Mit ‘Eis’ getaggte Beiträge

Bei uns Silberdistels passiert nichts, ohne dass uns unsere pelzige Herrschaft dabei auf die Finger schaut.
Da wir unlängst noch einmal ein paar frostige Tage hatten, wollte ich die Gelegenheit nutzen, um unseren Kühlschrank wieder einmal abzutauen. Kurzentschlossen entzog ich dem eisigen Teil seine Nahrungsquelle und räumte schnell seinen gesamten Inhalt hinaus in die Gartenkälte. Dort herrschten zwar nicht gerade -18° C, aber die Minustemperaturen, die der frostige Garten zum Zeitpunkt meiner Abtauorgie gerade hergab, sollten für die Lebensmittel dennoch reichen, um die Abtauphase des Kühlschranks dort schadlos überstehen zu können.
Ich hatte den Gedanken, dass der Kühlschrank wieder einmal abgetaut werden müsste, noch nicht einmal richtig zu Ende gedacht, da war bereits mein Mir-auf-die-Finger-schau-Spezialist Torty zur Stelle.

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„Wow, Silberdistel, wo hast Du das ganze Futter gelassen?“

„In den Garten hinaus gestellt, Torty, ich muss den Kühlschrank abtauen und saubermachen. Gehst Du mal zur Seite, damit ich einen Stuhl vor den Kühlschrank stellen kann.“

„Warum Silberdistel, ist Dir zu warm?“

„Torty, Du bist ein Schelm! Nein, ich will mich draufstellen, damit ich auch ganz oben im Schrank alles saubermachen kann.“

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„Zur Seite genug, Silberdistel?“

„Ja, Torty, danke.“

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„Bist Du nun endlich fertig, Silberdistel? Ich muss jetzt mal gucken, was da immerzu so klappert und plätschert.“

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„Torty … aber Torty, lass mich doch noch … ich muss doch den Stuhl noch … wegräumen …“

„Nein lass mal, Silberdistel, so kann ich alles besser beobachten. Da muss was undicht sein, Silberdistel, es tropft überall. Hast Du das schon gesehen?“!

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„Guck, da unten, Silberdistel, tropft es auch – platsch, platsch und schon wieder platsch.“

„Ja, Torty, ich weiß, aber jetzt runter vom Stuhl! Ich will ihn wegräumen und mich dann um die Tropfstellen kümmern.“

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„Jetzt regnet es schon richtig da drinnen, Silberdistel.“

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„Boahh, in der Schüssel ist ja Winter, Silberdistel. Hast Du das aus unserem Teichlein draußen im Garten geholt?“

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„Nein, Torty, das war im Kühlschrank. Das Eis hält unser Futter frisch. Inzwischen war aber die Eisschicht im Kühlschrank schon ein wenig zu dick und darum sollte das Eis abtauen. Sonst haben wir am Ende mehr von dem Eis im Schrank als Futter.“

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„Boahhh, wie das tropft, Silberdistel!“

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„Oh, was war das? Ein Eisstückchen ist runtergefallen. Hast Du gehört, wie es geklappert hat, Silberdistel?

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„Guck, Silberdistel, hier ist es!“

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„Soll ich es in die Küche schießen?“

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„Dann können wir damit eine Runde spielen.“

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„Und am Ende schwimmt die ganze Küche, Torty, weil das Eis beim Spielen weggeschmolzen ist.“

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„Och menno, Du bist ein Spielverderber, Silberdistel.“

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„Dann esse ich es eben auf, so.“

„Und? Lecker, Torty?“

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„Erfrischend, Silberdistel. Solltest Du auch mal kosten. Aber Du kannst Dir ja ein Großes aus der Schüssel nehmen.“

