Mit ‘Insekten’ getaggte Beiträge

Mit ganz spitzen Ohren bin ich dieses Mal durch meinen Garten geschlichen. Ich wollte nämlich nicht nur die farbige Gartenwelt einsammeln, sondern auch schauen, ob die bunten Blüten nicht doch den einen oder anderen fliegenden Gast in mein kleines Silberdistelreich gelockt haben.
Und tatsächlich, ein leises Summen zog mich zunächst zum Lavendel und dann auch zum Thymian, der sich momentan ganz besonders ins Zeug legt, um mit seinen Blüten Bienen und Hummeln anzulocken. Wenn ich auch nach ganz intensivem Lauschen doch so einige Summ- und Brummtöne ausmachen konnte, kann ich nur wiederholen, was ich bereits in einigen anderen meiner Beiträge anklingen ließ, es summt und brummt bei Weitem nicht so intensiv wie in den vergangenen Sommern.
Was ging sonst von den Lavendelsträuchern und dem blühenden Thymian immer für ein herrlich melodischer Chorgesang aus? Jetzt hört man hier und da nur ein kleines Solo. Hoffentlich kann ich irgendwann wieder einen kraftvollen vielstimmigen Insektenchor vermelden.
Schön war, dass mir während meiner Suche nach Hummeln und Bienen einige Schmetterlinge begegneten. Mehrere Kohlweißlinge tanzten fröhlich durch meinen Garten. Nur mit meiner Kamera hatten sie so gar nichts im Sinn. Aber letztendlich ist wichtig, dass sie überhaupt da waren.
So, dann lasst uns gemeinsam in meinem grünbunten Reich lauschen und schauen.

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Gelesen habe ich genau das in diversen Büchern. Ob es wirklich stimmt?
Bisher habe ich mich vom Brotbacken eigentlich immer eher ferngehalten. Ich bin mehr eine Keks- und Kuchenbäckerin. Obwohl … vor vielen Jahren, als plötzlich alle Welt Brotbackautomaten kaufte, musste selbstverständlich auch ich ein solches Backgerät haben. Natürlich gab es in der Folge auch bei uns Silberdistels viele leckere Brote zu essen. Mit denen hatte man allerdings fast gar keine Arbeit, zumal man für den elektrischen heimischen Brotbäcker noch dazu auf zahlreiche Brotbackmischungen zurückgreifen konnte. Und eine besondere Kunst war das Brotbacken auf diese Weise schon gar nicht.
Doch dann segnete das Teil plötzlich und unerwartet das Zeitliche und ein neues kam nicht mehr ins Haus. Warum eigentlich? Vielleicht war die Mode einfach vorbei? Ich weiß es, ehrlich gesagt, einfach nicht mehr. So wurde das Brot wieder eingekauft, aber so richtig zufrieden war ich damit auch nicht.

000-Buch Schmackhafte brote selber backen

ISBN 978-3-95540-156-6

Unlängst nun lief mir ein Brot-Backbuch über den Weg. Es lief so geschickt, dass ich regelrecht darüber stolperte. Höflich, wie ich bin, schaute ich meinen Stolperstein wenigstens an. Das aber hätte ich nicht tun sollen, denn ich infizierte mich umgehend mit dem Brotbackvirus, genauer gesagt – mit dem Sauerteigbrotbackvirus.
Da ich mitunter kleine Bauchwehprobleme mit einigen Brotsorten habe und nun las, dass Sauerteigbrote zur eher bekömmlichen Sorte von Broten gehören würden, schlich sich ein Gedanke in meinen Kopf, ein Gedanke, der mich erstens dieses Buch kaufen ließ und der mir zweitens einredete, es doch noch einmal mit dem Selberbacken von Brot zu versuchen. Ich wollte mein eigenes Sauerteigbrot backen – ohne all die Zutaten, die uns die Industrie sicher noch so ganz nebenher in jedes Brot mischt, damit es besser schmeckt, super aussieht und noch dazu lange haltbar ist. Eigentlich sollten, wie ich nun weiß, für ein schmackhaftes Brot bereits Mehl, Wasser und etwas Salz genügen.

Die Herstellung von Sauerteig liest sich auf den ersten Blick so, als wäre es ganz leicht – nur Wasser, Mehl und Geduld wären notwendig.
Um meine neue Brotback-Karriere nicht gleich mit einem Misserfolg zu starten, kaufte ich zunächst beim Bäckermeister meines Vertrauens etwas Natursauerteig.

