Mit ‘Erdkröte’ getaggte Beiträge

… werden wir Silberdistels jetzt – wir machen Blogpause …

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… und sind dann also mal fort, weil … der Sommer hat noch einiges mit uns vor. Oder war es die Enkeltochter, die uns wieder einmal so allerlei Beschäftigung angedroht hat? Nun, wer auch immer, das wirkliche Leben meint, es gibt auch fernab von Schreibtisch und PC so allerlei Interessantes zu tun und zu entdecken. Und wenn wir jetzt nicht endlich zu unserer sommerlichen Entdeckungsreise aufbrechen, ist dieser ohnehin sehr schwächelnde Sommer vielleicht still und leise an uns vorüber gegangen und wir haben es noch nicht einmal gemerkt.

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Wir machen uns denn mal auf die Socken, um zumindest das Wenige, was der Sommer in diesem Jahr im Gepäck zu haben scheint, noch mitzunehmen.

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Unsere graue Eminenz hat sich schon mal den besten Platz gesichert – im Grünen, wie man sieht, noch dazu äußerst gemütlich gepolstert und für alle Fälle trocken. Man weiß ja nie, zumal der Sommer momentan sehr tränenreich unterwegs ist. Andererseits ist sie mit ihrem regensicheren Plätzchen dennoch dicht an der Natur – an Vogelgezwitscher, summenden Insekten und bunter Blumenpracht. Was will man mehr als Katzendame im fortgeschrittenen Alter?

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Andere aus der Familie Silberdistel schauen vielleicht lieber den Rotschwänzen bei ihrer Arbeit zu.

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Und sollte der Sommer doch noch heiß werden, dann wissen wir Silberdistels auch für Abhilfe zu sorgen.

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Dann machen wir es wie unsere Kröte Arni, wir springen ins kühle Nass. Nur keine Angst, wir bringen nicht Arnis kleines Gartenteichlein zum Überlaufen. Das lassen wir ihm. Wir springen lieber in die große Badewanne vor unserer Haustür – in unsere Ostsee.

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Und die silberdisteligen Familienmitglieder, die es nicht so gern nass mögen, die baden voller Vergnügen in der Katzenminze.

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Und noch wieder andere baden einfach in Glückseligkeit.

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Kurz und gut, jeder von uns wird den Sommer auf seine Weise genießen und am Ende hoffentlich ganz erholt und fit hier wieder in unser bücherstaubiges Stübchen zurückkehren. Ja, da dürfte es fast schon Herbst sein. Bis dahin aber alles Liebe für Euch, habt eine schöne Zeit und genießt auch Ihr den Sommer und lasst Euch nicht von seiner eventuellen kalten Schulter beeindrucken! 😉

Wie uns bereits mein Beitrag mit der Großfamilie Wespe bewiesen hat, ist es soweit. Das spannende Sommerabenteuer Garten hat wieder begonnen. Nicht nur Vögel und Co. suchen hier nach Futter für sich und den Nachwuchs, auch verschiedene Bodenbewohner sind gern in unserem grünen Reich unterwegs. Offensichtlich ist der Tisch reichlich gedeckt. Unsere Kröte Arni ist natürlich auch schon längst wieder aus ihrem Teich zu uns gewandert. Sie scheint durchaus gut über der Winter gekommen zu sein. Inzwischen sieht sie wie ihr menschliches Vorbild recht muskelbepackt aus. Unlängst marschierte sie wieder einmal den Gartenweg entlang und hielt Ausschau nach einem leckeren Abendmahl. Natürlich blieb das unserer Katzendame nicht verborgen.

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„Oh, Silberdistel, guck mal, wer da groß und dick und frech durch meinen Garten marschiert.“

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„Wo denn, Katze?“

„Na hier! Komm schnell!“

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„Ach Katze, das ist doch nur unsere Kröte Arni. Die darf hier umhermarschieren. Sie kümmert sich unter anderem auch um die vielen Schleimer, die Schnecken, die schon wieder so manchen Schaden an den Pflanzen angerichtet haben.“

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„Ach, ist sie deshalb so dick, weil sie sich diese ekligen Schleimer hinterhilft?“

„Sie mag auch Fliegen, frisst Würmer und Ameisen.“

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„Silberdistel, irgendwie riecht sie stinkig. Merkst Du das auch?“

