Mit ‘Benediktiner’ getaggte Beiträge

… dann ist da zum Glück noch die Donau, die uns Silberdistels doch irgendwie aus der Patsche geholfen hat. Ja, erraten, wir sind noch einmal gedanklich zurückgeeilt in unseren Septemberurlaub mit Enkelkind. Am Tag zuvor hatten wir ja doch allerlei Interessantes erlebt. Ich wage zu behaupten, dass sowohl Enkelin als auch Großeltern zumindest an dem Tag auf ihre Kosten gekommen waren.
Neuer Tag, neues Glück. Was tun? Wandern war irgendwie so gut wie außen vor und wenn wir dem Kind überhaupt einen Fußmarsch zumuten durften, dann musste wenigstens eine gewisse Portion Action dabei sein. Als wir den Vorschlag unterbreiteten, uns ein Kloster anzuschauen, mussten wir erst einmal erklären, was ein Kloster überhaupt ist und warum wir das unbedingt anschauen wollten. Unsere Antwort ließ die Kinderaugen nicht gerade großartig leuchten. Entweder lag’s an unserer dilettantischen Erklärung oder aber daran, dass das Kind sofort erkannt hatte: Kloster KANN für Kinder nur langweilig sein. Doch unsere kleine Begleiterin verstand es blendend, aus der ganzen Sache doch noch einen Vorteil für sich zu ziehen. Wir würden nämlich ein wenig mit dem Auto unterwegs sein müssen, um überhaupt erst zu dem Kloster, das auf unserer Oma-Opa-Wunschliste stand, zu kommen.  So war das Kind dann doch recht schnell guter Dinge, denn ich konnte den Kinderaugen nicht widerstehen und hatte einer dringlichen Bitte zugestimmt. Unser Enkelkind durfte während der Fahrt zu unserem Ausflugsort mit Omas schwarzem I-Pad alle Spiele rauf und runter spielen. Am Rande bemerkt, Oma hat gar kein I-Pad, aber die Mutti hat eins und das ist weiß. Da mein Tablet schwarz ist, ist es logischerweise in Enkelinnenaugen ein schwarzes I-Pad. So schnell kann man mitunter zu einem I-Pad kommen. Bis eben hat man überhaupt noch nicht geahnt, dass man eins hat. Die Fahrt war also fürs Kind eine durchaus spannende Angelegenheit, aber kaum waren wir aus dem Auto gestiegen, war die Spannung auf Null gefallen, denn wir hatten ein wenig Fußmarsch vor uns und ich kam mir recht bald wie in dem Zeichentrickfilm „Shrek“ vor, in dem der Esel in rastloser Folge fragt: „Sind wir schon da?“ In unserem Falle lautete die Frage allerdings: „WANN sind wir denn endlich da?“

Die Donau bei Kelheim

Die Donau bei Kelheim

Und dann waren wir endlich da – am Kloster Weltenburg, einer Benediktinerabtei, die sich direkt an der Donau unweit der Stadt Kelheim (Niederbayern) befindet.

Eine Informationstafel vor dem Kloster

Eine Informationstafel vor dem Kloster

Gegründet worden sein soll es um 617. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgelöst, doch bereits 1842 wurde es wieder errichtet und im Jahre 1903 wurde es wieder zur Abtei erhoben.

Die Abteikirche

Die Abteikirche

Sehenswert ist die von den Gebrüdern Asam im Stil des Rokoko entworfene und ausgestaltete Abteikirche. Errichtet wurde sie zwischen 1716 und 1739. Ihre Entstehung fällt in die Zeit des Abtes Maurus I. Bächl (1713–1743), in der auch die ebenfalls sehr interessante Frauenbergkapelle entstand. Leider durfte man in der Abteikirche nicht fotografieren. Schade, denn den Anblick empfand ich als überwältigend. Besonders das Deckenfresko ist nahezu atemberaubend. Darin haben sich sogar die Brüder Asam, der eine als Gemälde und der andere als Stuck-Skulptur verewigt. Damit haben sie sich quasi selbst ein Denkmal gesetzt. Auch die Brandenstein-Orgel ist ein Augenschmaus. Es gibt so viel zu sehen, man könnte dort sicher Stunden und Tage zubringen, wenn man jedes kleine Detail betrachten wollte – einfach nur schön.

Blick in die Frauenbergkapelle

Blick in die Frauenbergkapelle

Natürlich war das alles für Kinderaugen eher langweilig, obwohl wir beiden Mädels dann doch recht lange in der Frauenbergkapelle, in der wir auch einige Bilder machen durften, verweilten und schauten und schauten. Irgendwann hörte ich dann leise: „Oma, gehen wir jetzt wieder?“ Der Opa hatte sich eh schon lange abgeseilt und wartete draußen auf uns.

