Mit ‘Futter’ getaggte Beiträge

Wir waren im ersten Teil unserer „Verhinderten Schnapsidee“ dort stehengeblieben, als Keks und Torty gerade auf seltsame Weise das Bewusstsein verloren hatten …

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Vier Stunden später erwachten sie wieder aus wirren und verwirrenden Träumen und irgendetwas war anders als sonst. Nur was? Ach, egal!  Darüber konnten sie später immer noch nachdenken. Keks schien nach seinem Erwachen gar nicht richtig wahrzunehmen, dass sein Personal wieder da war und dass er ins Auto geladen wurde, das bemerkte er schon gar nicht. Torty allerdings war etwas munterer und stand sogar auf allen vier Beinen in ihrem kleinen Katzengefängnis, schaukelte dabei aber bedrohlich hin und her. Irgendwie schienen beide leicht alkoholisiert zu sein. Ob’s da auch einen tierischen Kater gäbe? Naja, Torty sollte damit wohl keine Probleme haben. Und Keks? Der wohl irgendwie auch nicht mehr. Und auch sonst war die Kätzchenfrage nun wohl auf Dauer gelöst und wir Silberdistels könnten in Ruhe und ohne Furcht vor dummen Schnapsideen wieder einmal ein Fläschchen Wein leeren. Die Ratschläge vom Bauchdrücker übrigens, der nun sogar zum Bauchaufschneider und Abschneider wertvoller Teile geworden war,  die mussten wir Silberdistels allerdings in den Wind schlagen, d.h. sie wurden von unseren zwei Jungspunden in den Wind geschlagen. Kaum, dass wir nämlich mit unseren beiden frisch Operierten wieder zuhause waren, wollten sie nichts wie raus aus ihren Gefängnissen. Ganz so benebelt war ihr Hirn wohl doch nicht mehr. Zumindest erkannten sie ihr Zuhause recht schnell wieder und demzufolge verlangten sie auch ihre Freiheit zurück. Nix da mit noch drei Stunden darin verweilen, wie der Bauchaufschneider empfohlen hatte. So torkelten dann zwei trunkene Pelzwesen durch unser Heim, Keks nur zwei Schritte vor die Transportbox, bevor er wieder einnickte. Egal, wenn auch nur zwei Schritte, wichtig war, er musste nicht mehr durch Gitterstäbe atmen, ja atmen, denn mit dem Blicken war es wohl doch noch nicht so überwältigend klar. Jedenfalls war er erst einmal aus dem blöden Katzengefängnis raus. Mit dem vollständigen Erwachen hatte es Zeit hier in seinem Zuhause. Irgendwie begriff er ohnehin nicht, was zwischenzeitlich mit ihm geschehen war und warum er sich so entsetzlich müde fühlte. War er in einem Schlaflabor für Katzen gewesen?

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Torty schwankt auf unsicheren Beinen zum Futternapf

Torty jedoch schwankte sofort nach dem Verlassen ihrer Transportbox im Zickzackkurs zum Futternapf. Offensichtlich doch schon etwas wacher als Keks musste sich ihr Magen irgendwie dringend zu Wort gemeldet haben. Ein wenig breitbeinig, wie ein Trunkenbold, der krampfhaft versucht, nicht das Gleichgewicht zu verlieren, tappelte sie durch die Küche. Am Futternapf angekommen, begann sie, mühsam ein Futterbröckchen aufzunehmen. Warum war das nur so schwierig? Etwas verwundert schaute sie in den Napf. Dabei schien sie kurz einzunicken, denn ihr Kopf sank ganz langsam auf den Futternapf nieder und ruhte dort ein wenig ab. Dann meldete sich der Magen wieder und forderte, endlich gefüllt zu werden. Nächster Versuch der Futteraufnahme, doch Torty nickte wieder kurzzeitig weg, erwachte, nickte weg, erwachte erneut …

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… und bemühte sich um ein weiteres Bröckchen, das ihr sogleich wieder aus dem Maul purzelte, sammelte es mühevoll auf und schluckte es nach dem dritten Versuch endlich erfolgreich hinunter. Nach und nach gelang es ihr dann doch, ein wenig Futter aufzunehmen und den knurrenden Magen zu beruhigen.

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Dann wankte sie in Richtung Wohnzimmer. Auf Höhe des Kratzbaums legte sie einen kurzen Stopp ein und dann sträubte sich mein Hirn, sie bemühte sich doch tatsächlich, dort hinauf zu klettern. Ich hinterher, also, ich kletterte nicht auf den Kratzbaum, aber immerhin auf einen Stuhl und gab Hilfestellung, um zu retten, was zu retten war. Gedanklich sah ich schon die frische Wunde aufbrechen, die Katze gar zu Tode stürzen. Aber trotz Trunkenheit funktionierten Tortys Krallen perfekt und sie kam mit leichter Hilfe meinerseits sogar relativ problemlos hinauf in ihre geliebte Hängematte, wo sie einen Teil ihres Restrausches ausschlief. Aber später am Abend vollführte sie noch so manche waghalsige Turnübung. Mir war jedes Mal ganz schlecht beim Zuschauen. Ich stellte mir nur vor, wie es mir nach einer solchen OP ergangen wäre. Sicher hätte ich nicht den kleinsten Gedanken an eine  Klettertour überhaupt verschwendet, geschweige denn hinauf auf einen Kratzbaum. Wahrscheinlich wäre ich froh gewesen, bis zu meinem Bett zu kommen, um dort mit letzter Kraft und völlig erschöpft hineinzusinken. Aber unsere Torty schien sich von einer solch kleinen OP nicht kleinkriegen zu lassen.

