Mit ‘Garten’ getaggte Beiträge

Bereits zum 14. Mal fand die bundesweite Aktion „Stunde der Gartenvögel“ statt. Wir Silberdistels waren natürlich wieder dabei und haben fleißig gezählt, wer so in unseren Garten hineinflatterte.
Es gestaltet sich allerdings meistens etwas schwierig, wenn man drei pelzige Mitbewohner hat, die Vögel auch sehr gern haben und sich durchaus nicht zu schade sind, bei der Zählung mit Pfote anzulegen.

Meine Versuche, die Vogelzählung gemeinsam mit den vierbeinigen kätzischen Ornithologen durchzuführen, waren recht aufregend. Jedenfalls missverstand zumindest Herr Haussperling die aufmerksamen Blicke meiner drei pelzigen Mitzähler.
Er schimpfte lautstark und empört von seiner Dachwohnung herunter und machte alle anderen Mitglieder seiner Großfamilie darauf aufmerksam, dass in unserem Garten Gefahr in Form von drei pelzigen Raubtieren lauern würde.

DSC03397

Einen Vorteil hatte seine Schimpftirade wenigstens, so wurden wir schon mal auf den ersten Vogel in unserer Zählstatistik aufmerksam.

DSC03395

Herr Amsel allerdings sah das Ganze recht locker und buddelte weiter fröhlich in unserem Garten nach Gewürm für den Nachwuchs.

DSC03413

Die Katze dort auf dem Gartenstuhl schien weder an Vogelzählung noch an Amselbraten interessiert zu sein. Herr Amsel hatte einen Blick für so etwas. Die Katzendame hockte nämlich mehr dösend denn lauernd auf ihrem grünen Gartenstuhl.

DSC03424

Auch der graue Tiger wirkte harmlos. Er genoss wohl mehr die Kühle der Steinplatten unter sich. Jedenfalls schaute auch er mehr gelangweilt als interessiert in die Gegend.

DSC03425

Doch plötzlich gab sich dieses allgemeine Desinteresse. Unser Keks wechselte rasant schnell von tiefster Entspannung in höchste Anspannung über.

DSC03426

„Heh, Torty, guck mal da!“

DSC03431

„Was ist denn, Keks? Ja, Vögel, na und? Ich hab‘ keine Lust auf Vogelzählung. Lass das mal die Silberdistel allein machen.“

DSC03432

„Hier, Keks, hier unten riecht es interessant. Ich glaube, da versteckt sich eine Maus. Das ist viel spannender als Vogelzählung und außerdem ist die Maus nicht so weit weg wie Dein Vogel dort am Futtersilo.“

DSC03437

Auch wenn Torty lieber ihrem Mäusejagdfieber nachgab, als Vögel zu zählen, bei der grauen Eminenz war Keksens Ruf nicht ungehört geblieben. Wo wollte er denn jetzt hin?“

DSC03439

Ahhhh, jetzt sah auch sie, was die Aufmerksamkeit des Katers erregt hatte. Es war gar nicht, wie sie erst dachte, diese kleine flinke Spatzenfrau am Futtersilo.

DSC03440

Es war dieser herrlich appetitlich ausschauende glänzende Vogel mit den vielen Herzen im Gefieder. Da musste doch einfach jeder Katze das Jägerherz aufgehen. Kein Wunder also, dass Keks ihn sich unbedingt ganz aus der Nähe anschauen musste. Gespannt blickte die graue Dame zum Futtersilo, an dem gerade ein Star gelandet war.

DSC03446

Doch der hatte natürlich die Katzen längst entdeckt. Interessiert verfolgte er den sich anschleichenden Kater.

DSC03447

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, dachte sich Meister Star, schimpfte lauthals mit dem seltsamen Vogelzähler und platzierte sich sicherheitshalber etwas oberhalb vom Futtersilo. Dort sollte er sicher sein vor dem pelzigen Jäger, denn schließlich können Katzen nicht fliegen.

DSC03450

So jedenfalls dachte der Star. Er staunte allerdings nicht schlecht, als er merkte, dass Keks gar nicht so weit weg vom Fliegenkönnen war. Unser grauer Tiger flog nämlich tatsächlich fast in den Apfelbaum.

