Mit ‘Kakteen’ getaggte Beiträge

… dann ist das wie Sonnenschein für mich. Es ist nämlich wieder einmal soweit – mein kleiner grüner Kaktus hat seinen roten Blütenkranz aufgesetzt.

Im vergangenen Sommer blühte er ja sehr eifrig und langanhaltend. Ob er in diesem Jahr auch wieder so viele Blüten hervorzaubert? Ich bin schon sehr gespannt.
Diese Momente sind für mich immer die schönsten, wenn die stacheligen Mitbewohner auf einmal wundersame kleine Blütenknospen aus ihrem Stachelpanzer schieben und sie langsam dicker und dicker werden lassen und dann, dann reicht ein winziger Sonnenstrahl zum Entfalten vieler kleiner, in diesem Falle herrlich roter, Blüten.
Das sind so die kleinen Freuden, die mein Zimmergärtnerinnenherz jedes Mal höher schlagen lassen, weiß ich doch dann, dass sich die grünen Stachelbewohner unter meiner Obhut wohlfühlen.

Mein „Mammillaria matudae“ hat also den Blühreigen meiner Kakteen eröffnet. Aber zwei andere Kakteen aus meiner Sammlung stehen derzeit ebenfalls noch in den Startlöchern.

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Mein „Echinopsis subdenudata“, der uns im vergangenen Jahr mit seiner tollen Riesenblüte bezauberte, scheint auch wieder blühen zu wollen. Er schiebt keine kleinen Spitzen als Knospen, bei ihm sind es flauschige Puschel.

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Und dann gibt es einen weiteren Kaktus – Zuwachs in meiner Sammlung. Eine ehemalige Kollegin erfreute mich mit diesem Prachtexemplar. Ich denke, es ist auch ein Vertreter der Echinopsis. Von den vielen kleinen Kindeln muss ich ihn noch befreien, damit er dann später die nötige Kraft für die Blüte/n hat. Ich bin gespannt, was dieser grüne Geselle am Ende zu bieten hat. Ich werde sicher berichten.

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Der nächste meiner kleinen stacheligen Mitbewohner hat sich schick gemacht und sein Stachelkleid mit einer hübschen roten Krone aus Blüten aufgepeppt. Auch dieser gehört wie der kleine braunrote Kaktus, der hier unlängst zu sehen war, zur Gattung der Mammillaria. Er ist ein „Mammillaria matudae“. Seine eigentliche Heimat ist Mexiko. Obwohl weit von seinen ursprünglichen heimatlichen Gefilden entfernt, scheint er sich auch in unserem kleinen Ersatz-Mexiko, unserem Wintergarten, recht wohl zu fühlen, denn er erfreut uns nicht das erste Mal in seinem kleinen Kaktusleben mit schmucken hellpurpurnen Blüten. Und da ich versprochen hatte, sollten uns noch weitere unserer stacheligen Mitbewohner während dieses Sommers mit ihren bezaubernden Blüten erfreuen, dann würde es sie hier zu bewundern geben. Et voilà! Viel Freude also beim Bewundern der kleinen stacheligen Schönheit. Übrigens ist es typisch für die Mammillaria, dass die Blüten im Scheitel des Kaktus entstehen und dort einen hübschen kleinen Blütenkranz bilden. Und Blüten gibt es jeweils nur in dem im Vorjahr neu gewachsenen Teil des Kaktus. Wenn es also dort keinen nennenswerten Zuwachs gab, gibt es auch im Folgejahr nur wenige oder gar keine Blüten.

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… steht nicht draußen am Balkon, er steht im Wintergarten und ist dort ziemlich froh – hollari, hollari, hollaro! Und seinen Frohsinn tut er gerade durch winzige cremefarbene Blüten kund. Unser Kater Bärchen war ein leidenschaftlicher Schildchenzieher und so wurde auch das Namensschildchen vom kleinen grünen Kaktus einst Opfer seiner Kleptomanie. Fragt mich also bitte nicht nach dem hochwissenschaftlichen Namen der kleinen grünen Ansammlung. Unser Bärchen betrachtete die Schildchen gern als wunderbare kleine Katerspielzeuge und nach dem Diebstahl ließ er sie voller Begeisterung über den rutschigen Küchenboden flitzen. Oft genug fand das Spiel ein abruptes Ende, weil das flache Etwas sehr zum Leidwesen des Katers unter irgendeinem Küchenmöbel verschwand. Aber was soll’s, ich kann auch mit dem für mich nun namenlosen Kaktus leben. Ich hoffe, Ihr kommt auch damit klar und freut Euch mit mir über die Blüten meines kleinen grünen Kaktus. Andererseits … vielleicht kann ja ein Kakteenkenner unter Euch dem Kaktus wieder zu seinem Namen verhelfen 😉

