Mit ‘Buch’ getaggte Beiträge

Vielleicht sollte ich langsam doch eine Serie daraus machen – aus meinen Küchenkatastrophen. Schon wieder nämlich hatte ein Kuchenrezept nahezu katastrophale Folgen. Nein, dieses Mal lag es nicht daran, dass mir die Eier aus dem Blickfeld geraten waren, dieses Mal leiteten mich die Vorgaben in dem Backbuch, das ich für ein Rezept zu Rate gezogen hatte, in die Irre.

Aber beginnen wir von vorn. Es osterte ja unlängst und wir Silberdistels hatten uns wie alljährlich zum Karfreitag zusammen mit Sohn, Tochter und deren Freund bei meinem Mütterchen zum Kaffeebesuch angesagt. Da man einer 94jährigen weder zumuten kann, sich für die Gästeschar backenderweise in die Küche zu stellen, noch loszueilen und irgendwo beim Bäcker des Vertrauens Kuchen, Torten oder sonstiges Gebäck zu erstehen, hatte ich versprochen, den Kuchen für unsere österliche Kaffeerunde zu backen.
In Vorbereitung darauf hatte ich fleißig in meinen Backbüchern geblättert und nach einem lecker wirkenden Rezept Ausschau gehalten.

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Ein kleines, nicht allzu dickes, Büchlein schrie förmlich nach mir. Es stand schon eine ganze Weile in meinem Back- und Kochbuchregal und wollte nun endlich auch einmal zu einer besonderen Gaumenfreude beitragen. Bisher hatte ich die Rezepte darin zwar immer bewundert, vor allem, weil es mehr so ein für Zwei-Personen-Backbuch ist – ideal also für eine Kaffeerunde nur mit Herrn Silberdistel und mir, aber ausprobiert hatte ich bisher noch kein Rezept daraus. Als ich das Büchlein ursprünglich kaufte, kam es idealerweise gleich mit einem kleinen Backblech daher, auf das wohl auch die Rezepte zugeschnitten sein würden. So jedenfalls dachte ich.

Es war also endlich an der Zeit, einem Kuchen aus „Kleine Käsekuchen vom Blech“ von Oda Tietz aus dem Bassermann-Verlag – ISBN 978-3-8094-2961-6 eine Chance auf unserem Kaffeetisch zu geben. Am liebsten hätte ich ja gleich alles aus dem Büchlein gebacken, aber andererseits soll man es ja nun auch nicht gleich mit einer ganzen Palette von Käsekuchen übertreiben, auch wenn ich weiß, dass meine Familie aus ausgesprochenen Käsekuchenfans besteht. Aber als zweiten Kuchen hatte ich ohnehin schon meine berühmte Zitronentorte eingeplant, die schnell gezaubert ist und immer Anklang findet.

Als ich nun so in dem Käsekuchen-Büchlein blätterte, blieb mein Blick an einem „Eierlikörkuchen“ hängen. Oh, Eierlikör … Der hat es mir ohnehin angetan. Aber Eierlikör scheint auch irgendwie diese Küchenkatastrophen nach sich zu ziehen – bei mir jedenfalls. Dabei habe ich nicht einmal die winzigste Kostprobe von diesem leckeren Gesöff zu mir genommen. Mit dem „Eierlikörkuchen“ von Frau Morgentau, den ich unlängst nachgebacken hatte, begann diese seltsame Folge von Eierlikörkuchenbackunfällen in meiner silberdisteligen Backstube. Aber ich will jetzt nicht vorgreifen.

Zunächst einmal zu den Backzutaten für diese neue Eierlikörkuchenkreation:

Für den Teig benötigen wir lt. Backbuch:

150 g Mehl
1 Teelöffel Backpulver
70 g Zucker
2 Eigelb
1 Esslöffel Milch
60 g kalte Butter

Für die Quarkcreme benötigen wir lt. Backbuch:

1 Päckchen Vanille-Puddingpulver
100 g Zucker
1/2 l Milch
30 g Rosinen
350 g Quark
30 g gehackte Mandeln
2 Eiweiß

Für die Eierlikörcreme benötigen wir lt. Backbuch:

2 Eier
80 g weiche Butter
80 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
125 ml Eierlikör
1 Prise Salz
20 g Speisestärke

Meine Zutaten standen bereit und vergnügt machte ich mich ans Werk. Zunächst kümmerte ich mich um den Teigboden für unseren Kuchen. Dazu mussten Mehl und Backpulver vermischt werden. Weiter kamen Zucker, die 2 Eigelb und der Esslöffel voll Milch zu Mehl und Backpulver.  Dann sollte noch die Butter in kleine Stückchen zerteilt und zu den anderen Zutaten hinzugegeben werden.  Der letzte Arbeitsgang für den Boden war das Verkneten aller Zutaten zu einem glatten Teig, der nach seiner Fertigstellung für etwa 30 Minuten kalt gestellt werden sollte.

Zwischenzeitlich sollte man den Backofen auf 160°C bei Umluft oder mit Ober- und Unterhitze auf 180°C vorheizen.

Während sich der Teig für den Boden noch die Frische des Kühlschranks zu Gemüte führte, widmete ich mich der Quarkcreme.

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Dazu wurden Milch, Zucker und Puddingpulver in einen Topf gegeben, gut miteinander verrührt und zum Kochen gebracht. Anschließend durfte unser Pudding ein wenig auskühlen.

Zeit also, zu schauen, ob dem Teig im Kühlschrank bereits kühl genug war. Wenn ja, könnte der nun ausgerollt und auf einer gefetteten Backform verteilt werden.

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Lt. kleinem Backbüchlein sollte diese Backform ein kleines Backblech sein. Ich nahm natürlich an, dass es sich dabei um das Backblech handeln würde, das einst mit dem Büchlein zusammen daherkam. So verteilte ich den Teig auf ebendiesem kleinen Backblech und schob es in den vorgeheizten Backofen.

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Nach 10 Minuten Backzeit war der Boden für unseren Eierlikörkuchen schon mal fertig.

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Rosinen, Quark und gehackte Mandeln hatten nun lange genug auf ihren Einsatz gewartet.

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Sie durften jetzt hinein ins Puddingvergnügen, das inzwischen recht gut abgekühlt sein dürfte. Alles gut miteinander vermischen, also schön unterrühren! Dann hätten wir da noch diese beiden Eiweiße.