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Immer wieder noch fallen die Äuglein zu

So war ich froh, als sie später bei mir vor dem Bildschirm saß, wenn auch wiederum halb schlafend. So hatte ich sie wenigstens im Blick. Obwohl, arbeiten konnte ich natürlich nicht mehr, weil mir die Sicht durch Tortys aufrechte Schlafposition doch ziemlich versperrt blieb. Keks nahm sich übrigens später in seinem noch halb betäubten Zustand an Torty ein Beispiel und kraxelte ebenfalls hoch in die Hängematte am Kratzbaum. Erschöpft ließ er sich hineinplumpsen und dann, dann tropfte es plötzlich von dort oben feucht hinunter. Unser Kekschens Blase entleerte sich im Schlaf. Mit offenem Munde schaute ich hinauf und war am Ende froh, dass es in den unter dem Kratzbaum stehenden Zeitungsständer tropfte. Das Schrifttum saugte reaktionsschnell das kleine Missgeschick vom Keks auf und ließ sich nach seiner so sinnvollen Auffangtätigkeit problemlos entsorgen und ersparte mir somit aufwändige Putzarbeiten. Da sieht man mal wieder, wie sinnvoll doch heutzutage noch richtige Zeitungen aus dem geliebten guten alten Papier sind. Eine Zeitung auf einem schnöden Tablet, diesem elektronischen Dingsda, hätte bei einer solchen Aufgabe schlicht und einfach versagt. Aber zurück zum Keksunfall! Was schließlich doch noch in ziemlich viel Arbeit ausartete, das war die Reinigung der Hängematte. Die ließ sich nämlich nicht so einfach und problemlos abbauen. Dazu mussten wir ganz schön am Kratzbaum herumschrauben. Aber was tut man nicht alles für seine Lieblinge. Die Lieblinge mussten diesen Abbau natürlich aus erster Hand verfolgen und kletterten während der Baumaßnahmen immer wieder auf uns und den schwankenden Kratzbaumresten herum. Schließlich hatten sie bei eventuellen Umbauten ihres Lieblingsmöbels ein Wörtchen mitzureden. Wegen der erhöhten Unfallgefahr mussten wir die trunkenen Pelzbündel dann doch kurzzeitig wegsperren, was sie nur laut protestierend geschehen ließen. Soweit waren sie also doch schon wieder klar im Katzenköpfchen.

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Die Hängematte darf nach dem kleinen „Katerunfall“ im Bad trocknen

Doch irgendwann war auch das geschafft und die Hängematte durfte nach einer Rundumwäsche im Bad vor sich hin trocknen. Kekschen roch nach diesem kleinen Blasenunfall allerdings auch ein wenig streng, aber damit mussten wir einen Moment lang leben, denn dem frisch operierten Kerlchen mochte ich dann doch kein Bad zumuten.

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Nach dem Hängemattenunfall wurde es dem armen Keks wohl doch etwas sehr feucht unterm Bauch und so turnte er im Halbschlaf nach einer Weile wieder runter vom Kratzbaum und suchte sich ein Plätzchen, das seinen Zustand nicht besser beschreiben konnte – siehe die Inschrift auf dem Kissen hinter dem dösenden Katzentier.

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Keks immer noch leicht benebelt im Schaukelstuhl – einem seiner Lieblingsplätze

So verteilte er seine Duftmarke fröhlich überall im Haus, denn er suchte während des Abends noch andere Lieblingsplätze auf. Wir Silberdistels waren froh, dass wir an diesem Tag keinen Besuch mehr bekamen, der sicher die Nase gerümpft hätte wegen unseres eigenartigen hauseigenen Parfüms. Am anderen Tag war der Keks wieder super geputzt und duftete fast schon wieder wie ein Mann von Welt. Ich allerdings hatte noch ein wenig damit zu tun, seine Duftplätze vom Vortag wieder duft- und keimfrei zu machen. Aber sonst schien die Welt wieder in Ordnung zu sein. Jedenfalls tobten die beiden Frischoperierten fröhlich umher, so, als wäre fast nichts gewesen. Gut, ein wenig mit gebremstem Schaum liefen sie schon noch durchs Haus und Torty wunderte sich kurz über die kahle Stelle an ihrem Bauch. Wie kam die dorthin? Aber lange zerbrach sie sich darüber nicht den Kopf. Inzwischen sind schon wieder ein paar spärliche Härchen über die Sache Bauch gewachsen und die Fäden werden sicher auch bald verschwunden sein. Keks hat seine kindliche Spielfreude wiedergefunden und die Mädels sind plötzlich gar nicht mehr so interessant für ihn, d.h., ganz stimmt es nicht. Er braucht die Mädels schon, aber mehr so wie früher – als Spielkameradinnen. Dass da noch mehr sein könnte, scheint er vergessen zu haben.

