Archiv für die Kategorie ‘Katzen’

„Los, Silberdistel, hol‘ sie her!“
„Was? Schuhe? Wessen Schuhe, Torty?“

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„Na, Deine Schuhe, Silberdistel! Ich muss gucken, ob was drin steckt. Heute ist doch Nikolaustag.“

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„Nikolaustag, aha, Torty. Aber denkst Du, der Nikolaus bringt auch etwas für Katzen? Ihr Katzen habt doch gewöhnlich keine Schuhe, in die er Euch etwas stecken könnte.“

„Darum will ich ja in Deine Schuhe gucken, Silberdistel. Vielleicht, vielleicht hat der Nikolaus, gerade weil wir keine Schuhe haben, einfach etwas für uns mit in Deine Schuhe gesteckt.“

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„Na, wenn Du meinst, Torty … Und? Hast Du was gefunden?“

„Ma a a a aauuu …“

„Wie? Ich hab‘ kein Wort verstanden, Torty.“

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„Da steckt was drin, Silberdistel, genau wie ich dachte. Warte, gleich hab ich’s.“

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„Hmmmm, Silberdistel, lecker  … meine Lieblingssorte.“

„DEINE Lieblingssorte? Aber, aber Torty, vielleicht war das ja eher was für mich. Außerdem, Torty, das ist mein Schuh und dann gehört mir auch, was drin steckt.“

„Nee, Silberdistel, so was magst Du nicht. Oder doch? Na, ich guck mal, ob noch mehr drin ist. Dann geb‘ ich Dir eins ab. Ich weiß, Du bist auch eine Käsematze und gibst mir manchmal was ab von Deinen Leckerlis.“

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„Boahhh, ich komm‘ nicht an, Silberdistel.“

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„Warte, warte … Silberdistel, gleich, gleich hab‘ ich’s!“

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„Da, Silberdistel, für Dich.“

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„Mampf, mmmm, mmmmm …“

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„Hmmmm, meine Lieblingssorte!“

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„Die Mädels sammeln die Leckerlis aus den Schuhen der Silberdistel. So was Dummes, wo doch der Nikolausbär sein ganzes Rucksäckchen voll mit unseren Lieblingsleckerlis hat. Wir haben sie ganz einfach aus dem Beutelchen geschüttelt und brüderlich geteilt – der Nikolausbär und ich.“  😉

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Wir Silberdistels wünschen Euch allen einen schönen, gemütlichen und kalorienreichen Nikolausnachmittag – egal ob mit Käse-, Schoko- oder keksigen  Leckerlis 😉

 

Wie gut, dass zumindest einer unserer Nachbarn gewöhnlich sehr zeitig mit seiner Weihnachtsdekoration beginnt. Als grobe Orientierung ist so ein Frühstarter gar nicht so übel. Auf jeden Fall habe ich durch ihn schon mal eine leichte Ahnung davon, dass es auch in diesem Jahr wieder einen 1. Advent geben wird. Gefühlt hätte ich auch dieses Mal noch Wochen Zeit haben müssen bis zum Anzünden der ersten roten Kerze. Doch dann steht das erste Adventswochenende trotz aller Vorwarnung wieder einmal ganz plötzlich und unerwartet vor der Tür. So grübelte ich dann auch gleich angestrengt  ob des an die Tür klopfenden 1. Advents, wo ich wohl zu Beginn des Jahres all das weihnachtliche Dekozeugs verstaut hatte.

Aber während ich gestern tatsächlich noch einmal für letzte Arbeiten in meinem Gärtchen herumwerkelte, wurde mein Kopf an der erstaunlich frischen Luft angenehm frei. Und siehe da, nach und nach tauchten vor meinem inneren Auge all die Versteckplätze auf, an denen die vorweihnachtliche Gemütlichkeit verbreitenden Sterne, Kugeln, Figuren und Häuschen die meiste Zeit des Jahres verbracht haben.

Nach meiner Gartenarbeit inspizierte ich dann auch an den vermuteten Stellen Schränke & Co., und bald darauf war alles im Haus verteilt, um ab sofort seinen unnachahmlichen Weihnachtszauber verbreiten zu können. Nur einer der Adventssterne hatte keine Lust auf Advent. Sein Lichtlein war ihm scheinbar im dunklen Schrank abhanden gekommen. Aber so einfach konnte er mir nicht davonkommen.