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Sie wurden zu einer steifen Masse geschlagen und unter die schon sehr lecker duftende und höchst appetitlich ausschauende Pudding-Quarkcreme gehoben.

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Bis hierhin lief doch alles perfekt, oder?

So blieb uns noch die Eierlikörcreme, um die wir uns kümmern mussten. Dazu wurden zunächst Eier und Eiweiß voneinander getrennt.

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Dann sollten Butter, Zucker und Vanillezucker zu einer cremigen Masse verrührt werden, zu der zuerst das Eigelb zu geben war.

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Abschließend musste noch das mit einer Prise Salz versehene und zu Eischnee geschlagene Eiweiß samt der Speisestärke unter die Eierlikörcreme gehoben werden.

Soweit, so gut!

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Der inzwischen ja bereits fertig gebackene Boden für unseren Eierlikörkuchen sollte derweil wohl ein wenig abgekühlt sein, sodass zunächst die Quarkcreme auf den vorgebackenen Boden gestrichen werden könnte.

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Ich machte mich also frisch ans Werk … und … ohhh … meine Quarkcreme schien mir aus diesem Märchentopf mit dem süßen Brei zu kommen. Ich hatte viel mehr davon als auf mein kleines Blech passte.  Wo aber sollte dann jetzt noch die Eierlikörcreme hin? Da sie ebenfalls eher dickflüssig denn fest war, konnte ich also auch keine Berge auf die Quarkcreme häufen. Ein Überlaufen bzw. Überquellen des Teigs war vorauszusehen. Und nun? Wohin mit meiner überzähligen Eierlikörcreme? Irgendwie wieder einmal dumm gelaufen.

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Ich schaute noch einmal in mein Büchlein und las wirklich. Die Zutaten waren für ein kleines Backblech gedacht. Was also tun, wenn das Backblech  trotz Einhaltung aller Rezeptvorgaben zu winzig war für das, was man zusammengerührt hatte?

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Kurzentschlossen löffelte ich einen Teil der Quarkcreme wieder aus der Form, strich alles schön glatt und gab nun soviel Eierlikörcreme auf die Quarkcreme, wie die Form gerade noch fassen konnte. Dann wanderte alles in den Backofen und durfte noch einmal 25 Minuten backen.
Sicherheitshalber hatte ich das kleine Blech noch auf ein größeres Blech gestellt, falls mein Kuchen doch noch während des Backvorganges zum Überquellen neigen würde. Und der neigte. Aber das geneigte Übergequollene (auf dem folgenden Bild links am Rand gut zu erkennen) durfte ich später gleich als Kostprobe für meinen Herrn Silberdistel und mich auf einen Teller bröseln. Wow, war das lecker!

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Leider habe ich kein Kuchenanschnitt-Foto von diesem superleckeren Eierlikörkuchen. Wie oben erwähnt, war er ja ein Mitbringsel und dort, beim Kaffeetrinken und Kuchenessen vergaß ich ganz, schnell noch ein Handy-Foto zu schießen. … und als es mir einfiel, war schon nichts mehr da von dem herrlich leckeren Teil.

Nachdem ich später noch einmal in mich ging und erneut ins Büchlein schaute, hatte ich des Rätsels Lösung für meinen Küchenunfall entdeckt. In dem Käsekuchen-Backbüchlein gibt es natürlich auch ein Foto von einem Stück des Eierlikörkuchens. Hätte ich mich nur gleich darüber gewundert, warum dort ein Stück Kuchen abgebildet ist, das offensichtlich in einer runden Springform gebacken wurde, dann wäre sicher alles perfekt gelaufen.

Nun aber musste ich meine überzählige Quark- und Eierlikörcreme noch irgendwie unterbringen.

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Also habe ich noch einen weiteren Boden zusammengerührt, meine Restcreme draufgekippt und noch einen kleinen Quarkkuchen dazu gebacken, der ebenfalls reißenden Absatz fand. Ja, so macht man aus der Not einem Beinahe-Backunfall am Ende noch eine Tugend 😉

Also, solltest Ihr diesen Eierlikörkuchen nachbacken, nehmt um Himmels willen (trotz meines tugendhaften Handelns am Schluss) kein kleines Backblech, nehmt eine runde Springform und davon nicht gerade die winzigste, die Ihr zur Verfügung habt, und dann habt guten Appetit! Es lohnt sich! Versprochen! Der Eierlikörkuchen war sooo überaus lecker, dass ich dem Büchlein diese kleinen Irreführung der Behörden Bäckerin schnell verzieh.

Der nächste Tag unseres diesjährigen Wanderurlaubs in der Rhön, über den ich bereits im vorigen Beitrag zu berichten begann, zeigte sich absolut nicht so, wie wir es uns für eine Wanderung in lichte Höhen vorgestellt hatten. Wieder sieht es morgens grau und trübe aus. Damit fallen Unternehmungen, für die gute Fernsicht wünschenswert wäre, flach. Milseburg oder Wasserkuppe müssen wir also auf einen anderen Tag verschieben. Als es sich gegen Mittag immer noch nicht gelichtet hat, beschließen wir, zum „Schwarzen Moor“ zu fahren, einem in der bayerischen Rhön liegenden Hochmoor, uns dort die beste Bratwurst weit und breit schmecken zu lassen und anschließend einen Rundgang durchs Moor zu unternehmen. Sicherheitshalber ziehe ich unter meine regendichte Jacke noch eine Fleecejacke. Meine Wetter-App hat nämlich für diesen Tag von gefühlten 1° C „gesprochen“.
Später im Moor fühlt es sich allerdings nicht ganz so kalt an. Die untergezogene Jacke ist dennoch nicht unangenehm.

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Der Aussichtsturm im „Schwarzen Moor“

Wir beginnen jedoch nicht mit der Bratwurst, schließlich ist das Frühstück noch gar nicht so lange her, wir beginnen mit dem Moorrundgang und dort mit dem Weg Richtung Aussichtsturm. Den Turm allerdings lassen wir rechts liegen. Es ist erstens kalt und zweitens immer noch recht dunstig, zu dunstig für einen schönen Blick über die Weiten des Moores in windiger Höhe.

