der Rhön. Nicht schlecht, oder?

15-...und nun wird es schweißtreibend. Ich will die letzten der 927,8 m ü. NN, die der Kreuzberg aufzuweisen hat, auch noch schaffen

Einige Höhenmeter muss ich also schon noch überwinden, bis ich die Spitze des Eisberges Kreuzberges mit ihren 927,8 m ü. NN erreicht habe. Die dunklen Wolken sehen schlimmer aus, als sie in der Wirklichkeit waren. Sie drohten immer wieder einmal damit, nicht mehr an sich halten zu können, umnebelten zeitweise sogar den Sendemast des Senders Kreuzberg, letztendlich konnten sie sich dann doch beherrschen und behielten ihr Wasser bei sich. Also dann, auf geht’s und zur Belohnung gibt es oben einen Blick in die weite Ferne.

17-Von einer Bank aus schaue ich eine Weile in die weite Ferne - leider ist die Sicht heute nicht so spektakulär wie bei ganz klarem Wetter

Nun gut, ein wenig undurchsichtig ist der Blick in die Ferne heute schon. Aber schön finde ich ihn trotzdem. Außerdem muss ich jetzt erst einmal wieder zu Atem kommen, denn diese vielen Treppenstufen hatten es ganz schön in sich. Unterwegs habe ich doch vor lauter Anstrengung ganz vergessen, sie zu zählen.

16-Ich bin bei den drei Kreuzen des Kreuzwegs angekommen

Egal, jetzt sitze ich auf der Bank neben den drei Kreuzen vom Kreuzweg, atme bereits wieder etwas ruhiger und genieße noch ein Weilchen ganz einfach die unendliche Weite vor mir. Das bisschen Dunst stört nicht. Irgendwie gehört auch das mit in diese schöne Landschaft, verzaubert sie auf andere, nicht minder schöne Weise.

28-Die Wiesen rundum zeigen einen fantastischen Farbenzauber

Inzwischen ist mein Puls wieder auf Normalniveau. Auch wenn ich mich noch gar nicht von dem schönen Anblick um mich herum trennen mag, ist es vielleicht doch Zeit dafür zu schauen, wie meine beiden Herren dort unten das viele Bier verkraftet haben. … und so langsam könnten wir uns auch wieder auf den Rückweg zu unserem Auto machen. Es steht eine kleine Wanderstunde vom Kloster Kreuzberg entfernt auf einem Wanderparkplatz. Der Weg dorthin führt durch eine malerische Wiesenlandschaft und zum Anfang und Ende jeweils durch ein kleines Waldgebiet. Ich liebe diesen Weg über alles. Ich kann schon verstehen, warum die Franziskaner einst ihr Kloster auf diesem einmalig schönen Fleckchen Erde errichtet haben. Aber schaut selbst, was wir unterwegs noch alles entdeckt haben. Ich mag diese Gegend unwahrscheinlich gern. Nicht umsonst komme ich immer und immer und immer wieder …

