Mit ‘Geburtstag’ getaggte Beiträge

… unsere graue Eminenz, denn sie hat heute …

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Geburtstag

Und so, wie auf dem Bild hier oben, sah sie aus, als sie am 23. September 2003 zu uns kam. Auch wenn sie auf dem Foto so unschuldig und vielleicht auch ein wenig ängstlich schaut, …

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… das täuschte gewaltig, denn sie war ein enormer Wirbelwind und sie ging nicht nur über Tische und Bänke, sie machte auch vor uns Silberdistels nicht halt. Jeans tragen wurde plötzlich für uns geradezu zur Pflicht, denn unser Katzenkind krabbelte mit wahrer Begeisterung und in rasanter Geschwindigkeit an unseren Hosenbeinen hoch, um Tische, Regale und Schränke zu erreichen, auf die sie noch nicht springen konnte. Wir dienten als Ersatzkletterbaum.

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Einen Tag später brachten wir ihr einen Spielkameraden mit – einen 12 Wochen alten Maine Coon Kater, der sie an Größe nahezu mächtig überragte. Ich hatte später immer Angst, er würde unser kleines Katzenmädchen eines Tages beim Spiel erdrücken. Aber der kleine graue Wirbelwind ließ sich nie unterkriegen. Schnell wurden die beiden zu engen Freunden.

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Viel Schönes, Lustiges und mitunter auch Aufregendes haben wir mit ihr und natürlich auch mit ihrem und unserem langjährigen Begleiter Bärchen erlebt. Etliche Geschichten habe ich hier im Blog festgehalten. Für mich sind es wundervolle Erinnerungen.

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Inzwischen ist unsere nun schon 14 Jahre alte graue Lady nicht mehr ganz so aktiv. Sie schläft gern und viel. Ihr allerliebster Schlafplatz ist schon eine ganze Weile mein Schreibtischsessel. Und wenn ich ihn gerade besetze, weiß sie sehr wohl, wie sie mich nötigen kann, aufzustehen und den Sessel ihr zu überlassen.

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Wer kann diesem Blick schon widerstehen? Aber wenn ich das dann doch einmal kann, fuscht sie mir auch mal ordentlich ins Handwerk und übernimmt mal schnell die Arbeit am PC  – ganz nach dem Motto:  Wenn die Arbeit getan ist, wird die Silberdistel ja wohl den Sessel freigeben.

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Da zeigt sie mir, was eine Katze in ihrem Alter noch alles kann. Ganz flink klimpert sie mit ihren flauschigen Zehen über die Tastatur und …

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… schon hat sie ein Screenshot geschossen und gleich noch gut abgespeichert.

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Katze müsste man sein. Ich grüble jedes Mal neu, wie das noch war mit den Screenshots. Aber wozu habe ich schließlich meine kluge graue Eminenz?

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Und da ich nun eh schon wieder einmal vor meinem Schreibtischstuhl stehe, kann ich auch gleich die obligatorische Thunfischgeburtstagsfrühstücksdose öffnen und dann wird ordentlich Katzengeburtstag gefeiert.

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Also, als es zur Welt kam, das Übel, heute vor genau zwei Jahren, da ahnten wir Silberdistels noch gar nichts davon, dass etwa drei Monate später mehrere Übel über uns herfallen könnten.
ESONY DSCs gab auch so gar keine Veranlassung über irgendwelches Übel nachzudenken. Im Gegenteil, wir waren glücklich und zufrieden, hatten wir doch gerade einen 12. Geburtstag gefeiert, nämlich den unseres Katers Bärchen. Und natürlich hatten wir vor, mit ihm noch viele weitere Geburtstage zu feiern.
Aber irgendwie hatte das Schicksal etwas anderes mit uns und vor allem mit unserem Bärchen vor.
Dass wir damals an jenem Julitag, als unsere graue Eminenz ihrem langjährigen Begleiter ein liebevolles Geburtstagsküsschen zukommen ließ, noch nichts von alledem ahnten, war vielleicht auch gut so. Hätten wir sonst noch unbeschwert in die Zukunft schauen können? Sicher nicht.
Unser Kater Bärchen erlebte noch den Sommer mit uns und dann kam der Herbst und mit ihm auch ein Abschied für immer von unserem pelzigen Mitbewohner, ein Abschied, der uns unendlich traurig machte.

