Mit ‘Kaktusblüte’ getaggte Beiträge

… dann ist das wie Sonnenschein für mich. Es ist nämlich wieder einmal soweit – mein kleiner grüner Kaktus hat seinen roten Blütenkranz aufgesetzt.

Im vergangenen Sommer blühte er ja sehr eifrig und langanhaltend. Ob er in diesem Jahr auch wieder so viele Blüten hervorzaubert? Ich bin schon sehr gespannt.
Diese Momente sind für mich immer die schönsten, wenn die stacheligen Mitbewohner auf einmal wundersame kleine Blütenknospen aus ihrem Stachelpanzer schieben und sie langsam dicker und dicker werden lassen und dann, dann reicht ein winziger Sonnenstrahl zum Entfalten vieler kleiner, in diesem Falle herrlich roter, Blüten.
Das sind so die kleinen Freuden, die mein Zimmergärtnerinnenherz jedes Mal höher schlagen lassen, weiß ich doch dann, dass sich die grünen Stachelbewohner unter meiner Obhut wohlfühlen.

Mein „Mammillaria matudae“ hat also den Blühreigen meiner Kakteen eröffnet. Aber zwei andere Kakteen aus meiner Sammlung stehen derzeit ebenfalls noch in den Startlöchern.

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Mein „Echinopsis subdenudata“, der uns im vergangenen Jahr mit seiner tollen Riesenblüte bezauberte, scheint auch wieder blühen zu wollen. Er schiebt keine kleinen Spitzen als Knospen, bei ihm sind es flauschige Puschel.

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Und dann gibt es einen weiteren Kaktus – Zuwachs in meiner Sammlung. Eine ehemalige Kollegin erfreute mich mit diesem Prachtexemplar. Ich denke, es ist auch ein Vertreter der Echinopsis. Von den vielen kleinen Kindeln muss ich ihn noch befreien, damit er dann später die nötige Kraft für die Blüte/n hat. Ich bin gespannt, was dieser grüne Geselle am Ende zu bieten hat. Ich werde sicher berichten.

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Die „Königin der Nacht“ gehört zur Pflanzengattung der Kakteengewächse. Ihren Namen verdankt sie einer Besonderheit, sie öffnet nämlich ihre Blüten gewöhnlich erst in der Nacht. Diese Nachtschwärmerei teilt sie aber durchaus mit noch anderen Kakteengewächsen. In der Gattung Echinopsis z.B. gibt es ebenfalls solche Nachtblüher und einer von ihnen hat vor einigen Jahren auch in meiner kleinen Kakteensammlung ein Zuhause gefunden – ein „Echinopsis subdenudata“. Seine eigentliche Heimat ist nicht das norddeutsche Flachland, sondern Bolivien, wo er in Höhen um 600 Metern zu finden ist. Wie wir Silberdistels bereits im vergangenen Jahr gemerkt haben, fühlt sich unser pflanzlicher Mitbewohner aber auch in unserem Wintergarten sehr wohl. Wären wir ein wenig aufmerksamer gewesen, hätten wir seine hübsche Blüte bereits im letzten Jahr bewundern können. Leider sahen wir eines Morgens nur noch die kümmerlichen Überreste einer Blüte, die von recht ansehnlicher Größe gewesen sein muss. Ärgerlich, dass ausgerechnet mir das passierte, wo ich mir bis dahin einbildete, meine Pflanzen immer gut im Blick zu haben und mich stets liebevoll um sie zu kümmern. Das war ein Tiefschlag der besonderen Art.

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Als unser „Echinopsis“ nun Mitte Juni erneut mit einer flauschigen Knospe anzeigte, dass er blühen wollte, hatte ich mir fest vorgenommen, dass ich das Spektakel dieses Mal nicht verpassen würde. So fotografierten Herr Silberdistel und ich den Entwicklungsstand der Knospe quasi täglich um die Wette. Außerdem machte ich mich noch einmal klug über diesen Kaktus. Und siehe da, ich fand heraus, dass es unter den Echinopsis sogenannte Nachtblüher gibt. In der Regel sind das die weiß blühenden Arten. Da gab es natürlich bei mir einen Aha-Effekt, denn wie ich im letzten Jahr an den Blütenüberresten noch erkennen konnte, hatte mein Kaktus scheinbar eine weiße Blüte hervorgebracht. Vielleicht also hatte er damals  all seine Schönheit ganz einfach nur in der Nacht offenbart und als wir dann schließlich nach dem Fortschritt der Kaktusknospe schauen wollten, war die ganze Pracht bereits wieder vorbei.

