Mit ‘Besuch’ getaggte Beiträge

… könnte man vielleicht glauben, dass derjenige eventuell förmlich in Geld schwimmt. In diesem speziellen Fall, auf den ich hinaus will, ist der Begriff  „steinreich“ nicht übertragend zu sehen, sondern durchaus einmal wörtlich zu nehmen.
Das Katerchen aus dem Katerchen-Blog ist sicher dem einen oder anderen Besucher meines Blogs ein Begriff. Liest und kommentiert Katerchen hier bei mir doch bereits seit etlichen Jahren und noch dazu überaus fleißig. Na, und wenn ich noch hinzufüge, dass zum Katerchen der Pelzträger Paulimann gehört, dann sollte es doch wohl jetzt bei fast jedem klingeln und vielleicht hat der eine oder andere sogar schon beim Katerchen-Blog vorbeigeschaut.
Viele Jahre haben die beiden die Bloggerwelt mit ihren netten und oft sehr lehrreichen Erlebnissen erfreut. Nun schließen sie leider bald ihre Blogtür. Sie möchten endlich ihren wohlverdienten Ruhestand genießen und das bedeutet für sie zum Leidwesen all ihrer Fans auch Blogruhestand. Ich bin mir sicher, ich bin nicht die einzige, die das sehr bedauert, haben mir die Geschichten vom und um den Paulimann mit seinem Frauchen und die vielen interessanten Beiträge rund um die Natur doch immer viel Freude bereitet und bei mir sogar so manche Wissenslücke geschlossen. Die beiden werden mir fehlen. Andererseits gönne ich ihnen ihren Ruhestand, und sie haben ja versprochen, ab und zu einmal durch mein bücherstaubiges Türchen zu schauen und ein kleines Lebenszeichen dazulassen. Das ist zumindest ein Trost, wenn auch ein schwacher.

Aber was nun haben das Katerchen und der Paulimann mit diesem, meinem heutigen, Beitrag zu tun? Ganz einfach! Genau sie sind nämlich diejenigen, die von sich sagen können, dass sie steinreich sind. Und jetzt kommt es gleich noch viel schöner. Wir Silberdistels durften sogar an ihrem Reichtum teilhaben, wir bekamen, man lese und staune, sogar ein wenig davon geschenkt. Wie es dazu kam, möchte ich im Folgenden erzählen.

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Es begann im Jahre 2014. Ich berichtete hier im „Bücherstaub“ immer wieder einmal von meinen/unseren silberdisteligen Strandspaziergängen und dass ich eher selten einmal ohne ein steiniges Mitbringsel von diesen Wanderungen entlang der Ostseeküste heimkehrte.
Westlich von Warnemünde ist der Strand geradezu mit Steinen bedeckt. Wer einmal dort war, der hatte ganz sicher auch schnell ein steiniges Mitbringsel in der Tasche. Die Steilküste dort sorgt ständig für steinigen Nachschub. So erblickt nicht selten auch eine interessante Versteinerung nach vielen Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten oder mehr im Dunkeln wieder das Licht der Welt, indem sie bei Sturm und Regen bei einem Küstenabbruch mit in die Tiefe rauscht und später von der sie noch umgebenden Erde durch das Wasser der Ostsee freigespült wird. So mancher Fossiliensammler ist hier schon fündig geworden.

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Durch meine Beiträge aus der „Blauen Serie“ kamen das Katerchen und ich über solche Fossilienfunde und unsere gemeinsame Steinsammelleidenschaft immer wieder einmal ins Gespräch.

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Ein Hühnergott, den mir bei einem Strandspaziergang ein älterer Herr ganz stolz zeigte

So mancher Hühnergott und Donnerkeil sind von solchen Wanderungen entlang der Küste in meine Tasche und dann mit mir nach Hause gewandert. Edlere Funde waren schon eher selten dabei, dafür dann aber umso wertvoller und eine ganz besondere Bereicherung unserer kleinen Fossiliensammlung. Im Laufe vieler Jahre haben wir etliche Seeigel, Korallen, zu Stein gewordene Muscheln, versteinerte Reste von Kopffüßern und mehr gefunden. Eigentlich fand ich unsere Sammlung bisher durchaus recht  ansehnlich.