„Nein, Katze, aber dann würde ich an Deiner Stelle nicht noch dichter herangehen. Am Ende sprüht sie Dir noch ihr Warzengift ins Gesicht.“

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„Wo will sie denn jetzt hin, Silberdistel?“

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„Ich glaube, Du bist ihr unheimlich, Katze.“

„Warum?“

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„Na hast Du sie nicht eben ganz böse angetatzt?“

„Ich wollte doch nur mit ihr spielen, Silberdistel.“

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„Siehst Du, Katze, jetzt hast Du doch noch dieses Ekelzeugs von der Kröte auf die Nase bekommen. Wer nicht hören will … Also, lass die Kröte in Ruhe.“

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„Och man, Ihr seid beide Spielverderber, Silberdistel, Du und die Kröte.“

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„Dann geh‘ ich jetzt eben wieder.“

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„Eklig! Wie furchtbar ich jetzt nach Kröte stinke. Das kriegt man gar nicht weggewaschen.“

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„Ist sie noch da?“

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„Ich seh‘ nix mehr. Wo ist denn bloß die Silberdistel?“

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Die Silberdistel hockt derweil mit der Kamera im Anschlag im Unterholz und schaut, wie es der Kröte geht. Aber die Kröte sieht ganz in Ordnung aus und sitzt zufrieden hinter einem großen Stein. So bleibe ich, wo ich bin, und hoffe, dass mir Arni, die Kröte, vielleicht noch das eine oder andere schöne Foto schenkt.

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Man muss sicher nicht unbedingt Goethes Farbenlehre studiert haben, um  zu merken, wie wundervoll das viele Gelb, das im Moment die Landschaft um uns verzaubert, auf unser Gemüt wirkt. Es heitert unsere Stimmung auf, erfreut unser Auge und erwärmt uns das Herz. Auf mich hat es genau diese Wirkung und ich würde es sicher auch ohne Goethes kluge Feststellung so empfinden 😉

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Mein Mecklenburg trägt gerade fast überall diese freundliche, sonnige und warme Farbe und sie steht ihm gut zu Gesicht.

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Natürlich hat der viele blühende Raps einen nicht unerheblichen Anteil am derzeitigen sonnigen Frühlingskleid meiner Heimat.

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Gestern war ich wieder einmal an dem kleinen Krötenteich, an dem ich im letzten Jahr rein zufällig genau zur Massenhochzeit der Kröten zur Stelle war. Jetzt, Mitte Mai, ist die Hochzeit der Kröten längst vorbei. Dass es aber auch in diesem Jahr eine gegeben haben muss, konnte ich dennoch deutlich erkennen.

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Das Ergebnis der Hochzeitsfeierlichkeiten schwamm nämlich als kleine schwarze Kindlein im Teich und ließ sich in seinem Uferbereich von der Sonne wärmen.

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Aber was den Teich für mich dieses Mal so ganz besonders anziehend machte, war seine leuchtend gelbe Umgebung und genau deshalb hatte ich ihm jetzt einen Besuch abgestattet. Ich wollte Euch ein Stückchen gelbes Mecklenburg von dort mitbringen. Der Krötennachwuchs war dabei eine interessante und wunderschöne Zugabe von Meister Frühling, und natürlich will ich Euch dieses kleine schwimmende schwarze Frühlingswunder ebenso wenig vorenthalten wie das leuchtende Gelb rund um die Krötenkinderstube mit seinen das Auge erfreuenden, das Herz erwärmenden und das Gemüt erheiternden Eigenschaften.
Aber nicht nur der Raps mit seiner sonnigen Farbe und seinem betörenden Duft verwandelt die Natur momentan in ein gelbes Wunderland, der Löwenzahn steht dem Raps in fast nichts nach. Lasst Euch mit mir verzaubern von dieser gelben Welt in meinem schönen Mecklenburg.

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Wir Silberdistels haben am vergangenen Wochenende wieder einmal die Vögel gezählt, die rund um unseren und in unserem Garten unterwegs waren. Der NABU hatte nämlich zur „Stunde der Gartenvögel“ aufgerufen und alle Vogelfreunde darum gebeten, eine Stunde lang die Vögel zu zählen, die man in seinem Garten beobachten würde. Natürlich hatte ich wieder zwei Mitarbeiter, die allerdings bei dieser Zählung nicht ganz so eifrig bei der Sache waren wie bei der „Stunde der Wintervögel“. Dieses Mal lagen meine pelzigen Mitarbeiter zu Beginn unserer Arbeit mehr faul herum, als dass sie mir eifrig beim Zählen geholfen hätten.

