Archiv für die Kategorie ‘Unterhaltendes’

… haben wir Silberdistels momentan – egal, aus welchem Fenster wir schauen. Es ist Rosenzeit in unserem Garten und mit den blühenden Rosen rund ums Haus ist auch die Sommerzeit dahergekommen. Und gleich überschreiten wir auch schon wieder die Schwelle zur zweiten Hälfte des Jahres. Da geht der Blick zwar irgendwie ungewollt, aber dennoch, schon fast wieder in Richtung Herbst. Oder geht es nur mir so?
Gut, ich finde den Herbst mit seinen bunten Farben durchaus auch schön – keine Frage. Sein Gold betört mich jedes Jahr aufs Neue. Aber muss er sich denn jetzt schon wieder in meinen Kopf schleichen? Ich will ihn noch gar nicht. Alles zu seiner Zeit. Jetzt will ich viel lieber Sommer, viel Sommer.

Und damit das mit dem Sommer auch klappt, hätte ich eine Idee. Lasst uns ganz schnell unser silberdisteliges Rosenschloss anschauen …

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… und mit diesen rosigen Aussichten den herbstlichen Drängler einfach fortschieben aus dem Kopf.
Oben im Bild ist übrigens unser Rosenschloss im Rosenschloss zu sehen, also das kleine unserer ehemaligen gefiederten Untermieter, das sich perfekt in unser großes silberdisteliges Hauptschloss einfügt.

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Die Kohlmeisenfamilie, die dort gerade noch wohnte, hätte jetzt tatsächlich wie Dornröschen, umrankt von lauter Rosenblüten, wohnen können, denn der kleine Wanderwagen ist momentan von zahlreichen rosigen rosa Blüten umgeben.

Doch die Vogelfamilie hatte es eilig mit dem Auszug. Nicht, weil es ihr in ihrem kleinen Schlösschen nicht gefiel, sondern eher, weil das Jungvolk flügge war und endlich die Welt vor dem Nistkasten kennenlernen wollte.
Leider haben wir Silberdistels den Auszug nur noch in den letzten Zügen miterleben können.
Herr Silberdistel hat dem Ausflug des letzten kleinen Auszüglers gerade noch beiwohnen können. Ein Foto ist ihm allerdings nicht gelungen.

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Als meine Kamera dann einsatzbereit war, schimpften die Eltern zwar fleißig mit mir, sie schauten immer mal wieder mit vollem Schnabel zum Nistkasten, aber meisiger Nachwuchs war dort schon nicht mehr zu sehen.
Obwohl ich eine ganze Weile in respektvoller Entfernung ausharrte, bekam ich die Vogelkinder nicht mehr zu Gesicht. Offensichtlich waren doch schon alle Jungvögel ausgeflogen.

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Nun ist ein Nachmieter für den kleinen rosenumrankten Wohnwagen gesucht. Eigentlich sollte ein solch schönes Rosenschloss doch verlockend sein, oder? Na, schauen wir mal, ob sich in diesem Jahr noch ein neuer Untermieter findet.

Aber nun lasst uns erst einmal mit allen Sinnen den Sommer genießen und den Gedanken an den Herbst schieben wir noch einmal ganz weit fort, denn der Bursche kommt noch früh genug.

Na, Lust auf den Rest des silberdisteligen Rosenschlosses? Dann los!

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Ein wenig Sorge hatte ich mir schon gemacht – um diese brummenden gemütlichen flauschigen Flieger – um die Hummeln. In diesem Jahr tauchte bisher nur recht selten eine Hummel in meinem Garten auf. In den Jahren zuvor nisteten oft etliche Völker in den Lüftungsschlitzen in der Wand unseres Hauses.
Scheinbar wurden diese sonst so beliebten Behausungen in diesem Jahr nicht bezogen. So war der dunkle Summton der Hummeln bis eben noch eher selten einmal zu hören, obwohl viele Hummelwohnungen auf die gemütlich wirkenden Insekten warteten. Auch ihre Lieblingspflanzen blühen bereits eine ganze Weile.

Vor einigen Tagen war ich wieder einmal im Vorgarten beschäftigt. Während ich Unkraut zupfte und den Boden in den Beeten lockerte, begleitete mich ein altbekannter dunkler Summton – und nicht nur ein einzelner. Immer wieder brummte und summte es im Chor um mich herum.

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Unsere Deutzie – die Hummeln lieben ihre Blüten

Und je näher ich dem Strauch mit den kleinen weißen Glöckchenblüten kam, umso intensiver war das Brummen zu vernehmen.
Da waren sie ja endlich wieder – die Vermissten. Ganz viele Erdhummeln bevölkerten den Strauch und sammelten fleißig Nektar. Ihr Summen war wie Musik in meinen Ohren – Musik, die einfach für mich zum Sommer dazu gehört. Wie sehr würde ich es vermissen, wenn es nicht mehr da wäre, dieses gemütliche Summen, und wie froh stimmte es mich, diese wundervolle Hummelmelodie nun doch wieder hören zu können.

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Herr Silberdistel hatte unlängst Geburtstag. Ich war an jenem Geburtstagsmorgen bereits ein wenig eher wach als das Geburtstagkind und so schlich ich mich leise wie eine Katze hinaus aus dem Schlafgemach, um mit einigen kleineren und einem etwas größeren Geschenk wieder zurückzuschleichen, schließlich wollte ich Herrn Silberdistel sogleich, wenn er die Augen aufschlagen würde, mit diesen Geburtstagsüberraschungen überhäufen.  Als ich zurück ins Schlafzimmer schlich, hatte ich, wie hätte es auch anders sein können, drei weitere Schleicher im Schlepptau.
Doch ganz so leise, wie ich es mir gewünscht hätte, ging unser Schleichen wohl doch nicht vonstatten Oder aber Herr Silberdistel hat, mit der Zeit mag die Nähe von Katzen vielleicht doch ein wenig abfärben, irgendwie etwas von einem Kater. Möglich, dass er schlichtweg nur enorm gut hören kann – wie ein Kater halt. Und somit entgingen diesem hochsensiblen Katergehör natürlich auch unsere schleichenden Schritte nicht.
Naja, ICH machte mich vielleicht noch ganz gut als schleichende Katze, unsere drei pelzigen Mitbewohner dagegen … Die polterten mehr ins Schlafzimmer, als dass sie leise und vorsichtig schlichen.
Und da geht immer die Saga, dass Katzen extrem leise umherschleichen würden – gewissermaßen kaum wahrnehmbar für das menschliche Ohr. Jetzt aber mal im Ernst, wer’s glaubt …
Aber egal, unsere pelzigen Mitbewohner polterten also teils hinter mir her, teils rannten sie mich fast über den Haufen, denn sie mussten schließlich VOR mir im Schlafzimmer sein. Ansonsten bestand die Gefahr, dass ich ihnen einfach die Tür vor ihrer pelzigen Nase zuschlagen würde, denn eigentlich haben sie nichts in unserem silberdisteligen Schlafgemach zu suchen. Eigentlich … Ausnahmen bestätigen wie immer und überall die Regel.
Okay, Geburtstage zählen zu diesen zahlreichen Ausnahmetagen, die sich unsere Herrschaft immer wieder einfach so herausnimmt, wenn wir einmal einen Moment lang etwas unaufmerksam jene magische Tür öffnen oder aber ihrem kläglichen Jammern einfach nicht mehr widerstehen können.

Derweil hatte also Herr Silberdistel nicht nur die Augen geöffnet und unsere Glückwünsche entgegengenommen, er war auch tätig geworden und hatte bereits die kleineren Geschenke ausgepackt. Das eine schwere ruhte noch verpackt auf seinen Knien und ganz oben drauf wiederum unser Keks.