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Aber als ich dann erfuhr, wie riesig Katerchens Steinsammlung ist, war ich doch mehr als beeindruckt. Das obige Foto vom Katerchen zeigt nur einen bescheidenen Teil der gewaltigen Sammlung. Das ist doch wirklich etwas, das man wahrlich als steinreich bezeichnen kann. Oder?
Mit diesem Foto und einigen Fotos mehr kam auch eine Einladung an uns, den ganzen Reichtum einmal aus der Nähe, also in der Wirklichkeit, bewundern zu dürfen.
Bis es dann aber endlich soweit war, dass wir Silberdistels uns tatsächlich auf den Weg zum steinreichen Katerchen machten, vergingen noch einmal viele Monate, letztendlich gingen noch einmal fast zwei Jahre ins Land.
Dann aber war es endlich soweit. Jetzt im April diesen Jahres, in der Woche vor Ostern, fanden wir einen gemeinsamen Termin.

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Kater Paulimann – noch misstrauisch den Gästen gegenüber

Am frühen Nachmittag treffen wir beim Kater Paulimann und seinem Frauchen ein. Wir werden mit Kaffee und leckerem Kuchen empfangen und lernen neben Paulimann sein sehr sympathisches Frauchen kennen. Paulimann, der Star in so vielen Geschichten aus dem Katerchen-Blog, ist zunächst ein wenig misstrauisch den beiden Gästen gegenüber.

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Dann siegt doch die Neugierde und Paulimann schaut die Gäste ein wenig näher an

Vorsichtig werden wir ein wenig näher in Augenschein genommen und dann wohl als harmlos eingestuft. Wir dürfen also noch ein Weilchen bleiben und mit seinem Frauchen plaudern …

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Aber nicht nur Versteinerungen sind Gesprächsthema, auch die Fototechnik wird verglichen

… und das tun wir dann auch recht ausgiebig. Nicht nur die vielen Steine sind Gesprächsthema, es gibt noch viel mehr gemeinsame Interessen – zum Beispiel die Fototechnik, über die hier gerade unsere Gastgeberin Katerchen und Herr Silberdistel diskutieren.
Leider ist der Nachmittag viel zu kurz. Wir können längst nicht jeden einzelnen Stein bewundern und Gesprächsstoff gäbe es auch noch außerhalb von Steinen und Fotografie in Unmengen. Am Ende haben wohl nicht nur wir Silberdistels den Eindruck, wir würden uns schon ewig kennen.

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Leider ist unser Heimweg noch lang. Wohl oder übel müssen wir uns verabschieden. Es war schön beim Katerchen und dem pelzigen Blogstar Paulimann. Danke Euch beiden, wir haben uns bei Euch ausgesprochen wohlgefühlt.

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Und am Ende habt Ihr uns nicht nur einen schönen und interessanten Nachmittag geschenkt, nein, Ihr habt uns auch noch steinreich gemacht und habt uns von Eurem Reichtum ein mächtig großes Kistchen mit auf die Reise gegeben. So machten wir uns letztendlich schwer beladen auf den langen Heimweg und zu unserer kleinen Sammlung gesellte sich viel Neues.

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Inzwischen haben nun alle steinigen Geschenke vom Katerchen ihren Platz gefunden. Einige zieren ein Fensterbrett und die anderen machen sich sehr gut in unserem Wintergarten, und damit ich nicht immerzu mit dem Staubwedel jedes einzelne Steinchen entstauben muss, haben die Reliquien aus längst vergangenen Zeiten in dekorativen Gläsern Platz gefunden.

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Nachfolgend sind noch einmal einige besonders schöne Einzelstücke zu sehen.