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Zum Trost für diejenigen, die immer alles ganz genau wissen müssen, gibt es jetzt aber auch noch einen Kaktus zu bewundern, der sein Schildchen tatsächlich noch immer bei sich trägt. Hier müsste ich allerdings singen: „Mein kleiner rotbrauner Kaktus …“ Aber vielleicht sollte ich das mit dem Singen lieber ganz lassen. Max Raabe kann das eh besser als ich und schließlich will ich hier niemanden mit meinem Gesang verschrecken. Übrigens steht auch der Rotbraune im Wintergarten und genießt mit Freuden die derzeitige Hitzewelle hier bei uns an der ostdeutschen Küste. Ach ja, jetzt hätte ich es fast vergessen, er ist ein „Mammillaria spinosissima“. Seit einigen Tagen bezaubert auch er uns durch seine hübschen Blüten. Er trägt sogar einen richtigen kleinen Blütenkranz und zwar in einem herrlichen Rot. Morgens sind die Blüten immer geschlossen. Erst gegen Mittag bei voller Sonnenbestrahlung öffnet sich der kleine Knospenkranz zu wunderbaren leuchtend roten Sternen. Am Abend gehen sie wieder in ihre Ruheposition zurück, um uns am nächsten Mittag erneut mit ihrem Glanz zu erfreuen.
Meine kleinen stacheligen Gesellen  scheinen in diesem Jahr generell in ganz besonderer Blühlaune zu sein. Da steht noch so einiges an Blüten in den Startlöchern. Ich hoffe, wir verpassen nichts, so wie es uns fast mit der Passionsblume ergangen wäre. Aber mit meinem Herrn Silberdistel habe ich ja einen aufmerksamen Beobachter an meiner Seite. Es könnte also sein, dass ich hier bald noch mehr Blühendes aus meiner kleinen Kakteensammlung präsentieren kann. In diesem Sinne Euch allen ein schönes und erholsames Wochenende. Vielleicht blüht ja auch Euch an diesem Wochenende ähnlich Schönes wie uns 😉

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Die Schneedecke in meinem Garten wurde am vergangenen Wochenende rasant dünner und inzwischen sind nur noch, wenn überhaupt, an schattigen und solchen Stellen, wo hohe Schneeberge aufgetürmt lagen, kümmerliche Reste von dem einst so hübschen Weiß zu sehen.

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Der Frühling schaut durch die Schneedecke in meinem Garten – hier das Laub der Krokusse

Frau Holles Federbett war noch nicht einmal ganz aus unserem Garten verschwunden, da lugten an einigen Stellen schon vorwitzig kleine grüne Spitzen hervor, die mich doch sehr an den Frühling erinnerten.

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Auch das Grün der Narzissen will bereits ans Licht

Das Laub der Krokusse mit seinen weißen Streifen ist unverkennbar, aber auch die ersten Narzissen haben sich auf den Weg ans Licht gemacht.

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Bei den Schneeglöckchen sieht man bereits die ersten Knospen – ein wenig wärmende Sonne und sie erfreuen uns mit ihren weißen Blüten

Natürlich sind auch die Schneeglöckchen schon da. Die allerdings habe ich erst entdeckt, als der Schnee schon ganz fort war aus unserem Gärtchen und es überall nur hässlich und matschig auszusehen schien. In all diesem braunen Matsch und dem Grau des Tages blitzte es mich doch tatsächlich nach genauerem Hinschauen an einigen Stellen freundlich und mit einem leichten weißlichen Schimmer im Grün an. Ein wenig wärmende Sonne und die hübschen kleinen Frühblüher werden uns mit ihren strahlendweißen Glöckchen erfreuen. Ist es schon ein winziges Licht am Ende des Tunnels Winters? Ich will’s jetzt einfach mal glauben, hoffen …

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Im Wintergärten blühen die Geranien – sie hatten nicht mal Lust auf eine Winterpause

In unserem Wintergarten ließen sich die Pflanzen schon gar nicht mehr zurückhalten. Sie lassen ihren Gefühlen ungehindert freien Lauf, obwohl an ihrem momentanen Standort in den letzten Wochen nicht gerade sommerliche Temperaturen herrschten. Das Thermometer zeigte dort in der Regel eher Temperaturen zwischen 1°C und 4°C an, es sei denn, es war ausnahmsweise draußen einmal wärmer. Aber dort war es seit Jahresbeginn eher grimmig kalt. Die Geranien ließen sich trotzdem nicht verbieten, einfach weiterzublühen, obwohl sie mit Wassergaben so gar nicht verwöhnt wurden.