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Die Katzendame fand es wichtiger, sich mit ihrer Schönheitspflege zu beschäftigen als mit der Vogelwelt, was mich dann doch etwas verwunderte.

So machte ich mich erst einmal allein an die Arbeit. Es dauerte auch gar nicht lange, da entdeckte ich die erste Kohlmeise, die fleißig in unserer Stechpalme nach Insekten suchte. Wenig später zwitscherten einige Rauchschwalben am Himmel über mir miteinander. Ab und zu ließ sich eine von ihnen gegenüber auf dem Dach nieder und plauderte zu meiner Freude dort lustig weiter. Sie hatte ganz schön viel zu erzählen.

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Das alles störte unsere Katzendame wenig. Wahrscheinlich waren die Federbälle viel zu weit weg. Vielleicht hatte ich auch ganz einfach nur einen unpassenden Moment für meine Zählung gewählt, denn irgendwie war es wohl gerade Zeit für den Mittagsschlaf bei Katzens. … und wer zählt zu dieser für Katzen nachtschlafenden Zeit schon Vögel?

Ein wenig interessierter schaute meine graue Herrschaft dann allerdings doch, als unsere Amseldame in der Dachrinne unseres Wintergartens herumhüpfte und dabei laute Klopfgeräusche hören ließ. Auch in diesem Jahr hat es sich die Amsel wieder in den Kopf gesetzt, in meinem alten Kakteenregal brüten zu wollen. Ich hoffe, sie überlegt es sich noch anders, denn dort sitzt sie für die Katzen förmlich auf dem Präsentierteller. Allerdings konnte ich jetzt im Moment nicht bemerken, dass die Katze auffallend viel  Interesse für die Amsel zeigte. Lediglich an ihren Ohren war zu erkennen, dass die Katze den klopfenden Geräuschen doch aufmerksam lauschte. Aber schließlich wurde das Pochen fachkätzisch als etwas einsortiert, das nicht lohnte, dafür auch nur ein Auge zu öffnen. Herr Silberdistel, der eben noch ganz in ein Buch vertieft neben mir saß, war auch aufmerksam geworden. Gemeinsam schauten wir gespannt und sehr interessiert hinauf zum Dach des Wintergartens, in der Hoffnung, erkennen zu können, was die Amsel dort trieb. Wir wurden auch nicht enttäuscht, denn ein wenig später hüpfte die braune Dame aus der Rinne wieder hinauf auf die Dachkante. Im Schnabel trug sie eine Sammlung von alten und feuchten Blättern, die sich im Laufe der Zeit in der Dachrinne angesammelt hatten. Mit etwas Fantasie kann man es auf dem einen Bild, das mir davon gelang, vielleicht erkennen. Auf jeden Fall sieht man doch, dass Vögel nicht nur, wie unlängst unsere Hausspatzen, einen Tennisrasen in der Dachrinne anlegen. Andere räumen die Dachrinne durchaus auch vorbildlich auf. Die Amsel hat durch ihre Tätigkeit bei mir sogleich einige Pluspunkte gesammelt.

Die Katze machte weiter ihr Nickerchen und Herr Silberdistel zog sich jetzt ebenfalls zurück. So schaute ich allein weiter in meinen Garten und lauerte auf das Federvolk. Dabei glitt mein Blick immer wieder über die vielen Blüten in meinem kleinen Gartenreich. Täglich gibt es jetzt neue kleine und große Blühwunder zu entdecken. Mein Gärtnerherz macht jeden Tag über so viel Schönes kleine Freudensprünge.

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Plötzlich wuschelte etwas an meinem Bein entlang. Der Kater war’s, sagte damit: „Hallo!“, und setzte sich auf sein kleines Sonnenbänkchen im Wintergarten und schaute zu mir hinüber. Ob er seinen Mittagsschlaf abgebrochen hatte, um mir ein wenig bei meiner mühsamen Arbeit der Vogelzählung zu helfen? Irgendwie sah er noch immer recht verschlafen aus.