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Vor einigen Tagen fiel mir ganz zufällig, als ich den Blick durch mein kleines grünes Reich schweifen ließ, ein flinkes helles Vögelchen mit recht langem Schwanz auf. Und da, sogar noch eins. Es waren Schwanzmeisen. Bisher hatte ich diese Art noch nicht in meinem Garten gesehen. Eine Weile flatterten die beiden Federbälle in der Nähe unseres Geräteschuppens umher und verschwanden dann im Nachbargarten. Wenige Tage später das gleiche Spiel und wieder hatte ich gerade die Kamera nicht zur Hand. Ob sie hier ganz in der Nähe wohnten? Oder waren sie nur Durchzugsgäste?
Es vergingen wieder einige Tage und plötzlich sah ich sie erneut – dieses Mal vom Fenster meines Zimmers aus. Auch jetzt verschwanden die beiden langschwänzigen Meisen wieder Richtung Nachbargarten und nun wurde mir auch klar, wohin sie nach ihren kurzen Stippvisiten in meinem Garten immer jeweils geflogen waren. Von meinem Beobachtungsplatz aus kann ich nämlich hinüber in den Nachbargarten schauen und so entdeckte ich, dass der Nachbar noch Futter im Angebot hatte und das hatte die beiden Schwanzmeisen ziemlich sicher angelockt. Zunächst sah ich allerdings am Futterplatz nur eine Blaumeise. Sie turnte abwechselnd an einem der Meisenknödel und an einer Futterglocke umher. Wo die Schwanzmeisen geblieben waren, konnte ich nicht ausmachen. Doch meine Geduld wurde belohnt, nach einer Weile tauchte tatsächlich auch eine der beiden Schwanzmeisen  am Futterplatz im Nachbargarten auf und ließ es sich schmecken und ich kam endlich zu meinen Fotos.
Übrigens brüten Schwanzmeisen auch bei uns im Tiefland, allerdings sind sie nirgends besonders häufig. Noch dazu sind meine beiden Exemplare noch seltener, denn sie hatten einen rein weißen Kopf. Es handelt sich hier um eine Art, die gewöhnlich mehr in Nordeuropa und im Nordosten Mitteleuropas zuhause ist. Die bei uns vorkommenden Schwanzmeisen haben auch einen weißen Kopf, tragen jedoch einen breiten schwarzen Streifen über den Augen.
Schwanzmeisen brüten am liebsten in Laub- und Mischwäldern, auch in Parks, in Gärten dagegen eher seltener. In der kalten Jahreszeit streifen sie allerdings auch gern in Gärten umher – sicher wegen des dort häufig angebotenen Futters. Das Nest der Schwanzmeisen ist übrigens eine kleine Besonderheit im Vergleich zu den Nestern der anderen Meisen. Es ist ein recht kunstvoll aus Flechten, Moosen, Grashalmen und ähnlichen Materialien geflochtenes Kugelnest, das im Inneren mit vielen kleinen Federn tapetenartig ausgekleidet wird. So bietet es einen ausgezeichneten Wärmeschutz für Eier und später die Vogelkinder.
Nun bin ich gespannt, ob die beiden noch öfter in meinem oder/und im Nachbarsgarten auftauchen, vielleicht in der Nähe sogar brüten. Aber selbst wenn sie nur am Umherstreifen waren und dabei das Futterangebot wahrgenommen haben, war es wieder einmal eine interessante Beobachtung. Schön, einen gefiederten Gast im eigenen Garten entdeckt zu haben, den man dann doch nicht so häufig zu Gesicht bekommt. Blau- und Kohlmeisen dagegen sind hier in meinem kleinen grünen Reich ja ständige Gäste, auch ab und zu einmal eine Weiden- oder Sumpfmeise, eine Schwanzmeise ist schon etwas Besonderes.

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Hallo, da seid Ihr ja endlich.

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Ich sitze hier schon eine ganze Weile und warte auf Euch. Ich will Euch nur sagen, dass wir im Moment so gar keine Zeit haben. Hier ist mächtig was los. Wir erwarten nämlich Besuch.