Da haben wir nun schon eine ganze Weile diese zwei kleinen wilden Katzenjungspunde als neue Mitbewohner in unserem Heim. Bereut haben wir es keine Sekunde und auch unsere alte Katzendame hat die beiden inzwischen ein wenig ins Herz geschlossen und mitunter spielt selbst sie ganz wild mit, wenn Keks und Torty durchs Haus mehr fliegen denn springen. Es macht Spaß, diesem wirbelnden Leben zuzuschauen, zu merken, wie sehr sie uns seit Oktober letzten Jahres ans Herz gewachsen sind und zu spüren, wieviel Vertrauen die beiden Tiger derweil auch zu uns Menschen haben. So waren wir mitunter schon fast in Versuchung, einmal im Leben Katzennachwuchs haben zu wollen, weil uns das Zusammenleben mit den drei Pelzträgern sehr gefällt. Diese pure pelzige Lebensfreude ist einfach zu schön. Aber wollten wir das wirklich? Noch mehr Wirbel und Leben um uns? Wäre das am Ende nicht doch zu viel? Immerhin hatte die Katzenmama unserer beiden Jungspunde mit ihrem ersten Wurf gleich Achtlinge auf die Welt gebracht – so hübsche kleine flauschige Kätzchen, von denen wir sechs im Oktober, als wir Keks und Torty holten, kennengelernt haben. Zwei der Achtlinge waren zu schwach für das Leben gewesen und trotz Bemühen der menschlichen Helfer waren sie am Ende nicht lebensfähig. Immerhin hatte die Katzenmutti trotz dieser beiden Verluste noch sechs Kätzchen zu ernähren. Sicher verlangte das der jungen Katzendame ganz schön viel ab. Aber kleine Kätzchen sind nun mal überaus niedlich anzusehen. Man möchte sie den ganzen Tag, von morgens bis abends, nur knuddeln. Wie herrlich weich ihr Pelz ist. Wie unbeholfen sie zunächst umhertapsen. Da macht sich doch bei jedem ein gewisser Beschützerinstinkt bemerkbar. Man muss solche kleinen flauschigen Wesen  einfach mögen. Und so geisterte durch unser Silberdistelhirn immer wieder die Idee, nur einmal, ein einziges Mal, erleben zu wollen, wie es ist, wenn solche kleinen wuscheligen Fellbündel in unserem Zuhause das Licht der Welt erblicken würden, wenn wir zuschauen könnten, wie Mama Torty sich liebevoll um ihren Nachwuchs kümmerte, wenn wir erleben würden, wie die kleinen Fellkugeln heranwachsen und bald im ganzen Haus herumtollen würden. Unendlich niedlich, oder?

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An einem Abend, als wir Silberdistels uns ein Fläschchen Wein gegönnt hatten und Keks und Torty fröhlich und ausgelassen um uns herumsprangen und uns wieder einmal bewiesen, wie frech, aber auch niedlich und zugleich herzerwärmend Kätzchen sein können, blitzte in unserem Hirn wieder einmal dieser Gedanke auf, schien sich geradezu festzufressen. So beschlossen wir, wenn es denn rein zufällig so sein sollte, dass sich Katzennachwuchs anmelden würde, dann wäre das in Ordnung für uns. Unsere Torty würde es ja wohl nicht ihrer Katzenmama nachmachen und gleich Achtlingen das Leben schenken. Für vielleicht drei Kätzchen (oder  sogar fünf ???) würden wir doch sicher ein gutes Zuhause finden können. So ging die Zeit dahin. Keks und Torty wuchsen aus den Kätzchenschuhen heraus, wurden größer und jugendlicher und ab und zu tauchte in unseren Köpfen immer mal wieder diese Schnapsidee mit dem Katzennachwuchs auf. Wollten wir das eigentlich wirklich? Waren wir da tatsächlich Herr unserer Sinne gewesen? Manchmal kamen mir doch gewisse Zweifel. Vor allem dann, wenn Keks und Torty gerade so wild spielten, dass schon mal dieses und jenes aus unserem Haushalt zu Bruch ging. Ich brauchte da nur an das PCli von Herrn Silberdistel zu denken, dass eines schrecklichen Todes starb, als es von Keks, dem Tausendsassa, vom Schränkchen zu Boden gestürzt wurde. Die Gardinen, nebst verbogenen Gardinenstangen, tauchten wieder vor meinem inneren Auge auf oder  bei wildem Spiel von Fensterbrett oder Blumenbank zu Tode  gestürzte Blumentöpfe. Nein, irgendwie musste der Wein an jenem Abend unsere Sinne wohl doch ziemlich vernebelt haben. Ich veracht-, nein verzehnfachte, diese „Unfälle“ von PCs, Gardinen, Töpfen und Co. gedanklich, denn Keks und Torty waren ja auch immer noch nicht aus ihrer Sturm- und Drangphase heraus, und mir sträubte sich das Hirn in Anbetracht der Zukunft, die da über uns hereinbrechen könnte mit am Ende vielleicht 11 Katzen im Haus.

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Torty bei der Radioprogrammauswahl