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Mein erstes eigenes Sauerteig-Roggenbrot

Und siehe da, mein erstes eigenes Roggenbrot sah gar nicht so übel aus und erstaunlicherweise schmeckte es auch noch. Und es war in reiner Handarbeit entstanden – also ohne Brotbackautomaten. Die ausgesprochenen Brotbackfans kneten ihren Brotteig nämlich mit der Hand. Okay, darin hatte ich mich nun versucht, aber ganz war ich der Sache mit dem klebrigen Teig noch nicht Herr geworden. Es blieben trotz des ersten Erfolgs noch so einige Fragen offen.
Und wegen dieser offenen Fragen waren dem einen Buch weitere Bücher übers Brotbacken in meine häusliche Backbibliothek gefolgt. Die Sache mit der Herstellung des eigenen Sauerteigs interessierte mich nun doch, schließlich wollte ich nicht immerzu Sauerteig kaufen müssen. Ich wollte ihn ständig parat haben, wenn ein neuer Brotbacktag anstand. Andererseits wollte ich auch noch wissen, wie ich den Teig richtig kneten muss, damit mein Brot ganz besonders gut ausschaut, wenn es den Backofen schließlich wieder verlässt.
Viele Bücher mögen gut sein, manchmal sind viele Bücher zu einem Thema auch eher verwirrend. Mit viel List und Tücke und lauter Fragezeichen im Kopf zum Thema Kneten und zum Thema Anstellgut oder Ansatz für einen neuen Sauerteig machte ich mich an mein zweites Brot.

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Mein Brot Nr. 2 – ein Roggen-Weizenmischbrot

Dieses Mal sollte es ein Roggen-Weizenmischbrot werden. Da ich meinem sogenannten Anstellgut, einem Restchen vom ursprünglichen Sauerteig, aus dem ich versuchte, den benötigten Sauerteig für das neue Brot herzustellen, nicht ganz über den Weg traute, gab ich etwas Hefe hinzu. Ob nun der zweite Brotbackversuch, den ich ebenfalls als recht gut gelungen abhaken konnte, der Hefe oder/und dem Sauerteig zu verdanken war, blieb mir dennoch ein kleines Rätsel. Zumindest musste ich mir über die Form meiner Brote vorerst keine Sorgen machen. Meine Kastenform ließ das Brot nach einem Brot aussehen und nicht nach einem Teil, das mehr einem missglückten Fladen glich. Aber die Kastenform beantwortete nur einen kleinen Teil meiner Fragen.

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Der Klockenhagener Museumsbäcker lädt zum Brotbacken ein. Aber auch sonst gibt es allerlei Mitmachangebote.

Und plötzlich kam wieder einmal mein Herr Silberdistel ins Spiel. Er hatte nämlich gelesen, dass im Freilichtmuseum Klockenhagen, ich hatte hier schon öfter über das Museumsdorf berichtet, neuerdings fleißig Brot gebacken wird. Es gibt dort seit Mai 2017 einen Museumsbäcker, der an einigen Tagen in der Woche sogar zum Mitmachen einlädt. Vielleicht könnte ich dort ja meine Fragen klären.

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So machten wir Silberdistels uns am vergangenen Dienstag auf den Weg nach Klockenhagen. Wie Herr Silberdistel gelesen hatte, sollte einmal um 11.00 Uhr und ein weiteres Mal um 13.00 Uhr gebacken werden. Für 11.00 Uhr sind wir an diesem Tag etwas spät dran. Trotzdem eilen wir, bevor wir noch anderes im Museumsdorf anschauen, zum neuen Backhaus.

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Wie ich dort erfahre, hatte der Museums-Bäckermeister gerade an diesem Vormittag viel zu tun. 30 Kinder haben zusammen mit ihm Brote geformt und diese anschließend in den neuen Holzbackofen geschoben, der übrigens samt Backhaus ein Nachbau eines alten Backhauses aus Hanstorf ist.
Des Bäckers Teigreserven sind aufgebraucht, dennoch kann ich einige interessante Tipps über das Backen mit Sauerteig bekommen. Gern hätte ich natürlich dem Bäckermeister noch auf die Finger geschaut oder mich sogar selbst formend an einem Brotteig vergangen. Aber was dieses Mal nicht war, kann vielleicht ein anderes Mal werden.

