Mit ‘Geschichte’ getaggte Beiträge

In meinem Beitrag über unsere Torty, die sich unlängst bei unserem Nachbarn versehentlich eine kleine Auszeit von uns nahm, erwähnte ich es bereits – wir Silberdistels haben endlich das Kloster Jerichow besucht.
Wie oft in unserem Leben sind wir schon an diesem beeindruckenden Bauwerk vorbeigefahren, wenn wir unterwegs zu einem Besuch bei Herrn Silberdistels Eltern oder von dort wieder auf dem Weg zu uns nach Hause waren? Der Ort Jerichow, nicht weit von Tangermünde entfernt (vielleicht ist ja Tangermünde etwas bekannter), liegt praktisch auf der Strecke, die wir immer gern benutzt haben, wenn wir uns zu einem Besuch Richtung Magdeburg auf den Weg gemacht haben.

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Kloster Jerichow

Nun endlich haben wir uns Kloster Jerichow auch ganz aus der Nähe angeschaut. Dieses Mal war unser Ziel direkt das ehemalige Kloster unweit der Elbe, denn seit Schwiegermutters Tod vor zwei Jahren zieht es uns eher selten noch in diese Richtung. Der Ausflug jedoch hat sich durchaus gelohnt. Kloster Jerichow hat uns nicht enttäuscht.

Es wurde übrigens 1144 als Prämonstratenserstift gegründet und vier Jahre nach seiner Gründung an seinen heutigen Standort verlegt. Um den Zeitpunkt seiner Verlegung wurde auch mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Fertiggestellt wurde das gewaltige Bauwerk aber erst 1250.
Interessant ist vielleicht noch, dass Kloster Jerichow, auch wenn das gesamte Gebäude-Ensemble klösterlichen Charakter trägt, nie im eigentlichen Sinne ein Kloster war.  Die Prämonstratenser lebten und wohnten nicht ausschließlich im Kloster. Sie hatten sich vor allem der Mission und der Seelsorge verschrieben, waren also zum großen Teil außerhalb des Klosters tätig.

Während des 30jährigen Krieges hatte der Klosterbau arg zu leiden, z.T. wurde er regelrecht verwüstet. Auch während des 2. Weltkrieges erlitt der Bau erneut starke Beschädigungen.
Ab Mitte der 50er Jahre bis etwa 1960 begann man, erstaunlicherweise also bereits zu DDR-Zeiten, mit einer Instandsetzung der Kirche. Doch letztendlich waren die Schäden so gewaltig, dass man sich 1998 gezwungen sah, die Anlage vorerst baupolizeilich zu sperren.
In den Folgejahren wurden dann vom Land Sachsen-Anhalt nicht unerhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, um das Kloster wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Und dieser neue Glanz steht dem gesamten Kloster-Ensemble ausgezeichnet.
Gefunden habe ich diese geschichtlichen Eckpunkte über Kloster Jerichow übrigens hier. Wer also gern noch ein wenig mehr darüber lesen möchte, der kann gern auch dort noch einmal schauen.

Wir Silberdistels waren sehr angenehm überrascht von dem, was wir vorfanden. Aus Klosterkirche, dazugehörigen Gebäuden und dem Klostergarten ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Es lohnt sich, dort einmal reinzuschauen und sich mit eigenen Augen zu überzeugen.

Aber nun genug der Vorrede, ab ins Kloster! Wobei … erst einmal mussten wir natürlich einen kleinen Obolus löhnen, bevor wir wirklich hinein durften. Nebenher kam ich natürlich genau dort an der Kasse auch wieder einmal nicht an den angebotenen Büchern vorbei. So wanderte, wer hätte es gedacht, ein Kochbuch mit alten Rezepten in meinen Rucksack. Ich habe ja bisher auch kaum Kochbücher 😉

Aber nun wirklich los und auf ins Kloster!

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Was wandelt denn dort hoch oben auf einem der Hausdächer?

Auf einem der Dächer der Häuserreihe links von uns fallen mir unterwegs zum Eingangsbereich der Klosteranlage zwei witzige Figuren auf. Es ist zwar helllichter Tag, aber wahrscheinlich wandeln sie immer – unabhängig von Tages- oder Nachtzeit.
Wenig später stehen wir vor dem Eingang zum Klosterbereich – kein Kartenabreißer weit und breit, kein Chipkontrolleur. Selbst sind hier Mann und Frau und müssen Avtomat bedienen können.

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Dann also los – auf ins Kloster!

Herr Silberdistel hat zunächst ein kleines Problem mit dieser Automaten-Hürde, denn ohne die richtige Brille ist hier der Tastsinn gefragt. Man muss nämlich einen Chip, den wir an der Kasse bekamen und der mit mehreren Rillen versehen ist, in die richtige Position bringen, erst dann passt er in den Automaten, der schließlich die Eingangsschleuse zum Klosterbereich öffnet. Doch wir packen das Problem noch recht schnell, zumal von der anderen Schleusenseite hilfreiche Tipps kommen. Aber ich bin sicher, wir hätten es auch früher oder später allein geschafft 😉

Bevor wir uns nun zur allgemeinen Klostereinstimmung erst einmal ins Museum aufmachen, muss mein Gärtnerauge den hübschen Steingarten im Innenhof an der Geist-Brennerei bewundern. Aber dann geht’s hinein ins Museum. Dort gibt es allerlei Interessantes rund ums Kloster zu sehen – nicht nur Kirchenglocken und diverse Tonscherben. Vielleicht schaut Ihr ja irgendwann einmal selbst hinein. In der Bilderschau gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die Museumsluft.