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„Guck mal, Herr Silberdistel, ich habe gestern beim Einpacken der Geschenke geholfen.“

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„Diese Löckchen habe ich gemacht. Schau! So geht das – das Band zwischen die Zähne nehmen und durchziehen. Dann entstehen aus dem Bandende kleine Ringellocken. Geht ganz leicht und sieht total geburtstagsmäßig schick aus.“

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„Häh, was plapperst Du da, graue Eminenz? Torty hat die Locken gemacht und nicht ich?“

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„Torty, ich hab doch auch welche von den Locken gemacht, stimmt’s?“

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„Jaja, Keks, aber ich musste Dir erst zeigen, wie das funktioniert. Super schick sind sie geworden, unsere Locken, nicht wahr, Herr Silberdistel?“

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„Ich führ’s Dir noch einmal vor, Herr Silberdistel, damit Du das demnächst auch kannst. Wir haben nämlich auch bald Geburtstag. Also, zwischen die Zähne nehmen und das Bandende ganz kräftig durchziehen.“

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„Lang und länger durchziehen – bis zum Ende und ordentlich kräftig und dann … zack, loslassen.“

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„Guck, und schon hast Du aus dem schlappen langen Faden lustige Ringellocken gemacht  und … und … und  natürlich auch gleich ein Spielzeug für Katzen.
Nun pack schnell aus, Herr Silberdistel, damit wir Gäste auch was von Deinem Geburtstag haben. Wir wollen nämlich endlich spielen – mit den Ringellöckchen. Anstrengung muss schließlich belohnt werden und Ringellocken machen IST anstrengend.“

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„Alle weg da von den Ringellöckchen!“

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„Meine, ganz allein meine! Nehmt Euch die anderen, Herr Silberdistel hat noch mehr davon! Dieses passt am besten zu meiner Pelzfarbe.“

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„Oder will ich doch lieber das goldene Bändchen? Oder das grüne? Die passen doch alle zu meinem Pelz und nur zu meinem …“

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… dann ist das wie Sonnenschein für mich. Es ist nämlich wieder einmal soweit – mein kleiner grüner Kaktus hat seinen roten Blütenkranz aufgesetzt.

Im vergangenen Sommer blühte er ja sehr eifrig und langanhaltend. Ob er in diesem Jahr auch wieder so viele Blüten hervorzaubert? Ich bin schon sehr gespannt.
Diese Momente sind für mich immer die schönsten, wenn die stacheligen Mitbewohner auf einmal wundersame kleine Blütenknospen aus ihrem Stachelpanzer schieben und sie langsam dicker und dicker werden lassen und dann, dann reicht ein winziger Sonnenstrahl zum Entfalten vieler kleiner, in diesem Falle herrlich roter, Blüten.
Das sind so die kleinen Freuden, die mein Zimmergärtnerinnenherz jedes Mal höher schlagen lassen, weiß ich doch dann, dass sich die grünen Stachelbewohner unter meiner Obhut wohlfühlen.

Mein „Mammillaria matudae“ hat also den Blühreigen meiner Kakteen eröffnet. Aber zwei andere Kakteen aus meiner Sammlung stehen derzeit ebenfalls noch in den Startlöchern.

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Mein „Echinopsis subdenudata“, der uns im vergangenen Jahr mit seiner tollen Riesenblüte bezauberte, scheint auch wieder blühen zu wollen. Er schiebt keine kleinen Spitzen als Knospen, bei ihm sind es flauschige Puschel.

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Und dann gibt es einen weiteren Kaktus – Zuwachs in meiner Sammlung. Eine ehemalige Kollegin erfreute mich mit diesem Prachtexemplar. Ich denke, es ist auch ein Vertreter der Echinopsis. Von den vielen kleinen Kindeln muss ich ihn noch befreien, damit er dann später die nötige Kraft für die Blüte/n hat. Ich bin gespannt, was dieser grüne Geselle am Ende zu bieten hat. Ich werde sicher berichten.