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Das kleine Übel – später Keks genannt

Aber heißt es nicht irgendwo, jedes Ende hätte auch einen neuen Anfang? So wagten auch wir, weil wir die Hoffnung hatten, über den Abschied von unserem vierbeinigen Freund besser hinwegkommen zu können, auch unsere graue Eminenz litt unter dem Verlust, einen neuen Anfang und beschlossen, noch einmal ein Kätzchen zu uns zu nehmen und damit nahm das Übel seinen weiteren Lauf. Ich hatte damals ausführlich darüber berichtet.
Der kleine Kerl, der im Oktober 2015 unser neuer Mitbewohner wurde, hatte stets viel Unsinn im Kopf und so kam er schnell zu dem Spitznamen „Das kleine Übel„.
Bei dem aber blieb es nicht. Die graue Eminenz plädierte bald für den Namen „Keks“, denn der kleine wilde Neuzugang ging ihr ziemlich auf selbigen. Er wollte rumtollen, sie aber gedachte, in Ruhe ihren Lebensabend zu genießen. Sie hatte einfach keine Lust auf Katzenkindbespaßung. Und das gab für uns schließlich den Ausschlag, diesem kleinen Übel ein Geschwisterchen hinzuzugesellen.

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Ein Übel kommt selten allein – Übel Nr. 2 – Torty

Dass wir damit das Übel verdoppeln könnten, befürchteten wir zwar irgendwo auch, aber Optimisten, die wir sind, hofften wir auf die gute Lösung für alle Seiten. Wir hofften, dass unsere alte Katzendame so ihre Ruhe zurückerhalten würde, da der kleine Jungspund nun einen entsprechenden, noch dazu gleichaltrigen, Spielkameraden hätte.
Letztendlich ging unser Plan auf, auch wenn Bruder und Schwester unser bis dahin doch recht geruhsames Leben ziemlich auf den Kopf stellten, denn sie verzapften einen Unsinn nach dem anderen an. Wir waren also auch weiterhin übel dran. Aber mochten wir dieses Übel im Doppelpack noch missen? Nein! Ganz sicher nicht! Wir brauchen es jetzt einfach irgendwie. Schon komisch, dass einem Übles so sehr ans Herz wachsen kann.

Heute nun jährt sich der Tag, an dem diese beiden Jungspunde das Licht der Welt erblickten, das 2. Mal. Sie feiern ihren 2. Geburtstag.

Herzlichen Glückwunsch, Ihr beiden inzwischen recht großen Übel!

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Einiges von dem, wie übel uns das pelzige Geschwisterpaar mitunter mitgespielt hat, durftet Ihr hier in unserem  bücherstaubigen Blog miterleben. In der folgenden Bilderschau gibt es noch einmal einen Rückblick auf die letzten zwei üblen Jahre in unserem Leben, die genau genommen gar nicht so übel waren, mit Ausnahme des Abschieds von unserem Bärchen natürlich und mit Ausnahme der Sorgen, die wir uns mitunter mal um Keks und dann auch wieder mal um Torty gemacht haben. Wer den Weg unserer zwei Jungspunde hier im Blog mit verfolgt hat, der wird sich sicher an die eine oder andere Begebenheit erinnern.

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2016

2017

 

