Mit ‘Ausflug’ getaggte Beiträge

In meinem Beitrag über unsere Torty, die sich unlängst bei unserem Nachbarn versehentlich eine kleine Auszeit von uns nahm, erwähnte ich es bereits – wir Silberdistels haben endlich das Kloster Jerichow besucht.
Wie oft in unserem Leben sind wir schon an diesem beeindruckenden Bauwerk vorbeigefahren, wenn wir unterwegs zu einem Besuch bei Herrn Silberdistels Eltern oder von dort wieder auf dem Weg zu uns nach Hause waren? Der Ort Jerichow, nicht weit von Tangermünde entfernt (vielleicht ist ja Tangermünde etwas bekannter), liegt praktisch auf der Strecke, die wir immer gern benutzt haben, wenn wir uns zu einem Besuch Richtung Magdeburg auf den Weg gemacht haben.

00-DSC01729

Kloster Jerichow

Nun endlich haben wir uns Kloster Jerichow auch ganz aus der Nähe angeschaut. Dieses Mal war unser Ziel direkt das ehemalige Kloster unweit der Elbe, denn seit Schwiegermutters Tod vor zwei Jahren zieht es uns eher selten noch in diese Richtung. Der Ausflug jedoch hat sich durchaus gelohnt. Kloster Jerichow hat uns nicht enttäuscht.

Es wurde übrigens 1144 als Prämonstratenserstift gegründet und vier Jahre nach seiner Gründung an seinen heutigen Standort verlegt. Um den Zeitpunkt seiner Verlegung wurde auch mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Fertiggestellt wurde das gewaltige Bauwerk aber erst 1250.
Interessant ist vielleicht noch, dass Kloster Jerichow, auch wenn das gesamte Gebäude-Ensemble klösterlichen Charakter trägt, nie im eigentlichen Sinne ein Kloster war.  Die Prämonstratenser lebten und wohnten nicht ausschließlich im Kloster. Sie hatten sich vor allem der Mission und der Seelsorge verschrieben, waren also zum großen Teil außerhalb des Klosters tätig.

Während des 30jährigen Krieges hatte der Klosterbau arg zu leiden, z.T. wurde er regelrecht verwüstet. Auch während des 2. Weltkrieges erlitt der Bau erneut starke Beschädigungen.
Ab Mitte der 50er Jahre bis etwa 1960 begann man, erstaunlicherweise also bereits zu DDR-Zeiten, mit einer Instandsetzung der Kirche. Doch letztendlich waren die Schäden so gewaltig, dass man sich 1998 gezwungen sah, die Anlage vorerst baupolizeilich zu sperren.
In den Folgejahren wurden dann vom Land Sachsen-Anhalt nicht unerhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, um das Kloster wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Und dieser neue Glanz steht dem gesamten Kloster-Ensemble ausgezeichnet.
Gefunden habe ich diese geschichtlichen Eckpunkte über Kloster Jerichow übrigens hier. Wer also gern noch ein wenig mehr darüber lesen möchte, der kann gern auch dort noch einmal schauen.

Wir Silberdistels waren sehr angenehm überrascht von dem, was wir vorfanden. Aus Klosterkirche, dazugehörigen Gebäuden und dem Klostergarten ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Es lohnt sich, dort einmal reinzuschauen und sich mit eigenen Augen zu überzeugen.

Aber nun genug der Vorrede, ab ins Kloster! Wobei … erst einmal mussten wir natürlich einen kleinen Obolus löhnen, bevor wir wirklich hinein durften. Nebenher kam ich natürlich genau dort an der Kasse auch wieder einmal nicht an den angebotenen Büchern vorbei. So wanderte, wer hätte es gedacht, ein Kochbuch mit alten Rezepten in meinen Rucksack. Ich habe ja bisher auch kaum Kochbücher 😉

Aber nun wirklich los und auf ins Kloster!

02-DSC01621

Was wandelt denn dort hoch oben auf einem der Hausdächer?

Auf einem der Dächer der Häuserreihe links von uns fallen mir unterwegs zum Eingangsbereich der Klosteranlage zwei witzige Figuren auf. Es ist zwar helllichter Tag, aber wahrscheinlich wandeln sie immer – unabhängig von Tages- oder Nachtzeit.
Wenig später stehen wir vor dem Eingang zum Klosterbereich – kein Kartenabreißer weit und breit, kein Chipkontrolleur. Selbst sind hier Mann und Frau und müssen Avtomat bedienen können.

01-DSC01894

Dann also los – auf ins Kloster!

Herr Silberdistel hat zunächst ein kleines Problem mit dieser Automaten-Hürde, denn ohne die richtige Brille ist hier der Tastsinn gefragt. Man muss nämlich einen Chip, den wir an der Kasse bekamen und der mit mehreren Rillen versehen ist, in die richtige Position bringen, erst dann passt er in den Automaten, der schließlich die Eingangsschleuse zum Klosterbereich öffnet. Doch wir packen das Problem noch recht schnell, zumal von der anderen Schleusenseite hilfreiche Tipps kommen. Aber ich bin sicher, wir hätten es auch früher oder später allein geschafft 😉

Bevor wir uns nun zur allgemeinen Klostereinstimmung erst einmal ins Museum aufmachen, muss mein Gärtnerauge den hübschen Steingarten im Innenhof an der Geist-Brennerei bewundern. Aber dann geht’s hinein ins Museum. Dort gibt es allerlei Interessantes rund ums Kloster zu sehen – nicht nur Kirchenglocken und diverse Tonscherben. Vielleicht schaut Ihr ja irgendwann einmal selbst hinein. In der Bilderschau gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die Museumsluft.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Nach dem Museumsrundgang locken uns unsere Mägen mit unwiderstehlicher Gewalt in den Klostergarten. Ein Wegweiser sagt nämlich, dass es dort nicht nur Garten, sondern auch ein Café geben soll. Scheinbar können Mägen lesen und vor allem dulden sie keinen Widerspruch 😉