Und eines Morgens, als Torty gerade wieder einmal unter Beweis stellte, wie sehr wir bereits von unserer kätzischen Herrschaft unterjocht werden – sie schaltete gerade gekonnt an unserem Küchenradio herum, ging zunächst auf neue Sendersuche und, als sie nichts Interessantes fand, wieder zurück auf den vorherigen Sender und schließlich befreite sie uns ganz von den Schreckensmeldungen des Tages, indem sie den Ausknopf drückte, genau da meinte ich, dass es Zeit wäre für ein ernsthaftes Gespräch mit Herrn Silberdistel. Wollten wir denn wirklich und wahrhaftig ein Haus voll solcher tyrannischer Pelzwesen? Wenn wir nun kein neues Zuhause für die kleinen Wuschelwesen finden würden oder wir uns am Ende gar nicht von ihnen trennen könnten, weil sie uns allesamt ganz furchtbar ans Herz gewachsen wären und uns eine Trennung von ihnen völlig unmöglich erschien? Was, ja, was dann? Herr Silberdistel grinste mich an und meinte:  „Das war wohl doch mehr eine Schnapsidee damals, oder? Lass sie uns lieber ganz schnell begraben.“ Wie gut, dass wir drüber gesprochen haben, denn gar nicht so viel später interessierte sich unser Keks plötzlich auffallend für die beiden Katzenmädels in unserem Hause. Er eilte ihnen fleißig hinterher, ließ sie gar nicht mehr aus den Augen, schnüffelte hier und schnüffelte da an ihnen, heftete sich quasi wie ein Schatten an ihre Katzenfersen und machte seinem Spitznamen Keks alle Ehre. Er hatte urplötzlich so gar kein Interesse mehr am spielerischen Herumtollen und mitunter stieg uns doch tatsächlich ein leichter Katergeruch in die Nase. Torty allerdings hatte noch kein rechtes Interesse an diesem frühpubertierenden Jungspund und unsere alte Katzendame gab dem Draufgänger eins hinter die Ohren, wenn er gar zu frech wurde. Doch dann eines Tages wurde es uns zu bunt mit diesem kleinen Casanova und so machten wir schnell einen OP-Termin bei unserem Tierarzt aus, bevor Herr Silberdistel und ich vielleicht wieder einmal bei einem Gläschen Wein saßen und sich in unseren weinvernebelten Hirnen doch noch einmal kleine Katzenkinder breitmachten. Schlecht kamen wir uns schon vor, ganz schlecht, als wir, ohne es vorher mit den beiden OP-Kandidaten abgesprochen zu haben, den Termin beim Tierdoktor ausmachten. Aber wir Menschen sind ja Meister im Verdrängen schlechten Gewissens – auch wir Silberdistels leider – irgendwie. Und so war dann schließlich der große Tag gekommen. Am Abend zuvor hatte es nicht einmal mehr ein Gute-Nacht-Leckerli für die beiden Katzenjungspunde gegeben. Beleidigt und mit Schmollschnäuzchen stiegen sie in ihre Lieblingshängematte bzw. in ihr Lieblingsschlafkörbchen. Dass es noch viel schlimmer kommen würde, das ahnten sie noch nicht. Am anderen Morgen gab es nämlich nicht einmal mehr Frühstück. Sogar eingesperrt wurden sie zu all dem Ärger noch – in diese blöde Box, in der das Personal sie immer zu diesem Bauchdrücker, Maulschauer und Piekser schleppte. Vor lauter Beleidigtsein gaben die beiden Pelzwesen während der kurzen Autofahrt nicht einen einzigen Piep von sich. Der Bauchdrücker weidete sich dann auch noch daran, dass sie kein Frühstück bekommen hatten. Er fragte nämlich extra nach, ob sie auch wirklich nüchtern wären und als er hörte, dass dem so sei, grinste er vergnügt. Den Kätzchen erschien dieses Grinsen entsetzlich erschreckend und furchterregend. Dann entriss der Doc kurzerhand den Silberdistels die kleinen Katzengefängnisse samt armen Katzen darin und eilte mit ihnen in seine Folterkammer. Wenig später verloren Keks und Torty auf seltsame Weise das Bewusstsein.

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Fortsetzung folgt!

Irgendwie können es die Stammgäste noch nicht so recht glauben, dass das „Gasthaus zur Silberdistel“ nun geschlossen hat und sie gar nichts Körniges mehr anbietet. Zur gewohnten Frühstücks- und Mittagszeit, ja selbst zur nachmittäglichen Kaffeezeit schauen immer wieder einige gefiederte Gäste in das kleine Gartenlokal. Es könnte doch sein, dass sie da neulich, als von irgendeinem Saisonschluss die Rede war, etwas falsch verstanden haben. … und wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, haben selbst die Vögel irgendwann oder irgendwo einmal gehört. Die Spatzen hatten’s von den Dächern gepfiffen.

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Die Ringeltaube ist solch ein Gast, der den ganzen Winter über pünktlich zu sämtlichen Mahlzeiten, die im Gasthaus angeboten wurden, zur Stelle war.

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Dass sie recht gut über den Winter gekommen ist, sieht man ihr durchaus an. Das spricht doch irgendwie auch für das Gasthaus, oder? Die hübsche Figur der Grauen mit dem Ringelpulli hat über die Wintermonate so gar nicht gelitten. Sie hat sich eher noch ein wenig mehr wohlig gerundet und eine überaus hübsche Taubenform angenommen. Kein Wunder also, dass das arme Federvieh nun fassungslos den Platz, an dem sonst gewöhnlich der gedeckte Frühstückstisch stand, absucht und völlig ungläubig den sonst so überaus gastfreundlichen Garten inspiziert. Dass die pummelige Schönheit nur durch die Anwendung höchsten fliegerischen Könnens ins Futterhaus passte, ist dabei von eher drittrangiger Bedeutung. Ich habe den Vogel bisher nur ein einziges Mal voller Bewunderung bei der Vollendung dieser hohen Kunstfertigkeit beobachten können. In der Regel blieb es dabei, dass sie sich vom Dach des Futterhauses aus ein Bild über das Tagesangebot machte und dann hinunter flog, um sich an dem gütlich zu tun, was die anderen Vögel großzügig aus dem Futterhaus warfen, wobei ich mich mitunter nicht des Eindrucks erwehren konnte, dass es da einen Deal zwischen Taube und Spatzen gab.

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„Wo ist denn bloß das Futterhaus hin? Es stand doch hier eben noch.“

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„Hm, ich verstehe es nicht. Wo soll ich denn jetzt jeden Morgen frühstücken?“

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„Ich muss mal einen kleinen Gartenrundflug machen. Vielleicht steht das Häuschen nur an anderer Stelle.“

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„Also, von hier aus kann ich es auch nirgends entdecken. Es kann doch wohl nicht sein, dass es ganz einfach weg ist?“

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„Es stand doch dort, genau dort unten, wo jetzt diese paar jämmerlichen Körnchen herumliegen.“

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„Hm, naja, immerhin etwas … diese paar Körner da unten. Eigentlich sehen sie gar nicht so unappetitlich aus. Vielleicht sollte ich mir das einmal ganz aus der Nähe anschauen.“

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Die Taube hatte das noch gar nicht richtig zu Ende gedacht, da flatterte sie auch schon los.

