Archiv für die Kategorie ‘Reisen’

Der Winter steht mit Kälte, Schnee oder hier im Norden vielleicht auch nur wieder, wie so oft, mit Schneematsch vor der Tür.  Vielleicht ist es da gar nicht so übel, gedanklich noch einmal zurück in den vergangenen Sommer zu wandern und ein wenig Wärme und Sonne nachzutanken, auch wenn der zurückliegende Sommer damit eigentlich ziemlich gegeizt hat. Dennoch machen sommerliche Gedanken und das eine oder andere Bild aus dieser Zeit ganz bestimmt die kalten Füße und vielleicht auch das Herz ein wenig wärmer. Na, und um Herzen geht es hier so ganz nebenbei auch noch.

Und andererseits passt dieser Beitrag so oder so gut in diese Zeit, in die Zeit des Backens und Schlemmens.  Gut, es handelt sich nicht gerade ums weihnachtliche Plätzchenbacken oder um den berühmten Gänsebraten, der gern zu Weihnachten auf den Tisch kommt. Es geht um Brot – um Brot aus Sauerteig.

Unsere Enkeltochter verbrachte, wie ich bereits in einem früheren Beitrag erwähnte, einen Teil ihrer Sommerferien bei uns Silberdistels. Natürlich gaben wir uns Mühe, diese Ferientage möglichst abwechslungsreich und spannend zu gestalten, sollten sie unserem Ferienkind doch in guter Erinnerung bleiben. So hatten wir an einem Mittwoch im August einen Ausflug nach Klockenhagen ins dortige Freilichtmuseum geplant.
Wir Silberdistels hatten bei einem früheren Besuch in dem Bauernmuseum unweit der Ostseeküste erfahren, dass dort neuerdings auch fleißig gebacken wird. Diese Brotbacktage sind in erster Linie für Kinder gedacht. Aber ich habe gemerkt, auch als vielleicht im Backen schon ein wenig geübter Zaungast kann man noch eine ganze Menge dazulernen.

Wir waren spät dran an jenem Tag, als wir uns auf den Weg zum Klockenhagener  Backhaus machten. Der Straßenverkehr hatte uns doch glatt einen dicken Strich quer durch unsere, wie wir dachten, so gut kalkulierte Rechnung gezogen. Wir wollten lange vor 10.30 Uhr in Klockenhagen sein, sollte doch zu dieser Zeit bereits der Brotbacklehrgang für die jungen Bäcker in spe beginnen. Gewöhnlich sichert rechtzeitiges Erscheinen die besten Plätze. Kurz vor besagter Urzeit schneiten wir ziemlich entnervt endlich durch den Eingangsbereich des Freilichtmuseums. Das mit den besten Plätzen dürfte wohl derweil gegessen sein.

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Eilig hasteten wir weiter durchs Freilichtgelände, vorbei an dem alten Backofen, der uns die Richtung zum eigentlichen Backhaus vorgab.

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Dann der letzte Fingerzeig …

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… und das Backhaus lag vor uns – bereits, wie zu vermuten war, von zahlreichen Backwilligen und Zuschauern umschwärmt.
Für die erste Backrunde waren wir leider tatsächlich zu spät dran. Da fielen mir doch glatt wieder einmal Gorbatschows Worte mit dem Zuspätkommen ein. Nun gut, bestraft wurden wir zum Glück nicht. Das waren wir eh schon durch die bummelige Autofahrt, die fast doppelt solange gedauert hatte wie geplant. Doch der Bäcker beruhigte uns. Es wäre genug Teig für alle vorhanden. Wir müssten uns lediglich ein kleines Stündchen gedulden. Erst dann würde sich die zweite Gruppe der kleinen Bäckerlehrlinge an die Arbeit machen können.
Okay, wenigstens hatten wir uns nicht total umsonst auf den Weg gemacht. Das wäre dann doch sehr ärgerlich gewesen, auch wenn wir uns in Klockenhagen sicher nicht gelangweilt hätten. Zu sehen gibt es dort immer allemal genug. Aber dieses Mal galt unser Besuch ja einem ganz besonderen Ereignis. Es wäre dumm gewesen, hätten wir unsere Enkeltochter enttäuschen müssen.

Die eine Stunde verging schließlich fast wie im Fluge. Das Zuschauen allein war schon enorm spannend und äußerst lehrreich. Und irgendwie sah auf den ersten Blick alles kinderleicht aus.

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Dann endlich war es soweit. Die nächste Gruppe von Bäckerlehrlingen durfte sich in Vorbereitung auf ihre Arbeit mit dem Brotteig die Hände waschen, eine schicke weiße  Schürze umbinden und sich einen Platz am gut bemehlten Tisch des Geschehens aussuchen.

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Der Herr und Meister über den Sauerteig, aus dem ein lecker duftendes Brot entstehen sollte, hatte bereits für jeden Lehrling einen Batzen Sauerteig abgewogen und ihn zur weiteren Bearbeitung durch die jungen Bäckerlehrlinge bereitgelegt.

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Und dann ging’s los. Der Meister erklärte den Kindern sehr anschaulich, wie das, was vor ihnen lag, noch bearbeitet werden müsste, damit daraus am Ende ein richtig gutes Brot entstehen könnte.
Bisher war ich der irrigen Annahme gewesen, dass Falten mehr zu Papier oder vielleicht noch zu Handtüchern oder Tischwäsche gehört. Doch man lernt nie aus. Auch Brotteig kann gefaltet werden.

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Besser gesagt:  Brotteig möchte sogar gefaltet werden.  Durch das Falten, eine spezielle Art des Teigknetens, bekommt der Brotteig erst die richtige Struktur und Konsistenz.
Dann war die Arbeit der Bäckerlehrlinge gefragt. Sie falteten, kneteten und drückten fleißig nach, was ihr „Vorturner“ ihnen vormachte – einer war dabei eifriger als der andere.

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Nachdem der Teig viele, viele Male so bearbeitet worden war, war er fast ofenreif. Ein paar Handgriffe vom Meister seines Faches fehlten allerdings noch. Er gab dem Teig schließlich die vollendete Brotform. Auch das sah wieder kinderleicht aus.
Aber wer sich selbst schon einmal an einem eigenen Brot versucht hat, wird wissen, so kinderleicht ist es nun doch nicht. Ich fand es faszinierend, was die Hände des Fachmannes vor unseren Augen aus dem Teigbatzen schließlich zauberten.

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Die Kinder durften zwischen einem länglichen Brot, einem runden oder einem Brot in Herzform wählen. Nicht nur unsere Enkelin wünschte sich spontan ein Herzbrot. So konnten wir mehrere Male die Kunstfertigkeit des Bäckers beim Formen eines herzigen Brotes beobachten. Das allein war schon fast den Ausflug nach Klockenhagen wert.

Und dann war noch einmal die Arbeit der Kinder gefragt. Damit am Ende auch jeder das von ihm selbst vorbereitete Brot bekam, musste der Teigrohling natürlich noch gekennzeichnet werden.
Aus einem weiteren kleinen Stückchen Teig sollte zunächst eine Rolle und daraus der Anfangsbuchstabe des Namens des jungen Bäckerlehrlings geformt werden.

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So wurde noch einmal fleißig herumgeknetet, gerollt und geformt. Der Meister befeuchtete, während die Kinder angestrengt an ihrem Namenskürzel arbeiteten, die Herzen, länglichen und runden Brotrohlinge ordentlich mit Wasser. Danach konnte der jeweilige Buchstabe kinderleicht auf das Kunstwerk aus Sauerteig geklebt werden.