DSC03466

Aber ein Vogel ist beim Fliegen eben doch etwas wendiger als ein fliegender Keks. Während unser Kater nun hoch oben im Apfelbaum stand, machte es sich der Star wieder am Futtersilo gemütlich. Keks schaut einigermaßen fassungslos hinunter zum Star, der schon wieder fröhlich Futter einwarf.

DSC03468

Irgendwie dumm gelaufen – für unseren pelzigen Vogelzähler. Er hätte mir für meine Statistik so gern einen Vogel zur Begutachtung direkt vor die Füße gelegt.
Also wieder runter vom Baum. Das allerdings gestaltete sich wesentlich schwieriger als der Aufstieg wie im nachfolgenden Video gut zu erkennen sein sollte.

Was für ein Stress mit diesem Kater! Dass der dem Star immerzu nachsteigen musste! Meister Star schnappte sich schnell noch ein Körnchen und dann flog er flink wieder hinauf auf den Apfelbaum.

DSC03469

Unser Keks hatte allerdings die Katernase voll. Er hatte genug von dem blöden Vogel, genug von seinen Kletterübungen und überhaupt genug von dieser albernen Vogelzählung.
Der Star jedoch lachte sich eins in sein kralliges Fäustchen und flog erneut den Futtersilo an, um seine Mittagsmahlzeit fortzusetzen.

DSC03470

Keks musste nun erst einmal erschöpft abruhen. Wer hätte gedacht, dass Vogelzählung so nervenaufreibend sein kann und vor allem auch noch zu sportlichen Höchstleistungen aufforderte. Ja, irgendwie muss unser Kater da etwas falsch verstanden haben mit der Gartenvogelzählung. Er brauchte jetzt erst einmal ein paar Yogaübungen zur Entspannung.

DSC02661

Den Rest meiner Vogelzählstunde hatten dann sowohl die Vögel als auch ich Ruhe vor meinen pelzigen Mitbewohnern. Außer den üblichen Verdächtigen wie Blaumeisen, Kohlmeisen, Amseln, Haussperlingen waren an besonderen Gästen neben diesem einen Star noch ein zweiter am Futterhaus zu Besuch und ein Hausrotschwanz turnte auf unserem Dach umher. Zwei Stockenten, mehreren Silbermöwen, eine Rauchschwalbe und ein Graureiher überflogen während dieser Zählstunde unseren Garten. Gehört, wenn auch nicht gesehen, habe ich noch einen Zilpzalp. Alles in allem also gar nicht so ein schlechtes Ergebnis.

Und schon steht das Pfingstfest vor der Tür. War nicht eben gerade noch Ostern? Man könnte sich doch glatt schon wieder darüber wundern, wie die Zeit so dahinrast. Na, was soll’s, genießen wir doch die Pfingsttage einfach ganz entspannt – vielleicht bei einem Spaziergang in der Natur oder wir machen’s wie unsere graue Eminenz. Wir setzen uns  in unseren Garten und machen einmal rein gar nichts – außer vielleicht dem Gezwitscher der Vögel zuhören.

DSC03433

Also, habt schöne und entspannte Pfingsttage!

… haben wir Silberdistels uns am ersten Sonntag im wunderschönen Wonnemonat Mai gemacht. Und bisher machte der Mai seinem Beinamen ja wirklich alle Ehre. So auch am Tag unseres Ausflugs zum Kloster Rühn.
Mehr zufällig haben wir auf dem Rückweg von einem Besuch des Freilichtmuseums Groß Raden vor einigen Jahren diese hübsche Klosteranlage entdeckt. Zu DDR-Zeiten diente der Gebäudekomplex lange Zeit als Jugendwerkhof, d.h. hier waren sogenannte schwererziehbare Jugendliche untergebracht.