Eigentlich hatten wir gedacht, wir könnten am Sonntag so richtig schön ausschlafen, d.h., wenn unsere Katzen das zulassen würden. Aber vielleicht hatten sie Mitleid mit ihrem Personal, das ihnen gewöhnlich Tag für Tag fast rund um die Uhr zur Verfügung steht und ihnen jeden noch so kleinen Wunsch von den Augen abzulesen versucht. Ja, wir versuchen es, in den Katzenaugen zu lesen. Ob das immer 100 %ig gelingt, das steht auf einem anderen Blatt. Aber darüber reden wir jetzt nicht. Das wäre, wie sagte doch Fontane schon? Richtig, das wäre ein weites Feld. Aber zurück zu unserem Ausschlafwunsch vom Sonntag. Wir Silberdistels schlummerten, fein bis über die Ohren zugedeckt, damit wir nicht am Ende doch noch ein leises Maunzen zu früher Stunde vernehmen mussten. Ich träumte, dass ich schlief – tief und fest. Und plötzlich setzte in meinem Traum ein wahres Trommelfeuer ein. Irgendwer hämmerte lauter und lauter an unsere Schlafzimmertür. Nein, nein und nochmals nein, ich würde nicht wach werden. Doch das Hämmern ließ nicht nach. Was lärmte hier nur so furchtbar? War irgendetwas passiert? Brannte unser Haus und ein Feuerwehrmann pochte an unsere Schlafzimmertür? Aber warum kam er dann nicht hinein? Wir schließen doch gewöhnlich nicht ab. Oder war es am Ende eine Katze in Not, die wie wahnsinnig an die Tür trommelte? Allmählich dämmerte ich fort aus meinem Traum und das Geräusch verwandelte sich vom Türpochen in ein Fenstertrommeln. Kein Feuerwehrmann weit und breit, kein Brandgeruch stieg mir in die Nase und auch von einer an die Tür hämmernden Katze war nichts zu vernehmen. Kein panisches Maunzen zum Trommeln. Nur dieses eklig laute Geräusch, das, wie mir jetzt schien, von den Dachfenstern zu mir rüber drang. Was war das nur, das da unseren Schlaf so überaus unfreundlich störte? Inzwischen war wohl auch mein Herr Silberdistel aus seinem Schlummer in den frühen Sonntag gerissen worden. Ich hörte neben mir ein schlaftrunkenes: „Was ist das denn?“ Derweil ein wenig wacher konnte ich sogar schon wieder minimal denken und fragte: „Hagelt es oder was ist das?“ Ich kam mir verdammt unausgeschlafen vor, rappelte mich dennoch hoch und wankte zum Fenster, von dem aus es immer noch heftig trommelte.

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Als ich dann aus dem Fenster schaute, hörte ich doch tatsächlich jemanden ganz frech rufen: „April, April …!“, und dann prasselten zu den bereits reichlich vorhandenen weitere viele kleine weiße Kugeln auf das Dachfenster. Was war das für ein Scherzkeks, der da eben gerufen hatte? War das etwa der Herr April persönlich? Träumte ich denn immer noch? Verwundert blickte auf das Dach unterhalb des Fensters.