Unseren Weihnachtsbaum im Garten schmückt dieses Jahr eine neue Lichterkette. Aus der alten war er derweil herausgewachsen. Die Minikette, die er bisher in der Weihnachtszeit gewöhnlich trug, war nun noch übrig. Ob ich dem Stern damit neues Leben einhauchen könnte? Und siehe da, ich konnte. Der alte Bursche erstrahlte nach einer kleinen Umbauaktion in neuem Lichterglanz und macht uns hoffentlich mit seinem neuen leuchtenden Innenleben noch lange Freude.

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Also, Advent, obwohl Du mich wie jedes Jahr, auch dieses Mal wieder, mit Deinem gefühlt viel zu zeitigen Erscheinen überrascht hast, Du bist willkommen. Wir Silberdistels sind bereit!

Na, und wenn der Winter will, dann darf auch der kommen. Für die gefiederten Gartengäste habe ich gestern auch noch ausreichend gesorgt. Zu Futterhaus und Knödelstation sind im Garten noch ein zusätzlicher Futtersilo und eine zweite Stelle für die Knödelliebhaber gekommen.
Sogar im Vorgarten hat unser Vogelgasthaus so einiges im Angebot. Schließlich sollen die Federbälle merken, dass Weihnachten nicht nur ein Fest für uns Menschen ist. Wenn wir schon reichlich und meistens viel zu viel essen, dann sollen selbstverständlich auch die gefiederten Gäste nicht darben.

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Mein Angebot wurde übrigens sofort fleißig genutzt. Spatzen, Blau- und Kohlmeisen bedienten sich begeistert, und auch mein Rotkehlchen fehlte nicht.

Und dann war da noch ein kleines Vögelchen, das ich zunächst für eine Kohlmeise hielt. Erst als sich die vermeintliche Kohlmeise an die Wasserstelle setzte, konnte ich sie etwas genauer betrachten. Das war doch …, das war doch keine Kohlmeise. Dieser lange weiße Nackenfleck, der fast wie ein Scheitel wirkte, gehörte doch einer ganz anderen Meise. Dort saß eine Tannenmeise in meinem Garten – ein eher seltener Gast hier bei mir. Umso größer war meine Freude.

Und um mein Glück vollkommen zu machen, tauchten sogar noch zwei Schwanzmeisen auf. Sie hatten es allerdings sehr eilig. Oder ich war nicht schnell genug. Jedenfalls gelang mir kein Beweisfoto. Aber vielleicht schauen sie irgendwann noch einmal vorbei und ich habe mehr Fotoglück.

So, mit der Gartenarbeit ist es aber jetzt vorbei. Der Rest hat Zeit bis zum nächsten Frühjahr. Nun widmen wir uns in aller Ruhe der Adventszeit. Wir Silberdistels werden’s uns ganz gemütlich machen.

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Unser Keks macht sich schon mal hübsch für den gemeinsamen Adventsnachmittag – mit einer kurzen Katzenwäsche – das muss reichen, wie er meint.

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Unsere beiden Damen wählten für die Schönheit die weniger aufwendige Variante – den Schönheitsschlaf.

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Und wir Silberdistels sind von Natur aus schön. Eigenlob? Okay, okay, aber wir wissen, dass Kaffee schön macht und das eine und/oder andere Plätzchen doch wohl auch 😉

In diesem Sinne macht auch Ihr es Euch gemütlich und habt zusammen mit Euren Lieben einen wunderschönen 1. Advent!

