Mit ‘Fotos’ getaggte Beiträge

Während ich in diversen Büchern und Zeitschriften so vor mich hinblätterte, fiel mir plötzlich ein kleines Heftchen in den Schoß. Im ersten Moment dachte ich noch: Interessiert mich nicht die Bohne! Schließlich war ich gerade nicht auf Bohnen aus. Ich suchte vielmehr nach einem neuen Rezept für Weihnachtsplätzchen. Mir war danach, wieder einmal etwas Neues auszuprobieren. Weihnachten ist doch das Fest der Freude und der Überraschungen. Warum nicht sich selbst und die Familie mit einer neuen Plätzchensorte überraschen? Aber irgendwie gaben meine Backbücher nicht so recht das her, was mir vorschwebte. Die Rezepte schienen mir alle mehr oder weniger ähnlich zu sein.

Dann fiel mein Blick doch noch einmal auf dieses kleine A6-Heftchen, das ich nach seinem vorwitzigen Sprung auf meinen Schoß neben mich auf die Couch gelegt hatte. Naja, durchblättern konnte ich es ja mal.

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Aus irgendeinen Grunde musste ich es wohl als des Aufhebens wert eingestuft haben. Ich nahm es erneut zur Hand und  … ach, schau an, die „kleinen Espressokuchen“ sehen gar nicht einmal so übel aus. Aber Muffins und Konsorten  standen gerade nicht auf meinem Programm. Merken sollte ich sie mir dennoch gut. Sie könnten durchaus irgendwie ins weihnachtliche Schlemmerprogramm passen. Ich blätterte weiter und nach „Karamellsoße mit Espresso“ und „Kaffee-Pannakotta“ blieb mein Blick auf der nächsten Seite hängen. „Mokkakekse“ stand dort zu lesen. Die Dinger sahen gar nicht so unappetitlich aus. Ich überflog das Rezept und … mir lief das Wasser im Munde zusammen. Und außer den schokoladigen Mokkabohnen hatte ich sogar alles im Hause. Na, Mokkabohnen würden sich ja wohl noch besorgen lassen. Und schon standen sie auf meiner Einkaufsliste.

Wie sich anderen Tags herausstellte, war die Sache mit den Mokkabohnen doch nicht so einfach. Ich war einst ein richtiger Fan dieser kleinen Schokoladenteilchen. Irgendwann hatte ich sie dann aus den Augen verloren. Warum eigentlich? Waren sie still und heimlich aus dem Angebot verschwunden? Und wie es dann so ist – aus den Augen, aus dem Sinn?
Ich suchte im größten vorhandenen Supermarkt gefühlt Hunderte von Regalreihen ab. Was ich dort alles für herrliche Dickmacher entdeckte, die mir noch dazu nachschrien: „Nimm mich mit, nimm mich mit!“ Nix da, ich blieb standhaft. Ich wollte nur diese verdammten Mokkabohnen. Wo waren die nur abgeblieben? Konnten auch gewisse Schokoladenteilchen unmodern werden?
Entnervt verließ ich die Abteilung mit all dem Süßen und widmete mich zunächst den sonstigen noch fehlenden Backzutaten auf meinem Schummelzettel. Endlich hatte ich alles beisammen. Nur die Mokkabohnen fehlten noch. Während ich grübelnd vor mich hinstarrte, fiel mein Blick auf all das Dekozeugs für Kuchen, Torten und Gebäck. Und da … da standen sie zwischen Schokoperlen, den buntesten aller Streuseln und all dem anderen schokoladigen und bunten Kram, mit dem man die schönsten aller Geburtstags-, Hochzeits- oder sonstigen Torten würde gestalten können. Wie froh leuchteten meine Augen, sie endlich, endlich gefunden zu haben. Begeistert griff ich mir ein Päckchen der langersehnten Mokkabohnen und machte mich mit meinem Einkauf auf zur Kasse.