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Fröhlich purzelten die weißen Kugeln vom Fenster aus die Dachschräge hinunter, drängten und schubsten sich gegenseitig und blieben schließlich kichernd als fette weiße Streifen auf den Dachziegeln liegen. Durch den kalten Luftzug am Fenster war ich etwas wacher geworden und mein Gehirn bemühte sich, von der Sparflammenschaltung herunterzukommen. Immerhin konnte es mir in einem lichten Moment mitteilen, dass in der Tasche dort drüben auf dem Stuhl meine kleine Kompaktkamera stecken müsste. So wankte ich also zur Tasche und kramte das Knipsding hervor. Ein Täter- oder/und Tatortfoto konnten sicher nicht schaden. Wer weiß, wozu das noch gut sein könnte. Bloß … hm, wo war er nur, der da eben noch gerufen und säckeweise Gefriergut auf unser Dach geschüttet hatte? Er war verschwunden, als ich erneut am Dachfenster auftauchte. Oder war das alles nur Einbildung oder gar Traum gewesen? Wahrscheinlich aber war er ganz einfach bereits zum nächsten Tatort geeilt, um weitere noch wonniglich in den Federn Ruhende am heiligen Sonntagmorgen um 6.00 Uhr früh aus dem Schlaf zu trommeln. Egal jetzt, mir war noch nach einer Mütze voll Schlaf zumute und meinem Herrn Silberdistel auch, wie ich sehen konnte. Er schlummerte schon wieder tief und fest.
Gut 1  1/2 Stunden später weckten mich leise Kratzgeräusche an der Tür und ein erst vorsichtig klingendes, dann immer energischer werdendes, Mauuuu drang an mein Ohr. Oh, die Herrschaft hatte Hunger. Aber immerhin hatte sie uns nach dem Schreck in der frühen Morgenstunde noch ganz schön lange schlafen lassen. Also, raus aus den Federn!
Bald darauf waren wir Silberdistels frisch geduscht und gekämmt und die Katzen sonntäglich gestriegelt und gebügelt. Wenig später waren auch noch die drei pelzigen Bäuchlein mit einigen leckeren Frühstückshappen gefüllt, der Tag konnte also beginnen – mit dem üblichen Rundgang durch den Garten.

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Doch was lag da auf der Fußmatte? Igitt! Lauter kleine eisige Bällchen hatten es sich dort bequem gemacht. Während die Katzen irritiert in ihren Garten starrten, schaute ich, ob der freche April im Morgengrauen nicht am Ende gar all meine Blumen zunichte gemacht hatte.

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Erleichtert stellte ich fest, dass durch den morgendlichen Trommelwirbel augenscheinlich nichts Blumiges zu Schaden gekommen war.

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Während ich so in die Runde blickte, tat es mir Keks gleich. Er ließ sich zwei Schritte von der Wintergartentür entfernt im Garten nieder und schaute wie ich in die feuchtkalte Natur. Unsere weise graue Katzendame steckte nur kurz die Nase raus und verschwand dann gleich wieder im Haus.

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Torty inspizierte mit spitzen Pfoten den nahen Gartenstuhl und die kleinen kalten, inzwischen schon etwas wässrigen, Kugeln darauf.

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Und dann werkelte plötzlich der Herr April wieder los – dieses Mal hatte er Schnee im Gepäck. Katzen und Silberdistel eilten hinein und verbrachten den Rest des Tages lieber im Haus, denn draußen gaben sich Schnee und Regen im Wechsel die Hand und winterlich kalt war’s auch – mehr die Zeit, um am warmen Öfchen zu sitzen, ein Märchenbuch zu lesen und sich mit einem heißen Kakao warmzuhalten. So verging der Sonntag dann doch noch ganz gemütlich und am Ende waren auch Schnee und Eiskügelchen wieder verschwunden – so, als wäre nichts gewesen.

Gestern gab es hier ein rätselhaftes Foto zu sehen. Von etlichen Rätselbegeisterten wurde in die richtige Richtung getippt – etwas Eisiges oder Gefrorenes. Aber, ich bediene mich jetzt mal bei Fontane, so pauschal eisig war es mir dann doch ein zu weites Feld. Eisig oder Gefrorenes kann alles sein von leckerem Speiseeis über Eingefrorenes aus dem Tiefkühlschrank über einen zugefrorenen Bachlauf, See oder Teich bis hin zum Schneemann. Ich wollte es gern noch etwas genauer wissen. Bei der mehr beiläufigen Bemerkung vom Katerchen neigte ich schon fast dazu, das Fotorätsel als gelöst zu betrachten, aber da gab es Gegenstimmen aus meinem Garten. Katerchen hatte nämlich geschrieben, sie hätte zunächst an eine zugefrorene Pfütze gedacht. Pfütze wollten meine beiden Miniteiche im Garten nicht so ganz gelten lassen. Ein bisschen mehr wären sie ja wohl doch, vielleicht nicht umfänglich größer, auf jeden Fall aber tiefer als eine schnöde Pfütze, dienen sie im Sommer doch als wichtige Frosch- und Krötenbadestätte. Sogar Molche haben sie bereits beherbergt.