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Letztendlich sind wir rundum zufrieden. Kaffee, Cappuccino und Torte haben gehalten, was sie zu versprechen schienen. Sie waren äußerst lecker und der Klostergarten gab zu Speis und Trank mit dem buntem Vogelgezwitscher rundum aus all dem Grün und dem Blick aufs Storchennest hoch über uns auf dem Schornstein unseres urigen Cafés eine wunderbare Atmosphäre.  So ist Entspannung pur.
Und als ich im Gemüse- und Kräutergarten ein wenig später auch noch für meinen Garten zuhause fündig werde, könnte ich den Tag bereits als nahezu perfekt gelungen einordnen.
Aber wie es so ist, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber erst einmal war ich des Lobes voll und bereits wieder voller Tatendrang, denn dort hinten harrte unserer noch ein Backsteinmuseum.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Nach dem Backsteinmuseum fehlt uns nun nur noch der Blick ins eigentliche Heiligtum – in die Klosterkirche. Mich interessiert zuvor natürlich noch einmal der Steingarten, den ich gleich zu Anfang unseres Rundgangs bewundert habe. Und während ich dort die Pflanzen anschaue, bemerke ich plötzlich gegenüber an der Hauswand einen Spatzen und ein Loch in der Wand, in dem Vater Haussperling kurz darauf verschwindet. Ich sehe gerade noch sein fedriges Hinterteil weghuschen und schon klingt lautes Babyvogelgeschrei von der Wand zu mir herüber. Da habe ich also eben den Eingang zu einer Spatzenkinderstube entdeckt. Wenig später taucht auch Mama Haussperling auf, um die Kinder zu versorgen. Was für eine nette Begebenheit nebenbei. Klosterleben kann doch so vielseitig sein.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Zeit für den Kirchgang! Ich bin gespannt, was uns dort erwartet. Herr Silberdistel ist mir wieder einmal etwas voraus und wandelt bereits unter Gewölben dahin. Nur schnell hinterher, damit wir nichts verpassen!

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Beeindruckend, was wir zu sehen bekommen! Gewaltig, diese Höhe. Wie unscheinbar klein man sich doch vorkommt angesichts solcher unendlich erscheinender Höhe und wie spannend muss es gewesen sein, so etwas entstehen zu lassen.
Die Klosterkirche Jerichow gehört übrigens zu einem der ältesten Backsteinbauten Norddeutschlands. Wie schön, dass man ihr mit viel Geld, Mühe und Liebe wieder zu ihrer alten Pracht verholfen hat.

Nicht nur uns hat es in Jerichow gefallen. Auch die Störche scheinen sich dort wohlzufühlen. Wir entdecken auf einem Gebäude noch eine weiteres Storchennest und das, so finden wir, ist ein guter Abschluss für unseren Klosterbesuch.

Glücklich und zufrieden mit den gelungenen Tag machen wir uns wieder auf den Heimweg und dort spuckt uns dann unsere Torty in die Suppe dieses ansonsten so schönen Tages. Unser pelziges Dreigestirn will nämlich noch einmal hinaus in den Garten, als wir wieder daheim aufschlagen. Natürlich gönnen wir ihnen das, mussten sie doch bis dahin den ganzen Tag im Haus ausharren.
Ja, und dann, dann, dann verschwindet Torty spurlos

… haben wir Silberdistels gerade hinter uns gebracht und da stand mir vor lauter Aufregung so gar nicht der Sinn danach, mich mit neuen Blogbeiträgen zu befassen. Also herrschte hier im „Bücherstaub“ Ruhe – im Gegensatz zum wirklichen Leben, das gerade alles andere als ruhig verlief.

Wir Silberdistels hatten am vergangenen Sonntag kurzentschlossen einen Ausflug unternommen. Schon lange wollten wir uns das Kloster Jerichow anschauen. Unzählige Male in unserem Leben sind wir bereits daran vorbeigefahren und jedes Mal nahmen wir uns vor, endlich einmal anzuhalten und den beeindruckenden Bau ganz aus der Nähe anzuschauen. Bei diesem Vorhaben blieb es, bis mein Herr Silberdistel mich vor einer Woche fragte, ob ich Lust hätte, am Sonntag das Kloster in Jerichow anzuschauen. Und ob ich Lust dazu hatte.

DSC01728

Kloster Jerichow – vom Gemüse- und Würzgarten aus betrachtet

So machten wir uns am späten Sonntagvormittag auf den Weg dorthin. Es wurde ein zwar anstrengender, aber auch erlebnisreicher Tag. Dass er auch noch nervenaufreibend werden sollte, ahnten wir da noch nicht.

Zurück von unserem Ausflug saßen wir abends noch lange bei dem herrlich warmen Sommerwetter draußen im Garten. Unsere drei Pelzträger, die während unserer Abwesenheit  das Haus hüten mussten, durften nun endlich noch einen kleinen Gartenrundgang machen. Begeistert schossen sie zur Tür hinaus. Einer drängelte mehr als der andere. Jeder wollte als erster in den Garten abtauchen. Und dann waren sie alle drei für eine Weile verschwunden.

Unsere graue Eminenz gab sich mit einen kleinen Rundgang zufrieden und trudelte bald wieder ein. Keks folgte eine ganze Weile später. Fehlte also nur noch Torty. Sicher würde auch sie bald wieder auftauchen.

Doch unsere Torty ließ sich an diesem Abend erstaunlich viel Zeit mit ihrem Revierrundgang. Wir warteten und warteten und allmählich schaute ich bereits recht sorgenvoll auf die Uhr und hinaus in den immer dunkler werdenden Garten. Wo blieb sie nur?

Die Zeiger der Uhr gingen bereits auf Mitternacht zu und noch immer war unsere Torty nicht daheim. Obwohl ich ein recht ungutes Gefühl hatte, beschlossen wir schließlich doch, schlafen zu gehen.
In der Nacht schauten wir beiden Menschen im Wechsel immer wieder nach unserem Katzenmädchen. Ich schlief mehr schlecht als recht. Herr Silberdistel träumte zumindest positiv. Einmal sagte er, als er wohl merkte, dass ich im Zimmer herumtappte, im Halbschlaf zu mir: „Sie ist wieder da.“ Als ich fragte, wann er sie denn hereingelassen hätte, antwortete er erstaunt: „Oder habe ich das nur geträumt?“ Offensichtlich hatte er das nur geträumt, denn von unserer Torty gab es weder im Haus, noch im Garten eine Spur. Ich hatte nämlich gerade nach ihr geschaut.

