Mit ‘Katze’ getaggte Beiträge

… haben wir Silberdistels gerade hinter uns gebracht und da stand mir vor lauter Aufregung so gar nicht der Sinn danach, mich mit neuen Blogbeiträgen zu befassen. Also herrschte hier im „Bücherstaub“ Ruhe – im Gegensatz zum wirklichen Leben, das gerade alles andere als ruhig verlief.

Wir Silberdistels hatten am vergangenen Sonntag kurzentschlossen einen Ausflug unternommen. Schon lange wollten wir uns das Kloster Jerichow anschauen. Unzählige Male in unserem Leben sind wir bereits daran vorbeigefahren und jedes Mal nahmen wir uns vor, endlich einmal anzuhalten und den beeindruckenden Bau ganz aus der Nähe anzuschauen. Bei diesem Vorhaben blieb es, bis mein Herr Silberdistel mich vor einer Woche fragte, ob ich Lust hätte, am Sonntag das Kloster in Jerichow anzuschauen. Und ob ich Lust dazu hatte.

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Kloster Jerichow – vom Gemüse- und Würzgarten aus betrachtet

So machten wir uns am späten Sonntagvormittag auf den Weg dorthin. Es wurde ein zwar anstrengender, aber auch erlebnisreicher Tag. Dass er auch noch nervenaufreibend werden sollte, ahnten wir da noch nicht.

Zurück von unserem Ausflug saßen wir abends noch lange bei dem herrlich warmen Sommerwetter draußen im Garten. Unsere drei Pelzträger, die während unserer Abwesenheit  das Haus hüten mussten, durften nun endlich noch einen kleinen Gartenrundgang machen. Begeistert schossen sie zur Tür hinaus. Einer drängelte mehr als der andere. Jeder wollte als erster in den Garten abtauchen. Und dann waren sie alle drei für eine Weile verschwunden.

Unsere graue Eminenz gab sich mit einen kleinen Rundgang zufrieden und trudelte bald wieder ein. Keks folgte eine ganze Weile später. Fehlte also nur noch Torty. Sicher würde auch sie bald wieder auftauchen.

Doch unsere Torty ließ sich an diesem Abend erstaunlich viel Zeit mit ihrem Revierrundgang. Wir warteten und warteten und allmählich schaute ich bereits recht sorgenvoll auf die Uhr und hinaus in den immer dunkler werdenden Garten. Wo blieb sie nur?

Die Zeiger der Uhr gingen bereits auf Mitternacht zu und noch immer war unsere Torty nicht daheim. Obwohl ich ein recht ungutes Gefühl hatte, beschlossen wir schließlich doch, schlafen zu gehen.
In der Nacht schauten wir beiden Menschen im Wechsel immer wieder nach unserem Katzenmädchen. Ich schlief mehr schlecht als recht. Herr Silberdistel träumte zumindest positiv. Einmal sagte er, als er wohl merkte, dass ich im Zimmer herumtappte, im Halbschlaf zu mir: „Sie ist wieder da.“ Als ich fragte, wann er sie denn hereingelassen hätte, antwortete er erstaunt: „Oder habe ich das nur geträumt?“ Offensichtlich hatte er das nur geträumt, denn von unserer Torty gab es weder im Haus, noch im Garten eine Spur. Ich hatte nämlich gerade nach ihr geschaut.

Am nächsten Morgen war unsere Torty noch immer nicht da. So etwas gab es bisher noch nie. Das war so gar nicht ihre Art.

Nach einem sehr frühen Frühstück, denn Tortys Fernbleiben ließ mich sehr zeitig die Nachtruhe, die ohnehin keine war, beenden, machte ich mich auf die Suche nach ihr. Doch es gab weit und breit keine Spur von ihr.
Immerhin konnte sich unser Nachbar, der am Sonntagabend wie wir noch lange in seinem Garten gesessen hatte, daran erinnern, sie am Abend noch einmal kurz in seinem Garten gesehen zu haben. Doch das war inzwischen ganz schön lange her.

Wo mochte sie nur sein? Wir horchten im Laufe des Tages an verschiedenen Geräteschuppen, Gartenhäusern und Garagen, befragten rundum im Dorf mehrere weitere Bewohner und suchten ängstlich die Dorfstraße ab. Unsere Katze blieb verschwunden.

Am Dienstag machten wir uns nun doch ernsthaft Sorgen. Wir informierten Tierärzte, Tierheim und „Tasso“ über das Verschwinden unserer Katze, hängten weiträumig Suchzettel aus und hofften, dass irgendjemand unsere Torty gesehen hatte und uns einen entsprechenden Hinweis geben würde.

Immer wieder grübelte ich über Tortys Verschwinden nach. Sie ist zwar eine neugierige und unternehmungslustige Katze, andererseits aber auch sehr vorsichtig und misstrauisch Fremden gegenüber. Sie würde nie einfach mit jemandem mitgehen oder sich gar ohne Widerstand einfangen lassen.
Irgendetwas musste passiert sein, was sie daran gehindert hatte, nach Hause zu kommen. Meine Fantasie gaukelte mir die schlimmsten Szenarien vor.

Dass unser Nachbar sie bei sich im Garten gesehen hatte, war sicher nicht ungewöhnlich, aber irgendwie ließ mich dieser Gedanke nicht los. Der Nachbar hatte auch angedeutet, dass unsere graue Eminenz an dem bewussten Abend kurz durch seine Terrassentür geschritten sei und in sein Wohnzimmer geschaut hätte. Ob Torty es ihr gleichgetan hatte? Dass unsere First Lady wieder herausgekommen war, hatte der Nachbar beobachtet. Mehr allerdings nicht.