Bärchen am Teich

Es handelt sich genau um die beiden Teichlein, die unser Bärchen so sehr liebte und an denen er gern ein Sonnenbad nahm. Und da wäre doch Pfütze wirklich ein wenig unter der Gürtellinie 😉

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Für den silbernen Schimmer der Eisfläche war wohl die Sonne zuständig, die sich dann bei meiner Nahaufnahme ganz schön ins Zeug gelegt hat. Aber nun schaut selbst die eisigen Kleinode in meinem Gärtchen an, um die herum es im Moment noch recht karg aussieht. Aber das wird sich im Laufe des Sommers wieder gewaltig ändern. Ein bisschen Grün drumherum hat sich bereits gezeigt, wenn auch noch mehr als dürftig.

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Aber nun allen, die hier fleißig geraten haben, vielen Dank fürs Mitmachen. Ich hoffe, es hat Euch genauso viel Spaß gemacht wie mir. Die Mehrzahl von Euch war nahe dran. Am dichtesten war es zunächst  Katerchen und letztendlich auf den Punkt gebracht hat es Frau Tonari. Herzlichen Glückwunsch!

Obwohl der Schnee so gut wie verschwunden ist, habe ich noch einmal ein paar Eindrücke aus unserem winterlichen Garten zusammengestellt.

Buchsbaum mit Eiskristallen

Buchsbaum mit Eiskristallen

Der Winter hatte in den letzten Tagen hier an der Küste nicht nur die Zweige von Bäumen und Sträuchern mit hübschen weißen Kristallen überzogen, er hatte mit seinen eisigen Tagen auch für viele Futtergäste in unserem Garten gesorgt.

Ein Trupp Bergfinken besuchte die Futterplätze in unserem Garten

Ein Trupp Bergfinken besuchte die Futterplätze in unserem Garten

Außer den üblichen Verdächtigen wie Meisen, Amseln und Spatzen hatten wir auch fremdländischen Besuch – ein Trupp Bergfinken, normalerweise sehr viel nördlicher heimisch, nämlich in Norwegen, war zu einer kurzen Stippvisite in unserer Körnerbar zu Gast.

Eine Heckenbraunelle huscht mausartig am Boden umher

Eine Heckenbraunelle huscht mausartig am Boden umher

Und noch über einen weiteren Gast habe ich mich sehr gefreut. Zunächst dachte ich, dass das Rotkehlchen wieder einmal mausartig über den Boden  huschte. Doch wo war der rote Latz meines Lieblingsgartenbewohners? Er hatte ganz einfach keinen mehr. Hatte er ihn abgelegt, weil er sich einmal etwas anders kleiden wollte? Nach etwas genauerem Hinschauen erkannte ich kleine braune Strichelchen in seinem Gefieder. Hm, dann konnte es nun wirklich nicht mein Rotkehlchen sein. War das ein Zaunkönig? Nein, ein Zaunkönig stellt doch sein Schwänzchen gewöhnlich ganz keck in die Höh‘. Wo war das Fernglas? Der Sache musste ich auf den Grund gehen. Wenig später stand ich erneut am Fenster und suchte mit dem Fernglas den Boden ab. War das Vögelchen etwa unerkannt verschwunden? Da wäre ja nun echt gemein. Ach nein, da war es, unter der Futterkette und tatsächlich, es war kein Zaunkönig. Aber was war es dann? Braun gestrichelter Rücken, wohl doch etwas größer als ein Zaunkönig und Kopf und Hals sahen mehr blaugrau aus. Der Schnabel war eindeutig der eines Insektenfressers. Langsam, aber sicher ging mir eine Stalllaterne auf. Dort unten wuselte eine Heckenbraunelle umher. Bisher hatte ich immer gedacht, sie würden uns im Winter verlassen. So hatte ich also wieder etwas dazugelernt. Die Heckenbraunelle gehört nämlich, wie mir eines meiner Bücher verriet, zu den Teilziehern und verlässt im Winter nur klimatisch ungünstige, sehr kalte Lagen. So ist sie in Westeuropa auch im Winter anzutreffen. Man sieht dieses Vögelchen nur höchst selten, obwohl es gar nicht so selten ist. Es lebt gewöhnlich recht versteckt und seine gute Tarnfarbe macht es uns noch weniger leicht, die Heckenbraunelle zu entdecken. Es war wohl nur ein glücklicher Umstand, dass ich das kleine braun-graue Federbällchen überhaupt zu Gesicht bekam. Ist es nicht schön, was mein winzig kleiner Hausgarten alles beherbergt?