Am nächsten Morgen war unsere Torty noch immer nicht da. So etwas gab es bisher noch nie. Das war so gar nicht ihre Art.

Nach einem sehr frühen Frühstück, denn Tortys Fernbleiben ließ mich sehr zeitig die Nachtruhe, die ohnehin keine war, beenden, machte ich mich auf die Suche nach ihr. Doch es gab weit und breit keine Spur von ihr.
Immerhin konnte sich unser Nachbar, der am Sonntagabend wie wir noch lange in seinem Garten gesessen hatte, daran erinnern, sie am Abend noch einmal kurz in seinem Garten gesehen zu haben. Doch das war inzwischen ganz schön lange her.

Wo mochte sie nur sein? Wir horchten im Laufe des Tages an verschiedenen Geräteschuppen, Gartenhäusern und Garagen, befragten rundum im Dorf mehrere weitere Bewohner und suchten ängstlich die Dorfstraße ab. Unsere Katze blieb verschwunden.

Am Dienstag machten wir uns nun doch ernsthaft Sorgen. Wir informierten Tierärzte, Tierheim und „Tasso“ über das Verschwinden unserer Katze, hängten weiträumig Suchzettel aus und hofften, dass irgendjemand unsere Torty gesehen hatte und uns einen entsprechenden Hinweis geben würde.

Immer wieder grübelte ich über Tortys Verschwinden nach. Sie ist zwar eine neugierige und unternehmungslustige Katze, andererseits aber auch sehr vorsichtig und misstrauisch Fremden gegenüber. Sie würde nie einfach mit jemandem mitgehen oder sich gar ohne Widerstand einfangen lassen.
Irgendetwas musste passiert sein, was sie daran gehindert hatte, nach Hause zu kommen. Meine Fantasie gaukelte mir die schlimmsten Szenarien vor.

Dass unser Nachbar sie bei sich im Garten gesehen hatte, war sicher nicht ungewöhnlich, aber irgendwie ließ mich dieser Gedanke nicht los. Der Nachbar hatte auch angedeutet, dass unsere graue Eminenz an dem bewussten Abend kurz durch seine Terrassentür geschritten sei und in sein Wohnzimmer geschaut hätte. Ob Torty es ihr gleichgetan hatte? Dass unsere First Lady wieder herausgekommen war, hatte der Nachbar beobachtet. Mehr allerdings nicht.

Auf meinen Wunsch hin hatte der Nachbar bereits am Montagmorgen sicherheitshalber in seinem Haus nach Torty Ausschau gehalten, falls sie doch unserer grauen Eminenz am Abend zuvor ins Haus gefolgt sein sollte. Die Suche blieb ergebnislos. Er hatte weder etwas Ungewöhnliches sehen noch hören können. … und würde sich eine eingesperrte Katze nicht auch bemerkbar machen? Das sollte man doch eigentlich denken, und unsere Torty hat eine durchaus kräftige Stimme, die ganz gewiss nicht, wenn sie sie denn einsetzt, zu überhören wäre.

Doch dann fiel mir auch wieder ein, dass sie sich selbst bei uns, als wir sie als kleines Katzenkind geholt hatten, nach dem Verlassen des Transportkörbchens zunächst versteckt hatte. Wer weiß, wie lange sie damals noch hinter den Büchern im Bücherregal ausgehalten hätte, wenn unser Keks sie nicht hervorgelockt hätte?
Sollten wir den Nachbarn vielleicht doch noch bitten, mit ihm gemeinsam im Haus schauen zu dürfen? Vielleicht wäre es etwas anderes, wenn Torty eine vertraute Stimme hören würde.

Herr Silberdistel stand am Dienstagnachmittag vor unserem Haus und berichtete gerade einer anderen Nachbarin, dass unser Katzenmädchen immer noch nicht wieder aufgetaucht wäre, als besagter direkter Nachbar vorbeikam. Er gesellte sich dazu und erzählte Herrn Silberdistel, dass er meinte, in der vergangenen Nacht ein Maunzen gehört zu haben. Er war sich allerdings nicht sicher, woher es gekommen war und vermutete schließlich, dass es  über das offene Fenster zu ihm gedrungen sein musste. Geisterte unsere Torty etwa irgendwo draußen umher? Aber warum harrte sie dann nicht in unserem Garten aus, bis ihr jemand die Tür öffnete. Bisher hatte sie immer beharrlich gewartet, wenn nicht sofort jemand zur Tür eilte.

Meinem Herrn Silberdistel kam an diesem Abend durch die Worte des Nachbarn die Idee, ihm ein gefülltes Futterschälchen zu geben, um es in seinem Haus aufzustellen. Würde das Futter unberührt bleiben, könnten wir zumindest das Nachbarhaus bei der weiteren Suche nach Torty ausschließen. Soweit der Plan.

Am späten Abend dann klingelte es bei uns. Aufgeregt rannte ich in der Hoffnung zur Tür, das Klingeln könnte etwas mit unserer Vermissten zu tun haben. Hatte jemand unsere Torty gesehen?

Ich öffnete. Draußen stand der Nachbar vor der Tür und sagte: „Ihre Katze ist wohl doch bei mir – auf dem Boden. Das Futter ist nämlich angerührt worden.“ Ob ich mitkommen wolle? Welche Frage?

Aufgeregt eilte ich hinter ihm her.  Im Haus schloss er klugerweise zunächst sämtliche Zimmertüren, um Torty nicht noch neue Fluchtwege zu eröffnen. Dann stiegen wir hinauf zum Boden, wo er mich schließlich allein ließ. Da er selbst bereits mehrmals Katzenvater gewesen ist, wusste er, dass sich Torty durch seine Anwesenheit nur noch weiter verunsichert fühlen könnte.