Auf meinen Wunsch hin hatte der Nachbar bereits am Montagmorgen sicherheitshalber in seinem Haus nach Torty Ausschau gehalten, falls sie doch unserer grauen Eminenz am Abend zuvor ins Haus gefolgt sein sollte. Die Suche blieb ergebnislos. Er hatte weder etwas Ungewöhnliches sehen noch hören können. … und würde sich eine eingesperrte Katze nicht auch bemerkbar machen? Das sollte man doch eigentlich denken, und unsere Torty hat eine durchaus kräftige Stimme, die ganz gewiss nicht, wenn sie sie denn einsetzt, zu überhören wäre.

Doch dann fiel mir auch wieder ein, dass sie sich selbst bei uns, als wir sie als kleines Katzenkind geholt hatten, nach dem Verlassen des Transportkörbchens zunächst versteckt hatte. Wer weiß, wie lange sie damals noch hinter den Büchern im Bücherregal ausgehalten hätte, wenn unser Keks sie nicht hervorgelockt hätte?
Sollten wir den Nachbarn vielleicht doch noch bitten, mit ihm gemeinsam im Haus schauen zu dürfen? Vielleicht wäre es etwas anderes, wenn Torty eine vertraute Stimme hören würde.

Herr Silberdistel stand am Dienstagnachmittag vor unserem Haus und berichtete gerade einer anderen Nachbarin, dass unser Katzenmädchen immer noch nicht wieder aufgetaucht wäre, als besagter direkter Nachbar vorbeikam. Er gesellte sich dazu und erzählte Herrn Silberdistel, dass er meinte, in der vergangenen Nacht ein Maunzen gehört zu haben. Er war sich allerdings nicht sicher, woher es gekommen war und vermutete schließlich, dass es  über das offene Fenster zu ihm gedrungen sein musste. Geisterte unsere Torty etwa irgendwo draußen umher? Aber warum harrte sie dann nicht in unserem Garten aus, bis ihr jemand die Tür öffnete. Bisher hatte sie immer beharrlich gewartet, wenn nicht sofort jemand zur Tür eilte.

Meinem Herrn Silberdistel kam an diesem Abend durch die Worte des Nachbarn die Idee, ihm ein gefülltes Futterschälchen zu geben, um es in seinem Haus aufzustellen. Würde das Futter unberührt bleiben, könnten wir zumindest das Nachbarhaus bei der weiteren Suche nach Torty ausschließen. Soweit der Plan.

Am späten Abend dann klingelte es bei uns. Aufgeregt rannte ich in der Hoffnung zur Tür, das Klingeln könnte etwas mit unserer Vermissten zu tun haben. Hatte jemand unsere Torty gesehen?

Ich öffnete. Draußen stand der Nachbar vor der Tür und sagte: „Ihre Katze ist wohl doch bei mir – auf dem Boden. Das Futter ist nämlich angerührt worden.“ Ob ich mitkommen wolle? Welche Frage?

Aufgeregt eilte ich hinter ihm her.  Im Haus schloss er klugerweise zunächst sämtliche Zimmertüren, um Torty nicht noch neue Fluchtwege zu eröffnen. Dann stiegen wir hinauf zum Boden, wo er mich schließlich allein ließ. Da er selbst bereits mehrmals Katzenvater gewesen ist, wusste er, dass sich Torty durch seine Anwesenheit nur noch weiter verunsichert fühlen könnte.

Da stand ich nun in einem fremden Haus, auf einem fremden Boden – scheinbar allein, hätte nicht das angeschleckte Katzenfutter auf die Anwesenheit eines anderen Lebewesens hingedeutet. Aber war Torty überhaupt in diesem Raum, in dem ich stand oder doch in dem Raum gegenüber?
Da stand ich nun und lauschte, lauschte mit spitzen Ohren wie ein Katze. Aber nichts, nichts war zu hören. Ob sich Torty melden würde, wenn sie meine Stimme hörte? Ich rief sie bei ihrem Namen, einmal, zweimal, dreimal … nichts. Noch einmal lockte ich und schüttelte das Tütchen mit ihren Lieblingssnacks, das ich schnell noch gegriffen hatte, bevor ich dem Nachbarn hinterher geeilt war. Hatte da eben etwas geraschelt – ganz leise, wie eine Maus?

Nein, keine Maus, denn jetzt vernahm ich ein ganz leises Maunzen und noch eins. Ich musste noch etliche Male fast wie eine Katze gurren, dann endlich tauchte in der hintersten Ecke, hinter einem Karton, Tortys Köpfchen auf. Vorsichtig und äußerst misstrauisch kam sie näher, fast so, als könne sie ihren Augen und Ohren noch nicht trauen. Hockte da wirklich die Rettung vor ihr? War das wirklich die Silberdistel?
… und dann fing das Fellbündel vor mir an zu beben, es schnurrte erst leise und dann immer lauter und ein weiches braunes Köpfchen näherte sich meiner Hand und stieß sie vorsichtig an. Ganz leicht strich ich über das weiche Fell, hielt dem Schnurrbündel ein paar der Snacks hin und dann durfte ich mein Katzenmädchen endlich in die Arme schließen. Welch wundervolles Gefühl! Ich hatte sie wieder.