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… wünschen wir Silberdistels allen Besuchern des Bücherstaubs.

… und nicht nur das, wir wünschen Euch und Euren Lieben auch ein gutes, sorgenfreies, friedliches und vor allem ein gesundes neues Jahr. Möge dieses neue Jahr viele interessante, schöne und spannende Erlebnisse für uns alle bereithalten. Ich hoffe sehr, dass wir uns auch im kommenden Jahr wieder lesen werden – hier bei mir oder dort bei Euch.

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Wo immer wir uns treffen werden, ich freue mich drauf – so wie auf dieses kleine putzige Kerlchen, das eben noch über den grünen Rasen meines Gartens hüpfte. 

Weißes Gartenreich

Seit Sonntagabend muss es nun Schneeschuhe tragen, wenn es auf der Suche nach Futter durch mein ungewohnt weißes Gartenreich trippelt.

Es taut

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und tropft

Aber wer weiß, die flockige Pracht taut bereits wieder, vielleicht darf das kleine Rotkehlchen ja gleich wieder durch eine grüne Gartenwelt schlendern.

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Egal wie, ob mit Schneeschuhen oder ohne solche, ich wünsche ihm, dem kleinen rotbusigen Federball, Euch und uns eine gute und sanfte Landung dort drüben, hinter dem Gartenzaun, wo bereits das Jahr 2015 mit all seinen Überraschungen auf uns lauert. Wir können nur hoffen, dass diese Überraschungen überwiegend positiver Art sein werden. So oder so, wir werden es meistern – packen wir’s also an …

… und seid vorsichtig beim Sprung nach 2015 – es könnte hier und da ein wenig glatt sein. Springt nicht unbedacht mitten hinein, macht es ganz vorsichtig … so wie unsere Katzen, setzt den ersten Schritt in den Schnee ins neue Jahr ganz vorsichtig an die richtige Stelle …

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06-Nun noch ein kleiner Rundgang auf der Burg

… und wickeln einfach unsere Beute ein. Fressen können wir sie dann später. So ähnlich kam es mir vor, als wir von der Giechburg aus an einem unserer Urlaubstage im August in Franken …

05-Nicht zu viel versprochen, oder?

… nach dem Eisessen und der leckeren Torte (Ihr erinnert Euch an diesen Rieseneisbecher, den wir für Frau Müllers
Meiner ist der Größte“ brauchten?) …

08-Schnell noch einen Blick vom Burgturm ...

… auf einem der Burgtürme landeten und von dort oben hinunter auf eine große Wiese schauten,

09-Oh, wie interessant! Da müssen wir doch glatt noch ein wenig zuschauen

auf der gerade das frisch gemähte Gras eingesammelt und maschinell zu dicken runden Silage-Ballen gepresst wurde. Nach dem Pressvorgang spuckte die Maschine den Grasballen wieder aus.

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Nun hatte die große maschinelle Spinne ihren Auftritt. Sie schlich sich äußerst vorsichtig an den grünen Ballen heran, packte ihn mit ihrem großen gefährlichen Greifarm, hievte ihn auf ihr „Spinnennetz“ und wickelte das arme Gras unbarmherzig mit einem breiten weißen Band ein bis nichts, aber auch gar nichts mehr von seinem herrlichen Grün zu sehen war. Der weiße Spinnfaden umhüllte alles – ohne Gnade. Nun, es war natürlich keine Spinne, aber mindestens ebenso spannend wie das, was eine Spinne gewöhnlich mit ihrer Beute tut, war der ganze Vorgang schon.