1995 ging das Kloster in Privatbesitz über. In den Folgejahren wechselten die Besitzverhältnisse mehrmals. Seit 2008 gehört die Klosteranlage dem „Klosterverein Rühn e.V.“

Zwischen unserem ersten und dem jetzigen Besuch hat sich viel an der Klosteranlage getan. Der Verein scheint sehr rührig zu sein. An den Gebäuden ist viel restauriert worden. So langsam findet das ehemalige Zisterzienserkloster zu seiner einstigen Schönheit zurück. Wer ein wenig mehr zur Geschichte des Klosters erfahren möchte, kann sich hier belesen. Dort habe auch ich mich klug gemacht. Außerdem habe ich hier im „Bücherstaub“ bereits mehrmals von unseren Besuchen dort berichtet.

Inzwischen finden auf dem Klostergelände regelmäßig Veranstaltungen statt, die viele Besucher anlocken. So sind auch wir speziell zu den Klostermärkten immer wieder gern dabei. Es gibt viel zu sehen, zu essen, überall Spielspaß für die Kleinen unter den Klosterbesuchern und natürlich auch viel zu kaufen. Die Stände muten alle ein wenig mittelalterlich an und unterstützen somit zumindest ein wenig diese besondere Atmosphäre innerhalb der geschichtsträchtigen alten Mauern.
Natürlich bin auch ich nicht davon verschont geblieben, eine kleine Erinnerung von unserem Klostermarktbesuch mit nach Hause zu tragen. Einem Buch konnte ich nicht widerstehen und ohne einige Pflanzen für meinen Garten ging es natürlich auch nicht.
Aber genug der Vorrede. In der folgenden Bilderschau ein kleiner Eindruck von unserem diesjährigen Besuch im Kloster Rühn.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Die drei Pflanzen haben inzwischen ihren Platz in meinem Garten gefunden. Ich hatte ja bereits berichtet, dass ich in meinem kleinen grünen Reich ein wenig umgestalten möchte.
Mein Kräuterbeet hat nun einen kleinen Steingartenanbau erhalten. Noch sieht es dort etwas ärmlich aus, aber das wird sich sicher schnell ändern, wenn die drei Mitbringsel und die drei kleinen Ableger aus meinem Vorgarten erst angewachsen sind.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Eigentlich sollte dieser Beitrag bereits letzten Freitag erscheinen als kleiner Gruß in den Mai von mir. Doch dann holperte es plötzlich mit dem Internet. Online ging absolut nichts mehr. Ja, und am anderen Tag hatten wir Silberdistels bereits unser Ränzlein für die Reise in ein verlängertes Wochenende in Thüringen und Franken geschnürt.
Dabei hatte ich meinen Maigruß so schön vorbereitet. Ich hatte zwar keine rote Mainelke zur Hand, dafür aber die letzten roten Blüten meiner Kamelie. Sie hat uns dieses Jahr mit einem ganz besonders reichen und langanhaltenden Blütenflor beschenkt und es somit mehr als verdient, hier im Blog noch einmal eine Hauptrolle zu spielen.
Bereits um die Weihnachtszeit öffnete sie zaghaft ihre erste Knospe.

00-DSC06768

01-Um Weihnachten herum entfaltet sich die erste Knospe

Zu Ostern dann setzte sie mit ihrer wundervollen roten Blütenpracht einen hübschen Farbtupfer auf all das Weiß dort draußen vor der Tür. Ob der Winter einfach nicht anders konnte und zu diesem herrlichen Rosenrot sein Schneeweißchen zaubern musste?

Dsc01592

02-Wie Schneeweißchen und Rosenrot

Immer noch hatte meine Kamelie reichlich Knospen zu bieten, ihre Blühfreudigkeit schien einfach kein Ende nehmen zu wollen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Ende April war sie dann aber doch bereit, ihren alljährlichen Sommerurlaub anzutreten. Blütenblättchen für Blütenblättchen entledigte sie sich ihres leuchtend roten Kleides. Täglich lag ihr mehr Rot zu Füßen  – für mich ein untrügliches Zeichen, sie nach draußen in den Garten umziehen zu lassen.

05-dsc02524

07-Ende April will unser Rosenrot in die Sommerfrische umziehen

Als ich am Tag ihres Umzugs in die Sommerfrische ihren Topf berührte, schlüpfte sie fast vollständig aus ihrem hübschen Winter-Frühlings-Kleid. Nur hier und dort glänzte sie noch mit ein wenig roter Farbe.
Ich hoffe, der diesjährige Sommeraufenthalt bekommt ihr ebenso gut wie der im vergangenen Jahr.
Übrigens gibt es von unserem Wacholder nur noch einen winzigen Stumpf zu sehen – links oben im folgenden Bild am Topfrand der Kamelie als heller Kreis zu erkennen. Das Ausgraben der Wurzeln erwies sich als Ding der Unmöglichkeit. So wird uns mit diesem Überbleibsel immer noch ein kleines Andenken an einen einst so stolzen Wacholder erhalten bleiben. Schauen wir mal, ob die Rose, die ihn einst erklettern sollte, nun auf diese Weise mit ihm leben kann.

06-DSC02667

08-Unsere Lady in Red in ihrem Sommerquartier – nebenbei haben wir hier noch ein Suchbild mit zwei Katzen

Unser Mandelbäumchen, das durch den von der Schneelast gefällten Wacholder auch arg zu Schaden kam, ist übrigens schon wieder guten Mutes. Es sieht zwar momentan ein wenig ärmlich, also zweiglos, aus, aber es versucht tapfer, das Beste draus zu machen. Die wenigen verbliebenen Zweige tragen ganz stolz etliche hübsche rosa Blüten.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Unser angeschlagener Garten erholt sich also so langsam wieder. Nicht nur das Mandelbäumchen ist guter Dinge, auch die Vögel sind es. Sie trällern den verwundeten Pflanzen mit fröhlichen Liedern und lustigem Geschwätz neuen Lebensmut zu. Wenn das nicht hilft, um alle Verwundeten wieder gesunden zu lassen. Das zusammen mit meiner liebevollen Pflege und wundervollem Maiwetter sollte doch bald wieder alles richten.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Da saß ich doch unlängst wieder einmal an meinem PC herum und bildete mich ein wenig über Wühlmäuse. Im Netz wird man ja förmlich mit Informationen über die Wühl- oder Schermaus zugeschüttet. Mich interessierte, warum ausgerechnet mein Garten bisher von diesen schädlichen Nagern verschont blieb. Nicht, dass ich sie haben möchte, aber es interessierte mich schon, wo sie sich besonders gern aufhalten, denn manche Gärtnerfreude fühlen sich von diesen Wurzelfressern doch geradezu überrannt.

Ich fand nicht nur jede Menge Bilder vom Gärtnerfeind Nummer 1, ich fand auch alle möglichen und unmöglichen Ratschläge, wie man diese lästigen Gesellen wieder los wird oder eben auch nicht. Wollte man jedoch Erfolg bei der Bekämpfung dieses unangenehm gefräßigen Gastes haben, sollte man besser den Profi an die Maus ranlassen – so ein Tipp im großen weiten Web.

01-IMG_20180422_135528

Dieser Hinweis war gut mit mausigen Bildern bestückt. Aber da dort ausdrücklich stand, dass die Bilder eventuell urheberrechtlich geschützt wären, habe ich die Mausbilder einfach kastriert … ähem … fortgeschnitten. Ich will schließlich keinen Ärger wegen fremder Mäuse bekommen …

Aha, dachte ich mir so, ich sollte also im Bedarfsfalle den Profi ranlassen. Das konnte ich mir leicht merken und machte mich auf in den Garten, denn dort wartete noch jede Menge Arbeit auf mich. Um Mäuse könnte ich mich kümmern, wenn es irgendwann nottun sollte.

Und natürlich hatte ich auch wieder Gesellschaft bei meinem gärtnerischen Tun. Die Gesellschaft schaute mir aber zunächst nur vom weichen Sitzplatz im Wintergarten aus auf die werkelnden Finger.

02-IMG_20180406_100525

Schon seltsam, denn Keks rastet oder ruht eher selten einmal. Und so war es dann auch. Es dauerte nicht lange und schon saß unser Wuselich im Garten neben mir, allerdings nur kurz. Plötzlich schien es, als hätte er noch einen wichtigen Termin wahrzunehmen und so tauchte er ab – in die Tiefen der blühenden und grünenden Natur unseres kleinen Gartenreiches.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken

Irgendwann meldete mein Rücken, dass es Zeit für ein Päuschen wäre. Und so setzte ich mich zu Herrn Silberdistel in den Wintergarten, um mich mit einem Tässchen Kaffee zu stärken. Während wir tranken und plauderten, kam Keks plötzlich im Sauseschritt herbeigelaufen, ließ ein freundliches Mrrrr ertönen und eilte weiter durch die offene Tür hinein ins Wohnzimmer. Nicht nur die Tür stand offen, plötzlich auch mein Mund, der gerade noch sagen wollte: „Nicht damit ins Wohnzimmer!“ Aber es war bereits zu spät. Keks war schon dort, wo er nicht sein sollte – mit seinem Mitbringsel.

Ich stürzte also mit angehaltenem Atem hinter ihm her, ahnte ich doch wieder einmal Schlimmes. Aber nein, zum Glück, also mehr zu unserem, weniger zum Glück des kleinen Nagers, den unser Kater mitgebracht hatte, hatte das arme braune Mitbringsel sein kleines Leben bereits ausgehaucht. Ich würde also nicht wieder Möbel schieben und auseinanderbauen müssen. Ich konnte wieder normal atmen. Das war doch jetzt irgendeine Lehrvorführung, oder?

Scheinbar hatte Keks mir bei meiner Internetrecherche über die Schulter geschaut. Natürlich musste er umgehend beweisen, dass nicht irgendwer da ein Profi in Bezug auf Wühlmäuse ist.

19-IMG_20180422_135543

Hier war ein echter Profi am Werk – q.e.d.

Wo kämen wir denn da hin? Er, nur er, der Keks, ist DER Profi überhaupt – nicht irgendein Zweibeiner mit gesundem Halbwissen. Na, und das erklärt natürlich auch, warum mein Garten bisher wühlmausfrei blieb. Ich habe meinen eigenen Profi im Haus.

20-IMG_20180422_104407

Und so sieht ein echter Profi nach getaner Arbeit aus.

Endlich sind auch die letzten Zweige unseres von der österlichen Schneelast gefällten Wacholders in handliche Stücke zerkleinert und konnten entsorgt werden.

Nun warten „nur“ noch die beiden verbliebenen Baumstümpfe samt Wurzelwerk auf ihr weiteres Schicksal.

08-Dsc02588

03-Die ehemalige Wacholderecke – nur noch zwei Stümpfe sind geblieben

Das wird sicher noch ein hartes Stück Arbeit werden. Danach aber kann es an die Neu- bzw. Umgestaltung der ehemaligen Wacholderecke gehen.
Wenn man es allerdings genau betrachtet, ist gar nicht sooo viel Neugestaltung notwendig. Eine Kletterrose, die bisher ein eher kärgliches Dasein führte, steht ohnehin noch in dieser Ecke. Für sie ist der gefällte Baum sicher eher ein Segen, denn er nahm ihr viel Kraft. Geplant war ursprünglich, dass sie den Wacholder beranken sollte. Doch mein Plan ging nicht auf. Die arme Rose mickerte seit Jahren mehr vor sich hin, als dass sie tat, was Kletterrosen gewöhnlich tun – nämlich klettern. Ich hatte bereits erwogen, sie an einen anderen Platz umzusetzen. Vielleicht nutzt sie nun die Chance, könnte sie sich doch jetzt, ohne die übermächtige Baumkonkurrenz, frei entfalten. Sie bekommt als Rankhilfe einen Rosenturm und schon könnte die Lücke zum Nachbargarten wieder gut ausgefüllt sein, so die Rose willig ist. Ich hoffe, dieser Plan klappt besser als der, den ich der Rose zuvor zugemutet hatte.

Während meiner Wacholderzerkleinerungstätigkeit hatte ich übrigens stets aufmerksame Zuschauer – meine pelzige Herrschaft. Ja, man muss immer schauen, was das Personal so treibt. Nicht, dass es eigenmächtig irgendwelche größeren Veränderungen im Garten vornimmt. Schlimm genug, was sich der Wacholder einfach so herausgenommen hatte. Wie konnte er umstürzen, ohne vorher die Erlaubnis der kätzischen Herrschaft einzuholen? Ein Unding!

09-DSC02555

04-Die graue Eminenz ist froh, dass ihre Lieblingstrinkstellen, die beiden Teichlein, wieder von Wacholderzweigen freigeräumt sind

Die graue Eminenz ist froh, dass endlich die beiden kleinen Teichlein wieder unter all dem Geäst zum Vorschein gekommen sind. Wie konnte das Personal aber auch ihre wichtigste Trinkstelle einfach mit Wacholderzweigen bedecken? Endlich ist wieder eine gewisse Ordnung in Katzens Gartenleben eingekehrt.

DSC02612

05-Torty findet meine Wacholderschnippelei wohl mindestens so langweilig wie ich

Torty schaute der mit der Gartenschere werkelnden Gärtnerin lieber vom Wintergarten aus auf die Finger. Aber irgendwie muss sie die eintönige Schnippelei an dummen Zweigen ziemlich langweilig gefunden haben. Warum sonst hatte sie immer wieder so herzzerreißend gegähnt?
Ob mich die Schnippelei müde gemacht hat oder ob Tortys Gegähne letztendlich ansteckend war? Am Ende meines letzten Wacholdergartentages war ich nämlich mindestens so müde, wie meine bunte Katze es vorgab zu sein.

DSC02615

06-Keksiges Suchbild

Natürlich ging im Garten auch nichts ohne Keks, wenn er auch oft nur zu erahnen war. Weit weg war er aber nie. Dafür ist er viel zu neugierig. Er musste immer wieder mal schauen, wie weit ich mit der Arbeit bereits vorangekommen war. Dann kamen auch jeweils kluge maunzende Ratschläge von ihm, was ich wo besser und schneller machen könnte. Eine wirkliche Hilfe war aber keiner der Pelzträger – weder die graue Eminenz, noch war es Torty, noch Keks. Nun ja, vielleicht irgendwie doch, schließlich war ich so wenigstens nicht einsam und allein im Garten.

Wobei … einsam und allein war ich auch so nicht. Ich hatte zwischendurch immer wieder recht possierlichen und interessanten Besuch.
Wer weiß, vielleicht waren meine drei pelzigen Herrschaften auch eher wegen dieses Besuchs im Garten und weniger meinetwegen.
Mir leisteten nämlich mehrmals zwei Schwanzmeisen Gesellschaft und ließen sich die angebotenen Knödel in unserem Vogelgasthaus schmecken. Leider war das Licht nicht wirklich Licht. Die Bilder sind entsprechend mies. Zu erkennen sind die beiden langschwänzigen Meisen aber dennoch ganz gut. Ich denke, man kann sie als Beweisfotos gelten lassen 😉

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Und ein Gimpelpaar kam sogar mehrmals täglich vorbei und ließ sich das Angebot in unserer Körnerbar schmecken. Das Gimpelpaar schaut übrigens immer noch täglich vorbei. Ob Familie Gimpel hier irgendwo in der Nähe brüten möchte? Oder ob die beiden doch nur Durchzugsgäste sind? So oder so zählen sie, wie auch die Schwanzmeisen, zu den eher besonderen und vergleichsweise seltenen Gästen in unserem Garten. Umso größer ist natürlich meine Freude über ihren Besuch. Die Bilder von Herrn und Frau Gimpel sind von der Qualität her recht unterschiedlich – auch hier wieder eine Lichtfrage.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Wie Wechselduschen kommt es mir vor – das Spiel, das das Wetter hier in meinem Teil des Nordens seit Ostern mit uns treibt. Eben lag noch ein tief verschneiter Garten mit einem von enormer Schneelast gefällten Baum vor unseren Fenstern und noch immer erinnert der große Wacholderastberg an das Geschehen vom Osterwochenende. Inzwischen ist zwar die schneeweiße Umrahmung um die traurigen Überreste verschwunden und auch ein Teil der Zweige ist bereits entsorgt, aber der größere Teil harrt noch seines weiteren Schicksals.
Einige Tage Arbeit werden wohl noch nötig sein, bevor der Garten wieder nach Garten und nicht nach einem Gehölzlagerplatz ausschaut.

00-IMG_20180402_101331

Aber zurück zum Wechselduschen. Der April wollte natürlich hinter den Wetterkapriolen des März nicht zurückstehen und so machte er seinem Namen gleich zu Anfang alle Ehre. Was der März uns in Flockenform präsentierte, brachte der April uns nun als flüssige Variante und zwar reichlich. Das nun wiederum hatte einen „tollen“ Effekt. Der Boden war nämlich bisher nur oberflächlich abgetaut. Weiter unten hielt sich immer noch Väterchen Frost auf, sodass die nachströmende Wasserflut vom Boden nicht vollständig aufgenommen werden konnte. So verwandelte sich mein eben noch weißes Gärtchen überraschend schnell in einen Badesee. Die Arbeit an den Wacholderresten ging dadurch natürlich nur zögerlich voran, wollte ich doch nicht in den Fluten ertrinken.
Und dann, dann brach von einem Tag auf den anderen der Frühling aus, so selbstverständlich, als hätte es diese Schneekatastrophe von eben gar nicht gegeben.
Plötzlich stand ich im dünnen Sommerjäckchen in meinem Garten und hörte hoch über mir die Kraniche singen. Fast hätte ich geglaubt, das alles nur geträumt zu haben, wenn, ja. wenn dieser Wacholderberg vor mir nicht eine andere Sprache sprechen würde.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Es war erstaunlich, wie schnell das Wetter wechselte und mit welch rasanter Geschwindigkeit sich die Natur den neuen Gegebenheiten anpasste. Die Krokusse, eben noch tief im Schnee verborgen, öffneten ihre Blüten, Bienen summten durch den Garten, eine dicke Hummelkönigin stärkte sich an den Blüten meiner Winterheide und sogar ein Zitronenfalter und ein Tagpfauenauge tänzelten durch die milde Frühlingsluft.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Die Futterstellen für die Federbälle allerdings erinnern nach wie vor an den heftigen Wintereinbruch am letzten Wochenende. Noch immer muss ich sie fleißig befüllen, denn die Gästeschar ist bisher nur unwesentlich kleiner geworden. Wer will die Federbälle da schon enttäuschen, zumal ich noch über genügend Futtervorräte verfüge.
Während ich meinem Wacholderberg zu Leibe rückte, flogen die Federbälle kaum zwei Meter neben mir an den Futterhäusern ein und aus. Manchmal erntete ich einen misstrauischen Blick, meistens jedoch ließen sich die Futtergäste von meiner Anwesenheit nicht stören. Fotoscheu ist anders 😉

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Und wie von Zauberhand drängten zu den gelben, blauen, lila und weißen Krokussen überall im Garten weitere Frühblüher aus der Erde. Auch wenn die Schneeglöckchen fast verblüht sind, die Ablösung durch Zwergiris, Puschkinie und Blausternchen ist da. Sogar die gelben Mininarzissen sind in Windeseile aus der Erde geschossen und setzen hübsche Leuchtpunkte in den Garten. Natürlich darf auch das kleine Gänseblümchen nicht fehlen und die Haselnuss, auch wenn ich letztere mehr mit einem tränenden Auge betrachte. Aber egal, auch sie bringt Nahrung – nicht nur für Bienen, Hummeln & Co., Nahrung auch für uns Menschen, Nahrung für all unsere Sinne. Wie habe ich all diese Farben, diese Düfte, dieses Summen vermisst. Aber nun, nun ist es endlich wieder da …

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

 

… und es interessiert ihn überhaupt nicht, dass ihn keiner mehr haben will, zumal wir gerade erst gespürt haben, wie schön es ohne ihn ist. Aber nun, nun hat er uns noch einmal ganz schön kalt erwischt – der Herr Winter – mit gar nicht mal so wenig Schnee und eklig eisigem Wind.

Wären mit ihm nicht auch die Vögel, die gerade wieder fort aus unserem Garten waren, in ihn zurückgekehrt, hätte es wohl hier auch nicht noch einmal Winterbilder gegeben. Andererseits hatten unsere Katzen plötzlich erstaunlich viel Spaß am Schnee – sogar die beiden Mädels. Und genau das wollte ich Euch nicht vorenthalten. Beim Zuschauen hatte selbst ich fast noch einmal Spaß an dem weißen Flockenwirbel. So, und nun lasse ich einfach mal die Bilder sprechen …

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!