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… und plötzlich wurden wir alle, Mensch und Tier, dann doch hellwach. Es rumpelte und pumpelte über unseren Köpfen. War da schon wieder die Amsel unterwegs? Die Katzendame schnatterte dieses Mal ganz aufgeregt zum Dach hinauf.

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Wo schaute sie hin? Ach, jetzt sah auch ich, wer dort oben für Unruhe sorgte. Eine der beiden Ringeltauben, die sich vorgenommen haben, ihre Zelte in unserem Garten aufzuschlagen, saß mit einem Stöckchen im Schnabel auf dem Dach.

Von dort aus kann sie den Wacholder, der gleich neben dem Wintergarten steht, gut anfliegen. Seit einigen Tagen wird dort oben fleißig an einem Nest gearbeitet. Ich werde demnächst noch genauer berichten.

13-Katze geht nun doch auf Vogelpirsch

Die graue Eminenz, nun wohl doch endgültig vom Lärm der Taube aus dem Schlaf gerissen, beschließt, einen kleinen nachmittäglichen Gartenrundgang zu unternehmen. Die Taube auf dem Dach ist eh unerreichbar. Vielleicht kann sie ihrer Vogelzählerin ja den einen oder anderen Spatzen bringen. Gut getarnt schleicht sie durch den Garten. Schließlich versteht sie ihr Handwerk und weiß, wie man sich bei der Vogeljagd Vogelzählung bewegt. Wer, wenn nicht diese Katze, ist eine begeisterte Ornithologin, außer sie ist einmal ausgesprochen müde.

Zunächst entdeckt sie nichts Flatterndes und Fliegendes – nur Vergissmeinnicht, die kleinen blauen Blümchen, die nicht nur sie, sondern auch die Silberdistel sehr mag, und durch eine kleine Lücke in all dem Grün vor ihren Augen sieht sie die hübschen Tulpen, neben denen sie so gern liegt. Von dort aus kann man nämlich den Vögeln so schön beim Bade zuschauen.

Als die Katzendame noch einmal, um Zwischenmeldung zu machen, zur Silberdistel hinüberblickt, entdeckt sie dann doch tatsächlich den ersten Spatzen. Will er etwa auch im Wacholder sein Nest bauen, gleich neben der Taubenfamilie? Das muss unter Beobachtung bleiben. Als sich die pelzige Herrschaft weiter umschaut, sieht sie einen Vertreter der Feldsperlinge auf dem Dach gegenüber sitzen und gleich daneben unterhalten sich Frau und Herr Haussperling über den diesjährigen Nestbau. Vom Dachfirst eines anderen Hauses trällert Herr Amsel sein hübsches Lied. Für den Anfang gar nicht schlecht, was die Katze für die Vogelzählung aufzuweisen hat.

Inzwischen hatte sich auch der Kater auf den Weg gemacht, um zu schauen, ob er ebenfalls etwas für die „Stunde der Gartenvögel“ beitragen kann. Ach, da ist er ja schon wieder.

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„Silberdistel, zählst Du auch Frösche und Kröten?“

„Eigentlich nicht, Katerchen. Wieso? Hast Du welche gesehen?“

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„Hier im Teichlein sonnt sich gerade unsere Kröte Arni.“

„Ach, zeig, Katerchen! Oh, tatsächlich, ich dachte schon, er wäre uns untreu geworden, weil ich ihn im letzten Jahr dann gar nicht mehr gesehen habe. Wie schön, dann können die Gartenabenteuer mit Arni ja weitergehen. Hast Du sonst noch etwas entdeckt, Kater?“

„Ja, Silberdistel, die Blaumeise, die gerade neben Dir in der Stechpalme herumturnt, dann die Elster, die dort drüben auf dem Dach lärmt und die Klappergrasmücke hier oben im Hollerbusch.“

„Oh, Kater, da warst Du ja ganz schön erfolgreich. Dankeschön, dass Du mir dann doch noch geholfen hast.“

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„Na, Kater, findest Du Vogelzählung auch so anstrengend? Ich verstehe gar nicht, was die Silberdistel daran so entspannend findet. Für mich ist das aufregend und stressig und es macht soooo müde.“

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„Oh ja, Katze, ich finde das auch total anstrengend und ich muss mich jetzt erst einmal wieder von der anstrengenden Arbeit erholen.“

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„So, Silberdistel, dürfen wir nun ein Ruhepäuschen einlegen? Haben wir genug Vögel gezählt?“