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Dieses Mal würden wir uns aber nichts, rein gar nichts, entgehen lassen. Wir würden uns nicht noch einmal die Geburtsstunde einer Kaktusblüte in unserem Hause entgehen lassen, egal, ob sie zu nachtschlafender Zeit oder vielleicht doch am Tage ihre Äugelein öffnen würde.
Und dann war der aufregende Moment endlich gekommen. Am 10. Juli saßen wir voller Spannung in unserem Wintergarten und ließen den Kaktus praktisch nicht mehr aus den Augen. Aber er machte es wirklich spannend. Da konnte nicht einmal der spannendste Krimi gegenhalten. Eine knappe halbe Stunde vor Mitternacht nahmen wir dann doch erst einmal eine kleine Mütze voll Schlaf. Aber tief und fest schliefen wir Silberdistels beide nicht.

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Mein Herr Silberdistel war fast noch aufgeregter als ich und so schaute  er bereits etwa eine später nach unserem grünen Mitbewohner.
Um 0.26 Uhr (am 11. Juli) öffnet sich mehr und mehr das hübsche Wunder und um kurz nach 1.00 Uhr in der Nacht können wir die Blüte in voller Pracht bestaunen. Als ich mich aus meinem Bett rapple, um nicht am Ende wieder alles zu verpassen, ist das hübsche Kaktuswunder bereits voll geöffnet. Begeistert mache ich etliche Fotos und dann ist für uns endlich Schlafenszeit angesagt.

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Am anderen Morgen lacht uns unsere Kaktusblüte frech ins Gesicht. Wir hätten uns also die Nacht gar nicht um die Ohren schlagen müssen. Aber egal, es ist schon ein Erlebnis der besonderen Art, wenn man so ein kleines Naturschauspiel einmal sozusagen ganz hautnah miterleben kann. Jetzt bei Tageslicht betrachtet, sah die große weiße Blüte noch um einiges prachtvoller aus. Aber die Schönheit war dann am Ende doch nicht von langer Dauer. Sie hielt nicht einmal 24 Stunden. Bereits am frühen Abend des 11. Juli schloss sich der weiße Traum wieder und das Wunder war vorbei. Jetzt gibt es nur noch einen kümmerlichen Rest von der einstigen Schönheit zu sehen – einen dünnen fusseligen Faden. Aber er erinnert uns noch ein Weilchen an die herrliche Blüte eines unserer stacheligen Mitbewohner. Aber wie ich bei meinem kleinen Literaturstudium auch noch erfahren habe, sind Echinopsis generell sehr blühfreudige Kakteen. So denke ich, dass wir, so es dem Kaktus und uns gut geht, vielleicht auch in Zukunft noch öfter so einem herrlichen Schauspiel beiwohnen dürfen.

Der nächste meiner kleinen stacheligen Mitbewohner hat sich schick gemacht und sein Stachelkleid mit einer hübschen roten Krone aus Blüten aufgepeppt. Auch dieser gehört wie der kleine braunrote Kaktus, der hier unlängst zu sehen war, zur Gattung der Mammillaria. Er ist ein „Mammillaria matudae“. Seine eigentliche Heimat ist Mexiko. Obwohl weit von seinen ursprünglichen heimatlichen Gefilden entfernt, scheint er sich auch in unserem kleinen Ersatz-Mexiko, unserem Wintergarten, recht wohl zu fühlen, denn er erfreut uns nicht das erste Mal in seinem kleinen Kaktusleben mit schmucken hellpurpurnen Blüten. Und da ich versprochen hatte, sollten uns noch weitere unserer stacheligen Mitbewohner während dieses Sommers mit ihren bezaubernden Blüten erfreuen, dann würde es sie hier zu bewundern geben. Et voilà! Viel Freude also beim Bewundern der kleinen stacheligen Schönheit. Übrigens ist es typisch für die Mammillaria, dass die Blüten im Scheitel des Kaktus entstehen und dort einen hübschen kleinen Blütenkranz bilden. Und Blüten gibt es jeweils nur in dem im Vorjahr neu gewachsenen Teil des Kaktus. Wenn es also dort keinen nennenswerten Zuwachs gab, gibt es auch im Folgejahr nur wenige oder gar keine Blüten.

