Mit ‘Blume’ getaggte Beiträge

Hoffentlich! Nicht, dass er solche Späße jetzt noch öfter vorhat – der Winter. Am letzten Freitag huschte er nämlich bei uns schnell noch einmal vorbei. Erst kam er gar nicht, als es eigentlich für ihn an der Zeit gewesen wäre, und nun krümelt er uns, wo wir bereits voll auf Frühling eingestellt sind, noch eine Handvoll Schneeflocken in den Garten. Nix da, wir wollen das weiße Zeugs nun auch nicht mehr.

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Nun ja, ich will’s mal als Abschiedsgruß ansehen, denn wer hat jetzt schon noch Lust auf Winter. Ich jedenfalls nicht und mein Garten, wenn  ich ihn so anschaue, auch nicht und die Vogelwelt erst recht nicht, die trällert bereits ein Frühlingslied nach dem anderen.

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Na, und den Pflanzen in meinem Wintergarten ist erst recht nach Frühling zumute. Dort stehen Hyazinthen und Alpenveilchen in voller Blüte. Sogar mein Peitschenkaktus hat zahlreiche Knospen angesetzt. Mein Katerchen Keks wollte mich sogar schon zu ersten Gartenarbeiten animieren, aber dazu ein anderes Mal. Jetzt gibt es hier erst einmal noch ein paar nette Wintergarteneinblicke zu sehen.

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Noch einmal geht es zurück in den letzten Sommer, aber nicht nur das, eigentlich geht es noch viel weiter zurück – nämlich in die Zeit unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern und damit ein bisschen sogar in meine eigene Vergangenheit. Wir Silberdistels haben unserer Enkeltochter im letzten Sommer bei unserem Ferienprogramm nicht nur Tiere, Sand und Meer geboten, ein kleiner Rückblick in die dörfliche Vergangenheit unserer Vorfahren war auch dabei. Ich denke, auch das fand unser Feriengast durchaus interessant und spannend. Angeschaut haben wir uns das Freilichtmuseum in Klockenhagen. Hier im Bücherstaub gab es schon öfter etwas über dieses Dorfmuseum zu lesen und zu sehen.

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Obwohl wir Silberdistel schon so oft in diesem Museum waren, gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Dieses Mal waren es neue alte Fahrräder, die nicht nur mein Interesse geweckt haben, auch unsere Enkelin fand die alten Drahtesel erstaunlich interessant.

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Was mir persönlich neben den alten Fahrrädern ganz besonders gut gefallen hat, das war das große Mecklenburg-Panorama, das den Betrachter nicht nur anhand alter Bilder, sondern auch lautmalerisch in die Zeit unserer Vorfahren entführt. Wenn man dieses Panorama, das in dem Nachbau einer Göpelscheune aus dem Jahre 1900 zu sehen ist, auf sich wirken lässt und anschließend noch einmal durch das Museumsdorf läuft, wird Geschichte wirklich lebendig – zumindest in unserem Kopf.

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Der Oktober lässt sich in diesem Jahr wirklich sehr bitten, was den goldenen Herbst betrifft. Wahrscheinlich denkt er, der September hätte in der Hinsicht bereits fleißig für ihn vorgearbeitet. Warum sollte er sich da noch großartig ein Bein ausreißen?  Wir Silberdistels neigen fast dazu, dem Burschen seine Lustlosigkeit nachzusehen, zumal wir das große Glück hatten, nicht nur einen Teil dieser so herrlichen Septembertage, sondern auch den eigentlichen Herbstbeginn beim Wandern in der Rhön zu erleben. Ich berichtete hier bereits in einigen meiner Beiträge zuvor.

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Eine Panoramaaufnahme – von der Wasserkuppe aus aufgenommen

Auch für den ersten Herbsttag war zumindest für die Rhön wieder bestes Wetter versprochen. Einfach perfekt, nicht nur für den eigentlichen Herbstbeginn, auch für unseren Urlaub konnten wir uns nichts Besseres wünschen. Die Fernsicht schien wieder bestens zu sein. Auch wenn später ab und zu ein paar beeindruckend dunkle Wolkenberge am Himmel zu sehen waren, blieb es bei dem fantastischen Spätsommerwetter. Unsere Entscheidung, uns noch einmal auf zur Wasserkuppe zu machen, dieses Mal vom Guckaisee aus, erwies sich als gut und richtig.