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Am 10. und 11. Mai war es in diesem Jahr wieder einmal so weit – die Ritter des Deutschen Hochordens hatten erneut am Kloster Rühn ihre Zelte aufgeschlagen. Wen interessierte es nicht, einmal einen kleinen Einblick in das Leben der alten Rittersleut‘ zu erhalten. Aber nicht nur ins Ritterleben durfte man schauen, genauso konnte man sich vom Tagesablauf des einfachen Mannes im Hochmittelalter ein Bild machen, dem Handwerker über die Schulter blicken, ihm gern auch bei seinen Arbeiten zur Hand gehen und sogar ein selbst geschmiedetes Andenken an den 9. Klostermark in Rühn mit nach Hause nehmen. Aber auch an einen erlebnisreichen Tag für die Kinder hatten die Veranstalter gedacht. Da erzählte eine Märchentante aus ihrem reichen Märchenschatz, wer wollte, konnte auf einem per Muskelkraft betriebenen Karussell auf Schweinen reiten oder die ganz Mutigen konnten sich sogar in einen Piraten verwandeln und über eine wacklige Leiter ein Schiff entern. Nebenher klang wunderschöne mittelalterlicher Musik über den Innenhof des Klosters. Für Essen, Getränke und für die Kauflustigen unter den Gästen war ebenfalls bestens gesorgt.
Natürlich kamen auch die Gartenfans nicht zu kurz. Kräuter, Stauden und mehr waren reichlich im Angebot. Für mich Silberdistel blieb es natürlich wieder einmal nicht beim reinen Schauen. Rief doch tatsächlich aus dem riesigen Pflanzenangebot des Klostermarktes eine andere Silberdistel nach mir: „Hallo Silberdistel! Na? Erkennst Du mich? Du hast doch ganz sicher nach mir gesucht.“ … und schon saß die freche Distel in meinem kleinen Einkaufskörbchen. Wenig später gesellte sich eine verführerisch schauende Malve hinzu. Die beiden Damen verstanden sich sofort prächtig miteinander und ließen eine Trennung überhaupt nicht mehr zu. So blieb Herrn Silberdistel nichts anderes übrig, als  mich und die beiden grünen Damen an der Kasse mit einem kleinen Unkostenbeitrag auszulösen. Noch ganz benommen von der Überrumpelung der beiden frechen Pflanzen zog es mich kurz darauf magisch zu dem riesigen Kräuterstand an einer uralten Linde, wo natürlich das Verhängnis seinen weiteren Lauf nahm. Zwei Minzen drängelten sich mir durch ihren unnachahmlichen Duft geschickt auf und baten um Einlass in das kleine Plastiktütchen in meiner Hand, in dem die beiden anderen Pflanzendamen angeregt miteinander plauderten. Da wäre doch gerade noch Platz für zwei charmante Minzen. So kam es dann, dass vier neue Bewohner für meinen Garten mit uns nach Hause fuhren, obwohl doch der Garten nur ein Gärtchen ist und schon lange keinen Platz mehr für weitere Gartenschönheiten hat. Die vier Damen sahen das allerdings nicht so eng und meinten, da würde sich schon noch ein nettes Plätzchen für jede von ihnen finden. Dagegen hatte ich so gar keine Argumente, kapitulierte, trug sie noch ein Weilchen auf dem Klostermarkt spazieren und ließ sie dann später in unserem Auto Platz nehmen, wo sie sich kichernd in meinen Fußraum drängten und gespannt ihrem neuen Heim entgegensahen.