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Aber unsere Ringeltaube ist ein sehr vorsichtiger Vogel. Bevor sie ganz hin zu der Stelle flog, an der noch ein paar restliche Sonnenblumenkerne vom Freudenfest des letzten Frühstücksmahls im „Gasthaus zur Silberdistel“ kündeten, machte sie noch einen kurzen Zwischenstopp und äugte aus sicherer Höhe hinunter zur verlockenden Körnermahlzeit. Es schien alles sicher zu sein. Weit und breit auch keine Katze, also nichts wie los und Platz genommen am Frühstückstisch, auch wenn es sich dort nur noch um ein Resteessen handeln würde.

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Huch! Wo ist denn unsere Taube? Jetzt war sie doch glatt so schnell unterwegs, dass ihr die Fotografin gar nicht folgen konnte, ist ihr doch das Ringeltäubchen einfach aus dem Bild geflattert. Wo mag es nur …?

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Ach, da ist es ja, das Täubchen … Irgendwie schaut es aber immer noch ein wenig verwundert drein, als könne es nicht fassen, dass das Gasthaus wirklich und wahrhaftig Saisonschluss hat. Nun hat Familie Ringeltaube sein Nest extra dicht am Gasthaus erbaut, es in die Kiefer vom Nachbargarten gesetzt, weil es damit so schön nah an der Futterquelle steht. … und nun? Nun soll das alles umsonst gewesen sein? Einen kurzen Moment ringt unsere Taube noch um Fassung, …

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… doch dann pickt sie los. Was man hat, das hat man, zumal das Gasthaus wohl nun wirklich Sommerpause hat. Dann lieber erst einmal noch die Reste vertilgen, bevor man sich wieder auf zeit- und kalorienraubende großflächig angelegte Körnersuche machen muss.

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Wie richtig der Gedanke der Taube ist, sieht man am oberen rechten Bildrand. Dort lauert nämlich schon die Konkurrenz im Gewand einer Amseldame auf die letzten noch verbliebenen Körnchen. Hart ist das Vogelleben, wenn der Mensch keine Lust mehr hat zum Arbeiten und einfach sein Vogelgasthaus schließt.

Könnt Ihr Euch noch an die Knödelschlacht im „Gasthaus zur Silberdistel“ erinnern? Ende März war dort zur letzten Knödelmahlzeit der Saison eingeladen worden. Die Zahl der Gäste an jenem Tag war enorm und es wurde um jedes kleine Knödelkrümelchen mächtig gekämpft. Am vergangenen Freitag hat nun auch das letzte Körnchen aus den Vorräten der Silberdistel noch seinen Weg ins Futterhaus gefunden. Wiederum waren der Einladung, dieses Mal zum abschließenden Frühstücksmüsli, zahlreiche gefiederte Gäste gefolgt und es ging noch einmal ganz hoch her im Gastgebergarten. Wer unter den Dauergästen des berühmten Gasthauses im Norden wollte sich schon dieses Ereignis entgehen lassen?

Herr Haussperling schaut gespannt zur Tür des Gasthauses hinüber

Herr Haussperling schaut gespannt zur Tür des Gasthauses hinüber

Die Stammkundschaft war natürlich wie immer frühzeitig erschienen und hatte es sich rundum im Garten auf Baum und Strauch gemütlich gemacht. Lange bevor die Silberdistel erschien und den Gästen ein fröhliches Hallo zurief, gab es bereits ein aufgeregtes und fröhliches Gezwitscher.

Auch die Kohlmeise wartet gespannt auf das Frühstücksmüsli

Auch die Kohlmeise wartet gespannt auf das Frühstücksmüsli

Man war ganz gespannt darauf, was die Silberdistel als Abschlusskörneressen servieren würde. So rätselte das versammelte Vogelvolk hin und her und her und hin. Dann endlich öffnete sich die Tür des Gasthauses und die Silberdistel trat heraus in den Garten – in der Hand ein Schüsselchen voller Leckereien. Zur Feier des Tages hatte die Distel natürlich noch einmal ein ganz besonders schmackhaftes Frühstücksmüsli zusammengemixt, damit auch jeder Gast vor der großen Sommerpause noch einmal zu seinem Lieblingskörnchen kam. Gespannt verfolgte die gefiederte Gästeschar das Auffüllen der kleinen Körnerbar und wie bereits beim Knödelkampfessen nahm man auch dieses Mal das Verschwinden der Silberdistel im Gasthaus als symbolischen Startschuss, um auf das letzte Frühstücksmahl der Saison loszustürzen.

Hin und her geht es zwischen Baum, Strauch und Frühstückshäuschen

Hin und her geht es zwischen Baum, Strauch und Frühstückshäuschen

Geschwind begann ein aufgeregtes Hin- und Hergeflattere zwischen Baum und Strauch und Körnerbar. Wieder gab es so manchen Kampf auszufechten, denn nicht jeder Gast hielt sich an die gestrenge unausgesprochene Rangfolge am Futtertrog. Irgendwann aber gab es nichts mehr zu erkämpfen. Letztendlich war der Augenblick der Wahrheit gekommen – das Futterhäuschen war leer, …

Die einst so leckeren und gefragten Nussbeutelchen haben auch nichts mehr zu bieten

Die einst so leckeren und gefragten Nussbeutelchen haben auch nichts mehr zu bieten

… so leer wie auch die kleinen Nussbeutelchen nebenan am Rosenbogen, die nun abgemagert, lustlos und schlaff in der Kletterrose baumelten. Ebenso wie sie hatte nun auch das Futterhäuschen seine Aufgabe vorerst erfüllt.