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Nach dem Museumsrundgang locken uns unsere Mägen mit unwiderstehlicher Gewalt in den Klostergarten. Ein Wegweiser sagt nämlich, dass es dort nicht nur Garten, sondern auch ein Café geben soll. Scheinbar können Mägen lesen und vor allem dulden sie keinen Widerspruch 😉

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Letztendlich sind wir rundum zufrieden. Kaffee, Cappuccino und Torte haben gehalten, was sie zu versprechen schienen. Sie waren äußerst lecker und der Klostergarten gab zu Speis und Trank mit dem buntem Vogelgezwitscher rundum aus all dem Grün und dem Blick aufs Storchennest hoch über uns auf dem Schornstein unseres urigen Cafés eine wunderbare Atmosphäre.  So ist Entspannung pur.
Und als ich im Gemüse- und Kräutergarten ein wenig später auch noch für meinen Garten zuhause fündig werde, könnte ich den Tag bereits als nahezu perfekt gelungen einordnen.
Aber wie es so ist, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber erst einmal war ich des Lobes voll und bereits wieder voller Tatendrang, denn dort hinten harrte unserer noch ein Backsteinmuseum.

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Nach dem Backsteinmuseum fehlt uns nun nur noch der Blick ins eigentliche Heiligtum – in die Klosterkirche. Mich interessiert zuvor natürlich noch einmal der Steingarten, den ich gleich zu Anfang unseres Rundgangs bewundert habe. Und während ich dort die Pflanzen anschaue, bemerke ich plötzlich gegenüber an der Hauswand einen Spatzen und ein Loch in der Wand, in dem Vater Haussperling kurz darauf verschwindet. Ich sehe gerade noch sein fedriges Hinterteil weghuschen und schon klingt lautes Babyvogelgeschrei von der Wand zu mir herüber. Da habe ich also eben den Eingang zu einer Spatzenkinderstube entdeckt. Wenig später taucht auch Mama Haussperling auf, um die Kinder zu versorgen. Was für eine nette Begebenheit nebenbei. Klosterleben kann doch so vielseitig sein.

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Zeit für den Kirchgang! Ich bin gespannt, was uns dort erwartet. Herr Silberdistel ist mir wieder einmal etwas voraus und wandelt bereits unter Gewölben dahin. Nur schnell hinterher, damit wir nichts verpassen!

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Beeindruckend, was wir zu sehen bekommen! Gewaltig, diese Höhe. Wie unscheinbar klein man sich doch vorkommt angesichts solcher unendlich erscheinender Höhe und wie spannend muss es gewesen sein, so etwas entstehen zu lassen.
Die Klosterkirche Jerichow gehört übrigens zu einem der ältesten Backsteinbauten Norddeutschlands. Wie schön, dass man ihr mit viel Geld, Mühe und Liebe wieder zu ihrer alten Pracht verholfen hat.

Nicht nur uns hat es in Jerichow gefallen. Auch die Störche scheinen sich dort wohlzufühlen. Wir entdecken auf einem Gebäude noch eine weiteres Storchennest und das, so finden wir, ist ein guter Abschluss für unseren Klosterbesuch.

Glücklich und zufrieden mit den gelungenen Tag machen wir uns wieder auf den Heimweg und dort spuckt uns dann unsere Torty in die Suppe dieses ansonsten so schönen Tages. Unser pelziges Dreigestirn will nämlich noch einmal hinaus in den Garten, als wir wieder daheim aufschlagen. Natürlich gönnen wir ihnen das, mussten sie doch bis dahin den ganzen Tag im Haus ausharren.
Ja, und dann, dann, dann verschwindet Torty spurlos

Im letzten August, als unsere Enkeltochter einen Teil ihrer Ferien bei uns Silberdistels verbrachte, waren wir auch wieder einmal im „Archäologischen Freilichtmuseum“ in Groß Raden. Auf dem Gelände des heutigen Freilichtmuseums wurden in den Jahren von 1973 bis 1980 umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt. Während der Arbeiten wurden Reste einer slawischen Siedlung aus dem 9. und 10. Jahrhundert gefunden. Anhand der Funde konnte man die Anlage rekonstruieren und so entstand dort in den Folgejahren das Archäologische Freilichtmuseum.

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01-Was gibt es wohl im Tempel zu sehen?

Nicht nur für uns Silberdistels gab es wieder viel zu entdecken, auch unser Feriengast hatte seinen Spaß. Was mochte wohl in so einem altslawischen Tempel zu sehen sein? Ob dort ein Priester auf uns wartete?
Boahhh, war das spannend! Vorsichtig schauten wir hinein. Oh, was war das? Sooo viel Dunkelheit und sonst nichts – im ersten Moment jedenfalls …
Doch dann hörten wir seltsame Laute. Ob das der Priester war? Zwitschern Priester? Wenn ja, dann musste dieser hier irgendwo oben in den Dachsparren hocken. Oder schwebte er gar dort ganz schwerelos unter dem Dach? Gespannt schauten wir nach oben. Und dann sahen wir sie – ganz viele … klein und so niedlich und sie zwitscherten laut nach Futter.
Wie? Ach so, nein, keine kleinen und niedlichen Priester, die unter dem Dach schwebten und nach Futter riefen.