Langsam ging ich mit meinem Fellbündel im Arm zur Treppe und Stufe für Stufe hinunter. Doch je weiter ich die Treppe hinab stieg, umso ängstlicher, nahezu panisch, wurde mein Katzenmädchen. Natürlich wollte ich das eben neu gewonnene Vertrauen nicht verlieren und so ließ ich Torty wieder hinunter. Ihre erste Reaktion war, sofort nach oben, zurück Richtung Boden, zu flüchten. Ich musste all meine Überredungskunst aufwenden, um sie letztendlich dazu zu bewegen, wieder herunter zu kommen. Schließlich kam sie, wenn auch langsam, misstrauisch und äußerst vorsichtig.

Als ich sie zur Haustür nach vorn lenken wollte, ergriff sie erneut Panik. Ich sprach wieder beruhigend auf sie ein und überließ ihr am Ende die Wahl des Ausgangs und die fiel auf die Terrassentür. Torty wollte offensichtlich genau dort hinaus, wo sie wahrscheinlich zwei Tage zuvor hinein gekommen war.

Noch im Zimmer, vor der Terrassentür angekommen, durfte ich unser Katzenmädchen wieder auf den Arm nehmen. Torty schien nun zu wissen, dass alles gut werden würde und dass es nach Hause ging. Immerhin sah sie bereits den Garten vor sich, den sie recht gut kennen dürfte und von dort aus war es bis zu ihrem Zuhause gar nicht mehr weit.

Wie waren wir glücklich, unsere vermisste pelzige Mitbewohnerin wiederzuhaben. Uns war ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Eine aufregende Geschichte hatte ein gutes Ende gefunden.
Torty allerdings hatte noch ein wenig länger an diesem Abenteuer zu knabbern. Sie musste in ihrem Zuhause zunächst alles ganz intensiv beschnüffeln. Aufgeregt rannte sie durchs Haus. Wahrscheinlich konnte sie immer noch nicht so ganz an ihre Rettung glauben. Selbst für Keks hatte sie im ersten Moment weder Auge noch Ohr. Nicht einmal der gefüllte Futternapf lockte sie, obwohl sie seit Sonntag weder etwas gefressen, noch getrunken hatte, außer dem Wenigen, was in der Lockfutterschale beim Nachbarn gestanden hatte.
Wir mussten ihr ein wenig Zeit lassen. Schließlich hatte sie jede Menge Stress abzubauen. Ihr ging es sicher nicht anders als uns. Wir waren allerdings nicht in einer völlig fremden Umgebung eingesperrt gewesen.

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Inzwischen ist die Welt fast wieder in Ordnung für unsere Torty. Ein wenig steckt ihr der Schreck aber immer noch im Nacken. So ganz ist sie noch nicht wieder die Katze, die sie vor diesem für sie sicher sehr traumatischen Erlebnis war. Sie schaut öfter als sonst, ob wir noch da sind und so genießt sie momentan auch eine extra liebevolle Behandlung.

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Wir können das Pfingstfest nun doch noch in Ruhe genießen. Wir sahen das für uns schon fast den berühmten Bach runterlaufen. Aber die Ruhe und Entspannung werden wir nun auch brauchen – wir zwei Menschen und die drei Pelzträger.
Unserem Keks hat die Schwester übrigens auch gefehlt. Das war deutlich zu merken. Wir hatten ständig den Eindruck, er wollte uns sagen: „So tut doch endlich etwas, damit Torty wieder da ist!“

Euch allen ein schönes, sonniges und ganz entspanntes Pfingstfest – das wünschen fünf glückliche Silberdistels.

Bei uns Silberdistels passiert nichts, ohne dass uns unsere pelzige Herrschaft dabei auf die Finger schaut.
Da wir unlängst noch einmal ein paar frostige Tage hatten, wollte ich die Gelegenheit nutzen, um unseren Kühlschrank wieder einmal abzutauen. Kurzentschlossen entzog ich dem eisigen Teil seine Nahrungsquelle und räumte schnell seinen gesamten Inhalt hinaus in die Gartenkälte. Dort herrschten zwar nicht gerade -18° C, aber die Minustemperaturen, die der frostige Garten zum Zeitpunkt meiner Abtauorgie gerade hergab, sollten für die Lebensmittel dennoch reichen, um die Abtauphase des Kühlschranks dort schadlos überstehen zu können.
Ich hatte den Gedanken, dass der Kühlschrank wieder einmal abgetaut werden müsste, noch nicht einmal richtig zu Ende gedacht, da war bereits mein Mir-auf-die-Finger-schau-Spezialist Torty zur Stelle.

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„Wow, Silberdistel, wo hast Du das ganze Futter gelassen?“

„In den Garten hinaus gestellt, Torty, ich muss den Kühlschrank abtauen und saubermachen. Gehst Du mal zur Seite, damit ich einen Stuhl vor den Kühlschrank stellen kann.“

„Warum Silberdistel, ist Dir zu warm?“

„Torty, Du bist ein Schelm! Nein, ich will mich draufstellen, damit ich auch ganz oben im Schrank alles saubermachen kann.“

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„Zur Seite genug, Silberdistel?“

„Ja, Torty, danke.“

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„Bist Du nun endlich fertig, Silberdistel? Ich muss jetzt mal gucken, was da immerzu so klappert und plätschert.“

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„Torty … aber Torty, lass mich doch noch … ich muss doch den Stuhl noch … wegräumen …“

„Nein lass mal, Silberdistel, so kann ich alles besser beobachten. Da muss was undicht sein, Silberdistel, es tropft überall. Hast Du das schon gesehen?“!