Weggeputzt ist auch das letzte Körnchen noch

Weggeputzt ist auch das letzte Körnchen noch

Es würde nun in sein Sommerquartier, den kleinen Geräteschuppen im Garten des Gasthauses, einziehen und sich von den Strapazen der letzten Monate erholen können. Vielleicht würde es sogar einen kleinen Sommerschlaf halten und vom nächsten aufregenden Winter mit der bunten Vogelschar träumen.

Herr Oberfeldspatz hält unter dem Beifall seiner Kollegen aus der Hausspatzengilde eine kleine Dankesrede

Herr Oberfeldspatz (Mitte) hält unter dem Beifall seiner Kollegen aus der Feld- und Hausspatzengilde eine kleine Dankesrede für die liebevolle Versorgung mit leckerem Futter während der vergangenen Wintersaison

Als die Silberdistel später noch einmal kurz in den Garten schaute, um hier und da ein wenig aufzuräumen, staunte sie nicht schlecht, denn die Vogelschar hatte noch eine kleine Überraschung für sie parat. Eine Dreier-Spatzengruppe hatte sich im Futterhäuschen in Positur gesetzt und  schaute ganz feierlich drein. Als sich der Oberspatz der Aufmerksamkeit der Silberdistel sicher war, tschilpte er voller Inbrunst eine bezaubernde Dankesrede für die fürsorgliche Betreuung während der grauen, nassen und kalten Jahreszeit durch die Gasthausbesitzer. Er lobte die überaus freundliche und stets pünktliche Bewirtung der Gäste mit den leckersten Köstlichkeiten und vor allem die liebevolle Zubereitung der täglichen Mahlzeiten.

Zum guten Schluss zwitschert Herr Grünfink zwitschert ein entzückendes Dankesliedchen

Zum guten Schluss zwitschert Herr Grünfink ein entzückendes Dankesliedchen

Den krönenden Schlusspunkt jedoch setzte Herr Grünfink mit seinem großen Auftritt. Der im festlichen Grün und Gelb gewandete Tenor trällerte ein zu Herzen gehendes Dankeslied in den Morgen. Ganz gerührt wischte sich die Silberdistel eine kleine Träne aus dem Auge 😉

Übrigens fand ich das Video hier oben bei YouTube. Der kleine Filmheld singt mindestens ebenso schön wie mein Held aus dem Garten. Nur habe ich während des Gesangs vor lauter Rührung ganz vergessen, den Videoaufnahmeknopf meiner Kamera zu drücken. Dank YouTube und diesem Video kann ich Euch dennoch eine kleine Kostprobe vom Gesang eines solchen Sängers wie dem in meinem Garten geben.

So, und wer noch mehr vom letzten Körneressen der Saison sehen möchte, der darf sich gern durch die Bildergalerie hier unten klicken.

… und weiß mit Sicherheit über alles Bescheid, was in unserem Garten passiert und nicht nur das, Knopfauge ist auch sehr neugierig. Das kleine Vögelchen ist eigentlich allgegenwärtig in meinem Garten.

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Rotkehlchen – ein neugieriger und lustiger Gartenbewohner

Wenn ich genau hinschaue, dann ist es beinahe immer irgendwo zu entdecken. Es scheint sehr an der Gartenarbeit interessiert zu sein, denn es schaut mir oft dabei zu, wenn ich im Garten herumwerkele. Naja, eigentlich ist so ein Vogel ja auch irgendwie ein kleiner Gärtner, wenn man es richtig bedenkt. Sorgt er doch unter den Insekten ganz schön für Ordnung. Vielleicht ist sein Interesse also doch gar nicht so verwunderlich. Mitunter saß der Rotlatz schon so nah vor meinen Füßen, dass ich fast draufgetreten wäre, hätte er nicht im letzten Moment seine Flügel benutzt, um sich ein Stückchen weiter in Sicherheit zu bringen. Nicht nur einmal ist mir bei der Vorstellung, ich könne das kleine niedliche Vögelchen einfach aus Versehen zertreten, fast das Herz in die Hose gerutscht. In seinem mausgrauen Mäntelchen und seiner Vorliebe, wie ein Mäuschen am Boden umherzuhuschen, ist es von oben aus der Menschenperspektive fast unsichtbar. Ob es weiß, wie schlecht es zu sehen ist und dass nahezu perfekte Tarnung manchmal auch ganz schön gefährlich sein kann?
In letzter Zeit erinnert mich das Rotkehlchen immer an eine eigenartige Begebenheit, an einen lustigen Tanz, den es eines Tages unter einem Meisenknödel vollführte.

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Blaumeisen an der Futterkette

Ich hatte gerade wieder eine meiner Futterketten, die aus aneinanderhängenden Meisenknödeln und Erdnusssäckchen bestehen, für das Vogelvolk in den Garten gehängt, als auch schon das Rotkehlchen auftauchte. Es flog Richtung Kette, setzte sich genau darunter und schaute sehnsüchtig hoch zum über ihm hängenden Meisenknödel. Es trippelte hin, es trippelte her, sprang flatternd hoch zum Knödel, hielt sich für Sekundenbruchteile an ihm fest und landete schließlich wieder auf dem Boden darunter. Das Spiel wiederholte sich viele Male. Der Knödel war so nah und schien für das Rotkehlchen doch so unerreichbar fern zu sein.

