Mit ‘Eisenbahnbrücke’ getaggte Beiträge

Na, schon wieder erholt vom Rundgang durchs mecklenburgische Pentagon? Dann können wir uns heute doch noch zu einem kleinen Spaziergang entlang der Elbe aufmachen. Wie ich bereits am Mittwoch berichtete, hatten wir am Tage unseres Ausflugs zur Festung Dömitz noch eine andere Verabredung. Die Zeit war durch unser Umherstreifen im Festungsgelände doch schon ein wenig vorangeschritten, dennoch wollten wir uns einen Blick auf die schöne Elbgegend nicht ganz entgehen lassen. Ein wenig von ihrer Schönheit hatten wir bereits von der Festung aus erahnen können.

Die Elbe und eine der Brücken, die wir bereits von der Festung aus sehen konnten

Die Elbe und eine der Brücken, die wir bereits von der Festung aus sehen konnten

Also würden wir uns noch eine kleine halbe Stunde abknapsen und den Fluss, der hier in der Gegend lange Zeit als Grenzfluss zwischen den beiden deutschen Staaten dahinfloss, ganz aus der Nähe anschauen. Fast sofort fiel unser Blick wieder auf das blaue Wunder im Hintergrund, das erst nach der Wende wieder aufgebaut wurde und seit Ende 1992 wieder Ost und West miteinander verbindet. Die zuvor an dieser Stelle die Elbe querende Straßenbrücke war 1945, wie auch die alte Eisenbahnbrücke, von der weiter unten noch die Rede sein wird, durch einen Bombenangriff zerstört worden. Während der Jahre der deutschen Teilung sah man keine Notwendigkeit, die Strombrücke wieder aufzubauen. Erst 1991 begann man, an der alten Stelle einen neuen Brückenzug zu legen, der nun die Lücke in der B 191 wieder schließt.

Wir haben plötzlich einen vierbeinigen Begleiter

Wir haben plötzlich einen vierbeinigen Begleiter

Wir waren noch in den Anblick der Elbebrücke vertieft und noch gar nicht richtig unterwegs, als wir Zulauf erfuhren, tierischen Zulauf. Ein Hund gesellte sich zu uns, lief fröhlich mal neben Herrn Silberdistel, dann wieder neben mir her, so, als würden wir Herrchen und Frauchen sein. Blieben wir stehen, blieb er ebenfalls stehen, gingen wir weiter, folgte auch er uns. Weit und breit war kein anderes Herrchen oder Frauchen zu sehen. Seltsam! Waren wir jetzt etwa auf den Hund gekommen? Hatte jemand den kleinen Bello hier an der Elbe nach einem Spaziergang vergessen? Nachdem uns der Vierbeiner eine ganze Weile begleitet hatte, verschwand er plötzlich quer über eine der Wiesen in Richtung der Häuserzeile, die wir nicht weit vom Elbufer aus sehen konnten. Sicher gehörte unser zeitweiliger Begleiter dort irgendwohin.

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Die Elbe ganz nah

Beruhigt darüber, dass Bello nun sicher nach Hause gelaufen war, schlenderten wir vom Elbdamm hinunter zum Wasser, genossen die Ruhe, die sanft plätschernden Wellen und das viele Grün um uns. Schön war’s hier.

In der Ferne stromert eine Katze durchs hohe Gras

In der Ferne stromert eine Katze durchs hohe Gras

In der Ferne stromerte eine Katze durchs hohe Gras. Wahrscheinlich war sie gerade auf der Jagd. Ein Falke zog über uns hinweg und auch ein Milan war noch einmal zu sehen. Ob es der war, den wir über dem Festungsgelände beobachtet hatten?

Ein einsamer Paddler zieht an uns vorüber

Ein einsamer Paddler zieht an uns vorüber

Auf dem Wasser war allerdings wenig Betrieb. Erstaunlich für einen Fluss, den wir aus Magdeburg doch als recht stark befahren kennen. Ein einsamer Paddler mit seinem Boot war das einzige Wassergefährt, das an uns vorüberzog.