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„Guck, da unten, Silberdistel, tropft es auch – platsch, platsch und schon wieder platsch.“

„Ja, Torty, ich weiß, aber jetzt runter vom Stuhl! Ich will ihn wegräumen und mich dann um die Tropfstellen kümmern.“

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„Jetzt regnet es schon richtig da drinnen, Silberdistel.“

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„Boahh, in der Schüssel ist ja Winter, Silberdistel. Hast Du das aus unserem Teichlein draußen im Garten geholt?“

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„Nein, Torty, das war im Kühlschrank. Das Eis hält unser Futter frisch. Inzwischen war aber die Eisschicht im Kühlschrank schon ein wenig zu dick und darum sollte das Eis abtauen. Sonst haben wir am Ende mehr von dem Eis im Schrank als Futter.“

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„Boahhh, wie das tropft, Silberdistel!“

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„Oh, was war das? Ein Eisstückchen ist runtergefallen. Hast Du gehört, wie es geklappert hat, Silberdistel?

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„Guck, Silberdistel, hier ist es!“

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„Soll ich es in die Küche schießen?“

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„Dann können wir damit eine Runde spielen.“

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„Und am Ende schwimmt die ganze Küche, Torty, weil das Eis beim Spielen weggeschmolzen ist.“

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„Och menno, Du bist ein Spielverderber, Silberdistel.“

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„Dann esse ich es eben auf, so.“

„Und? Lecker, Torty?“

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„Erfrischend, Silberdistel. Solltest Du auch mal kosten. Aber Du kannst Dir ja ein Großes aus der Schüssel nehmen.“

… es passt immer noch ein Kater rein

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„Meinst Du nicht, dass der Karton etwas klein für Dich ist, Keks?“

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„Was? Zu klein? Also ich seh‘ nicht, dass irgendwas überhängt.“

„Naja, ein bisschen ausgebeult hast Du die Kiste schon, Keks, damit Dein Popöchen reinpasst.“

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„Silberdistel, ich glaub‘ Du bist nur neidisch, dass Du nicht reinpasst. Na, und dann weißt Du wohl noch nicht, dass Katzen in JEDEN Karton reinpassen – immer und überall.“

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„Ha, Keks, ich passe auch rein!“

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„Aber guck, Silberdistel, nicht so wie ich mit allen vier Füßen.“

Vor genau einem Jahr schrieb ich in meinem ersten Beitrag des Jahres 2016: „Wir wünschen ein gesundes neues Jahr … und dass es für uns alle erlebnisreich und mit vielen schönen Momenten im Gepäck daherkommt. Es könnte zur Abwechslung, zumindest für uns Silberdistels, mal wieder ein kleiner Freudenspender werden. Schweres hatten wir 2015 genug zu tragen. Schauen wir also optimistisch in dieses erst wenige Stunden alte neue Jahr hinein. Letztendlich werden wir es meistern müssen, egal, was es uns bringen mag. Natürlich hoffen wir auf viel Schönes und möglichst wenig oder besser noch auf gar nichts von der schweren und schlimmen Sorte. Packen wir es also an!“

Und das Jahr 2016 hat uns diesen Wunsch, ein kleiner Freudenspender zu werden, tatsächlich erfüllt. Wir Silberdistels sind sehr dankbar dafür. Wir haben viel Schönes erlebt – mit und in der Familie, zu zweit und natürlich auch mit unseren drei Pelzträgern. Besonders glücklich hat uns das gute Miteinander unserer drei Vierbeiner gemacht, denn anfänglich gab es da doch kleine Problemchen. Unsere graue Eminenz fühlte sich vom jungspundigen Katerchenzuwachs, den wir nach dem Tod unseres Bärchens im Herbst des Jahres 2015 zu uns geholt hatten, doch mitunter gewaltig genervt, denn der kleine Kerl suchte in der betagten Katzendame eine Spielkameradin. Sie dagegen hatten sich mehr auf einen ruhigen Lebensabend eingestellt. Der kleine Kater musste etliche Faucher einstecken und nicht selten gab es auch etwas hinter die Ohren.
So wagten wir ein Experiment, das ebenso hätte nach hinten losgehen und alles noch viel schlimmer machen können. Wir holten zu dem kleinen Keks Bluebär ein weiteres Katzenkind, eine Schwester von Keks, hinzu. Wir hegten die Hoffnung, dass sich die beiden Katzenkinder mehr miteinander als mit unserer alten Katzenlady beschäftigen würden.
Unsere Hoffnung erfüllte sich. Die beiden Kleinen tobten gemeinsam und voller Elan und Freude durchs Haus und ließen unserer grauen Eminenz weitestgehend ihre Ruhe. Sie dagegen konnte den  Jungspunden bei ihren lustigen Spielen aus angemessener Entfernung und ohne selbst bedrängt zu werden, zuschauen. Dabei erkannte sie bald, dass nicht jeder Kätzchenangriff eine bösartige Kampfansage war, sondern nur eine Spielaufforderung. Die Faucher unserer alten Lady wurden weniger und weniger und schließlich lebte sie sogar auf, erinnerte sich scheinbar sogar an die eigene Zeit als Katzenkind und so sprang auch sie bald voller neuer Energie und Lebensfreude mit den kleinen Pelzträgern durchs Haus.
Inzwischen gehören gegenseitiges Putzen und miteinander Spielen zum normalen Katzenalltag. Wir sind sehr glücklich darüber, dass sich unsere drei Vierbeiner so gut zusammengerauft haben.