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Hier haben wir den Guckaisee (mittig im Bild) bereits weit hinter uns gelassen

Wir schnürten also auch an diesem Tag unser Wanderränzlein und bemühten zunächst erst einmal, wie schon öfter in diesem Urlaub, unser Auto, denn übertreiben wollten wir es mit dem Wandern ja nun auch nicht.
Vom Parkplatz am nahen Guckaisee aus sattelten wir Silberdistels dann aber doch auf unsere je zwei Füße um.
Der Wanderweg führte uns zunächst rechts am Guckaisee vorbei. Für Badegäste war der See wohl schon zu kalt. Es waren nämlich weit und breit keine zu sehen. Wir hatten das schon ganz anders erlebt. Kurz hinter dem See krabbelt der Weg dann langsam, aber stetig in die Höhe. Da er aber einen großen,  fast s-förmigen, Bogen beschreibt, hält sich die körperliche Anstrengung durchaus in Grenzen.

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Immer wieder legen wir eine kleine Pause ein – für solche wundervolle Fernblicke wie diesen

Immer wieder laden herrliche Ausblicke zum Verweilen ein. Man pausiert also fast schon automatisch, um den Blick in die Ferne …

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Hier ein Blick hinauf zum nahen Pferdskopf

… oder auch hinauf zum nahen Pferdskopf schweifen zu lassen. Oft haben wir über diesem Berg schon Gleitschirme schweben sehen. An diesem Tag war über ihm nur blauer Himmel mit einigen wenigen Wolken zu sehen.

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Ist der Anstieg auf dem s-förmiger Weg geschafft, geht es ein ganzes Ende ohne nennenswerte Kletterpartien weiter. Erst kurz vor der Wasserkuppe mit dem großen „Fußball“ auf ihrem Gipfel geht es wieder steil den Berg hinauf. Wir sparten uns diesen letzten schweren Teil allerdings noch ein wenig auf, denn unser Interesse galt an diesem Tag zunächst einmal dem Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe und das befindet sich etwas unterhalb des berühmten „Fußballs“.

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Das Denkmal, eine Arbeit von August Gaul, wurde 1923 in Erinnerung an die im 1. Weltkrieg gefallenen Piloten errichtet. Es ist nicht, oft wird das nämlich fälschlich behauptet, ein Denkmal für alle beim Fliegen tödlich verunglückten Piloten. Heute ist das Fliegerdenkmal mit seinem imposanten Basaltsteinsockel und der bronzenen Adler-Skulptur nicht mehr von der Wasserkuppe wegzudenken. Es gilt inzwischen neben dem Radom, dem großen „Fußball“, als Wahrzeichen des Berges.
Wie man an den vielen, einem ständig vor der Kamera herumlaufenden, Menschen sehen kann, war und ist der stolze Adler auf seinem Steinwall nicht nur bei uns Silberdistels ein beliebtes Fotomotiv. Die großen Basaltbrocken rund um das Denkmal reizen noch dazu, und das nicht nur Kinder, die eine oder andere Kletterrunde darauf einzulegen. Na, und ein Foto, so direkt und fast hautnah unter dem Adler stehend, macht doch so einiges her. Als endlich auch wir Silberdistels unsere Fotos im Kasten hatten, meisterten wir noch das letzte steile Stück des Anstiegs und so standen wir dann, ein bisschen schnaufend, unterhalb des großen Balles am höchsten Punkt der Wasserkuppe und schauten in die nun fast unter uns liegende Rhön.

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Der Blick ganz oben von der Wasserkuppe aus ist durchaus beeindruckend

Von ganz oben war die Aussicht auf die Berge in der Ferne natürlich noch viel spektakulärer. Wie unendlich weit man schauen konnte. Auch wenn wir dieses Mal nicht über den Wolken schwebten wie im vergangenen Jahr, kamen mir beim Anblick der unendlichen Ferne wieder  die Zeilen „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ aus dem Song von Reinhard Mey in den Sinn.

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Dabei fiel mein Blick auf eine Gruppe am Hang sitzender und stehender Modellflugzeugfans. Ob ihnen auch jedes Mal, wenn sie ihre Modellsegelflugzeuge in den Himmel schicken, dieses Lied in den Ohren klingt?  Aber wenn schon nicht ihnen, dann doch sicher denen, die hoch über uns gerade in den beiden Fliegern saßen. Wie aufregend es dort oben ist, weiß auch ich seit unserem Rhönrundflug im vergangenen Jahr und wie berauschend es ist, den Wolken so nah zu sein.