Schließlich konnten die jungen Künstler ihrem Kunstwerk noch mit etwas draufgestaubtem Mehl oder mit ein paar Körnern den letzten Schick verleihen. Einige Kinder deuteten das ETWAS allerdings sehr großzügig, sodass es nur so staubte.
Dem Meister blieb ihm ersten Moment beim Anblick der unter Mehlbergen verschwindenden Teigrohlinge fast die Spucke weg.  Doch er fasste sich schnell wieder und erklärte, wie zart doch Frau Holle die Schneeflocken fallen lassen würde. Und genauso zart müsse man auch Mehl oder Körner über das Brot streuen. Das nun wiederum war einleuchtend. Wer wollte nicht gern neben einem Bäcker auch noch Frau Holle sein, und so rieselten sacht Mehl und Körner aus Kinderhänden auf teigige Herzen und Co.

Damit waren fast alle Arbeiten geschafft. Die letzten Handgriffe blieben dann aber doch dem Meister dieses schönen Handwerks vorbehalten, schließlich wollten wir am Ende der anstrengenden Bäckerlehre, die kinderleichter aussah als sie ist, ein fertig gebackenes Brot mit nach Hause nehmen. Die Brote mussten also noch in den Ofen.

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Und schon klappte die Backofentür vor unseren Augen zu. Nun war Warten angesagt. In etwa einer Stunde würden wir das erste selbst gefaltete und selbst gestaltete Brot unserer Enkelin abholen können.

Die Wartezeit überbrückten wir mit einem kleinen Rundgang durch das Museumsdorf. Ich sprach währenddessen mit Hühnern und Blumen, und unsere Enkeltochter versuchte sich im Balancieren von Eiern über ein langes Holzbrett, auf dem viele kleine Hindernisse angebracht waren, die das Ei, möglichst ohne vorzeitigen Absturz, zu überwinden hatte. Natürlich habe auch ich probiert, ein Ei – zum Glück eine Plastik-Attrappe – sicher ins Ziel zu bringen. Die Sache war gar nicht so einfach. Aber während wir uns in dieser Kunst übten und übten und übten, war die Stunde ruckzuck vorbei.

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Derweil durch Arbeit, Spaß und Spiel schon etwas hungrig, eilten wir zurück zum Backhaus. Und da warteten sie schon auf uns – die frisch gebackenen lecker duftenden Brote.

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Beim Anblick der vielen köstlichen Brotlaibe knurrte der Magen gleich noch lauter als ohnehin schon. So kauften wir im Bäckerladen nicht nur noch ein weiteres Brot, sondern auch gleich noch einige Stückchen leckeren Kuchens, den wir fast im Stehen an Ort und Stelle hinunterschlangen. Er war einfach köstlich – so köstlich, dass es nicht einmal ein Foto von ihm gibt. Zu gierig waren wir auf diese leckere Köstlichkeit. Da rief tatsächlich erst der Magen nach seinem Recht. Die Fotografin in mir hatte keine Chance.

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Und hier ist es –  das herzige Kunstwerk unserer Enkelin. Okay, das gemeinsame Kunstwerk mit dem Herrn und Meister in Weiß. Es war übrigens nicht nur hübsch, es war auch lecker, wie wir Silberdistels später hörten. Angeschnitten wurde es nämlich erst einige Tage später, als Mama, Papa und Bruderherz auch davon kosten konnten.

Aber wir Silberdistels hatten ja noch ein weiteres Brot mitgenommen – eines zur sofortigen Verkostung. Wir hatten also eine sehr genaue Vorstellung davon, wie lecker dieses Herzbrot schmecken würde.

Wenn es um Wind geht, untertreiben wir Nordlichter es ja gern einmal. An der Küste geht es höchst selten ganz windstill zu. So empfinden wir das, was andere bereits als stürmisch betrachten würden, höchsten als büschen windiger als sonst. Las ich nicht unlängst, für uns Küstenbewohner gilt, dass Sturm erst dann ist, wenn die Schafe keine Locken mehr haben?

01-Dsc_0037Am vergangenen Sonntag waren einige von uns Silberdistels wieder einmal gemeinsam mit anderen Hinterbliebenen Seebestatteter zu einer Gedenkfahrt mit dem Schiff vom Wismarer Hafen aus zum Urnenfeld vor der Insel Poel unterwegs. Alljährlich zum Volkstrauertag und zum Totensonntag werden den Angehörigen und Freunden solche Fahrten zum Platz der letzten Ruhestätte ihrer Lieben angeboten. Für uns war es bereits die fünfte Reise zu dem Ort, an dem mein Vater einst vom Meer in Empfang genommen wurde. Bisher waren es dem Anlass entsprechend immer recht besinnliche und ruhige Fahrten gewesen. Vom Wetter her haben wir schon fast alle Witterungsvarianten erlebt – von strahlendem Sonnenschein mit silbern glitzerndem Wasser über herrliches Abendrot mit golden leuchtender See bis hin zu einem still vor sich hin weinenden Himmel mit einem in trauriges Grau gekleideten Meer.

Als wir uns dieses Mal auf die Reise zu unseren lieben Verstorbenen machten, formten sich am Himmel in rascher Folge die spannendsten Wolkenbilder. Dann wieder zauberte die Sonne ein betörendes Lächeln an einen strahlend blauen Himmel. Das alles ging in rascher Folge hin und her. Auch so mancher Regenguss fehlte an diesem Tag nicht.

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Der Wettergott durchschritt offensichtlich gerade ein Wechselbad der Gefühle. Und diese Gefühle machten sich auch noch ordentlich Luft. Das büschen Wind, denn mehr war es für uns im ersten Moment nicht, mit dem wir den Wismarer Hafen in Richtung Insel Poel verließen, entwickelte sich bald zu einem recht lungenstarken Burschen.

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Der windige Geselle wurde stürmischer und stürmischer. Die Schafe hätten wohl wirklich um ihre Locken im Pelz fürchten müssen, wären sie mit uns auf See gewesen. Je mehr wir uns dem Urnenfeld näherten, umso mehr spürten wir die recht bewegte See. Die Wellen platschten spritzend gegen den Schiffsbug und donnerten dann brausend gegen die vorderen Scheiben des Fahrgastraumes. Welch imposantes Bild! Die Fahrt war bereits bis dahin schon fast ein kleines Abenteuer.

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Inzwischen sind wir vor der Insel Poel angekommen – wir erleben ein tiefblaues Meer

Nach einer knappen Stunde hatten wir das Urnenfeld erreicht. Doch dieses Mal war alles etwas anders. Der Käpt’n forderte die wenigen, die sich bis dahin auf dem Oberdeck den kalten und stürmischen Wind um die Ohren wehen ließen, dazu auf, sich aus Sicherheitsgründen wieder unter Deck zu begeben. Unser Schiff würde gleich wenden. Wegen des Sturms wäre es leider dieses Mal nicht möglich, das Urnenfeld, wie es sonst jeweils üblich war, für einige Minuten zu umkreisen. Wir sollten uns auf unsere Plätze begeben und uns gut festhalten. Das Schiff würde bei der Wende seitlich von den Wellen getroffen werden und so dem Seegang entsprechend hart ausgeliefert sein.