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Den gestrige Silvesterabend haben wir Silberdistels, wie bereits seit vielen Jahren, wieder zuhause mit und bei unseren pelzigen Mitbewohnern verbracht – unser kleines Räucherwinterdorf vor uns mit gemütlichem Kerzenschein. Na, und nebenher gab es auch ein wenig Sekt für uns Menschen.
Die beiden Jungspunde waren wegen der Knallerei ein wenig aufgeregt. Selbst unsere sonst so verfressene Torty konnte ich nicht mit einem leckeren Abendessen locken. Sie versteckte sich lieber fernab unter unserem Bett und ließ Futter Futter sein. Ich vermute, sie saß dort sogar und hielt sich mit den Pfoten krampfhaft die Ohren zu.

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Keks dagegen rannte unruhig von einem Fenster zum anderen und fragte sich sicher, was dieser ganze Lärm und die viele so ungewohnte Farbe am Himmel wohl zu bedeuten hätte. Auch er ignorierte den gefüllten Futternapf.

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Nur unsere graue Eminenz setzte sich irgendwann nach ihrem leckeren Abendschmaus zu uns und ließ sich den vollen Bauch kraulen. So hatten wir beiden Menschen zum gemütlichen Kerzenschein vor uns auch noch ein angenehmes und leises Schnurren im Ohr. So in der Art könnte das Jahr durchaus weitergehen – gemütlich und leise schnurrend 😉

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Hoffen wir also auch unter uns Menschen insgesamt auf ein gutes Miteinander und dass das vor uns liegende Jahr ein schönes, erlebnisreiches und friedliches Jahr wird. Habt Ihr mit Euren Familien und Freunden ein gutes und natürlich vor allem auch gesundes 2017, macht es Euch einfach so schön wie möglich.

Unsere Glückskatze Torty ist die umwerfendste Katze, die wir je kennengelernt haben. Wo sie geht und steht, fällt ihrem umwerfenden Wesen alles zum Opfer. Dabei habe ich in einem klugen Buch gelesen, dass Katzen überaus vorsichtig selbst auf dem voll gestelltesten Regal aller Regale herumlaufen können, ohne dabei etwas um- oder gar herunterzustoßen. Torty hat dieses Buch offensichtlich nicht gelesen oder sie ist eine andere Spezies als die, von der in dem Buch die Rede ist.
Wo immer Torty entlang geht, wird sie von scheppernden Geräuschen begleitet.

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Mitunter rumst es auch unüberhörbar laut, weil sie wieder einmal ein Buch aus dem Regal befördert hat. Nicht selten fallen die Bücher auch gleich zuhauf.
Inzwischen hat Torty den Meister des Hauses, unseren Keks, völlig in den Schatten gestellt. Über das von ihm zerschmetterte PCli meines Herr Silberdistel sprechen hier kein Mensch und kein Katz mehr. Blumentöpfe, Bilderrahmen und mehr gehen derweil auf Tortys Konto. Über beim Aufprall auf den Boden verschandelte Bücher reden wir gar nicht erst.

Unlängst hat unsere Torty ihr Meisterstück abgeliefert. Es weihnachtet ja nun bald und somit sind auch Apfelsinen und Mandarinen wieder in unser Blickfeld geraten. Wir Silberdistels decken unseren Vitamin-C-Bedarf gern mit den kleinen handlichen Mandarinen. So steht auch ständig ein Körbchen mit diesen leckeren Früchten irgendwo im Hause zum Verzehr bereit. Mitunter passen nicht alle ins dafür vorgesehene Körbchen, dann liegen die überzähligen Kandidaten übergangsweise schon mal an anderer Stelle. So vor einigen Tagen wieder einmal geschehen. Ein kleines Einzelstück hatte einen vorläufigen Sonderplatz zugeteilt bekommen – an exponierter Stelle, damit es auch ja nicht übersehen wird.

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So lag es leuchtend schön vor einem Korb, der gerade mit Äpfeln besetzt war, und damit lag es dummerweise, was ich bei der Standortvergabe für die einzelne Mandarine leider nicht bedacht hatte, auf Tortys täglichem Küchenwechsel. Sie steigt nämlich gern vom nahen Kleiderständer auf dieses Beistelltischchen, auf dem nun gerade auch unser orangenes Einzelstück lag, und von dort aus läuft Torty in der Regel weiter über den daneben stehenden Küchenschrank hinüber zur Spüle und Arbeitsplatte, um zu schauen, ob nicht zufällig an der Zubereitung eines leckeren Mahls für das Katzenvolk gearbeitet wird. Es könnte ja sein, da die Silberdistel just in diesem Moment so geschäftig an eben dieser Arbeitsplatte herumwirbelt. Eine Katze, die etwas auf sich hält, sollte in solchen Fällen immer rechtzeitig zur Stelle sein. Keks frisst ansonsten unerbittlich alles allein.

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Während nun Torty auf ihrem erhabenen Küchenpfad unterwegs ist, wirft sie traditionsgemäß alltäglich mehrmals die auf dem Schrank stehenden hölzernen Salz- und Pfefferstreuer um, die ich ebenso traditionsgemäß jeweils wieder aufstelle. Schließlich lasse ich mir von einer Katze nicht vorschreiben, wo ich was hinzustellen habe.