Herr Silberdistel hatte unlängst Geburtstag. Ich war an jenem Geburtstagsmorgen bereits ein wenig eher wach als das Geburtstagkind und so schlich ich mich leise wie eine Katze hinaus aus dem Schlafgemach, um mit einigen kleineren und einem etwas größeren Geschenk wieder zurückzuschleichen, schließlich wollte ich Herrn Silberdistel sogleich, wenn er die Augen aufschlagen würde, mit diesen Geburtstagsüberraschungen überhäufen.  Als ich zurück ins Schlafzimmer schlich, hatte ich, wie hätte es auch anders sein können, drei weitere Schleicher im Schlepptau.
Doch ganz so leise, wie ich es mir gewünscht hätte, ging unser Schleichen wohl doch nicht vonstatten Oder aber Herr Silberdistel hat, mit der Zeit mag die Nähe von Katzen vielleicht doch ein wenig abfärben, irgendwie etwas von einem Kater. Möglich, dass er schlichtweg nur enorm gut hören kann – wie ein Kater halt. Und somit entgingen diesem hochsensiblen Katergehör natürlich auch unsere schleichenden Schritte nicht.
Naja, ICH machte mich vielleicht noch ganz gut als schleichende Katze, unsere drei pelzigen Mitbewohner dagegen … Die polterten mehr ins Schlafzimmer, als dass sie leise und vorsichtig schlichen.
Und da geht immer die Saga, dass Katzen extrem leise umherschleichen würden – gewissermaßen kaum wahrnehmbar für das menschliche Ohr. Jetzt aber mal im Ernst, wer’s glaubt …
Aber egal, unsere pelzigen Mitbewohner polterten also teils hinter mir her, teils rannten sie mich fast über den Haufen, denn sie mussten schließlich VOR mir im Schlafzimmer sein. Ansonsten bestand die Gefahr, dass ich ihnen einfach die Tür vor ihrer pelzigen Nase zuschlagen würde, denn eigentlich haben sie nichts in unserem silberdisteligen Schlafgemach zu suchen. Eigentlich … Ausnahmen bestätigen wie immer und überall die Regel.
Okay, Geburtstage zählen zu diesen zahlreichen Ausnahmetagen, die sich unsere Herrschaft immer wieder einfach so herausnimmt, wenn wir einmal einen Moment lang etwas unaufmerksam jene magische Tür öffnen oder aber ihrem kläglichen Jammern einfach nicht mehr widerstehen können.

Derweil hatte also Herr Silberdistel nicht nur die Augen geöffnet und unsere Glückwünsche entgegengenommen, er war auch tätig geworden und hatte bereits die kleineren Geschenke ausgepackt. Das eine schwere ruhte noch verpackt auf seinen Knien und ganz oben drauf wiederum unser Keks.

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„Guck mal, Herr Silberdistel, ich habe gestern beim Einpacken der Geschenke geholfen.“

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„Diese Löckchen habe ich gemacht. Schau! So geht das – das Band zwischen die Zähne nehmen und durchziehen. Dann entstehen aus dem Bandende kleine Ringellocken. Geht ganz leicht und sieht total geburtstagsmäßig schick aus.“

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„Häh, was plapperst Du da, graue Eminenz? Torty hat die Locken gemacht und nicht ich?“

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„Torty, ich hab doch auch welche von den Locken gemacht, stimmt’s?“

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„Jaja, Keks, aber ich musste Dir erst zeigen, wie das funktioniert. Super schick sind sie geworden, unsere Locken, nicht wahr, Herr Silberdistel?“

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„Ich führ’s Dir noch einmal vor, Herr Silberdistel, damit Du das demnächst auch kannst. Wir haben nämlich auch bald Geburtstag. Also, zwischen die Zähne nehmen und das Bandende ganz kräftig durchziehen.“

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„Lang und länger durchziehen – bis zum Ende und ordentlich kräftig und dann … zack, loslassen.“

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„Guck, und schon hast Du aus dem schlappen langen Faden lustige Ringellocken gemacht  und … und … und  natürlich auch gleich ein Spielzeug für Katzen.
Nun pack schnell aus, Herr Silberdistel, damit wir Gäste auch was von Deinem Geburtstag haben. Wir wollen nämlich endlich spielen – mit den Ringellöckchen. Anstrengung muss schließlich belohnt werden und Ringellocken machen IST anstrengend.“

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„Alle weg da von den Ringellöckchen!“

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„Meine, ganz allein meine! Nehmt Euch die anderen, Herr Silberdistel hat noch mehr davon! Dieses passt am besten zu meiner Pelzfarbe.“

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„Oder will ich doch lieber das goldene Bändchen? Oder das grüne? Die passen doch alle zu meinem Pelz und nur zu meinem …“