Aber genug geschwärmt. Wieder mit den Gedanken und beiden Füßen auf der Erde, schlenderten wir weiter in Richtung Rhöner Bauerladen. Oben auf der Wasserkuppe gibt es nämlich einen Ableger des Lädchens am Freilandmuseum in Fladungen. Dort hineinzuschauen war uns schon fast Verpflichtung, auch auf die Gefahr hin, nicht mit leeren Händen wieder rauszukommen. Na, und so war es dann auch, 2 Keramiktassen von unserem Lieblingstöpfer, 4 leckere Rhöner Würste und ein Minigläschen mit Rhöner Fichtenspitzensenf wanderten schließlich wieder mit uns bergab.

Hinunter zum Guckaisee, an dem ja unser Auto auf uns wartete, wählten wir zur Abwechslung mal einen anderen Wanderweg als den, der uns hoch zur Wasserkuppe geführt hatte. Im letzten Jahr hatten wir einen für uns neuen Weg entdeckt.

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Der Pferdskopf – ein beliebter Berg bei den Gleitschirmfliegern

Er führt zunächst wie auch unser Hinweg am Pferdskopf vorbei und ganz kurz dahinter rechter Hand  recht steil hinab über eine Sommerweide bis hin zum Guckaisee. Der Pferdskopf ist übrigens bei den Gleitschirmfliegern sehr beliebt als Startposition hinauf in die luftigen Höhen der Rhön. Seine Hänge scheinen dafür geradezu gemacht.

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Vor dem Betreten von Hunden würde ich natürlich auch warnen. Das könnte unter Umständen gefährlich enden

Unterwegs zum Guckaisee gab es natürlich noch allerlei zu sehen und wenn’s nur das Schild am Einlass zur Sommerweide war, das einer gewissen Komik nicht entbehrte. Wer getraut sich schon, Hunde zu betreten? Na, jedenfalls wird man hier gewarnt, falls man doch so überaus todesmutig sein sollte.

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Aber auch sonst litt meine Kamera durchaus nicht an Futtermangel. Nicht nur Herbstzeitlose erfreuten unser Auge. Die Natur rundum hatte viel Schönes zu bieten. Und dass wir wirklich auf einer Weide waren, das blieb uns ebenfalls nicht verborgen, schauten wir doch immer wieder einmal in hübsche Kuhaugen.

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Der Guckaisee hat auch im Herbst seine Badegäste

Und da lag er schon vor uns, der Guckaisee. Menschliche Badegäste gab es noch immer nicht, aber Zweibeiner waren dennoch im See unterwegs – gefiederte Zweibeiner, die schnatternd miteinander plauderten und beim Wettpaddeln winzige Wellen auf das ansonsten spiegelglatte Wasser zauberten.

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Wir haben einen stillen Beobachter

Vom See bis zu unserem Auto war es dann nicht mehr weit. Wieder am Ferienhaus genossen wir auf der Terrasse noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Ob wir da bereits heimlich beobachtet wurden? Es schien mir fast so, denn kaum waren wir wieder drinnen im Haus, nahm ich vor dem Fenster eine Bewegung wahr. Ein hübsches graues Kätzchen schaute vorsichtig und aus angemessener Entfernung zu unserem Fenster hinein. Was ging da wohl in dem kleinen Köpfchen vor? Egal, ich hatte den Blick auch so verstanden und legte später ein paar Wurststückchen auf die Terrasse. Am anderen Morgen war alles fein säuberlich weggeputzt. Von da an hatten wir einen pelzigen Mitesser. Aber es kam noch ganz anders, als wir dachten. Doch das ist eine andere Geschichte.

… ist der Herbst nicht mehr weit. Wir hören und sehen sie nun fast wieder täglich – die Kraniche – hoch über unserem Haus.

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Als ich gestern Morgen aus dem Fenster schaute, blinzelte die Sonne gerade so hinter dem Dach des gegenüber liegenden Hauses hervor. Begeistert sah ich zu, wie der Feuerball  langsam höher und höher stieg.

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Oben am Bildrand ist der Schatten einer Kranichformation zu sehen

… und dann hörte ich plötzlich Rufe, die Rufe von Kranichen und wenig später entdeckte ich die geflügelten Herbstboten am von der Sonne rot gefärbten Morgenhimmel.

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Was ich eben noch schemenhaft im oberen Teil des Suchers meiner Kamera vorüber huschen sah, ist plötzlich verschwunden. Aber ein paar Nachzügler erwische ich dann doch noch und wenig später fliegt aus der anderen Richtung eine neue Kranichformation dieses Mal sogar genau auf unser Haus zu.
Es liegt noch viel Dunst an diesem Morgen in der Luft, der mir das Fotografieren nicht gerade leicht macht. Aber ich denke, erkennen kann man die Kraniche als solche dennoch. Für mich ist es kein Problem, denn neben den bewegten Bildern am Himmel gibt es für mich auch noch die herrlichen trompetenartigen Rufe der stolzen Vögel als Zugabe. Leider sind die großen Flieger immer viel zu schnell vorüber. Schon erstaunlich, mit welcher Geschwindigkeit sie gewöhnlich unterwegs sind.  Ihre Rufe allerdings hört man meistens noch lange.

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Es wird langsam herbstlich bunt

Inzwischen hat die Sonne alles rundum in ein warmes Licht getaucht. Dass sich der Herbst nähert, merke ich nicht nur an den Kranichen, auch die Bäume und Sträucher ziehen langsam ihr buntes Herbstgewand an.

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Kreisende Kraniche über unserem Haus

Das Himmelsrot ist inzwischen verschwunden und hat sich in herrliches Blau verwandelt. Das scheint noch einmal ein fantastischer Spätsommertag zu werden. Und weil ich so begeistert in den blauen Himmel schaue, werde ich gleich noch ganz besonders belohnt, denn noch einmal ziehen Kraniche heran. In großen Kreisen schrauben sie sich schließlich über unserem Haus in die Höhe und dieses Mal kann man sie wirklich gut erkennen. Sie leuchten regelrecht im hellen Sonnenlicht. Höher und höher steigen sie ins Blau hinauf. Ob sie sich schon auf die große Reise begeben wollen? Gutes Flugwetter dürfte im Moment ganz sicher sein. Wer weiß, vielleicht nutzen sie es tatsächlich. Bald sehe ich in dem herrlichen Blau nur noch winzige Punkte.

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Und schließlich entschwinden die Kraniche meinen Blicken ganz. Zeit, nicht nur einfach in die Luft zu gucken, sondern auch Zeit, um das schöne Wetter noch einmal für leichte Gartenarbeit zu nutzen.
Auch mein kleines grünes Reich gibt sich bereits herbstlich. Sonnenhüte, Dahlien und Herbstzeitlose haben schon seit einer Weile das Zepter übernommen. Schade, dass der Sommer zu Ende geht. Andererseits … auch der Herbst ist eine Jahreszeit, die wundervolle Seiten hat. Man muss sie nur sehen und vielleicht kann man ja sogar ein wenig davon mitnehmen in die kalte, graue Zeit, durch die wir nun bald wieder irgendwie hindurch müssen. Sammeln wir also noch ein wenig Farbe, Gerüche, die Stimmen des Sommers und seine Wärme ein. Sicher kommen wir mit diesem Trostpflaster gut durch die ungemütliche Zeit des Jahres. Und dahinten, ganz dahinten am Ende des Tunnels wartet schon wieder der Frühling auf uns. Aber erst einmal geht es hinein ins bunte Herbstgetümmel! Euch eine gute Zeit, genießt die schönen Tage noch wie wir möglichst viel im Freien und bis bald!

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Irgendwann, wenn auch lt. Kalender der Herbst Einzug gehalten hat, bin ich wieder hier. Bis dahin liebe Grüße an Euch alle und kommt gut und gesund in den Herbst hinein – das wünscht Euch Eure Silberdistel

… und das nicht nur auf dem Kalender, dann sollte man sich auch die Zeit nehmen, um ihn ordentlich zu genießen. Und genau das werden wir Silberdistels jetzt tun. Bei uns ist jetzt Sommer- und Blogpause angesagt.

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Auch Euch wünschen wir einen wunderschönen Rest vom Sommer, freut auch Ihr Euch über die Sonne, die Wärme, die Blumen, das Summen der Insekten, vielleicht auch über das Meer, die Berge und den wunderschönen blauen Himmel darüber. Und ab und zu gehört vielleicht auch bei Euch ein schönes Buch zu einem erholsamen Sommer. Bei mir wäre ein Sommer ohne eine schöne Lektüre draußen im Garten – an meinem Lieblingsleseplatz – undenkbar. Also, habt viel Spaß, erholt Euch gut und bleibt gesund.

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Hier bei uns wird jeder das tun, was ihm am meisten gefällt, unsere pelzige Herrschaft wird sicher ihren beiden Lieblingsbeschäftigungen nachgehen – durch den Garten streifen und zwischendurch immer wieder eine kleine Ruhepause einlegen. Die aber möglichst immer draußen im Garten. Zur Not darf’s auch gern der Wintergarten sein, wobei der mehr Tortys Spezialität ist. Nur unser Keks scheint nie zu schlafen. Er ist fast immer im Laufschritt unterwegs, so, als müsse er immer und überall sein. Für ihn wird dieser Sommerurlaub wohl mehr ein einziger großer Abenteuerurlaub werden. Es gibt ja noch soooo viel zu entdecken. Wer weiß, vielleicht haben wir ja am Ende des Sommers so allerlei Aufregendes, Interessantes und sogar Spannendes zu berichten.
Jetzt aber tauchen wir zwei- und vierbeinigen Silberdistels erst einmal ab in unseren Sommergarten und wer weiß, möglich, dass wir auch das eine oder andere Mal außerhalb unseres Gartens unterwegs sein werden. Wir werden sicher zu gegebener Zeit berichten.
Und wer von Euch jetzt immer noch nicht so richtig auf Sommer, Urlaub und Erholung eingestellt ist, der darf sich ganz schnell noch in unserem kleinen summenden, brummenden, blühenden, bunten silberdisteligen Sommerglück ein Auge, eine Nase, ein Ohr voll Sommer holen. Und falls wir uns unterwegs irgendwo verlieren sollten, spätestens am Ende des Sommers lesen wir uns doch hoffentlich wieder. Macht’s gut bis dahin und macht ihn Euch schön – Euren Sommer!

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… – die graue Eminenz – hat heute Geburtstag. Eigentlich ist es ja unfein, eine Dame nach ihrem Alter zu fragen. Aber bei ihr dürfen wir das sicher tun, denn irgendwann im Leben kommt der Zeitpunkt, da ist frau schon wieder stolz auf ihr Alter. Ob das auch bei Katzen so ist? Bestimmt. Ich gehe jetzt ganz einfach einmal davon aus. Seit knapp 13 Jahren lebt unsere graue Eminenz nun schon bei uns, die, seitdem wir noch eine weitere Katzendame im Hause haben, zur First Lady aufgestiegen ist. Obwohl … als graue Eminenz fungiert sie natürlich nach wie vor.

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„Also, meine liebe Katze, lass Dir recht herzlich von der gesamten Familie Silberdistel zu Deinem 13. Geburtstag gratulieren. Wir wünschen Dir ganz viel Gesundheit und uns und Dir weiterhin viele amüsante gemeinsame Abenteuer.“

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„Heh, Keks, wo bleibst Du denn? Komm schnell, wir wollen unserem Geburtstagskind doch alle gemeinsam gratulieren.“

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„Silberdistel, hilfst Du mir mal?“

„Was soll ich denn machen? Komm doch erst einmal zum Gratulieren.“

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„Naja, das will ich doch. Aber ich möchte unserer grauen Eminenz noch eine Rose zum Geburtstag schenken. Aber ich kann sie nicht pflücken. Sie sticht mich immerzu. Hilf mir mal, Silberdistel. Du hast doch so ein Schneiddingens.“

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„Herzlichen Glückwunsch, liebe graue Eminenz, …

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und hier eine kleine Geburtstagsblume für Dich von Deinem Keks.“

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„Och, Keksilein, nun bin ich aber ganz doll gerührt. Dankeschön, mein Kleiner. Ich mag Dich auch. Ich sag‘ der Silberdistel, sie soll Dir heute eine extra große Portion Thunfisch geben als Dankeschön vor mir.“

Die „Königin der Nacht“ gehört zur Pflanzengattung der Kakteengewächse. Ihren Namen verdankt sie einer Besonderheit, sie öffnet nämlich ihre Blüten gewöhnlich erst in der Nacht. Diese Nachtschwärmerei teilt sie aber durchaus mit noch anderen Kakteengewächsen. In der Gattung Echinopsis z.B. gibt es ebenfalls solche Nachtblüher und einer von ihnen hat vor einigen Jahren auch in meiner kleinen Kakteensammlung ein Zuhause gefunden – ein „Echinopsis subdenudata“. Seine eigentliche Heimat ist nicht das norddeutsche Flachland, sondern Bolivien, wo er in Höhen um 600 Metern zu finden ist. Wie wir Silberdistels bereits im vergangenen Jahr gemerkt haben, fühlt sich unser pflanzlicher Mitbewohner aber auch in unserem Wintergarten sehr wohl. Wären wir ein wenig aufmerksamer gewesen, hätten wir seine hübsche Blüte bereits im letzten Jahr bewundern können. Leider sahen wir eines Morgens nur noch die kümmerlichen Überreste einer Blüte, die von recht ansehnlicher Größe gewesen sein muss. Ärgerlich, dass ausgerechnet mir das passierte, wo ich mir bis dahin einbildete, meine Pflanzen immer gut im Blick zu haben und mich stets liebevoll um sie zu kümmern. Das war ein Tiefschlag der besonderen Art.