Aber wie es so ist, wenn man sich im Glückstaumel befindet, trifft einen oft hinterher die kalte Ernüchterung. Genau, Liebe macht blind bzw. verhindert, dass das Gehirn richtig arbeitet. Diesen Effekt spürte ich allerdings erst etwas später, nämlich an dem Tag, als ich mich anschickte, die „Mokkakekse“ aus diesem kleinen Heftchen nachzubacken. Aber beginnen wir erst einmal mit den

Zutaten für ca. 50 Mokkakekese:

1 gehäufter Teelöffel löslicher Kaffee
250 g Butter
75 g Mokkabohnen (diese schokoladigen Teilchen)
150 g Zucker
1 Prise Salz
2 Esslöffel Sahne
350 g Mehl
1 gestrichener Teelöffel Backpulver

Außerdem:
etwa 50 Mokkabohnen zum Garnieren

Zubereitung:

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Nachdem ich alles dekorativ vor mir aufgebaut hatte, kümmerte ich mich zunächst um den löslichen Kaffee.

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Er sollte mit einem Esslöffel kochenden Wassers aufgelöst und dann zum Abkühlen zur Seite gestellt werden.
Anschließend widmete ich mich der Butter, gab sie in einen Topf und ließ sie vorsichtig auf kleiner Flamme bräunen. Das dauerte gut 10 Minuten. Ich denke, das Bräunen ist wichtig für den späteren Geschmack der Kekse. Also, nicht einfach nur die Butter flüssig machen. Wir brauchen sie gebräunt – gewissermaßen als natürlichen Geschmacksverstärker.

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Nach dem Bräunungsvorgang die Butter wieder fest werden lassen. Ich habe sie hinaus in unseren derzeit angenehm kühlen Wintergarten gestellt. Das brachte recht schnell den gewünschten Erfolg.

Jetzt kam der spannende Moment. Die 75 g Mokkabohnen sollten gehackt oder grob gemahlen werden. Moment mal … 75 g? Äh, ja, aber in der Packung sind doch nur 75 g. Was, was nehme ich dann nachher noch für die Dekoration?

Und schon sind wir wieder bei der Blindheit. Vor lauter Begeisterung, die Mokkobohnen endlich gefunden zu haben, habe ich nicht darauf geachtet, dass 75 g in den Teig gehörten und weitere mindestens 50 Stück von den Bohnen noch für die Dekoration gebraucht würden. Wieder einmal dumm gelaufen! Mal vergesse ich die Eier, dann habe ich zu viel Teig und nun, nun habe ich nicht genug Mokkabohnen.

Okay, ich hätte jetzt schnell noch einmal loseilen können in den Supermarkt meines Vertrauens, zumal der Teig nach dem allgemeinen Verkneten eh eine Stunde im Kühlschrank ruhen sollte. Aber dazu hatte ich irgendwie so gar keine Lust. Tja, und wie ich noch aus früheren Zeiten weiß, Not macht erfinderisch.
Ich inspizierte, bevor ich mich  noch einmal voreilig ins vorweihnachtliche Gewühle stürzte, unsere Schokoladenvorräte. Mokkabohniges war schon mal nicht darunter. Das hätte mich auch ungeheuer überrascht.

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Aber viele kleine tobleronige Riegelchen sprangen mir förmlich entgegen. Gut, sie würden den Geschmack der Kekse sicher in eine etwas andere Richtung bringen, aber sicher nicht unbedingt in eine nachteilige. Kurzerhand zerschredderte ich die leckeren Schokoteilchen, gab alle anderen Zutaten hinzu und knetete alles gut durch.

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Fertig! Also, ab damit in den Kühlschrank! Der Teig sollte nun etwa eine Stunde in Ruhe seinem kalten Schicksal überlassen werden.

Uups, wie doch die Zeit vergeht. Die Stunde ist wie im Sauseschritt vergangen. Holen wir den Teig aus dem Kühlschrank. Schnell noch den Backofen ein wenig vorheizen – 180 Grad Umluft sollten genügen.  Nun formen wir aus dem Teig jeweils etwa walnussgroße Kugeln. Die Kugeln setzen wir mit etwas Abstand zueinander auf ein mit Backpapier oder Backfolie belegtes Blech und als kleines i-Tüpfelchen drücken wir ihnen je eine der schokoladigen Mokkabohnen aufs Haupt.

So, nun ab mit ihnen in den Ofen. Sie sollten etwa 10 bis 12 Minuten backen.

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Na, sieht das Ergebnis nicht vielversprechend aus? Und was soll ich sagen? Herr Silberdistel und ich mussten, wir MUSSTEN einfach, ob wir wollten oder nicht, wir MUSSTEN sogleich kosten.