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Auch, wenn dieser Beitrag ausnahmsweise einmal nicht schon frühmorgens um 8.00 Uhr durch unsere verstaubte Tür geblickt hat, kommt er dennoch. Geht ja gar nicht anders. Wir haben nämlich heute unseren 6. Geburtstag – Bloggeburtstag. Und da gehört es sich schließlich, dass wir all unseren Blogbesuchern wieder einmal ein ganz liebes Dankeschön für die zahlreichen Besuche, Kommentare und Likes sagen.
Einige von Euch begleiten uns Silberdistels schon viele Jahre, fast von der Stunde an, zu der der „Bücherstaub“ das erste Mal in die Welt hinaus wirbelte. Und genau Ihr, die Ihr schon sooo lange mit uns ausgehalten habt, Ihr habt ein ganz besonders liebes Dankeschön verdient. Wir freuen uns sehr darüber, dass Ihr immer noch den Weg in unser staubiges Blogstübchen findet. ❤ DANKESCHÖN für Eure Treue!!! ❤
Im Laufe der Jahre sind noch viele weitere Besucher hinzugekommen. Auch Euch, die Ihr uns immer wieder mit Euren lieben Besuchen, Kommentaren und Likes verwöhnt und zu weiteren Beiträgen anspornt, ein ganz herzliches Dankeschön.
Und weil es uns ganz, ganz doll freut, dass Ihr alle scheinbar immer wieder gern hier reinschaut, haben wir Euch heute als kleines Dankeschön ein buntes Sträußchen aus unserem Garten mitgebracht. Nehmt Euch ein Blümchen mit, denn heute verschenkt das Geburtstagskind einmal die Blumen an seine Gäste. Und Dir, Frau Hummel, ganz  besonderen Dank. Du warst der erste Geburtstagsgast heute. Du denkst immer daran, wie ich weiß, auch, wenn es mir einmal durchgerutscht ist, dass auch Blogs irgendwie Geburtstage haben 😉

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Ja, aber heute hatte ich den bücherstaubigen Geburtstag nicht vergessen. Ich hatte mich eher nur ein bisschen mit der Zeit vertan und dem Zusammenstellen meines Blumenstraußes für die Geburtstagsgäste. Ja, und als ich meine pelzige Garde zum Geburtstagskaffee hereinrufen wollte, geschah es, mich  überfiel angesichts dessen, was ich erblickte, schockartig eine Weiterschreibblockade.  Ich musste erst etwas viel Wichtigeres tun, etwas retten … Schreiben würde ich später noch können, jetzt war Hilfe, lebensrettende Hilfe angesagt.
Ich hatte kurz zuvor einen Blumenkasten mit einer neuen Katzenminze bepflanzt. Das neue Pflänzchen sah wunderhübsch und wohlgewachsen aus und machte sich ausgesprochen gut im Kasten. Dann kam Torty des Wegs, ich hatte ja zum Geburtstagskränzchen gerufen. Aber anstatt hinein zum leckeren Geburtstagsmahl zu schreiten, drängelte Torty mich rüde vom frisch beminzten Kasten fort. Erst schnupperte sie interessiert, …

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… dann setzte sie ihr Milchkaffeepfötchen in den Kasten und dann war plötzlich alles zu spät und Torty machte ihrem Namen alle Ehre – scheinbar leitet sich Torty von dem Wort Tortur ab. Es blieb nämlich nicht bei dem einen Milchkaffeepfötchen, das besitzergreifend  mitten in den Kasten wanderte. Wenige Augenblicke später waren sämtliche Pfoten im Kasten und eine schrecklich erdrückende Tortur begann für das arme frisch gesetzte Minzpflänzchen, das eben noch so stolz und aufrecht dagestanden hatte.
Das zweite Pflänzchen, rechts im Bild, hatte sich lieber gleich ganz platt in den Kasten gelegt – man sah sofort, dass es noch Erfahrung aus dem Vorjahr hatte und wusste, dass aufrechtes Stehen für Katzenminzen im Hause Silberdistel nicht angesagt ist. Aber wie wir später noch sehen werden, nütze ihm das auch nichts. Es wurde dennoch nicht übersehen.

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Als Torty endlich nach gefühlten Stunden den Pflanzkasten für ein Weilchen verließ, gab es dennoch kein Aufatmen für die Minzen. Keks würde nicht Keks heißen, wenn er nicht auch Katzenminzen auf selbigen gehen würde. So nahm die Minzenquälerei erneut ihren Lauf und wie man im letzten Bild der folgenden Bilderschau und der danach sieht, blieb auch die Minze nicht verschont, die sich sicherheitshalber bereits platt auf die Erde gedrückt hatte.

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Während sich nun Keks nahezu bis zur Besinnungslosigkeit an beiden Minzen berauschte, zog es seine Schwester Torty erneut zum Drogenkasten und dann lief es nach dem Motto: „Gemeinsam sind wir unausstehlich“.