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Nun war ich in der Tat an diesem bewussten Tag und in diesem Moment, als es hinter mir so seltsam klirrte, mit dem Zubereiten des Abendessens beschäftigt. Auf das klirrende Geräusch hin schaute ich mich verwundert um und sah … Wen wohl? Natürlich Torty auf dem Küchenschrank. Aha, unsere Käsematze erhoffte sich eine milde Gabe von unserem Abendessen.
Nur, was hatte da eben geklirrt? Die hölzernen Gewürzstreuer standen ausnahmsweise noch ganz akkurat auf dem Schrank. Außerdem klirrten sie gewöhnlich nicht in solch hellen Tönen, wie ich es eben vernommen hatte. Torty blickte irgendwie leicht erstaunt, verwundert, begeistert, wie auch immer, auf das Beistelltischchen, das nun wiederum auf mich einen seltsam verlassenen Eindruck machte. Was fehlte da nur?

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Ja, aber, aber … da lag doch eben noch die Mandarine. Genau! Ich bin ganz sicher, sie lag da eben noch. Wo war sie nur hin?

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Tortys Blick sagte mir dann alles. Ich musste nach unten auf die Erde schauen. Und was entdeckte ich dort?

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Eigentlich sollte es unter dem Beistelltischchen so wie auf dem Bild hier oben aussehen. Gewöhnlich stehen darunter die Katzenfutternäpfe, die gerade nicht in Gebrauch sind, und in einem der Futternäpfe liegt immer die kleine Gabel, mit der ich jeweils zu den Katzenmahlzeiten die Näpfe fülle. Aber genau so sah es eben dieses Mal dort unten nicht aus. Mir bot sich ein ganz anderes Bild.

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Die Näpfe standen schon so da, wie ich es erwartet hatte, nur … sie hatten Gesellschaft bekommen, Gesellschaft von der vermissten Mandarine. Allerdings hatte die Mandarine ein schweres Schicksal ereilt. Torty muss auf ihre umwerfende Art mit einem eleganten Hüftschwung unter Zuhilfenahme des Schwanzes oder gar einer Pfote (?) die Mandarine vom Beistelltischchen in die Tiefe befördert haben. So sauste die Mandarine, sanft geschubst und sicher zunächst nichts Böses ahnend, eher noch vom freien Fall wie ein Fallschirmspringer glücksberauscht der Schwerkraft folgend, in die Tiefe. Nur dummerweise hatte das arme Früchtchen keinen Fallschirm dabei. Da dämpfte nichts den dumpfen Aufprall, nicht einmal ein Teppich. Ein Teppich wäre wohl in diesem Falle eh nicht hilfreich gewesen. Er wäre zu spät als Retter in Erscheinung getreten, denn über ihm lauerte bereits die kleine spitze und gehässig grinsende Gabel. Womit wir bei dem klirrenden Geräusch wären, das an mein Ohr gedrungen war. Die hinterlistige kleine Gabel stoppte nämlich mit einen scheppernden Jauchzer aus dem Futternapf heraus, in dem sie vorübergehend weilte, unerwartet abrupt den freien Fall der eben noch so glücksberauscht dahinsausenden Mandarine , stoppte den Fall nicht nur, sie stach der armen kleinen Frucht einfach mitleidslos ins Herz, spießte sie gnadenlos auf.
Mit offenem Munde schaute ich auf das eben Geschehene und die schwerverletzte Frucht zu meinen Füßen.

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Sanft hob ich sie auf und bestaunte die auf die Gabel gespießte Mandarine dabei so, wie ich als Kind zu Weihnachten jeweils die auf einem hölzernen Stöckchen sitzenden kandierten Äpfel bewundert hatte, die es auf dem Weihnachtsmarkt zu kaufen gab und die ich so gern mochte.
Unmerklich, fast automatisch wanderte mein Blick zu Torty. Wie hatte sie dieses Kunststück nur vollbringen können?

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Ehrfurchtsvoll und zutiefst beeindruckt von einer solch enormen Präzisionsarbeit blickte ich auf die Katzenkünstlerin, die sich nach dieser anstrengenden Tätigkeit auch gleich auf ihren Ruheplatz zurückzog und über weitere Projekte ähnlicher Art sinnierte. Bewundernd schaute ich ihr nach und eilte hinterher, musste ich doch noch mein Lob loswerden.

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„Torty, Du bist eine Könnerin!“, so sprach ich.

„Ich weiß, Silberdistel und endlich siehst auch Du das ein und meckerst hoffentlich nicht mehr, wenn ich etwas gekonnt zu Boden werfe.“

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„Bescheiden, Torty, bescheiden bist Du gar nicht, oder?“

„Bescheidenheit ist gut, aber eben nur dort, wo es angebracht ist, Silberdistel.“

„Ahja, Torty, man lernt doch nie aus.“!

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„Und jetzt, Silberdistel, jetzt bin ich müde. Solche Präzisionsarbeit ist nämlich überaus anstrengend. Du kannst es ja mal selbst probieren. Ich wette, Du kriegst das nicht hin. Und nun gute Nacht, Silberdistel!“

Tja, so ist sie, unsere Torty. Jetzt hatte sie es mir aber mal ordentlich gezeigt.

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Und was nun die arme Mandarine betraf, da blieb uns Silberdistels nur noch die Notschlachtung übrig. Aber was soll’s?

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Dieses Schicksal hätte sie ohnehin bald ereilt. So hatte sie vorher wenigstens noch ordentlich Action und konnte dieses berauschende Glücksgefühl eines Fallschirmspringers während des freien Falles fühlen 😉 Das wird auch nicht jedem geboten und einer Mandarine schon gar nicht.