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Gymnocalycium mihanovichii

Gymnocalycium mihanovichii

… als dieser Kaktus blühte. Es war Juli, warm und angenehm. Da wussten wir noch, was die Sonne ist. … und jetzt? Jetzt haben wir nicht einmal Winter. Von der Sonne will ich lieber erst gar nicht reden. Eben fiel mein Blick in das graue hässliche Nass in meinem Garten und streifte dabei das Regal mit meinen Kakteen, die im Moment in unserem Wintergarten ihren Winterschlaf halten. Der eine kleine dort, der hatte uns mit seiner blassgelben Blüte wundervoll den letzten Sommer  verschönt. Er wollte gar nicht wieder aufhören zu blühen. Kaktus, weißt Du was? Wenn der Winter schon keine Lust hat, uns eine hübsche Winterlandschaft vor das Wohnzimmerfenster zu zaubern, dann machen wir es uns doch ganz einfach auf unsere eigene Art schön. Da sind ja noch all die vielen Bilder, die ich zur Erinnerung an Deine wunderhübsche Blüte aufgehoben habe. Lass sie uns noch einmal hervorzaubern. Ich bin sicher, sie bringt uns den Sommer und die Sonne noch einmal zurück und lässt uns diese trübe und dunkle Zeit besser verkraften.
Wie hieß doch mein kleiner stacheliger Freund noch? Hm … wo ist nur das kleine Namensschildchen? Ob der Kater wieder einmal seine Zähne im Spiel hatte und dem Kaktus seinen Namen gestohlen hat? Das Pelztier liebt nämlich diese kleinen netten Plastikschildchen, die in der Regel in meinen Kakteentöpfen stecken, damit ich mir die Namen all meiner pflanzlichen Exoten nicht immerzu krampfhaft merken muss. Eines schönen Tages begann der Kater damit, die Schildchen ganz geschickt mit den Zähnen aus den Töpfen herauszuziehen. Er zieht sie aber nicht nur, er nutzt sie als irrsinnig interessantes Spielzeug, schießt sie voller Begeisterung über den Boden und macht ein wildes Spiel daraus. Fliesen eignen sich als Spielfeld ganz besonders gut. Da zischen die flachen Plastikstreifen wie kleine Geschosse umher – sehr zur Freude unseres Katers. Nicht selten aber bleibt nach so einem Spiel auch einmal ein Schildchen verschollen. Da ich zwar Kakteen sehr mag, aber durchaus kein Spezialist auf diesem Gebiet bin und eher selten die Namen in meinem Gehirn speichere, muss ich die Kakteen entweder mühevoll anhand von Büchern neu bestimmen oder aber der stachelige Mitbewohner bleibt dann einfach namenlos im Blumenregal stehen. Meistens bleibt es beim Namenlos, denn ich habe in unserem Kater meinen Meister gefunden. Er ist schneller mit dem Ziehen der Schildchen als ich mit dem Wiederfinden und Zurückstecken. Aber da der kleine Kaktus nun Hauptdarsteller des heutigen Beitrags sein sollte, war er der Meinung, jede andere Berühmtheit hätte einen Namen. Er wolle seinen auch zurück. So habe ich mir also die Mühe gemacht und meine Kakteenbücher um Rat gefragt und tatsächlich konnte mir und dem bis eben noch namenlosen Kaktus geholfen werden. Er müsste ein „Gymnocalycium mihanovichii“ sein.