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Da haben wir natürlich jetzt gewaltig zu tun – mit der ganzen Putzerei und so.

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Ihr glaubt gar nicht, wie erschöpfend das sein kann.

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Naja, ich bin jetzt wenigstens fertig mit dem Putzen.

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Ich will mal kurz schauen, wie weit die Silberdistel damit ist.

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Hier unten ist sie scheinbar fertig. … und auch sonst höre ich nichts mehr. Ich geh‘ mal vorsichtig gucken.

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Ja, hier ist die Luft rein und der Teppich auch. Wie himmlisch – endlich wieder Ruhe … Ach, … und ehe ich’s vergesse, wir machen erst einmal Sommerpause. Wir müssen uns um unsere Gäste kümmern. Da bleibt keine Kümmerzeit für den Bücherstaub übrig. Ihr müsst jetzt erst einmal eine Weile ohne uns auskommen.

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Und ich, ich muss mich nun von der Putzerei erholen. Bin völlig erschöpft und hundemü… ähh … katermüde. Also dann … bis irgendwann nach … nach unserer Sommerpause. Das kann aber dauern. Kater schlafen gewöhnlich lange … gaaaaanz lange … Also, bis später dann … brrrr … puhhhhhhhh …

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Was? Warum weckt Ihr mich noch mal? Katzen? Was ist mit Katzen?

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Ach so, … Katzen … ja, die schlafen auch lange, viel länger als Kater, weil … sie haben die besseren Schlafplätze …

17-Wir machen Sommerpause

So, aber nun ist Ruhe hier! Gute Nacht … und dann bis nach dem Schlaf um acht im Bücherstaub!… brrrr … puhhhh … brrrr … puhhhhhhh …

Und wieder einmal wurden die Silberdistels in aller Frühe aus dem Bett gerissen. Es ist Freitag. Eben schlafe ich noch tief und fest und plötzlich werde ich durch irgendetwas  wach. Es ist 5.30 Uhr in der Frühe, als ich auf die Uhr schaue. Ein Geräusch, das nicht hierher gehört, hat mich geweckt. Ich schaue zu Herrn Silberdistel hinüber. Der aber schläft scheinbar tief und fest und ruhig. Na, wer weiß, vielleicht habe ich nur schlecht geträumt? Ich kann mich allerdings nicht erinnern, überhaupt geträumt zu haben. Ich drehe mich wieder um, rolle mich wie sonst mein Kätzchen zusammen und versuche noch ein wenig zu schlafen. Plötzlich schrecke ich erneut hoch. Da war doch wirklich ein Geräusch! Ob eine unserer Katzen im Schlafzimmer ist? Vielleicht musste mein Gatte in der Nacht einmal raus und als er wieder ins Schlafzimmer zurückkehrte, hatte sich einer unserer Tiger heimlich mit hineingeschlichen? Seltsam nur, dass sich der Pelzträger so lange ruhig verhalten hat. Das ist eigentlich eher ungewöhnlich für unsere Fusseltiger. Ich schaue auf, noch einmal zu Herrn Silberdistel hinüber, der aber immer noch fest zu schlafen scheint. Während ich meinen schlafenden Gatten beobachte, höre ich wieder dieses klappernde Geräusch. Nun, schon etwas wacher, scheint es mir so, als würde das Klappern vom Dachfenster her kommen. Wahrscheinlich tappelt ein Vogel auf dem Fenster umher. Es passiert öfter einmal, dass dort Vögel landen, dann auf der Scheibe umherspringen und –rutschen und dabei diesen Lärm verursachen. Irgendwann saßen schon einmal mehrere junge Schwalben auf dem Fenster und zwitscherten fröhlich vor sich hin. Beruhigt schließe ich die Augen, um noch eine Mütze voll Schlaf zu nehmen. Ich bin gerade wieder am hinfort dämmern, da raschelt es fast neben mir. Das kann nun wirklich nicht mehr draußen sein. Wie vom Donner gerührt setze ich mich auf und schaue panisch in die Richtung, aus der das Rascheln kommt. Wäre da eine unserer Katzen, würde sie spätestens jetzt neben meinem Bett stehen und freudig ihr Mauuuu erklingen lassen, weil das Personal nun endlich begriffen hat, dass die Herrschaft Zuwendung und Frühstück braucht. Aber ich sehe weit und breit keine Katze, bleibe trotzdem wie gebannt im Bett sitzen und schaue in die Richtung, aus der das Geräusch kam.