Der Oktober lässt sich in diesem Jahr wirklich sehr bitten, was den goldenen Herbst betrifft. Wahrscheinlich denkt er, der September hätte in der Hinsicht bereits fleißig für ihn vorgearbeitet. Warum sollte er sich da noch großartig ein Bein ausreißen?  Wir Silberdistels neigen fast dazu, dem Burschen seine Lustlosigkeit nachzusehen, zumal wir das große Glück hatten, nicht nur einen Teil dieser so herrlichen Septembertage, sondern auch den eigentlichen Herbstbeginn beim Wandern in der Rhön zu erleben. Ich berichtete hier bereits in einigen meiner Beiträge zuvor.

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Eine Panoramaaufnahme – von der Wasserkuppe aus aufgenommen

Auch für den ersten Herbsttag war zumindest für die Rhön wieder bestes Wetter versprochen. Einfach perfekt, nicht nur für den eigentlichen Herbstbeginn, auch für unseren Urlaub konnten wir uns nichts Besseres wünschen. Die Fernsicht schien wieder bestens zu sein. Auch wenn später ab und zu ein paar beeindruckend dunkle Wolkenberge am Himmel zu sehen waren, blieb es bei dem fantastischen Spätsommerwetter. Unsere Entscheidung, uns noch einmal auf zur Wasserkuppe zu machen, dieses Mal vom Guckaisee aus, erwies sich als gut und richtig.

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Hier haben wir den Guckaisee (mittig im Bild) bereits weit hinter uns gelassen

Wir schnürten also auch an diesem Tag unser Wanderränzlein und bemühten zunächst erst einmal, wie schon öfter in diesem Urlaub, unser Auto, denn übertreiben wollten wir es mit dem Wandern ja nun auch nicht.
Vom Parkplatz am nahen Guckaisee aus sattelten wir Silberdistels dann aber doch auf unsere je zwei Füße um.
Der Wanderweg führte uns zunächst rechts am Guckaisee vorbei. Für Badegäste war der See wohl schon zu kalt. Es waren nämlich weit und breit keine zu sehen. Wir hatten das schon ganz anders erlebt. Kurz hinter dem See krabbelt der Weg dann langsam, aber stetig in die Höhe. Da er aber einen großen,  fast s-förmigen, Bogen beschreibt, hält sich die körperliche Anstrengung durchaus in Grenzen.

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Immer wieder legen wir eine kleine Pause ein – für solche wundervolle Fernblicke wie diesen

Immer wieder laden herrliche Ausblicke zum Verweilen ein. Man pausiert also fast schon automatisch, um den Blick in die Ferne …

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Hier ein Blick hinauf zum nahen Pferdskopf

… oder auch hinauf zum nahen Pferdskopf schweifen zu lassen. Oft haben wir über diesem Berg schon Gleitschirme schweben sehen. An diesem Tag war über ihm nur blauer Himmel mit einigen wenigen Wolken zu sehen.

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Ist der Anstieg auf dem s-förmiger Weg geschafft, geht es ein ganzes Ende ohne nennenswerte Kletterpartien weiter. Erst kurz vor der Wasserkuppe mit dem großen „Fußball“ auf ihrem Gipfel geht es wieder steil den Berg hinauf. Wir sparten uns diesen letzten schweren Teil allerdings noch ein wenig auf, denn unser Interesse galt an diesem Tag zunächst einmal dem Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe und das befindet sich etwas unterhalb des berühmten „Fußballs“.

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Das Denkmal, eine Arbeit von August Gaul, wurde 1923 in Erinnerung an die im 1. Weltkrieg gefallenen Piloten errichtet. Es ist nicht, oft wird das nämlich fälschlich behauptet, ein Denkmal für alle beim Fliegen tödlich verunglückten Piloten. Heute ist das Fliegerdenkmal mit seinem imposanten Basaltsteinsockel und der bronzenen Adler-Skulptur nicht mehr von der Wasserkuppe wegzudenken. Es gilt inzwischen neben dem Radom, dem großen „Fußball“, als Wahrzeichen des Berges.
Wie man an den vielen, einem ständig vor der Kamera herumlaufenden, Menschen sehen kann, war und ist der stolze Adler auf seinem Steinwall nicht nur bei uns Silberdistels ein beliebtes Fotomotiv. Die großen Basaltbrocken rund um das Denkmal reizen noch dazu, und das nicht nur Kinder, die eine oder andere Kletterrunde darauf einzulegen. Na, und ein Foto, so direkt und fast hautnah unter dem Adler stehend, macht doch so einiges her. Als endlich auch wir Silberdistels unsere Fotos im Kasten hatten, meisterten wir noch das letzte steile Stück des Anstiegs und so standen wir dann, ein bisschen schnaufend, unterhalb des großen Balles am höchsten Punkt der Wasserkuppe und schauten in die nun fast unter uns liegende Rhön.

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Der Blick ganz oben von der Wasserkuppe aus ist durchaus beeindruckend

Von ganz oben war die Aussicht auf die Berge in der Ferne natürlich noch viel spektakulärer. Wie unendlich weit man schauen konnte. Auch wenn wir dieses Mal nicht über den Wolken schwebten wie im vergangenen Jahr, kamen mir beim Anblick der unendlichen Ferne wieder  die Zeilen „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ aus dem Song von Reinhard Mey in den Sinn.

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Dabei fiel mein Blick auf eine Gruppe am Hang sitzender und stehender Modellflugzeugfans. Ob ihnen auch jedes Mal, wenn sie ihre Modellsegelflugzeuge in den Himmel schicken, dieses Lied in den Ohren klingt?  Aber wenn schon nicht ihnen, dann doch sicher denen, die hoch über uns gerade in den beiden Fliegern saßen. Wie aufregend es dort oben ist, weiß auch ich seit unserem Rhönrundflug im vergangenen Jahr und wie berauschend es ist, den Wolken so nah zu sein.