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Grau wie eine Maus ist das Rotkehlchen mitunter fast unsichtbar

Letztendlich gab sich mein kleines graues Mäuschen mit dem zufrieden, was Meisen und Spatzen, die sich problemlos an der Futterkette festhalten konnten, an Futterresten hinunter auf die Erde fallen ließen. Seit dieser Beobachtung bekommt das kleine rotbusige Kerlchen von mir immer eine extra Portion Knödel – fein zerbröselt, dargereicht unten auf der Erde, damit es nicht noch unnötige und kraftzehrende Springübungen hinauf zum Knödel veranstalten muss. Wenn ich jetzt die Futterstellen auffülle, schaut mir oft mein Rotkehlchen aufmerksam dabei zu. Sicher achtet es sehr genau darauf, ob ich auch an seine kleine Extraportion Knödel denke. Natürlich denke ich daran. Wie könnte ich anders, wenn ich sooo lieb angeschaut werde?

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Der November sieht in diesem Jahr fast wie ein Oktober aus. Die Laubfärbung ließ lange auf sich warten und auch die Blätter rieseln erst seit wenigen Tagen verstärkt auf die Erde. Der Kater freut sich darüber, dass es immer noch relativ warm ist und die Pfoten beim täglichen Gartenrundgang nicht frieren müssen.

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„Mal schauen, was heute alles so in meinem Garten los ist“, denk der Kater und macht sich auf zu seinem täglichen Inspektionsgang.

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„Oh, da sitzen sie schon wieder, die vielen Spatzen“, staunt der Kater …

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… und fragt sich: „Worüber mögen sie nur so aufgeregt miteinander schwatzen?“

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„Seltsam, und der Amselmann sitzt auch so da, als würde er auf irgendetwas warten.“

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„Silberdistel, siehst Du die vielen Vögel hier rundherum im Garten?“

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„Ja, mein Kater, ich sehe sie.“

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„Silberdistel, ich sehe sie auch.“

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„Ja, und? Was sagt Euch das, Ihr Katzen, dass wir hier alle sitzen und warten? Es ist schon lange November und hier tut sich nichts, aber auch gar nichts. Wo bleibt das Wichtigste? Wo bleibt unser Futter? DAS solltet Ihr mal die Silberdistel fragen“, sagt der Spatz.

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„Was? Futter wollt Ihr? Aber von unserem Katzenfutter kriegt Ihr nichts ab. Das brauchen wir für uns alleine. Schließlich steht der Winter vor der Tür. Selber fressen macht dick.“

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„Ob der Silberdistel nicht endlich mal ein Licht aufgeht? Silberdistel, wo bleibt unser Fuuuuuuuhutter? Hier ist nichts, aber auch gar nichts drin!“

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„Silberdistel?“

„Ja, Kater, was ist denn?“

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 „Haaaaaalt, Kater, ich will es der Silberdistel sagen! Lass mich mal schnell vor.“

„Was wollt Ihr mir sagen, Katzen?“

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„Die Vögel meckern, weil noch nichts im Futterhaus zu finden ist, Silberdistel.“

„Ach ja, meint Ihr? Denkt Ihr, dass die Vögel darüber hier so laut rumschwatzen, Katzen?“

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„Na, was denn sonst? Da müssen jetzt schon die Katzen die Silberdistel mit der Nase drauf stoßen, dass hier etwas nicht stimmt. Ich glaube, die Silberdistel wird langsam alt. Stellt das Futterhaus in den Garten und tut nichts rein. Das war ja wohl noch nie da. „

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„Eigentlich finden die Federbälle doch sicher noch mehr als genug draußen, denkt Ihr nicht, Katzen? Es gab noch nicht einmal Frost. Wir haben doch noch fast Sommerwetter. Naja, gut … fast. Okay, wenn Ihr meint, sie haben sich beschwert, dann will ich mal nicht so sein, eine kleine Handvoll Körnchen kann sicher nicht schaden. Das ist dann wie ein kleines Dankeschön-Dessert für die fleißige Gartenarbeit der Vögel im Sommer.“

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„Na? Ist der Silberdistel jetzt endlich aufgefallen, dass hier immer noch nichts drin war, obwohl wir schon fast mitten im November sind?“

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„Na bitte! geht doch! Man muss nur ordentlich Druck machen.“

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„Das wurde aber auch Zeit. Seit Tagen stehen wir uns hier im Garten die Beine in den Bauch und nichts ist passiert. Sogar den Katzen ist aufgefallen, dass hier etwas nicht stimmte.“

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„Du hast Dir aber dieses Mal Zeit gelassen, Silberdistel. Sollten wir hier vor lauter Hunger sterben?“

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„Na, Miezekatze, guck nicht so gierig, Du kriegst nichts ab. Du wolltest uns von Deinem Futter ja auch nichts abgeben. Aber trotzdem ein Dankeschön an Euch, dass Ihr die Silberdistel mit der Nase drauf gestoßen habt, dass wir endlich Futter haben wollten.“

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„Guck, Silberdistel, wie die reinhauen, die waren schon fast am Verhungern. Naja, wenn sie ordentlich fressen, dann schmecken sie auch besser.“

„Also, Katze, das war ja wohl eben kein Beitrag.“

„Ich mein‘ ja nur, Silberdistel. Ich stell‘ mir nur so vor, dass sie dann besser schmecken KÖNNTEN. Ihr füttert doch die Gänse auch ordentlich, die Ihr dann zu Weihnachten … Jaja, ich hab‘ ja nichts gesagt, Silberdistel …“

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„Habt Ihr das eben gehört, Jungs? Wie gut, dass wir keine Gänse sind … sonst müssten wir uns noch Sorgen machen.“