Plötzlich raschelt es erneut und dann sitzt ein kleiner Vogel auf dem Sessel, auf dem manchmal unser Kater seine Mittagsruhe hält. Im ersten Moment denke ich noch, ich träume, doch dann hüpft das Federbällchen fröhlich auf dem Sessel umher. Inzwischen ist auch mein Gatte wach und fragt noch ganz verschlafen, was denn nun schon wieder wäre. „Auf Katerchens Sessel sitzt ein Vogel“, lautet meine Antwort. Nun ist auch Herr Silberdistel ganz wach und schaut zum Sessel rüber. „Ist das ein Spatz?“ „Ich denke schon, ja.“

Langsam krabbele ich aus dem Bett und nähere mich ganz vorsichtig dem Vogel. Er schaut mir neugierig entgegen, doch als ich nach ihm greifen will, ist er flinker als ich und in der anderen Ecke des Zimmers verschwunden. Er ist unter ein Bücherregal geflüchtet. Ich krabbele auf allen Vieren hinterher und versuche erneut mein Glück. Es ist wirklich ein Sperling, wohl aber ein relativ junger Vogel. Er sieht noch so neu aus. Ich versuche noch einmal, nach dem kleinen Kerl zu greifen. Wieder nichts, obwohl ich dieses Mal schon besser war. Ich hatte ihn schon für einen kurzen Moment in der Hand. Wer schon einmal versucht hat, mit bloßen Händen einen Vogel zu fangen, weiß, wie schwierig das ist, denn die kleinen Tierchen sind unheimlich wendig und gelenkig und winden sich rasant schnell wieder aus der Hand. Aber die Silberdistel hat Erfahrung in der Vogelfängerei, denn sie wohnte nicht nur mit Katzen zusammen, sie teilte ihr Leben auch schon mit vielerlei Vögeln und manchmal musste schon einmal einer in die Hand genommen werden, um ihm, aus welchem Grunde auch immer, zu helfen.

Während ich versuche, das Vögelchen zu fangen, fragt der kluge und vorausschauende Herr Silberdistel, ob ich denn nicht erst einmal ein Foto von unserem Besucher machen wolle. „Ach ja, gute Idee!“ So lasse ich von dem Federball erst einmal wieder ab und halte nach meinem Fotoapparat Ausschau. Wenig später mache ich von unserem Gast einige Bilder. Während ich ein Foto nach dem anderen mache, schaut der kleine Sperling ganz fasziniert, von der modernen Technik oder vor mir (wer weiß), in die Kamera und rührt sich überhaupt nicht von der Stelle, so als wolle er unbedingt eine gute Figur abgeben, wenn er dann später im Blog der Silberdistel vorgestellt werden würde. Vielen Dank, kleiner Spatz!