„Naja, Katze, im Winter haben wir wohl auch nicht mehr unterschiedliche Arten gezählt. Auf jeden Fall war es nett, hier einfach nur zu sitzen und zu schauen, was in unserem Garten so los ist. Dank Katerchen wissen wir sogar, dass unsere Kröte Arni wieder in unserem Garten wohnt. Bestimmt werden wir bald noch andere Bewohner entdecken. … und während Ihr beide auf Vogelsuche unterwegs ward, habe ich noch einen Girlitz entdeckt, zwei Mäusebussarde kreisen sehen, ein Stockentenpaar über uns hinwegfliegen sehen und mehrere Silbermöwen haben sich ebenfalls noch sehen lassen. Also, ich finde, das ist gar nicht so übel. Danke für Eure Hilfe und nun ruht Euch ein wenig aus. Ich mache inzwischen die Meldung für den NABU fertig.“

Genau zehn Tage, nachdem ich in einem Teich in der Nähe meines kleinen Märchenwaldes ganz zufällig zahlreiche Kröten entdeckt hatte, war ich nun noch einmal wieder bei dem hübschen Gewässer. Natürlich interessierte mich brennend, ob die Kröten noch immer mit ihrer riesigen Familienkonferenz beschäftigt waren.
Mein kleiner Märchenwald, Ihr erinnert Euch ganz sicher an ihn, wird durch eine kleine Landstraße quasi in zwei Teile geteilt. Bisher kannte ich nur den Wald diesseits der Straße. Da ich natürlich endlich auch einmal schauen wollte, was sich jenseits der Straße verbirgt, verband ich meinen Besuch im Krötenreich dieses Mal mit einem Spaziergang durch den mir bisher noch unbekannten Teil meines Märchenwaldes. Dem ersten Anschein nach präsentierte sich der Wald hier genauso wild, unberührt und märchenhaft wie diesseits der Straße. Doch etliche Schritte später schon musste ich mich fast korrigieren, denn ich entdeckte zwischen den Bäumen schweres Arbeitsgerät für die Waldarbeit. Hier wurde der Wald scheinbar hin und wieder einmal aufgeräumt. Wenig später bewiesen mir fein säuberlich am Wegesrand aufgestapelte Baumstämme diese Vermutung. Ganz besonders erstaunt war ich, als ich scheinbar einen alten Naturlehrpfad entdeckte. Einige sehr alte und fast verwitterte Schilder wiesen darauf hin. Ich erfuhr durch sie z.B. einiges über „Japanische Lärchen“ und über die „Gemeine Fichte“, die in diesem Teil des Waldes wachsen. Ob ich auch zwei kleine Holz- oder Pflanzenschädlinge entdeckte? Vielleicht sollte ich mir die Mühe machen und meine beiden krabbelnden Entdeckungen ganz einfach bestimmen. Wie ich nun nach ersten Recherchen in meinen Büchern vermute,  könnte es sich um eine Beeren-Wanze (Dolycoris baccarum) und um einen Bockkäfer – einen Schrotbock (Rhagium Inquisitor) handeln.
Was dann wenig später überall summte und in der Luft fröhlich umhertanzte, das erkannte ich dann doch auch ohne Bestimmungsbuch und fremde Hilfe. Mitten im Wald traf ich auf eine recht ansehnliche Bienenwohnstätte. Hätte ich nicht gewusst, was dort so fleißig um mich herum schwirrte, dann hätte mich aber auch hier eine Informationstafel  über die kleinen summenden Insekten aufgeklärt. Aber so erfuhr ich sogar, dass es sich um Bienen der Rasse „Carnica“ handelte. Sie sollen sich laut Tafel durch ganz besonders große Sanftmut auszeichnen – keine Gefahr also für mich, von Tausenden von Bienen überfallen zu werden, wenn ich mich ruhig verhielt und einfach nur dem fleißigen Volk bei seiner Arbeit zuschaute. Bis zu 60 000 Bienen kann ein solches Bienenvolk umfassen, lernte ich. Beeindruckt schaute ich den betriebsamen Insekten eine Weile zu. Ein wahres Gewimmel war dort zu sehen. Ob es hier bald leckeren Waldhonig geben würde? Doch genug geschaut und spekuliert, ich wollte ja noch zum Krötenteich. So machte ich kehrt und suchte einen Weg, der mich in Richtung meines kleinen Gewässers führte.