Da stand ich nun in einem fremden Haus, auf einem fremden Boden – scheinbar allein, hätte nicht das angeschleckte Katzenfutter auf die Anwesenheit eines anderen Lebewesens hingedeutet. Aber war Torty überhaupt in diesem Raum, in dem ich stand oder doch in dem Raum gegenüber?
Da stand ich nun und lauschte, lauschte mit spitzen Ohren wie ein Katze. Aber nichts, nichts war zu hören. Ob sich Torty melden würde, wenn sie meine Stimme hörte? Ich rief sie bei ihrem Namen, einmal, zweimal, dreimal … nichts. Noch einmal lockte ich und schüttelte das Tütchen mit ihren Lieblingssnacks, das ich schnell noch gegriffen hatte, bevor ich dem Nachbarn hinterher geeilt war. Hatte da eben etwas geraschelt – ganz leise, wie eine Maus?

Nein, keine Maus, denn jetzt vernahm ich ein ganz leises Maunzen und noch eins. Ich musste noch etliche Male fast wie eine Katze gurren, dann endlich tauchte in der hintersten Ecke, hinter einem Karton, Tortys Köpfchen auf. Vorsichtig und äußerst misstrauisch kam sie näher, fast so, als könne sie ihren Augen und Ohren noch nicht trauen. Hockte da wirklich die Rettung vor ihr? War das wirklich die Silberdistel?
… und dann fing das Fellbündel vor mir an zu beben, es schnurrte erst leise und dann immer lauter und ein weiches braunes Köpfchen näherte sich meiner Hand und stieß sie vorsichtig an. Ganz leicht strich ich über das weiche Fell, hielt dem Schnurrbündel ein paar der Snacks hin und dann durfte ich mein Katzenmädchen endlich in die Arme schließen. Welch wundervolles Gefühl! Ich hatte sie wieder.

Langsam ging ich mit meinem Fellbündel im Arm zur Treppe und Stufe für Stufe hinunter. Doch je weiter ich die Treppe hinab stieg, umso ängstlicher, nahezu panisch, wurde mein Katzenmädchen. Natürlich wollte ich das eben neu gewonnene Vertrauen nicht verlieren und so ließ ich Torty wieder hinunter. Ihre erste Reaktion war, sofort nach oben, zurück Richtung Boden, zu flüchten. Ich musste all meine Überredungskunst aufwenden, um sie letztendlich dazu zu bewegen, wieder herunter zu kommen. Schließlich kam sie, wenn auch langsam, misstrauisch und äußerst vorsichtig.

Als ich sie zur Haustür nach vorn lenken wollte, ergriff sie erneut Panik. Ich sprach wieder beruhigend auf sie ein und überließ ihr am Ende die Wahl des Ausgangs und die fiel auf die Terrassentür. Torty wollte offensichtlich genau dort hinaus, wo sie wahrscheinlich zwei Tage zuvor hinein gekommen war.

Noch im Zimmer, vor der Terrassentür angekommen, durfte ich unser Katzenmädchen wieder auf den Arm nehmen. Torty schien nun zu wissen, dass alles gut werden würde und dass es nach Hause ging. Immerhin sah sie bereits den Garten vor sich, den sie recht gut kennen dürfte und von dort aus war es bis zu ihrem Zuhause gar nicht mehr weit.

Wie waren wir glücklich, unsere vermisste pelzige Mitbewohnerin wiederzuhaben. Uns war ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Eine aufregende Geschichte hatte ein gutes Ende gefunden.
Torty allerdings hatte noch ein wenig länger an diesem Abenteuer zu knabbern. Sie musste in ihrem Zuhause zunächst alles ganz intensiv beschnüffeln. Aufgeregt rannte sie durchs Haus. Wahrscheinlich konnte sie immer noch nicht so ganz an ihre Rettung glauben. Selbst für Keks hatte sie im ersten Moment weder Auge noch Ohr. Nicht einmal der gefüllte Futternapf lockte sie, obwohl sie seit Sonntag weder etwas gefressen, noch getrunken hatte, außer dem Wenigen, was in der Lockfutterschale beim Nachbarn gestanden hatte.
Wir mussten ihr ein wenig Zeit lassen. Schließlich hatte sie jede Menge Stress abzubauen. Ihr ging es sicher nicht anders als uns. Wir waren allerdings nicht in einer völlig fremden Umgebung eingesperrt gewesen.

DSC01934

Inzwischen ist die Welt fast wieder in Ordnung für unsere Torty. Ein wenig steckt ihr der Schreck aber immer noch im Nacken. So ganz ist sie noch nicht wieder die Katze, die sie vor diesem für sie sicher sehr traumatischen Erlebnis war. Sie schaut öfter als sonst, ob wir noch da sind und so genießt sie momentan auch eine extra liebevolle Behandlung.

DSC01929

Wir können das Pfingstfest nun doch noch in Ruhe genießen. Wir sahen das für uns schon fast den berühmten Bach runterlaufen. Aber die Ruhe und Entspannung werden wir nun auch brauchen – wir zwei Menschen und die drei Pelzträger.
Unserem Keks hat die Schwester übrigens auch gefehlt. Das war deutlich zu merken. Wir hatten ständig den Eindruck, er wollte uns sagen: „So tut doch endlich etwas, damit Torty wieder da ist!“

Euch allen ein schönes, sonniges und ganz entspanntes Pfingstfest – das wünschen fünf glückliche Silberdistels.