Von einem Aussichtspunkt nahe der Frauenbergkapelle hat man einen schönen Blick auf die Donau

Von einem Aussichtspunkt nahe der Frauenbergkapelle hat man einen schönen Blick auf die Donau

Der Vierbeiner hat viel Spaß am und im Wasser

Der Vierbeiner hat viel Spaß am und im Wasser

Immer wieder lässt er das Wasser spritzen

Immer wieder lässt er das Wasser spritzen

In Windeseile waren meine beiden Begleiter dann auch schon wieder zum Kloster unterwegs, während ich mir noch einen Blick von oben auf die Donau …

Von meinem Aussichtspunkt kann man auch auf das Klostergelände blicken

Von meinem Aussichtspunkt aus kann man auch auf das Klostergelände blicken

… und die imposante Klosteranlage gönnte. Dann aber folgte ich meinen beiden und machte mich ebenso wie sie Richtung Kloster und von dort zum Ausgang auf den Weg. Die Donau glitzerte uns verlockend an, als wir am Klostereingang standen und hinunterschauten.

Eine Wasserstandsmarke am Klostergebäude

Eine Wasserstandsmarke am Klostergebäude

Während wir dort so standen, fiel mein Blick auf eine Hochwassermarke am Gebäude. Ich mochte es gar nicht glauben, dass das so harmlos erscheinende Wässerchen dort unten einmal mit seinem Wasserstand hier oben erst Halt gemacht hatte. Wieviel Meter mochten das gewesen sein? Ich schaute die Donau gleich ein wenig ehrfürchtiger an.

Ein Gedenkstein für drei amerikanische Soldaten

Ein Gedenkstein für drei amerikanische Soldaten

Da gruselte es mich dann doch ein bisschen und es erklärte sich in gewisser Hinsicht auch ein Gedenkstein für 3 amerikanische Soldaten, an dem wir auf dem Hinweg zum Kloster vorbeigekommen waren und für den unsere Enkelin von uns eine Erklärung haben wollte. Es beschäftigte sie doch sehr, warum die Männer hier ums Leben gekommen waren.

Eine der schönsten Flusslandschaften Deutschlands

Eine der schönsten Flusslandschaften Deutschlands

Das Kloster befindet sich mit seiner Lage direkt an einer Donauschleife in einer der schönsten Flusslandschaften Deutschlands. Natürlich mussten wir auch noch direkt ans Wasser.

Wir lassen kleine Steine auf dem Wasser und große ins Wasser springen

Wir lassen kleine Steine auf dem Wasser und große ins Wasser springen

Opa und Enkeltochter ließen fröhlich kleine Steinchen über die Wasseroberfläche springen. Auch andere Ausflügler ließen sich davon anstecken. Wobei die Steine, die unsere Enkelin ins Wasser warf, doch von einem etwas größeren Kaliber waren als die kleinen Springsteine der Erwachsenen. So ein großer Stein ergab wenigstens einen satten Klang, wenn er ins Wasser fiel und somit war er viel interessanter als diese winzigen Hüpfsteine.

Am Wasser ist es dann doch interessanter fürs Kind als im Kloster

Am Wasser ist es dann doch interessanter fürs Kind als im Kloster

So war es am Wasser dann doch wesentlich interessanter fürs Kind und unser im Kloster mitunter schon ein wenig maulig schauendes Mädchen war plötzlich wieder fröhlich und guter Dinge. Kurz bevor wir an dieser Stelle die Donau mit einem Steinwall angestaut hätten, machten wir uns dann doch wieder auf den Weg. Wir wollten nicht später  in der Zeitung lesen müssen, dass Unbekannte an der Donauschleife bei Kelheim mit unbedachtem Steinewerfen die Donau angestaut und die Schifffahrt behindert hätten.

Eine Fähre setzt über

Eine Fähre setzt über

Das Drahtseil, mit dessen Hilfe sich die Fähre über die Donau bewegt

Das Drahtseil, mit dessen Hilfe sich die Fähre über die Donau zieht

Unterwegs zu unserem Auto beobachteten wir noch, wie eine Donaufähre übersetzte. Es war schon höchst interessant, wie sich die Fähre an einem über den Fluss gespannten Drahtseil entlanghangelte.

An einer Felswand entdecken wir eine Eidechse

An einer Felswand entdecken wir eine Eidechse

Und dann gab’s noch etwas fürs Kind. Es entdeckte nämlich an der Felswand neben der Straße eine Eidechse. So etwas sind echte Erlebnisse, nicht das Kloster mit seiner langweiligen Abteikirche oder seiner berühmten Bierbrauerei. Die Weltenburger Klosterbrauerei ist übrigens die älteste ihrer Art weltweit. Aber das war wohl mehr für den Opa von Interesse 😉 Mit Omas schwarzem I-Pad, der angestauten Donau und der Eidechse im Fels war es dann doch noch ein rundum gelungener Tag geworden – selbst fürs Kind.

In der Bilderschau hier unten ist für die besonders Interessierten noch ein wenig mehr von unserem Kloster-Weltenburg-Ausflug zu sehen. Auch hier viel Spaß beim Anschauen!

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!