10-Silage-Ballen

Weder Herr Silberdistel noch ich hatten jemals zuvor gesehen, wie diese weißen Stroh-, Heu- oder Silage-Ballen, die man im Herbst gewöhnlich auf Äckern und Wiesen liegen sieht, zustande kommen.

07-Oh, oh, das sieht aber finster aus am Himmel

Umso faszinierter schauten wir natürlich zu, obwohl wir uns hätten bereits eiligst an den Abstieg vom Burgturm machen sollen, um noch rechtzeitig unser Auto zu erreichen. Vom Himmel drohte nämlich Fürchterliches. In der Ferne schien es sogar schon zu regnen. Wir mussten jedoch das äußerst spannende Szenario mit dem Gras erst bis zum bitteren Ende miterleben. Erst danach konnten wir im Eiltempo den Turm auf der Giechburg verlassen …

… war es natürlich für uns Silberdistels Ehrensache, die diesjährige sommerliche Haustauschaktion mit den Müllers auch gleich dafür zu nutzen, uns durch eine Vielzahl von fränkischen Speiseeisbergen zu schaufeln, schließlich wollten wir an Frau Müllers Blog-Parade 2014 teilnehmen, die da unter dem Motto „Meiner ist der Größte“ lief.

Für die Silberdistel war er der Größte - ein Walnuss-Krokant-Eisbecher

Für die Silberdistel war er der Größte – ein Walnuss-Krokant-Eisbecher

Der größte, schönste und leckerste Eisbergbecher sollte gekürt werden und den für uns schönsten und größten fanden wir Silberdistels während unserer Wanderung durch das schöne Frankenland auf der Giechburg. Ist er nicht eine Pracht? Naja, ganz so riesig, wie er hier erscheint, war er dann doch nicht. Aber in Frau Müllers Spielregeln stand ausdrücklich, wir sollten unseren Eisbecher RIESIG erscheinen lassen. Ihr Wunsch war mir Befehl genug.

Aber gerade winzig war er auch in der Wirklichkeit nicht - der Größte der Großen

Aber gerade winzig war er auch in der Wirklichkeit nicht – der Größte der Großen

Die Wirklichkeit sah aber eigentlich nur geringfügig anders aus und viel war’s auf jeden Fall und überaus lecker und riesig hat’s allemal geschmeckt.

Aber nun weiter mit dem schönen Frankenland und seiner Giechburg. Schließlich will ich berichten, wie wir überhaupt zu diesem Eisbecher aller Eisbecher kamen. Ich hatte hier im „Bücherstaub“ schon öfter einmal über diese Burg berichtet, denn wir haben sie bereits mehrmals in unserem Wanderleben angeschaut. So will ich mich heute nicht weiter mit geschichtlichen Details der Giechburg aufhalten. Wer dennoch auf geschichtlichen Pfaden wandeln möchte, der kann gern etwas weiter unten dem Link folgen. Da wird’s dann geschichtlich.

Erinnern sie nicht an einen großen deutschen Politiker?

Erinnern sie nicht an einen großen deutschen Politiker?