„Was die Silberdistel betrifft, müssen wir uns wohl keine Sorgen machen. Die Katzen allerdings sollten wir schon gut im Auge behalten. Der Spatz ist die Gans des kleinen Mannes der kleinen Katze. Also immer schön aufgepasst, besonders, wenn das Grautier durch den Garten schleicht. Der Kater ist da eher harmlos., wenn auch vielleicht nicht so ganz ungefährlich.“

„Hihi, gemeinsam sind wir unausstehlich stark, da kriegt uns keine Katze.“

Mausige Zeiten

Veröffentlicht: 13. Oktober 2014 in Fotos, Geschichten, Natur, Tiere, Unterhaltendes
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Es ist wohl so, dass auch die Mäuse langsam ihre Vorbereitungen für den Winter treffen, nicht nur die Katzen, die momentan fressen, als würde die Welt gleich vor einer Hungerkatastrophe stehen. Nein, auch die Mäuse tun sich nach einem sicheren Zufluchtsort für den Winter um. Bei Frau Müller zieht es das Mäusevolk in den mäusetodsicheren Lichtschacht, in der Hoffnung auf einen mitleidigen Menschen, der für Futter sorgt, und bei den Silberdistels versuchen sich die Mäuse in einem ebenso todsicheren Job als Einbrecher und wer weiß, was sie sich sonst noch alles ausdenken, um den Winter gut und kaloriengesichert überstehen zu können. Manchmal gehen ihre Unternehmungen allerdings auch ganz schön daneben. Die Maus der Müllers hatte Glück. Sie wurde nur wieder vor die Tür gesetzt, darf also einen neuen Versuch starten, um an Weintrauben und Schokolade zu kommen. Die Maus der Silberdistel hatte es erheblich schlechter getroffen. Sie hatte nicht mit der silberdisteligen Herrschaft gerechnet, die so gar nicht bereit ist, ihren Winterfuttervorrat mit einer schnöden Maus zu teilen. Selber fressen macht dick! Hier hatte  es die vorwitzige Maus am Ende in den Tod gerissen.

01

Ja, aber da gibt es durchaus auch noch andere Mäuse, die gar nicht so dumm daherkommen. Sie kennen sich aus, sie wissen, wo es reichlich zu essen und wo es vor allem sehr delikate Sachen gibt und andererseits ungeahnt viele Versteckmöglichkeiten für eine kleine flinke und überaus kluge Maus.

02

Hier handelt es sich um die große braune Lukullusmaus, vorwiegend dort zuhause, wo große Festbankette ausreichend Futter für Mann und Maus zur Verfügung stellen. Die Silberdistel traf unlängst eine solche Lukullusmaus. Nicht nur die Suppenkelle mit den schnöden Resten hatte es dem Mäuseken angetan, es kostete auch von dem leckeren Dessert, das die Silberdistel wenige Momente vor dem Erscheinen der braunen Schönheit als äußerst lecker eingestuft hatte. Wahrscheinlich hatte die Maus die Silberdistel vor Entzücken stöhnen hören und sogleich beschlossen, dass auch sie von der hinreißenden Süßspeise probieren müsse.

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So rannte das Mäuschen fröhlich auf den weißgedeckten Tischen umher, kostete hier und kostete dort, bis … ja, bis es entdeckt wurde. Da tranken die Gäste, einige vor Entzücken, weitere vor lauter Furcht und wieder andere zur Desinfektion schnell noch auf Kosten des Hauses ein, zwei Gläschen Alkohol mehr. Außerdem mochten sie ihr Essen, nachdem sie den niedlichen Nager entdeckt hatten, nur noch ungern mit ihm teilen. Wer will denn schon einer so schicken kleinen Pelzträgerin etwas wegessen?

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Nur einige Unverbesserliche holten sich schnell noch einen kleinen Happen vom Buffet. Sie gönnten der Maus auch rein gar nichts. Diverse Gäste konnten da nur den Kopf schütteln. Die Silberdistel war gut gesättigt, bis die Maus auftauchte und musste so auch gar nicht mehr mit dem fröhlichen vierbeinigen Gast teilen. Sie trat nur noch zum mausigen Fotoshooting an das festliche Bankett.

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Das Maus-Model ließ nicht viele Fotografen an sich heran, manche hatten nämlich einen echt mörderischen Blick drauf und versuchten bösartig auf das kleine hungrige Wesen einzuschlagen, versuchten gar, es zu ergreifen. Wollten sie es etwa vor die Tür setzen? Also nein, das war doch irgendwie der reinste Futterneid. Die Silberdistel sah eher harmlos aus und so setzte sich die Maus gern ein wenig in Pose und die Silberdistel durfte schnell einige Fotos schießen. Einer Dame, ihres Zeichens Naturkennerin, war es übrigens mausseitig ebenfalls erlaubt, dem Fotoshooting beizuwohnen. Die Maus schien bemerkt zu haben, dass auch von ihr keine Gefahr ausging. Die Fachfrau schaute die kleine Braune interessiert an und erklärte der Silberdistel, dass das hübsche Model eine Brandmaus wäre. So musste die Silberdistel ihre irrige Meinung, es könne sich um eine große braune Lukullusmaus handeln, dann doch noch mit fachfrauischer Unterstützung korrigieren. Aber, man lernt ja nie aus im Leben.
Wie die Geschichte ausging? Naja, die Gäste gingen irgendwann und die Maus blieb. … und wenn sie nicht gestorben ist, dann frisst sie dort noch heute …

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Ach so, nein, es war nicht bei der Silberdistel zuhause. Es war … es war … Ach, ich denke, das ist unwichtig … Wir wollen einer klugen Maus nicht in die Suppe spucken und futterneidisch wollen wir auch nicht sein, oder?  😉