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Eine meiner fleischfressenden Pflanzen – ein Fettkraut (Pinguicula) – zeigt ebenfalls Frühlingsgefühle und blüht

Auch eine meiner fleischfressenden Pflanzen – ein Fettkraut (Pinguicula), das die kalte Jahreszeit in unserem Wintergarten verbringen darf, ließ es sich nicht nehmen, seine hübschen kleinen fliederfarbenen Blüten zu zeigen.

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Peitschen- oder Rutenkaktus (Rhipsalis capilliformis)

Zwei Kakteen – Rhipsalisarten – tragen erste Blütenknospen. Auch sie mögen jetzt den kühlen Standort im Wintergarten, obwohl sie im Grunde recht wärmeliebende Pflanzen sind. Aber die Wärme genießen sie dann im Sommer. Für ihren Blühbeginn mögen sie es eher etwas frischer.

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Peitschen- oder Rutenkaktus (Rhipsalis pilocarpa)

Lange wird es sicher auch bei ihnen nicht mehr dauern, dann werden die ersten kleinen Blüten zu sehen sein.

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Die Alpenveilchen scheinen gerade diese kühlen Temperaturen ganz besonders zu mögen

Meine Alpenveilchen fühlen sich scheinbar ebenso gerade jetzt und dort im kühlen Wintergarten sehr wohl. Sie blühen und blühen und blühen …

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Tulpenzwiebeln, die uns schon ein wenig früher den Frühling ins Haus bringen sollen

Um den Frühling zumindest an unserem Sommerlieblingsplatz, dem Wintergarten, schon ein wenig eher begrüßen zu können, habe ich zusätzlich zu dem, was jetzt bereits dort blüht, in den letzten Tagen einige Blumenzwiebeln im Topf hinzugestellt.

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Zumindest in unserem Wintergarten wird’s ganz bald so richtig Frühling sein

Bald wird es dort also noch viel bunter werden, denn Hyazinthen, Narzissen und Tulpen haben sich auf dem Tisch versammelt und werden uns sicher bald mit ihrer bunten Blütenpracht erfreuen.

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Der Frühling ist, wie es scheint, auf dem Vormarsch. Auch wenn ihm vielleicht der Winter noch den einen oder anderen Strich durch die Rechnung machen wird, er hat sich auf jeden Fall schon zu Wort gemeldet – drinnen wie draußen. Die Haselnuss zeigt bereits eine ganze Weile schon ihre hübschen Kätzchen und die Christrosenknospen haben sich durch den Schnee kein bisschen beeindrucken lassen. Es tut sich also rundum in der Natur etwas und das sicher nicht nur hier bei uns.

Ja, so etwas gibt es auch. Bei mir im Zimmergarten wohnen einige dieser Fans. Sie laufen erst so richtig zur Hochform auf, wenn die Sonne nur so vom Himmel knallt, uns Menschen bereits das Atmen schwerfällt, weil die Luft zu stehen scheint und gefühlt nur noch minimale Mengen an Sauerstoff enthält. Wir lechzen nach einem schattigen und möglichst kühlen Plätzchen, nach Eis, erfrischenden Getränken und tun mögen wir so gar nichts mehr. Wir lassen uns einfach hängen. Das Gehirn arbeitet nur noch im Spargang, wenn überhaupt. Wir konnten das alles gerade einmal wieder fleißig üben, als die Anzeige des Thermometers tagsüber zwischen 30 und 40° C umhertänzelte.
Ich habe da einige kleine grüne Mitbewohner, die ganz wild sind auf das, was uns Menschen jetzt fast schon zu viel war – kleine grüne Mitbewohner mit einem stacheligen Köpfchen. Sie finden solche Tage voller Hitze fantastisch. Während wir die Sonnencreme, Sonnenbrillen und -hüte hervorkramen, unsere Füße in Bottiche mit kaltem Wasser hängen, schmeißen diese grünen Mitbewohner die Sonnenbrille glatt in die nächste Ecke und recken ihr Stachelgesicht voller Wonne der heißen Scheibe dort oben am Himmel entgegen. Je sonniger es ist, umso mehr zeigen sie, wie fantastisch sie dieses für uns Menschen fast unerträgliche Klima finden. Sie genießen es und blühen im wahrsten Sinne des Wortes jetzt erst so richtig auf. Beispiele gefällig? Hier sind sie – meine kleinen stacheligen aufgeblühten Sonnenanbeter. Natürlich verbringen sie diese für sie herrlichste Zeit des Jahres nicht im Zimmergarten, sondern an der frischen heißen Gartenluft.