Doch bevor wir mit den albernen Frauenzimmern nach Hause fahren, muss ich noch von der Rittershow erzählen. Es war nach dem Überfall der Stauden und Kräuter inzwischen 14.00 Uhr geworden und die Ritter lockten mit einem kleinen Entkleidungsspektakel. Wer hier öfter liest, wird sich vielleicht an den Ritterstriptease vom vergangenen Jahr erinnern. Die vier Damen in dem Tütchen an meiner Hand waren natürlich auch sofort Feuer und Flamme, als sie aus meinem Munde etwas von Ritterstriptease vernahmen. Aber scheinbar hatten nur wir Silberdistels die Ankündigung über den Lautsprecher vernommen, dass es im Lager des Deutschen Ordens eine interessante Vorführung geben sollte. Pünktlich zur Stelle warteten und warteten wir, um dem 1. Ritter zu lauschen, was er über seine Zeit im Deutschen Hochorden zu berichten hatte. Nur, der Ritter erwartete eigentlich viel mehr Augen und Ohren, mehr als nur die der Silberdistels. Aber niemand schien sich so recht für das Ritterleben im Hochmittelalter zu interessieren. Woran mochte das liegen? Der Tag war kalt und windig, zu Anfang unseres Marktbesuches fielen sogar ein paar Tropfen Regen. Wahrscheinlich glaubte niemand der Besucher so recht daran, dass sich ein Ritter bei diesen unangenehm kühlen Temperaturen entkleiden würde. Schließlich nahm Herr Silberdistel sein Ritterherz in die Hand, um seiner Gattin einen Gefallen zu tun, die bereits auf ein paar nette Ritterfotos lauerte, und fragte den wegen der fehlenden Nachfrage doch recht enttäuscht schauenden Ritter, ob denn nicht eine kleine Privatveranstaltung möglich wäre. „Selbstverständlich!“, hieß es sofort und angenehm erfreut über unser Interesse wurden wir ins Ritterlager gebeten, durften sogar auf einer Bank, extra für uns zurechtgerückt, Platz nehmen und ein interessanter Vortrag über den Deutschen Hochorden begann. So lernten wir allerlei über das Leben in der damaligen Zeit, über den Deutschen Hochorden, seine Ritter, die unterschiedlichen Waffen, mit denen man sich gegenseitig das Leben zu nehmen suchte und über die Bekleidungsvorschriften im Deutschen Orden. … und um das alles ein wenig zu illustrieren, gab es einen ganz privaten Ritterstriptease. Schicht für Schicht entledigte sich unser Ritter seiner Rüstung und demonstrierte dabei, welche Aufgaben die einzelnen Teile der Rüstung damals hatten und welchen Waffen sie standhalten sollten und konnten. Im Laufe der Vorführung fanden sich sehr zur Freude unseres Ritterdarstellers doch noch einige weitere Zuschauer und Zuhörer ein. Am Ende stand eine kleine, aber sehr interessierte, Runde zusammen, die viel fragte, diskutierte, lachte … In diesem Jahr behielt unser Ritter sein wärmendes Unterhemd und die lange Unterhose an – verständlicherweise, denn der Wind war eisig und unangenehm und eigentlich nicht dazu angetan, sich fast vollends zu entkleiden. Wir Silberdistels waren am Ende der Vorführung ganz schön durchgefroren – trotz des aufregenden Striptease. Von unserer Seite ein riesiges Dankeschön an die beiden Akteure, Ritter und Knappen, für den hochinteressanten Vortrag und die tolle Vorführung. Es hat uns viel Spaß gemacht, wir haben wieder einmal einiges dazugelernt und hatten einen äußerst vergnüglichen Sonntag. Zum nächsten Klostermarkt sind wir Silberdistels natürlich wieder dabei und das nicht nur wegen des Ritterstriptease. Einen so liebevoll gestalteten Klostermarkt darf man nicht versäumen, selbst wenn es einmal kalt und nass ist, so wie in diesem Jahr. Wir kommen wieder – ganz sicher!