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Das „Schwarze Moor“ – ein interessantes Hochmoor in der bayerischen Rhön

Das „Schwarze Moor“ ist bereits seit 1939 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es wurde davor in nur recht geringem Umfang für die Torfgewinnung genutzt. So ist uns mit diesem Moor ein noch weitgehend naturnahes Hochmoor erhalten geblieben. Es bedeckt eine Fläche von etwa 70 ha und bietet vielen interessanten und einzigartigen Pflanzen und Tieren Lebensraum. Wer mehr darüber erfahren möchte, dem kann ich das folgende Buch, dem ich obige Angaben entnommen habe, sehr ans Herz legen: Moore der Rhön / Fotografie: Jürgen Holzhausen. Text: Ute Lange. – 1. Aufl. – Veitshöchheim : Hahn, 2010. – ISBN 978-3928645-72-0

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Das Moor sieht bereits recht herbstlich gefärbt aus. Die Herbstfarben sind allerdings mehr an der Bodenvegetation ausgeprägt – an Gräsern, Heidekräutern und Moosen. Bäume und Sträucher sind noch mehr oder weniger grün.

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Mein Herr Silberdistel entdeckt bei unserem Moorrundgang nach längerem Suchen auch wieder den kleinen roten Sonnentau, den wir in diesem Moor schon so oft bewundert haben.  Ansonsten gibt es verschiedene hübsche Moose, vereinzelte Pilze und Blümchen zu entdecken. Auch Tautropfen geben etlichen Pflänzchen ein hübsches Aussehen. Meine Kamera jedenfalls hat genug zu tun.

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Wie mein Schrittzähler weiß, sind wir am Ende etwas mehr als 3 km gelaufen. So schmeckt dann auch die Bratwurst besonders gut.

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Nach unserer Moorwanderung schmeckt die Bratwurst, die in dem kleinen Imbisszentrum als beste Bratwurst weit und breit beworben wird, ganz besonders gut

Mein Herr Silberdistel eilt mir mit Riesenschritten voraus. Offensichtlich macht Moor auch hungrig. Nach dem Imbiss fahren wir Richtung Fladungen weiter. Wir wollen noch einiges im Bauernladen am dortigen Freilandmuseum einkaufen. In Fladungen angekommen, schauen wir zunächst in den kleinen Museumsladen, indem ich schon so manches interessante Buch gekauft habe. Inzwischen hat es angefangen zu regnen. Also war unser Tagesplan wohl doch so, wie wir ihn letztendlich durchgeführt haben, ganz sinnvoll. Mein Gatte findet ein Büchlein für sich und ich eins über alte Kinderspiele, bei dem ich nicht widerstehen kann.

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Der kleine Bauernladen am Freilandmuseum in Fladungen ist für uns immer wieder eine Fundgrube

Im Bauernladen macht mich Herr Silberdistel auf ein nett gestaltetes Backbuch  aufmerksam. Es bewirbt sich mit echt fränggisch und mehr. Was soll’s, ich muss auch dieses Buch noch haben. Geht nicht der Trend immer mehr zum Zweitbuch? Neben diesem und einem weiteren Buch (uups, das wäre dann schon das Drittbuch) wandern noch ein paar Ansichtskarten für die Urlaubsgrüße an die Daheimgebliebenen und natürlich Käse und Wurst in unsere Taschen. Zufrieden mit den netten Fundstücken und den leckeren Lebensmitteln aus der Region machen wir uns auf den Weg zurück zu unserem kleinen gemütlichen Urlaubsdomizil mitten im Wald am Fuße des Buchschirmberges.

Gelbzeugs? Nun, ganz einfach, in diesem Falle war das Grünzeugs nämlich nicht grün sondern gelb. Der Nachbar, der uns schon öfter in der Vergangenheit mit kleinen vitaminreichen Geschenken aus seinem Garten überhäuft hat, pochte in diesem Jahr bereits mehrmals an unsere Tür. Also, um ganz korrekt zu sein, er klingelte, klingelte zweimal – wie es auch der Postmann zu tun pflegt. Inzwischen müssen wir Silberdistels nicht mehr wetten, wer, wenn’s zweimal klingelt, vor der Tür steht. Neuerdings ist es fast immer der Nachbar, selten einmal der Postmann. Aber die Freude über das nachbarliche Klingeln ist mindestens ebenso groß wie die, wenn der Postmann mit einem Paket vor der Tür steht. Herr Nachbar hat allerdings statt Paketen gewöhnlich dieses oben erwähnte Gelbzeugs in der Hand. Er weiß nämlich schon aus den Vorjahren, dass wir sie mögen – seine gelben Zucchini. Und da er in diesem Jahr offensichtlich eine besonders reiche Ernte hat und er und seine Gattin auch nicht mehr als essen können, profitieren sogar wir Silberdistels mächtig von dieser nachbarlichen Zucchinischwemme. So hat sich sogar im Laufe des Zucchinisommers für uns eine Lieblingsvariante aus den zahlreichen Rezeptideen, die ich ausprobiert habe, herausgeschält  und die kommt immer wieder gern auf unseren Tisch. Und bevor die Zucchinisaison vorbei ist, möchte ich dieses leckere Gericht wenigstens rezeptmäßig noch mit Euch teilen. Vielleicht gibt ja auch Euer Garten in diesem Jahr ganz besonders viele dieser gelben oder auch der grünen Früchte her.

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Gefunden habe ich unser neues Lieblingsrezept in einem kleinen Büchlein aus meiner Kochbuchsammlung, einem Büchlein von Reinhardt Hess: „Griechische Inselküche“. Mein Exemplar ist bei Gräfe und Unzer 1998 in der Reihe „GU Küchenratgeber“ erschienen (ISBN 3-7742-2378-5). Auf Seite 24 kann man „Gefüllte Zucchini“ finden. In dem Kochbuch sind meine gelben Zucchini allerdings grün. Wer weiß, vielleicht schmeckt das Gericht mit der grünen Zucchinivariante ja noch viel besser. Aber nein, besser geht eigentlich gar nicht mehr.

So, genug der langen Vorrede, auf in die Küche und losgekocht! Ein wenig weiche ich mit meinem Rezept wieder einmal von der Kochidee aus dem Buch ab. Ich koche schließlich in der Regel nur für zwei Personen. Außerdem war mir die Menge an Gehacktem, die im Kochbuch angegeben ist, etwas dürftig für die Größe der von mir verwendeten Zucchini.