… ist das „Miniland MV“. Bevor hier nun der Frühling ausbricht und wir lieber den Blick nach vorn denn zurück wandern lassen wollen, will ich Euch noch einmal in den August des letzten Jahres entführen, in die Zeit, als unsere achtjährige Enkelin unser silberdisteliges Leben ein wenig durcheinanderwirbelte und frischen Schwung in unser Leben brachte. Damit sich das Kind bei uns nicht langweilen und wir am Ende gar noch schlechte Haltungsnoten für unsere Pflicht- und Kürübungen als Großeltern erhalten würden, hatten wir uns mächtig Gedanken darüber gemacht, wie wir ein rundum interessantes und spannendes Ferienprogramm für unsere kleine Bayerin gestalten könnten. Natürlich  war unter einem Programmpunkt auch das „Miniland MV“ zu finden und wir dachten, genau das wäre sogar ein guter Abschluss unserer kleinen Rundreise mit Enkelkind durch unser schönes Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

00-dsc00471

Erreicht haben wir die Miniaturausgabe unseres Heimatlandes über die A 19 und die A 20 aus Richtung Rostock. Verlässt man dann die Autobahn an der Ausfahrt Dummerstorf und fährt auf der B 103 weiter in Richtung Laage, hat man, so man sich weiter Richtung Schlage, bekannt durch sein Tierheim, orientiert, auch bald das „Miniland MV“ erreicht.

2012 waren wir Silberdistels das 1.Mal in diesem 4,5 ha großen Naherholungspark mit den liebevoll gestalteten Modellbauten bekannter und berühmter Bauwerke aus Mecklenburg-Vorpommern. Nicht nur Minischlösschen, Miniherrenhäuser und Minikirchen kann man in dem weitläufigen Parkgelände entdecken. Weder Kinder noch Erwachsene kommen hier zu kurz. Bereits nach unserem ersten Besuch vor vier Jahren hatte ich hier im „Bücherstaub“ über die hübschen kleinen Gebäude in der auch landschaftlich äußerst sehenswerten Gegend berichtet. Wer mag, kann sich gern unter den folgenden Links noch einmal ein Bild über unseren damaligen Ausflug machen:

https://buecherstaub.com/2013/01/05/unterwegs-im-miniland-mecklenburg-vorpommern/
https://buecherstaub.com/2013/01/07/ein-detail-schoner-als-das-andere-miniland-mv/
https://buecherstaub.com/2013/01/11/modell-oder-original-miniland-mv/
https://buecherstaub.com/2013/01/18/was-es-sonst-noch-im-miniland-mv-zu-entdecken-gab/

Inzwischen hat sich im „Miniland“ durchaus schon wieder einiges verändert, sodass es uns Silberdistels auch dieses Mal nicht langweilig wurde. Es gab so viel Neues zu entdecken. In der Märchenecke z. B. hatte sich einiges getan und so blieben wir dort gleich ein Weilchen hängen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Und dann eilte unser Feriengast weiter – von den Zwergen zu etwas Großem. Es gab nämlich als Gegensatz zu all dem Kleinen auch Riesiges zu bewundern und sogar zu erklimmen – wie einen überdimensional großen Stuhl und einen dazugehörigen Riesentisch. Die Kletterpartie hinauf auf den Stuhl war gar nicht so einfach, wie wir an den Anstrengungen unserer Enkeltochter erkennen konnten. Aber Tisch und Stuhl waren nicht das einzige Riesenhafte.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Auch das Riesenschachspiel war eine spannende Entdeckung, egal, ob man nun ein Schachexperte oder nur ein einfacher Figurenrücker ist.

09-dsc00474

Genug Schachfiguren herumgeschoben, jetzt geht es endlich los mit dem eigentlichen „Miniland MV“.
Wie bereits bei unserem ersten Besuch fiel mir wieder auf, wie liebevoll und detailgetreu die einzelnen Modelle gestaltet sind. Was die Details betrifft, habe ich dieses Mal die Burg von Neustadt-Glewe und noch einmal das Schloss aus Ludwiglust etwas genauer in Augenschein genommen – zwei Gebäude oder Gebäudeanlagen, die ich richtig zum Verlieben schön fand.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Den Rundgang durch das kleine Mecklenburg-Vorpommern beendeten wir mit einem interessanten Ratespiel. Es ging um optische Täuschungen – eine faszinierende Sache – nicht nur für unsere Enkeltochter.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Obwohl inzwischen schon der Magen nach einer Erfrischung bzw. nach Kaffee und Kuchen rief, gab es noch einmal einen Zwischenstopp an der Schatzinsel und wenig später am Piratenschiff. Wer kann an solchen Attraktionen schon vorbeigehen, ohne einen Blick hinein- oder hinaufzuwerfen? Aber dann lockten endgültig Kaffee, Kuchen und Eis. Also, Anker geworfen, runter vom Piratenschiff und dann immer der Nase nach – der Kaffeeduft war der perfekter Wegweiser.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Und dieses Mal waren wir auch mit der Hafenkneipe Gastronomie des „Minilandes“ zufrieden. Mussten wir uns vier Jahre zuvor noch wegen einer geschlossenen Veranstaltung in der Miniland-Gaststätte hungrig und dadurch auch etwas verärgert wieder auf den Heimweg machen, wurden wir dieses Mal sehr freundlich und zuvorkommend bedient.

42-dsc00614

Und Eis, Torte, Kaffee und Cappuccino waren sehr lecker, die Torte sogar so lecker, dass ich fast vergaß, ein kalorienreiches Erinnerungsbild mitzunehmen. Naja, das ganze große Stück hätte eh nicht aufs Bild gepasst 😉

42-dsc00613

Der Eisberg im bestellten Eisbecher war auch riesig, sogar ein wenig zu riesig fürs Kind, …

41-dsc00612

aber lieber zu viel und glücklich als gar nichts und somit hungrig und damit am Ende ärgerlich 😉
So waren wir zwar nach diesem Minilandbesuch auch wieder recht müde und erschöpft vom vielen Gucken, Bestaunen, Raten und Spielen, aber letztendlich auch glücklich und zufrieden über den rundum gelungenen Tag, zu dem dieses Mal  für jeden von uns sogar noch ein überaus leckeres und die Hüften stärkendes i-Tüpfelchen gehörte.