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Wenig später erfahren wir dann live, was die See alles kann, wenn sie aufgebracht ist. Mir entgleitet bei der Kehrtwendung unseres Schiffes fast meine Knipse, so schräg liegt die „Mecklenburg“ plötzlich in der tosenden Ostsee. Und dann klirrt und scheppert es heftig um uns und an Bord geht einiges an Gläsern und Geschirr zu Bruch.
Als wir uns von unserem Schreck erholt haben und das Schiff wieder vergleichsweise ruhig im Wasser liegt, dürfen wir dennoch dem Meer die Blumengrüße für unsere verstorbenen Angehörigen übergeben. Dieses Mal sind es mehr stürmische denn andächtige Grüße. Unsere Blumen werden uns regelrecht aus der Hand gerissen und fast gierig von der See verschlungen.

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Stilles Gedenken ist, wie wir alle wissen, doch ein wenig anders. Aber andererseits wäre unser Vater sicher stolz auf uns, hatten wir uns doch trotz der widrigen Wetterverhältnisse zu ihm auf den Weg gemacht.

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Ich sah ihn regelrecht vor mir, wie er uns grinsend zuzwinkerte und sagte, er habe das Wetter so bestellt. Er wollte einmal sehen, wie seefest seine Familie ist.

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Wir sind bereits wieder auf den Rückweg – vor uns liegt das Panorama der alten Hansestadt Wismar

Ob unser Vater deshalb eine Seebestattung wollte, weil er wusste, dass jeder Besuch bei ihm für uns ein kleines unvergessliches Abenteuer werden könnte?

Übrigens waren scheinbar alle Mitfahrer seefest. Jedenfalls konnte ich nichts Gegenteiliges beobachten. Sogar meine Mutter, die ich schon recht seekrank erlebt habe, hat unsere Sturmfahrt gut überstanden. Hinterher meinte sie nur, es wäre dieses Mal ja recht windig gewesen. Ob man mit zunehmendem Alter einfach seefester wird? Oder wollten wir uns nur nicht vor unseren Lieben dort im Meer blamieren?

Trotz oder vielleicht gerade wegen des Sturms war es eine schöne Fahrt, wenn auch nicht so andächtig wie sonst. Auf jeden Fall wird uns diese Reise wohl immer im Gedächtnis bleiben und mit ihr auch derjenige von uns, der dort im Meer sein letztes Zuhause hat. Das Meer hat uns für die diesjährige aufregende Schaukelei aber reich entschädigt. Es zeigte sich uns in vielen wundervollen Farbschattierungen – von hellem bis zu dunklem Grün, zwischendurch mit silbrigem Glanz und dann wieder in herrlichem Himmelblau und schließlich  in einem fantastisch tief dunklen Meeresblau. Und natürlich fehlte höchst selten das für diesen Tag so bezeichnende weiße Spitzenhäubchen auf den Wellen.

Als ich nach meiner Sommerpause hier wieder meine Tür öffnete, versprach ich, demnächst darüber zu berichten, was wir Silberdistels während dieser scheinbaren Ruhepause so getrieben haben. Ich denke, es wird so langsam Zeit dafür.
Gestern zeigte sich der November zwar ausnahmsweise einmal nicht von seiner grauen Seite. Nein, er hatte ein sonniges Lächeln in seinem erstaunlich blauen Himmelsgesicht. Damit wir jedoch angesichts seines sonnigen Strahlens nicht gleich übermütig werden, zeigte uns der Schelm neben dem sonnigen Lächeln auch seine kalte Schulter.
Soll er nur, wir schlagen ihm ein Schnippchen und erinnern uns einfach an den einen oder anderen schönen und warmen Tag des vergangenen Sommers. Auch wenn der nun nicht gerade übermütig mit solchen Tagen geprotzt hat. Egal, wir picken uns einfach die schönsten heraus. Die schönsten müssen nicht gezwungenermaßen die sonnigsten Tage gewesen sein, schöne Tage sind auch solche, die uns nette Erlebnisse beschert haben.
Und von solchen Erlebnissen hatten wir Silberdistels während des hinter uns liegenden Sommers eine ganze Menge. Es begann damit, das unsere Enkeltochter einige ihrer Ferientage bei uns verbrachte. Natürlich sollte unsere kleine Bayerin auch wieder erleben dürfen, in welcher landschaftlich hübschen und interessanten Gegend ihre Mutti ihre Kindheit und Jugend verbracht hat.
So haben wir, wie auch schon im vorigen Jahr, wieder den einen oder anderen Ausflug unternommen. Einer davon führte uns in das kleine Städtchen Ribnitz-Damgarten. Vielleicht ist dem einen oder anderen dieser Ort von einem Urlaub an der Ostsee bereits bekannt, vielleicht aber auch wegen des „Deutschen Bernsteinmuseums„.  Und genau dieses Museum war an einem Tag Anfang August unser Ziel. Damit dürfte sich nun wohl auch der Titel des heutigen Beitrags erklären:

Bernstein, ein fossiles Harz, wird gern auch als Gold des Meeres bezeichnet. Es entstand ursprünglich aus dem Harz von Nadelbäumen, die vor 40 bis 50 Millionen Jahren im Gebiet der heutigen Ostsee zu finden waren. Bernstein begeisterte die Menschen schon immer, und so entstanden aus ihm viele faszinierende Dinge, nicht nur Schmuck, auch Pommes, wie wir sehen konnten 😉
So mancher Künstler zauberte fantastische Kunstwerke aus diesem besonderen Gold. Eine klitzekleine Auswahl davon ist in der folgenden Bilderschau zu sehen. Es lohnt sich, in Ribnitz-Damgarten vorbeizuschauen und sich selbst von all den goldenen Wundern, die im Laufe der Zeit aus diesem harzigen Material entstanden sind, zu überzeugen.

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Das Bernsteinmuseum befindet sich übrigens in einem interessanten historischen Gebäude – im „Klarissenkloster„. Bekannt geworden ist das Kloster durch eine seiner Äbtissinnen – Beatrix von Ribnitz, die als einzige heilige Frau Mecklenburgs gilt.
Im Zuge der Reformation wurde das Kloster in „Mecklenburger Landeskloster Ribnitz“ umbenannt. Es bot von da an als Damenstift unverheirateten adligen Damen Unterkunft.

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Heute befindet sich im Klostergebäude nicht nur das „Deutsche Bernsteinmuseum“, es beherbergt unter anderem auch die Stadtbibliothek, das Stadtarchiv und das Standesamt.

Nach unserem Museumsbesuch war natürlich ein Eis nahezu Pflicht. Das kleine Café, mit Freiluftsitzplätzen im Klosterhof, lockte uns unwiderstehlich an.

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Links das Café mit Freiluftsitzplätzen im Klosterhof, rechts das Klostergebäude

Schau’n wir doch mal, welche Eissorten im Angebot sind. Unsere Enkeltochter findet die Eiskarte ungeheuer spannend.

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Eine Eiskarte ist durchaus eine spannende Lektüre

Mich dagegen interessiert der Baum schräg gegenüber unseres Sitzplatzes viel mehr. Ein Baumliebespaar – das sieht man nicht alle Tage, Eis dagegen schon 😉
Aber letztendlich widme auch ich mich meinem Eisbecher. Dabei muss ich aber immer wieder schmunzeln, wenn ich zu dem lustigen Baumpaar hinüberschaue.