Kurz bevor ich den Wald wieder verließ, um auf einem Fahrradweg weiterzuwandern, entdeckte ich etwas, das ich bisher immer für einen Mythos gehalten hatte – ein Waldklo. Wer hätte gedacht, dass es das wirklich und wahrhaftig gibt. Aber mein kleiner Märchenwald war ja schon immer für eine Überraschung gut. So hatte er es auch dieses Mal wieder geschafft, mich mit einem seiner kleinen Geheimnisse zu beeindrucken.
Einige wenige Häuser säumten meinen Weg. Fast wäre ich auf eine Storch-Attrappe in einem Garten hereingefallen. Mein Fotoapparat war sofort im Anschlag, als ich den Vogel entdeckte. Im ersten Moment sah er wirklich täuschend echt aus. Aber wie ich bei Michèle gelesen habe, lassen sich mitunter sogar die eigenen Artgenossen von solchen Attrappen kurzzeitig hinters Licht führen. Ein knappe Viertelstunde später stand ich dann am Krötenteich. Von den vielen Kröten war allerdings weit und breit nichts mehr zu sehen. So viel ich auch schaute, offensichtlich war die Krötenversammlung vorbei und die Prinzen und Prinzessinnen waren bereits wieder zu ihren Sommerwohnungen unterwegs. Vielleicht lauerte unsere Gartenkröte ja auch schon wieder irgendwo auf unseren Kater? Ich sollte den Pelzträger einmal befragen, ob er die Kröte vielleicht irgendwo im Garten schon wieder gesichtet hat.
Wenn auch, so sehr ich auch suchte, keine Kröten mehr zu entdecken waren, der Stockentenerpel war dem Teich treu geblieben. Seine Angetraute konnte ich allerdings nirgends entdecken und Stockentennachwuchs ebenso wenig. Ich will hoffen, dass sie nicht gar der Fuchs geholt hat. Aber vielleicht ist Frau Stockente ja noch ganz fleißig mit dem Ausbrüten der Eier beschäftigt. So winkte ich dem Erpel ein freundliches Lebewohl zu, schaute noch einmal zur Mühle in der Ferne hinüber und machte mich auf den Rückweg. Der lesende Radler, der mir schon zuvor aufgefallen war, saß immer noch auf seiner Bank und genoss den mittäglichen Sonnenschein. Schön war’s, er hatte Recht damit, es sich hier in der hübschen Natur mit einem Buch oder einer Zeitschrift gemütlich zu machen. Die Sonne meinte es inzwischen auch ganz besonders gut, meine Jacke war mir schon zu warm geworden. Ich zog sie aus, stopfte sie in den Rucksack und schlenderte langsam zurück zu meinem Märchenwald und zu meinem Herrn Silberdistel, mit dem ich dort verabredet war. Der gelbe Löwenzahn lockte mich immer wieder für ein Foto zu sich. Überall summte es. Die Bienen und Hummeln schienen die Sonne ebenso wie ich und der lesende Radler dort hinten zu genießen. Ein Stückchen begleitete mich noch einmal, wie schon auf dem Weg hinunter zum Teich, eine Bachstelze. Manchmal trippelte sie mit wippendem Schwanz vor mir her, dann flog sie wieder von einem der Pfähle, die den Weg säumten,  zum nächsten, um kurz darauf erneut kreuz und quer über den Weg zu wippen. Schließlich schien es, als erwarte sie mich auf einem der Holzpoller. Doch kurz bevor ich den Vogel erreicht hatte, setzte er mit einem kühnem Schwung über mich hinweg und ließ sich wenig später hinter mir auf einem der Holzpfähle nieder. Welch lustiges Spiel hatte er mit mir gespielt? Oder erschien es nur mir wie ein Spiel? Egal, was es war, Spaß gemacht hat es uns beiden.