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02-Im Tempel hatten etliche Rauchschwalben ihre Nester gebaut. Auch später im Brückenhaus entdecken wir noch Schwalben

Dort zwitscherten Schwalbenkinder, die in vielen nebeneinander unter dem Dach klebenden Nestern hockten und auf die Mitbringsel ihrer Eltern warteten. Verzückt blickten wir beiden Mädels hinauf zu den piepsenden Federbällen. Es waren Rauchschwalbenfederbällchen.
Wozu doch so ein altslawischer Tempel gut sein kann. Den Priester hatten wir zwar vergeblich gesucht, aber als Schwalbentempel gefiel uns der hölzerne Bau durchaus auch sehr gut.
Später, als wir zum Burgwall unterwegs waren und am Brückenhaus vorbeikamen, vernahmen wir erneut diese zwitschernden Laute und als wir hineinschauten, entdeckten wir auch dort ein Rauchschwalbennest.

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Im Burgwall gab es gab es dann wesentlich kleinere Flieger zu bewundern – summende und flatternde, die so freundlich waren, sich für ein Foto auch einmal auf einer hübschen Blüte niederzulassen.

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Und was es sonst noch alles im Groß Radener Freilichtmuseum zu sehen gab, das zeigt die folgende Bilderschau.

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Wir Silberdistels hatten im vergangenen Sommer, als hier im „Bücherstaub“ Blogpause herrschte, nicht nur unser Enkelkind zu Besuch, wir hatten im August auch noch einmal wieder Gelegenheit, das schöne Frankenland ein wenig weiter zu erkunden und von einigen ausgewählten Unternehmungen möchte ich hier gern noch berichten.

Ich hatte während dieses Urlaubs eines Morgens nach dem Frühstück noch ein wenig in verschiedenen Prospekten über die Fränkische Schweiz geblättert, um zu schauen, was das Frankenland noch alles für seine Besucher zu bieten hat. Auch wenn es nicht uninteressant ist, Bekanntes wiederholt zu besuchen, stand uns durchaus auch nach neuen Erkundungen der Sinn. So entdeckte ich in einem der Heftchen den Hinweis auf einen recht verlockend wirkenden Wanderweg, den wir Silberdistels bisher noch nicht kannten – den Panoramaweg zur Burg Rabenstein und zur Sophienhöhle. Um dorthin zu kommen, mussten wir  zwar erst einmal relativ weit mit dem Auto fahren, aber wie sich bald herausstellen sollte, war es durchaus eine lohnende Unternehmung.

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Burg Rabenstein

Unser erster Zielpunkt war die Burg Rabenstein im „Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst“. Nun ja, die Burg ist nicht, wie der Titel dieses Beitrags vielleicht vermuten ließe, ein kleines unscheinbares Hüttli, da habe ich wohl doch ein bisschen … ähem  … gemauert ;-), sie ist durchaus, um beim Mauern zu bleiben, ein recht respektables Gemäuer. Im ersten Moment, so man sich von der Parkplatzseite auf sie zubewegt, erahnt man ihre wahre Größe auch noch gar nicht. Das sieht man eigentlich erst bei genauerer Betrachtung oder wie wir viel später aus der Ferne. Die Burg steht nämlich auf einem Felsvorsprung in einer Höhe von 420 m oberhalb des Ailsbachtales – gut 6 km nordwestlich der Stadt Pottenstein in Oberfranken. Und das die Burg auf einem solchen Felsvorsprung erbaut wurde, das fällt dem Besucher zumindest beim ersten Betrachten gar nicht auf. Aber so hoch oben auf ihrem Fels kommt sie natürlich, von der richtigen Seite aus in Augenschein genommen, ganz besonders gut zur Geltung.
Die ältesten Teile der Burg stammen übrigens aus dem 12. Jahrhundert. Erbaut wurde sie vom Rittergeschlecht der Rabensteiner, das einen Raben im Wappen führte. Damit dürfte sich also auch der Name der Burg erklären.
Die recht wechselvolle Geschichte von Burg Rabenstein war geprägt von mehrmaliger, fast totaler, Zerstörung und ihrem jeweiligen Wiederaufbau. Heute dient sie als Veranstaltungs- und Tagungshotel.

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Unweit der Burg gibt es ein großes Mittelaltergelände, auf dem regelmäßig Mittelaltermärkte stattfinden.

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Aber auch von anderen Veranstaltungen konnten wir lesen – beispielsweise von Burgkonzerten und Dinnershows.

Wir Silberdistels haben die Burg nur von außen bewundert, wir wollten wandern und Natur genießen und so haben wir die eigentlichen Ausmaße der Burg auch, wie oben bereits erwähnt, erst später wahrnehmen können – von unterwegs aus.
Wir machten uns also ohne einen Abstecher ins Innere der Burg gleich auf die Suche nach dem Einstieg in unseren Wanderweg – den Panoramaweg. Ein Wegweiser ließ uns dann erst einmal grübeln. Aber scheinbar hatten wir am Ende die richtige Wahl getroffen. Hoffnungsvoll folgten wir dem unteren Pfeil mit der Aufschrift „Promenadenweg – Rundwanderweg“.

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Da fällt die Wahl fast schwer, aber der untere Wegweiser scheint unserer zu sein

Während der Wanderung müssten lt. Prospekt 90 m Anstieg überwunden werden. Die Tour war als mittelschwer eingestuft und setzte eine gewisse Kondition voraus, die wir uns aber durchaus zutrauten.

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Zunächst bewegten wir uns auf einem schmalen mit vielen Baumwurzeln gespickten Stolperpfad immer am Bergkamm entlang – wie gut, dass wir festes Schuhzeug für die Wanderung gewählt hatten. Ansonsten ging es recht felsig zu mit  z. T. tiefen Einblicken ins steinige Herz der Gegend, aber ohne Taschenlampe wäre es wohl etwas gefährlich gewesen, solche Höhlen erkunden zu wollen. Wir beließen es also lieber beim bloßen Hineinschauen. Andere Wanderer waren da wohl mutiger, vielleicht auch lichttechnisch entsprechend ausgestattet, denn mitunter hörten wir aus solchen Höhlen menschliche Stimmen.

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Nachdem wir genug hochgekrabbelt und -gestolpert waren, ging es wieder bergab und hinab ins Ailsbachtal.

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An einer Brücke – der Bärenbrücke – überquerten wir Bach und Tal und dann ging’s auch schon wieder hinauf. Eine Weile begleitete uns links unten noch das kleine Gewässer. Kaum hatte es uns verlassen, wurde es auch schon wieder felsig.

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So kamen wir vorbei an der Theresienruhe – einem Gedenkstein für Theresia von Bayern und am Schneiderloch, in das wir nun aber doch hineinschauten, denn in dieser Höhle war es auch ohne Lampe hell genug. Ansonsten erhob sich hier eine recht imposante Felsformation vor uns mit vielen Spalten, Löchern und Höhlen, die sicher auch für geübte Kletterer ein kleines Paradies ist.

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Burg Rabenstein – hier ist schön der Fels zu sehen, auf dem sie erbaut wurde

Kurz hinter dem Schneiderloch hatten wir sogar noch einmal einen wundervollen Blick auf Burg Rabenstein. Von unserem Standpunkt aus konnte man, was ich weiter oben bereits andeutete, sehr schön erkennen, dass die Burg hoch oben auf einer Felsnase erbaut wurde. Und von hier aus sah sie durchaus recht imposant aus.

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In der Ludwigshöhle

Weiter ging es zur Ludwigshöhle, in der Ludwig I., König von Bayern, 1830 für hohe Gäste ein Festbankett gegeben haben soll. Die Größe der Höhle überzeugte mich durchaus davon, dass der Platz auch für eine größere Feierlichkeit ausreichen müsste. Aber es sollte schon sommerlich warm sein, ansonsten könnte es wegen diverser Eingänge oder Einblicke in der Höhle durchaus auch recht zugig zugehen.

Nachdem wir nach dem Verlassen der Ludwigshöhle auch die letzten Höhenmeter noch geschafft hatten, führte uns der Wanderweg noch einmal hinunter ins Ailsbachtal – auf z.T. extrem holprigen und schmalen Pfaden.

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Wir waren umgeben von urwüchsiger Natur. Nicht selten führte der Weg durch sehr enge felsige Durchgänge, vorbei an in die Höhe steigenden Felsen, an alten beeindruckend hoch aufragenden Bäumen. Es ging über in den Fels gehauene Steintreppen, vorbei an Baumgeistern und auch hier wieder über dicke malerisch den Weg gestaltende Baumwurzeln.  Riesige Löcher und Höhlen im Fels ließen uns staunen, mitunter auch gruseln ob der Schwärze in der unendlich erscheinenden Tiefe, aber auch die schönen Ausblick zwischendurch waren die reinste Augenweide. Wir durchwanderten eine landschaftlich unwahrscheinlich reizvolle Gegend.

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Erneut im Tal, überqueren wir ein weiteres Mal den Ailsbach

Noch einmal ging es hinunter ins Tal, über Bach und Straße und dann suchten wir fast ein wenig verzweifelt nach weiteren Wegmarkierungen, um unsere Wanderung fortsetzen zu können. Einer Radlerin ging es scheinbar ähnlich. Sie erhoffte sich für ihre Weiterfahrt einen heißen Tipp von uns und schaute uns nicht nur erwartungsfroh an, sondern auch dort hinauf, wo wir gerade hergekommen waren. Doch wir konnten ihr nur davon abraten, den Weg zu nehmen, auf dem wir eben über Felstreppen, Stolperwurzeln und mitunter extrem schmalen Felsdurchgängen hinab ins Tal gestoßen waren, denn der war für einen herkömmlichen Radler nun wirklich  völlig ungeeignet. Wenigstens konnte Herr Silberdistel ihr mit einem Blick in unsere Wanderkarte ein wenig weiterhelfen. Wir verabschiedeten uns von der Radlerin und hielten weiter Ausschau nach dem Weg, der uns wieder zurück zur Burg Rabenstein führen sollte.
Nach einigem Suchen entdeckten wir schließlich auf der gegenüberliegenden Straßenseite den Aufstieg hinauf zur Sophienhöhle und an der Sophienhöhle mussten wir lt. Karte vorbeikommen, wenn wir wieder zur Burg wollten.

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Die Höhle  ist eine von drei großen Schauhöhlen in dieser Gegend. Hineingeschaut haben wir zwar dieses Mal nicht, aber gemerkt haben wir uns die Sophienhöhle schon. Vielleicht sind wir doch noch öfter einmal im Land der Franken unterwegs und dann wird sich sicher auch dafür einmal eine Gelegenheit finden.
Aber einige andere, oberirdische, wunderschöne Aussichten haben wir noch genossen. Dafür mussten wir allerdings erst einmal 45 Stufen hinauf bis zur Sophienhöhle erklimmen und anschließend noch weitere 76, bis wir uns am höchsten Punkt befanden. Danach konnten wir, ziemlich erleichtert darüber, den straffen Anstieg endlich geschafft zu haben, wieder locker bergab wandern.

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Ganz besonders hat uns das letzte Stück Weg unserer Wanderung gefallen, auf dem es auf einem mitunter äußerst schmalen Pfad durch ein uriges Felsenlabyrinth ging.

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Fast hatte man mitunter Angst, durch den schmalen Spalt zwischen den sich gegenüberstehenden Felsen nicht hindurch zu passen. Aber wir hatten Glück, wir blieben nicht stecken und mussten nicht durch ein Feuerwehreinsatzkommando aus dem Fels geschnitten werden. So landeten wir dann auch bald wieder glücklich an der Burg Rabenstein.

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Die örtliche Gastlichkeit an der Burg Rabenstein, die „Gutsschenke“, haben wir nicht getestet. Da wir später ohnehin noch einkaufen mussten und uns leckerer Kuchen für den Nachmittagskaffee auf der Terrasse unserer Ferienunterkunft vorschwebte, haben wir uns vorerst mit einem kleinen Imbiss aus meiner Wanderverpflegung begnügt.

Fazit: Wir haben einen schönen sonnigen Tag in einer fantastischen, fast unberührt wirkenden Landschaft, die uns sehr an Rhön und Pfalz erinnerte, erlebt. Das ganz Besondere daran war, dass wir fast gänzlich jenseits von Asphaltwegen und Straßen, sieht man von der zweimaligen Straßenüberquerung unten im Tal einmal ab, zu Fuß unterwegs waren – auf einem Wanderweg, der gerade deshalb unwahrscheinlich  viel Spaß gemacht und der uns wundervolle urige Natur geboten hat. Wer das so sucht, was wir es dort vorgefunden haben, dem kann man diesen Wanderweg nur sehr ans Herz legen. Und wem das alles noch viel zu wenig ist, der kann unterwegs in die Sophienhöhle schauen, sich am Ende auf der Burg Rabenstein ein wenig umschauen oder/und in die sich gegenüber der Burg befindliche Falknerei schauen, in der es über 80 Greifvogelarten zu bewundern geben soll. Wenn man das alles an einem Tag geschafft hat, dann muss man anschließend aber doch noch in die Gutsschenke, um nach einem ordentlichen Essen wieder zu Kräften zu kommen.

… kann man mitunter auch als Erwachsener seinen Spaß daran haben. Wir Silberdistels waren am Himmelfahrtstag wieder einmal in Große Raden, im Archäologischen Freilichtmuseum. Ich habe an anderer Stelle schon öfter über diesen Altslawischen Tempelort berichtet. Am Himmelfahrtstag hatten sich hier einige Akteure zusammengefunden, die ein wenig Geschichte nachgestalteten. Es gab viel zu sehen und einiges konnte man auch selbst ausprobieren, aber eigentlich war es dieses Mal mehr ein Schautag als ein Mitmachtag. Die Kinder unter den Besuchern hatten sicher ihren Spaß beim Backen von Knüppelbrot oder beim Mahlen von Getreide mit Hilfe eines urtümlichen Mahlsteines. Wie mühsam es doch damals war, bis man endlich ein frisch gebackenes Brot auf dem Tisch liegen hatte. Das Korn wurde noch selbst gemahlen, so wie man es hier im Freilichtmuseum einmal mit Hilfe eines Mahlsteines ausprobieren konnte. Für die Kinder war das Kornmahlen sicher mehr Spiel als alles andere, einen Einblick in längst vergangene Zeiten gab diese spielerische Arbeit vielleicht dennoch. Auch wie man damals über offenem Feuer kochte, räucherte und den Backofen benutzte, konnte man dieses Mal im Groß Radener Museum sehen. Alles in allem war es wieder einmal ein interessanter Tag, nicht nur für die Kinder, die unter den Gästen waren, auch uns Silberdistels hat es viel Spaß gemacht, den Akteuren bei der Arbeit zuzuschauen. Herr Silberdistel stand natürlich am längsten bei den Bogenschützen und bewunderte deren Schießkunst. Aber vielleicht schaut Ihr lieber selbst, was Euch am meisten Spaß gemacht hätte.

Ich hoffe, Ihr alle habt die freien Tage genossen und Ihr hattet ebenso schöne Ostertage wie wir Silberdistels. Wir haben das wunderschöne Wetter im Garten bei den silberdisteligen Enkelkindern genossen, haben mit ihnen fleißig Ostereier gesucht und davon leider wieder einmal viel zu viel gegessen.
Nur mein Ischiasnerv hat sich von dem schönen Wetter nicht beeindrucken lassen. Er war die ganze Zeit über maulig und meldet sich immer noch mehr oder weniger heftig zu Wort. Er will gehätschelt und getätschelt und mit viel Wärme behandelt werden und vom Sitzen hält er immer noch recht wenig. Ich bitte also um Nachsicht, sollte ich mich hier und bei den Besuchen auf Euren Blogs in nächster Zeit doch noch etwas rar machen. Auf jeden Fall möchte ich es vorsichtig versuchen, hier wieder zur Tagesordnung überzugehen. Nur, der Herr Ischias hat sich dabei irgendwie ein Mitspracherecht erkämpft. Ein wenig fürchte ich mich dann doch vor seinem Zorn. Er hat schon so manches Mal, wenn ich etwas übermütig wurde, aus dem „Erlkönig“ zitiert: „Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“ . Wenn er also meint, es sei genug, dann muss ich ihm momentan gehorchen – ob ich will oder nicht. Seht es mir also bitte, bitte nach!

01-Kätzchen-RegenLongden - Kätzchen RegenAber nun zum heutigen Tag, dem 23. April. Er ist ein ganz besonderer Tag – ein sogenannter Ehrentag. Gibt es überhaupt noch einen einzigen Tag im Jahr, der nicht mit irgendeinem Ehrentag belegt ist? Ich weiß es nicht und ich werde auch nicht versuchen, es herauszufinden. Manche dieser Tage empfinde ich persönlich einfach als unsinnig. Der 23. April jedoch ist der Ehrentag für einen ganz lieben Freund von mir, einen Freund, der mich schon fast mein ganzes Leben lang begleitet. Dieser Tag gilt dem Buch. Er ist der Welttag des Buches und als solcher geht er für mich in Ordnung. Das Buch hat einen Ehrentag mehr als verdient. Seit dem 23. April des Jahres 1995 hat das Buch diesen eigens für ihn von der UNESCO eingerichteten Feiertag, an dem wir Buchbegeisterten unserem lieben Freund alljährlich unsere Liebe zu Füßen legen können. Hierzu werden auch in Deutschland von Verlagen, Buchhändlern, Bibliotheken, Autoren, den zahlreichen Lesebegeisterten und sogar von Bloggern die verschiedensten Veranstaltungen  durchgeführt. Auf eine solche Bloggerveranstaltung machte mich Silke von the3cats aufmerksam. Bei dieser Aktion werden Bücher verlost. Blogger schenken Lesefreude. Ich kam leider zu spät, um selbst ein Buch in die Lostrommel zu werfen, da ich wegen meines Osterurlaubs erst gestern am späten Abend von der Aktion las.
Aber diesen Ehrentag an sich wollte ich natürlich nicht versäumen. Macht es doch zur Feier des Tages – zur Huldigung des Buches – ganz einfach so wie ich (aber sicher habt Ihr es schon längst getan) und nehmt wieder einmal einen Eurer Freunde zur Hand – ein richtiges Buch aus Fleisch und Blut Papier. Ein richtiges Buch fühlt sich nämlich ganz anders an als sein elektronischer Verwandter, es ist unvergleichlich schöner, persönlicher, irgendwie sogar  ein wenig menschlich. Es duftet unnachahmlich, unverkennbar nach Buch, es hat seinen ganz eigenen höchstpersönlichen Platz in einem unserer Bücherregale und ruft immer wieder einmal nach uns, wenn wir an ihm vorübergehen. Ist es nicht so? ICH kann diesem Ruf nie widerstehen, ich muss es wie unter Zwang zur Hand nehmen, seinen berauschenden Duft einatmen, in ihm blättern und dem leisen verführerischen Rascheln seiner Seiten lauschen. Unweigerlich fällt dabei mein Blick auf die vielen kleinen Buchstaben, die eine Geschichte zu erzählen haben und die mich jedes Mal erneut in ihren Bann ziehen. Wie oft habe ich durch einen solchen Ruf aus dem Bücherregal ein Buch noch ein zweites oder drittes Mal oder sogar noch öfter gelesen. Ein Buch aus Papier ist für mich meistens ein Freund fürs Leben geworden, es hat nicht nur einen Platz in meinem Bücherregal, es hat auch einen Platz in meinem Herzen, in meinem Leben gefunden. Inzwischen gibt es recht viele solcher Freunde. Eines meiner Lieblingsbücher, ein Buch, das ich nicht mehr missen mag und das ich immer wieder und wieder zur Hand nehme, ist „Das Kätzchen, das aus dem Regen kam“ von Deric Longden. Es erzählt davon, wie ein Katzenfan wider Willen zu einem Kätzchen kommt und sich von diesem flauschigen Vierbeiner innerhalb kürzester Zeit quasi um dem Finger wickeln lässt. Wer selbst sein Leben mit Katzen teilt, wird vieles von dem, was Longden in so herrlich humorvolle Worte fasst, selbst schon erlebt haben. Wer kennt nicht die Probleme, die Sorgen, aber auch die enorme Freude, die mit einem solchen tierischen Hausgenossen verbunden sind? Für mich ist dieses Buch eines der schönsten Katzenbücher überhaupt. Für einen Katzenliebhaber sollte es Pflichtlektüre sein. Man muss es einfach gelesen haben.

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Leider ist „Das Kätzchen, das aus dem Regen kam“ seit Jahren nicht mehr neu aufgelegt worden, bei einigen Händlern aber noch als Gebrauchtes zu bekommen. Auch mein Exemplar war oder ist ein „gebrauchtes“ Buch. Aber wozu gibt es eigentlich Bibliotheken? Ich denke, in jeder gut sortierten Bibliothek sollte doch wohl genau dieses „Kätzchen aus dem Regen“ zum Bestand gehören. Also nichts wie hin und ausgeliehen!

Hier die Angaben zu meinem Exemplar, einer gebundenen Ausgabe: Longden, Deric: Das Kätzchen, das aus dem Regen kam : was ein Katzenfan wider Willen mit seinem neuen Hausgenossen erlebt, eine bezaubernde Katzengeschichte. – 4. Aufl.  – Bern ; München ; Wien : Scherz, 1993. – 223 S.

Unser Urlaub im Oktober letzten Jahres führte uns, wie ich hier vor kurzem bereits berichtete, an einem Tag nach Ostheim vor der Rhön und in die dortige noch recht gut erhaltene Kirchenburg. Auf dem Weg zurück zu unserem Urlaubsquartier kamen wir unter anderem auch durch den Ort Nordheim vor der Rhön. Eine breite Treppe an der Hauptstraße hatte schon öfter einmal, wenn wir in der Gegend waren, unser Interesse geweckt. Mein Herr Silberdistel hatte unterdessen auch bereits in Erfahrung bringen können, dass es nicht nur in Ostheim eine Kirchenburg gibt, sondern dass ebenso in Nordheim einmal eine Kirchenburg gestanden haben muss. Nach unserer diesjährigen kleinen Entdeckungstour in Ostheim lag es nun eigentlich nahe, auch gleich in Nordheim zu schauen, was es denn mit jener alten Kirchenfestung auf sich hatte. So parkten wir unser Auto im Ort und machten uns auf den Weg zu jener Treppe, die uns schon immer so überaus einladend angelächelt hatte. Wie ich später las, ist von der alten Kirchenburg heute noch genau dieser Kirchenaufgang mit den Gaden der alten Kirchenfestung übrig. Auf einer kleinen Anhöhe, am Ende des Treppenaufgangs befindet sich die heutige Nordheimer Kirche.  Sie steht auf dem Platz einer ehemaligen Burg – der Burg der Herren von der Tann. Wahrscheinlich ist die Kirche, wie wir sie heute sehen, im Ursprung die alte im 15. Jahrhundert erbaute und 1696/98 erweiterte Burgkapelle. Ihre Seitenschiffe stammen aus den Siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts.
Interessant ist der alte Taufstein, der hinter der Kirche seinen Platz gefunden hat. Ursprünglich stand er einmal in dem Vorgängerbau der heutigen Kirche St. Johannes der Täufer und tat dort lange Jahre als Taufbecken seinen Dienst. Wie man heute weiß, stammt er aus dem Mittelalter und hat zwischenzeitlich eine recht wechselvolle Geschichte durchgemacht. Die Nordheimer waren sich bald nicht mehr bewusst, in diesem Becken einen Taufstein vor sich zu haben. Man glaubte, dass es sich hier um ein altes Hohlmaß für Getreide handeln könnte. Das steinerne Becken hat einerseits auch Zeiten als Kletterstein für Kinder und andererseits sogar solche als Blumenkübel hinter sich. Letztendlich hat es frisch restauriert einen wohlverdienten neuen Standort hinter der Kirche gefunden.

Gefunden habe ich die kleine Geschichte zum Taufstein hier: http://www.mainpost.de/regional/rhoengrabfeld/Neuer-Standort-fuers-alte-Taufbecken;art777,7144388
Die Angaben zur Kirchenburg und ihrer Geschichte habe ich hier entnommen: http://de.wikipedia.org/wiki/Nordheim_vor_der_Rh%C3%B6n