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Wir Silberdistels bedanken uns herzlich für die Informationen, nehmen aus dem kleinen Ladengeschäft noch ein Roggenmischbrot und ein Dinkelbrot mit und natürlich lassen wir uns, bevor wir zu einem kleinen Rundgang durchs Freilichtmuseum aufbrechen, noch ein Stück Kuchen und den Kaffee aus der kleinen Bäckerei schmecken. Es war übrigens ein überaus leckerer Mohnkuchen.

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Ach, und das Dinkelbrot ist nicht irgendein Dinkelbrot. Es hat sogar ein Gesicht. Oder sehe ich ganz einfach immer und überall Gespenster?

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Nicht weit entfernt vom neuen Museumsbackhaus lockt uns eine Bank an ein kleines Teichlein. Wir lassen uns eine Weile die Nasen von der Sonne bescheinen und als Frau Sonne eine Pause macht, setzen wir unseren Museumsrundgang fort.
Mich interessieren natürlich besonders die hübschen Bauerngärten. Was mir auch hier wieder auffällt, es sind erstaunlich wenig Insekten zu sehen. Da kennen wir Silberdistels die Klockenhagener Bauergärten aber ganz anders. Dort war die Luft während der warmen Jahreszeit sonst fast ständig vom Summen der vielen Insekten erfüllt.
Dieses Mal muss ich nach den kleinen Fliegern regelrecht suchen. Zumindest die Fliegen bemühen sich um Nachwuchs. Ich will hoffen, auch Bienen und Hummeln nehmen sich daran ein Beispiel, damit es bald wieder mehr in unseren Gärten summt und brummt.

Ach, und um die Frage von oben, ob Brotbacken süchtig macht, zu beantworten. Ich denke schon, denn nicht nur meine Brotbackbüchersammlung, auch meine Mehlsammlung wird immer umfangreicher. Das lässt doch darauf schließen, dass mich das Brotbacken so schnell nicht wieder loslassen wird, oder?

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Ein wenig Sorge hatte ich mir schon gemacht – um diese brummenden gemütlichen flauschigen Flieger – um die Hummeln. In diesem Jahr tauchte bisher nur recht selten eine Hummel in meinem Garten auf. In den Jahren zuvor nisteten oft etliche Völker in den Lüftungsschlitzen in der Wand unseres Hauses.
Scheinbar wurden diese sonst so beliebten Behausungen in diesem Jahr nicht bezogen. So war der dunkle Summton der Hummeln bis eben noch eher selten einmal zu hören, obwohl viele Hummelwohnungen auf die gemütlich wirkenden Insekten warteten. Auch ihre Lieblingspflanzen blühen bereits eine ganze Weile.

Vor einigen Tagen war ich wieder einmal im Vorgarten beschäftigt. Während ich Unkraut zupfte und den Boden in den Beeten lockerte, begleitete mich ein altbekannter dunkler Summton – und nicht nur ein einzelner. Immer wieder brummte und summte es im Chor um mich herum.

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Unsere Deutzie – die Hummeln lieben ihre Blüten

Und je näher ich dem Strauch mit den kleinen weißen Glöckchenblüten kam, umso intensiver war das Brummen zu vernehmen.
Da waren sie ja endlich wieder – die Vermissten. Ganz viele Erdhummeln bevölkerten den Strauch und sammelten fleißig Nektar. Ihr Summen war wie Musik in meinen Ohren – Musik, die einfach für mich zum Sommer dazu gehört. Wie sehr würde ich es vermissen, wenn es nicht mehr da wäre, dieses gemütliche Summen, und wie froh stimmte es mich, diese wundervolle Hummelmelodie nun doch wieder hören zu können.

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Zum kalendarischen Frühlingsanfang war er, jedenfalls hier bei uns, nicht da – der Frühling. Da hat er einfach die Regentrude vorgeschickt und die, die hatte nichts anderes zu tun, als uns den ganzen Tag über etwas vorzuheulen. Der Herr, auf dessen Ankunft wir eigentlich sehnsüchtig warteten, hatte wohl keine Lust tätig zu werden – schließlich war es ein Montag. Wer mag am Montag schon gern arbeiten? Der Frühling scheint da also keine Ausnahme zu sein. Glücklicherweise  konnte uns der Anblick unseres Wintergartens trösten. Dort war nämlich Frühling – so, wie es sich gehört und meine Kamelie war der Star. Inzwischen zeigt sie mehr denn je, was sie kann, sie wird mit jedem Tag hübscher. Gestern Nachmittag hatte sie bereits fünf geöffnete Blüten. Damit dürfte es aber noch lange nicht genug sein, denn ich konnte noch etliche weitere Knospen zählen.
Dann endlich, mit zweitägiger Verspätung, kam er doch noch in die Puschen – der Herr Frühling – und als kleine Entschuldigung für diese Verspätung ließ er die Blüten der Kamelie ganz besonders hübsch in der Sonne leuchten. In der Bilderschau unten gibt es ein kleines Blüh-Update der Lady in red zu sehen