In der Ferne sehen wir die alte Eisenbahnbrücke, die einst die Elbe querte

In der Ferne sehen wir die alte Eisenbahnbrücke, die einst die Elbe querte

In der Ferne waren die Reste der Eisenbahnbrücke zu sehen, die einst die Elbe querte und Teil der Bahnstrecke von Wittenberge nach Lüneburg war. Auch sie wurde in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 Opfer eines Luftangriffes. So stürzte ein Teil der zerstörten Brücke in die Elbe. Da das Bauwerk die innerdeutsche Grenze querte, wurde auch hier, wie schon bei der oben erwähnten Straßenbrücke, auf einen Wiederaufbau verzichtet. Heute existieren nur noch am Westufer der Elbe einige Brückenelemente, die inzwischen aber unter Denkmalschutz stehen. Ein Teil der östlich zunächst noch vorhandenen Brückenreste wurde wegen Einsturzgefahr 1978 abgerissen, der Rest folgte 1988. Auch aus der Ferne sieht die Brücke noch immer nach einem imposanten und irgendwie auch interessanten Bauwerk aus. Vielleicht sollten wir sie irgendwann noch einmal ganz aus der Nähe betrachten.

Zurück geht's zum Parkplatz, auf dem unser Auto wartet

Zurück geht’s zum Parkplatz, auf dem unser Auto wartet

Für heute haben wir aber erst einmal genug Elbgegend beschaut und Brücken betrachtet, wir laufen hinüber in Richtung der Häuserzeile, in die „unser“ Hund verschwunden ist. Die schmale Straße vor den altertümlichen Häusern sollte uns, wenn wir uns jetzt nicht sehr täuschen, zurück zum Parkplatz, auf dem wir unser Auto abgestellt haben, führen. Unterwegs entdecke ich noch allerlei, das per Kamera eingesammelt werden will und vielleicht einen kleinen Eindruck von dem der Elbe zugewandten Teil der Stadt Dömitz vermittelt. Ein kleines Café macht einen sehr gemütlichen Eindruck auf uns und plötzlich spüren wir Appetit auf ein Eis. Doch leider sind im Gartenbereich alle Tische besetzt und drinnen möchten wir bei dem inzwischen überraschend schönen Wetter nicht sitzen. Ein wenig traurig machen wir uns wieder auf den Weg. Aber da wartet ja noch unsere Verabredung für heute und wer weiß, vielleicht werden wir ja noch mit allerlei Herrlichkeiten verwöhnt.

Unser Freund ist wieder da und begrüßt mich freudig

Unser Freund ist wieder da und begrüßt mich freudig

Wir denken, dass wir das Eis durchaus verschmerzen können. … und dann sind wir doch tatsächlich schon wieder am Parkplatz und ich denke, ich traue meinen Augen nicht. Wer kommt fröhlich auf mich zugelaufen? Richtig, der kleine Bello, der uns eben noch ein Stückchen begleitet hatte. Von einem der parkenden PKWs kommt eine Frau auf mich zu und sagt: „Hier sucht jemand ein Zuhause. Er ist ganz lieb und freundlich. Aber wir haben schon einen Hund. Wir können ihn nicht nehmen.“ „Wir auch nicht, wir haben zwei Katzen“, antworte ich. „Ach, das macht nichts, unser Hund versteht sich auch mit Katzen“, höre ich darauf. Bello scheint aber nur für den Tag ein wenig Zerstreuung gesucht zu haben, denn plötzlich ist er wieder irgendwohin verschwunden. Wahrscheinlich hat er gehört, dass er gerade an die Frau oder den Mann gebracht werden sollte und das ist ihm dann doch nicht so lieb. Freiheit ist doch viel schöner und die scheint er in vollen Zügen zu genießen und für eine halbe Stunde Freundschaft mit einem Spaziergänger zu schließen, das scheint ihm völlig zu reichen. Sicherheitshalber steigen wir doch schnell in unser Auto ein, bevor Bello noch einmal wieder auftaucht und wir am Ende wirklich zum Herrchen und Frauchen werden. Wir machen uns dann doch lieber ohne Hund auf zu unserem nächsten Termin, auf den wir uns schon sehr freuen und eigentlich waren wir dort auch ohne Hund angekündigt.
Am späten Abend sind wir von einem abenteuerlichen und schönen Tag wieder zurück. Unsere Katzen schauen uns vorwurfsvoll an und verstehen wohl nicht, dass wir auch manchmal Besseres vorhaben, als ihnen beim Schlafen zuzuschauen. Aber sie kommen noch zu ihrem Abendspaziergang im Garten und damit ist uns dann unsere lange Abwesenheit schon wieder verziehen. Von unserer Hundebekanntschaft verraten wir ihnen lieber nichts.
So, wer mag, der kann jetzt noch einmal mit uns an der Elbe bei Dömitz entlangspazieren, idyllische alte Häuschen anschauen und nebenher eine nette Hundebekanntschaft machen.

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