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Und das Ende der Geschicht‘ … die graue Eminenz geruhte ohnehin die Geburtstagsparty zu verschlafen, sie widerstand solchen Drogen schon immer, und die beiden Jungspunde sind auf ihre Art glücklich und irgendwie nicht mehr in der Lage, heute noch sinnvolle Dankesworte von sich zu geben. Sie müssen erst einmal ihren Rausch ausschlafen. Torty tut das sicherheitshalber gleich auf den Minzen. Wer weiß, wann sie den nächsten Schuss braucht? So ist der Weg wenigstens nicht so weit und Keks kann von der wertvollen Minze auch nichts stehlen.

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Ihr seht also, wir feiern hier irgendwie ein berauschendes Fest. Aber keine Angst, die Minzen stehen nun erst einmal zur Erholung fernab jeglichen Katzenzugriffs auf einem für die Drogensüchtigen hoffentlich unerreichbaren Fenstersims. Ich konnte nämlich die berauschte Torty irgendwann widerstandslos vom Kasten pflücken und die Minzen somit vielleicht doch noch retten.

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Etwas ramponiert, aber doch eine aufrechte Kämpferin – die kleine Minze. Sie wird sich doch nicht von zwei irren Katzen unterkriegen lassen!

… – die graue Eminenz – hat heute Geburtstag. Eigentlich ist es ja unfein, eine Dame nach ihrem Alter zu fragen. Aber bei ihr dürfen wir das sicher tun, denn irgendwann im Leben kommt der Zeitpunkt, da ist frau schon wieder stolz auf ihr Alter. Ob das auch bei Katzen so ist? Bestimmt. Ich gehe jetzt ganz einfach einmal davon aus. Seit knapp 13 Jahren lebt unsere graue Eminenz nun schon bei uns, die, seitdem wir noch eine weitere Katzendame im Hause haben, zur First Lady aufgestiegen ist. Obwohl … als graue Eminenz fungiert sie natürlich nach wie vor.

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„Also, meine liebe Katze, lass Dir recht herzlich von der gesamten Familie Silberdistel zu Deinem 13. Geburtstag gratulieren. Wir wünschen Dir ganz viel Gesundheit und uns und Dir weiterhin viele amüsante gemeinsame Abenteuer.“

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„Heh, Keks, wo bleibst Du denn? Komm schnell, wir wollen unserem Geburtstagskind doch alle gemeinsam gratulieren.“

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„Silberdistel, hilfst Du mir mal?“

„Was soll ich denn machen? Komm doch erst einmal zum Gratulieren.“

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„Naja, das will ich doch. Aber ich möchte unserer grauen Eminenz noch eine Rose zum Geburtstag schenken. Aber ich kann sie nicht pflücken. Sie sticht mich immerzu. Hilf mir mal, Silberdistel. Du hast doch so ein Schneiddingens.“

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„Herzlichen Glückwunsch, liebe graue Eminenz, …

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und hier eine kleine Geburtstagsblume für Dich von Deinem Keks.“

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„Och, Keksilein, nun bin ich aber ganz doll gerührt. Dankeschön, mein Kleiner. Ich mag Dich auch. Ich sag‘ der Silberdistel, sie soll Dir heute eine extra große Portion Thunfisch geben als Dankeschön vor mir.“

Wer hätte gedacht, dass ich so etwas einmal schreiben würde? Dumm, oder? Wer will schon ein Übel in den Himmel heben? Um Übel jeglicher Art sollte man lieber einen Bogen machen. Doch uns ist dieser Bogen drum herum irgendwie nicht gelungen. Es hat uns vielmehr regelrecht angezogen. Wir lasen … Nein, falsch! ICH las eine Annonce im Internet. Da jedoch ahnte ich noch nichts Übles. Im Gegenteil, was ich dort las und sah, gefiel mir äußerst gut und meinem Herrn Silberdistel auch. So machte ich mit dem Inseraten einen Termin aus, um sein Angebot einmal ganz aus der Nähe betrachten zu können. Es handelte sich um etwas Kleines, Flauschiges, gerade mal 12 Wochen auf der Welt. So machten wir uns guter Dinge Anfang Oktober vorigen Jahres auf den Weg zu diesem vierbeinigen Wuschelwesen und seiner damaligen Familie. Und natürlich waren wir hin und weg von dem kleinen Flauschbündel. Wir mussten es ganz einfach mitnehmen. Das war Liebe auf den ersten Blick.