Wer gern mehr über das Kloster Rühn erfahren möchte, der kann sich hier ein wenig belesen oder auch hier im Bücherstaub noch einmal auf unsere vorangegangen Erlebnisse im Kloster Rühn zurückschauen. Die Beiträge sind zu finden unter  „Auf ins Nonnenkloster“ und unter „Ritterstriptease gefällig?„.

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Das viele triste Grau, das die Natur uns im Moment bietet, lässt mich zumindest am PC immer wieder einmal in die BUNTE Welt meiner gesammelten Bilder flüchten. So bin ich unlängst noch einmal Foto für Foto hinauf auf den Kreuzberg gekraxelt.
Im Oktober letzten Jahres haben wir Silberdistels eine wunderschöne Woche genau zur Zeit der herrlichsten Laubfärbung in der Rhön verbracht. Leider war es oft regnerisch und winterlich kalt, schön war der Urlaub trotzdem. An dem Tag, als wir uns zum Kloster Kreuzberg auf den Weg machten, war es zwar kalt, aber es regnete wenigstens nicht. Sogar die Sonne getraute sich immer wieder einmal hinter den Wolken hervor und ließ mit ihren Strahlen die herrlichen Farben des Herbstes ganz wundervoll leuchten.

00Übrigens haben sich die Wanderwegsbeschilderer in der Rhön echt Gedanken über das Wandervolk, das durch ihre Wiesen, Felder und Wälder strebt, gemacht. Wir Silberdistels waren ganz hin und weg vor Rührung. Man hat ja fast schon Charakterstudien betrieben, um alles korrekt auszeichnen zu können. Die Ausschilderung des Wanderweges an der letzten Wegkreuzung zum Kreuzberg hinauf berücksichtigt sogar zwei unterschiedliche Wanderertypen für ein- und denselben Weg, nämlich Wanderer wie den Herrn Silberdistel, der immer gleich schnurstracks auf das einmal gewählte Ziel zustrebt – also ohne große Umwege, und solche wie Frau Silberdistel, die immer und überall wie klein Rotkäppchen vom Wege abkommt, weil sie noch Blumen für die Großmutter mit dem Fotoapparat einsammeln muss. Die männlichen Silberdisteln laufen demzufolge nur 0,6 km den Berg hinauf, während die Disteln à la Rotkäppchen immerhin 0,9 km zurücklegen müssen, bis sie schließlich den Berg bezwungen haben. Zurück sieht die Sache schon ganz anders aus. Rotkäppchen hat bereits auf dem Hinweg alles eingesammelt, was es brauchte. Es kann nun also straff und ohne Umwege bergab laufen. Satt und zufrieden ist es ebenfalls, denn es hat bei der Großmutter ausreichend Kuchen und Kaffee verzehren dürfen. Es möchte also nur noch auf dem kürzesten Weg nach Hause. Herr Silberdistel hingegen muss sich nun auf einen etwas weiteren Weg einrichten, da er der Großmutter nicht nur den letzten Rest Kuchen weggegessen hat, sondern bei den Mönchen auf dem Kreuzberg auch noch mächtig ins Bierfass schauen durfte. Infolge der Kreuzbergbier-Fass-Inspektion hat sich logischerweise Herrn Silberdistels Schwankungsbreite auf dem Weg hinab ins Tal doch um einige Zentimeter erhöht. Er wird also gut und gern dieses Mal 0,9 km zurücklegen müssen. Positiv ist, dass sich am Ende bei den Silberdistels alles wieder ausgeglichen hat. Für jeden war die Strecke also gleichlang, Herr Silberdistel war vielleicht ein klein wenig weniger k. o. als seine Gattin, weil sein langer Weg immerhin bergab verlief und infolgedessen nicht so schweißtreibend wie der lange Bergauf-Weg der Silberdistel war.

Übrigens, für Wanderer mit ganz anderen Ambitionen, für solche, die nie so recht zum Ziel kommen können, gibt es noch eine 3. Möglichkeit, hinauf zum Kreuzberg, allerdings auf einem anderen Weg. Sie können über 2,8 km langsam und gemütlich bergauf trödeln, bevor sie, wenn überhaupt, auf dem Kreuzberg ermattet aufschlagen. Das sei hier aber nur am Rande erwähnt. Wir Silberdistels, die mehr oder weniger Geradlinigen, sind ja nun schon lange am Kloster Kreuzberg angekommen und wir wollen uns auch weiter keine Gedanken über diejenigen machen, die vielleicht das Ziel total verfehlt haben. Schließlich haben wir Urlaub, wir wollen uns keinen Stress von ziellos dahinlaufendem Wandervolk machen lassen. Wir genießen lieber schon mal das herrliche dunkle Kreuzbergbier, ein riesiges Käsebrot mit Kreuzberggewürz und ein wundervolles herbstlich buntes Naturpanorama. Setzt Euch doch zu uns und schaut mit uns hinaus in die bunte Welt der Berge. Auch ein dunkles Bier und ein leckeres Käsebrot dazu?

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