So, genug fotografiert! Ich gehe wieder auf Vogelpirsch. Kaum ist der Fotoapparat weg, wird auch mein Vögelchen wieder lebendig und flattert davon. Ich krieche an der Erde hinter ihm her, umrunde Stühle, klettere auf solche, weil der Vogel oben auf dem Kleiderschrank gelandet ist, springe wieder hinunter, wieder hinauf, immer dem Vogel hinterher. Ich weiß gar nicht, wer eher atemlos ist, der Vogel oder ich. Letztendlich flattert der Federflausch in eine Ecke, aus der es für ihn kein Entrinnen mehr gibt und da greife ich, ohne lange zu zögern, nach dem Vogel und halte das kleine leichte Etwas in der Hand, schaue ihm noch einmal tief in die Augen, zeige ihm die weite Welt vor unserem Dachfenster, gebe ihm noch ein paar gute Ratschläge mit auf den Weg, wie z. B. den, nicht so neugierig in der Menschen Fenster zu klettern, denn es ist nicht immer nur ein netter Mensch dahinter, manchmal lauern da auch Katzen. Ganz vorsichtig öffne ich die Hand und unser gefiederter Morgengast zögert nicht den kleinsten Moment und fliegt davon. Ich schaue ihm hinterher und wünsche ihm weiterhin viel Glück in seinem Leben, denn das hatte er dieses Mal noch. Aber es muss nicht immer so gut ausgehen. Herr Silberdistel und ich sind froh, dass unsere Katzen nicht im Schlafzimmer waren, denn das hätte mit Sicherheit nicht gut für unseren kleinen Sperling geendet. Manchmal hat es also auch seine guten Seiten, dass unsere Tiger eigentlich des Nachts ein Schlafzimmerverbot haben.

Vor einigen Jahren hatten wir zu Weihnachten einen seltsamen Besuch. Er war gerade mal acht Wochen alt, ganz schwarz, pelzig und lief auf vier Beinen umher.

Eine Kollegin hatte kleine Kätzchen abzugeben. Da sie wusste, dass ich mein Heim außer mit meinem Gatten noch mit zwei Katzen teile, hatte sie versucht, bei mir noch eines dieser kleinen schwarzen Wesen unterzubringen. Noch eine dritte Katze kam für mich nicht in Frage, das wollte ich meinen beiden Pelznasen nicht antun. Sie kamen beide wunderbar miteinander aus und das war gut so. Ich wollte keinen Stress in unser Familienleben bringen. Ich blieb hart und lehnte dieses durchaus verlockende Angebot ab, obwohl ich Katzen sehr mag oder vielleicht auch, weil ich Katzen sehr mag.

An früherer Stelle hatte ich schon einmal berichtet, dass auch an mir der Versuch scheiterte, einem Bibliothekskätzchen in unserer Bibliothek ein neues Heim zu geben. Aus eben diesem Wurf stammt auch der kleine schwarze Gast, der über Weihnachten bei uns zu Besuch war. Da mein Gatte und ich nicht an weiterem Katzenzuwachs interessiert waren, fragte ich in Bekanntschaft und Verwandtschaft umher, ob denn jemand zufällig einen kleinen schwarzen Kater „brauchen“ würde. Womit ich gar nicht gerechnet hatte, war, dass sogar jemand den Finger hob und dem Katerchen ein neues Zuhause bieten wollte. Die neue Heimat des kleinen Schwarzen war aber einige Kilometer von seinem damaligen Wohnort entfernt.

So reiste klein Kater mit dem Sohn meiner Kollegin von einem Dorf in der Nähe von Berlin zunächst zu meiner Kollegin, von dort zu uns und dann in seine neue Heimat im südlichen Deutschland. Die neuen Katereltern nutzten die Gelegenheit, um uns bei dieser Gelegenheit gleich einen Besuch abzustatten. So hatten wir drei Tage lang ein kleines schwarzes Fellknäuel zu Gast.

Unsere beiden pelzigen Mitbewohner sahen ihr Revier in Gefahr und ließen dieses schwarze Etwas überhaupt nicht mehr aus den Augen. Klein Katerchen störte das alles gar nicht. Er bediente sich beim Futter, benutzte schamlos die Toilette unserer beiden tierischen Hausbewohner und ließ sich auch sonst nicht sonderlich beeindrucken. Sogar vor dem Spielzeug unserer Katzen hatte er keinerlei Respekt. Die schöne Papiertüte betrachtete er einfach als sein Eigentum. Unsere beiden Pelztiere waren einigermaßen empört, aber auch irgendwie überfordert von so viel Unverfrorenheit.

Das alles fiel mir jetzt wieder ein, als ich den neuen Film von Simon Tofield mit diesem kleinen frechen Kätzchen sah: