Mit ‘Biotop’ getaggte Beiträge

Nach dem Miterleben des aufregenden Abenteuers des kleinen Red in unserem Garten hier im Norden Deutschlands begeben wir Silberdistels uns gedanklich noch einmal zurück in die Bergwelt, die wir unlängst bewandert haben. Wir kehren zurück in unseren Wanderurlaub vom Juni und erinnern uns an einen Ausflug durch eine wundervolle wildromantische Gegend in der von uns so geliebten Rhön. In der Nähe vom Roten Moor findet man den Einstieg in einen Wanderweg, der mitunter recht abenteuerlich zu begehen ist. Als wir ihn vor einigen Jahren entdeckten, hatten wir Mühe, überhaupt noch ein begehbares Stückchen Erde zu finden, denn überall querten sprudelnde Bäche unsere Wanderstrecke oder frisch entstandene Wasserfälle schnitten uns ganz einfach den Weg ab, sodass wir kletternd das Wasserhindernis umgehen mussten. Das Bächlein, das sich hier in der Kaskadenschlucht seinen Weg durch ein herrliches Buntsandsteinbett bahnt, wird mitunter zu einem reißenden Strom, der alles mit sich nimmt, was sich ihm in den Weg stellt. Wie wild es hier mitunter zugehen mag, davon zeugen die teilweise recht zerklüfteten und erodierten rötlich schimmernden Wände der Schlucht.
Dieses Mal zeigte sich das Bächlein allerdings von seiner eher freundlichen Seite – leise gurgelte und plätscherte es, fröhlich in der Sonne glitzernd, durch die kleine Schlucht dahin. Dass es aber auch anders kann, davon haben wir Silberdistels seit unserem ersten Ausflug zur Kaskadenschlucht doch eine gewisse Ahnung. Heute aber gibt es hier ein lieblich rauschendes kleines gutartiges Rinnsal zu sehen, das durchaus auch so ruhig einen gewissen Charme versprüht.

Geflecktes Knabenkraur

Geflecktes Knabenkraut

Dieses Mal haben wir für unsere Wanderung durch die Kaskadenschlucht den Einstieg in der Nähe des Roten Moores gewählt. Begrüßt wurden wir, wie bereits an vielen anderen Stellen in der Rhön, wieder einmal von den uns schon so gut bekannten Orchideen, den hübschen Knabenkräutern.

Die wildromantische Kaskadenschlucht

Die wildromantische Kaskadenschlucht

Wenn man die Kaskadenschlucht vom Roten Moor aus bewandert, läuft man quasi in Fließrichtung des kleinen Wildbaches durch die Schlucht, es geht also bequem bergab. Es gibt so viel Interessantes zu sehen. Die Landschaft macht rundherum einen recht urtümlichen Eindruck. Überall rauscht und plätschert es, Bäume liegen kreuz und quer im Bachbett. Baumwurzeln hängen frei in der Luft. Die Kaskadenschlucht scheint ein unberührtes Stückchen Natur zu sein. Würde man nicht ab und zu über eine Brücke laufen oder irgendwelche Holzstufen erklimmen müssen, würde man glauben, dass die Natur hier der Herr und Meister ist und nur sie selbst in die Gestaltung der Landschaft eingreift. Wenn man in der Rhön ist, dann sollte man die Kaskadenschlucht unbedingt besuchen. Es macht einfach Spaß, dem Lauf des plätschernden Wassers zu folgen, die urige Natur  ringsum zu bewundern, darüber zu staunen, wie die Kraft des Wassers einer Landschaft einen ganz eigenen Stempel aufdrückt, sie formt und gestaltet.

Wir verlassen die Kaskadenschlucht

Wir sind dieses Mal bis fast zum Ende der Schlucht gelaufen, haben dann einen Teil des Weges noch einmal bächleinaufwärts zurückgelegt, um dann an einer Wegkreuzung die wild zerklüftete Gegend in Richtung Wasserkuppe zu verlassen.

Bauergehöft oberhalb der Kaskadenschlucht

Der Wanderweg führt uns ab dem Ausstieg aus der Kaskadenschlucht zunächst über einen Bauernhof, von dem aus uns nicht nur zwei Kätzchen neugierig entgegenschauen, auch ein riesiger Misthaufen macht ungeniert auf sich aufmerksam.

Kätzchen vom Bauernhof oberhalb der Kaskadenschlucht

Nach einem kleinen Kätzchenfototermin geht es dann weiter, immer fröhlich bergauf, durch die für die Rhön so typische Wiesen- und Weidenlandschaft. Überall summt, brummt und flattert es hier. Wieder einmal kann ich nicht umhin, wie die Schmetterlinge von einer Blume zur anderen zu tanzen. Die Kühe auf einer Weide schauen erstaunt zu mir hinüber und fühlen sich wahrscheinlich durch dieses flatterhafte menschliche Wesen ein wenig in ihrer Ruhe gestört, denn dort ist gerade Mittagspause. Ein paar Fotos gestatten sie mir aber trotzdem.

In der Ferne ist die Wasserkuppe zu sehen

In der Ferne ist die Wasserkuppe zu sehen

Bald darauf sehen wir links von uns in der Ferne die Wasserkuppe liegen, im rechten Winkel dazu liegt vor uns schon recht nah das Rote Moor, unser nächstes Ziel. Während Herr Silberdistel schnurstracks auf das Moordorf zuhält, mache ich schnell noch einen kleinen Abstecher zum Moorsee.

Ein Taucherküken auf dem Moorsee am Roten Moor

Ein Taucherküken auf dem Moorsee am Roten Moor

… und ich werde belohnt – eine kleine Zwergtaucherfamilie paddelt fröhlich auf dem See umher. Schade nur, dass sie auf der gegenüberliegenden Seite vom Weiher ihrem Schwimm- und Tauchvergnügen nachgehen. Gern hätte ich besonders den kleinen Nachwuchs etwas deutlicher ins Bild bekommen. Dennoch war es auch aus der Ferne interessant mit anzuschauen, wie das kleine Völkchen gefüttert wurde. Auch das Tauchen wurde von den Kleinen schon fleißig geübt. Irgenwann war dann die gesamte Familie auf Tauchgang – Zeit für mich, meinem Herrn Silberdistel zu folgen. Sicher saß er bereits im Moordorf bei Kaffee und Kuchen.

Was wir sonst noch alles auf unserer Wanderung durch die Kaskadenschlucht und schließlich zurück zum Moordorf, das auch der Ausgangspunkt unseres Ausflugs war, alles entdeckt haben, ist hier unten in der Bildergalerie zu sehen. Viel Spaß beim Anschauen!

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HannesFriedrichAm letzten Samstag war hier von badenden Stachelbeeren, Kuchen und Fröschen die Rede. Frosch Friedrich, der Tönerne, und Frosch Hannes, der Quaker, hatten sich bereits vorgestellt. Die Stachelbeeren, diese kühnen Springer, sowieso. Was? Wie bitte? Ach so, ja, die roten Johannisbeeren haben ihren Teil zu meiner Samstagsgeschichte natürlich ebenso beigetragen. Entschuldigt bitte, Ihr Hübschen, ich wollte Euch nicht unter den Tisch fallen lassen. Ihr habt dem Kuchen schließlich das letzte herb-süße i-Tüpfelchen verpasst. Ihr ward super! 😉Kuchen

Eigentlich aber sollte hier heute  ein Neuzugang aus unserem Garten zu Worte kommen, ein Gartenbewohner, dem die roten wassersüchtigen Stachelbeeren genau wie den beiden im Teichlein lebenden Fröschen Friedrich und Hannes einige Schwimmkünste abgeschaut haben.
Manchmal, wenn es ganz heiß ist, dann springt nämlich auch dieser neue Gast unseres Gartens für eine kleine Schwimm- oder Tauchrunde in eines der beiden Teichlein im grünen Heiligtum der Silberdistels und lässt sich von den Stachelbeeren bewundern.

Tauchender Red

Dieser Neuzugang heißt Red. Ja, richtig gelesen – Red. … und tatsächlich ist Red, wie der Name vielleicht bereits vermuten lässt, eine echte Rothaut. Sein Zuname ist übrigens Kröte. Unser Arnold Kröte, der Schwarzenegger, dieses kräftig gebaute Prachtexemplar aus dem letzten Jahr, ist noch nicht wieder aufgetaucht. Vielleicht hatte Arni ja seinem Enkel versprochen, dass er auch einmal Katzen ärgern darf. So verlebt nun Arnis kleiner Enkel Red seine Ferien bei uns im Garten.

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Mit den Katzen kommt er gut klar. In stiller Übereinkunft lassen sie sich gegenseitig in Ruhe. Man achte übrigens auf den roten Pfeil im Bild und somit auf den kleinen Red. Der Kater hat mir unlängst verraten, dass Red schon eine ganze Weile bei uns wohnt. Ich hätte ihn nur irrtümlich bei unserem ersten Zusammentreffen als Frosch gedeutet.

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„Kater, wann soll das denn gewesen sein?“, fragte ich erstaunt. „Das war genau da, als Du mich gefragt hast, Silberdistel, ob ich unsere Kröte dieses Jahr schon gesehen habe. Als wir über gehüpft und gesprungen geredet haben.“ „Ach, daher kam mir Red immer so bekannt vor, Kater.“

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Naja, jedenfalls hatte Red, der wohl offensichtlich dann doch gar nicht so ein neuer Neuzugang ist, seinen Stamm-Unterschlupf eine ganze Weile unter unserer Fußmatte zum Garten. Er hockte unten …

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…und die Katzen durften oben auf der Fußmatte liegen.

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Manchmal kam Red hervor, …

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… plauschte ein wenig mit den Katzen, fraß schnell eine Fliege oder ein anderes Insekt, …

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um es sich anschließend wieder unter der Fußmatte gemütlich zu machen.

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Ja, und neuerdings hat der kleine Krötenenkel, der genauso unternehmungslustig ist wie sein Großpapa, einen Zweitunterschlupf für sich entdeckt. Zunächst hatte er eigentlich Silberdistels Wintergarten ins Krötenauge gefasst, …

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… aber da stieß er plötzlich auf eine hohe Krötenschutzmauer – zu seinem Schutz, wie er die Silberdistel sagen hörte. Schutz? Zu seinem? Das sah ihm doch mehr nach Ausgrenzung und Krötendiskriminierung aus.

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Aber egal, wenn man ihn hier nicht wollte … wer sucht, der wird finden …

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So ging der kleine Krötenenkel auf Wanderschaft …

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… und was sah er da ein wenig später? Ein kleines Stein-Häufchen. Das musste er sogleich ein wenig genauer in Augenschein nehmen.

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… und irgendwie kamen wohl plötzlich Arnis Gene zum Tragen, der sich durch die allerengsten Spalten zwängen konnte. Schmale Spalten und Ritzen sind auch für Red kein Problem. So hat auch Red endlich ein sicheres Haus aus Stein gefunden und wir Silberdistels müssen nicht mehr ganz so viel Angst haben, dass wir Red aus Versehen einmal auf seine kleinen zarten Krötenschenkel treten. Die Frosch- und Krötenschutzmauer bleibt dennoch bestehen, denn Opa Arni musste im letzten Sommer versehentlich einmal im Wintergarten der Silberdistels übernachten. Morgens stand er seine Krötenhände ringend an der Tür zum Garten und schaute durch die Glasscheibe hinaus in die geliebte Freiheit, die so plötzlich ganz unerreichbar schien. Immer wieder tatschte er aufrecht stehend mit seinen zwei Vorderfüßen gegen das durchsichtige, aber dennoch undurchlässige, Hindernis, und rief: „Lasst mich raus, so lasst mich doch endlich raus, sonst verhungere ich …“ Die Fliegen im Wintergarten saßen nämlich ziemlich hoch, grinsten über die Kröte dort unten an der Tür und machten ihre Glossen über den armen Kerl. Die Würmer draußen waren ebenfalls froh, die Kröte sicher weggesperrt zu sehen, denn selbst der kräftigste aller Würmer musste einst durch diese Kröte sein Leben lassen. Ja, und der Durstlöscher Teichlein war für unseren Arni ebenfalls in weiter Ferne und plötzlich hinter Glas gesperrt.

Arni Kröte

Schließlich rettete die Silberdistel den armen Kröterich und öffnete die Tür in die wundervolle und bereits so gewaltig vermisste Freiheit und Arni konnte wieder zum Tagesgeschäft übergehen und in Silberdistels Garten für Ordnung sorgen. Wenig später nach der versehentlichen nächtlichen Inhaftierung des armen Arni passierte einem Frosch Ähnliches. Seitdem gibt es bei den Silberdistel diesen Kröten- und Froschschutzwall.

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Obwohl die Silberdistel meint, allen Fröschen und Kröten mit dieser Mauer Gutes zu tun, finden die so aus dem Leben der Silberdistels Ausgegrenzten diesen Schutzwall dumm. Auch die Katzen halten das Teil für reine Schikane, müssen sie doch, so sie in den Garten wollen, jedes Mal ihre Sportlichkeit unter Beweis stellen. Schließlich sind sie keine jugendlichen Hupfer mehr. Eigentlich sollte gerade die Silberdistel dafür Verständnis haben. Schließlich ist sie ja selbst auch kein Teenie mehr, dem es so gar nichts ausmacht, ständig wie ein Zicklein über Stock und Stein zu hüpfen.

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… na, und zurück ins gemütliche Heim und hin zum stärkenden Futternapf ist es oft noch viel beschwerlicher, weil man bereits vom langen Gartenrundgang und erfolgloser Jagd am Rande der Verzweiflung Erschöpfung weilt. Die Katzen haben unlängst schon darüber konferiert, ob man sich nicht vielleicht mit Fröschen und Kröten zusammentun sollte, um lautstark den Willen des gemeinen Volkes durchzusetzen. Was einmal funktioniert hat, könnte doch wieder klappen. Hieß der Zaubersatz damals nicht, „Die Mauer muss weg!“?

 

Versunkene Dörfer und Glockengeläute. Wo mag es so etwas geben? Ein Moor würde zu diesem Szenario passen? Genau! Vielleicht sogar ein „Schwarzes Moor“? Hört man nicht immer wieder von irgendwelchen Moorleichenfunden? Warum sollte nicht auch ein ganzes Dorf in einem Moor verschwinden können? … und wenn das Dorf versinkt, ob da nicht auch die Glocken des langsam immer tiefer sinkenden Kirchturms ganz wild um Hilfe läuten?

01-Wegweiser gegenüber dem Parkplatz am Schwarzen Moor

Wir haben ein solches Moor besucht – das Schwarze Moor in der Rhön, der Hochrhön. Es umfasst etwa 60 ha und ist das größte Moor in der Hohen Rhön überhaupt.

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Beim Schwarzen Moor handelt es sich um ein Hochmoor. Eine der Tafeln auf dem Moorrundweg erklärt recht gut, was man unter einem Hochmoor zu verstehen hat. Wer es also etwas genauer wissen möchte, darf sich gern hier bilden. Das Schwarze Moor ist das einzige Moor in Mitteleuropa, das immer noch im Wachstum begriffen ist. Erstaunlich oder? Wo man doch immer denkt, Moore gehören irgendwie der Vergangenheit an. Es gibt sie also noch und einige von ihnen sind auch gut behütete Naturwunder, in die der Mensch nicht mehr eingreift, die er aber dennoch anschauen und bewundern darf. Schon seit vielen Jahren gehört dem Schwarzen Moor unsere ganz besondere Liebe. Ich glaube, es gab nur ganz wenige Wanderurlaube in der Rhön, in denen wir bei unseren Ausflügen dieses Moor nicht besucht haben.

Der Eingangsbereich zum Schwarzen Moor

Der Eingangsbereich zum Schwarzen Moor

Immer wieder zieht es uns dorthin, immer wieder auch entdecken wir Neues, ist es ein Erlebnis der besonderen Art. Moore sind überhaupt ein faszinierendes Stückchen Natur und genau deshalb habe ich mir mit meinen fleischfressenden Pflanzen auch ein kleines Stückchen davon in meinen Garten geholt. Ich werde noch berichten, denn meine beiden Moorbewohner, die ich hier im Bücherstaub schon einmal vorgestellt habe, sind umgezogen – in einen kleinen eigenen Bottich – in ihr eigenes Mini-Moor. … und Zuwachs haben die beiden Karnivoren auch bekommen. Aber dazu später irgendwann. Zurück zu unserem Schwarzen Moor. In jeder Jahreszeit sieht ein Moor anders aus, betört durch seinen Farbenzauber, durch unterschiedliches Licht und Wetter auf eine ganz besondere geheimnisvolle Weise. Das Schwarze Moor liegt im Dreiländereck Bayern/Hessen/Thüringen in einer Höhe von 710 m ü. NN. Man kann es gut über die Hochrhönstraße mit dem Auto erreichen. Vom Parkplatz am Schwarzen Moor aus gibt es vielerlei Wandermöglichkeiten. Am faszinierendsten ist für mich jedoch immer wieder eine Wanderung entlang des Holzbohlenstegs, der direkt durch das Moor führt. Viele Informationsschilder geben zudem Auskunft über die Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt dieses Moores, sodass man genau weiß, worauf man an welchen Stellen im Moor besonders achten sollte, um Seltenes und vielleicht auch Einzigartiges zu entdecken.

Sonnentau

Sonnentau

Im Schwarzen Moor gibt es nicht nur eine hochinteressante Pflanzenwelt zu sehen, hier lebt durchaus auch eine beachtliche Tierwelt, auch wenn es größere Tiere hier kaum gibt, da sie im Moor versinken würden. Die Insektenwelt ist zahlreich vertreten, aber auch die Vogelwelt hat hier einige sehr seltene Arten zu bieten, die man allerdings eher einmal hört als dass man sie sieht. Birkhahn und Auerhahn sind hier, wenn man Glück hat, anzutreffen, Bekassine, Kiebitz, Wildente, Taucher leben im Moor, aber auch Raubvögel sind dort zu finden.

Kreuzotternschild

Natürlich will ich auch die Blindschleichen, Kreuzottern, Salamander und Eidechsen nicht vergessen, die hier im Schwarzen Moor ihr Zuhause haben. Sicher sind all diese Tiere eher selten zu sehen, aber sie sind da und machen das Moor zu einem einzigartigen Lebensraum.

Ein Moorsee

Ein Moorsee

Der Name des Schwarzen Moores hängt mit einer Sage zusammen, die immer wieder in der Geschichte des Schwarzen Moores umhergeistert.  Vor langer Zeit soll es  am Schwarzen Moor eine Ortschaft gegeben haben, deren Bewohner ein recht sündhaftes Leben geführt haben sollen. Zur Strafe für ihr sündhaftes Tun soll eines Tages an Stelle des Ortes ein tiefer schwarzer See entstanden sein, der sich nach und nach mit einer schwarzen Moordecke überzog. Diese schwarze Moordecke gab dem Moor irgendwann seinen Namen. Das Dorfleben des im Moorsee versunkenen Ortes soll aber trotzdem nicht ausgestorben sein, denn in der Tiefe des Sees soll immer noch Leben sein. Die mit ihrem Dorf versunkenen Bewohner bitten  voller Reue um Erlösung. An manchen Tagen kann man aus der Tiefe des Moores ein unheimliches Rauschen und Gurgeln hören und den Klang einer Orgel. Das Moor brodelt und kocht und schwarzes schlammiges Wasser tritt aus den Mooraugen. Es wird behauptet, dass man, wenn man an solchen Tagen am Rande des Schwarzen Moores sein Ohr auf die Erde legt, Glocken läuten hört, das Schlagen der Kirchturmuhr vernimmt und das Krähen der Hähne aus dem versunkenen Dorf hören könne.
Sicher tragen auch die immer wieder einmal gefundenen Moorleichen dazu bei, dem Moor Unheimliches, Gespenstisches, Grusliges zuzuschreiben. Eine der Informationstafeln im Schwarzen Moor berichtet über solche Leichenfunde in Mooren und die sicher unter anderem auch daraus resultierenden Ängste der Menschen vor dem Moor.

Informationstafel auf dem Moorrundweg

Informationstafel auf dem Moorrundweg

Nun ja, wir sind bisher weder auf eine Moorleiche gestoßen, noch haben wir das versunkene Dorf entdeckt oder seine Kirchenglocken läuten gehört, noch kochte und brodelte das Moor, während wir es besuchten.  Aber ein bisschen unheimlich sind solche Geschichten dennoch, oder? Eine Nacht im Moor würde uns das Moor sicher eher von dieser finsteren und unheimlichen Seite sehen lassen und vielleicht würden wir dann sogar an die Existenz dieses versunkenen Dorfes glauben können.

Der Holzbohlensteg führt uns sicher durchs Moor

Ein Holzbohlensteg führt uns sicher durchs Moor

Aber genug der Gruselgeschichten, lasst uns bei herrlichstem Sonnenschein, Vogelgezwitscher und dem Summen von Insekten durchs Moor wandern. An diesem Tag musste man sich nicht fürchten. Die Mooraugen zeigten erstaunlich wenig Wasser. Da brodelte also auch nichts. Die trockene Hitze der letzten Tage hatte auch das Moor dursten lassen. Das Moor zeigte sich uns eher von seiner guten, sonnigen und sogar romantischen Seite denn von seiner schaurigen. Lasst uns heute also ein paar dieser schönen und nicht der dunklen Geheimnisse eines einzigartigen, und für meine Begriffe wundervollen, Moores gemeinsam entdecken.

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Was man im Moment so alles im Garten entdecken kann! Löwenzahn und Gänseblümchen sind allgegenwärtig. Die beiden gehören so selbstverständlich in meinen Garten wie viele andere Blumen. Obwohl, die Anzahl des frechen gelben Gartenbewohners behalte ich gern ein wenig im Auge, denn wenn man ihm den kleinen Finger reicht, dann nimmt er nur allzu gern die ganze Hand. Das Gänseblümchen ist da mit seiner Ausbreitung durchaus etwas bescheidener. Ihm kann man schon eher vertrauensvoll ein oder mehrere Plätzchen im Garten zuweisen.  Es überrennt nicht so rasant wie der Löwenzahn alle anderen Pflanzen. Ein wenig aufpassen muss man zwar auch, aber das Gänseblümchen arbeitet sich mehr mit Charme als mit Frechheit durch den Garten. So ist es mir auch ein kleines bisschen sympathischer als der freche und stürmische Löwenzahn.
Aber nicht nur Löwenzahn und Gänseblümchen sind derweil unterwegs, auch Marienkäfer, Hummeln, Wespen, Bienen und Fliegen haben sich häuslich in meinem Garten niedergelassen und sie haben fleißig zu tun. Der Marienkäfer liebt nicht nur Blumen, er mag auch wollige Decken. Aber vielleicht gefiel ihm an der Decke auch nur die Farbe. Wer weiß schon, was in einem Marienkäferköpfchen manchmal so vor sich geht. Lassen wir ihm also seinen Spaß im wolligen Kletterpark. Die Wespen raspeln von Holzbänken, Stühlen und Geräteschuppen ungeniert, als würden sie ihnen gehören, kleine Holzteilchen ab, um irgendwo eines ihrer kunstvollen papiernen Nester zu bauen. Auch in unseren Insektenhotels ist fleißig Betrieb. Hier sind Fliegen, Bienen und allerlei andere Insekten unterwegs, um Nachwuchs zu versorgen oder manchmal auch, um ein anderes Insektennest auszurauben. Spannend, was in einem solch kleinen Garten alles geschieht. Wenn Ihr mögt, können wir jetzt gern zusammen das wilde Gartenleben anschauen. Ich finde es unwahrscheinlich aufregend und interessant.

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Na, erkennt Ihr sie wieder? Den Baum und den Teich? In meinem Montagsbeitrag waren sie hier bereits die Stars – dieser markante Baum und der kleine Teich mit dem so herrlich funkelnden Wasser. Ich hatte schon am Montag noch mehr Bilder versprochen und ich möchte nun heute gleich mein Versprechen einlösen.
Wenn ich das Wort Krötenwanderung lese, habe ich neuerdings immer unsere Haus- und Hofkröte vor Augen, die Kröte, die uns schon so manchen Sommer über in unserem kleinen Gärtchen mit ihren filmreifen Auftritten unterhalten hat. Ach, was heißt hier filmreif – sie ist ja schon längst über diesen dummen Reifeprozess hinaus, sie ist bereits ein richtiger berühmter Filmstar. In bereits zwei Filmen hatte sie eine Hauptrolle. Sie hat sich gar nicht erst lange mit kleinen Nebenrollen abgegeben. Ohne Umschweife griff sie sofort nach der Hauptrolle und meisterte diese glänzend. Allerdings habe ich unseren Star im Gewand einer Kröte in diesem Jahr noch gar nicht zu Gesicht bekommen. Ob sie noch fernab in dem Teich, in dem sie einst das Licht der Welt erblickte, weilt, um sich dort um den diesjährigen neuen Krötennachwuchs zu kümmern? Oder ob sie schon auf der Wanderung zu ihrem kleinen Sommerteich in unserem Garten ist? Ich hoffe, sie meistert ihre Wanderstrecke problemlos, denn sicher lauern unterwegs so mancherlei Gefahren. Wer weiß, wer alles Appetit auf einen fetten Krötenhappen hat. Die Straßen, die unser Sommergast eventuell überqueren muss, sind sicher auch nicht so ohne. Ich hoffe, unsere Kröte schaut aufmerksam nach links und rechts, bevor sie die gefährliche Fahrbahn überquert. Ich werde erst wieder erleichtert durchatmen können, wenn ich weiß, unsere überaus begabte Schauspielerin ist wohlbehalten in unserem Garten angekommen. Vor einigen Tagen wurde ich übrigens genau hier an diesem kleinen Teich an unsere Filmdarstellerin erinnert. Ich stand am Ufer und schaute bewundernd auf das fast an einen blinkenden Sternenhimmel erinnernde Wasser. Fasziniert betrachtete ich das Funkeln der im Sonnenlicht glitzernden Wellen. Da sah ich auf einmal auf dem Wasser eine kleine sich immer weiter ausbreitende Wellenbewegung. Ganz langsam verteilte sie sich von einem winzigen Punkt aus über dem Wasser. Immer größer wurden die Kreise, die vorderen verebbten am Ufer, die hinteren setzten ihren Weg über den Teich fort, wurden langsam flacher und unscheinbarer und liefen schließlich irgendwo in der Mitte des funkelnden Sternenteppichs aus. Lag hier vorn an diesem kleinen Punkt, von dem die Wellen auszugehen schienen, ein Ast im Wasser, den ein Fisch in leichte Schwingungen versetzt hatte? Erneut bemerkte ich das gleiche Spiel wie zuvor. Neugierig geworden schaute ich nun doch etwas genauer hin, ging so dicht wie möglich ans Wasser heran und dann … dann musste mich der Ast entdeckt haben. Er tauchte unter und war fort. Doch nein, einen Augenblick später entdeckte ich ihn erneut – rechts von mir, dicht unter der Wasseroberfläche. Dann sah ich es genau, mein Ast hatte vier Schwimmfüße, einen Kopf mit einem breiten froschähnlichen Maul, braune Augen und ganz viele kleine Warzen auf dem Körper. Hi, hatte ich hier den Geburtsort unserer Haus- und Hofkröte gefunden? Oh, und was war das denn? Jetzt erst fiel mir auf, dass es überall am und im Wasser nur so umherwuselte. Meine Kröte war nicht allein. Offensichtlich hatte das große Krötentreffen bereits begonnen. Krötenfrau und Krötenmann hatten sich, wie sie es alljährlich zu tun pflegen, zusammengefunden, um für den nächsten Nachwuchs zu sorgen. Dann würde unsere Kröte, unser hauseigener Filmstar, wohl bald wieder bei uns eintreffen, denn die wichtigste Aufgabe in diesem Jahr wäre dann wohl bald vollbracht, die, für den Krötennachwuchs zu sorgen. So können wir uns schon jetzt auf einen hoffentlich wiederum ereignisreichen Krötensommer in unserem Garten freuen.
Übrigens waren nicht nur die Kröten mit der Erschaffung der Welt einer neuen Krötengeneration beschäftigt, auch ein Entenpaar hatte an diesem Teich ein hübsches kleines Zuhause für seinen Entennachwuchs gefunden. Dem Stockentenerpel kann man auf einem meiner Fotos bei der Gefiederpflege zuschauen. Die Dame saß ein Stückchen weiter nahezu unsichtbar auf einem Nest. Auch hier scheint also der Nachwuchs in Arbeit zu sein. Vielleicht kann ich sogar bei einem weiteren Teichbesuch kleine gelbe Entenbällchen bewundern.

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An diesen drolligen kleinen Federbällen komme ich selten einmal vorbei. Wie oft bin ich schon irgendwo stehengeblieben und habe lächelnd eine Schar Spatzen beobachtet. Was mögen sie sich alles zu erzählen haben, wenn sie laut schwatzend in Bäumen und Sträuchern, auf einem Zaun oder auf einer Dachrinne sitzen? Jeder scheint mit jedem zu reden und einer schwatzt lauter als der andere. Wenn einer losfliegt, eilen einen kurzen Moment später alle anderen hinterher, so, als würde, wenn einer sitzen bliebe, er sich furchtbar einsam vorkommen. Spatzen lieben es in fast jeder Situation gesellig – sogar beim Baden, wie wir hier unlängst gesehen haben. Seit vielen Jahren haben wir Silberdistels sogar UNSERE ganz eigenen Hausspatzen. Eine Spatzenfamilie hat sich an einer Ecke unseres Daches häuslich eingerichtet. Schon viele, viele Spatzenkinder müssen, seitdem wir hier wohnen, dort oben unter der Dachpfanne aufgezogen worden sein. Stolz tschilpt Vater Hausperling jedes Mal all sein Vaterglück von der Dachrinne in die kleine Welt unseres Dorfes. Wenn wir öfter hören oder lesen, dass auch der Sperling einer der Vögel ist, der mit zu den bedrohten Arten gehört, dann können WIR das hier so gar nicht glauben. UNSERE Spatzenpopulation hat in den letzten Jahren ganz sicher deutlich zu- und nicht abgenommen. Auch wenn die Spatzen nicht so wunderschön singen können wie die Amsel, das Rotkehlchen, der Buchfink, selbst die Meisen sind bessere Gesangskünstler als der Sperling, sein Tschilpen klingt für mich trotzdem wie Musik. Mir würde etwas fehlen, wenn ich es nicht mehr hören würde. … und weil ich diesen kleinen frechen und lustigen Kerl so mag, widme ich ihm heute einen extra Post – der kleine Sperling, er lebe hoch und hoffentlich noch ganz lange als fröhlicher Untermieter unter dem Dach unseres Hauses.

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… bei den Silberdistels sehen im Moment so aus wie auf diesen Bildern. Katzen und Menschen genießen den frühen Frühling, die Wärme, das Zwitschern der Vögel, das Summen der Insekten, die Kranichrufe hoch oben am Himmel und den Farbenzauber der Frühblüher. Da wird schon mal ein Kaffee im Freien genossen und ein wenig Sonne getankt. Bitte Frühling, mach weiter so!

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