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In meinem Beitrag über unsere Torty, die sich unlängst bei unserem Nachbarn versehentlich eine kleine Auszeit von uns nahm, erwähnte ich es bereits – wir Silberdistels haben endlich das Kloster Jerichow besucht.
Wie oft in unserem Leben sind wir schon an diesem beeindruckenden Bauwerk vorbeigefahren, wenn wir unterwegs zu einem Besuch bei Herrn Silberdistels Eltern oder von dort wieder auf dem Weg zu uns nach Hause waren? Der Ort Jerichow, nicht weit von Tangermünde entfernt (vielleicht ist ja Tangermünde etwas bekannter), liegt praktisch auf der Strecke, die wir immer gern benutzt haben, wenn wir uns zu einem Besuch Richtung Magdeburg auf den Weg gemacht haben.

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Kloster Jerichow

Nun endlich haben wir uns Kloster Jerichow auch ganz aus der Nähe angeschaut. Dieses Mal war unser Ziel direkt das ehemalige Kloster unweit der Elbe, denn seit Schwiegermutters Tod vor zwei Jahren zieht es uns eher selten noch in diese Richtung. Der Ausflug jedoch hat sich durchaus gelohnt. Kloster Jerichow hat uns nicht enttäuscht.

Es wurde übrigens 1144 als Prämonstratenserstift gegründet und vier Jahre nach seiner Gründung an seinen heutigen Standort verlegt. Um den Zeitpunkt seiner Verlegung wurde auch mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Fertiggestellt wurde das gewaltige Bauwerk aber erst 1250.
Interessant ist vielleicht noch, dass Kloster Jerichow, auch wenn das gesamte Gebäude-Ensemble klösterlichen Charakter trägt, nie im eigentlichen Sinne ein Kloster war.  Die Prämonstratenser lebten und wohnten nicht ausschließlich im Kloster. Sie hatten sich vor allem der Mission und der Seelsorge verschrieben, waren also zum großen Teil außerhalb des Klosters tätig.

Während des 30jährigen Krieges hatte der Klosterbau arg zu leiden, z.T. wurde er regelrecht verwüstet. Auch während des 2. Weltkrieges erlitt der Bau erneut starke Beschädigungen.
Ab Mitte der 50er Jahre bis etwa 1960 begann man, erstaunlicherweise also bereits zu DDR-Zeiten, mit einer Instandsetzung der Kirche. Doch letztendlich waren die Schäden so gewaltig, dass man sich 1998 gezwungen sah, die Anlage vorerst baupolizeilich zu sperren.
In den Folgejahren wurden dann vom Land Sachsen-Anhalt nicht unerhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, um das Kloster wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Und dieser neue Glanz steht dem gesamten Kloster-Ensemble ausgezeichnet.
Gefunden habe ich diese geschichtlichen Eckpunkte über Kloster Jerichow übrigens hier. Wer also gern noch ein wenig mehr darüber lesen möchte, der kann gern auch dort noch einmal schauen.

Wir Silberdistels waren sehr angenehm überrascht von dem, was wir vorfanden. Aus Klosterkirche, dazugehörigen Gebäuden und dem Klostergarten ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Es lohnt sich, dort einmal reinzuschauen und sich mit eigenen Augen zu überzeugen.

Aber nun genug der Vorrede, ab ins Kloster! Wobei … erst einmal mussten wir natürlich einen kleinen Obolus löhnen, bevor wir wirklich hinein durften. Nebenher kam ich natürlich genau dort an der Kasse auch wieder einmal nicht an den angebotenen Büchern vorbei. So wanderte, wer hätte es gedacht, ein Kochbuch mit alten Rezepten in meinen Rucksack. Ich habe ja bisher auch kaum Kochbücher 😉

Aber nun wirklich los und auf ins Kloster!

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Was wandelt denn dort hoch oben auf einem der Hausdächer?