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Aber auch sonst blüht es heftig in unserem kleinen Zimmergarten. Die erste Tulpenblüte wetteifert mit der Kamelie um den schönsten Rotton, die weißen Hyazinthen bezaubern mit ihrem herrlichen Duft und meine Alpenveilchen zeigen ebenfalls, was sie können. Der trödelige Frühling konnte uns also am Montag gestohlen bleiben. Unser Zimmerfrühling war ein perfekter Ersatz.

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Was Regen und anschließend zwei Tage Sonnenschein doch ausmachen. Inzwischen sieht es auch im Garten fast berauschend farbig aus. Vielleicht war die Sache mit der Regentrude vom Frühling doch ganz gut durchdacht. Nur haben wir sein Tun nicht gleich so ganz durchschaut. Was blühen will, braucht auch Wasser. Eigentlich doch logisch, oder? Okay, Meister Frühling, ich hab’s verstanden. Ich bitte also um Nachsicht, dass ich Dir unterstellt habe, faul zu sein.
Du hast diesen tränenreichen Tag inzwischen rundum wieder gutgemacht. Sogar die ersten Schmetterlinge hast Du nun mitgebracht. Zwar taumelten sie noch halb im Winterschlaf durch mein erwachendes grünes Reich und einer von ihnen brauchte sogar ein wenig Starthilfe von mir, aber ich habe die Flattermänner durchaus als bunten Frühlingsgruß verstanden.
Ein kleiner Fuchs brauchte diese Starthilfe. Er lag nämlich ganz leblos an der Tür zu unserem Wintergarten. Vorsichtig hob ich ihn auf. Ich hatte die Hoffnung, dass ihm einfach nur zu kalt war. Und tatsächlich, als er auf meiner warmen Hand saß, begannen plötzlich die Flügel zu zittern und er richtete sich auf. Wenig später faltete er sie auseinander. Fliegen mochte er aber immer noch nicht. Ich hoffte, die von der Sonne erwärmten Steinplatten im Garten würden ihm helfen, um ganz aus seiner Starre zu erwachen. Nur, die Idee erwies sich doch nicht als so klug, denn unsere Katzen waren schnell zur Stelle, als der kleine Flattermann erneut einige Flügellockerungsübungen machte. So habe ich ihn noch einmal umsetzen müssen. Der sonnige Platz an unserem Geräteschuppen war dann scheinbar perfekt, denn als ich später noch einmal nach ihm schauen wollte, war er verschwunden. Und nein, unsere Katzen hatten ihre Pfoten dabei nicht im Spiel. Ich hatte die Vierbeiner nämlich vorsichtshalber gut im Auge behalten.

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Für Schmetterlings Nahrung sollte im Garten eigentlich gut gesorgt sein, denn es blüht derweil so allerlei. Eine kleine Auswahl gibt es in der folgenden Bilderschau zu sehen. Bei meinem Gartenrundgang hatte ich übrigens einen hübschen kleinen gefiederten Begleiter – das freche und neugierige Rotkehlchen, das immer und überall dabei sein muss.

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Im letzten August, als unsere Enkeltochter einen Teil ihrer Ferien bei uns Silberdistels verbrachte, waren wir auch wieder einmal im „Archäologischen Freilichtmuseum“ in Groß Raden. Auf dem Gelände des heutigen Freilichtmuseums wurden in den Jahren von 1973 bis 1980 umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt. Während der Arbeiten wurden Reste einer slawischen Siedlung aus dem 9. und 10. Jahrhundert gefunden. Anhand der Funde konnte man die Anlage rekonstruieren und so entstand dort in den Folgejahren das Archäologische Freilichtmuseum.

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01-Was gibt es wohl im Tempel zu sehen?