Hier nun meine Zutatenliste:

1 gelbe Zucchini (etwa 600 g)
250 g Gehacktes (Rind/Schwein gemischt)
4 Esslöffel Semmelbrösel
2 Eiweiß
1 Esslöffel gehackte Petersilie
Salz
Pfeffer
1 Zwiebel
2 Esslöffel Butter
1 Esslöffel Mehl
1/2 Liter Hühnerbrühe
2 Eigelb
4 Esslöffel Zitronensaft

Auf denn zur Zubereitung:

Die Zucchini waschen und die Enden jeweils anschneiden. Anschließend wird die Zucchini in etwa 5 cm breite Stücken geschnitten. Ich habe mein gelbes Prachtstück einfach in sechs Teile geteilt. Nun wird das Innere der Zucchiniteile ausgehöhlt und zunächst zur Seite gestellt. Wir brauchen das Innenleben später noch. Die Zucchiniringe, die so entstanden sind, sollten etwa 1/2 bis 1 cm Wandstärke haben. Wir legen auch sie erst einmal zur Seite und widmen uns nun der Zwiebel. Sie wird nach dem Entfernen der äußeren braunen Zwiebelhaut in kleine Würfel geschnitten und darf dann mit den 2 Esslöffeln Butter in einen Schmortopf, der so groß sein sollte, dass er später auch noch die gefüllten Zucchiniringe aufnehmen kann. Die Zwiebeln werden in der Butter etwas angedünstet.

Während nun die Zwiebeln auf kleiner Flamme vor sich hin dünsten (im Kochbuch waren 7 Minuten angegeben), können wir uns der Füllung für unsere Zucchiniringe widmen.
Dazu geben wir das Gehackte in eine Schüssel, fügen die 4 Esslöffel Semmelbrösel hinzu und den Esslöffel gehackter Petersilie. Die Eier werden nun jeweils in Eigelb und Eiweiß getrennt, das Eiweiß darf dann gleich mit zur Hackmischung.

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Das Eigelb jedoch bleibt noch ein Weilchen in Warteposition. Nun das Hack gut mit den anderen Zutaten verkneten und mit Salz und Pfeffer nach Belieben würzen.

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Somit haben wir die Füllung für unsere Zucchini fertig. Hinein also damit in unsere vorbereiteten hübschen gelben Ringe!

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Inzwischen dürften auch die Zwiebeln wunderschön angedünstet sein. Aber da harrte doch noch dieses Innere unserer Zucchini auf seine weitere Verwendung. Seine Zeit ist genau jetzt gekommen. Es wird fein zerkleinert und kommt anschließend zu den angedünsteten Zwiebeln.

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Darauf streuen wir zwei Esslöffel Mehl und rühren diese unter.

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Anschließend wird die Brühe (1/2 Liter) dazu gegeben und noch ein wenig mit Pfeffer und Salz gewürzt. Ich habe Hühnerbrühe verwendet. Sicher geht auch eine andere Fleisch- oder Gemüsebrühe.

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Nun kommt endlich der große Auftritt für die gefüllten Zucchiniringe. Sie dürfen jetzt nämlich mit in unsere Sauce und werden darin bei schwacher Hitze etwa 30 Minuten gekocht.

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Wenigstens einmal zwischendurch sollte man die Zucchiniringe wenden, damit die Füllung am Ende schön gleichmäßig durch ist.

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Sind die 30 Minuten vergangen, die gefüllten Zucchini auf Teller heben und sich dann noch einmal der Sauce widmen. Wer möchte, kann noch ein wenig den Pürierstab schwingen oder die Sauce durch ein Sieb streichen. Ich habe mir das gespart, weil die stückige Sauce durchaus auch so ihren Charme hat.

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Aber nun zum guten Schluss! Wir kümmern uns jetzt nämlich noch um die beiden Eigelb. Wir fügen ihnen 4 Esslöffel Zitronensaft hinzu, verquirlen alles miteinander und geben das Gemisch zur Sauce.

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Ganz vorsichtig noch einmal erhitzen, bis die Sauce bindet – nicht noch einmal kochen. So, das war’s dann schon. Darf ich nun zu Tisch bitten?

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Wer mag, kann übrigens zu diesem Zucchinimahl gern noch gekochte Salzkartoffeln reichen. Wir Silberdistels waren jeweils allein mit den gefüllten gelben Früchten und der herrlichen Zucchinisauce zufrieden.

Also dann, guten Appetit!

So, und nachdem ich Euch nun den Mund wässrig gemacht habe, verschwinde ich schnell wieder in meine Sommerpause. Ich muss kochen. Der Nachbar war noch einmal da … mit einer gelben Zucchini  😉