Auf einem der Dächer der Häuserreihe links von uns fallen mir unterwegs zum Eingangsbereich der Klosteranlage zwei witzige Figuren auf. Es ist zwar helllichter Tag, aber wahrscheinlich wandeln sie immer – unabhängig von Tages- oder Nachtzeit.
Wenig später stehen wir vor dem Eingang zum Klosterbereich – kein Kartenabreißer weit und breit, kein Chipkontrolleur. Selbst sind hier Mann und Frau und müssen Avtomat bedienen können.

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Dann also los – auf ins Kloster!

Herr Silberdistel hat zunächst ein kleines Problem mit dieser Automaten-Hürde, denn ohne die richtige Brille ist hier der Tastsinn gefragt. Man muss nämlich einen Chip, den wir an der Kasse bekamen und der mit mehreren Rillen versehen ist, in die richtige Position bringen, erst dann passt er in den Automaten, der schließlich die Eingangsschleuse zum Klosterbereich öffnet. Doch wir packen das Problem noch recht schnell, zumal von der anderen Schleusenseite hilfreiche Tipps kommen. Aber ich bin sicher, wir hätten es auch früher oder später allein geschafft 😉

Bevor wir uns nun zur allgemeinen Klostereinstimmung erst einmal ins Museum aufmachen, muss mein Gärtnerauge den hübschen Steingarten im Innenhof an der Geist-Brennerei bewundern. Aber dann geht’s hinein ins Museum. Dort gibt es allerlei Interessantes rund ums Kloster zu sehen – nicht nur Kirchenglocken und diverse Tonscherben. Vielleicht schaut Ihr ja irgendwann einmal selbst hinein. In der Bilderschau gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die Museumsluft.

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Nach dem Museumsrundgang locken uns unsere Mägen mit unwiderstehlicher Gewalt in den Klostergarten. Ein Wegweiser sagt nämlich, dass es dort nicht nur Garten, sondern auch ein Café geben soll. Scheinbar können Mägen lesen und vor allem dulden sie keinen Widerspruch 😉

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Letztendlich sind wir rundum zufrieden. Kaffee, Cappuccino und Torte haben gehalten, was sie zu versprechen schienen. Sie waren äußerst lecker und der Klostergarten gab zu Speis und Trank mit dem buntem Vogelgezwitscher rundum aus all dem Grün und dem Blick aufs Storchennest hoch über uns auf dem Schornstein unseres urigen Cafés eine wunderbare Atmosphäre.  So ist Entspannung pur.
Und als ich im Gemüse- und Kräutergarten ein wenig später auch noch für meinen Garten zuhause fündig werde, könnte ich den Tag bereits als nahezu perfekt gelungen einordnen.
Aber wie es so ist, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber erst einmal war ich des Lobes voll und bereits wieder voller Tatendrang, denn dort hinten harrte unserer noch ein Backsteinmuseum.

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Nach dem Backsteinmuseum fehlt uns nun nur noch der Blick ins eigentliche Heiligtum – in die Klosterkirche. Mich interessiert zuvor natürlich noch einmal der Steingarten, den ich gleich zu Anfang unseres Rundgangs bewundert habe. Und während ich dort die Pflanzen anschaue, bemerke ich plötzlich gegenüber an der Hauswand einen Spatzen und ein Loch in der Wand, in dem Vater Haussperling kurz darauf verschwindet. Ich sehe gerade noch sein fedriges Hinterteil weghuschen und schon klingt lautes Babyvogelgeschrei von der Wand zu mir herüber. Da habe ich also eben den Eingang zu einer Spatzenkinderstube entdeckt. Wenig später taucht auch Mama Haussperling auf, um die Kinder zu versorgen. Was für eine nette Begebenheit nebenbei. Klosterleben kann doch so vielseitig sein.

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Zeit für den Kirchgang! Ich bin gespannt, was uns dort erwartet. Herr Silberdistel ist mir wieder einmal etwas voraus und wandelt bereits unter Gewölben dahin. Nur schnell hinterher, damit wir nichts verpassen!