… an der Warnow, dann erscheint der Fluss in einem ganz besonderen Licht. Schon öfter habe ich hier von einem meiner kleinen Ausflüge in diese Gegend berichtet. Nach langer Zeit war ich wieder einmal mit der Kamera dort. Kalt war’s an diesem späten Nachmittag. Das Wasser glitzerte bereits in der Abenddämmerung und entwickelte durch das abendliche Licht einen ganz besonderen Zauber. Das und die tiefstehende Sonne, die mir einen interessanten Himmel vor die Kamera und rosa Wolken ins Wasser zauberte, ließen mich schnell die Kälte vergessen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Das Schilf um mich flüsterte, wie es schien, einander wieder einmal geheimnisvolle Geschichten zu und der Wind begleitete sie mit seinem leisen Gesang. Schön war’s hier wieder einmal am Wasser. Über mir flogen einige Möwen stromabwärts in Richtung Ostsee dahin. Noch eine ganz Weile hörte ich ihre Schreie. Was sie sich wohl zurufen mochten?

Dsc03634

Angler kehren Heim

Doch dann mischten sich andere Laute unter die Schreie der Möwen und das Flüstern des Schilfes. Ein leises Tuckern war zu hören. Wenig später tauchte ein Boot hinter dem Schilfgürtel auf und steuerte auf den Bootshafen zu. Einige Angler kamen von ihrer Angeltour zurück. Sie sahen recht durchgefroren aus, aber vielleicht hat sie ja ein reicher Fang für das Ausharren in der Kälte entschädigt.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Ich schlenderte noch ein wenig weiter am Ufer entlang, entdeckte dabei die eine und andere trockene Schönheit am Wegesrand und dann klang auf einmal leise plaudernd der Frühling an mein Ohr – von irgendwo ganz weit oben musste es herkommen.

Dsc03679

Stare plaudern hoch oben auf einem Baum von ihren Reiseerlebnissen

So plaudern nur Stare, ging es mir durch den Kopf. Und dann sah ich sie tatsächlich – sehr weit oben auf einem Baum – durch die hereinbrechende Dämmerung kaum noch auszumachen. Vier Stare saßen dort über mir und erzählten einander von ihren Reiseerlebnissen. Erstaunlich, dass sie bereits Ende Februar zurück sind aus ihrem Urlaub in der Wärme. Aber wer weiß, was die Vogelwelt weiß und nur wir nicht wissen. Die Mönchsgrasmücke in meinem Garten war ja auch so ein Frühheimkehrer. Vielleicht ist der Frühling ja wirklich gar nicht mehr so fern.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

So ging für mich mit dem Frühlingsgeplaudere von vier Staren im Ohr und einem schließlich noch wundervollen roten Abendhimmel ein wieder einmal schöner Spaziergang an der Warnow zu Ende.

Ja, man gönnt sich ja sonst nichts. Warum sollten wir Silberdistels nicht einmal einen Ausflug ins Pentagon machen? Sicher würde es ein aufregendes Erlebnis werden, denn so oft ist man ja nun wirklich nicht in einem solch interessanten Bauwerk unterwegs. So machten wir uns am Dienstag vor einer guten Woche auf den Weg. Herr Silberdistel hatte am Vorabend unseres Unternehmens bereits unser vierrädriges Gefährt aufgetankt. Wir waren also für die lange Fahrt gerüstet und los ging’s dann an besagtem Tag so gegen 9.00 Uhr morgens – bei strömendem Regen. Hm, naja, zunächst störte das noch nicht, wir hatten ja ein Autodach über dem Kopf. Ob das später mit dem Dach auch noch so sein würde? Das Pentagon HAT ein Dach? Aha. Aber nicht überall, oder? Na, wir lassen uns einfach überraschen. Außerdem hatten wir noch einen weiten Weg vor uns und sicher würde das Wetter in der weiten Ferne doch ein wenig anders sein – freundlicher, trockener, eben einfach besser. Schließlich hatte ich bereits vor Wochen mit dem Wettergott telefoniert  und Sonne pur für diesen Ausflug bestellt und die Wetterfrösche hatten uns drei Tage vor unserer Tour auch noch ganz exzellentes Wetter zugesagt. Ich vertraute auf meine Bestellung, Herr Silberdistel schaute weniger vertrauensvoll in die dunkle nasse Welt vor der Frontscheibe unseres Autos. So fuhren wir und fuhren und fuhren durch den regnerischen Tag und lernten nebenher eine Gegend kennen, durch die wir bisher noch nicht so oft gekommen waren. Naja, wer ist schon alle Tage zum Pentagon unterwegs. Kein Wunder also mit der mehr oder weniger unbekannten Gegend. Nach einer gewissen Weile lenkte uns unsere nörgelnde Nora von der Autobahn herunter und ließ uns ab sofort die Landstraßen erkunden und urplötzlich dümpelten wir sogar über Kopfsteinpflaster dahin. Wo waren wir? Wir fühlten uns fast wie zuhause. Es fühlte sich an wie mecklenburgisches Kopfsteinpflaster – hoppelig, alt und irgendwie auch schon wieder schön, so heimatlich. Und dann lag es plötzlich vor uns – das Pentagon – im tiefsten Mecklenburg, denn wir waren noch in Mecklenburg, zwar ganz am westlichen Ende, aber immerhin. Wer hätte gedacht, dass man hier das Pentagon finden würde? Ja, so ist es eben im Leben: Wunder gibt es immer wieder. Aber jetzt verrate ich Euch ein Geheimnis: Nicht nur die Amerikaner haben ein Pentagon, wir Mecklenburger haben auch eines, unser eigenes Pentagon und noch dazu haben wir es schon viel länger als die Amerikaner. Da können die Amerikaner so gar nicht mithalten. Unser hübsches Fünfeck blickt nämlich bereits auf eine viel längere Geschichte als das von 1941 bis 1943 in den Staaten errichtete Bauwerk zurück.