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Der Duft der Mokkakekse war einfach unwiderstehlich. Der Duft? Nein, nicht nur der Duft! Sie sind überhaupt unwiderstehlich. Sie … sie machen süchtig! Ich musste die Dose gaaaanz weit wegschließen, damit zu Weihnachten noch welche übrig sind. Nein, nein, das halten wir nicht aus. Ich muss einfach nochmal und nochmal welche backen. Wir sind nach nur einem Keks unheilbar süchtig nach ihnen geworden. Also, wenn Ihr mit einer solchen Sucht leben könnt und wollt, dann dürft Ihr sie nachbacken. Falls nicht, dann lasst es lieber sein, denn einmal probiert, seid Ihr unhaltbar an diese Kekse verloren. Und mein Tipp: Macht sie unbedingt mit diesen Riegelchen, diesen Toblerdingsen. Ich glaube, die toppen als „geheime“ INNERE Zutat jede Mokkabohne. Aber obenauf ist die Mokkabohne selbstverständlich unverzichtbar, wenn nicht gar Pflicht.

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Uups, vor lauter Mokkakekssucht hätte ich fast vergessen,

Euch einen wunderschönen keksigen dritten Advent zu wünschen.

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Ach, und glaubt mir, nur mit diesen Mokkakeksen ist Advent Advent und Weihnachten erst Weihnachten. Also, schnell noch backen – es ist ja noch ein wenig Zeit 😉

„Los, Silberdistel, hol‘ sie her!“
„Was? Schuhe? Wessen Schuhe, Torty?“

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„Na, Deine Schuhe, Silberdistel! Ich muss gucken, ob was drin steckt. Heute ist doch Nikolaustag.“

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„Nikolaustag, aha, Torty. Aber denkst Du, der Nikolaus bringt auch etwas für Katzen? Ihr Katzen habt doch gewöhnlich keine Schuhe, in die er Euch etwas stecken könnte.“

„Darum will ich ja in Deine Schuhe gucken, Silberdistel. Vielleicht, vielleicht hat der Nikolaus, gerade weil wir keine Schuhe haben, einfach etwas für uns mit in Deine Schuhe gesteckt.“

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„Na, wenn Du meinst, Torty … Und? Hast Du was gefunden?“

„Ma a a a aauuu …“

„Wie? Ich hab‘ kein Wort verstanden, Torty.“

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„Da steckt was drin, Silberdistel, genau wie ich dachte. Warte, gleich hab ich’s.“

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„Hmmmm, Silberdistel, lecker  … meine Lieblingssorte.“

„DEINE Lieblingssorte? Aber, aber Torty, vielleicht war das ja eher was für mich. Außerdem, Torty, das ist mein Schuh und dann gehört mir auch, was drin steckt.“

„Nee, Silberdistel, so was magst Du nicht. Oder doch? Na, ich guck mal, ob noch mehr drin ist. Dann geb‘ ich Dir eins ab. Ich weiß, Du bist auch eine Käsematze und gibst mir manchmal was ab von Deinen Leckerlis.“

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„Boahhh, ich komm‘ nicht an, Silberdistel.“

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„Warte, warte … Silberdistel, gleich, gleich hab‘ ich’s!“

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„Da, Silberdistel, für Dich.“

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„Mampf, mmmm, mmmmm …“

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„Hmmmm, meine Lieblingssorte!“

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„Die Mädels sammeln die Leckerlis aus den Schuhen der Silberdistel. So was Dummes, wo doch der Nikolausbär sein ganzes Rucksäckchen voll mit unseren Lieblingsleckerlis hat. Wir haben sie ganz einfach aus dem Beutelchen geschüttelt und brüderlich geteilt – der Nikolausbär und ich.“  😉

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Wir Silberdistels wünschen Euch allen einen schönen, gemütlichen und kalorienreichen Nikolausnachmittag – egal ob mit Käse-, Schoko- oder keksigen  Leckerlis 😉

 

Es war kurz vor Sommerbeginn, als ich meiner Weigelie im Vorgarten einen kleinen Rückschnitt verpassen musste. Ich wollte unserem Postmann nicht ständig ein anstrengendes Hürdenlaufen zumuten.

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So musste ein etwas größerer Zweig dieses wunderhübsch blühenden Strauches weichen, weil er vorwitzig in den Zugang zu unserem Haus hineinragte.
Da er über und über mit Knospen bedeckt war, konnte ich mich einfach nicht dazu durchringen, ihn herz- und schmerzlos dem Kompost zuzuführen. So landete er in einer Vase. Vielleicht würden sich all die Knospen noch in wunderhübsche rote Blüten verwandeln. Ein Versuch war es mir jedenfalls wert.