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Na, erkennt Ihr sie wieder? Den Baum und den Teich? In meinem Montagsbeitrag waren sie hier bereits die Stars – dieser markante Baum und der kleine Teich mit dem so herrlich funkelnden Wasser. Ich hatte schon am Montag noch mehr Bilder versprochen und ich möchte nun heute gleich mein Versprechen einlösen.
Wenn ich das Wort Krötenwanderung lese, habe ich neuerdings immer unsere Haus- und Hofkröte vor Augen, die Kröte, die uns schon so manchen Sommer über in unserem kleinen Gärtchen mit ihren filmreifen Auftritten unterhalten hat. Ach, was heißt hier filmreif – sie ist ja schon längst über diesen dummen Reifeprozess hinaus, sie ist bereits ein richtiger berühmter Filmstar. In bereits zwei Filmen hatte sie eine Hauptrolle. Sie hat sich gar nicht erst lange mit kleinen Nebenrollen abgegeben. Ohne Umschweife griff sie sofort nach der Hauptrolle und meisterte diese glänzend. Allerdings habe ich unseren Star im Gewand einer Kröte in diesem Jahr noch gar nicht zu Gesicht bekommen. Ob sie noch fernab in dem Teich, in dem sie einst das Licht der Welt erblickte, weilt, um sich dort um den diesjährigen neuen Krötennachwuchs zu kümmern? Oder ob sie schon auf der Wanderung zu ihrem kleinen Sommerteich in unserem Garten ist? Ich hoffe, sie meistert ihre Wanderstrecke problemlos, denn sicher lauern unterwegs so mancherlei Gefahren. Wer weiß, wer alles Appetit auf einen fetten Krötenhappen hat. Die Straßen, die unser Sommergast eventuell überqueren muss, sind sicher auch nicht so ohne. Ich hoffe, unsere Kröte schaut aufmerksam nach links und rechts, bevor sie die gefährliche Fahrbahn überquert. Ich werde erst wieder erleichtert durchatmen können, wenn ich weiß, unsere überaus begabte Schauspielerin ist wohlbehalten in unserem Garten angekommen. Vor einigen Tagen wurde ich übrigens genau hier an diesem kleinen Teich an unsere Filmdarstellerin erinnert. Ich stand am Ufer und schaute bewundernd auf das fast an einen blinkenden Sternenhimmel erinnernde Wasser. Fasziniert betrachtete ich das Funkeln der im Sonnenlicht glitzernden Wellen. Da sah ich auf einmal auf dem Wasser eine kleine sich immer weiter ausbreitende Wellenbewegung. Ganz langsam verteilte sie sich von einem winzigen Punkt aus über dem Wasser. Immer größer wurden die Kreise, die vorderen verebbten am Ufer, die hinteren setzten ihren Weg über den Teich fort, wurden langsam flacher und unscheinbarer und liefen schließlich irgendwo in der Mitte des funkelnden Sternenteppichs aus. Lag hier vorn an diesem kleinen Punkt, von dem die Wellen auszugehen schienen, ein Ast im Wasser, den ein Fisch in leichte Schwingungen versetzt hatte? Erneut bemerkte ich das gleiche Spiel wie zuvor. Neugierig geworden schaute ich nun doch etwas genauer hin, ging so dicht wie möglich ans Wasser heran und dann … dann musste mich der Ast entdeckt haben. Er tauchte unter und war fort. Doch nein, einen Augenblick später entdeckte ich ihn erneut – rechts von mir, dicht unter der Wasseroberfläche. Dann sah ich es genau, mein Ast hatte vier Schwimmfüße, einen Kopf mit einem breiten froschähnlichen Maul, braune Augen und ganz viele kleine Warzen auf dem Körper. Hi, hatte ich hier den Geburtsort unserer Haus- und Hofkröte gefunden? Oh, und was war das denn? Jetzt erst fiel mir auf, dass es überall am und im Wasser nur so umherwuselte. Meine Kröte war nicht allein. Offensichtlich hatte das große Krötentreffen bereits begonnen. Krötenfrau und Krötenmann hatten sich, wie sie es alljährlich zu tun pflegen, zusammengefunden, um für den nächsten Nachwuchs zu sorgen. Dann würde unsere Kröte, unser hauseigener Filmstar, wohl bald wieder bei uns eintreffen, denn die wichtigste Aufgabe in diesem Jahr wäre dann wohl bald vollbracht, die, für den Krötennachwuchs zu sorgen. So können wir uns schon jetzt auf einen hoffentlich wiederum ereignisreichen Krötensommer in unserem Garten freuen.
Übrigens waren nicht nur die Kröten mit der Erschaffung der Welt einer neuen Krötengeneration beschäftigt, auch ein Entenpaar hatte an diesem Teich ein hübsches kleines Zuhause für seinen Entennachwuchs gefunden. Dem Stockentenerpel kann man auf einem meiner Fotos bei der Gefiederpflege zuschauen. Die Dame saß ein Stückchen weiter nahezu unsichtbar auf einem Nest. Auch hier scheint also der Nachwuchs in Arbeit zu sein. Vielleicht kann ich sogar bei einem weiteren Teichbesuch kleine gelbe Entenbällchen bewundern.