Die Festung Dömitz - eine pentagonale Festungsanlage - erbaut 1559-1565

Die Festung Dömitz – eine pentagonale Festungsanlage – erbaut 1559-1565

Auf Veranlassung von Herzog Johann Albrecht I. setzte Francesco Bornau vor 450 Jahren ein pentagonales Festungsbauwerk bei Dömitz an die Elbe. Gedacht war es ursprünglich, um die mecklenburgischen Landesgrenzen im südwestlichen Landesbereich und die Erbzolleinnahmen zu sichern. Vorbild für das Dömitzer Festungsbauwerk war eine neue italienische Festungsbauweise, die rundum besten Verteidigungsschutz bot. So entstand in einer Bauzeit von 6 Jahren (1559 bis 1565) eine für damalige Zeiten hochmoderne Festung an der Westgrenze Mecklenburgs. Die Festung Dömitz gilt heute als der einzige vollständig erhaltene Festungsbau der Renaissance in Norddeutschland. Erst 1894 verließ der letzte Festungskommandant mit seiner Garnison die Festung. Von da ab wurde die Festung unterschiedlich zivil genutzt. Beispielsweise wurden das Kommandantenhaus und die Hauptwache als Wohnungen genutzt. Während des 2. Weltkrieges dienten Kasematten und Bastionen als Luftschutzräume. Nach dem Krieg wurden die Gebäude noch lange als Wohnraum für die Dömitzer Bevölkerung genutzt. Heute stellt sich die Festungsanlage wie in den Jahren 1851 bis 1865 dar, seit 1975 steht sie unter Denkmalschutz. Interessant ist vielleicht noch, dass Fritz Reuter, der wegen der Beteiligung an burschenschaftlichen Unruhen zu einer Festungshaft verurteilt wurde, die letzten 15 Monate seiner siebenjährigen „Festungstid“ in Dömitz verbrachte. Schon immer wollten wir Silberdistels dieses Festungsbauwerk an der Elbe einmal bewundern, hatten wir doch bereits viel darüber gehört.

Der obere Teil der Bastion

Der obere Teil der Bastion „Drache“ – mit einer Schutzmauer zur Sicherung des Festungshofbereiches aus dem Jahre 1865

Gut 1 1/2 Stunden schlenderten wir nun letztendlich bei unserem Besuch des mecklenburgischen Pentagons durch das alte Festungsgelände.

Wie auf dem Meeresboden kommt man sich in den Kasematten vor

Wie auf dem Meeresboden kommt man sich in den Kasematten vor

Besonders faszinierend waren für mich die Kasematten und Bastionen. Ob es in den unteren Regionen der Festung früher auch so feucht war? Interessant sah der Boden in den Kasematten an einigen Stellen aus. Er erinnerte mich fast ein wenig an die wellige Form des Meeresbodens. Ob das Muster vielleicht sogar auf eine ständige Wasserbewegung am Boden hinweist? Was uns Silberdistels ein wenig an unserem Festungsbesuch störte, war, dass wir nicht alle Räumlichkeiten, speziell im Kommandantenhaus, anschauen konnten. Immer wieder standen wir vor verschlossenen Türen und Absperrbändern. Schade eigentlich und hätten wir an dem Tag nicht noch eine andere Verabredung gehabt, die der eigentliche Hauptgrund unseres Ausflugs war, dann hätten wir unserem Besuch im mecklenburgische Pentagon vielleicht doch nicht nur Positives abgewinnen können. Möglich, dass wir einfach nur mit dem gewählten Wochentag eine etwas unglückliche Hand hatten. Wer weiß, vielleicht geben wir der Festung ja irgendwann noch einmal eine zweite Chance. Aber der Rest unseres Nachmittags und frühen Abends machte alles wieder wett und ließ diesen Tag für uns zu einem ausgesprochen schönen und erlebnisreichen Tag werden, den wir ganz sicher noch lange in Erinnerung behalten. Na, und zur Krönung des Tages hatte es der Wettergott doch tatsächlich noch geschafft, die Wolken wegzuschieben und uns einen herrlich sonnigen Nachmittag zu zaubern. Wie war das noch mit den Engeln, die reisen? 😉

Nicht weit von der Festung ist die Elbe zu sehen

Nicht weit von der Festung ist die Elbe zu sehen

Übrigens spazierten wir nach dem Festungsbesuch noch ein wenig an der Elbe entlang. Dabei bewunderten wir auch den alten und sehr idyllisch wirkenden der Elbe zugewandten Teil der Stadt Dömitz. Darüber aber demnächst ein wenig mehr. Und nun aber los! Hinein ins Pentagon von Dömitz!

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Da ich im Moment ohnehin nicht zur Gartenarbeit tauge, weil mein lädierter Rücken mir gerade eine Zwangspause auferlegt hat, haben wir Silberdistels die Gelegenheit genutzt, um dem Park mit den vielen Enten, die hier in meinem Blog schon öfter einmal zu Ruhm und Ehre kamen, einen Besuch abzustatten. Ich hatte großspurig getönt, dass ich zwar nicht im Garten buddeln und auch nicht lange sitzen oder stehen könne, aber laufen, oder besser gehen, könne ich ganz gut. So schlug Herr Silberdistel am letzten Wochenende einen kleinen Sonntagsspaziergang vor. Ich bildete mir ein, das locker schaffen zu können und so ging es los – natürlich mit Kamera. Was sonst?

Ein Elsternnest in luftiger Höhe

Ein Elsternnest in luftiger Höhe

Wir waren noch gar nicht weit gekommen, da bemerkte ich, wie eine Elster eine Birkengruppe anflog. Ganz oben in einem der Bäume war ein Nest, offensichtlich das Elsternnest, zu sehen. Bis ich allerdings die Kamera für ein Foto bereit hatte, ich bin halt im Moment in allem etwas langsam, war die Elster längst in ihrem luftigen Hochhaus verschwunden und zeigte sich in den nächsten Minuten auch nicht wieder. Gut, ich sah es auch dem Gesicht meines Herrn Silberdistel an, wir wollten ja eigentlich auch zum Ententeich. So ließ ich die Elster Elster sein und machte mich daran, die Kamera vorerst wieder in der dazugehörigen Tasche unterzubringen. Dummerweise hatte ich während meiner Packaktion nicht bemerkt, dass die Kamera noch eingeschaltet war.

