Archiv für die Kategorie ‘Vögel’

Der Winter steht mit Kälte, Schnee oder hier im Norden vielleicht auch nur wieder, wie so oft, mit Schneematsch vor der Tür.  Vielleicht ist es da gar nicht so übel, gedanklich noch einmal zurück in den vergangenen Sommer zu wandern und ein wenig Wärme und Sonne nachzutanken, auch wenn der zurückliegende Sommer damit eigentlich ziemlich gegeizt hat. Dennoch machen sommerliche Gedanken und das eine oder andere Bild aus dieser Zeit ganz bestimmt die kalten Füße und vielleicht auch das Herz ein wenig wärmer. Na, und um Herzen geht es hier so ganz nebenbei auch noch.

Und andererseits passt dieser Beitrag so oder so gut in diese Zeit, in die Zeit des Backens und Schlemmens.  Gut, es handelt sich nicht gerade ums weihnachtliche Plätzchenbacken oder um den berühmten Gänsebraten, der gern zu Weihnachten auf den Tisch kommt. Es geht um Brot – um Brot aus Sauerteig.

Unsere Enkeltochter verbrachte, wie ich bereits in einem früheren Beitrag erwähnte, einen Teil ihrer Sommerferien bei uns Silberdistels. Natürlich gaben wir uns Mühe, diese Ferientage möglichst abwechslungsreich und spannend zu gestalten, sollten sie unserem Ferienkind doch in guter Erinnerung bleiben. So hatten wir an einem Mittwoch im August einen Ausflug nach Klockenhagen ins dortige Freilichtmuseum geplant.
Wir Silberdistels hatten bei einem früheren Besuch in dem Bauernmuseum unweit der Ostseeküste erfahren, dass dort neuerdings auch fleißig gebacken wird. Diese Brotbacktage sind in erster Linie für Kinder gedacht. Aber ich habe gemerkt, auch als vielleicht im Backen schon ein wenig geübter Zaungast kann man noch eine ganze Menge dazulernen.

Wir waren spät dran an jenem Tag, als wir uns auf den Weg zum Klockenhagener  Backhaus machten. Der Straßenverkehr hatte uns doch glatt einen dicken Strich quer durch unsere, wie wir dachten, so gut kalkulierte Rechnung gezogen. Wir wollten lange vor 10.30 Uhr in Klockenhagen sein, sollte doch zu dieser Zeit bereits der Brotbacklehrgang für die jungen Bäcker in spe beginnen. Gewöhnlich sichert rechtzeitiges Erscheinen die besten Plätze. Kurz vor besagter Urzeit schneiten wir ziemlich entnervt endlich durch den Eingangsbereich des Freilichtmuseums. Das mit den besten Plätzen dürfte wohl derweil gegessen sein.

01-DSC02878

Eilig hasteten wir weiter durchs Freilichtgelände, vorbei an dem alten Backofen, der uns die Richtung zum eigentlichen Backhaus vorgab.

02-DSC02952

Dann der letzte Fingerzeig …

03-DSC02877

… und das Backhaus lag vor uns – bereits, wie zu vermuten war, von zahlreichen Backwilligen und Zuschauern umschwärmt.
Für die erste Backrunde waren wir leider tatsächlich zu spät dran. Da fielen mir doch glatt wieder einmal Gorbatschows Worte mit dem Zuspätkommen ein. Nun gut, bestraft wurden wir zum Glück nicht. Das waren wir eh schon durch die bummelige Autofahrt, die fast doppelt solange gedauert hatte wie geplant. Doch der Bäcker beruhigte uns. Es wäre genug Teig für alle vorhanden. Wir müssten uns lediglich ein kleines Stündchen gedulden. Erst dann würde sich die zweite Gruppe der kleinen Bäckerlehrlinge an die Arbeit machen können.
Okay, wenigstens hatten wir uns nicht total umsonst auf den Weg gemacht. Das wäre dann doch sehr ärgerlich gewesen, auch wenn wir uns in Klockenhagen sicher nicht gelangweilt hätten. Zu sehen gibt es dort immer allemal genug. Aber dieses Mal galt unser Besuch ja einem ganz besonderen Ereignis. Es wäre dumm gewesen, hätten wir unsere Enkeltochter enttäuschen müssen.

Die eine Stunde verging schließlich fast wie im Fluge. Das Zuschauen allein war schon enorm spannend und äußerst lehrreich. Und irgendwie sah auf den ersten Blick alles kinderleicht aus.

04-DSC02832

Dann endlich war es soweit. Die nächste Gruppe von Bäckerlehrlingen durfte sich in Vorbereitung auf ihre Arbeit mit dem Brotteig die Hände waschen, eine schicke weiße  Schürze umbinden und sich einen Platz am gut bemehlten Tisch des Geschehens aussuchen.

05-DSC02836

Der Herr und Meister über den Sauerteig, aus dem ein lecker duftendes Brot entstehen sollte, hatte bereits für jeden Lehrling einen Batzen Sauerteig abgewogen und ihn zur weiteren Bearbeitung durch die jungen Bäckerlehrlinge bereitgelegt.

06-DSC02838

Und dann ging’s los. Der Meister erklärte den Kindern sehr anschaulich, wie das, was vor ihnen lag, noch bearbeitet werden müsste, damit daraus am Ende ein richtig gutes Brot entstehen könnte.
Bisher war ich der irrigen Annahme gewesen, dass Falten mehr zu Papier oder vielleicht noch zu Handtüchern oder Tischwäsche gehört. Doch man lernt nie aus. Auch Brotteig kann gefaltet werden.

07-DSC02839

Besser gesagt:  Brotteig möchte sogar gefaltet werden.  Durch das Falten, eine spezielle Art des Teigknetens, bekommt der Brotteig erst die richtige Struktur und Konsistenz.
Dann war die Arbeit der Bäckerlehrlinge gefragt. Sie falteten, kneteten und drückten fleißig nach, was ihr „Vorturner“ ihnen vormachte – einer war dabei eifriger als der andere.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Nachdem der Teig viele, viele Male so bearbeitet worden war, war er fast ofenreif. Ein paar Handgriffe vom Meister seines Faches fehlten allerdings noch. Er gab dem Teig schließlich die vollendete Brotform. Auch das sah wieder kinderleicht aus.
Aber wer sich selbst schon einmal an einem eigenen Brot versucht hat, wird wissen, so kinderleicht ist es nun doch nicht. Ich fand es faszinierend, was die Hände des Fachmannes vor unseren Augen aus dem Teigbatzen schließlich zauberten.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Die Kinder durften zwischen einem länglichen Brot, einem runden oder einem Brot in Herzform wählen. Nicht nur unsere Enkelin wünschte sich spontan ein Herzbrot. So konnten wir mehrere Male die Kunstfertigkeit des Bäckers beim Formen eines herzigen Brotes beobachten. Das allein war schon fast den Ausflug nach Klockenhagen wert.

Und dann war noch einmal die Arbeit der Kinder gefragt. Damit am Ende auch jeder das von ihm selbst vorbereitete Brot bekam, musste der Teigrohling natürlich noch gekennzeichnet werden.
Aus einem weiteren kleinen Stückchen Teig sollte zunächst eine Rolle und daraus der Anfangsbuchstabe des Namens des jungen Bäckerlehrlings geformt werden.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

So wurde noch einmal fleißig herumgeknetet, gerollt und geformt. Der Meister befeuchtete, während die Kinder angestrengt an ihrem Namenskürzel arbeiteten, die Herzen, länglichen und runden Brotrohlinge ordentlich mit Wasser. Danach konnte der jeweilige Buchstabe kinderleicht auf das Kunstwerk aus Sauerteig geklebt werden.

Schließlich konnten die jungen Künstler ihrem Kunstwerk noch mit etwas draufgestaubtem Mehl oder mit ein paar Körnern den letzten Schick verleihen. Einige Kinder deuteten das ETWAS allerdings sehr großzügig, sodass es nur so staubte.
Dem Meister blieb ihm ersten Moment beim Anblick der unter Mehlbergen verschwindenden Teigrohlinge fast die Spucke weg.  Doch er fasste sich schnell wieder und erklärte, wie zart doch Frau Holle die Schneeflocken fallen lassen würde. Und genauso zart müsse man auch Mehl oder Körner über das Brot streuen. Das nun wiederum war einleuchtend. Wer wollte nicht gern neben einem Bäcker auch noch Frau Holle sein, und so rieselten sacht Mehl und Körner aus Kinderhänden auf teigige Herzen und Co.

Damit waren fast alle Arbeiten geschafft. Die letzten Handgriffe blieben dann aber doch dem Meister dieses schönen Handwerks vorbehalten, schließlich wollten wir am Ende der anstrengenden Bäckerlehre, die kinderleichter aussah als sie ist, ein fertig gebackenes Brot mit nach Hause nehmen. Die Brote mussten also noch in den Ofen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Und schon klappte die Backofentür vor unseren Augen zu. Nun war Warten angesagt. In etwa einer Stunde würden wir das erste selbst gefaltete und selbst gestaltete Brot unserer Enkelin abholen können.

Die Wartezeit überbrückten wir mit einem kleinen Rundgang durch das Museumsdorf. Ich sprach währenddessen mit Hühnern und Blumen, und unsere Enkeltochter versuchte sich im Balancieren von Eiern über ein langes Holzbrett, auf dem viele kleine Hindernisse angebracht waren, die das Ei, möglichst ohne vorzeitigen Absturz, zu überwinden hatte. Natürlich habe auch ich probiert, ein Ei – zum Glück eine Plastik-Attrappe – sicher ins Ziel zu bringen. Die Sache war gar nicht so einfach. Aber während wir uns in dieser Kunst übten und übten und übten, war die Stunde ruckzuck vorbei.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Derweil durch Arbeit, Spaß und Spiel schon etwas hungrig, eilten wir zurück zum Backhaus. Und da warteten sie schon auf uns – die frisch gebackenen lecker duftenden Brote.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Beim Anblick der vielen köstlichen Brotlaibe knurrte der Magen gleich noch lauter als ohnehin schon. So kauften wir im Bäckerladen nicht nur noch ein weiteres Brot, sondern auch gleich noch einige Stückchen leckeren Kuchens, den wir fast im Stehen an Ort und Stelle hinunterschlangen. Er war einfach köstlich – so köstlich, dass es nicht einmal ein Foto von ihm gibt. Zu gierig waren wir auf diese leckere Köstlichkeit. Da rief tatsächlich erst der Magen nach seinem Recht. Die Fotografin in mir hatte keine Chance.

41-DSC02958

Und hier ist es –  das herzige Kunstwerk unserer Enkelin. Okay, das gemeinsame Kunstwerk mit dem Herrn und Meister in Weiß. Es war übrigens nicht nur hübsch, es war auch lecker, wie wir Silberdistels später hörten. Angeschnitten wurde es nämlich erst einige Tage später, als Mama, Papa und Bruderherz auch davon kosten konnten.

Aber wir Silberdistels hatten ja noch ein weiteres Brot mitgenommen – eines zur sofortigen Verkostung. Wir hatten also eine sehr genaue Vorstellung davon, wie lecker dieses Herzbrot schmecken würde.

Wie gut, dass zumindest einer unserer Nachbarn gewöhnlich sehr zeitig mit seiner Weihnachtsdekoration beginnt. Als grobe Orientierung ist so ein Frühstarter gar nicht so übel. Auf jeden Fall habe ich durch ihn schon mal eine leichte Ahnung davon, dass es auch in diesem Jahr wieder einen 1. Advent geben wird. Gefühlt hätte ich auch dieses Mal noch Wochen Zeit haben müssen bis zum Anzünden der ersten roten Kerze. Doch dann steht das erste Adventswochenende trotz aller Vorwarnung wieder einmal ganz plötzlich und unerwartet vor der Tür. So grübelte ich dann auch gleich angestrengt  ob des an die Tür klopfenden 1. Advents, wo ich wohl zu Beginn des Jahres all das weihnachtliche Dekozeugs verstaut hatte.

Aber während ich gestern tatsächlich noch einmal für letzte Arbeiten in meinem Gärtchen herumwerkelte, wurde mein Kopf an der erstaunlich frischen Luft angenehm frei. Und siehe da, nach und nach tauchten vor meinem inneren Auge all die Versteckplätze auf, an denen die vorweihnachtliche Gemütlichkeit verbreitenden Sterne, Kugeln, Figuren und Häuschen die meiste Zeit des Jahres verbracht haben.

Nach meiner Gartenarbeit inspizierte ich dann auch an den vermuteten Stellen Schränke & Co., und bald darauf war alles im Haus verteilt, um ab sofort seinen unnachahmlichen Weihnachtszauber verbreiten zu können. Nur einer der Adventssterne hatte keine Lust auf Advent. Sein Lichtlein war ihm scheinbar im dunklen Schrank abhanden gekommen. Aber so einfach konnte er mir nicht davonkommen.

Unseren Weihnachtsbaum im Garten schmückt dieses Jahr eine neue Lichterkette. Aus der alten war er derweil herausgewachsen. Die Minikette, die er bisher in der Weihnachtszeit gewöhnlich trug, war nun noch übrig. Ob ich dem Stern damit neues Leben einhauchen könnte? Und siehe da, ich konnte. Der alte Bursche erstrahlte nach einer kleinen Umbauaktion in neuem Lichterglanz und macht uns hoffentlich mit seinem neuen leuchtenden Innenleben noch lange Freude.

DSC04656
Also, Advent, obwohl Du mich wie jedes Jahr, auch dieses Mal wieder, mit Deinem gefühlt viel zu zeitigen Erscheinen überrascht hast, Du bist willkommen. Wir Silberdistels sind bereit!

Na, und wenn der Winter will, dann darf auch der kommen. Für die gefiederten Gartengäste habe ich gestern auch noch ausreichend gesorgt. Zu Futterhaus und Knödelstation sind im Garten noch ein zusätzlicher Futtersilo und eine zweite Stelle für die Knödelliebhaber gekommen.
Sogar im Vorgarten hat unser Vogelgasthaus so einiges im Angebot. Schließlich sollen die Federbälle merken, dass Weihnachten nicht nur ein Fest für uns Menschen ist. Wenn wir schon reichlich und meistens viel zu viel essen, dann sollen selbstverständlich auch die gefiederten Gäste nicht darben.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Mein Angebot wurde übrigens sofort fleißig genutzt. Spatzen, Blau- und Kohlmeisen bedienten sich begeistert, und auch mein Rotkehlchen fehlte nicht.

Und dann war da noch ein kleines Vögelchen, das ich zunächst für eine Kohlmeise hielt. Erst als sich die vermeintliche Kohlmeise an die Wasserstelle setzte, konnte ich sie etwas genauer betrachten. Das war doch …, das war doch keine Kohlmeise. Dieser lange weiße Nackenfleck, der fast wie ein Scheitel wirkte, gehörte doch einer ganz anderen Meise. Dort saß eine Tannenmeise in meinem Garten – ein eher seltener Gast hier bei mir. Umso größer war meine Freude.

Und um mein Glück vollkommen zu machen, tauchten sogar noch zwei Schwanzmeisen auf. Sie hatten es allerdings sehr eilig. Oder ich war nicht schnell genug. Jedenfalls gelang mir kein Beweisfoto. Aber vielleicht schauen sie irgendwann noch einmal vorbei und ich habe mehr Fotoglück.

So, mit der Gartenarbeit ist es aber jetzt vorbei. Der Rest hat Zeit bis zum nächsten Frühjahr. Nun widmen wir uns in aller Ruhe der Adventszeit. Wir Silberdistels werden’s uns ganz gemütlich machen.

DSC05621

Unser Keks macht sich schon mal hübsch für den gemeinsamen Adventsnachmittag – mit einer kurzen Katzenwäsche – das muss reichen, wie er meint.

DSC05655

Unsere beiden Damen wählten für die Schönheit die weniger aufwendige Variante – den Schönheitsschlaf.

DSC04785-01

Und wir Silberdistels sind von Natur aus schön. Eigenlob? Okay, okay, aber wir wissen, dass Kaffee schön macht und das eine und/oder andere Plätzchen doch wohl auch 😉

In diesem Sinne macht auch Ihr es Euch gemütlich und habt zusammen mit Euren Lieben einen wunderschönen 1. Advent!

DSC04541

… war der 4. August im Sommer dieses Jahres für die kleine und die etwas größere Silberdistel. Wir beiden Mädchen – Enkelin und Oma – waren an jenem Freitag nämlich wieder einmal im Rostocker Zoo unterwegs.
Der Zoobesuch ein Jahr zuvor, als unsere Enkelin das erste Mal ohne Mama und Papa bei uns einen Teil ihrer Ferien verbrachte, muss ihr wohl gefallen haben, denn der Vorschlag auf einen erneuten Besuch kam von unserem silberdisteligen Ableger.
Aber auch mir macht ein Zoobesuch immer wieder Spaß. Wie bereits 2016 begannen wir unseren Rundgang wieder im „Darwineum“.
Wer mag, kann sich mit dem kleinen Film, den ich mir bei YouTube ausgeliehen habe, auf unseren Besuch und die Bilder, die ich im August eingefangen habe, ein wenig einstimmen.

So, dann wollen wir uns mal gemeinsam auf den Weg machen. Das „Darwineum“ wartet auf uns.
Und es hatte, wir waren noch nicht einmal ganz dort, schon eine Überraschung für uns parat. Bisher dachte ich, diese riesigen elefantenähnlichen Tiere, die Mammute, gelten als ausgestorben.

DSC02698

Wie man sich doch irren kann. Plötzlich nämlich stand doch tatsächlich ein solches Mammut vor uns. Einfach so, am Wegesrand. Ein wenig erschrocken waren wir da schon. Aber es tat uns nichts, schaute uns nur mit kleinen aufmerksamen Augen an.  Es hatte sicher Mitleid mit uns beiden schreckhaften Mädels, und so blieb es ganz bewegungslos dort stehen, wo es gerade stand. Wir nutzten die Gelegenheit und schlichen auf leisen Sohlen davon – Richtung „Darwineum“.

DSC02701

Und dort ging es schon vor dem Eingang mit uraltem Getier weiter – mit Galàpagos-Riesenschildkröten. Warum an ihrem Gehege wohl ein Schild angebracht war, auf dem stand, dass man sie nicht füttern solle? Sie könnten beißen. Andererseits konnte man lesen, dass sie reine Pflanzenfresser seien. Ob sie einen menschlichen Finger mit einem dicken Grashalm verwechseln würden?

DSC02699-GalapagosRoesenschildkröte

Nun ja, uralt und so ganz ohne Brille kann das vielleicht doch schnell mal passieren. Da sollte man die Finger lieber doch von so einer Riesenschildkröte lassen.
Die Riesen mit dem dicken Panzer fühlten sich übrigens nicht nur in der Wärme ihrer großen Halle im „Darwineum“ sehr wohl, ihnen schien auch ihr grünes Freigehege mit Pool und schattigen Felshöhlen zu gefallen.

DSC02703

Aber auch ich fand ihren Vorgarten ausgesprochen hübsch und sehr wohnlich. Der Rostocker Zoo weiß, wie sich seine Riesenschildkröten ein gemütliches Zuhause vorstellen.

So, dann hinein ins „Darwineum“!

Wir beiden Mädels hatten viel Spaß in der tropischen Hitze. Besonders faszinierend ist für mich immer wieder die fantastische Unterwasserwelt. Aber meiner jungen Begleiterin erging es nicht anders. Sie konnte sich ebenso wenig  wie ich an all den Fischen, Korallen, Quallen und den vielen anderen Unterwasserwesen sattsehen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Aber es gibt noch mehr im „Darwineum“ zu sehen – nicht nur Unterwasserwelten. Es gibt auch spannendes Landleben zu beobachten.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Nach dem „Dawineum“ schauten wir, was der Zoo sonst noch zu bieten hat. Obwohl wir bereits ein wenig pflastermüde waren, sahen wir uns auch noch bei all den anderen Tieren um, die der Zoo beherbergt. Zuvor stärkten wir uns aber ein wenig mit einem kleinen Mittagessen und natürlich einem leckeren Eis zum Dessert. Mit neuen Kräften ging es auf zum zweiten Teil unseres Zoobesuchs. Am Ende waren wir dann wirklich rechtschaffen müde, aber auch zufrieden und dankbar für den interessanten, spannenden und sehr lehrreichen Tag.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Habe ich das gestern richtig gelesen? Der Winter soll so wie fast sofort über uns hereinbrechen? Gut, den ersten Nachtfrost hatten wir vor einigen Tagen bereits. Doch in der Regel ist das für den Monat November nicht unbedingt ungewöhnlich.
Ich bin zwar mit der Winterfestmachung meines Gartens noch nicht ganz fertig, aber was soll’s, zur Not muss ich eben einfach fertig sein. Dann wird der Rest auf das Frühjahr warten müssen. Die wichtigsten Arbeiten sind allerdings getan.
Viel wichtiger ist, dass für die Federbälle gesorgt ist, wenn es draußen dauerhaft frostig und sogar schneebedeckt werden sollte.  Unser „Gasthaus zur Silberdistel“ hat bereits Ende Oktober seine Körner- und Knödelbar wieder geöffnet. Es dauerte auch gar nicht lange und die ersten Gäste stellten sich ein, um das diesjährige Herbstangebot zu testen.
Unsere alte Körnerbar wurde durch eine neue, moderne, ersetzt. Die alte muss noch einige Reparaturen über sich ergehen lassen. Vielleicht kommt sie danach an anderer Stelle wieder zum Einsatz.

DSC05342

Eine Blaumeise testet das Angebot unserer neuen Körnerbar

Auch die Knödelstation wird bereits wieder begeistert angeflogen. Eigentlich müssten diese Bälle Spatzenknödel heißen, denn genau die Spatzen sind die eigentlichen Knödelfans. Ich weiß nicht, wieso die Dinger Meisenknödel genannt werden. Bei uns sind es eher Spatzenknödel.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Neben den Körnern und Knödeln hat unser silberdisteliges Gasthaus auch vitaminreiche Desserts im Angebot. Die Federbälle haben sich dort bereits fleißig bedient. Wenn sie so weitermachen, wird für den Winter zumindest von den hübschen roten Früchten nichts mehr übrig bleiben.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Die Sitzplätze rund um die Futterstellen in Baum und Strauch sind an manchen Tagen schon wieder fast vollständig ausgebucht. Gerade, als ich die versammelte Großfamilie Sperling in meine Knipse sperren wollte, sauste sie wie der Wind davon. Nur ein einziger Haussperling war so freundlich, mir noch für einen kurzen Moment Modell zu sitzen.

DSC05358

Haussperlingsmann

Doch dann, dann wurde auch er etwas unruhig. Wo schaut er denn so plötzlich hin? Oder will er mir nur seinen hübschen Rücken zeigen? Vielleicht ganz nach dem Motto: Ein hübscher Rücken kann auch entzücken?

DSC05357

Aha, er hat noch einen anderen, allerdings sehr seltsamen, Vogel entdeckt. Nun weiß ich auch, warum die Großfamilie eben doch lieber die Flucht ergriffen hat. Sie war nicht fotoscheu, sie war vorsichtig, denn hoch oben im Rankgerüst flattert ein vierbeiniger bunter Vogel umher, mit dem sicher nicht zu spaßen ist, wenn man ihn zu nahe an sich heran lässt.

DSC05360

Unsere pelzige Ornithologin ist hoch oben in unserem Garten unterwegs

Wenn ich Herr Sperling wäre, würde ich mich jetzt auch lieber aus dem Staube machen.  Man weiß nie, ob so ein pelziger Vogel nicht plötzlich doch losfliegt.

DSC05361

„Oh, Silberdistel, Du auch hier?“

„Na Torty, auf Vogelpirsch?“

DSC05362

„Och, nee, Silberdistel, ich mache nur Balanceübungen. Aber ich bin schon fertig damit.“

DSC05365

„Ich … hm … wo geht’s denn hier nur wieder runter?“

DSC05369

„Silberdistel, wo steigst Du immer runter, wenn Du mit Deinen Balanceübungen fertig bist?“

Wer mir eine Freude machen möchte, weiß in der Regel, dass das mit einem Buch ganz sicher gelingt. So bekam ich unlängst wieder einmal eins geschenkt. Dieses Mal handelte es sich um ein ganz besonderes Buch – um „Penguin Bloom“, ein Buch, das mich sehr berührt und beeindruckt hat. Nicht nur vom Text her, sondern auch von seinen herrlichen Bildern her hat mich dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite gefangengenommen.
Es erzählt die Geschichte, die wahre Geschichte, einer australischen Familie, einer Familie, die von einem unglaublich harten Schicksalsschlag getroffen wird, einem Schicksalsschlag, an dem sie fast zerbricht.

Doch als die Familie glaubt, an all dem Leid einfach nur noch ersticken zu können, bringt ein weiteres Leid, das Leid eines kleinen Vogels ihnen unverhofft ein wenig Licht in ihr dunkles Dasein.  Ein Vogeljunges fällt quasi vom Himmel und damit in ihr Leben.

Der kleine Federball wird durch Windböen aus seinem Nest hoch oben in einer Tanne geworfen. Trotz der enormen Höhe, in der sich sein Nest befindet, hat er bei seinem Sturz in die Tiefe noch Glück im Unglück. Er überlebt, wenn auch arg zerzaust und an einem Flügel verletzt, den starken Aufprall auf den Boden.

Ohne menschliche Hilfe wäre der Vogel wohl dennoch dem Tode geweiht gewesen. Einer der Söhne der Familie findet den verletzten Vogel und nimmt ihn mit zu sich nach Hause. Gemeinsam beschließt die Familie, sich um das Vogeljunge zu kümmern, bis es wieder gesund und in der Lage sein würde, sich selbst zu versorgen.
Die fünf Menschen kümmern sich von da an unwahrscheinlich liebe- und aufopferungsvoll um das kleine Vögelchen – eine Australische Elster (Australien megpie).
Im Deutschen wird diese Vogelart wegen ihres kunstvollen Gesangs auch Flötenvogel genannt. Im folgenden Video eine kleine Kostprobe eines solchen Sängers. Hat er nicht durchaus Potential, allein schon mit seinem Gesang unser Herz zu betören?

Genau genommen handelt es sich jedoch bei dieser Art Vogel nicht um eine Elster im herkömmlichen Sinne.  Aber als die Geschichte der Familie Bloom um die Welt ging, war immer wieder von einer Elster die Rede. So behielt man auch in der deutschen Übersetzung des vorliegenden Buches diese Bezeichnung bei.
Der Name aber, den die Blooms ihrem gefiederten Findelkind gaben, passt erstaunlich gut. Von der Farbgebung her hat der schwarzweiße Federball durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Pinguin.

Penguin Bloom

Viele wundervolle Bilder illustrieren den zu Herzen gehenden Text des Buches.  Sam, die Mutter der Familie, durch einen tragischen Unfall querschnittsgelähmt, verzweifelt fast an ihrem plötzlich so hilflosen Zustand und mit ihr ihr Mann Cameron und ihre drei Söhne.

Durch die gemeinsame Sorge um den Vogel, der selbst durch seine Verletzung immer wieder gesundheitliche Rückschläge erfährt, wächst die Familie wieder zusammen. Sie begreift, was Liebe und Fürsorge zueinander ausmachen, und dass man einfach nicht aufgeben darf, auch wenn das Leben uns mitunter grausam im Stich zu lassen scheint. Der neue gefiederte Hausgenosse lehrt Sam, wieder zu lachen und neuen Lebensmut zu fassen, und das überträgt sich auch auf ihre Familie.

„Penguin Bloom“ ist ein Buch, das denjenigen Mut machen soll, die möglicherweise in einer ähnlichen Situation sind wie die Familie Bloom. Auch wenn vor allem Sam, aber auch ihre Familie erst durch den Vogel wieder ins Leben und zur Lebensfreude zurückfinden, zeigt das Buch, dass es sich immer lohnt zu kämpfen. Das Buch will Mut machen, auch in völlig aussichtslos erscheinenden Situationen nicht aufzugeben, nicht die Hoffnung zu verlieren. Irgendwo ist möglicherweise auch an unserer Seite ein Engel, der uns dabei, wieder ins Leben zurückzufinden, tatkräftig unterstützt. Mitunter fällt er uns vielleicht sogar, wie im vorliegenden Falle, als freche kleine Elster in den Schoß.

Es ist wieder einmal soweit – die Kraniche machen sich auf den Weg in südlichere Gefilde. In einem sind sie uns Menschen nicht unähnlich. Sie nutzen für ihre Reisen besonders gern schönes Wetter. So hörte und sah man sie hier während des goldenen Herbstzaubers ganz besonders oft. Und da ich in meinem Blog alljährlich von diesen wundervollen Kranichtagen berichte, gibt es auch in diesem Jahr wieder einige Bilder vom herbstlichen Zug dieser majestätisch anmutenden Vögel hoch über unserem Haus und Garten zu sehen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Übrigens brachte der Abend des Tages, an dem der Himmel besonders voll von Kranichen und die Luft erfüllt von ihrem melancholischen Gesang war, noch ein fantastisches Abendrot zustande – ein toller Abschluss für einen ganz besonderen Kranichabreisetag.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

… ist es wieder ruhig geworden.

Die Urlauber sind bis auf wenige Ausnahmen verschwunden. Die Möwen haben sich den Strand zurückerobert und bald werden auch die letzten Strandkörbe wieder in ihre Winterquartiere einziehen.

07-DSC_0136-k

In Warnemünde ist es ruhig geworden, doch hier im Bücherstaub soll nun wieder etwas mehr Leben einkehren.

06-DSC_0139-k

Es wurde Zeit, aus unserem Winterschlaf Sommertraum zu erwachen und Zeit, ein wenig über unseren Traumsommer zu berichten.

07-DSC_0172-k

Obwohl … traumhaft war der Sommer wohl eher weniger. Was er uns von seiner Wetterseite her zugemutet hat, das war in der Tat eher eine Zumutung. Wir Silberdistels haben uns vom übellaunigen Sommer aber nicht beeindrucken lassen. Wir haben ihn nach unseren eigenen Vorstellungen gestaltet.
Als ich mit meiner Enkeltochter im August in Warnemünde am Strand war, sah es dort nämlich gar nicht so übel aus, ganz anders jedenfalls als auf den Bildern, die ich jetzt Ende September von dort mitgebracht habe. Damals war der Strand voller Menschen. Dicht an dicht drängten sich Strandkörbe, Strandlaken und so mancher Wind- und Sonnenschutz. Es roch genau wie der Sommer am Meer riecht – ein wenig salzig und nach Sonnencreme. Und Kaffeeduft waberte auch durch die Luft – vom nahen Strandkiosk zu uns herüber.
Die Sonne war übrigens ausnahmsweise auch einmal mit von der Partie. Sie sorgte mit ihrer Wärme für einen angenehmen Badetag. Obwohl … das Wasser war ar…kalt. Hätten wir doch bloß unseren Tauchsieder mitgenommen 😉

07-DSC_0162-k

Die Steilküste westlich von Warnemünde verschwindet im Dunst

Inzwischen ist es Herbst, und irgendwie habe ich den Verdacht, dass der auch keine Lust auf eine gute Zusammenarbeit mit Frau Sonne hat. Der Bursche meint wohl, sein feuchter Atem tut’s auch. Als ich in der vergangenen Woche in Warnemünde am Strand stand, waberte ganz schön viel vom herbstlichem Atem durch die Luft. Von der Steilküste, westlich von mir, war kaum etwas zu erkennen.

05-DSC_0140-k

Auch die Warnemünder Westmole ist nur schemenhaft zu erkennen

Die Mole, in östlicher Richtung, erschien ebenso mehr wie ein Geisterbild.

03-DSC_0142-k

Dennoch war es ein angenehmer Tag. Der Strand strahlte Ruhe pur aus – eine besondere Art von Ruhe – Ruhe mit PEP … sprich : Wellenrauschen. Und daneben gab es noch etliche hübsche Strandperlen zu bewundern.

Die Bilder sind übrigens alle mit dem Handy aufgenommen. Als ich zu meinem Strandspaziergang aufbrach, nieselte es noch leicht. Die Feuchtigkeit wollte ich meiner Kamera dann doch nicht zumuten.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!