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Gestärkt und mit kühlem Kopf Bauch machen wir uns schließlich wieder auf den Weg zu unserem Auto, das wir in der Nähe der Ribnitzer „Stadtkirche St. Marien“ geparkt haben. Auf dem Marktplatz befindet sich übrigens ein sehr hübscher Brunnen – „Bernsteinfischer mit Familie“. Er ist eine Arbeit von Thomas Jastram. Im Zuge einer Neugestaltung des Marktplatzes wurde der Brunnen 2007 zur Eröffnung des Bernsteinfestes der Öffentlichkeit übergeben. Wir konnten uns sogar davon überzeugen, dass die Öffentlichkeit diesen Brunnen nun auch rege nutzt. An dem Tag unseres Besuches in Ribnitz-Damgarten fischten dort nicht nur der Bernsteinfischer und seine Familie. Es übten sich noch andere Fischer in der Kunst des Bernsteinfischens oder vielleicht auch nur in der Kunst des Wasserspiels …

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Und wer nun glaubt, wir haben im Bernsteinmuseum oder bei den Bernsteinfischern nur geschaut und gestaunt, der irrt. Wir beiden Mädels konnten nämlich nicht widerstehen, als wir am Museums-Shop vorbeikamen. Wir fühlten uns plötzlich auch zum Bernsteinfischer berufen. Zu unserem Leidwesen Glück ging es auch ohne Kescher. Unsere Fischerutensilien bestanden aus kleinen runden Teilchen mit eingeprägten Ziffern drauf, die wir gegen Bernsteine in Gestalt netter kleiner Andenken oder einer riesigen Auswahl an Schmuck eintauschen konnten. Das Kind verliebte sich in ein Igelchen und ich mich in herzige Ohrstecker.

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Angeblich hat jeder seine Leiche im Keller. Hätte das jemand von uns Silberdistels behauptet, wäre ich wahrscheinlich bis eben noch zutiefst beleidigt gewesen. Inzwischen muss leider auch ich zugeben, wir haben uns eingereiht in die Schlange all derer mit ihren Kellerleichen. Obwohl … bei uns lag sie nicht im Keller. Unsere Leiche hatte es wärmer und irgendwie auch gemütlicher. So sind wir Silberdistels eben. Wenn schon eine Leiche, dann soll sie es auch gut haben.
Aber vielleicht lag es auch ganz einfach nur in der Ermangelung eines Kellers im Hause Silberdistel. Da wollen wir vielleicht doch lieber ehrlich bleiben und uns nicht über den grünen Klee loben.

Zunächst jedoch ahnten wir noch gar nichts von unserer Leiche, schließlich hatten wir ein reines Gewissen. Mit unserer „Keller“-Leiche ist es nämlich etwas anders als mit den Kellerleichen all der anderen, die krampfhaft versuchen, sie unter den Teppich zu kehren. Unsere wurde uns ohne unser Wissen einfach untergeschoben. Ja, untergeschoben. Was? Das behaupten die Täter in den Krimis auch immer? Nein, wir sind wirklich ganz, total und völlig unschuldig. Sie war plötzlich einfach da – ohne unser Zutun.

Wie gesagt, wir ahnten zunächst noch gar nichts von ihr. Dann aber machte sie sich bemerkbar – erst langsam und dann immer heftiger. Herr Silberdistel und ich saßen in trauter Zweisamkeit vor dem Fernseher und schauten diese „Lucifer-Serie“, in der ja nun in einer Tour auch Leichen vorkommen. Ich glaubte schon, dass die Technik wieder einmal in einem enormen Weitsprung zu neuen Möglichkeiten gehüpft war. Konnte man jetzt schon nicht nur Geräusche so hautnah miterleben, als würde man selbst in der jeweiligen Filmszene agieren, konnte man neuerdings etwa auch schon die jeweiligen im Film vorherrschenden Gerüche wahrnehmen?
Warum sollte man nicht die Gerüche wahrnehmen können? Unlängst hatten wir während eines Kurzurlaubs in Franken die Cadolzburg im Landkreis Fürth besucht. Dort lernten wir, wozu Technik und Fantasie in der Lage sind.

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Die Burg an sich war schon mehr als sehenswert. Ihr Erlebnis-Museum jedoch war das berühmte Sahnehäubchen auf unseren Ausflug – ein Museum nicht nur zum Anfassen, An- und Ausprobieren.

Genau dort nämlich sollten wir sogar miterleben, wie die Cadolzburg einst brannte. Wir sahen UND rochen, wie sich das Feuer durch die Burg fraß. Warum also sollten nicht auch die „Lucifer“-Macher über diese Kunst verfügen und die Düfte aus der Serie in unser Wohnzimmer zaubern können?

Jedenfalls schien es, während wir gespannt auf den Fernsehschirm starrten, als würde ein leichter Verwesungsgeruch durch unser Wohngemach wabern. Zunächst wollte ich noch den Katzen die Schuld daran geben. Hatte sich eine von ihnen irgendwo mit diesem ekligen Geruch parfümiert? Katzen sind ja mitunter etwas seltsam drauf.
Eine Geruchsprobe aus der Nähe ließ jedoch nichts in dieser Richtung erkennen. Kam es doch vom Fernseher und dieser teuflischen Serie? Oder schlug meine Fantasie bei all dem Grusel wieder einmal Purzelbäume?
Herr Silberdistel war sich derweil auch nicht mehr ganz sicher, ob ich ihn nur mit meiner Hysterie angesteckt hatte oder ob er selbst tatsächlich auch etwas roch, das nicht in unser Wohnzimmer gehörte.

Wir beschlossen, zunächst einmal gründlich durchzulüften. Dann gingen wir beruhigt zu Bett. Die Luft schien nun wieder rein zu sein.

Anderntags, ich trat frisch geduscht und wohlparfümiert in unser Wohnzimmer. Das bettelnde Katzenvolk wollte schleunigst hinaus in den Garten. Wir hatten für den Geschmack unserer pelzigen Mitbewohner wieder einmal viel zu lange geschlafen. Ungehalten sprangen sie mir vor den Füßen herum und mauzten mir zu, mich gefälligst etwas mit dem Türöffnen zu beeilen.
Ich hatte das Zimmer noch nicht einmal ganz durchstolpert, als mir das Frischgeduschte und Wohlparfümierte abhanden zu kommen schien. Erneut wehte mir statt meines eigenen Wohlgeruchs diese Duftwolke vom Abend vorher um die Nase.
Irritiert blickte ich zum Fernseher. War Lucifer … ? Doch der Bildschirm war dunkel. Dennoch schien dieser Ekelgeruch stärker geworden zu sein. Hatte uns hier vielleicht doch jemand eine Leiche in den Keller ins Wohnzimmer gelegt? Ich würde der Sache auf den Grund gehen müssen.

Nachdem wir im Wintergarten, in dem glücklicherweise angenehme Frischluft herrschte, gefrühstückt hatten, machte ich mich ans Werk. Ich kroch in alle Ecken und Winkel unseres Wohngemachs. Am stärksten schien mir der fiese Geruch in der Nähe unserer Sitzmöbel  spürbar.