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Beeindruckend, was wir zu sehen bekommen! Gewaltig, diese Höhe. Wie unscheinbar klein man sich doch vorkommt angesichts solcher unendlich erscheinender Höhe und wie spannend muss es gewesen sein, so etwas entstehen zu lassen.
Die Klosterkirche Jerichow gehört übrigens zu einem der ältesten Backsteinbauten Norddeutschlands. Wie schön, dass man ihr mit viel Geld, Mühe und Liebe wieder zu ihrer alten Pracht verholfen hat.

Nicht nur uns hat es in Jerichow gefallen. Auch die Störche scheinen sich dort wohlzufühlen. Wir entdecken auf einem Gebäude noch eine weiteres Storchennest und das, so finden wir, ist ein guter Abschluss für unseren Klosterbesuch.

Glücklich und zufrieden mit den gelungenen Tag machen wir uns wieder auf den Heimweg und dort spuckt uns dann unsere Torty in die Suppe dieses ansonsten so schönen Tages. Unser pelziges Dreigestirn will nämlich noch einmal hinaus in den Garten, als wir wieder daheim aufschlagen. Natürlich gönnen wir ihnen das, mussten sie doch bis dahin den ganzen Tag im Haus ausharren.
Ja, und dann, dann, dann verschwindet Torty spurlos

… auch wenn sie nur aus lauter Löchern besteht – gewissermaßen Loch an Loch. Ein Kater, der etwas auf sich hält, erkennt jede Kiste als das, was sie in Wirklichkeit ist, als Kiste nämlich. Da hilft es ihr auch nicht, wenn sie sich noch so sehr tarnt – mit diesem lächerlichen grünen Lochmuster. Nee, nee, da hat die dumme Kiste die Rechnung ohne den Kater gemacht. Und natürlich musste unser Keks sofort, wie unter einem Zwang, von dieser luftigen Kiste Besitz ergreifen.

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„Keksilein, worin sitzt Du denn? Das ist doch, das ist doch mein, mein Moorbottichschutz. Wie kommst Du denn plötzlich dazu?“

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„Hmmm, dumm gelaufen irgendwie. Ich hätte dem Kater sagen müssen, dass er dieses doofe Drahtdingens außer Sichtweite der Silberdistel schaffen muss, damit die mir nicht gleich wieder auf die Schliche kommt. In ihrem Moorbeet ist nämlich so wundervolle Erde für mein Nest – allerbeste Qualität – findet man woanders nicht. Nun baut sie den Moorbottich bestimmt gleich wieder mit diesem Drahtteil zu, um mich von dem Qualitätsmörtel für meinen Nestbau wegzusperren.“

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„Hast Du das Teil dorthin geschleppt, Keks?“

„Äh, naja, Silberdistel, die Amsel, die Amsel brauchte etwas von der schönen Moorerde aus dem Bottich – für ihren Nestbau. Sie wollte auch nur ganz wenig. Sie ist doch schon fast fertig mit dem Nest. Das bisschen fehlende Erde wäre Dir doch gar nicht aufgefallen.“

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„Und da hast Du der Amsel geholfen, den Draht von meinem Moorbeet zu entfernen? Verstehe ich das jetzt richtig, Keks? Die Amsel hat mir zwei ganze Töpfe in meinem Moorbeet völlig leer gemacht, Keks. Und weil sie an die Erde wollte, hat sie meine fleischfressenden Pflanzen einfach rausgerissen, Pflanzen, die ich gerade für viel Geld gekauft hatte.“

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„Guck, wie die „arme“ Amsel in meinem kleinen Moor gewütet hat, Keks, und Du unterstützt sie noch in ihrer Zerstörungswut.“

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„Und eben weil sie mir alles kaputt gemacht hat, hatte ich mein Minimoor im Anschluss an diesen Amselvandalismus mit genau dem Drahtkäfig, in dem Du jetzt sitzt, gesichert.“

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„Das ist gute Qualität, Silberdistel, diese hübsche Lochkiste. Beiß mal rein, Du wirst merken, es ist ganz schön festes Material. Viel besser, als die schönste Pappkiste.“

„Also Keks, Du willst aber jetzt nicht vom Thema ablenken, oder?“

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„Hahh, ohhh, hoffentlich habe ich mir jetzt nicht einen Zahn abgebrochen. Beiß lieber nicht rein, Silberdistel!“

„Das würde Dir nur recht geschehen, Keks, als Helfershelfer der frechen Amsel.“

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„Aber Silberdistel, Du musst zugeben, das hier ist eine gute Katerkiste – luftig schön, so als Sommermodell – die ideale Freiluftkiste. Ich finde, hier und mir steht sie viel besser als Deinem Moorbeet da drüben.“

„Ich würde mich trotzdem freuen, Keks, wenn Du mir helfen würdest, den Amselschutz wieder auf den Moorbottich zu bauen.“

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„Keks? Heh, Keks, hörst Du mir überhaupt zu?“

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„Heh, Keheks, ich hab‘ Dich was gefrahagt!“

„Wo mag die graue Eminenz hingegangen sein, Silberdistel?“

„Keine Ahnung, Keks. Hilfst Du mir nun, das Drahtgestell wieder auf den Moorbottich zu bauen?“

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„Wie kam das Gestell eigentlich hierher, Keks?“

„Es ist geflogen, Silberdistel, mit mir geflogen, hihi, als ich raufgesprungen bin. Die Amsel hat mir erklärt, wie das funktioniert. Silberdistel, ich konnte damit fliegen wie eine Amsel. Aber jetzt muss ich gucken, wo die graue Eminenz hin ist, Silberdistel. Du kriegst das schon allein hin mit Deinem Moorbottich und seiner luftigen Kiste.“

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Tja, und weg war er, der Keks, den Spuren der grauen Eminenz gefolgt, und ich stand wieder einmal allein da und musste sehen, wie ich mit meinem Drahtgestell fertig wurde.
Aber wie es vom Moorbottich gute zwei Meter weitergekommen war, blieb mir dennoch ein Rätsel. Ob Keks wirklich damit geflogen war? Steckte er tatsächlich mit der Amsel unter einer Decke? Manchmal sind mir meine Mitbewohner und auch meine Gartenbewohner doch irgendwie ein bisschen unheimlich.
Diese Amseldame hat mich eh schon manchmal fast zur Weißglut gebracht. Einmal hat sie aus einer Kakteensaatschale all meine kleinen frisch aufgelaufenen Kakteen geworfen und in der Schale, die in einem Regal an unserem Geräteschuppen stand, Sitzprobe gemacht. Offensichtlich war sie der Meinung, die Schale hätte die perfekte Größe für ein Amselnest.
Und im vergangenen Jahr begann die braune Dame dann, sich an meinem Moorbeet mit den fleischfressenden Pflanzen zu vergreifen. Da hatte ich es aber noch rechtzeitig gemerkt und ihr in einen der anderen Teichlein eine Schale mit Blumenerde gehängt. So hatte sie trotzdem Mörtelmasse für ihr Nest und meine Fleischfresser blieben nahezu unversehrt.
In diesem Jahr waren mir die Missetaten der Amsel wieder irgendwie aus dem Kopf. Ich merkte erst von ihrem Tun, als bereits zwei Töpfe, in denen vorher Fleischfresser gestanden hatten, nahezu leer waren. Eine der Pflanzen fand ich im Teichlein wieder, die andere blieb verschollen. Vielleicht gab sie gar eine weiche Nestpolsterung her, obwohl dann sicher eine recht klebrige. Aber wer weiß, wozu die findige braune Vogeldame den Klebstoff der Pflanzen gebrauchen konnte?

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Mein Moorbottich hat inzwischen wieder sein Sicherheitsnetz, obwohl die Amsel inzwischen ihren Nestbau abgeschlossen haben dürfte. Aber wer weiß, vielleicht spricht es sich unter der Vogelwelt noch herum, dass es in meinem Garten guten Mörtel für die Nester gibt. Sicher ist also sicher. Und Keks und die Amsel werde ich mal lieber im Auge behalten. Wieviel Jahresbruten gibt es beiden Amseln noch???

Nein, nein, keine entlaufene Katze. Sie ist noch da und läuft bereits wieder etwas entspannter durch die Gegend – unsere Torty.

Nein, es blüht uns zur Abwechslung etwas Schönes – nämlich zwei meiner Wachsblumen erfreuen uns mit ihren hübschen Blüten. Ihre Blätter schauen tatsächlich aus, daher wohl auch ihr Name, als wären sie mit einer feinen Wachsschicht überzogen. Besonders die Hoya carnosa glänzt im wahrsten Sinne des Wortes nicht nur mit ihren rosa Blüten, sondern auch mit ihren glänzenden Blättern.
Vielleicht aber kennt der eine oder andere sie auch unter der Bezeichnung Porzellanblumen. Diesen Namen verdanken sie ihren an feines Porzellan erinnernden Blüten.

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Der Duft der Blüten allerdings ist gewöhnungsbedürftig. Selbst wenn ich einmal nicht mitbekommen habe, dass eine meiner porzellanblumigen Mitbewohner an versteckter Stelle erste Blütenknospen entfaltet hat, erkenne ich am Geruch, dass wieder einmal irgendwo im Hause eine Hoya blüht.

Neben der Hoya carnosa, die oben in der Bilderschau zu sehen ist, blüht außerdem noch eine Hoya, die mit herzförmigen Blättern daherkommt. Wegen dieser herzigen Blätter wird sie oft auch mit einem einsamen Blättchen in Erde gesteckt und zum Valentinstag als kleines Geschenk für die Liebste oder den Liebsten angeboten.
Wenn man viel Glück hat, dann wächst dieses Blättchen sogar an. So ging es mir einst. Ich bekam ein solches Minitöpfchen einmal von einer meiner Töchter geschenkt. Wenn ich mich recht erinnere, war es allerdings nicht zum Valentinstag. Aber egal, das Blättchen stand ewig auf meiner Fensterbank. Das eine Herzchen blieb ein einzelnes Herzchen. Da es aber immer noch hübsch grün aussah, gab es auch keine Veranlassung, es nicht an seinem Platz unter den anderen Zimmerpflanzen auf der Fensterbank zu belassen. Ich würde heute glatt behaupten, es dauerte länger als ein Jahr und dann, dann tat sich tatsächlich noch etwas an meinem Herzblatt.
Ob es an meinem liebevollen Blick lag, der tagtäglich auf dem Herzchen ruhte oder/und an den regelmäßigen Wassergaben, mit denen ich es versorgte, wenn ihm durstig war? Oder vielleicht an meiner unendlichen Geduld, die mich immer noch auf ein kleines Wunder hoffen ließ, auf das Wunder, dass das Herzchen zu schlagen beginnen würde.
Ich weiß es nicht. Jedenfalls schob sich eines Tages ganz vorsichtig eine kleine grüne Spitze aus dem Herzen, die es dann aber plötzlich ganz eilig hatte, so als hätte die Pflanze durch ihre lange Ruhephase etwas Wesentliches in ihrem Leben verpasst. Sie wollte offensichtlich ganz schnell alles nachholen. Sie wollte endlich leben, das Leben genießen, wachsen und gedeihen und groß und stark werden.
Inzwischen ist aus meiner Herzigen eine recht ansehnliche Pflanze mit vielen hübschen Herzen geworden und seit einigen Jahren blüht sie auch recht zuverlässig. Und eben weil sie mich einst so lange warten ließ, liegt sie mir ganz besonders am Herzen und die Freude ist jedes Mal riesig, wenn ich die ersten Blütenknospen entdecke. Und hier unten in der Bilderschau ist sie, meine Herzige – eine Hoya kerrii.

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