Können ein Welttoilettentag und ein kleines gerade mal 5-Monate altes Katerchen in irgendeinem Zusammenhang stehen? Wenn das kleine Pelzwesen zum Beispiel zufällig am Welttoilettentag ins Klo gefallen ist? Naja, wenn … Aber besagter Klosturz fand zu Zeiten statt, als dieser getigerte Vierfüßler noch als kleines Übel durch unser Silberdistelhaus hüpfte und der Ehrentag des Klos noch weit entfernt von all dem Übel war. Inzwischen ist viel Zeit vergangen und unser kleines Katertier hat einiges dazu gelernt, auch wie man solche Reinfälle ins Menschenklo möglichst vermeidet. Dieser Zusammengang war es also nicht. Gab es da nicht unlängst im Bücherstaub einen anderen Post, der in gewisser Weise auf den Welttoilettentag hindeuten könnte, dieser Post, wo genau dieses Katerchen ins Klo schaute? „Vornehm geht die Welt zugrunde“, so hieß es da doch. Das sollte doch wohl gut zum Welttoilettentag passen, oder? Aber weit gefehlt. Des Katers Klobetrachtung fand  am 11. November statt und da ahnten weder der pelzige Klointeressierte noch die Silberdistel, dass es einen Ehrentag für dieses hochwichtige Teil, das sich gerade noch im Zentrum des pelzigen Interesses befand, gibt. Vom Welttoilettentag, der am 19. November feierlich begangen wurde, erfuhr der kleine Pelzträger erst durch die Silberdistel. Die hatte nämlich über Frau Tonaris Blog erfahren, dass bereits seit einer ganzen Reihe von Jahren, nämlich seit 2001, ein Welttoilettentag begangen wird. Aber nicht nur das, die Silberdistel erfuhr noch viel mehr. Sie las voller Staunen von einem Büchlein mit dem Titel „Stille Örtchen“. Das fand die Silberdistel nun wiederum so interessant und witzig, dass sie zu dem Welttoilettentag-Post von Frau Tonari nahezu zwingend einen Kommentar hinterlassen musste. Und Frau Tonari machte aus diesem Post sogar noch gleich ein Gewinnspiel und versprach, ein Exemplar des so wunderbar von ihr angepriesenen Buches unter allen Kommentatoren des Tages zu verlosen. Spannung pur! Wer würde der glückliche Gewinner sein? Da die Silberdistels bisher eher selten einmal bei solchen Gewinnspielen auf der Gewinnerseite stand, machte sie sich natürlich kaum Hoffnung. Okay, ein winziges Schimmerchen Hoffnung sieht man immer am Ende des Tunnels. Schließlich gibt es kein Spiel ohne ein solches winziges Fünkchen Hoffnung. Und dieses Mal … Nein! Nicht zu glauben! Wirklich? Gewooooooonnen!!!!! Tatsächlich, bei Frau Tonari stand, dass die Silberdistel gewonnen hatte.

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Inzwischen ist die Kinnlade wieder oben und die Postfrau hatte nach aufregender Wartezeit für uns Silberdistels am vergangenen Donnerstag ein Päckchen für uns in ihrem Posttäschchen. Es war Post von Frau Tonari. Sogleich ging es bei uns Silberdistels, kaum dass die Tür wieder hinter der Postfrau geschlossen war, ganz aufgeregt ans Auspacken.

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Natürlich waren die pelzigen Helferlein sofort zur Stelle, d. h., eigentlich legte nur das männliche pelzige Wesen Pfote und andere wichtige Körperteile an das Päckchen.

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Er ist nämlich bei uns Silberdistels derjenige, der am neugierigsten ist und sich absolut nichts, aber auch gar nichts entgehen lässt. Nicht umsonst läuft der Bluebär neuerdings mit dem Spitznamen Keks durchs Haus. Überall hat er seine quirligen Pfoten im Spiel. Die pelzige junge Dame dagegen stellte hier eher nur das Publikum dar bzw. gab Anweisungen, was zu tun ist. Die graue Eminenz hingegen hielt sich vornehm von allem zurück und ließ sich nicht weiter in ihrer nachmittäglichen Ruhe stören. Päckchen auspacken war mehr etwas fürs Jungvolk.

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So rackerte sich der keksige Kater ab und las nebenbei noch ein wenig in der als Polstermaterial beigelegten Zeitung.

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Aber die Zeitungslektüre dauerte nicht lange, weil aus dem Publikum bereits Unmutsäußerungen in der Art an die großen Keksohren drangen, wie, er möge doch gefälligst erst einmal dieses bunte Zeugs da aus dem Karton werfen, damit man sich endlich den wichtigen Dingen zuwenden könne, was immer die sein mochten. Die Silberdistel nahm sich nach diesen Drohungen schnell höchst selbst der bunten Teile an und rettete sie, bevor da vielleicht noch eine Pfote Schlimmeres mit im Sinn hatte.

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Und kaum war das kleine Kartönchen geräumt, stürzte die bunte Dame aus dem Publikum, die zuvor immer wieder durch diese lauten Zwischenrufe aufgefallen war, auf die Bühne und besetzte diese … also den Karton. Aha, nun wurde klar, was sie die ganze Zeit im Schilde geführt hatte. Sie wollte selbst den hauptstädtischen Anzeiger studieren. Unser Provinzblättchen war ihr wohl nicht mehr gut genug. Egal, sollte sie ihren Spaß haben und studieren, was anderswo in der Welt geschah. Aber auf diesen Karton hatte sie es wohl auch irgendwie abgesehen, denn sie nahm auch ihn und nicht nur die Zeitung voll und ganz in Besitz.

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Der Kater hatte derweil der Silberdistel bei ihren weiteren Auspackaktionen auf die Finger geschaut und musterte nun aufmerksam den Inhalt des Päckchens. Während die Silberdistel freudig ihren Gewinn und die leckere süße Beigabe anschaute, hatte der Kater etwas entdeckt, das seine ganze Aufmerksamkeit beanspruchte.

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Als er endlich davon abließ, durfte die Silberdistel dieser weiteren Zugabe zu ihrem supertollen Gewinn „Stille Örtchen“ den Ehrenplatz aller Ehrenplätze im silberdisteligen Heim zuweisen – einen Ehrenplatz, der schöner nicht sein kann.

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Und so kam es dazu, dass unser kleiner Keks seinen Horizont wieder einmal ein wenig mehr erweitern konnte. Hatte er doch unlängst in die große weiße Menschenkloschüssel geschaut und dabei bereits viel Weisheit erlangt, wenn auch mit Hilfe seiner klugen Schwester Torty – wer so gern Zeitung liest, der muss einfach klug sein, so lernte auch der Keks nun erneut dazu, wenn auch irgendwie nur recht banale Dinge.