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Die Sitzecke musste also weg und alles gründlich durchforstet werden. Dumm nur, dass die Sessel auch als Stauraum dienen und so allerlei beherbergen, was man braucht oder auch nicht.
Ich musste Klarheit haben. Also rückte ich Möbel hin und Möbel her. Letztendlich immer noch nicht fündig geworden, baute ich Stück für Stück auseinander und inspizierte zugleich jeden einzelnen Sesselinhalt. Überall konnte die vermutete Leiche versteckt sein. Gründlichkeit war angesagt. Dabei kamen ungeahnte Schätze zum Vorschein, Schätze, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass wir sie jemals hatten. Eine Leiche brachte meine Inspektion allerdings nicht zutage. Wie hätte sie auch da hineinpassen sollen? Obwohl … klein und zusammengerollt …

Bei meiner Aktion musste mir immer wieder Herr Silberdistel zur Hand gehen. Er befüllte die Mülltonne mit Dingen, die wir einst dringend zu brauchen glaubten, die aber bald aus unserer Erinnerung verschwunden sein mussten. Ganz nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Vermisst hatten wir davon kaum etwas. Wie konnte besser bewiesen werden, dass wir all den Kram nicht mehr brauchten? Also weg damit!

Endlich war ich im Schweiße meines Angesichts am letzten Sessel angelangt. Irgendwie war ich derweil schon ein wenig verzweifelt. Meine Suche nach der Herkunft dieser eigenartigen Duftnote war bisher erfolglos gewesen. Egal, auf zum Endspurt!

Bereits etwas entmutigt, hoben wir Silberdistels gemeinsam das letzte Sesselteil hoch. Und da waberte schlagartig eine unverdünnte Wolke dieses „edlen“ Geruchs zu uns empor. Fast hätte ich vor Entsetzen den Sessel wieder fallen lassen.
Unsere „Keller“-Leiche war gefunden. Winzig und ein wenig spitz im Gesicht lag sie dort – mausetot.

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Und wir beiden Silberdistels, wir schwören es hoch und heilig, haben wirklich nichts mit ihrem Tod zu tun. Diese Leiche wurde uns von fremder Hand oder vielleicht auch von bekannter Pfote untergeschoben. Wir sind ziemlich sicher, dass mehr eine Pfote denn eine Hand im Spiel war. Lebt doch in unserem Hause ein recht geschickter getigerter Mauserich, der uns oft schon mit derartigen Mitbringseln  „beglückte“.

Das kleine Spitzmäuschen muss wohl noch gelebt haben, als es von dem vierbeinigen Jäger und von uns unbemerkt ins Haus getragen wurde. Sogar die Flucht unter besagten Sessel ist ihm offensichtlich noch gelungen. Dann jedoch muss der Stress wohl doch zu gewaltig gewesen sein und der Mäuse-Sensenmann hat dem armen Opfer still und leise unter unserer Sitzecke die Augen zugedrückt.

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Bei der Befragung des Hauptverdächtigen konnten allerdings keine Beweise für seine Schuld erbracht werden. Er schwieg sich einfach aus.

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Weitere Befragte wuschen ihre Pfoten laut Mauzsage ebenfalls in Unschuld.

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Mangels an Beweisen mussten am Ende alle in Frage kommenden Verdächtigen freigesprochen werden.

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Weitere Untersesselfundstücke konnten nicht als Beweisstücke für die Untat mit herangezogen werden. Sie schienen nicht mit dem Mordopfer und dieser Tat in Zusammenhang zu stehen. Mit den Verdächtigen aber wohl schon. Immerhin beweisen diese Stücke, dass bereits öfter Mäuse & Co. unter Sessel gehetzt wurden. Dieser Tatbestand könnte also durchaus auf einen Wiederholungstäter hinweisen. Nur konnten wir weder diese, noch die vorherigen Taten einem konkreten Täter zur Last legen. Wahrscheinlich aber stecken sie alle unter einer Decke – organisiertes Verbrechen gewissermaßen. Schwer gegen anzukommen. Wer traut sich da schon?

Ein Gutes jedoch hatte die ganze Sache. Endlich ist das kleine hölzerne Schaukelpferdchen wieder aufgetaucht. Gewöhnlich schmückte es zum Weihnachtsfest gemeinsam mit anderen Figuren unseren Christbaum. Vorletztes Weihnachten verschwand es plötzlich spurlos und ließ mich traurig zurück. Wie konnte es mir das antun und einfach davonschaukeln? Jetzt weiß ich, dass es ganz unfreiwillig verschwand, ich nur seine Hilferufe nicht gehört habe.

Ende gut, alles gut. Naja, nur für die arme kleine Spitzmaus nicht.

 

… könnte man vielleicht glauben, dass derjenige eventuell förmlich in Geld schwimmt. In diesem speziellen Fall, auf den ich hinaus will, ist der Begriff  „steinreich“ nicht übertragend zu sehen, sondern durchaus einmal wörtlich zu nehmen.
Das Katerchen aus dem Katerchen-Blog ist sicher dem einen oder anderen Besucher meines Blogs ein Begriff. Liest und kommentiert Katerchen hier bei mir doch bereits seit etlichen Jahren und noch dazu überaus fleißig. Na, und wenn ich noch hinzufüge, dass zum Katerchen der Pelzträger Paulimann gehört, dann sollte es doch wohl jetzt bei fast jedem klingeln und vielleicht hat der eine oder andere sogar schon beim Katerchen-Blog vorbeigeschaut.
Viele Jahre haben die beiden die Bloggerwelt mit ihren netten und oft sehr lehrreichen Erlebnissen erfreut. Nun schließen sie leider bald ihre Blogtür. Sie möchten endlich ihren wohlverdienten Ruhestand genießen und das bedeutet für sie zum Leidwesen all ihrer Fans auch Blogruhestand. Ich bin mir sicher, ich bin nicht die einzige, die das sehr bedauert, haben mir die Geschichten vom und um den Paulimann mit seinem Frauchen und die vielen interessanten Beiträge rund um die Natur doch immer viel Freude bereitet und bei mir sogar so manche Wissenslücke geschlossen. Die beiden werden mir fehlen. Andererseits gönne ich ihnen ihren Ruhestand, und sie haben ja versprochen, ab und zu einmal durch mein bücherstaubiges Türchen zu schauen und ein kleines Lebenszeichen dazulassen. Das ist zumindest ein Trost, wenn auch ein schwacher.

Aber was nun haben das Katerchen und der Paulimann mit diesem, meinem heutigen, Beitrag zu tun? Ganz einfach! Genau sie sind nämlich diejenigen, die von sich sagen können, dass sie steinreich sind. Und jetzt kommt es gleich noch viel schöner. Wir Silberdistels durften sogar an ihrem Reichtum teilhaben, wir bekamen, man lese und staune, sogar ein wenig davon geschenkt. Wie es dazu kam, möchte ich im Folgenden erzählen.

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Es begann im Jahre 2014. Ich berichtete hier im „Bücherstaub“ immer wieder einmal von meinen/unseren silberdisteligen Strandspaziergängen und dass ich eher selten einmal ohne ein steiniges Mitbringsel von diesen Wanderungen entlang der Ostseeküste heimkehrte.
Westlich von Warnemünde ist der Strand geradezu mit Steinen bedeckt. Wer einmal dort war, der hatte ganz sicher auch schnell ein steiniges Mitbringsel in der Tasche. Die Steilküste dort sorgt ständig für steinigen Nachschub. So erblickt nicht selten auch eine interessante Versteinerung nach vielen Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten oder mehr im Dunkeln wieder das Licht der Welt, indem sie bei Sturm und Regen bei einem Küstenabbruch mit in die Tiefe rauscht und später von der sie noch umgebenden Erde durch das Wasser der Ostsee freigespült wird. So mancher Fossiliensammler ist hier schon fündig geworden.

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Durch meine Beiträge aus der „Blauen Serie“ kamen das Katerchen und ich über solche Fossilienfunde und unsere gemeinsame Steinsammelleidenschaft immer wieder einmal ins Gespräch.