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Als unser „Echinopsis“ nun Mitte Juni erneut mit einer flauschigen Knospe anzeigte, dass er blühen wollte, hatte ich mir fest vorgenommen, dass ich das Spektakel dieses Mal nicht verpassen würde. So fotografierten Herr Silberdistel und ich den Entwicklungsstand der Knospe quasi täglich um die Wette. Außerdem machte ich mich noch einmal klug über diesen Kaktus. Und siehe da, ich fand heraus, dass es unter den Echinopsis sogenannte Nachtblüher gibt. In der Regel sind das die weiß blühenden Arten. Da gab es natürlich bei mir einen Aha-Effekt, denn wie ich im letzten Jahr an den Blütenüberresten noch erkennen konnte, hatte mein Kaktus scheinbar eine weiße Blüte hervorgebracht. Vielleicht also hatte er damals  all seine Schönheit ganz einfach nur in der Nacht offenbart und als wir dann schließlich nach dem Fortschritt der Kaktusknospe schauen wollten, war die ganze Pracht bereits wieder vorbei.

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Dieses Mal würden wir uns aber nichts, rein gar nichts, entgehen lassen. Wir würden uns nicht noch einmal die Geburtsstunde einer Kaktusblüte in unserem Hause entgehen lassen, egal, ob sie zu nachtschlafender Zeit oder vielleicht doch am Tage ihre Äugelein öffnen würde.
Und dann war der aufregende Moment endlich gekommen. Am 10. Juli saßen wir voller Spannung in unserem Wintergarten und ließen den Kaktus praktisch nicht mehr aus den Augen. Aber er machte es wirklich spannend. Da konnte nicht einmal der spannendste Krimi gegenhalten. Eine knappe halbe Stunde vor Mitternacht nahmen wir dann doch erst einmal eine kleine Mütze voll Schlaf. Aber tief und fest schliefen wir Silberdistels beide nicht.

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Mein Herr Silberdistel war fast noch aufgeregter als ich und so schaute  er bereits etwa eine später nach unserem grünen Mitbewohner.
Um 0.26 Uhr (am 11. Juli) öffnet sich mehr und mehr das hübsche Wunder und um kurz nach 1.00 Uhr in der Nacht können wir die Blüte in voller Pracht bestaunen. Als ich mich aus meinem Bett rapple, um nicht am Ende wieder alles zu verpassen, ist das hübsche Kaktuswunder bereits voll geöffnet. Begeistert mache ich etliche Fotos und dann ist für uns endlich Schlafenszeit angesagt.

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Am anderen Morgen lacht uns unsere Kaktusblüte frech ins Gesicht. Wir hätten uns also die Nacht gar nicht um die Ohren schlagen müssen. Aber egal, es ist schon ein Erlebnis der besonderen Art, wenn man so ein kleines Naturschauspiel einmal sozusagen ganz hautnah miterleben kann. Jetzt bei Tageslicht betrachtet, sah die große weiße Blüte noch um einiges prachtvoller aus. Aber die Schönheit war dann am Ende doch nicht von langer Dauer. Sie hielt nicht einmal 24 Stunden. Bereits am frühen Abend des 11. Juli schloss sich der weiße Traum wieder und das Wunder war vorbei. Jetzt gibt es nur noch einen kümmerlichen Rest von der einstigen Schönheit zu sehen – einen dünnen fusseligen Faden. Aber er erinnert uns noch ein Weilchen an die herrliche Blüte eines unserer stacheligen Mitbewohner. Aber wie ich bei meinem kleinen Literaturstudium auch noch erfahren habe, sind Echinopsis generell sehr blühfreudige Kakteen. So denke ich, dass wir, so es dem Kaktus und uns gut geht, vielleicht auch in Zukunft noch öfter so einem herrlichen Schauspiel beiwohnen dürfen.