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„Also erst mal buddeln. Oder wie?“

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„Moment, ich muss noch mal nachschauen.“

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„Nee, also vom Buddeln steht da ja gar nichts.“

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„Ich frag mal Torty. Die kennt sich da aus, die sitzt nämlich immer sehr vorbildlich auf unserem Katzenklo. So ein Schild ist eben auch nicht vollkommen. Die wichtigsten Dinge stehen mal wieder nicht drauf.“

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„Oder ob vielleicht etwas vom Buddeln in dem Buch von der Silberdistel steht?“

„Ja, Kekschen, darin kann man tatsächlich auf Seite 9 etwas vom Buddeln lesen und zwar, dass im Alten Testament geschrieben steht: „Du sollst im Vorgelände des Lagers eine Ecke haben, wo du austreten kannst. In deinem Gepäck sollst du eine Schaufel haben, und wenn du dich draußen hinhocken willst, dann grab damit ein Loch, und nachher deck deine Notdurft wieder zu.“

„Also das mit der Ecke und dem Vorgelände vom Lager mag ja stimmen, Silberdistel, aber das mit der Schaufel … Nee, ich weiß nicht. Die, die wir hier haben, mit der gräbst Du doch unsere … unsere … hm … komisch … naja, also unsere Notdurft … wieder aus. Gräbst Du sie etwa woanders dann wieder ein – beim Nachbarn vielleicht?“

„Ähh, ja, Katerchen, d.h. nein, ich grab da nichts beim Nachbarn ein. Du kommst auf Ideen. Am Ende liest der das hier noch und dann gibt es Ärger, weil Du solche Gerüchte verbreitest. Mit Dir kann man wirklich noch in Teufels Küche kommen. Also das mit dem kleinen Übel damals war schon nicht so weit hergeholt.“

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At last but not least – ganz herzlichen Dank an Frau Tonari für die wundervolle Idee mit der Verlosung dieser feinen stillen Lektüre. Ich habe mich riesig darüber gefreut, dass mir die Glücksgöttin einmal hold war. Ob’s vielleicht sogar an der Glückskatze gelegen hat, die hier neuerdings bei uns wohnt? Wie dem auch sei. Frau Tonari hat sogar beim Verpacken des „Stillen Örtchens“ auch noch an die anderen Silberdistels gedacht. Da gab’s zum Buch eine kleine Beigabe für die zweibeinigen Naschkatzen, damit das Lesen und Schauen noch mehr Vergnügen bereitet und die vielen abgebildeten stillen Örtchen eher einen Hauch von Marzipan verströmen als andere Düfte, die das Büchlein unter Umständen suggerieren könnte. Und dass Frau Tonari irgendwie auch die Verbeiner glücklich gemacht hat, das ist wohl niemandem entgangen. Die kleine Glückskatze wurde glücklich mit dem Karton und der Zeitung aus der Hauptstadt und der kleine keksige Bluebär konnte mit dem herrlich freches Blechschild wieder einmal seinen kleinen Kater-Horizont erweitern. Man lernt ja nie aus – auch auf dem stillen Örtchen nicht 😉 Wobei dieses Schildchen auch mir und meinem Herrn Silberdistel viel Freude bereitet hat. Passt es nicht wundervoll perfekt zum Buch und zu unserem silberdisteligen Katzen-Menschenhaushalt?

Ein ganz großes D A N K E S C H Ö N, liebe Frau T O N A R I  !!!

„Ein Leben ohne“ Buch „ist möglich, aber sinnlos“ – so möchte ich heute zum „Welttag des Buches“ einmal einen der vielleicht bekanntesten Sätze von Loriot ein wenig abändern. Für diejenigen, die nicht wissen, wovon Loriot ursprünglich sprach, möchte ich hier schnell noch die Auflösung des Rätsels anfügen. In Loriots Satz stand anstelle des Buches der Mops – der Hund also, der so oft zitierte beste Freund des Menschen und in diesem speziellen Fall der beste Freund von Loriot. Ich als Katzenmensch würde das natürlich etwas anders sehen. Mein Leben ist durchaus auch ohne Hund nicht sinnlos, aber ohne Katze wäre es schon ein bisschen weniger schön und vielleicht sogar nahe an sinnlos, aber ganz bestimmt sinnlos wäre mein Leben ohne Buch. … und schon bin ich bei meinem eigentlichen Anliegen gelandet. Ich möchte nämlich auf den „Welttag des Buches“ hinweisen, der sich mit dem heutigen Tag das 20. Mal jährt. In Zeiten, in denen mehr  auf  digitale Technik als auf zartes raschelndes Papier Wert gelegt wird, möchte ich dem lieben alten Buch mit seinem so ganz eigenen Geruch nach Druckerschwärze und Papier noch einmal mein Herz zu Füßen legen und ihm meine tiefe Liebe erklären, auch wenn ich meinen E-Book-Reader inzwischen ebenfalls sehr zu schätzen weiß. Kann ich doch mit ihm quasi all meine Lieblingsbücher immer bei mir haben, sei es während einer Wartezeit beim Arzt oder wenn es in den Urlaub geht. Die Extrareisetasche für unseren Lesestoff fällt neuerdings extrem klein aus. Sie muss nämlich nur zwei E-Book-Reader fassen. Früher mussten pro Kopf mindestens 3 Bücher mit ins Gepäck, manchmal sogar mehr – als Reserve für eventuelle Regentage, die schließlich auch irgendwie ausgefüllt sein wollten. Was lag da näher, als ein gutes Buch zu lesen? Ja, so ändern sich die Zeiten. Dennoch, E-Book-Reader hin, E-Book-Reader her, ohne die geliebten bunten papiernen Gesellen mag ich mir mein Haus nicht vorstellen. Ohne die vielen Bücherregale voll mit Geschichten und Abenteuern und voll mit dem enorm umfangreichen Wissen der Sachbücher würde mir etwas fehlen, würde mir ein ganz persönlicher, lieb gewordener Freund fehlen.

SONY DSC… und genau auf einen solchen Freund möchte ich heute, am „Welttag des Buches“  zu sprechen kommen – auf eines meiner Lieblingsbücher aus Kindertagen. Zu meinem Leben gehörten Bücher bereits, als ich noch gar nicht lesen konnte. Ich erinnere mich mit einem herrlichen Wohlgefühl daran, dass mein Vater in seiner freien Zeit oft im Sessel saß, meine Mutter mit einer Handarbeit ihm gegenüber und ich spielend unten auf dem Teppich und mein Vater las aus einem Roman vor. Meine Mutter war selbst nie eine große Leserin, selten einmal habe ich sie mit einem Buch in der Hand gesehen. Aber eine wundervolle Zuhörerin war sie damals schon und sie ist es heute noch immer. Ich glaube, wir haben diese gemütlichen Vorlesenachmittage und -abende alle drei sehr genossen, auch wenn ich sicher mitunter einiges aus diesen Erwachsenenbüchern nicht so recht verstanden habe. Die Atmosphäre allein war etwas enorm Wundervolles, etwas, das ich nie vergessen werde. Es war ein Gefühl von Wärme, Zuneigung, von Miteinander, von Zusammengehörigkeit.
Als ich dann endlich selbst lesen konnte, kam zu diesen Vorlesestunden eine Zeit, in der ich auch allein auf Abenteuerreise gehen konnte. Auch das war wichtig für mich. Ich verschlang ein Buch nach dem anderen. Auf dem Geburtstagstisch lagen natürlich von da an immer Bücher und auch zu Weihnachten fehlte nie ein Buch auf dem Gabentisch. Eines Tages, ich weiß nicht mehr, ob es zu einem Geburtstag, zu Weihnachten oder zu einem anderen Anlass war, wickelte ich das Buch „Frank“ von Karl Neumann aus seinem buntem Geschenkpapier. Der Frank auf dem Cover eroberte sofort mein Herz und er besitzt es irgendwie noch heute. Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Buch inzwischen gelesen habe. Sogar als schon sehr erwachsene Frau habe ich es immer wieder zur Hand genommen, um noch einmal in die Erlebniswelt dieses Buches abzutauchen und jetzt, jetzt liegt es gerade wieder neben mir und wartet darauf, erneut aufgeschlagen und gelesen zu werden.