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Gymnocalycium mihanovichii

Gymnocalycium mihanovichii

… als dieser Kaktus blühte. Es war Juli, warm und angenehm. Da wussten wir noch, was die Sonne ist. … und jetzt? Jetzt haben wir nicht einmal Winter. Von der Sonne will ich lieber erst gar nicht reden. Eben fiel mein Blick in das graue hässliche Nass in meinem Garten und streifte dabei das Regal mit meinen Kakteen, die im Moment in unserem Wintergarten ihren Winterschlaf halten. Der eine kleine dort, der hatte uns mit seiner blassgelben Blüte wundervoll den letzten Sommer  verschönt. Er wollte gar nicht wieder aufhören zu blühen. Kaktus, weißt Du was? Wenn der Winter schon keine Lust hat, uns eine hübsche Winterlandschaft vor das Wohnzimmerfenster zu zaubern, dann machen wir es uns doch ganz einfach auf unsere eigene Art schön. Da sind ja noch all die vielen Bilder, die ich zur Erinnerung an Deine wunderhübsche Blüte aufgehoben habe. Lass sie uns noch einmal hervorzaubern. Ich bin sicher, sie bringt uns den Sommer und die Sonne noch einmal zurück und lässt uns diese trübe und dunkle Zeit besser verkraften.
Wie hieß doch mein kleiner stacheliger Freund noch? Hm … wo ist nur das kleine Namensschildchen? Ob der Kater wieder einmal seine Zähne im Spiel hatte und dem Kaktus seinen Namen gestohlen hat? Das Pelztier liebt nämlich diese kleinen netten Plastikschildchen, die in der Regel in meinen Kakteentöpfen stecken, damit ich mir die Namen all meiner pflanzlichen Exoten nicht immerzu krampfhaft merken muss. Eines schönen Tages begann der Kater damit, die Schildchen ganz geschickt mit den Zähnen aus den Töpfen herauszuziehen. Er zieht sie aber nicht nur, er nutzt sie als irrsinnig interessantes Spielzeug, schießt sie voller Begeisterung über den Boden und macht ein wildes Spiel daraus. Fliesen eignen sich als Spielfeld ganz besonders gut. Da zischen die flachen Plastikstreifen wie kleine Geschosse umher – sehr zur Freude unseres Katers. Nicht selten aber bleibt nach so einem Spiel auch einmal ein Schildchen verschollen. Da ich zwar Kakteen sehr mag, aber durchaus kein Spezialist auf diesem Gebiet bin und eher selten die Namen in meinem Gehirn speichere, muss ich die Kakteen entweder mühevoll anhand von Büchern neu bestimmen oder aber der stachelige Mitbewohner bleibt dann einfach namenlos im Blumenregal stehen. Meistens bleibt es beim Namenlos, denn ich habe in unserem Kater meinen Meister gefunden. Er ist schneller mit dem Ziehen der Schildchen als ich mit dem Wiederfinden und Zurückstecken. Aber da der kleine Kaktus nun Hauptdarsteller des heutigen Beitrags sein sollte, war er der Meinung, jede andere Berühmtheit hätte einen Namen. Er wolle seinen auch zurück. So habe ich mir also die Mühe gemacht und meine Kakteenbücher um Rat gefragt und tatsächlich konnte mir und dem bis eben noch namenlosen Kaktus geholfen werden. Er müsste ein „Gymnocalycium mihanovichii“ sein.

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Verraten hat mir den Namen Erik Hausteins Buch „Der Kosmos-Kakteenführer : Bestimmung, Pflege, Vermehrung. – 2. Aufl. – Stuttgart : Franckh-Kosmos Verl., 1998. – ISBN 3-440-07685-7“ – übrigens ein sehr empfehlenswertes Buch. Es ist eine gute Übersicht über die wichtigsten Kakteen. Die Kakteen sind kurz und knackig beschrieben und es gibt jeweils ein Farbfoto des blühenden Kaktus dazu. Wenn man nicht gerade ein Raritätensammler ist, sollte man hier eigentlich in der Regel finden, was man sucht. So malte ich in meiner Sonntagsnachmittagsausgehhandschrift die Worte „Gymnocalycium mihanovichii“ auf ein weißes Plastikkärtchen und reichte es dem kleinen Stachelfreund. Mal schauen, wie lange er nun stolzer Besitzer eines neuen Namesschildchen ist. Eigentlich sollte er es mit seinen Stacheln bestens verteidigen können. Aber die Entwendetechnik des Katers scheint auch nicht von schlechten Eltern zu sein.

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„Was sagt die Silberdistel? Neues Namensschildchen? Wo?“

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„Ich geh‘ mal gucken. Das wäre ja gelacht, wenn ich das neue Schildchen nicht finden würde. Wo war noch dieser Kaktus, von dem die Silberdistel da sprach?“

… dann ist zwar die kätzische Herrschaft sauer und recht ungehalten, die Pflanzen im Zimmergarten allerdings sind unendlich glücklich darüber, dass sie endlich einmal in Ruhe gelassen werden und das tun können, was auch Pflanzen einmal tun müssen – durchatmen und das Pflanzenleben genießen – ganz in Ruhe und ohne Stress.
Als wir Silberdistels vor einigen Tagen aus unserem Rhön-Wanderurlaub wieder zuhause aufschlugen, meckerten natürlich die Katzen lauthals mit uns und schilderten all ihr Leid und ihren Kummer mit dem Ersatzpersonal, das sie so gar nicht in ihren heißgeliebten Garten hinausgelassen hätte. Futter wäre nämlich nicht alles, was eine auf ihre Schönheit bedachte Katze und einen gutgelaunten Kater ausmachen würden.

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So öffneten wir, zutiefst beeindruckt durch das jammervolle Bild, das unsere sonst so forsche Herrschaft uns bot, selbstverständlich sofort die Tür zum Gartenparadies. Irgendwie mussten wir uns schnell wieder einschleimen, denn wer weiß, ob wir sonst das nächste Mal überhaupt Urlaub genehmigt bekommen.

Kater

Wie von Zauberhand schien die Katzenwelt auch gleich wieder in Ordnung zu sein und wir Silberdistels waren nahe daran, dass man uns unsere Abwesenheit verzieh. Etwas beleidigt schaute unsere Obrigkeit zwar auch nach dem Genuss der frischen Gartenluft noch drein, sodass wir uns gezwungen sahen, der Ordnung halber vor unserer Herrschaft noch ein wenig zu dienern und zu kriechen, aber inzwischen scheint auch das gewohnte Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier zurückgekehrt zu sein und wir dürfen uns bereits wieder in aufrechter Haltung durch Haus und Garten bewegen.

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Die Pflanzen allerdings, speziell die Kakteen, hatten unsere Abwesenheit regelrecht genossen.

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Sie strahlten uns freudig entgegen, sahen erholt und erfrischt aus und einige hatten als kleinen Willkommensgruß für uns sogar hübsche Blüten …

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… oder Knospen parat.

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Auch meinem Judenbart schien die Ruhe und Stille sehr bekommen zu sein. Er hat sich während unseres Urlaubs zu einer prachtvollen Pflanze entwickelt.

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Unzählige kleine Blüten zieren ihn neuerdings …

… und verschönern damit die ohnehin schon sehr attraktive Pflanze.

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Ich mag an ihm aber allein schon die Blätter mit ihrer dekorativen Maserung …

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… und der netten Igelfrisur, mit der sich jedes einzelne Blatt schmückt.

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Seine Kinder trägt der Judenbart oder Saxifraga stolonifera an langen rötlichen Fäden bei sich. So kann er, bis sie selbstständig werden, noch eine Weile für sie sorgen. Der Judenbart gehört übrigens zu den Steinbrechgewächsen. Er mag es nicht zu heiß, aber auch nicht zu kalt und ebenso mag er es nicht zu trocken, aber wiederum auch keinesfalls zu nass. Wenn man das beachtet, dann sollte man eigentlich lange Freude an ihm haben.

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Die vielen kleinen Fäden mit den daran schaukelnden Kindeln machen den Judenbart zu einer schönen und interessanten Hängepflanze …

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… und wahrscheinlich hat er genau diesen „Bartfäden“ auch seinen deutschen Namen zu verdanken.