Dunkle Schattengestalten unterwegs zum Ententeich

Dunkle Schattengestalten unterwegs zum Ententeich

Beim Verstauen meines Schätzchens entstand so wieder einmal Foto-Kunst aus Versehen. Offensichtlich habe ich ein Händchen für solche Zufallsprodukte. Ich will Euch auch dieses nicht vorenthalten. Ich finde, es sieht mit seiner Schräglage nicht ganz uninteressant aus. Übrigens wohnen rechts hoch oberhalb dieser beiden Schattengestalten die Elstern und immer geradeaus weiter in die Richtung, aus der gerade der gleichfalls versehentlich dokumentierte Radfahrer kommt, geht es zu unserem kleinen Ententeich. Bitte gut festhalten, wenn Ihr uns Silberdistels, also diesen beiden schattenhaften Wesen, jetzt zu den Enten folgt. Der Weg ist nach links gefährlich abschüssig. Nicht, dass hier am Ende noch jemand aus dem Bild rutscht. Seid also vorsichtig! Ich bewundere übrigens den Radfahrer. Fantastisch, wie er sich in dieser enormen Schräglage hält.

So, das ist er, unser Park - noch ein paar Meter, dann sich wir auch schon am Ententeich

Das ist er, unser Park – noch ein paar Meter, dann sich wir auch schon am Ententeich

So, noch alle da? Wir sind angekommen in unserem Park mit dem kleinen Ententeich. Ab jetzt liegt der Weg wieder ganz waagerecht vor uns. Ich dürft also aufhören, Euch krampfhaft am rechten oberen Bildrand festzuklammern. Die Hangelei auf dem schrägen Weg war natürlich für meinen Rücken nicht so gesund. Ich glaube, ich habe vor unserem Spaziergang den Mund wohl doch etwas sehr voll genommen. Na gut, einmal um den Teich herum schaffe ich vielleicht gerade noch so. Doch dann dürfte mein Rücken für dieses Mal genug trainiert sein. Ich möchte dann nur noch nach Hause und zur Abwechslung vielleicht ein wenig liegen. Aber schauen wir jetzt erst einmal, was alles so am und ihm Teich los ist.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Wo hat die Natur eigentlich ihren Farbkasten versteckt? Am letzten Freitag kam mir doch fast der Verdacht, dass die Malerin ihn gar nicht versteckt hat, eigentlich ist er immer da.

00-Regenbogen

Nur nicht immer ist er so deutlich und schön zu sehen wie auf dem Bild hier oben, wundervoll nach Farben geordnet. Naja, aber auch irgendwie verständlich, dass er nicht immer so auffällig am Himmel hängt, schließlich hat die Natur nicht unbedingt jeden Tag Lust zum Malen und Gestalten. Aber wenn es sie dann doch wieder einmal überbekommt, dann muss die große Künstlerin sich nur ein bisschen strecken, zum Himmel emporrecken, und schon hat sie mit viel Glück, wie hier, die gesamte Farbpalette zur Auswahl. Meistens jedoch stehen der Natur dort oben am Himmelszelt weitaus weniger Farben zur Verfügung. Da muss sie schon ein wenig darüber nachsinnen, wem sie die Farbe, die gerade im Angebot ist, zukommen lässt, wobei der morgendliche und der abendliche Farbkasten meistens mit dem schönsten Farbspektrum bestückt sind, wie gerade wieder ein zauberhafter Abendhimmel bewies, der Himmel vom Freitag der vergangenen Woche.

04-Abendhimmel am 13. März 2015

Damals, als die Natur das Federkleidchen für ein putziges kleines Vögelchen entwarf, muss der Himmel ähnlich ausgesehen haben wie am letzten Freitag.

Rotkehlchen im Garten

Der graue Anzug des winzigen Federballs war lange fertig, denn Grautöne stehen der Malerin, da brauchen wir nur an den vergangenen Winter zu denken, fast grenzenlos zur Verfügung. Irgendwie fehlte jedoch an dem flauschigen Gesellen noch ein netter kleiner Farbfleck. So ganz wie eine graue Maus mochte das Vögelchen dann doch nicht umherhuschen.

03-Abendhimmel

Und dann hatte die Sonne eines Tages Mitleid mit dem kleinen knopfäugigen grauen Vögelchen. Sie zauberte der Malerin Natur ein wunderhübsches Rostrot in den Himmel.

01-Rotkehlchen

Unsere Künstlerin sah das Rot, blickte auf das graue kleine Federbällchen und schon reckte und streckte sie sich hinauf zum Farbkasten, tauchte den Pinsel in das rostrote Himmelszelt und setzte kurz darauf unserem winzigen Vögelchen einen roten Klecks auf die Brust, den sie anschließend schön säuberlich hoch zum Gesicht und bis hinunter zum Bauch verteilte.

Rotkehlchen beim Baden

Ganz stolz flog das Federbällchen zur nahen Badestelle und bewunderte seinen hübschen roten Latz im Spiegelbild des Wassers. Die Spatzen nebenan zwitscherten fröhlich: „Schaut mal, dort im Bad sitzt ein Rotkehlchen!“ „Oh ja“, dachte da das kleine Vögelchen, „Rotkehlchen, das passt zu mir.“ So kam das Rotkehlchen also zu seinem Namen. Ob die Malerin Natur jetzt am vergangenen Freitag die Gelegenheit erneut genutzt hat, um ein graues Federkleid mit einem rostroten Lätzchen zu versehen, um so dem frechen Rotkehlchen aus unserem Garten eine hübsche kleine Frau zu präsentieren? Immerhin beginnt gleich der Frühling und da möchte doch auch ein Rotkehlchen seinen Frühlingsgefühlen freien Lauf lassen, vielleicht möchte es sogar eine Familie gründen. Ich bin gespannt, ob ich demnächst auch Frau Rotkehlchen bei uns im Garten entdecken werde. Mit welcher Farbe mag unsere Malerin wohl als nächstes hantieren? Vorerst jedoch habe ich noch ein paar Bilder mehr vom rotkehlchenfarbenen Himmelsmalkasten der Zauberin Natur und selbstverständlich auch vom kleinen gefiederten rotlatzigen Gesamt-Kunstwerk zu zeigen. Viel Spaß beim Anschauen!

Für Diaschau einer der Bilder anklicken!