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Was wir da wirklich mitgenommen hatten, das ahnten wir natürlich noch nicht.

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Wer hätte denn voraussehen können, dass sich ein so hübsches Geschöpf in Windeseile zu einem kleinen Übel auswachsen würde?

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Okay, unsere First Lady ahnte das nicht nur, als sie unser Mitbringsel sah, sie wusste es sofort.

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Es fing klein und einigermaßen harmlos an zu werkeln und zu wirken. Die Gardinenstange war sein erstes Opfer und ein perfektes Spielzeug, das schwungvoll hin und her getrieben wurde. Dass sich unser Pelzwesen dabei im Überschwange der Gefühle auch mitunter in der Gardine verfing und diese runterriss, soll hier nur am Rande erwähnt werden. Unser Waschbecken wurde ab sofort für die Katzenwäsche umfunktioniert und am PC war ich nie mehr allein. Ich konnte froh sein, wenn ich die Maus einmal schneller ergatterte als der kleine Kater. Wie glücklich waren wir Silberdistels, wenn dieser kleine getigerte Vierbeiner tatsächlich einmal mit dem eigentlichen Katzenspielzeug beschäftigt war. Da war für uns wenigstens einmal ein kurzes Aufatmen angesagt.

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Aber dieses Aufatmen war nie von langer Dauer. Unsere graue Eminenz fühlte sich bald furchtbar genervt von unserem neuen Mitbewohner. Nicht einmal beim Bauchkraulen hatte sie ihre Ruhe vor diesem allgegenwärtigen Wesen. Ständig drängelte es sich in den Vordergrund, tat so, als wäre es nicht nur die wichtigste Katzenperson, sondern die wichtigste Person überhaupt in unserem Hause. Das konnte so nicht weitergehen. „Silberdistel, tu was gegen dieses kleine pelzige Übel!“, so sprach unsere arme alte Katzendame. „Ich will meine Ruhe zurück. Halte mir diesen Wirbelwind vom Pelz!“

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So hielten wir Silberdistels Rat. Eigentlich hatten wir gehofft, unserer alten Katzendame mit dem kleinen pelzigen Jungspund über den Tod ihres langjährigen Freundes, unserem Bärchen, besser hinweghelfen zu können. Nerven sollte der Kleine sie allerdings nicht. Letztendlich kamen wir zu dem Schluss, dass wir, wenn wir unserer Katzendame wieder Ruhe verschaffen wollten, vielleicht den Teufel mit Beelzebub austreiben könnten. Ein Anruf beantwortete die Frage, ob wir unserem kleinen Übel noch ein zweites Katzenkind hinzugesellen könnten, mit ja. So unternahmen wir noch einmal einen Ausflug und kehrten genau eine Woche nach dem Einzug unseres kleinen Übels mit einem zweiten Kätzchen nach Hause zurück. Unser Beelzebub war zwar kein Bub, aber als teuflisch hatte sich die kleine Lady während der Fahrt durchaus erwiesen, so sehr hatte sie uns die Ohren vollgejammert. Hätte sie Hosen angehabt, wären diese sicher randvoll gewesen vor lauter Furcht. Da ahnte sie ja noch nicht, dass sie ihren Bruder wiedersehen würde. Oder ahnte sie es doch? Sie hatte sich nämlich mächtig an mich rangeschmissen und mir leise zugemaunzt: „Nimm mich mit, nimm mich mit!“ Eigentlich hatte ich ein anderes kleines Katzenmädchen  ins Auge gefasst, das allerdings mit mir nun wieder nichts am Hut hatte. Okay, hier sollte niemand gezwungen werden. Wir nehmen die Freiwillige. Und die hatte im Auto plötzlich Angst vor der eigenen Courage. Bei dem entsetzlichen Geschrei kamen mir Zweifel, ob wir hier wirklich das Richtige taten oder mit unserem Beelzebub im Gepäck das Chaos zuhause nur noch vergrößern würden.
Ja, und dann stieg die braunbunte kleine Angsthäsin aus dem Körbchen und entschwand in den Tiefen unseres Hauses. Na toll! Und nun?

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Doch es funktionierte. Unser Beelzebub brauchte nur etwas Zeit, um sich wieder einzukriegen. Irgendwann lockte unser kleines Übel seine Schwester schließlich hervor und noch am selben Abend ging es gemeinsam über Tische und Bänke. Die beiden Geschwister waren nahezu unzertrennlich. Und nebenher hatte unsere alte Katzendame wieder einigermaßen ihre Ruhe, denn die beiden Katzenkinder waren miteinander beschäftigt und unser kleines Übel hatte wieder das, wonach es in unserer grauen Eminenz gesucht hatte, eine Spielkameradin.

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Aber das Übel in unserem Hause war nun plötzlich kein einfaches mehr. Es hatte sich mit der sehr unternehmungslustigen und ideenreichen Schwester verdoppelt. Ich musste das kleine Übel nicht nur vor dem Ertrinken im Klo retten, ich musste von nun an auch immer aufmerksam in den Backofen schauen, bevor ich ihn anstellte, wollten wir keine gebackene Katze zu Mittag haben. Und fortan mussten wir auch aufmerksamer schauen, wohin wir gingen. Stolperte man nicht über eine Katze oder deren Spielzeug, lag unter Garantie ein Buch im Weg, mitunter waren es auch ganze Bücherstapel, die unsere Jungspunde bei ihren Fangespielen durchs Haus aus den Regalen geworfen hatten. An meinen PC durfte ich nur noch nach vorheriger Antragstellung und Herr Silberdistel hatte seine Füße nicht mehr für sich allein.

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Der erste Ausgang in den Garten war Aufregung pur. Auch wenn sich unsere First Lady und die beiden kleinen Übel derweil einigermaßen grün waren, hoffte die Dame im grauen Langhaarkleid wohl immer noch, den beiden Jungspunden könne gern etwas Übles passieren. Vielleicht könnte ein Greifvogel das eine Übel über die Lüfte aus dem Wege schaffen und das andere dort am Teichlein könnte von der Wassernixe hinab zum Mittelpunkt der Erde gezogen werden. Aber diese Wünsche gingen natürlich nicht in Erfüllung.

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Das Übel nahm auf andere Weise weiter seinen Lauf. Herrn Silberdistels PCli ging zu Bruch, Blumentöpfe fanden ein schreckliches Ende, Vorhänge wurden mit modischen Lochmustern verziert und wenn mal gerade nichts zu Bruch ging, mussten wir doch gehörig aufpassen, denn alles wurde neugierig untersucht. Der Wäschetrockner war doch für Katzen die perfekte Höhle und der sonst verschlossene Tiefkühlschrank spuckte plötzlich Eiswürfel zum Spielen aus. Wenn Wasserwechsel und Reinigung des Aquariums angesagt waren, schlug das Herz unseres Oberübels höher. Wer, wenn nicht er, musste mir hilfreich zur Seite stehen? Meistens wurde die Angelegenheit durch seine Hilfe noch feuchter, als sie ohnehin schon war. Na, und mein PC und der Fernseher boten und bieten immer noch eine spannende und interessante Abwechslung für die beiden Jungspunde. Wir haben uns derweil sooo an all diesen Unfug und die Katzennasen, die überall drinstecken müssen, gewöhnt. Uns würde etwas fehlen ohne all dieses Übel um uns herum. Selbst unsere First Lady kann inzwischen darüber lachen und mitunter blitzt auch bei ihr der kleine Schalk im Nacken wieder auf und sie flitzt begeistert mit den Jungspunden durch den Garten. Ich habe den Verdacht, sie hat den beiden inzwischen so manchen Schwank aus ihrer Jugend erzählt. Als sie noch so ein Jungspund war, standen uns ob ihrer Ideen auch so manches Mal die Haare zu Berge. Wer weiß, ob wir nicht irgendwann eine Déjà-vu haben.

Warum ich das alles geschrieben habe?  Es ist meine Geburtstagsansprache für unsere beiden kleinen Übel. Sie werden heute nämlich ein Jahr alt. Bei uns treiben sie jetzt seit neun Monaten ihr Unwesen. Ein Leben ohne sie können wir uns gar nicht mehr vorstellen. Wir mögen unsere beiden Übel sehr.

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Herzlichen Glückwunsch, Ihr beiden, zu Eurem ersten Geburtstag, bleibt schön gesund und macht uns noch viel Freude!

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Über das eine oder andere kleine Übel, das Euch widerfährt, können wir sicher auch weiterhin hinwegsehen. Es ist schön, dass es Euch gibt.

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… ist für mich und meine Familie seit drei Jahren einer der letzten Tage im Februar. Bis zum Jahre 2013 verbanden wir mit diesem Tag in der Regel fröhliches Miteinander und Freude schenken. Es war ein Tag, an dem wir wieder einmal ganz in Familie  zusammen waren. Selten fehlte jemand aus dem vertrauten Kreis. Aber wer fehlt schon gern, wenn die Mutter, Oma und Uroma ihren Geburtstag feiert. 2013 war es ihr 90. und jetzt vor wenigen Tagen war es bereits der 93. Ehrentag der liebsten Mutter, Oma, und Uroma, die wir uns denken können. Aber im Jahre 2013 änderte sich schlagartig etwas für uns an und mit diesem Tag. Mein Vater verstarb in den frühen Morgenstunden. So verbinden wir nun mit diesem Tag nicht nur Schönes, nicht nur die Geburtstagsfeier eines sehr lieben Menschen, sondern auch Trauriges, nämlich den Tod eines anderen lieben Familienmitgliedes. Und daher gab es in diesem Jahr, wie auch in den Jahren zuvor, natürlich nicht nur Blumen für meine Mutter, es gab auch Blumen in lieber Erinnerung an meinen Vater.

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Die Wismarer Seebrücke im neuen Outfit

Die Wismarer Seebrücke, die wegen dringend notwendiger Sanierungsmaßnahmen eine ganze Weile nicht begehbar war, steht seit dem letzten Sommer wieder den Erholungssuchenden zur Verfügung. Für uns war die Brücke jetzt Ende Februar weniger ein Ort der Erholung, sie war mehr ein Ort stillen Gedenkens, stillen Gedenkens an meinen Vater, ein Ort, von dem aus wir ihm einen Blumengruß brachten. Wer hier im Bücherstaub öfter zu Besuch ist, der weiß, dass mein Vater sich eine Seebestattung wünschte.

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Was anderen Menschen der Friedhof gibt, das schenkt uns die Ostsee – sie gibt uns Trost. Dieses Mal war sie dem Anlass entsprechend sehr ruhig und still. Selten einmal habe ich sie so glatt daliegen sehen, selten einmal erschien sie mir so überaus feinfühlig, fast verletzlich, als würde sie mit uns traurig sein.

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Unser Blumengruß entfernte sich auch nur sehr langsam, fast bedächtig und es schien beinahe so, als würde die See genau wissen, in welche Richtung die Blumen zu bringen waren.

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Unser Blumengruß – unterwegs zur Insel Poel

Sie machten sich ganz seicht schaukelnd auf zur Insel Poel, vor der mein Vater seine letzte Ruhe fand. Noch lange schauten wir hinterher.
Mein Vater war immer ein sehr lebenslustiger und humorvoller Mann. Mit ihm wurde jede Geburtstagsrunde, jedes Familientreffen zu einem schönen und heiteren Ereignis. Er wäre so gar nicht damit einverstanden gewesen, wenn wir an diesem Tag, seinem Todestag, nur trauern würden, schließlich war dieser Tag auch der Geburtstag seiner lieben Ehefrau, mit der er mehr als 65 Jahre glücklich verheiratet war.

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Geburtstagsblumen

Er hätte gewollt, dass wir an diesem Tag auch ein wenig fröhlich sein würden und das waren wir am Ende auch, wenn auch nicht gerade überschwänglich.

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Nach unserem Blumengruß von der Seebrücke aus aßen wir in der nahen Gaststätte zu Mittag und danach ging es zu einer kleinen Geburtstagfeier weiter.

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Sogar das jüngste Urenkelkind meiner Mutter war dabei, die kleine Enkelin meines Bruders. Mein Vater hat das kleine Mädchen leider nicht mehr kennengelernt.

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Wie sehr hätte er sich über sein 4. Urenkelkind gefreut. Aber so ist das Leben und so nah sind mitunter Leben und Tod beieinander. Unserer Familie ist gerade das vor drei Jahren sehr eindrücklich demonstriert worden, aber auch, dass das Leben weitergeht für diejenigen, die zurückbleiben und dass es das wirklich tut, das beweist dieses kleine neue gerade mal ein halbes Jahr alte Leben, unser jüngster Geburtstagsgast.