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Unsere Kröte hat mehrere kleine Rückzugsorte in unserem Garten. Der eine ist der unter den Ziegelsteinen. Wir konnten unlängst ihre sportlichen Übungen beobachten, als sie sich durch eine überaus schmale Lücke zwängte, um in den Hohlraum zwischen den Steinen zu kommen.
Ein anderes Zimmerchen hat sie sich unter unserem Geräteschuppen eingerichtet. Als ich kürzlich mit meiner Kamera vor dem blühenden Majoran in meinem Garten saß, um die Bienen, die hier fleißig nach Nektar Ausschau hielten, zu fotografieren, tauchte plötzlich die Kröte unter dem Schuppen auf. Als sie mich entdeckte, blieb sie wie angewurzelt sitzen, doch dann rannte sie plötzlich los. Ich dachte gar nicht, das Kröten so schnell sein können. Sie peilte offensichtlich unsere beiden kleinen Teiche an. In den letzten Tagen war es scheinbar sogar der Kröte zu warm. Eine kleine Abkühlung musste her. Schnell eilte sie auf die Teichlandschaft zu. Dann jedoch wurde sie von dem kleinen Drachen, der vor den Teichen Wache hält, aufgehalten. Es sah fast so aus, als suche sie Schutz bei dem grünen Ungeheuer. Der Drache jedoch kicherte ganz entsetzlich los und konnte sich kaum noch halten vor lauter Lachen. Er ist nämlich furchtbar kitzlig. Die Lacherei war nun wieder nichts für die Kröte, die sich ausgelacht fühlte, weil sie sich vor dieser harmlosen Menschenfrau ein wenig fürchtete. „Hihihihihiiiiii, die … hihihi … die, die tut Dir nichts. Die ist nur wieder hinter einer Geschichte für ihr Blog hinterher. Die ist total harmlos. Hihihihiiii … tu einfach so, als wär sie gar nicht da. Hihihihiiii … hör endlich auf mit der Kitzelei … hihihiiii.“ Vorsichtig in meine Richtung äugend löste sich die Kröte etwas beleidigt vom schützenden Drachen, kroch langsam und mich dabei doch ein wenig misstrauisch beobachtend am daneben liegenden Stein vorbei und kletterte schließlich auf den Teichrand. Das rettende Nass vor Augen stürzte sich das Krötentier über den Rand des Teiches, verharrte kurz auf einem Teichrosenblatt, um dann in die Fluten des Miniteiches abzutauchen. Aber irgendwie war sie auch neugierig. Es dauerte gar nicht lange, da tauchte sie ein Stückchen weiter wieder auf und schaute zur Knipserin hinüber, als wollte sie sich davon überzeugen, ob die auch wirklich so harmlos war, wie der Drache gerade behauptet hatte. Gucken konnte man ja, zur Not wäre sie hurtig wieder abgetaucht. Aber dann ging sie irgendwann einfach weg, diese Menschenfrau, die die Kröte nun schon so oft in diesem Garten getroffen hatte. Wahrscheinlich hatte der Drache wirklich recht und sie war tatsächlich harmlos. Naja, oft genug hatte sie ihr schon die Katzen vom Leib gehalten, dabei dachte die Kröte bisher immer, dass die Menschenfrau wohl ganz einfach Angst um diese Katzen hatte, denn die Kröte wusste sich sehr wohl gegen die beiden Pelzmonster zur Wehr zu setzen. Das war natürlich der Menschenfrau nicht verborgen geblieben. Oder galt die Sorge der Frau vielleicht doch ihr, der Kröte? Wenn die pummelige Warzenträgerin es jetzt recht bedachte, vielleicht war diese Zweibeinerin ja sogar eine viel bessere Kröten-Beschützerin als dieser dumme kitzlige Drache. Wer weiß? Aber das würde die Kröte ganz bestimmt noch herausfinden.

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