Aber genug geschwärmt. Wieder mit den Gedanken und beiden Füßen auf der Erde, schlenderten wir weiter in Richtung Rhöner Bauerladen. Oben auf der Wasserkuppe gibt es nämlich einen Ableger des Lädchens am Freilandmuseum in Fladungen. Dort hineinzuschauen war uns schon fast Verpflichtung, auch auf die Gefahr hin, nicht mit leeren Händen wieder rauszukommen. Na, und so war es dann auch, 2 Keramiktassen von unserem Lieblingstöpfer, 4 leckere Rhöner Würste und ein Minigläschen mit Rhöner Fichtenspitzensenf wanderten schließlich wieder mit uns bergab.

Hinunter zum Guckaisee, an dem ja unser Auto auf uns wartete, wählten wir zur Abwechslung mal einen anderen Wanderweg als den, der uns hoch zur Wasserkuppe geführt hatte. Im letzten Jahr hatten wir einen für uns neuen Weg entdeckt.

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Der Pferdskopf – ein beliebter Berg bei den Gleitschirmfliegern

Er führt zunächst wie auch unser Hinweg am Pferdskopf vorbei und ganz kurz dahinter rechter Hand  recht steil hinab über eine Sommerweide bis hin zum Guckaisee. Der Pferdskopf ist übrigens bei den Gleitschirmfliegern sehr beliebt als Startposition hinauf in die luftigen Höhen der Rhön. Seine Hänge scheinen dafür geradezu gemacht.

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Vor dem Betreten von Hunden würde ich natürlich auch warnen. Das könnte unter Umständen gefährlich enden

Unterwegs zum Guckaisee gab es natürlich noch allerlei zu sehen und wenn’s nur das Schild am Einlass zur Sommerweide war, das einer gewissen Komik nicht entbehrte. Wer getraut sich schon, Hunde zu betreten? Na, jedenfalls wird man hier gewarnt, falls man doch so überaus todesmutig sein sollte.

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Aber auch sonst litt meine Kamera durchaus nicht an Futtermangel. Nicht nur Herbstzeitlose erfreuten unser Auge. Die Natur rundum hatte viel Schönes zu bieten. Und dass wir wirklich auf einer Weide waren, das blieb uns ebenfalls nicht verborgen, schauten wir doch immer wieder einmal in hübsche Kuhaugen.

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Der Guckaisee hat auch im Herbst seine Badegäste

Und da lag er schon vor uns, der Guckaisee. Menschliche Badegäste gab es noch immer nicht, aber Zweibeiner waren dennoch im See unterwegs – gefiederte Zweibeiner, die schnatternd miteinander plauderten und beim Wettpaddeln winzige Wellen auf das ansonsten spiegelglatte Wasser zauberten.

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Wir haben einen stillen Beobachter

Vom See bis zu unserem Auto war es dann nicht mehr weit. Wieder am Ferienhaus genossen wir auf der Terrasse noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Ob wir da bereits heimlich beobachtet wurden? Es schien mir fast so, denn kaum waren wir wieder drinnen im Haus, nahm ich vor dem Fenster eine Bewegung wahr. Ein hübsches graues Kätzchen schaute vorsichtig und aus angemessener Entfernung zu unserem Fenster hinein. Was ging da wohl in dem kleinen Köpfchen vor? Egal, ich hatte den Blick auch so verstanden und legte später ein paar Wurststückchen auf die Terrasse. Am anderen Morgen war alles fein säuberlich weggeputzt. Von da an hatten wir einen pelzigen Mitesser. Aber es kam noch ganz anders, als wir dachten. Doch das ist eine andere Geschichte.

Irgendwie hatte ich mir den Oktober etwas anders vorgestellt – richtig schön bunt mit einem herrlichen Touch von Gold. Okay, wenn man lange genug sucht, dann findet man schon ein paar Herbstfarben, bunte Blätter und auch so allerlei Blühendes noch. Aber so richtig schön kommt die Farbe bei dem nebelgrauen Wetter, das uns hier in meinem Norden momentan beglückt, nicht zur Geltung.

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Das Baby stellt nur bestimmte Bereiche scharf – hier mein erster Versuch an unserem Gartentor

Und da hatte ich gehofft, ich könnte bald mal mein neues Baby – ein nettes kleines Spielobjektiv, ein „Lensbaby Composer Pro mit Sweet 50 Optic“ – ausführen. Bisher hat es nur für ein paar Tests gleich vor der Haustür gereicht. Das Baby möchte nämlich Licht und keine graue Nebelsuppe.

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Nur so kommt seine ganze Kunst erst richtig zur Geltung. Aber für den Anfang waren die kurzen Übungen vor der Tür schon mal recht interessant und vielversprechend. Da geht sicher noch viel mehr. Aber auf das Mehr werde ich wohl noch weiter warten müssen. Die Sonne hält sich hier leider immer noch sehr bedeckt.
Dennoch habe ich bei den winzigen Lichtblicken, die es hier in den letzten Tagen gab, ein wenig Farbe in meinem Garten eingesammelt und diese kleine Ahnung von einem goldenen Oktober möchte ich gern mit Euch teilen. Ein paar Tage haben wir ja noch. Ob der Mann mit seinem bunten Blätterhut es noch schafft, aus den Puschen zu kommen? Falls er das doch noch schaffen sollte, werde ich das aber unerbittlich festhalten.

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