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Und der kleine Weigelienableger enttäuschte mich nicht. Nicht nur die bereits vorhandenen Knospen entfalteten sich, es bildeten sich sogar noch etliche neue, die uns dann ebenfalls mit ihrem leuchtenden Rot erfreuten.
Und eines Tages entdeckten wir im sonnigen Morgenlicht an dem im Wasser stehenden Ende des Weigelienzweiges kleine Ausbuchtungen.

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Wollten das etwa Wurzeln werden? Gespannt beobachteten wir, was weiter geschah.

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Vier Wochen später war das im Wasser stehende Zweigende regelrecht aufgeplatzt.

Neue Blütenknospen hatten sich nicht mehr gebildet. Unser Zweig hatte jetzt anderes zu tun. An seinem im Wasser stehenden Teil waren winzige Wurzelfäden zu sehen und zahlreiche kleine helle Nasen.

Wie sich bald herausstellte, waren diese Nasen das Anfangsstadium weiterer Wurzeln. Am Ende war in der Vase ein richtig großes Wurzelgeflecht zu sehen. Leider habe ich das nicht mehr dokumentiert. Dummerweise ließ ich dieses Mal der Gärtnerin in mir den Vortritt und nicht der Fotografin. Die vielen Wurzeln hatten mich wohl so beeindruckt, dass ich nur noch ans Wohlergehen des Zweigleins dachte und nicht mehr daran, dieses schöne Naturwunder auch noch fotografisch festzuhalten.
Ich hatte in der Antwort auf einen Kommentar zu meinem ursprünglichen Beitrag versprochen, über den weiteren Werdegang der kleinen Weigelie zu berichten. Nun, das gesamte beeindruckende Wurzelgeflecht kann ich meinem Bericht nun zwar nicht mehr bildlich beifügen, aber alles andere möchte ich dann doch noch mit Euch teilen.

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Inzwischen hat die kleine Weigelie nämlich einen Platz ganz in der Nähe ihrer Urmutter in unserem Vorgarten gefunden. Dass ich hätte auch noch ein Bild ihrer Wurzeln machen sollen, fiel mir erst ein, als ich ihre Füße bereits mit Erde bedeckt hatte. Wieder ausbuddeln kam natürlich für mich nicht in Frage. Vielleicht hätte ich das zarte Geflecht damit am Ende noch beschädigt. So müsst ihr also Eurer Fantasie freien Lauf lassen. Aber ein richtiger Hobbygärtner kann auch das. Schließlich weiß er, wie ein prächtiges Wurzelgeflecht ausschaut.
Noch trägt meine kleine Weigelie ihr rotbuntes Herbstkleid. Und obwohl ich ihr am Ende nach einiger Überlegung doch keinen Pflanzschnitt verpasst habe, scheint es ihr gut zu gehen. Sie ist eine starke Pflanze, die sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Sie wird ganz sicher auch so gut klar- und bestens über den Winter kommen.
Und natürlich werde ich weiter aus ihrem Leben bei uns Silberdistels berichten 😉 😀

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Es wurde wieder einmal Zeit, unsere Schränke von Sommer auf Winter umzuräumen. Und da ich eh schon am Räumen war, nahm ich die Gelegenheit gleich wahr, um Schränke und Schubladen generell ein wenig auszumisten. Am Ende stand ein ganz ansehnlicher Sack mit Altkleidungsstücken & Co. vor mir.
Kaum hatte ich das gut gefüllte Teil bis zum Abtransport in die Ecke gestellt, war es auch schon besetzt – mit etwas Pelzigem.
Sollten die eben ausgesonderten Klamotten nun etwa doch in unserem Haushalt noch eine neue Bestimmung gefunden haben?

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Es schaut fast so aus. Prinz Keks im edlen Tigerlook hat endlich seinen ihm zustehenden Thron gefunden. Schließlich ist unser Keks so blaublütig wie der Müll-Thron, den er seit gestern besetzt hält. Okay, der Thron ist ohne Blüten, aber blau ist er schon.