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Ein Hühnergott, den mir bei einem Strandspaziergang ein älterer Herr ganz stolz zeigte

So mancher Hühnergott und Donnerkeil sind von solchen Wanderungen entlang der Küste in meine Tasche und dann mit mir nach Hause gewandert. Edlere Funde waren schon eher selten dabei, dafür dann aber umso wertvoller und eine ganz besondere Bereicherung unserer kleinen Fossiliensammlung. Im Laufe vieler Jahre haben wir etliche Seeigel, Korallen, zu Stein gewordene Muscheln, versteinerte Reste von Kopffüßern und mehr gefunden. Eigentlich fand ich unsere Sammlung bisher durchaus recht  ansehnlich.

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Aber als ich dann erfuhr, wie riesig Katerchens Steinsammlung ist, war ich doch mehr als beeindruckt. Das obige Foto vom Katerchen zeigt nur einen bescheidenen Teil der gewaltigen Sammlung. Das ist doch wirklich etwas, das man wahrlich als steinreich bezeichnen kann. Oder?
Mit diesem Foto und einigen Fotos mehr kam auch eine Einladung an uns, den ganzen Reichtum einmal aus der Nähe, also in der Wirklichkeit, bewundern zu dürfen.
Bis es dann aber endlich soweit war, dass wir Silberdistels uns tatsächlich auf den Weg zum steinreichen Katerchen machten, vergingen noch einmal viele Monate, letztendlich gingen noch einmal fast zwei Jahre ins Land.
Dann aber war es endlich soweit. Jetzt im April diesen Jahres, in der Woche vor Ostern, fanden wir einen gemeinsamen Termin.

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Kater Paulimann – noch misstrauisch den Gästen gegenüber

Am frühen Nachmittag treffen wir beim Kater Paulimann und seinem Frauchen ein. Wir werden mit Kaffee und leckerem Kuchen empfangen und lernen neben Paulimann sein sehr sympathisches Frauchen kennen. Paulimann, der Star in so vielen Geschichten aus dem Katerchen-Blog, ist zunächst ein wenig misstrauisch den beiden Gästen gegenüber.

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Dann siegt doch die Neugierde und Paulimann schaut die Gäste ein wenig näher an

Vorsichtig werden wir ein wenig näher in Augenschein genommen und dann wohl als harmlos eingestuft. Wir dürfen also noch ein Weilchen bleiben und mit seinem Frauchen plaudern …

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Aber nicht nur Versteinerungen sind Gesprächsthema, auch die Fototechnik wird verglichen

… und das tun wir dann auch recht ausgiebig. Nicht nur die vielen Steine sind Gesprächsthema, es gibt noch viel mehr gemeinsame Interessen – zum Beispiel die Fototechnik, über die hier gerade unsere Gastgeberin Katerchen und Herr Silberdistel diskutieren.
Leider ist der Nachmittag viel zu kurz. Wir können längst nicht jeden einzelnen Stein bewundern und Gesprächsstoff gäbe es auch noch außerhalb von Steinen und Fotografie in Unmengen. Am Ende haben wohl nicht nur wir Silberdistels den Eindruck, wir würden uns schon ewig kennen.

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Leider ist unser Heimweg noch lang. Wohl oder übel müssen wir uns verabschieden. Es war schön beim Katerchen und dem pelzigen Blogstar Paulimann. Danke Euch beiden, wir haben uns bei Euch ausgesprochen wohlgefühlt.

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Und am Ende habt Ihr uns nicht nur einen schönen und interessanten Nachmittag geschenkt, nein, Ihr habt uns auch noch steinreich gemacht und habt uns von Eurem Reichtum ein mächtig großes Kistchen mit auf die Reise gegeben. So machten wir uns letztendlich schwer beladen auf den langen Heimweg und zu unserer kleinen Sammlung gesellte sich viel Neues.

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Inzwischen haben nun alle steinigen Geschenke vom Katerchen ihren Platz gefunden. Einige zieren ein Fensterbrett und die anderen machen sich sehr gut in unserem Wintergarten, und damit ich nicht immerzu mit dem Staubwedel jedes einzelne Steinchen entstauben muss, haben die Reliquien aus längst vergangenen Zeiten in dekorativen Gläsern Platz gefunden.

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Nachfolgend sind noch einmal einige besonders schöne Einzelstücke zu sehen.

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Gelesen habe ich genau das in diversen Büchern. Ob es wirklich stimmt?
Bisher habe ich mich vom Brotbacken eigentlich immer eher ferngehalten. Ich bin mehr eine Keks- und Kuchenbäckerin. Obwohl … vor vielen Jahren, als plötzlich alle Welt Brotbackautomaten kaufte, musste selbstverständlich auch ich ein solches Backgerät haben. Natürlich gab es in der Folge auch bei uns Silberdistels viele leckere Brote zu essen. Mit denen hatte man allerdings fast gar keine Arbeit, zumal man für den elektrischen heimischen Brotbäcker noch dazu auf zahlreiche Brotbackmischungen zurückgreifen konnte. Und eine besondere Kunst war das Brotbacken auf diese Weise schon gar nicht.
Doch dann segnete das Teil plötzlich und unerwartet das Zeitliche und ein neues kam nicht mehr ins Haus. Warum eigentlich? Vielleicht war die Mode einfach vorbei? Ich weiß es, ehrlich gesagt, einfach nicht mehr. So wurde das Brot wieder eingekauft, aber so richtig zufrieden war ich damit auch nicht.

000-Buch Schmackhafte brote selber backen

ISBN 978-3-95540-156-6

Unlängst nun lief mir ein Brot-Backbuch über den Weg. Es lief so geschickt, dass ich regelrecht darüber stolperte. Höflich, wie ich bin, schaute ich meinen Stolperstein wenigstens an. Das aber hätte ich nicht tun sollen, denn ich infizierte mich umgehend mit dem Brotbackvirus, genauer gesagt – mit dem Sauerteigbrotbackvirus.
Da ich mitunter kleine Bauchwehprobleme mit einigen Brotsorten habe und nun las, dass Sauerteigbrote zur eher bekömmlichen Sorte von Broten gehören würden, schlich sich ein Gedanke in meinen Kopf, ein Gedanke, der mich erstens dieses Buch kaufen ließ und der mir zweitens einredete, es doch noch einmal mit dem Selberbacken von Brot zu versuchen. Ich wollte mein eigenes Sauerteigbrot backen – ohne all die Zutaten, die uns die Industrie sicher noch so ganz nebenher in jedes Brot mischt, damit es besser schmeckt, super aussieht und noch dazu lange haltbar ist. Eigentlich sollten, wie ich nun weiß, für ein schmackhaftes Brot bereits Mehl, Wasser und etwas Salz genügen.

Die Herstellung von Sauerteig liest sich auf den ersten Blick so, als wäre es ganz leicht – nur Wasser, Mehl und Geduld wären notwendig.
Um meine neue Brotback-Karriere nicht gleich mit einem Misserfolg zu starten, kaufte ich zunächst beim Bäckermeister meines Vertrauens etwas Natursauerteig.

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Mein erstes eigenes Sauerteig-Roggenbrot

Und siehe da, mein erstes eigenes Roggenbrot sah gar nicht so übel aus und erstaunlicherweise schmeckte es auch noch. Und es war in reiner Handarbeit entstanden – also ohne Brotbackautomaten. Die ausgesprochenen Brotbackfans kneten ihren Brotteig nämlich mit der Hand. Okay, darin hatte ich mich nun versucht, aber ganz war ich der Sache mit dem klebrigen Teig noch nicht Herr geworden. Es blieben trotz des ersten Erfolgs noch so einige Fragen offen.
Und wegen dieser offenen Fragen waren dem einen Buch weitere Bücher übers Brotbacken in meine häusliche Backbibliothek gefolgt. Die Sache mit der Herstellung des eigenen Sauerteigs interessierte mich nun doch, schließlich wollte ich nicht immerzu Sauerteig kaufen müssen. Ich wollte ihn ständig parat haben, wenn ein neuer Brotbacktag anstand. Andererseits wollte ich auch noch wissen, wie ich den Teig richtig kneten muss, damit mein Brot ganz besonders gut ausschaut, wenn es den Backofen schließlich wieder verlässt.
Viele Bücher mögen gut sein, manchmal sind viele Bücher zu einem Thema auch eher verwirrend. Mit viel List und Tücke und lauter Fragezeichen im Kopf zum Thema Kneten und zum Thema Anstellgut oder Ansatz für einen neuen Sauerteig machte ich mich an mein zweites Brot.

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Mein Brot Nr. 2 – ein Roggen-Weizenmischbrot

Dieses Mal sollte es ein Roggen-Weizenmischbrot werden. Da ich meinem sogenannten Anstellgut, einem Restchen vom ursprünglichen Sauerteig, aus dem ich versuchte, den benötigten Sauerteig für das neue Brot herzustellen, nicht ganz über den Weg traute, gab ich etwas Hefe hinzu. Ob nun der zweite Brotbackversuch, den ich ebenfalls als recht gut gelungen abhaken konnte, der Hefe oder/und dem Sauerteig zu verdanken war, blieb mir dennoch ein kleines Rätsel. Zumindest musste ich mir über die Form meiner Brote vorerst keine Sorgen machen. Meine Kastenform ließ das Brot nach einem Brot aussehen und nicht nach einem Teil, das mehr einem missglückten Fladen glich. Aber die Kastenform beantwortete nur einen kleinen Teil meiner Fragen.

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Der Klockenhagener Museumsbäcker lädt zum Brotbacken ein. Aber auch sonst gibt es allerlei Mitmachangebote.

Und plötzlich kam wieder einmal mein Herr Silberdistel ins Spiel. Er hatte nämlich gelesen, dass im Freilichtmuseum Klockenhagen, ich hatte hier schon öfter über das Museumsdorf berichtet, neuerdings fleißig Brot gebacken wird. Es gibt dort seit Mai 2017 einen Museumsbäcker, der an einigen Tagen in der Woche sogar zum Mitmachen einlädt. Vielleicht könnte ich dort ja meine Fragen klären.

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So machten wir Silberdistels uns am vergangenen Dienstag auf den Weg nach Klockenhagen. Wie Herr Silberdistel gelesen hatte, sollte einmal um 11.00 Uhr und ein weiteres Mal um 13.00 Uhr gebacken werden. Für 11.00 Uhr sind wir an diesem Tag etwas spät dran. Trotzdem eilen wir, bevor wir noch anderes im Museumsdorf anschauen, zum neuen Backhaus.

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Wie ich dort erfahre, hatte der Museums-Bäckermeister gerade an diesem Vormittag viel zu tun. 30 Kinder haben zusammen mit ihm Brote geformt und diese anschließend in den neuen Holzbackofen geschoben, der übrigens samt Backhaus ein Nachbau eines alten Backhauses aus Hanstorf ist.
Des Bäckers Teigreserven sind aufgebraucht, dennoch kann ich einige interessante Tipps über das Backen mit Sauerteig bekommen. Gern hätte ich natürlich dem Bäckermeister noch auf die Finger geschaut oder mich sogar selbst formend an einem Brotteig vergangen. Aber was dieses Mal nicht war, kann vielleicht ein anderes Mal werden.

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Wir Silberdistels bedanken uns herzlich für die Informationen, nehmen aus dem kleinen Ladengeschäft noch ein Roggenmischbrot und ein Dinkelbrot mit und natürlich lassen wir uns, bevor wir zu einem kleinen Rundgang durchs Freilichtmuseum aufbrechen, noch ein Stück Kuchen und den Kaffee aus der kleinen Bäckerei schmecken. Es war übrigens ein überaus leckerer Mohnkuchen.

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Ach, und das Dinkelbrot ist nicht irgendein Dinkelbrot. Es hat sogar ein Gesicht. Oder sehe ich ganz einfach immer und überall Gespenster?

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Nicht weit entfernt vom neuen Museumsbackhaus lockt uns eine Bank an ein kleines Teichlein. Wir lassen uns eine Weile die Nasen von der Sonne bescheinen und als Frau Sonne eine Pause macht, setzen wir unseren Museumsrundgang fort.
Mich interessieren natürlich besonders die hübschen Bauerngärten. Was mir auch hier wieder auffällt, es sind erstaunlich wenig Insekten zu sehen. Da kennen wir Silberdistels die Klockenhagener Bauergärten aber ganz anders. Dort war die Luft während der warmen Jahreszeit sonst fast ständig vom Summen der vielen Insekten erfüllt.
Dieses Mal muss ich nach den kleinen Fliegern regelrecht suchen. Zumindest die Fliegen bemühen sich um Nachwuchs. Ich will hoffen, auch Bienen und Hummeln nehmen sich daran ein Beispiel, damit es bald wieder mehr in unseren Gärten summt und brummt.

Ach, und um die Frage von oben, ob Brotbacken süchtig macht, zu beantworten. Ich denke schon, denn nicht nur meine Brotbackbüchersammlung, auch meine Mehlsammlung wird immer umfangreicher. Das lässt doch darauf schließen, dass mich das Brotbacken so schnell nicht wieder loslassen wird, oder?

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In meinem Beitrag über unsere Torty, die sich unlängst bei unserem Nachbarn versehentlich eine kleine Auszeit von uns nahm, erwähnte ich es bereits – wir Silberdistels haben endlich das Kloster Jerichow besucht.
Wie oft in unserem Leben sind wir schon an diesem beeindruckenden Bauwerk vorbeigefahren, wenn wir unterwegs zu einem Besuch bei Herrn Silberdistels Eltern oder von dort wieder auf dem Weg zu uns nach Hause waren? Der Ort Jerichow, nicht weit von Tangermünde entfernt (vielleicht ist ja Tangermünde etwas bekannter), liegt praktisch auf der Strecke, die wir immer gern benutzt haben, wenn wir uns zu einem Besuch Richtung Magdeburg auf den Weg gemacht haben.

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Kloster Jerichow

Nun endlich haben wir uns Kloster Jerichow auch ganz aus der Nähe angeschaut. Dieses Mal war unser Ziel direkt das ehemalige Kloster unweit der Elbe, denn seit Schwiegermutters Tod vor zwei Jahren zieht es uns eher selten noch in diese Richtung. Der Ausflug jedoch hat sich durchaus gelohnt. Kloster Jerichow hat uns nicht enttäuscht.

Es wurde übrigens 1144 als Prämonstratenserstift gegründet und vier Jahre nach seiner Gründung an seinen heutigen Standort verlegt. Um den Zeitpunkt seiner Verlegung wurde auch mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Fertiggestellt wurde das gewaltige Bauwerk aber erst 1250.
Interessant ist vielleicht noch, dass Kloster Jerichow, auch wenn das gesamte Gebäude-Ensemble klösterlichen Charakter trägt, nie im eigentlichen Sinne ein Kloster war.  Die Prämonstratenser lebten und wohnten nicht ausschließlich im Kloster. Sie hatten sich vor allem der Mission und der Seelsorge verschrieben, waren also zum großen Teil außerhalb des Klosters tätig.

Während des 30jährigen Krieges hatte der Klosterbau arg zu leiden, z.T. wurde er regelrecht verwüstet. Auch während des 2. Weltkrieges erlitt der Bau erneut starke Beschädigungen.
Ab Mitte der 50er Jahre bis etwa 1960 begann man, erstaunlicherweise also bereits zu DDR-Zeiten, mit einer Instandsetzung der Kirche. Doch letztendlich waren die Schäden so gewaltig, dass man sich 1998 gezwungen sah, die Anlage vorerst baupolizeilich zu sperren.
In den Folgejahren wurden dann vom Land Sachsen-Anhalt nicht unerhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, um das Kloster wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Und dieser neue Glanz steht dem gesamten Kloster-Ensemble ausgezeichnet.
Gefunden habe ich diese geschichtlichen Eckpunkte über Kloster Jerichow übrigens hier. Wer also gern noch ein wenig mehr darüber lesen möchte, der kann gern auch dort noch einmal schauen.

Wir Silberdistels waren sehr angenehm überrascht von dem, was wir vorfanden. Aus Klosterkirche, dazugehörigen Gebäuden und dem Klostergarten ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Es lohnt sich, dort einmal reinzuschauen und sich mit eigenen Augen zu überzeugen.

Aber nun genug der Vorrede, ab ins Kloster! Wobei … erst einmal mussten wir natürlich einen kleinen Obolus löhnen, bevor wir wirklich hinein durften. Nebenher kam ich natürlich genau dort an der Kasse auch wieder einmal nicht an den angebotenen Büchern vorbei. So wanderte, wer hätte es gedacht, ein Kochbuch mit alten Rezepten in meinen Rucksack. Ich habe ja bisher auch kaum Kochbücher 😉

Aber nun wirklich los und auf ins Kloster!

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Was wandelt denn dort hoch oben auf einem der Hausdächer?

Auf einem der Dächer der Häuserreihe links von uns fallen mir unterwegs zum Eingangsbereich der Klosteranlage zwei witzige Figuren auf. Es ist zwar helllichter Tag, aber wahrscheinlich wandeln sie immer – unabhängig von Tages- oder Nachtzeit.
Wenig später stehen wir vor dem Eingang zum Klosterbereich – kein Kartenabreißer weit und breit, kein Chipkontrolleur. Selbst sind hier Mann und Frau und müssen Avtomat bedienen können.

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Dann also los – auf ins Kloster!

Herr Silberdistel hat zunächst ein kleines Problem mit dieser Automaten-Hürde, denn ohne die richtige Brille ist hier der Tastsinn gefragt. Man muss nämlich einen Chip, den wir an der Kasse bekamen und der mit mehreren Rillen versehen ist, in die richtige Position bringen, erst dann passt er in den Automaten, der schließlich die Eingangsschleuse zum Klosterbereich öffnet. Doch wir packen das Problem noch recht schnell, zumal von der anderen Schleusenseite hilfreiche Tipps kommen. Aber ich bin sicher, wir hätten es auch früher oder später allein geschafft 😉

Bevor wir uns nun zur allgemeinen Klostereinstimmung erst einmal ins Museum aufmachen, muss mein Gärtnerauge den hübschen Steingarten im Innenhof an der Geist-Brennerei bewundern. Aber dann geht’s hinein ins Museum. Dort gibt es allerlei Interessantes rund ums Kloster zu sehen – nicht nur Kirchenglocken und diverse Tonscherben. Vielleicht schaut Ihr ja irgendwann einmal selbst hinein. In der Bilderschau gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die Museumsluft.

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Nach dem Museumsrundgang locken uns unsere Mägen mit unwiderstehlicher Gewalt in den Klostergarten. Ein Wegweiser sagt nämlich, dass es dort nicht nur Garten, sondern auch ein Café geben soll. Scheinbar können Mägen lesen und vor allem dulden sie keinen Widerspruch 😉

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Letztendlich sind wir rundum zufrieden. Kaffee, Cappuccino und Torte haben gehalten, was sie zu versprechen schienen. Sie waren äußerst lecker und der Klostergarten gab zu Speis und Trank mit dem buntem Vogelgezwitscher rundum aus all dem Grün und dem Blick aufs Storchennest hoch über uns auf dem Schornstein unseres urigen Cafés eine wunderbare Atmosphäre.  So ist Entspannung pur.
Und als ich im Gemüse- und Kräutergarten ein wenig später auch noch für meinen Garten zuhause fündig werde, könnte ich den Tag bereits als nahezu perfekt gelungen einordnen.
Aber wie es so ist, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber erst einmal war ich des Lobes voll und bereits wieder voller Tatendrang, denn dort hinten harrte unserer noch ein Backsteinmuseum.

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Nach dem Backsteinmuseum fehlt uns nun nur noch der Blick ins eigentliche Heiligtum – in die Klosterkirche. Mich interessiert zuvor natürlich noch einmal der Steingarten, den ich gleich zu Anfang unseres Rundgangs bewundert habe. Und während ich dort die Pflanzen anschaue, bemerke ich plötzlich gegenüber an der Hauswand einen Spatzen und ein Loch in der Wand, in dem Vater Haussperling kurz darauf verschwindet. Ich sehe gerade noch sein fedriges Hinterteil weghuschen und schon klingt lautes Babyvogelgeschrei von der Wand zu mir herüber. Da habe ich also eben den Eingang zu einer Spatzenkinderstube entdeckt. Wenig später taucht auch Mama Haussperling auf, um die Kinder zu versorgen. Was für eine nette Begebenheit nebenbei. Klosterleben kann doch so vielseitig sein.

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Zeit für den Kirchgang! Ich bin gespannt, was uns dort erwartet. Herr Silberdistel ist mir wieder einmal etwas voraus und wandelt bereits unter Gewölben dahin. Nur schnell hinterher, damit wir nichts verpassen!

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Beeindruckend, was wir zu sehen bekommen! Gewaltig, diese Höhe. Wie unscheinbar klein man sich doch vorkommt angesichts solcher unendlich erscheinender Höhe und wie spannend muss es gewesen sein, so etwas entstehen zu lassen.
Die Klosterkirche Jerichow gehört übrigens zu einem der ältesten Backsteinbauten Norddeutschlands. Wie schön, dass man ihr mit viel Geld, Mühe und Liebe wieder zu ihrer alten Pracht verholfen hat.

Nicht nur uns hat es in Jerichow gefallen. Auch die Störche scheinen sich dort wohlzufühlen. Wir entdecken auf einem Gebäude noch eine weiteres Storchennest und das, so finden wir, ist ein guter Abschluss für unseren Klosterbesuch.

Glücklich und zufrieden mit den gelungenen Tag machen wir uns wieder auf den Heimweg und dort spuckt uns dann unsere Torty in die Suppe dieses ansonsten so schönen Tages. Unser pelziges Dreigestirn will nämlich noch einmal hinaus in den Garten, als wir wieder daheim aufschlagen. Natürlich gönnen wir ihnen das, mussten sie doch bis dahin den ganzen Tag im Haus ausharren.
Ja, und dann, dann, dann verschwindet Torty spurlos