SONY DSCWorum es in „Frank“ geht? Natürlich um einen Jungen mit diesem Namen, um seine Probleme in und mit seiner neuen Klasse, um die Idee, ein Kanu zu bauen und um, wie wir auch der kurzen Inhaltsangabe auf der Buchrückseite entnehmen können: „… Abenteuer und Träume, Siege und Niederlagen, Freundschaft und Feindschaft, Glück und Traurigkeit und die Liebe zu dem Mädchen Irene.“

Ein wenig widerspiegelt dieses Buch auch meine Kindheit und Jugend. So viel anders und simpler als die Kinder und Jugend von heute erlebten wir die Welt, dennoch war auch sie voller Abenteuer, Leben, Lachen und manchmal sicher auch Traurigkeit. Es war noch eine andere Welt, in der es uns Kindern aber trotzdem an nichts mangelte, eine Welt, in der es nur richtige Bücher aus Papier und gedruckten Buchstaben gab. Ich hoffe, diese Welt der gedruckten Bücher bleibt uns noch lange erhalten – gern NEBEN dem modernen elektronischen Buch, das eine neue Welt verkörpert, die aber auch Teil unseres Lebens und aus diesem ebenfalls nicht mehr wegzudenken ist. Schön wäre es, wenn sie beide gut miteinander auskämen – der alte, in die Jahre gekommene Freund und der jugendliche Bursche mit all seiner Frische und seiner modernen Technik.

Das gedruckte Exemplar meines lieben „Frank“, das in meinem Bücherschrank schon viele Jahre sein Zuhause hat, ist nicht mehr jenes, das ich einst geschenkt bekam. Das steht inzwischen bei einem meiner Kinder. Aber weil  mich dieser „Frank“ nie so richtig losgelassen hat, ist irgendwann eine der Ausgaben, die auch noch zwei Folgebände zu „Frank“ enthält – nämlich „Frank und Irene“ und „Frank bleibt Kapitän“ – in meiner Büchersammlung gelandet. Diese Drei-Bände-in-einem-Band-Ausgabe ist wie auch die Einzelbände um Frank im Kinderbuchverlag Berlin erschienen. Mein Exemplar  ist eine 2. Auflage aus dem Jahre 1989. Übrigens gibt es die Bücher noch zu kaufen – sowohl als Einzelbände als auch als Sammelband, wobei der Sammelband wohl schon mehr als Liebhaberstück durchgeht und man dafür unter Umständen entsprechend mehr Euros auf den Tisch legen muss.

Welches Buch auch immer, nehmt heute zur Feier des „Welttages des Buches“ doch wieder einmal eines Eurer Lieblingsbücher, ein nach Farbe und Papier duftendes Buch, aus Eurem Bücherschrank, streichelt ihm liebevoll über seinen Buchrücken und sagt ihm ein Dankeschön für all die schöne Zeit, die Ihr mit ihm verbringen durftet. Ich denke, das Buch mit seinen raschelnden und so gut duftenden Papierseiten hat es sich verdient, dass wir ihm heute unsere ganz besondere Aufmerksamkeit schenken.