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„Was? Müll-Thron? Silberdistel, da musst Du etwas verwechseln. Dieser Thron ist angenehm weich und von müllig weit entfernt. Er ist sowas von gemütlich. Die graue Eminenz und Torty werden vor Neid erblassen, wenn sie mich hier so königlich sitzen sehen. Und guck mal, wie schön er glänzt. Wenn das nicht königlich ist, dann weiß ich auch nicht.“

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„Was? Ich soll hier runter, weil Du meinen Thron wegbringen willst, Silberdistel?“

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„Nein, ich bleib hier sitzen. Da kannst Du Dich auf den Kopf und wieder auf die Füße stellen, Silberdistel. Ich geh hier nicht weg.“

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„So, und jetzt stör‘ mich nicht weiter, Silberdistel. Ich will meinen Thron genießen. Und denk nicht, Du kannst mich überlisten und mein neues Ruhemöbel heimlich wegschaffen. Der Thron bleibt hier! Und wenn Du mich schön bittest, darfst Du vielleicht später auch einmal ein kurzes Probesitzen drauf machen. Aber wirklich nur kurz.“

Es ist wieder einmal soweit – die Kraniche machen sich auf den Weg in südlichere Gefilde. In einem sind sie uns Menschen nicht unähnlich. Sie nutzen für ihre Reisen besonders gern schönes Wetter. So hörte und sah man sie hier während des goldenen Herbstzaubers ganz besonders oft. Und da ich in meinem Blog alljährlich von diesen wundervollen Kranichtagen berichte, gibt es auch in diesem Jahr wieder einige Bilder vom herbstlichen Zug dieser majestätisch anmutenden Vögel hoch über unserem Haus und Garten zu sehen.

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Übrigens brachte der Abend des Tages, an dem der Himmel besonders voll von Kranichen und die Luft erfüllt von ihrem melancholischen Gesang war, noch ein fantastisches Abendrot zustande – ein toller Abschluss für einen ganz besonderen Kranichabreisetag.

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Es sind doch tatsächlich bei uns noch einmal neue Untermieter eingezogen – die Art von Untermietern, die ein Federkleid tragen. Dieser Mal wurde aber nicht unser kleines Rosenschloss als Wohnsitz erwählt. Nicht, weil die Rosen rund ums Schlösschen gerade verblüht sind und der kleine Wanderwagen momentan vielleicht nicht mehr ganz so viel hermacht, wohl eher, weil die neuen Untermieter generell eine andere Wohnungsbauweise bevorzugen. Sie mögen es lieber ein wenig offener. Mehr wie ein Balkon sollte ihr Heim daherkommen.

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Unser Nistkasten für Halbhöhlenbrüter

Als nun unsere Kohlmeisen ihr Rosenschloss verlassen hatten, habe ich einen Nistkasten, der schon vor etwas längerer Zeit seinen ursprünglichen Platz räumen musste und für den ich bisher noch keinen neuen idealen Ort zum Aufhängen gefunden hatte, unter das Vordach zu unserer Haustür gehängt.  Ich hatte die Hoffnung, dass dieser Platz vielleicht  von einem Vogelpaar auf Hochzeitsreise entdeckt und für die Flitterwochen als bestens geeignet eingestuft werden könnte. Und tatsächlich, die luftige Sommervilla, ein Nistkasten für Halbhöhlenbrüter, wurde von einer Familie Hausrotschwanz entdeckt, inspiziert und für gut befunden.

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Unten links das Rosenschloss und oben rechts die luftige Sommerlaube

Bisher ging es dort oben immer noch recht ruhig zu und so waren wir Silberdistels zunächst nicht einmal ganz sicher, ob nach dem ersten Begutachten wirklich ein Einzug erfolgt war.
Seit einigen Tagen aber piepst es dort oben in einem ganz zarten mehrstimmigen Chor. Als ich am vergangenen Mittwoch und auch gestern wieder ein wenig in unserem Vorgarten herumwerkelte, wurde ich von Mama und Papa Rotschwanz ganz wüst beschimpft.

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Wie konnte ich aber auch so nah an ihrem Heim herumspringen. Nach ein paar Fotos von der schimpfenden Vogeldame hatte ich dann natürlich auch ein Einsehen und verlegte meine Werkelei an eine etwas entferntere Stelle.

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Auch wenn Frau Rotschwanz bald wieder ihrer Insektensammeltätigkeit für das Jungvolk nachging, behielt sie mich doch immer noch im Auge.

So konnte Frau Rotschwanz wieder unaufgeregt ihren Pflichten als Vogelmama nachgehen. Von unserer Zierkirsche aus beobachtete sie mich aber doch immer wieder. Man kann ja nie wissen, was so ein Mensch alles im Schilde führt.

Mal schauen, ob wir nun dieses Mal, den Ausflug der Jungvögel miterleben dürfen. Familie Kohlmeise hatte sich da ja leider nicht in die Karten schauen lassen und ihre Kinder nahezu heimlich ins feindliche Leben entlassen. Sollten wir jetzt mehr Glück haben, werde ich natürlich berichten.

Im Folgenden nun noch ein paar Bilder vom gestrigen Tag. Wie man sieht, gibt es wohl doch noch ein paar Insekten und offensichtlich fanden die beiden Altvögel immer recht schnell welche. Es war ein ständiges Kommen und wieder Losfliegen.
Lustig übrigens, wie sehr die beiden Federbälle auch mit vollem Schnabel noch mit mir schimpfen konnten, denn auch gestern wurde ich natürlich wieder als Störenfried eingestuft  😀

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Es war irgendwann Anfang Juni, als ich in unserem Vorgarten meine Weigelie ein wenig beschnitten habe. Ein kleiner Ast ragte etwas störend in den Weg hinein. Da der vorwitzige Zweig weder den Postmann noch andere Besucher zu Fall bringen sollte, musste er notgedrungen weichen. Dummerweise schmückte sich die Weigelie gerade mit ihren herrlich roten Blüten.

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Das machte mir den Rückschnitt natürlich gar nicht so leicht, zumal auch dieser Zweig etliche Blüten trug. Entsorgen konnte ich ihn nicht. Das ließ mein Gärtnerherz einfach nicht zu. Da es gewöhnlich immer mitdenkt, unterbreitete es mir auch gleich einen Vorschlag.

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Der Weigelienzweig könnte uns Silberdistels doch noch eine Weile in einer Vase stehend Freude bereiten. Gute Idee, dachte ich mir. Und so wanderte er in eine Glasvase und auf den Tisch in unserem Wintergarten.
Da stand er nun und entfaltete nach und nach noch viele weitere Knospen zu wunderschönen Blüten. Er zeigte sich überaus dankbar dafür, dass er noch eine zweite Chance bekommen hatte.

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Seine Dankbarkeit ging sogar noch viel weiter. Eines Morgens, Herr Silberdistel und ich saßen gerade im Wintergarten beim Frühstück, fragte er mich, ob er das richtig sehen würde, dass unser Zweig sich anschickte, Wurzeln zu schieben.
Jetzt schaute auch ich genauer hin und tatsächlich sah es so aus, als würde der Zweig zu ganz neuem Leben erwachen wollen. Die Rinde des Teils, der im Wasser stand, war an einigen Stellen aufgeplatzt und kleine weiße Knubbelchen schoben sich daraus hervor.

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Der Zweig wurde in dem Teil, der im Wasser stand und nun offensichtlich wurzeln wollte, dicker und dicker, sodass wir es für klüger hielten, ihn in eine andere Vase, eine mit einer größeren Öffnung, umziehen zu lassen.

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Sicher ist sicher, denn wer weiß, ob wir ihn am Ende, würde er weiter so an Umfang zunehmen, noch durch den schmalen Vasenhals hätten herausziehen können.

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Um es besser zu veranschaulichen, wie sich der Teil des Weigelienzweiges, der im Wasser stand, im Laufe der Wochen verwandelt hat, habe ich ihn zum Fototermin kurz aus der Vase genommen. Auf dem rechten Bild hier oben sieht man oberhalb meines Logos ganz deutlich eine kleines Würzelchen.
Was sagt mir also mein Zweiglein? Es lebt und möchte weiterleben. Das soll es auch. Es bekommt natürlich einen extra schönen Platz in meinem Garten. Hätte der Zweig nicht in einer Glasvase gestanden, wäre uns dieses kleine Wunder der Natur sicher entgangen. Wir Silberdistels fanden es überaus spannend, dabei zuschauen zu können, wie der Zweig zu neuem Leben erwachte. Für mich war es durchaus erstaunlich, dass der Weigelienzweig trotz zahlreicher Blüten und voller Belaubung Wurzeln geschoben hat. Das muss ein ziemlicher Kraftakt für ihn gewesen sein. Er hat sich also allemal verdient, dass er bald wieder in den Garten und somit in nahrhafte Erde umziehen darf.