Doch zurück zu unserer Wanderung. Sie begann, wie schon andere Wanderungen zuvor, auf dem Parkplatz unterhalb der Giechburg in der Nähe der riesigen Holzskulpturen, die mich immer wieder an einen großen deutschen Politiker erinnern, führte uns dann weiter in Richtung Gügelkirche, einer wunderhübschen Wallfahrtskirche, die hier im Blog ebenfalls bereits zu Ruhm und Ehre kam und von dort aus über eine bezaubernde Blumenwiese hinauf zur Giechburg. Dieser Tag war für uns Silberdistels nicht nur ein Rieseneisbechersuchtag, er war auch sonst ein etwas anderer, ein ganz besonderer Silberdisteltag. Er war unser Hochzeitstag.  Wir hatten uns gedacht, unseren diesjährigen Hochzeitstag oben auf der Giechburg mit Kaffee und Kuchen ein wenig feierlich zu begehen, das sollte so schlecht nicht sein. … und wie es ein eigenartiger Zufall wollte, war dieser Tag nicht nur für uns Silberdistels ein Hochzeitstag. Unser Weg zur Giechburg führte uns ja zunächst einmal hinauf zur Gügelkirche. … und diese kleine Kirche hat es irgendwie in sich. Aber der Reihe nach.

Festlich geschmückt für eine Trauung

Festlich geschmückt für eine Trauung

Als wir oben an der Wallfahrtskirche eintrafen, war dort gerade geschäftiges Treiben. Erstaunt bemerkten wir, dass in der Kirche Vorbereitungen für eine Trauung getroffen wurden. Der Altarraum war bereits festlich geschmückt und die ersten Gästen waren ebenfalls versammelt. Was für ein seltsamer, aber zugleich auch schöner Zufall. An unserem Hochzeitstag wollte sich auch ein anderes Paar das Ja-Wort geben. Beim Anblick der hübschen Braut und des schmucken Bräutigams wurden wir ganz automatisch weit in eine andere Zeit zurückversetzt – zurück an den Tag unseren eigenen Hochzeit.

Auch vor der Kirche sieht es festlich aus

Auch vor der Kirche sieht es festlich aus

Wir haben den beiden Heiratswilligen nicht verraten, dass wir an ihrem Hochzeitstag auch unseren Hochzeitstag hatten. Wir haben ihnen nur leise und still alles Gute mit auf den Weg gegeben. Auch wenn sie es nicht wissen und nie erfahren werden – ihr Tag hat unseren Tag zu einem ganz besonderen werden lassen – zu einem Hochzeitstag, den wir beide wahrscheinlich nie vergessen werden. Mit einem Lächeln im Gesicht verließen wir die Gügelkirche, die uns bereits im vergangenen Jahr so überaus freundlich empfangen hatte. Ich habe immer noch den herrlich aromatischen Kräuterduft in der Nase. Diese kleine Wallfahrtskirche ist wohl tatsächlich etwas ganz Besonderes. Sie steht in dem Ruf, Wunder bewirken zu können. Ein kleines Wunder war dieser schöne Zufall schon für uns.

In der Ferne die Gügelkirche

In der Ferne die Gügelkirche

Noch lange, nachdem wir die Gügelkirche verlassen hatten, stand dieses Lächeln in unserem Gesicht. Welch schönes Geschenk wir doch eben erhalten hatten. Wenn das kein Grund zum Feiern war … Also, schnell hinauf zur Giechburg – natürlich über die große Kräuterwiese, die zwischen unserer Wallfahrtskirche und der Giechburg liegt und die wir schon in so vielen unterschiedlichen Farben gesehen haben. Dieses Mal lag die eine Seite der Wiese gemäht vor uns, die andere glänzte noch in der bunten Farbenpracht des Sommers.

Die duftende Blumenwiese

Die duftende Blumenwiese

Ein Duftgemisch aus Blumen, frisch gemähter Wiese und Heu umwehte unsere Nasen – so riecht für mich der Sommer.

Unsere Hochzeitstorte

Unsere Hochzeitstorte

Dieser wundervolle Sommergeruch begleitete uns hinauf zur Giechburg und zu Kaffee und Kuchen und natürlich auch zu dem überaus wichtigen Dessert zum Kuchen – zu dem Rieseneisbecher, den wir extra für Frau Müller verkosten mussten. Nein, natürlich mussten wir nicht – wir wollten ihn auch verkosten – Anlass genug hatten wir ja schließlich – plötzlich sogar mehr, als wir geahnt hatten.

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