Nicht nur für uns Silberdistels gab es wieder viel zu entdecken, auch unser Feriengast hatte seinen Spaß. Was mochte wohl in so einem altslawischen Tempel zu sehen sein? Ob dort ein Priester auf uns wartete?
Boahhh, war das spannend! Vorsichtig schauten wir hinein. Oh, was war das? Sooo viel Dunkelheit und sonst nichts – im ersten Moment jedenfalls …
Doch dann hörten wir seltsame Laute. Ob das der Priester war? Zwitschern Priester? Wenn ja, dann musste dieser hier irgendwo oben in den Dachsparren hocken. Oder schwebte er gar dort ganz schwerelos unter dem Dach? Gespannt schauten wir nach oben. Und dann sahen wir sie – ganz viele … klein und so niedlich und sie zwitscherten laut nach Futter.
Wie? Ach so, nein, keine kleinen und niedlichen Priester, die unter dem Dach schwebten und nach Futter riefen.

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02-Im Tempel hatten etliche Rauchschwalben ihre Nester gebaut. Auch später im Brückenhaus entdecken wir noch Schwalben

Dort zwitscherten Schwalbenkinder, die in vielen nebeneinander unter dem Dach klebenden Nestern hockten und auf die Mitbringsel ihrer Eltern warteten. Verzückt blickten wir beiden Mädels hinauf zu den piepsenden Federbällen. Es waren Rauchschwalbenfederbällchen.
Wozu doch so ein altslawischer Tempel gut sein kann. Den Priester hatten wir zwar vergeblich gesucht, aber als Schwalbentempel gefiel uns der hölzerne Bau durchaus auch sehr gut.
Später, als wir zum Burgwall unterwegs waren und am Brückenhaus vorbeikamen, vernahmen wir erneut diese zwitschernden Laute und als wir hineinschauten, entdeckten wir auch dort ein Rauchschwalbennest.

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Im Burgwall gab es gab es dann wesentlich kleinere Flieger zu bewundern – summende und flatternde, die so freundlich waren, sich für ein Foto auch einmal auf einer hübschen Blüte niederzulassen.

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Und was es sonst noch alles im Groß Radener Freilichtmuseum zu sehen gab, das zeigt die folgende Bilderschau.

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Zur Feriengestaltung gehörte im letzten August, als unsere Enkeltochter eine Weile bei uns Silberdistels war, natürlich auch eine Gassirunde mit einem der Hunde aus unserer Familie.

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Während das Kind sich vom Hund Gassi führen ließ und mit dem Vierbeiner fröhlich die Wege frequentierte, hatte ich nicht nur Augen für Kind und Hund, sondern auch für all das, was am Wegesrand zu bewundern war. So sprang ich nicht mit dem Hund, sondern mit meiner Kamera von einer Wegesseite zur anderen und fing die Farben des Sommers ein. Vielleicht mag ja jemand mitkommen, sommerliche Wärme und Farbe und den Duft reifen Getreides genießen und auch endlich einmal das tun, was ich schon immer einmal gern tun wollte – mich unter ein Windrad stellen und nach oben schauen.

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… von der Rhön im September wurde von herrlichem Wetter begleitet und sie führte uns noch einmal in Richtung Thüringen. Da ich bei meinem Alleingang am Tag zuvor einen angenehm kurzen Weg von unserem Ferienhaus hinauf zum Buchschirmberg herausgefunden hatte, fanden wir die Idee nicht schlecht, einmal ein Stückchen über unser Lieblingsziel in Thüringen, das „Thüringer Rhönhaus“, hinauszuwandern und bis zum „Eisenacher Haus“ zu laufen. Was wir vorn an Weg eingespart hatten, konnten wir doch nun einfach einmal hinten anhängen und etwas weiter laufen.

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Das „Eisenacher Haus“

Das „Eisenacher Haus“ wurde 1928 vom Rhönklub erbaut. Es steht auf dem Ellenbogen, einem 813 m ü. NHN hohen Berg in der thüringischen Rhön und es blickt auf eine recht wechselvolle Geschichte zurück.
In den frühen DDR-Jahren wurde es als FDGB-Ferienheim genutzt, später diente es der STASI als Teil einer Abhöranlage, die in der Nähe des „Eisenacher Hauses“ entstand. Das Haus selbst beherbergte die technische Einrichtung dieser Anlage. Zu dieser Zeit, etwa Mitte der 1960er Jahre, entstand auch ein Anbau am Haus, das Gelände wurde eingezäunt und zum Sperrgebiet erklärt. Dieser Horchposten war quasi als Gegengewicht zu der ähnlichen Anlage auf westdeutscher Seite, zu der Anlage auf der Wasserkuppe, gedacht. Im Volksmund wurde dieses Sperrgebiet übrigens „Klein Sibirien“ genannt.
Heute ist das „Eisenacher Haus“ wieder Hotel und Gasthaus. Es wird für Tagungen und als Wanderhotel genutzt. Mit seinem schönen Biergarten bietet es sich aber auch für Tagestouristen als lohnenswertes Ziel an. Und dass man dort ausgezeichnet speisen kann, haben wir Silberdistels an unserem letzten Urlaubstag selbst in Erfahrung bringen können. Wer mehr über das „Eisenacher Haus“ wissen möchte, kann sich gern bei Wikipedia noch etwas genauer informieren. Ich habe mich nämlich genau dort auch gebildet und einiges davon in Kurzfassung hier wiedergegeben.

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Vor einigen Jahren hatten wir uns in einem Urlaub schon einmal zum „Eisenacher Haus“ aufgemacht, waren aber kurz vorm Ziel wieder umgekehrt, da dort gerade ein großes Happening mit Blasmusik und einem enormen Menschenauflauf stattfand. Wir hatten damals eigentlich Ruhe gesucht und hätten sie zu dem Zeitpunkt dort so gar nicht gefunden.

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Der zweite Versuch jetzt endete wesentlich angenehmer. Der Biergarten bot eine entspannte und gemütliche Atmosphäre. Für uns gab es ein richtig schönes Abschiedsessen von der Rhön, denn am folgenden Tag würde es wieder in Richtung Heimat gehen. Mein Herr Silberdistel gönnte sich Pfifferlinge, dazu ein Schnitzel mit Serviettenknödeln und ich machte mich über ein richtig leckeres Würzfleisch mit Toast her. Dazu gab es einen äußerst schmackhaften Salat. Als Dessert leisteten wir uns schließlich noch gebackene Waffeln mit Erdbeeren, Eis und Sahne plus Kaffee bzw. Cappuccino. Satt war danach kein Ausdruck mehr.

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So kam uns auf dem Rückweg die eine oder andere Pause sehr gelegen, denn mit vollem Bauch ist man weniger beweglich und meistens auch ein bisschen fauler. Mikes Weitblickbank, wir waren derweil bereits wieder auf dem Buchschirmberg, lud uns  freundlich ein, einen Moment Platz zu nehmen. Der wirklich außerordentlich schöne Weitblick von dort aus ließ uns wieder Kraft tanken für das nächste Wegstück, das nicht sehr weit von Mikes Bank erneut endete. Wir hatten nämlich noch ein weiteres Bank-Rendezvous.

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Unsere „Deutsche Bank“

Dort, wo der Wanderweg vom Buchschirmberg wieder hinab zum „Thomas-Morus-Haus“, dem katholischen Jugendheim, führt, steht etwas abseits vom Weg unsere Lieblingsbank, die Bank, die wir vor einigen Jahren einmal auf den Namen „Deutsche Bank“ tauften, unsere „Deutsche Bank“. Es gehörte natürlich zu diesem Abschiedstag von der Rhön dazu, dass wir auch noch Abschied von unserer Bank nahmen. Und leider tröpfelte genau dort ein kleiner Wermutstropfen in meinen Tag hinein.

Während wir Silberdistels so auf der Bank saßen und in die Ferne blickten, kam uns die Idee, zur Erinnerung an diesen schönen diesjährigen Abschiedstag von der Rhön noch ein Selfie bzw. ein Selfie der eher alten Art, ein Selbstauslöserfoto mit meiner Kamera, zu schießen. Wir setzten uns also auf unserer geliebten „Deutschen Bank“ in Positur.

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Leider übersah ich in meinem Eifer den Stacheldraht, der den Koppelpfahl (Bildmitte) „schmückte“

Dann eilte ich zum gegenüber stehenden Koppelpfahl und hängte, weil draufstellen wegen der geringen Grundfläche des Pfahls nicht ging, die Kamera an den Pfahl. Leider kollidierte dabei mein Kameradisplay mit einem Stück Stacheldrahtzaun und zerkratzte das Display am oberen Rand. Ärgerlich, aber doch nicht mehr zu ändern. Den ansonsten so herrlichen Tag habe ich mir damit allerdings trotzdem nicht verderben lassen. Ich hab’s mit Fassung getragen und sehe diesen „Unfall“ ganz einfach als bleibende Erinnerung an einen Tag an, der einem wunderschönen spätsommerlichen Urlaub seinen Abschluss gab. Außerdem ist unser Selfie recht nett geworden – also erst recht kein Grund, sich lange über die eigene Dummheit zu ärgern.