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Ssssssrr sssssrr sssssrr sssssrr sssssrr sssssrr … Was ist denn das für ein Geräusch? Bringt mir etwa ein Bienchen zu dieser späten Jahreszeit noch ein Ständchen? Im Sommer gab es kaum Insekten und nun, nun hat sich eins dieser pelzigen Brummer häuslich in meinem Zimmer eingerichtet?
Langsam wende ich meinen Kopf vom PC-Bildschirm weg in Richtung des sirrenden Geräusches, das vom Fenster zu kommen scheint. Nein, irgendwie muss der Sänger etwas unterhalb des Fensters sitzen. Da, er muss auf der Heizung …
Und schon klappt mir vor lauter Verblüffung der Unterkiefer herunter. Sprachlos blicke ich auf das singende Etwas, das jetzt, nachdem ich es entdeckt habe, noch lauter zu singen scheint. Das auf- und abschwingende Geräusch klingt nun in meinen Ohren auch etwas anders als das feine melodische Summen dieser lustigen pelzigen Insekten aus dem Garten. Dieses Summen hier mit dem leisen r-Kratzer am Ende gleicht mehr einem verzweifelten Hilferuf. Und Hilfe ist wohl in der Tat angesagt. Ganz schlapp und gebrochen hängt der Sänger mit der kratzigen Stimme gerade noch so mit dem  sprichwörtlichen seidenen Faden an seinem Platz. Krampfhaft klammert er sich fest, als wisse er, dass ohne ihn hier nichts, aber auch gar nichts mehr geht. Trotz tiefer Wunde will er weiter seiner Pflicht nachkommen.
Nur … ich befürchte, ihm ist nicht mehr zu helfen. Seine letzte Stunde dürfte gerade geschlagen haben – seine letzte Stunde als derjenige, der lange Jahre zuverlässig über gemütliche Wärme in meinem Zimmerchen wachte. Nun, nun werden wir ihn zur letzten Ruhe betten müssen. Seine Wunde ist zu tief, geht sie doch mitten durch sein Herz. Es schmerzt mich sehr, ihn so sehen zu müssen. Helfen können wir ihm wohl nur noch, wenn wir ihn von seiner Arbeit entbinden, ihn abschrauben von seinem zweiten Ich – vom Heizkörper, mit dem er so viele Jahre eng verbunden war.
Danke, Du Lieber, Du lieber Heizungsthermostat für die vielen Jahre, in denen Du mir immer und genau zur rechten Zeit Wärme und Wohlbefinden geschenkt hast. Mit Deiner Hilfe hatte mein Zimmerchen erst das besondere Etwas – unendliche Gemütlichkeit und ich warme Füße.

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Sieht der arme Kerl nicht echt jammervoll aus – wie er dort so schief, traurig und mit gebrochenem Herzen hängt? Was aber ist ihm nur zugestoßen? So ein Teil bricht doch nicht einfach aus heiterem Himmel ab – ohne fremdes Zutun.
Nachdem Herr Silberdistel den schwer Gebrochenen von seinem Leiden erlöst hatte, mussten wir einen Kollegen des verunglückten Heizungsthermostaten aus dem Ruhestand zurückrufen. Glücklicherweise war der Ruheständler willig, seinen Dienst am Heizkörper noch einmal aufzunehmen.

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Aber wie es so ist mit der etwas älteren Generation, sie steht mehr auf Handfestes und einfach zu Handhabendes. So ist also vorerst wieder meine Mitarbeit angesagt. Was eben noch die moderne Technik wie von allein auf wundersame Weise vollbrachte, muss z. T. nun wieder ich tun, um mein Zimmerchen warm und gemütlich zu halten. Ich muss dem alten Herrn Thermostaten zumindest sagen, wann er schalten und walten soll. Aber er meinte, das würde er hinkriegen. Ausgeruht wäre er ja durchaus. Und wieder einmal eine Aufgabe wäre gar nicht so übel.

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Tja, aber wem der jugendliche vollautomatische Wärmeregulierer diese klaffende Wunde zu verdanken hat, das würden wir Silberdistels nur zu gern wissen.
Einen Verdacht haben wir da schon. Ach, was sag ich? EINEN Verdacht? Es gibt sogar mehrere Verdachtsmomente – pelzige Verdachtsmomente.

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Als ich den ersten … ähem … Verdachtsmoment – die graue Eminenz – mit den nackten Tatsachen konfrontiere und frage,  ob sie nicht versehentlich …. auf den Thermostaten  getreten sein könnte, ernte ich einen empörten Blick. Sie? Mit ihrem Leichtgewicht? Da könne eher ich, die Silberdistel, darüber nachdenken, ob ich nicht auf dem Thermostaten Balanceübungen gemacht hätte, sprach’s und …

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… schaute konsterniert ob dieser haltlosen Verdächtigung zum Fenster hinaus. Für die Beantwortung weiterer Fragen stand die graue Lady nicht mehr zur Verfügung.

Nun ja, ich muss zugeben, sie ist wirklich ein Leichtgewicht. Und große Sprünge macht sie eh nicht mehr. Sie geht alles langsam und ruhig an. Und ihr Forscherdrang ist auch nicht mehr so groß wie einst, schließlich ist sie inzwischen so alt und weise, dass es fast nichts mehr gibt, was sie nicht weiß. Warum also sollte sie plötzlich wissen wollen, wie ein Heizungsthermostat funktioniert und nach seinem Innenleben schauen wollen? Ich glaube, wir können sie bedenkenlos von der  Verdächtigenliste streichen.

Dann wäre da noch ein weiterer Kunde, ein Kunde, der bereits so einiges auf dem berühmten Kerbholz hat. Ich denke da nur an Herrn Silberdistels PCli oder an unseren krallengestylten Fliegenvorhang im Wintergarten. Ich werde den Burschen mal befragen.

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„Hähhh, was, wie, wo? Heizung? Ich hab‘ keine Ahnung, wovon Du sprichst, Silberdistel. Ich hab‘ doch genug mit der Mäusejagd zu tun. Wie sollte ich da noch Zeit haben, um irgendwelche Heizungs …, Heizungs … was(?) zu untersuchen? Auf was für Ideen Du kommst, Silberdistel. So, nun mach endlich die Tür auf, ich hab‘ draußen einen Maustermin“, sprach’s und …

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… machte sich auf und davon in den Garten.

Hm, tja, da bleibt dann wohl nur noch ein Kandidat aus der Liste der Verdächtigen übrig. Besser gesagt: Eine Kandidatin – eine, die überaus klettergewandt und auch sehr klettertüchtig ist. Na, und ihr Forscherdrang grenzt fast schon an Besessenheit.

Ah, da ist sie ja, die Hauptverdächtige. Sie scheint gerade schwer beschäftigt zu sein. Na, mal schauen, ob wir trotzdem bei der Dame Gehör finden.

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„Hallo, Torty, hast Du ein paar Sekunden Zeit für mich? Ich muss Dich was fragen.“

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„Frag‘, aber beeil Dich, Silberdistel. Ich hab‘ zu tun.“

„Sag mal, Torty, weißt Du, wer den Thermostaten vom Heizkörper in meinem Zimmer zerbröselt hat?“

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„Den was, Silberdistel?“

„Das Teil, das an der Seite oben an der Heizung in meinem Zimmer hängt. Es reguliert normalerweise die Wärme vom Heizkörper. Aber damit ist es nun vorbei, weil es kaputt ist und schräg auf halb acht hing.“

„Ach dieses Dingens meinst Du. Aber, wer das war, Silberdistel, das fragst Du jetzt nicht im Ernst, oder? Du kannst nämlich froh sein, dass Du mich nicht mit zerschmettertem Hirn aufgefunden hast und Du nicht noch zusätzlich zu den Kosten für ein neues Heizungdingsda auch noch hohe Kosten bei meinem Arzt Deines, wohlgemerkt nicht meines, Vertrauens zu tragen hast. Du, Du allein, Silberdistel, bist die Schuldige an dem schiefen Thermosdings. Als ich wie immer von Deinem Schreibtisch aus auf meinen Fensterplatz steigen wollte, musste ich wieder einmal zunächst einen Müllberg bewältigen, bevor ich auf meinem Lieblingsplatz abruhen konnte.“

„Einen was? Einen Müllberg, Torty?“

„Na, was war dieses rutschige Gerümpel, das mich in die Tiefe rauschen ließ, denn sonst? Im letzten Moment konnte ich mich noch an diesem Heizungsdings festkrallen. Aber besonders hilfreich war es nicht. Mit einem lauten Knack hat es mich dann doch noch abgeworfen.“

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„Ach deshalb lagen meine Bücher und CDs dort unten vor statt auf dem Schreibtisch. Aber Gerümpel, Torty, ist was anderes. Ich dachte, Du als versierte Ornithologin könntest zwischen wertvollen Sachbüchern und Gerümpel sehr wohl unterscheiden.“

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„Guck hier, Silberdistel, auf diesen Fuß ist am Ende noch eins von Deinen wertvollen Sachbüchern gedonnert. Ich hab‘ unter Schmerzen gelitten und Du, Du jammerst, weil der Müll unten lag und das Heizungsdings zerbrochen ist.“

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„Okay, Torty, ich seh’s ein, ich bin an der ganzen Misere schuld. Aber Du musst ja ganz schön Schwung gehabt haben, als du den Thermostaten abgebrochen hast. Naja, und Dein momentanes Wintervorbereitungsgewicht ist ja auch gar nicht mal das einer fliegengewichtigen Katze. Da kam wohl eins zum anderen.“

„Unterstelle mir mal jetzt nicht Unsportlichkeit wegen zu hoher Körperfülle, Silberdistel. Du kannst gern ausprobieren, ob Du Deinen rutschigen Müllberg besser hättest bewältigen können. Du hättest bestimmt gleich die ganze Heizung abgebrochen.“

„Okay, okay, Torty, ich seh’s ein. Es war alles meine Schuld. Und Euren Zugang zum Fenster, den ich gerade schon wieder als Ablage benutzt habe, werde ich auch gleich beräumen. Kannst Du mir noch einmal verzeihen, dass ich Dir Bücher in den Weg gelegt habe?“

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„Ja, ja, schon verziehen, Silberdistel! Und so wie jetzt sieht der Fensterzugang schon besser aus. Das kleine Teil da darfst Du liegen lassen, das rutscht nicht. Das hab‘ ich schon öfter getestet. So und jetzt muss ich meine Verletzung noch ein wenig pflegen.“

„Ach, Du pflegst Deine Verletzung, Torty? Und ich dachte, Du machst Yoga.“

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„Auch, Silberdistel, auch. Ich verbinde das Angenehme mit dem Nützlichen. Ich muss schließlich fit bleiben. Wie ich gemerkt habe, lauern überall Gefahren, auch dort, wo man sich sicher glaubt, in den eigenen vier Wänden.“

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Es wurde wieder einmal Zeit, unsere Schränke von Sommer auf Winter umzuräumen. Und da ich eh schon am Räumen war, nahm ich die Gelegenheit gleich wahr, um Schränke und Schubladen generell ein wenig auszumisten. Am Ende stand ein ganz ansehnlicher Sack mit Altkleidungsstücken & Co. vor mir.
Kaum hatte ich das gut gefüllte Teil bis zum Abtransport in die Ecke gestellt, war es auch schon besetzt – mit etwas Pelzigem.
Sollten die eben ausgesonderten Klamotten nun etwa doch in unserem Haushalt noch eine neue Bestimmung gefunden haben?

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Es schaut fast so aus. Prinz Keks im edlen Tigerlook hat endlich seinen ihm zustehenden Thron gefunden. Schließlich ist unser Keks so blaublütig wie der Müll-Thron, den er seit gestern besetzt hält. Okay, der Thron ist ohne Blüten, aber blau ist er schon.

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„Was? Müll-Thron? Silberdistel, da musst Du etwas verwechseln. Dieser Thron ist angenehm weich und von müllig weit entfernt. Er ist sowas von gemütlich. Die graue Eminenz und Torty werden vor Neid erblassen, wenn sie mich hier so königlich sitzen sehen. Und guck mal, wie schön er glänzt. Wenn das nicht königlich ist, dann weiß ich auch nicht.“

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„Was? Ich soll hier runter, weil Du meinen Thron wegbringen willst, Silberdistel?“

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„Nein, ich bleib hier sitzen. Da kannst Du Dich auf den Kopf und wieder auf die Füße stellen, Silberdistel. Ich geh hier nicht weg.“

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„So, und jetzt stör‘ mich nicht weiter, Silberdistel. Ich will meinen Thron genießen. Und denk nicht, Du kannst mich überlisten und mein neues Ruhemöbel heimlich wegschaffen. Der Thron bleibt hier! Und wenn Du mich schön bittest, darfst Du vielleicht später auch einmal ein kurzes Probesitzen drauf machen. Aber wirklich nur kurz.“

Habe ich das gestern richtig gelesen? Der Winter soll so wie fast sofort über uns hereinbrechen? Gut, den ersten Nachtfrost hatten wir vor einigen Tagen bereits. Doch in der Regel ist das für den Monat November nicht unbedingt ungewöhnlich.
Ich bin zwar mit der Winterfestmachung meines Gartens noch nicht ganz fertig, aber was soll’s, zur Not muss ich eben einfach fertig sein. Dann wird der Rest auf das Frühjahr warten müssen. Die wichtigsten Arbeiten sind allerdings getan.
Viel wichtiger ist, dass für die Federbälle gesorgt ist, wenn es draußen dauerhaft frostig und sogar schneebedeckt werden sollte.  Unser „Gasthaus zur Silberdistel“ hat bereits Ende Oktober seine Körner- und Knödelbar wieder geöffnet. Es dauerte auch gar nicht lange und die ersten Gäste stellten sich ein, um das diesjährige Herbstangebot zu testen.
Unsere alte Körnerbar wurde durch eine neue, moderne, ersetzt. Die alte muss noch einige Reparaturen über sich ergehen lassen. Vielleicht kommt sie danach an anderer Stelle wieder zum Einsatz.

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Eine Blaumeise testet das Angebot unserer neuen Körnerbar

Auch die Knödelstation wird bereits wieder begeistert angeflogen. Eigentlich müssten diese Bälle Spatzenknödel heißen, denn genau die Spatzen sind die eigentlichen Knödelfans. Ich weiß nicht, wieso die Dinger Meisenknödel genannt werden. Bei uns sind es eher Spatzenknödel.

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Neben den Körnern und Knödeln hat unser silberdisteliges Gasthaus auch vitaminreiche Desserts im Angebot. Die Federbälle haben sich dort bereits fleißig bedient. Wenn sie so weitermachen, wird für den Winter zumindest von den hübschen roten Früchten nichts mehr übrig bleiben.

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Die Sitzplätze rund um die Futterstellen in Baum und Strauch sind an manchen Tagen schon wieder fast vollständig ausgebucht. Gerade, als ich die versammelte Großfamilie Sperling in meine Knipse sperren wollte, sauste sie wie der Wind davon. Nur ein einziger Haussperling war so freundlich, mir noch für einen kurzen Moment Modell zu sitzen.

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Haussperlingsmann

Doch dann, dann wurde auch er etwas unruhig. Wo schaut er denn so plötzlich hin? Oder will er mir nur seinen hübschen Rücken zeigen? Vielleicht ganz nach dem Motto: Ein hübscher Rücken kann auch entzücken?

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Aha, er hat noch einen anderen, allerdings sehr seltsamen, Vogel entdeckt. Nun weiß ich auch, warum die Großfamilie eben doch lieber die Flucht ergriffen hat. Sie war nicht fotoscheu, sie war vorsichtig, denn hoch oben im Rankgerüst flattert ein vierbeiniger bunter Vogel umher, mit dem sicher nicht zu spaßen ist, wenn man ihn zu nahe an sich heran lässt.

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Unsere pelzige Ornithologin ist hoch oben in unserem Garten unterwegs

Wenn ich Herr Sperling wäre, würde ich mich jetzt auch lieber aus dem Staube machen.  Man weiß nie, ob so ein pelziger Vogel nicht plötzlich doch losfliegt.

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„Oh, Silberdistel, Du auch hier?“

„Na Torty, auf Vogelpirsch?“

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„Och, nee, Silberdistel, ich mache nur Balanceübungen. Aber ich bin schon fertig damit.“

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„Ich … hm … wo geht’s denn hier nur wieder runter?“

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„Silberdistel, wo steigst Du immer runter, wenn Du mit Deinen Balanceübungen fertig bist?“

Oder heißt es geistliche Auswertung? Nein, das klingt nicht gerade nach Halloween, das klingt mehr nach dem Martin mit seinen Thesen. Aber der, der war gar nicht dabei – also gestern am Reformationstag. Naja, doch am Reformationstag war er wohl irgendwie schon dabei. Aber nicht an unserem völlig entarteten. Da hätte sich ihm bestimmt das Hirn gesträubt. Hier gaben sich weniger Geistliche den Türklopfer in die Hand, vielmehr waren es Geister, viele Geister, die nahezu pausenlos an unsere Tür hämmerten. So sollte ich vielleicht eher von geisterhafter Verschwörung Auswertung sprechen. Obwohl … geisterhaft sind die uns vorliegenden Geisterzahlen nun auch wieder nicht. Sie stehen nämlich mit schwarzen Schrift- … ähem … Strichzeichen fest auf ein weißes Kärtchen gemeißelt – ganz real, so gar nicht geisterhaft.
Egal wie, jedenfalls war es hier nicht nur gruselig am gestrigen Abend, es war auch eine hochgeistige Anstrengung, sich nicht bei der Geisterzählung zu vertun. Manchmal, so schien es mir, standen ganze Kindergartengeistergruppen vor unserer Tür. Ich hatte in solchen Momenten fast Mühe, diese Ansammlung von Geistern überhaupt noch überblicken, geschweige denn zahlenmäßig erfassen zu können.
Da fällt mir ein: Gehen Geister eigentlich auch in Kindergärten? Sicher, oder? Selbst große Geister müssen doch einmal klein angefangen haben. Wie sonst sollte so manch großer Geist entstehen können?
DSC05285Aber zurück zu, zu  … ach nennen wir es einfach zu meiner … meiner Geisterstatistik. Ich hoffe, ich habe mich beim Zählen nicht vertan. Aber wenn, dann habe ich eher zu wenige denn zu viele Geister auf meinem Kärtchen erfasst. Möglich, dass ich bei all der Aufregung das eine oder andere Strichelchen vergessen habe, weil es gleich schon wieder an der Tür pochte und ich höchst erschrocken sofort den Stift von mir warf, um dem nächsten Geist zu öffnen, bevor er vielleicht noch einfach so an unserer Haustür kleben blieb. Die Gefahr bestand durchaus. Ich hörte immer wieder, dass Geister gern Kleber fressen, und wenn sie nicht sofort Süßes bekämen, würden sie einfach vor unserer Tür kleben bleiben. Also, da rückte ich dann doch lieber etwas von dem gehorteten Süßen heraus, um die Geister schnell wieder loszuwerden.
Aber jetzt endlich zu meinem Statistikzettelchen:

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Na, was habt Ihr zusammengerechnet? Ich bin auf 57 Striche, also 57 Geister, gekommen. Das war gar nicht einmal so übel, obwohl wir damit nicht den bisherigen Rekord gebrochen haben. 2015 sind nämlich sogar 64 Geister nach Süßem schreiend über uns hergefallen. Aber aufregend war es auch dieses Mal enorm und Kräfte zehrend. Ich habe gestern wohl so einige Meterli zurückgelegt. Naja, Bewegung soll ja gesund sein.

Die Katzen übrigens erwiesen sich nicht wirklich als Hilfe bei der Bewältigung des gestrigen Geisterandrangs. Torty verkrümelte sich gleich nach dem ersten Hämmern an der Tür von ihrem Fensterplatz nach hoch oben auf den Kratzbaum.

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Sie hatte wohl die irre Hoffnung, dass Geister nicht fliegen können und sie dort kurz unterhalb der Zimmerdecke vor ihnen sicher wäre. Ich weiß ja nicht …
Sie hatte Glück, aber auch nur, weil ich mich jeglichem Geist tapfer in den Weg gestellt habe und alle, ausnahmslos alle Hexen, Geister, Gespenster, Vampire und auch den gruseligen alten Mann mit Süßem besänftigen und somit wieder zum Abzug bewegen konnte. Der Gruselalte hätte auch einem Gruselclown alle Ehre gemacht. Ich war in dem Falle echt erschrocken, zumal er mich um einiges überragte. Zuvor ging mein Blick nach dem Öffnen der Tür gewöhnlich nach unten, weil die Masse der Geister mehr Kleingeister (oder sagt man kleine Geister?) waren. Doch auf einmal stand dieser Alte vor mir – mit wirrem Haar und einem extrem faltenreichen Gesicht. Gruselige Augen starrten zu mir hinunter. In diesem Moment wünschte ich mir nichts sehnlicher herbei als die Bratpfanne, die ich eben gerade abgetrocknet und in den Schrank zurückgestellt hatte.
Doch auch der Gruselalte wollte nicht mein Leben oder/und unsere Wohnungseinrichtung, sondern nur Süßes. Dass er mir, als er ging, noch einen schönen Abend wünschte, nahm ich mehr zitternd denn erleichtert zur Kenntnis. Die Bratpfanne spukte nach dieser Aufregung noch eine Weile in meinem Kopf herum. Oder wie gern hätte ich neben einer Bratpfanne doch wenigstens noch eine Katze mit scharfen Krallen und spitzen Zähnen an meiner Seite gehabt – besser noch drei. Doch die, die fürchteten sich wohl noch mehr als ich vor jedem Klopfer an unserer Haustür. Torty hatte es vielleicht doch gar nicht so schlecht dort oben auf dem Kratzbaum.

Keks war natürlich auch weit von der Haustür und mir entfernt. Er glaubte, ein Karton mit viel Verpackungsmüll sei der sicherste Platz vor Geistern. Dort könnte er sich in Windeseile völlig unsichtbar machen.

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Und unsere graue Eminenz verschwand unter meinem ihrem Schaukelstuhl. Der Platz war gar nicht einmal so schlecht gewählt.

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Fast hätte ich selbst sie übersehen. Sie verschmolz nahezu mit dem Schaukelmöbel. Da sieht man mal wieder, dass ein langes Leben auch mächtig erfahren macht.

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Erst als mich zwei Augen anleuchteten, erkannte ich unsere graue Plüschlöwin. Tja, also die Hilfe und Unterstützung der Katzen hatte ich mir für den gestrigen Gruseltag doch etwas anders vorgestellt.

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Und unser Körbchen wurde mehrmals geleert. Einmal verfiel ich der dummem Idee, die Tür mit dem Körbchen in der Hand zu öffnen. Ich konnte gar nicht so schnell schauen und schon war nichts mehr drin. Zahllose Geisterhände hatte sich rasant schnell bedient und nichts mehr übrig gelassen – nur mich – mit offenen Mund dastehend.

So, und nun brauch ich Erholung von all dem Stress. Ich esse jetzt den Schokoriegel, den ich mir gestern noch in einem lichten Moment schnell in die Tasche gesteckt habe, damit ich mich wenigstens nach all der Aufregung etwas stärken kann, denn es bestand schon früh die Gefahr, dass von dem Süßen nichts übrig bleiben könnte.

… muss es sein, was die Katzen dort draußen vor unseren Fenstern erblicken.

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Ihre Schwänze zappeln aufgeregt hin und her.

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Wenn es sonst um diese Zeit dämmert, wird es draußen gewöhnlich langsam ruhiger. Das Katzenleben würde jetzt erst so richtig beginnen. Doch heute schauen unsere Plüschlöwen lieber vom sicheren Fensterplatz aus hinaus in die zunehmende Dunkelheit.
Dort draußen scheinen gar merkwürdige Dinge vor sich zu gehen. Gespenstisches tut sich vor unserer Tür. Je finsterer es wird, umso unheimlicher wirken die in unserer Straße umhergeisternden Gestalten.

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Schauerliches Lachen hallt durch den beginnenden Abend. Ob es von dem Kerl mit der höckerigen Nase und dem Spitzbart dort drüben kommt? Der war mir immer  schon etwas unheimlich. Wahrscheinlich ist seine Baumgestalt am Tage reine Tarnung, und das lustige Rauschen seiner Blätter soll uns erst recht in die Irre führen. Doch jetzt, jetzt zeigt er seine wahre, seine gespenstische, Seite. Also ich, ich mache es wie die Katzen, ich gehe heute nicht mehr raus.

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Und sollte ich, falls es erbarmungslos an unsere Tür hämmert, selbige öffnen müssen, bin ich mit Süßem gewappnet. Es hallte nämlich eben ein schauerlich Ruf von gegenüber zu uns herüber: „Süßes, sonst gibt’s Saures!“ Scheinbar kann man die umgehenden finsteren Gestalten mit Süßem besänftigen. Zum Glück haben wir reichlich Süßes im Hause. Ich hoffe, unser Geschmack trifft auch den der schauerlichen Spukgestalten vor unserer Tür. Ich werde berichten, ob und wie wir uns freikaufen konnten.
Falls es hier morgen nichts zu lesen geben sollte, könnte allerdings Gruseliges geschehen sein. Ob Martin Luther sich das einst alles so gedacht hatte, als er seine 95 Thesen an die Schlosskirchentür zu Wittenberg pinnte? Nun ja, wenigstens hat uns sein Tun auch 500 Jahre später noch etwas geschenkt – einen arbeitsfreien Tag nämlich, und den braucht man ganz gewiss bei all dem stressigen Spuk vor der Haustür. Obwohl … eigentlich müssten gerade wir hier mit unserem Spukstress zur Erholung von all der Aufregung heute, auch noch den Allerheiligen morgigen Tag frei bekommen. Irgendwie war das mit den freien Tagen wohl doch noch nicht so richtig zu Ende gedacht …
Aber egal, wir packen das schon mit den Geistern. Zur Not haben wir drei Katzen mit scharfen Krallen, die wir vorschicken können, wenn es all zu arg kommen sollte.

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Sind sie weg, Silberdistel?

Wo sind sie eigentlich abgeblieben, unsere Pelzmonster? Ach da drückt sich gerade unsere Torty durch die Treppenstufen.
Und die anderen beiden? Von denen gibt es keine Spur. Soviel also zu den Katzen, die wir vorschicken wollten, wenn es schauerlich an unsere Tür pocht.
Egal, ich bin jetzt ganz mutig und schau mal, wer da so schrecklich hämmert. Vielleicht ist es ja auch der Martin, der unsere Tür mit seiner Kirchentür verwechselt hat …

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Also dann … bis  morgen hoffentlich!