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2013

Nun ist es endlich soweit – Heiligabend hat sich in unser Haus geschlichen. Mit einem Weihnachtsbäumchen, das uns schon seit vielen Jahren das Weihnachtsfest verschönt, hat sich eine geheimnisvolle weihnachtliche Stimmung in unserem Heim ausgebreitet. Weihnachten ist immer wieder etwas Besonderes, nicht nur für uns, auch für unser Bäumchen, denn es verbringt die restliche Zeit des Jahres gewöhnlich in unserem kleinen Garten. Auf das Weihnachtsfest freut es sich schon immer sehr, denn es verbindet damit nicht nur ein warmes und gemütliches Zimmer, sondern auch wunderschöne Erinnerungen an längst vergangene Zeiten. Es lernte vor vielen Jahren, dass es gar nicht so hässlich war, wie es immer dachte und wie es ihm die anderen Bäume einreden wollten, die, mit denen es vor langer Zeit im Gartenmarkt auf einen Käufer wartete. Damals nämlich stand es ganz einsam und verlassen in einer Ecke eines Gartenmarktes. 2006-01Niemand wollte es, niemand schaute es an, denn es sah nicht ganz so wohlgeraten aus wie die vielen anderen Bäume, die bereits einen Käufer gefunden hatten. Traurig blickte es vor sich hin. Ein Baum nach dem anderen verschwand, nur unser kleines Bäumchen blieb zurück – bis … ja, bis die Silberdistel in den Gartenmarkt kam und nach einem Weihnachtsbaum im Topf Ausschau hielt. Sie konnte keinen anderen Baum mehr entdecken, nur dieses kleine windschiefe und ungleichmäßig gewachsene Ding stand noch da. Einsam und verlassen sah es aus, wie es dort so stand mit seinen dünnen, vor lauter Traurigkeit ganz schlapp herunterhängenden, Zweigen. Die Silberdistel ging um das Bäumchen herum,  drehte und wendete  es und sprach schließlich: „Weißt Du was? Komm mit! Aus Dir wird schon noch ein wunderschönes Bäumchen. Du wirst sehen, wir kriegen das hin.“ So landete ein kleines trauriges Entlein Bäumchen im Einkaufswagen und später im Wohnzimmer der Silberdistel. Zunächst sah es sich von seinem Platz aus in dem großen Raum noch recht schüchtern um. Es kam sich so verloren vor. Was sollte es hier? Es gehörte doch in den Garten. 2011Dort hätte es sich auch viel wohler gefühlt – dort zwischen all den anderen Pflanzen, die zu dieser kalten Jahreszeit auch nicht gerade betörend schön aussahen. Doch dann stand die Silberdistel plötzlich mit einem Karton voller kleiner glitzernder Kugeln vor ihm und schaute es freundlich an. „Jetzt machen wir Dich hübsch“, sprach die Silberdistel und nahm eine der glänzenden kleinen Kugeln aus dem Karton. Vorsichtig hängte sie dem Bäumchen das Kügelchen in einen Zweig. Nach und nach folgten andere Kugeln, kleine Papiersterne, winziges Holzspielzeug, silberne Glöckchen und zum Schluss war sogar noch ein wenig Platz für einige Kerzen. Das Bäumchen schaute an sich herab und staunte, staunte darüber, wie schön es plötzlich geworden war. Ganz stolz blickte es nun die Silberdistel an, die freundlich zurücklächelte und fragte: „Na, gefällst Du Dir, mein Bäumchen?“ Vor lauter Aufregung war das Bäumchen ganz sprachlos, es konnte nur aufgeregt mit den Zweigen zittern. Am schönsten aber war es, als die Silberdistel auch noch die Kerzen am Bäumchen entzündete. Da strahlte es wie es noch nie zuvor in seinem Leben gestrahlt hatte und davon, dass es nicht ganz so gleichmäßig gewachsen war wie seine Schwestern und Brüder aus dem Gartenmarkt, davon sah man vor lauter Glanz rein gar nichts mehr.

2013-01Seit vielen Jahren begleitet uns nun schon dieses Bäumchen, dass inzwischen zu einem großen Baum herangewachsen ist. Bald wird unser Großer wieder in einen neuen Topf umziehen müssen und irgendwann wir er wohl nicht mehr in unser Wohnzimmer passen. Doch dann wird er im Garten seinen Weihnachtsschmuck tragen und uns mit seinem Leuchten und Glitzern erfreuen, so wie er es jetzt auch schon immer während der Adventszeit tut. Ein kleiner Nachfolger steht schon bereit. Aber bis zu seinem Einsatz dürfte wohl noch einige Zeit ins Land gehen. Bis dahin wird unser getreuer Baum den kleinen Nachwuchs in seine neuen weihnachtlichen Aufgaben eingewiesen haben und dann darf unser alter Freund seinen Ruhestand genießen – in unserem Garten, versteht sich.

In diesem Jahr hat unser Baum  natürlich seinen Platz in unserem Wohnzimmer schon wieder eingenommen. Wir freuen uns auf den heutigen Abend, das Flackern der Kerzen am Baum, auf das Glitzern und Leuchten unseres Baumes in seinem hübschen Weihnachtsgewand und auf den wunderschönen harzigen Duft, den uns unser Freund, der Weihnachtsbaum, mit ins Zimmer gebracht hat. Wir werden sie genießen, die Tage, die vorrangig unserer Familie gehören.

Die Silberdistels

Dsc09153… und weil uns sehr viel an diesen Tagen mit der Familie, zu der auch unsere beiden lieben Vierbeiner gehören, liegt, möchten wir uns für dieses Jahr in einen ruhigen und gemütlichen Weihnachtsurlaub verabschieden. Euch allen wünschen wir ein wundervolles Weihnachtsfest, viel Freude beim Beschenken Eurer Lieben und natürlich auch enorm viel Spaß beim Auspacken der eigenen Geschenke. Macht es Euch schön! Wir lesen uns dann irgendwann im neuen Jahr wieder. Liebe Grüße schicken Euch die Silberdistels – die zwei Zweibeiner und natürlich auch die zwei pelzigen Vierbeiner.