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Verraten hat mir den Namen Erik Hausteins Buch „Der Kosmos-Kakteenführer : Bestimmung, Pflege, Vermehrung. – 2. Aufl. – Stuttgart : Franckh-Kosmos Verl., 1998. – ISBN 3-440-07685-7“ – übrigens ein sehr empfehlenswertes Buch. Es ist eine gute Übersicht über die wichtigsten Kakteen. Die Kakteen sind kurz und knackig beschrieben und es gibt jeweils ein Farbfoto des blühenden Kaktus dazu. Wenn man nicht gerade ein Raritätensammler ist, sollte man hier eigentlich in der Regel finden, was man sucht. So malte ich in meiner Sonntagsnachmittagsausgehhandschrift die Worte „Gymnocalycium mihanovichii“ auf ein weißes Plastikkärtchen und reichte es dem kleinen Stachelfreund. Mal schauen, wie lange er nun stolzer Besitzer eines neuen Namesschildchen ist. Eigentlich sollte er es mit seinen Stacheln bestens verteidigen können. Aber die Entwendetechnik des Katers scheint auch nicht von schlechten Eltern zu sein.

Kater01

„Was sagt die Silberdistel? Neues Namensschildchen? Wo?“

Kater02

„Ich geh‘ mal gucken. Das wäre ja gelacht, wenn ich das neue Schildchen nicht finden würde. Wo war noch dieser Kaktus, von dem die Silberdistel da sprach?“

Nein, ich spreche hier nicht über den gleichnamigen Film aus dem Jahre 1969 mit Walter Matthau, Ingrid Bergman und Goldie Hawn, obwohl es sich durchaus lohnen würde, darüber zu sprechen. Kaktusblüte - FilmIch sehe ihn immer wieder einmal gern und kann ihn durchaus ohne wenn und aber weiterempfehlen. Übrigens gelang Goldie Hawn mit diesem Film der Durchbruch im Filmgeschäft. Sie erhielt u. a. den Oscar für die beste Nebenrolle in dieser Komödie. Wer jetzt immer noch so gar nichts mit diesem Film anzufangen weiß, der kann sich vielleicht hier einmal darüber belesen.
Immerhin haben dieser Filmspaß und mein heutiger Beitrag  eine interessante Gemeinsamkeit, denn sowohl in der amüsanten Komödie als auch in meinem Post spielt eine Kaktusblüte eine hübsche kleine Rolle. Damit wäre ich also über einen kleinen Umweg ins Filmgeschäft wieder bei meinem eigentlichen Thema angekommen. Es geht hier heute also nicht vordergründig um besagten Film, vielmehr möchte ich Euch noch einmal in meinen Zimmergarten entführen und, wenn wir mit dem Rundgang durch mein kleines blühendes Reich fertig sind, dann können wir gemeinsam gern noch den Film anschauen und darüber staunen, dass nicht nur wir, sondern auch Goldie Hawn einmal jung war. Halt, halt, halt! Nicht gleich ins Fernsehzimmer, erst in den Zimmergarten zu MEINEM Kaktus! Da blüht nämlich einer mit einer kleinen, auf den ersten Blick fast unscheinbaren, Blüte – ein Rhipsalis-pilocarpa, ein Korallenkaktus. Diese Art Kaktus mit langen peitschenartigen Trieben wird außerdem noch gern als Peitschen-, Binsen- oder Rutenkaktus bezeichnet. Wenn man die relativ kleinen Blüten, sie sind nicht größer als ca. 1 cm im Durchmesser, einmal aus der Nähe betrachtet, wird man feststellen, dass man faszinierende winzige Wunderwerke der Natur vor sich hat. Mit der Kamera im Bild erfasst kann man die Schönheit der glänzenden zarten cremefarbenen Blüten überhaupt erst richtig erkennen. Früher hätte man eine Lupe nehmen müssen, heute führen uns Kamera und PC all die Pracht der kleinen Schönheit wunderbar groß und prächtig vor Augen. Ich hoffe, Ihr habt beim Anschauen genau so viel Freude an diesem kleinen Kunstwerk der Natur wie ich. Die Blüte, die hier heute zu sehen ist, war die erste, die sich zeigte. Inzwischen sind noch viele kleine Knospen hinzugekommen. Ich werde hoffentlich noch eine ganze Weile Freude an den Blüten meines Rhipsalis-pilocarpa haben. Bisher hat er jedes Jahr treu geblüht.
So, und wer nun mag, kann schauen, welche Rolle eine Kaktusblüte in dem Film mit Walter Matthau, Ingrid Bergman und Goldie Hawn spielt, denn dieses Rätsel müssen wir doch jetzt auch noch lösen und das geht nur durch das Anschauen des Films  😉

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