Gymnocalycium mihanovichii

Gymnocalycium mihanovichii

… als dieser Kaktus blühte. Es war Juli, warm und angenehm. Da wussten wir noch, was die Sonne ist. … und jetzt? Jetzt haben wir nicht einmal Winter. Von der Sonne will ich lieber erst gar nicht reden. Eben fiel mein Blick in das graue hässliche Nass in meinem Garten und streifte dabei das Regal mit meinen Kakteen, die im Moment in unserem Wintergarten ihren Winterschlaf halten. Der eine kleine dort, der hatte uns mit seiner blassgelben Blüte wundervoll den letzten Sommer  verschönt. Er wollte gar nicht wieder aufhören zu blühen. Kaktus, weißt Du was? Wenn der Winter schon keine Lust hat, uns eine hübsche Winterlandschaft vor das Wohnzimmerfenster zu zaubern, dann machen wir es uns doch ganz einfach auf unsere eigene Art schön. Da sind ja noch all die vielen Bilder, die ich zur Erinnerung an Deine wunderhübsche Blüte aufgehoben habe. Lass sie uns noch einmal hervorzaubern. Ich bin sicher, sie bringt uns den Sommer und die Sonne noch einmal zurück und lässt uns diese trübe und dunkle Zeit besser verkraften.
Wie hieß doch mein kleiner stacheliger Freund noch? Hm … wo ist nur das kleine Namensschildchen? Ob der Kater wieder einmal seine Zähne im Spiel hatte und dem Kaktus seinen Namen gestohlen hat? Das Pelztier liebt nämlich diese kleinen netten Plastikschildchen, die in der Regel in meinen Kakteentöpfen stecken, damit ich mir die Namen all meiner pflanzlichen Exoten nicht immerzu krampfhaft merken muss. Eines schönen Tages begann der Kater damit, die Schildchen ganz geschickt mit den Zähnen aus den Töpfen herauszuziehen. Er zieht sie aber nicht nur, er nutzt sie als irrsinnig interessantes Spielzeug, schießt sie voller Begeisterung über den Boden und macht ein wildes Spiel daraus. Fliesen eignen sich als Spielfeld ganz besonders gut. Da zischen die flachen Plastikstreifen wie kleine Geschosse umher – sehr zur Freude unseres Katers. Nicht selten aber bleibt nach so einem Spiel auch einmal ein Schildchen verschollen. Da ich zwar Kakteen sehr mag, aber durchaus kein Spezialist auf diesem Gebiet bin und eher selten die Namen in meinem Gehirn speichere, muss ich die Kakteen entweder mühevoll anhand von Büchern neu bestimmen oder aber der stachelige Mitbewohner bleibt dann einfach namenlos im Blumenregal stehen. Meistens bleibt es beim Namenlos, denn ich habe in unserem Kater meinen Meister gefunden. Er ist schneller mit dem Ziehen der Schildchen als ich mit dem Wiederfinden und Zurückstecken. Aber da der kleine Kaktus nun Hauptdarsteller des heutigen Beitrags sein sollte, war er der Meinung, jede andere Berühmtheit hätte einen Namen. Er wolle seinen auch zurück. So habe ich mir also die Mühe gemacht und meine Kakteenbücher um Rat gefragt und tatsächlich konnte mir und dem bis eben noch namenlosen Kaktus geholfen werden. Er müsste ein „Gymnocalycium mihanovichii“ sein.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Verraten hat mir den Namen Erik Hausteins Buch „Der Kosmos-Kakteenführer : Bestimmung, Pflege, Vermehrung. – 2. Aufl. – Stuttgart : Franckh-Kosmos Verl., 1998. – ISBN 3-440-07685-7“ – übrigens ein sehr empfehlenswertes Buch. Es ist eine gute Übersicht über die wichtigsten Kakteen. Die Kakteen sind kurz und knackig beschrieben und es gibt jeweils ein Farbfoto des blühenden Kaktus dazu. Wenn man nicht gerade ein Raritätensammler ist, sollte man hier eigentlich in der Regel finden, was man sucht. So malte ich in meiner Sonntagsnachmittagsausgehhandschrift die Worte „Gymnocalycium mihanovichii“ auf ein weißes Plastikkärtchen und reichte es dem kleinen Stachelfreund. Mal schauen, wie lange er nun stolzer Besitzer eines neuen Namesschildchen ist. Eigentlich sollte er es mit seinen Stacheln bestens verteidigen können. Aber die Entwendetechnik des Katers scheint auch nicht von schlechten Eltern zu sein.

Kater01

„Was sagt die Silberdistel? Neues Namensschildchen? Wo?“

Kater02

„Ich geh‘ mal gucken. Das wäre ja gelacht, wenn ich das neue Schildchen nicht finden würde. Wo war noch dieser Kaktus, von dem die Silberdistel da sprach?“

Unsere kletternde Mitbewohnerin hat mich eines Tages zu einem kleinen Gedicht inspiriert. Vielleicht habt Ihr ja meine Bildergeschichte vom Montag angeschaut. Die Fotos zu dieser Geschichte habe ich jetzt im Mai aufgenommen. Das Gedicht ruht allerdings schon etwas länger auf der Festplatte meines PCs. Als ich nun die Kletterkünste meiner Katzendame im Bild dokumentieren konnte, dachte ich, nun ist der Zeitpunkt gekommen, um der Bildergeschichte gleich meine Erlebnisse mit unserer Katzendame in Versform hinterherzuschieben. Vielleicht gefällt Euch diese Variante der “Kletterkünstlerin“ ja auch. Also, viel Spaß damit und nehmt diesen Beitrag als kleines Dankeschön für Eure vielen lieben Besuche und Eure so zahlreichen dieses Blog ungemein bereichernden Kommentare!

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Die Katze

Springst im Garten flink umher,
Lust und Freude steh’n Dir sehr.
Lauschst dem Vogel dort im Baum,
Darfst nicht mehr, als nur hinschau’n.

04-Klappergrasmücke

Vögelchen dort singt so fein,
darf genau wie Du hier sein.
Nicht, dass Du ihm tust ein Leid,
nun mein Kätzchen, weißt‘ Bescheid.

11

Darfst hier rennen, toben, springen.
Lass die Vöglein fröhlich singen.
Kannst entdecken hier und dort,
auch gern klettern und so fort.

12

Liebes kleines Katzentier
komm ganz schnell mal her zu mir.
Will Dir flüstern, flausch’ger Schatz
was ins Ohr, Du frecher Katz.

03

Schau mich an und hör‘ mir zu,
lass die Vögel schön in Ruh‘.
Komm, versprich‘s mir meine Katze.
Gib darauf mir Deine Tatze.

19-Amselmann

All die Vöglein hier bei mir,
soll’n nicht fürchten sich vor Dir.
setz zu mir Dich auf die Bank
kriegst ‚nen Streichler gern als Dank.

21-Erschöpft von der schweren Gartenarbeit

Sitzen hier zu zweit wir nun,
ich möcht‘ lesen, Du kannst ruh’n.
So ist’s schön, mein kleiner Katz,
wusste doch, Du bist ein Schatz.

©Silberdistel (2013)

22-Endlich kehrt Ruhe ein - während die Silberdistel sich lesend in Abenteuer vertieft ...

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Vielleicht ahnt Ihr es bereits wegen der vorangegangenen Worte, ja, es ist so, mit diesem Post möchte ich mich eine Weile von Euch verabschieden. Bei uns Silberdistels ist eine kleine Sommerpause angesagt, auch wenn der kalendarische Sommeranfang erst in knapp zwei Wochen auf dem Kalender zu lesen sein wird. Wir wollen den Sommer jetzt und so nehmen wir ihn uns ganz einfach, und nebenbei bemerkt, der meteorologische Sommeranfang war ja bereits am 1. Juni. So haben wir also doch schon irgendwie Sommer, und wenn man die derzeitigen Temperaturen mit in Betracht zieht, dann wüsste ich nicht, was der Sommer da noch großartig besser machen könnte. Also, ich bin dann mal weg, aber wir lesen uns irgendwann ganz sicher wieder – bei Euch und wenn Ihr mögt auch hier im Bücherstaub. Schließlich muss ich doch von unserem Sommer berichten.
In diesem Sinne bis später dann und ganz liebe Grüße von Eurer Silberdistel